Wie wirkt sich eine Trennung auf die Kinder aus/ zusammen bleiben wegen der Kinder

Zwei Sachen, die man in Bereich von Trennungen immer wieder hört, sind:

  • Kinder, gerade jüngere Kinder leiden sehr unter der Trennung. Sie fallen in der Schule ab, sie zeigen andere Zeichen eines enormen Stresses, neulich hörte ich, dass die Trennung der Eltern vergleichbar damit ist, dass ein Bruder oder eine Schwester stirbt. Es wird natürlich davon abhängen, wie erbittert der Streit auch vor den Kindern betrieben wird und wie beide Eltern als aktive Eltern erhalten bleiben. Aber eine Trennung ist nicht so einfach für die Kinder
  • Deswegen hört man auch sehr häufig: wenn die Kinder nicht gewesen wären, dann hätte ich schon viel früher Schluss gemacht. Natürlich ist das auch mitunter eine Ausrede, bei der man zu unsicher ist, was danach passieren wird und wie man selbst sich dann in der neuen Situation einrichtet, aber es hat eben auch einen realen Kern, bei dem man denkt, dass es besser ist, wenn die Kinder ihre Schule abschließen und dann evtl eh aus dem Haus sind und so weniger belastet werden.

Was ist eure Meinung zu diesen Themenkomplex?

Grüne Politikerinnen, die ihre Ideale verraten, weil sie Vorstandspositionen ablehnen, weil sie lieber Kinder bekommen wollen

Ein interessanter Bericht in der Berliner Zeitung von Sabine Rennefanz hält den Frauen bei den Grünen vor, ihre Ideale verraten zu haben:

In der „Süddeutschen Zeitung“ las ich neulich davon, dass die Grünen mehr junge Frauen in die Führungsgremien holen wollten. Es ging um die Neubesetzung der Spitze der Bundestagsfraktion. Drei weibliche Abgeordnete zwischen 32 und 41 Jahren wurden gefragt, ob sie  bei der Wahl antreten wollen. Sie wollten nicht, weil da Kinder kommen könnten oder welche unterwegs sind.

Das die Grünen, eine Partei, die alle Ämter strikte Frauenquoten verpasst hat, solche Probleme hat, ist schon sehr interessant und war auch schon Thema hier:

Es ist eben das alte Problem, bei Zielen, die man für die Allgemeinheit erreichen will: Viele wollen zwar gerne ein bestimmtes Ziel erreichen, aber sie wollen nicht unbedingt diejenigen sein, die die Kosten dafür aufwenden müssen.
Es ist ein guter Hinweis, dass auch die frauenfreundlichste Firmenpolitik nicht unbedingt dazu führt, dass Frauen nach oben wollen, schlicht, weil sie ihr Leben anders geplant haben und diesen Weg besser finden. Sie wollen lieber etwas mehr Zeit für das Kind haben und – auch angesichts schmaler Zeitkorridore – das Kinderkriegen nicht zu weit nach hinten schieben oder dann eben keine Zeit für die Kinder haben. Das muss auch noch nicht einmal eine schlechte Wahl sein – vielleicht haben sie so das bessere Leben – aber es ist eben schon passend, dass es bei den Grünen passiert.

Ausgerechnet bei den Grünen, die seit Jahrzehnten für Frauenrechte kämpfen, trauen sich die Frauen nichts zu, sortieren sich selber schon mal aus, weil Mütter ja in der Politik nichts zu suchen haben? Ich habe auf der Website nachgeschaut, ob sich etwas im Programm geändert hat. „Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und die Hälfte der Macht den Frauen. Dafür kämpft die grüne Frauenpolitik. Unsere Geschichte ist geprägt von Feminismus und von Frauen, die ihre Rechte durchsetzen – mit den Männern, wenn möglich, gegen sie, wenn nötig“, steht dort. Von Frauen, die freiwillig auf ihre Rechte verzichten, steht dort nichts. Wie kann man sich über zu viele Männer in Führungspositionen beschweren, sich für Gesetze für eine Frauenquote, Lohngerechtigkeit einsetzen und dann aber zurückzucken, wenn es darauf ankommt?

In der Tat: „Die bösen Männer hindern Frauen am Aufstieg“ verträgt sich schlecht damit, dass man dann selbst eine ganz andere Entscheidung trifft, wenn einem der Aufstieg auf dem silbernen Tablett angetragen wird.

„Don’t leave before you leave“

Wenn es stimmt, dass die Politikerinnen eine Kandidatur wegen einer möglichen Schwangerschaft ablehnen, dann verraten sie damit die Ideale ihrer Partei. Ich kann das emotional nachfühlen, ein Baby stellt die eigene Welt auf den Kopf, aber politisch enttäuscht mich diese Haltung. Sie erinnert an ein Problem, dass die Facebook-Chefin Sheryl Sandberg in ihrem Bestseller „Lean In“ beschreibt: Ihr sei aufgefallen, dass Kolleginnen oft vorauseilend Karriereschritte ablehnen, weil sie ein Baby planten. Sie empfiehlt: „Don’t leave before you leave.“

Frauen, die Karrierschritte ablehnen, weil sie ein Kind planen. Kommt leider eben in feministischen Besprechungen des Gender Pay Gaps nicht vor.

Es ist natürlich zu ergänzen um Frauen, die lieber einen Job in einem Bereich nehmen, der sich gut mit einem Aussetzen, Halbtagsarbeit und Kinderbetreuung vereinbaren lässt. Beispielsweise die Top-Juristin, die lieber Richterin wird (Einstiegsgehalt ca 4150 € brutto) statt in eine Top-Großkanzlei zu gehen (Einstiegsgehalt: 8.000 € brutto) , weil sie da im öffentlichen Dienst ist, von zuhause arbeiten kann, Teilzeit nehmen kann etc.

Wenn man in der Bundesrepublik (West) aufgewachsen ist, wurde einem von früh an erzählt, dass man sich entscheiden muss, zwischen Beruf und Muttersein. Die beiden Sphären hatten wenig miteinander zu tun: Man machte sich als Mutter verdächtig, ein bisschen langweilig geworden zu sein. Viele erfolgreiche Frauen verzichteten auf Kinder.

Rückzug ist nur kurzfristig der einfachere Weg

Die Grünen waren angetreten, es anders zu machen. 1984 wählte die Bundestagsfraktion einen rein weiblichen Vorstand, das sogenannte Feminat. In den Jahren nach der Wiedervereinigung entstand, auch durch die Erfahrungen der Ost-Frauen aus Bündnis ’90, ein neuer, gesamtdeutscher Feminismus. Es wurde in den vergangenen 15 Jahren politisch viel dafür getan, dass Mütter nach der Geburt eines Kindes schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren und Väter sich stärker um die Familie kümmern können.

Seit kurzem gibt es einen Gegen-Trend. Berufstätige Mütter schreiben, dass es unmöglich ist, berufstätige Mutter zu sein. Ihre Texte heißen „Warum Frauen nicht alles haben können“ oder „Die Alles-ist-möglich-Lüge“. Es geht um die Doppelbelastung, über die Schwierigkeiten, den Alltag zu organisieren, fehlendes Verständnis am Arbeitsplatz. Viele Frauen scheinen sich dem entziehen zu wollen, indem sie in alte Muster zurückfallen. Rückzug ist vielleicht kurzfristig der einfachere Weg. Aber wenn Frauen weiterhin so denken, dann wird sich an den Strukturen der Arbeitswelt nie etwas ändern. Besonders Grünen-Politikerinnen sollten doch wenigstens versuchen, ihre eigenen Ideale zu leben.

Es wird keine günstigere Partei für eine Karriere als Frau geben als die Grünen. Wobei die anderen Parteien auch gute Aufstiegschancen bieten, denn alle Parteien suchen Frauen, die tatsächlich mitarbeiten wollen. Gerade bei einer Partei, die das als eines der dringendsten Probleme darstellt, ist es aber in der Tat eine peinliche Sache, wenn sie ablehnen, weil sie lieber in der alten Rolle leben wollen.

Es sollte den Grünen zu denken geben.

vgl. auch:

Kinder

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Spätestens nach der Ehe kommen da häufig die:

Kinder

Wollt ihr Kinder? Habt ihr Kinder? Was ist das schöne an Kindern? Was sind die größten Veränderungen mit Kindern? Was bedeuten Kinder für die Partnerschaft? Jungen oder Mädchen? Was habt ihr für Erziehungstipps? Wie entwickelt man ein gutes Verhältnis zu den Kindern? Welchen Anteil an der Betreuung von Babies/Kleinkindern/älteren Kindern wollt ihr selbst übernehmen, wie soll eurer Partner eingebunden sein? Kommt man bei Kindern um ein klassisches Modell (einer ist der Hauptverdiener, einer konzentriert sich mehr auf die Kinder) herum? Wenn ihr Kinder habt: Habt ihr euer Pläne umsetzen können? Wie ist es im Falle einer Trennung vom Partner: Wie geht es  mit den Kindern weiter, was läuft da schief, was muss geändert werden? Was war für euch das Schönste mit Kindern? Was habt ihr als Eltern gelernt, was ihr vorher nicht wusstet? usw

Was würde eine künstliche Gebärmutter verändern?

Laurie Penny sagte neulich in einem Interview:

Wir brauchen technische Alternativen zur Schwangerschaft. Warum gibt es noch keine? Die moderne Medizin kann Gliedmaßen wieder annähen und Gesichter transplantieren. Heutzutage ist so vieles möglich, was vor ein paar Jahrzehnten undenkbar war. Eizellen werden bereits in Petrischalen befruchtet. Warum sollten Babys nicht im Labor entstehen? Wieso ist eine technische Alternative zum Mutterleib so undenkbar? Schon in den Siebzigern haben Feministinnen über künstliche Gebärmütter nachgedacht.

Zumindest sollten Wissenschaftler diesen Fragen nachgehen. Es ist nicht nur eine feministische Frage: Schließlich gibt es auch Menschen, die keine Gebärmutter haben. Ich verstehe überhaupt nicht, was an dieser Idee verrückter ist als an der Idee, einen Arm, ein Herz oder ein Gesicht zu transplantieren.

Wäre es nicht ein Nachteil für Frauen, wenn Maschinen ihnen das Gebären abnehmen? Schließlich ist Kinderkriegenkönnen ein weibliches Alleinstellungsmerkmal.

Es ist sogar eine weibliche Superkraft! Aber Frauen mit Superkräften müssen kontrolliert und kritisiert werden. Deswegen wird Mutterschaft einerseits so überhöht, dass Frauen, die sich dagegen entscheiden, als seltsam gelten. Von Frauen, die abtreiben, wird erwartet, dass sie das irgendwann bereuen. Die Frau, die nie Mutter geworden ist, muss im Alter traurig darüber sein. Gleichzeitig wird Müttern angelastet, dass sie sich über ihre Kinder selbst verwirklichen, obwohl sie tatsächlich etwas Wunderbares und Selbstloses für uns alle tun.

Schwangerschaft und Mutterschaft als Arbeit zu definieren und auch so zu bezahlen, wäre eigentlich das Mindeste. Doch diese Forderung wird meistens als ebenso verrückt empfunden wie die Forderung nach künstlichen Gebärmüttern

Da ist natürlich mal wieder die feministische Eigenschaft alles in eine Opferstellung zu verwandeln, durch die man passiv ist und unterdrückt wird, voll durchgeschlagen. Frauen werden quasi gezwungen ihre Gebärmutter zu nutzen in dem Männer das überhöhen.

Interessanter finde ich aber die Frage, wie es sich auswirken würde, wenn man eine künstliche Gebärmutter herstellen könnte und evtl in einem Szenario deren Einsatz auch einfordert.

Das würde erst einmal bedeuten, dass Frauen nicht mehr aussetzen müssten wegen der Schwangerschaft, natürlich würden sie auch nicht mit den entsprechenden Hormonen zugeschüttet werden und nicht über die Zeit der Schwangerschaft und die Geburt eine gewisse Beziehung zu ihrem Kind aufbauen. Bis man die Robonanny erfunden hat wäre es aber nur eine recht vorübergehende Befreiung. Es wäre interessant, ob sich aber auf dem Weg dann groß etwas ändert oder Frauen nur später aussetzen.

Es wäre auch interessant, wie man den pränatalen Testosteronspiegel einstellt, tatsächlich wäre es eine Möglichkeit für Femininistinnen Geschlechterrollen tatsächlich zu durchbrechen und dazu vielleicht auch die Heteronormativität. Konservative könnten auch ein Interesse daran haben, die Zahl der Homosexuellen zu verringern.

 

Mißtrauen gegen männliche Erzieher

Die Süddeutsche berichtet über Mißtrauen gegen männliche Erzieher:

Da scheint einiges von vorhanden zu sein:

 Es dauerte keine vier Wochen, da sprach ihn eine Mutter an: Es sei ihr, ehrlich gesagt, nicht recht, wenn er ihre zweijährige Tochter auf den Schoß nehme. Sie fühle sich bei dem Gedanken einfach nicht wohl, er, als Mann, mit ihrem Kind. Nichts für ungut. Heute, zwei Jahre später, sagt Daniel: »Das war ein Schock. Ich habe lang gebraucht, mich davon zu erholen.«

Oder:

Es ist nicht lang her, da kam er am Tag nach dem Elternabend in die Kita, in der er arbeitet, und seine Chefin, eine sensible, eine vorsichtige Frau, erklärte ihm, dass er ab sofort die Kinder nicht mehr wickeln dürfe. Wunsch der Eltern. Weil: zu viel Nähe. Weil: zu viel Nacktheit. Florians Kolleginnen zuckten dazu hilflos mit den Schultern. Florian lächelt unsicher und sagt: »Ich habe das so hingenommen. Aber ich habe mich sofort gefragt, welche Verbote wohl als Nächstes kommen.«

Oder:

Zum Beispiel Sascha aus Potsdam. 31 Jahre alt, sehr sanft, er war der erste männliche Erzieher in seinem Kindergarten. »Wenn ich Eltern angesprochen habe, wurde ich anfangs ignoriert, die wollten lieber mit den Kolleginnen reden«, erzählt er. »Und wenn eine Mutter gehört hat, ›Sascha hat heute Ihr Kind umgezogen‹ – dann habe ich eisige Blicke geerntet.« Dabei waren die Kolleginnen froh, ihn zu haben: endlich einer, der mit den Jungs richtig raufte, einer, der selbst den größten Spaß am Rumtoben hatte. »Aber schließlich hat eine Mutter zu meiner Chefin gesagt, der Mann kommt meinen Kindern zu nahe, das ist mir unheimlich, Schluss damit.«

Klingt in gewisser Weise nach einer „Rape Culture- Culture“ also nach einer Kultur, in der Männern leicht ein Mißbrauch unterstellt werden darf und die Furcht davor sehr groß ist.

(„Natürlich“, wird eine lesende Feministin denken „da wir in einer Rape Culture leben verhalten sich Frauen auch so. Es ist ja gerade eine Bestätigung der Rape Culture, dass man den Frauen beibringt, ihre Kinder zu schützen und nicht den Männern, nicht mehr zu vergewaltigen“)

Zu den weiteren Vorurteilen:

Wer sich diesen Job aussucht, muss ein Idealist sein. Für Männer, die Exoten, gilt das erst recht. Aber wenn ein Mann den Sprung wagt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihm das Berufsleben nach kürzester Zeit zur Hölle gemacht wird. Die Sorge der Eltern ist immer die gleiche: Könnte der junge Mann, der sich da so freundlich um mein Kind kümmert, finstere Absichten haben? Könnte es sein, dass der den Job macht, weil er sich viel zu sehr für Kinder interessiert? Die Berliner Koordinationsstelle hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, derzufolge vierzig Prozent aller Eltern bei männlichen Erziehern an die Gefahr eines möglichen Missbrauchs denken, bei den Trägern der Einrichtungen, also Geschäftsführern und Vorständen, sind es sogar mehr als fünfzig Prozent.

Jeder zweite hat Bedenken. Das heißt: Männer in Erziehungsberufen sind in Deutschland einem Pauschalverdacht ausgesetzt. Jeder, der mit Kindern arbeitet, so scheint es, könnte im Grunde ein Sexualstraftäter sein. Jeder, der sich mit Kindern balgt, könnte sie unsittlich berühren. Jeder, der Windeln wechselt, kommt Geschlechtsteilen verdächtig nahe. Jens Krabel von der Berliner Koordinationsstelle sagt: »Es kann schon ausreichen, wenn eine einzelne Mutter einen Verdacht gegen Männer als Erzieher oder einen konkreten Mann hegt, um das Thema sexueller Missbrauch in der Kita plötzlich zu einem riesigen Thema zu machen und die Mitarbeiter und anderen Eltern zu verunsichern.«

Also ein schlecht bezahlter Job, bei dem man zwar gesucht wird, aber auch einem sehr starken Anfangsverdacht ausgesetzt ist. Die Männer als beständige Gefahr für die Kinder. Gerade das Durchbrechen der Geschlechterrolle erweckt hier Argwohn: Warum interessiert sich ein MANN für Kinder?

Auch wieder ein guter Grund darauf hinzuweisen, dass Geschlechter nicht essentialistisch zu sehen sind, sondern es natürlich auch Männer gibt, die sich mehr für Kinder interessieren und mit ihnen arbeiten wollen als andere Männer.

Arbeitsteilung bei Kindererziehung und der Wunsch nach guter Förderung der Kinder

Tom174 schreibt in einem Kommentar zu der Frage der Betreuung der Kinder durch die Eltern und die Frage der externen Betreuung:

Inzwischen ist es meist recht einfach Betreungsplätze zu finden. Das ist schon etwas Luxus. Allerdings kann ich mir für meine Kinder wenig besseres vorstellen. Es muss da einen Mix geben, auch die Peer Group ist für die kleinen wichtig. Wenn ich mir unseren Kindergarten so anschaue.. Der ist nicht wirklich gut. Von Förderung kann da keine Rede sein, das ist mehr ein Kinderabstellplatz als echte Betreuung. Trotzdem gingen meine Kinder da vormittags hin, eben um mit und durch die anderen kinder zu lernen. Das musste aber dann die ersten 2.5 Jahre (pro kind) echt nicht sein. Jup, wir leisten uns da eine sehr teure Erzieherin, würde meine Frau voll arbeiten… aber das ist egal. Wir vier sind so glücklicher, und zwar allesamt.

Er hatte ja auch zuvor dargestellt, dass er eher Hauptverdiener der Familie ist. Das ist ein gutes Beispiel, dass es eben in der Tat nicht selten von beiden Eltern als das Beste für die Kinder angesehen wird, wenn einer, und dann meist die Frau, die erste Zeit aussetzt. Es stehen dann nicht die Aspekte „wer verdient wie viel und wer beutet den anderen aus“, sondern eher der Aspekt „wie wollen wir unsere Kinder aufwachsen sehen, wie fördern wir sie und wie teilen wir uns das auf“. Also ein Miteinander im Interesse der Kinder und nicht ein gegenseitiges Belauern, wer mehr Leistung erbringt. Wenn man es aufteilt, dann muss eben auch die Folge sein, dass derjenige, der beruflich zurücksteckt eine gewisse Versorgung erhält.

Meiner Meinung nach wird gerade in dem radikalen Teil des Maskulismus zu häufig darauf abgestellt, dass die Frau quasi den Mann erpresst für ihn zu arbeiten und er dies eigentlich gar nicht will, sie sich also quasi als Parasit an ihm bereichert. Tatsächlich entspricht diese Sicht jedenfalls für die meisten Ehen eher einer Wahnvorstellung bzw einem Feindbild gegen Frauen, denn viele Männer wählen innerhalb der funktionierenden Beziehung ganz bewusst diese Vorgehensweise, weil sie sie für die Beste für ihre Kinder halten.

„Fast zwei Drittel aller Männer in Deutschland finden, dass es mit der Gleichberechtigung mittlerweile reicht“

Der Spiegel berichtet über eine Studie zur Situation der Geschlechter mit einem Hauptaugenmerk auf Männern. Die Studie selbst findet sich hier.

Aus dem Artikel:

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage: 64 Prozent der Männer sind der Meinung, dass es mit der Gleichberechtigung der Frauen in Deutschland mittlerweile reicht. Ein Teil von ihnen – 28 Prozent – findet sogar, dass bei der Gleichberechtigung übertrieben wird. Und sechs Prozent der Befragten fühlen sich bereits benachteiligt.

64 % die meinen, dass Gleichberechtigung herrscht und weiteres zuviel wäre, dass ist durchaus ein großes Potential für eine Männerbewegung. Wobei dann eben auch die Meinung vorliegen müsste, dass man verhindern sollte, dass es mehr wird.

Zur beruflichen Situation das Folgende:

Laut der Studie steht für viele Männer die Karriere im Vordergrund, der Hausmann ist dagegen ein Exot:

  • Teilzeit kommt für 62 Prozent der Männer nicht in Frage
  • 66 Prozent der Frauen wünschen sich jedoch, dass Männer viele Aufgaben im Haushalt und der Familie übernehmen
  • Andererseits ist es für 52 Prozent der Frauen aber weiterhin auch sehr wichtig, dass Männer im Beruf erfolgreich sind

Frauen stellen also doppelte Ansprüche an Männer – und überfordern sie damit offenbar. Jeder dritte Mann gab bei der Befragung an, den an sie gestellten Erwartungen nicht gewachsen zu sein. Bei den Singles hatte sogar jeder zweite Befragte dieses Gefühl.

Man beachte, das es für 52% der Frauen sehr wichtig ist, dazu können also noch welche kommen, denen es nur wichtig ist.

In der Studie sind noch einige interessante Daten, gerade auch zu den Erwartungen an den Partner.

Was findet ihr dort interessant?

 

Wie wirken sich Kinder auf den Wert auf den Partnermarkt aus?

Ein Freund von mir war recht lange Single, jetzt hat er schon seit einiger Zeit eine neue Freundin. Sie hat allerdings schon zwei Kinder aus erster Ehe. Er könnte sich glaube ich gut vorstellen, dass es etwas ernstes wird, sie leben zusammen, nachdem sie es anfangs recht langsam haben angehen lassen, auch wegen der Kinder und er versteht sich inzwischen auch mit ihnen gut.

Aber es bringt einem natürlich zum Nachdenken über die Situation.

Sie sagt beispielsweise, dass sie mit zweit Kindern ihre Familienplanung abgeschlossen hat, er selbst hat noch keins. Er müsste also effektiv auf eigene Kinder verzichten, auch wenn er natürlich Kinder um sich hätte und ein gutes Verhältnis zu ihnen aufbauen kann. Aber für den Fall einer Trennung würde es das für ihn eher noch schwerer machen, er hätte ja allenfalls ein relativ schwaches Umgangsrecht, dass er sich auch noch mit dem leiblichen Vater teilen müsste.

Für mich selbst wäre es schon gegenwärtig ein ziemlicher Ausschlußgrund, ich wäre zuversichtlich eine andere Frau ohne Kinder kennen zu lernen und würde mich insofern nur unter ganz besonderen Bedingungen darauf einlassen. Ich könnte mir vorstellen, dass viele Männer so denken und bei Frauen mit Kind erst einmal einen gewissen Abstrich machen, bei ansonsten gleichen Qualitäten in jedem Fall die Frau ohne Kinder vorziehen. Insofern kann aus einer sehr attraktiven Frau mit hohem Partnerwert eine Frau mit durchschnittlichen oder schlechten Partnerwert werden. Ich vermute, dass sich dadurch die Optionen erheblich einschränken oder diese eben ebenfalls Abstriche auf dem Partnermarkt hinnehmen müssen.

Was ich mir als Kombination gut vorstellen kann, ist wenn beide ein Kind haben. Da sind gute Optionen für eine Gleichwertigkeit gegeben.

Andere Probleme, die ich mir gut vorstellen kann:

  • der neue Partner wird von den Kindern nicht akzeptiert
  • gerade der Mann hat entsprechende finanzielle Altlasten über Unterhalt
  • der Umgang mit dem alten Partner führt zu Problemen in der neuen Beziehung
  • man muss zwangsläufig die neuen Kinder mitfinanzieren bei Urlaub etc,
  • Anfangsschwierigkeiten, weil der Partner mit Kindern besonders vorsichtig ist, damit sich die Kinder nicht an jemanden gewöhnen, mit dem es dann nicht klappt
  • Bevorzugung der eigenen Kinder
  • Eifersucht der „alten“ Kinder auf gemeinsame neue Kinder
  • Umgangskontakte können die Beziehung zusätzlich erschweren

Wie sind eure Erfahrungen mit dieser Konstellation? Ich habe mal nach Studien gesucht, aber keine gefunden. Wer eine kennt, der kann sie ja in den Kommentaren posten. Mich würde es interessieren, wie sich der erste Partner und der Partner, der sie/Ihn mit Kind nimmt, unterscheiden.

Jäger und Sammler: Frauen als Jägerinnen?

In der FAZ ist ein Artikel, der sich mit „anti-emanzipatorischen Argumente für Steinzeit für immer“ beschäftigt. Dort heißt es zur Jagd:

Was nämlich spricht dagegen, dass auch Frauen jagten? Nichts. Das ist schon die ganze Antwort. Niemand weiß, wer die Speere oder Lanzen benutzt hat, die gefunden worden sind, möglich ist alles. Zu schwach? Zu viel Arbeit mit den Kindern? „Jagende Frauen“, sagt Miriam Haidle, Paläoanthropologin und Koordinatorin eines Forschungsprojekts über kulturelle Evolution an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, „sind weltweit ethnographisch belegt, von der Polarregion, Nordamerika, Südamerika, Afrika, Asien, Australien.“ Der Grad der Beteiligung an der Jagd sei veränderlich, „von einzelnen bis zur Mehrheit der Frauen, die Beute reicht in der Regel von Kleinwild bis Mittelwild“.

Zunächst kommt es natürlich darauf an, was man unter Jagen versteht. Kleinwild jagen ist etwas anderes als größeres Wild jagen. 

Bei größeren Wild spricht in der Tat zunächst die Körperkraft dagegen:  Eine lange Zeit erfolgte die Jagd mit einem Stoßspeer, Fernkampfwaffen sind relativ jung. Mit einer Waffe nahe an ein größeres Tier heranzugehen und eine Waffe direkt einzusetzen erfordert einiges an Kraft und hat ein hohes Verletzungsrisiko.

Hier ein paar körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau:

  • Männer wiegen etwa 15% mehr als Frauen
  • Männer sind im Schnitt 15 cm größer als Frauen
  • Der Oberkörper von Männern ist im Schnitt 40-50% stärker
  • der Unterkörper von Männern ist im Schnitt 30% stärker
  • Männer haben relativ zu ihrer Körpergröße mehr Lungenvolumen (ca. 30%)
  • Ellenbogen und Knie sind beim Mann c42-60% stärker
  • die Haut von Männern ist dicker und fettiger
  • Männer haben mehr Körperbehaarung als Frauen
  • Männer haben im Schnitt 5,2 Millionen rote Blutkörperchen pro Kubikmililiter, Frauen 4,6 Millionen
  • Männer haben mehr Hämoglobin als Frauen und können daher mehr Sauerstoff speichern
  • Männer haben im Verhältnis zu ihrem Körper ein um 10% größeres Herz
  • Männer haben stärkere Knochen
  • Frauen wandeln mehr ihrer Nahrung in Fett um, Männern mehr in Muskeln
  • Männer können mehr Hitze abgeben, weil sie mehr Schweißdrüsen haben
  • Frauen haben mehr weiße Blutkörperchen (bessere Imunabwehr)
  • Männer haben mehr Gerinnungsfaktoren und Inhibitoren im Blut (schnellere Wundheilung)

Man sieht also, dass Männer im Verhältnis zu Frauen wesentlich besser auf körperliche Auseinandersetzungen, sowohl mit Tieren als auch mit anderen Menschen, abgestimmt sind. Sie haben im schnitt deutlich mehr Kraft, sind stabiler gebaut, können mehr Sauerstoff ins Blut bringen, heilen schneller. All das kann sich nur entwickeln, wenn es einen Selektionsvorteil bringt, und all diese Umstände bringen Vorteile bei der Jagd.

Auch mit Wurfwaffen und Schußwaffen wird das Bild nicht besser:

Bei Wurfwaffen wie Speeren ist erhebliche Körperkraft erforderlich, um das Tier damit zu verletzen. Auch hier spricht gerade die im Schnitt erheblich größere Kraft im Oberkörper für eine Selektion durch Jagd. Hinzu kommen Vorteile der Männer durch die im Schnitt besseren Fähigkeiten beim räumlichen Denken, was die Zielgenauigkeit erhöht. Alle Sportarten, die die genaue Platzierung eines Geschosses oder die Berechnung einer Flugbahn erfordern sind üblicherweise deutlich männlich besetzt, beispielsweise Dart ist recht fest in männlicher Hand, obwohl die Körperkraft hier letztendlich keine Rolle spielen wird. (Natürlich wird es immer wieder ein großartige Dartspielerin geben, aber eben seltener als einen männlichen Dartspieler). Ein Bogen mag danach weniger Kraft erfordern, Frauen werden ihre Stärken dennoch eher in anderen Bereichen gesehen haben.

Hinzu kommt, dass bei nahezu allen Naturvölkern die wir heute kennen Jagd eine männliche Angelegenheit ist, lediglich Kleintierjagd wird auch von Frauen betrieben.

Hier eine Tabelle dazu:

Tätigkeiten Männer Frauen

Tätigkeiten Männer Frauen

Wie man sieht ist in den meisten Völkern die Jagd auf große Tiere Männersache, die Jagd auf kleine Tiere wird auch von Frauen vorgenommen.

Dazu allerdings im Artikel:

Eines der prominentesten Beispiele sind die Agta, ein Volk, das auf den Philippinen lebt. Die Frauen tragen Macheten, sie jagen mit Pfeil und Bogen, auch dann noch, wenn sie schwanger sind. Die Beute sind Wildschweine und Hirsche, die Mädchen fangen kurz nach der Pubertät mit dem Jagen an. Kinder werden auch mitgenommen, huckepack auf dem Rücken.

Dazu ist zunächst anzumerken, dass es natürlich immer wieder Kulturen geben kann, in denen Frau Jagd betreiben. Gerade wenn das Sammeln in dieser Gegend wenig ergiebig ist, die Jagd aber schon, dann kann dies dazu führen, dass entsprechende Regeln geändert werden, damit man genug Nahrung hat. Es wird aber den meisten einleuchten, dass eine Jagd mit einem Kleinkind auf dem Rücken oder schwanger nicht gerade ideal ist. Man kann sich nicht anschleichen, weil das Kind vielleicht schreit. Das Kind kann verletzt werden. Es hindert beim Jagen und beim Benutzen der Waffe. Die Verletzungsgefahr für Mutter und Kind ist damit sehr hoch bei einer solchen Jagd. Es spricht damit einiges dafür, dass diese Tätigkeit häufiger und regelmäßiger von Männer ausgeübt wurde.

Insbesondere ist zu bedenken, dass in der Steinzeit zum einen wesentlich mehr Großwild vorhanden war. Wo auch immer der Mensch hin kam folgte ein Aussterben dieser großen Landtiere, so dass man vermuten darf, dass diese der Großwildjagd zum Opfer fielen.

Und zum anderen waren auch wesentlich gefährlichere sonstige Tiere unterwegs, die Menschen ebenfalls als Beute angesehen haben und die Jagd zusätzlich gefährlich machten.

Allerdings scheinen auch die Berichte über die Agta überholt zu sein:

The Agta of the Philippines are often cited as evidence that women can hunt as proficiently as men, despite encumbrances of childcare. In fact, many forager women, including Ache and Hiwi, participate in hunting activities. However, women rarely make kills of medium-sized or large game; instead, they engage in activities that help men hunt successfully. In contrast, Agta women hunt with bows and arrows and kill the same prey as do men. The Agta data are important because they indicate conditions under which women may actively hunt. However, fewer than 100 Agta women claimed to have ever hunted from a population of about 9,000 on Luzon Island (P. B. Griffin and T. Headland, personal communication). Most women who reported having hunted were no longer hunting during the ethnographic observation period, and most late-twentieth-century Agta had never heard of women hunters (P. B. Griffin and T. Headland, personal communication). Hunting production data exist for a sample of only six women hunters (Goodman et al. 1985), and available data suggest several patterns relevant to women’s hunting:

(1) carbohydrate resources provided low returns and were rarely encountered;

(2) meat was traded for carbohydrates at a favorable rate;

(3) fertility and ratios of dependent children to adults were low, with high availability of alloparents;

(4) women who hunted were often sterile or postreproductive;

(5) all women’s kills resulted from hunting with dogs; and

(6) women’s hunting always took place less than 5 km from camp, allowing rapid return to dependent offspring (Estioko-Griffin 1985, 1986; Goodman et al. 1985).

The first three points may explain why African Pygmy women participate in communal net and bow hunting activities. Dogs immobilize Agta prey, perhaps explaining why they regularly dispatch prey without men whereas Hiwi and Ache women rarely do. No study of Agta women hunters has examined whether active hunting is related to women’s reproductive status at the time of hunting, but anecdotes suggest that women hunted infrequently or not at all when pregnant or lactating (Estioko-Griffin 1986, 42).14

Das bestätigt also im wesentlichen das oben gesagte.

Dann weiter in dem Ursprungstext.

Umgekehrt gibt es natürlich auch in vielen Kulturen sammelnde Männer. Sammler, Frauen wie Männer, brauchen Gefäße, Taschen, Mörser, Messer, sie müssen wie Jäger ausschwärmen und beobachten, es spricht also auch nichts dafür, dass Sammeln kein Motor für Erfindungen sein kann.

Richtig ist, dass auch Männer gesammelt haben. Das dürfte schon damit zusammen hängen, dass Jagdbeute unsicherer ist als das Sammeln von essbaren Pflanzen. Aber das bedeutet nicht, dass bei Männern nicht dennoch eine Selektion auf bessere Jagdeigenschaften eingetreten sein kann.

Der oben für die Grafik bereits zitierte Artikel beleuchtet Gründe für die Jagd:

The role of men in hunter-gatherer societies has been subject to vigorous debate over the past 15 years. The proposal that men hunt wild game as a form of status signaling or “showing off” to provide reproductive benefits to the hunter challenges the traditional view that men hunt to provision their families. Two broad assumptions underlie the signaling view: (1) hunting is a poor means of obtaining food, and (2) hunted game is a public good shared widely with others and without expectation of future reciprocation. If hunters lack the ability to direct food shares and obtain subsequent benefits contingent on redistribution, then the ubiquitous observations of male hunting and universal pair-bonding cannot be explained from a perspective that emphasizes kin provisioning and a division of labor. Here we show that there is little empirical support for the view that men hunt for signaling benefits alone. The ethnographic record depicts a more complex relationship between food sharing patterns, subsistence strategies, mating, and the sexual division of labor. We present a framework incorporating trade-offs between mating and subsistence strategies in an economic bargaining context that contributes to understanding men’s and women’s roles in huntergatherer societies.

Quelle: Why Do Men Hunt? A Reevaluation of “Man the Hunter” and the Sexual Division of Labor

Aus der Studie:

On average, men contribute about 65% of the calories and 85% of the protein to the forager diet (Kaplan et al. 2000; Marlowe 2001).

Das zeigt auch, dass Fleisch gerade als Proteinquelle wichtig war und Jagd einiges an Kalorien lieferte.

Zu der Frage, inwieweit es bei der Jagd um „Brautwerbung“ oder schlicht Nahrung geht heißt es dort:

The provisioning pathways may favor hunting in most societies, but commitment to hunting is reinforced by the signaling payoffs that aid in mating success and coalition building. Hunting may be ubiquitous among men cross-culturally precisely because of the multiple pathways by which it affects fitness via both private and household gains. Both early historical focus on family provisioning and recent emphasis on mating payoffs provide only partial explanations for why men hunt. We have described a model of the sexual division of labor in which men hunt and women gather because of maternal constraints, long learning periods for many foraging activities, and male comparative advantage combined with the goal of providing a diverse multinutrient diet. Furthermore, men’s hunting production is not lost through sharing but is biased toward family members and channeled to others strategically via contingent reciprocity, social insurance, “cooperative breeding,” and costly display. Other models that emphasize political goals, enhanced group size, and well-being in the context of intergroup competition deserve careful consideration. Long-term pair-bonds cannot be explained by the signaling model alone because it implies that women should be indifferent to marrying good hunters and men should abandon their wives as their fecundity declines. Men in foraging societies voice concern for spousal and offspring welfare; they engage in daily activities that indicate such concern, especially when spouses are pregnant. Among the Ache, Hiwi and Tsimane, men often take custody of children after maternal death or divorce and provide extensive support. Several scenariobased experiments conducted with Ache and Hadza men witdependents show that they prefer to reside in groups with good hunters who will help provision their families rather than in groups of poor hunters where status signaling opportunities are high (Wood 2006; Wood and Hill 2000). New physiological data on male-female and male-offspring bonding mechanisms and hormones that promote such bonding (e.g., oxytocin, vasopressin, dopamine, decreased testosterone) may demonstrate that human males were designed by natural selection to increase cooperative sentiment with female partners and to help raise highly dependent offspring (Gray et al. 2004). These mechanisms may set humans apart from other apes and may provide a window into the social structure of our hominin ancestors. Undoubtedly, spousal conflicts arise because of male mating goals, and these conflicts may modify men’s behavioral patterns. Rather than continue to argue over monocausal explanations of men’s hunting, new studies should examine how costs and benefits of male mating and parenting investment vary with ecological circumstance, partner status, condition and need of offspring, and availability of substitutable aid. In addition, they should examine how hunting rather than gathering might best meet male goals given the constraints of human social living.

Die Jagd erlaubte den Männern also besser als das Suchen nach Nahrung sowohl ihre „guten Gene“ darstellen zu können und somit Qualitäten zu zeigen als auch genügend Nahrung herbeizuschaffen. Diese Lage machte Jagd für Männer zusätzlich attraktiv.

Betreuungsgeld

Das Bundeskabinett hat das Betreuungsgeld beschlossen. Eine Übersicht gibt eine Artikel in der Augsburger Allgemeinen:

Wer bekommt Betreuungsgeld?

Wer seine kleinen Kinder im Alter von ein oder zwei Jahren nicht in einer öffentlich geförderten Tagesstätte oder Krippe betreuen lässt, kann die Leistung beantragen.

Die Höhe soll wohl erst 100 €, später dann 150 € betragen. Es wird auch ausgezahlt, wenn beide Eltern arbeiten und Dritte das Kind betreuen, etwa ein Aupair-Mädchen.

Was sind die Haupt-Kritikpunkte gegen das Betreuungsgeld?

Kritiker sehen im Betreuungsgeld einen Rückschritt in die Familienpolitik der fünfziger Jahre. Zum einen würden Frauen abgehalten, nach der Geburt eines Kindes bald wieder arbeiten zu gehen. Zudem würden Kinder aus sozial schwachen Familien von Chancen frühkindlicher Bildung ferngehalten. Die Opposition fordert, die für das Betreuungsgeld verwendeten Mittel in den schleppenden Kita-Ausbau zu investieren. Der Regierung wirft sie vor, mit dem Betreuungsgeld auch einer befürchteten Klagewelle nach dem im August 2013 greifenden Rechtsanspruch auf Betreuung vorbeugen zu wollen.

Wie sind die Erfahrungen in anderen Ländern?

In Finnland, Schweden und Norwegen wird seit einigen Jahren Betreuungsgeld gezahlt, die Beträge sind mit monatlich um die 400 Euro viel höher als hierzulande. Doch nach einer Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung sind die Erfahrungen eher negativ: Die Leistungsempfänger seien in allen drei Ländern vor allem «Frauen mit geringer Bildung, niedrigem Einkommen und Migrationshintergrund», heißt es darin. Vor allem Frauen mit schwachen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt wählten diese Möglichkeit.

Mir scheint eine Betreuung in einer Gruppe, also einer Kinderkrippe, ein guter Weg zu sein, um mehr Freiheit für Eltern zu erreichen. Eine Förderung für ein Aupair-Mädchen oder eine andere Drittbetreuung erscheint mir auch sinnvoll. Zusätzliche Mittel, für Kinder, die eh zuhause betreut werden, erscheinen mir aber nicht sehr sinnvoll.

Mich würde es aber andererseits überraschen, wenn sich Frauen mit echten Karrierechancen oder Plänen durch 100 € abhalten lassen würden. Insofern wird da wohl auch ein Schreckgespenst an die Wand gemalt.

Im Ganzen scheint es mir allerdings eher unnötig zu sein. Was meint ihr?