„Wollen wir Frauen das was der Feminismus fordert überhaupt?“

Auf dem Blog Wiase findet sich ein guter Artikel mit dem Titel „Höschen für den Weltfrieden“ in dem die Autorin einige interessante Sachen sagt:

Zu bisher von Männern dominierten Jobs:

Wie viele Frauen wollen so einen Job? Mal Hand auf’s Herz, liebe Mitstreiterinnen, habt Ihr wirklich und wahrhaftig Lust auf 12-Stunden-Tage mit millionenschwerer Verantwortung und dem Burnout, das schon hinter dem nächsten Meeting lauert (und zuhause warten die lieben Kinderlein)? Einigen wir uns mal darauf, daß es Frauen gibt, die das möchten. Aber bei aller Liebe, das sind nie und nimmer die meisten. Das ist ein Nischenproblem.

Das Karriere etwas anstrengendes ist, was man gar nicht will ist ein sehr einfacher Gedanke, der im Feminismus dennoch nie wirklich verwertet wurde. Es gilt eben das strikte Gleichheitsdiktat: Wenn Männer das wollen, dann müssen Frauen es genauso wollen. Was auch nicht näher begründet wird.

Zur Quotenfrau weiter:

Das hat nichts mehr mit den Anfängen des Feminismus zu tun, als es darum ging, allen Frauen die Gleichberechtigung zu erkämpfen. Dann führt halt meinetwegen die Frauenquote ein, obwohl ich davon überhaupt nichts halte. In welcher Führungsposition in männerdominierten Berufen könnte es wohl von Vorteil sein, die Quotenfrau zu sein?

Das Quotenfrau sein es einem nicht einfacher macht, war hier ach schon wiederholt Thema. Man macht sich damit eben gleich den Start schwieriger.

AH, Aufschrei, da ist es doch schon: männerdominierte Berufe! DAS ist doch das Problem erst überhaupt! (Rufen da die Feministinnen.) Ja, Mädels, es gibt männerdominierte Berufe, weil Männer physisch und psychisch anders sind als Frauen. Das ist die verdammte Biologie, die auch der Feminismus nicht bekämpfen kann. Und aus dem gleichen Grund gibt es frauendominierte Berufe (siehe: der komplette Sozialsektor), das wollen wir mal bei der ganzen Debatte auch nicht vergessen. Es ist so: Männer sind im allgemeinen belastbarer, sowohl körperlich als auch psychisch (jedenfalls im Beruf), was in eben diesen hohen Positionen wichtig ist. Männer fassen berufliche Kritik seltener als persönliche Beleidigung auf, was das Arbeitsklima deutlich verbessert. (Das ist eine empirische Beobachtung, unterfüttert mit eigenen Erfahrungen.)

Auch das wäre ja etwas, was viele Frauen vielleicht gar nicht wollen: Abhärten, damit man den Stress aushält. Und das eben auch gegen einen härteren Ton und Wettbewerb.

Und Männer bekommen keine Kinder. Immer noch nicht, diese faulen Schweine. Erklärt mir doch mal, warum ich als profitorientiertes Unternehmen statt eines Mannes eine Frau einstellen sollte, die noch Kinder bekommen möchte (das ist auch ihr gutes Recht, gar keine Frage) und damit zumindest für die Zeit des Mutterschutzes ausfällt? Wenn nicht länger, denn die Mutter ist in den ersten Jahren die wichtigste Bezugsperson für ein Kind, vor allem wenn sie stillt und das sollte sie bittebitte, und auch das ist Biologie und sollte nicht wegen einer vermeintlich wichtigen Karriere als unwichtig abgetan werden. Das Vaterschaftsurlaub-Argument lasse ich also nicht gelten. Hier muß man doch mal als Frau ehrlich zu sich sein und einsehen, daß Kind UND steile Karriere Aufgaben sind, die für 2 bis 3 Leben reichen würden und nun mal nicht in nur eines passen. Jedenfalls nicht, wenn man wenigstens eine davon richtig machen will. (Da kann mir Frau von der Leyen noch so viel erzählen.)

Auch hier ein sehr bekanntes Argument: Alles auf einmal geht eben nicht so einfach und wer eher aussetzt und auch aussetzen will, der wird weniger Karriere machen. Zumindest abseits des öffentlichen Dienstes, der das ignorieren muss.

Überhaupt verlangen wir von unseren Männern inzwischen doch sehr viel mehr, als nur abends ein erlegtes Mammut mitzubringen und nicht in der Höhle zu pupsen. Der Mann soll einfühlsam sein, Geld verdienen (möglichst viel), im Haushalt helfen, die Kinder hüten, trotzdem stark sein und maskulin, aber bitte seine Hormone im Zaum halten und nicht auf Frauenhintern starren, das ziemt sich nicht. Er soll unsere Bedürfnisse kennen und selbst möglichst wenige haben, immerhin ist er ja der Mann. Der Bart muß flauschig weich sein und darf nicht kratzen und der Einkauf trägt sich auch nicht von allein hoch. Und höflich muß er sein! Höflich, ganz wichtig. Platz in der Bahn anbieten und so.

Auch das ist wichtig: Frauen stellen Anforderungen an Männer und „Geld verdienen“ gehört dazu. Und vieles weiteres dazu.

Ja und wir Frauen wollen das auch alles dürfen, wir sind ja jetzt emanzipiert. Wir wollen auch viel Geld verdienen dürfen und einen flauschigen Bart tragen oder zumindest den Einkauf. Wir sind starke Frauen, wir können das auch alles ohne die Männer. Also, wenn wir wollen. Und das entscheiden immer noch wir, wann wir das wollen. Das müssen die Männer dann schon wissen, daß wir das jetzt wollen. Überspitzt: Wenn Frau ein kurzes Röckchen trägt (natürlich nur und ausschließlich für sich selbst), sollen die Männer schon auch kucken, aber nicht SO.

Auch schön gesagt: Die aus meiner Sicht sehr weibliche Sicht, dass sexuelle Signale bewundernd, aber ohne zu stören aufgenommen werden sollen, kommt so eben im Feminismus auch nicht vor.

Also bitte, besinnen wir uns vielleicht wieder auf die Unterschiede in unseren Geschlechtern und nehmen wir sie hin. Nur durch diese Unterschiede funktioniert der ganze Menscheitskram überhaupt. Verstehen wir doch Gleichberechtigung wieder als ein Gut, das jedem unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Religion, Hautfarbe… zuteil werden soll, und nicht als Mittel, Rechte durchzusetzen, von denen letztlich keiner wirklich Gebrauch machen will.

Eine wesentlich abgeklärtere Sicht der Dinge als es die Gender Studies mit diversen Lehrstühlen und Fördergeldern je zustande bringen werden.

„Die Vorstellung von Unabhängigkeit in feministischer Totalität ist so weltfremd wie die Idee vom Einhorn“

Die NZZ stellt das „Problem des Feminismus mit dem Erfolg der Frauen“ dar.

Die Ausgangslage sieht man wie folgt:

Weit bis in das 20. Jahrhundert hinein stand sie nur am Herd, die Frau. Von dem Standpunkt aus sieht und versteht man wenig. In der Schweiz darf sie seit 1971 wählen, in Appenzell Innerrhoden seit 1991. Es ist noch kein ganzes Menschenleben her, dass der Frau die Haustür aufgegangen ist. Unter der Last klischeebehafteter Prägungen hinkt sie nun durch die Welt und hat es schwer. Hilfe!

Als Retter der Frau für viele fragwürdig geworden ist der Mann. An seine Stelle ist der Feminismus getreten. Dieser schenkt zuverlässig die Aufmerksamkeit, die Frauen brauchen. Nur geht der Feminismus dabei mitunter weiter, als manche Frau das möchte. Weist sie ihn dann zurück, wird er aggressiv wie ein in der Eitelkeit gekränkter Macho.

Also das Bild der Frau, die alleine zurecht kommen muss und Hilfe braucht. Der Mann an sich ist da nach dieser Auffassung keine Hilfe, wohl aber der Feminismus mit dem Feindbild Mann, das einem hilft, Scheitern zu dürfen, weil man eben unterdrückt wird.

Gerade hat der Feminismus in der multimedialen Debatte zwei Vertreterinnen der modernen Frau angegriffen, die ihn nicht wollen: die Einzelkämpferin und die Neo-Hausfrau. Das eine geschah in Berlin: Ronja von Rönne, bekennende Egoistin, schreibt seit kurzem für die Tageszeitung «Die Welt». Dort wurde ein Essay von ihr veröffentlicht, der den Titel trug: «Warum mich der Feminismus anekelt». In der Folge wurde sie von einem Shitstorm überzogen bis hin zur Morddrohung.

Der andere Schauplatz, an dem der Feminismus gerade Frauen attackiert, die ihm nicht hörig sind, ist New York: Junge, wohlhabende Mütter und Hausfrauen wurden als «Primaten» beschimpft, weil sie von ihren Ehemännern einen «Hausfrauenbonus» bezahlt bekämen. Schon allein, dass sie zu Hause bleiben, alarmiert Feministinnen. Dass die Damen aber aufgrund ihres Studiums und der Sozialisierung im New York des 21. Jahrhunderts mündig genug sind, um selbst zu entscheiden, geht Feministinnen offenbar nicht in den Kopf.

Man muss eben Feministin sein oder man ist der Fall. Eine andere Positionierung gibt es nicht. Allenfalls darf man noch unwissend sein und zu dumm seine Unterdrückung zu erkennen, denn eine abweichend Lebenswahl ist eben ein Leben, welches nicht sein darf: „Choice Feminism“ ist kein echter Feminismus, weil man in diesem nicht hinreichend Opfer ist, wenn man sich für den falschen Lebenstil entscheidet.

Mit von der Partie sind: Frauen, die nicht mit Männern verglichen werden wollen, Frauen, die nicht immer die gleiche triste Leier vom Frauenleid hören wollen, Frauen ohne Geschichtsbewusstsein und Frauen am politisch rechten Rand. Feminismusverweigerung ist teilweise gekennzeichnet durch Inkompetenz und rückschrittliches Gedankengut. Das gilt aber weder für Ronja von Rönne noch für die reichen Gattinnen von New York. In beiden Fällen handelt es sich um junge und gebildete Frauen, die auf ihre jeweilige Art etwas erreicht haben, mit dem der Feminismus erstaunlich schlecht umgeht: Erfolg.

Einer der Gründe, warum der Feminismus so toxisch ist, dass der einzige Erfolg, der dort akzeptiert ist, der Kampf gegen die Unterdrückung ist. Man darf erfolgreich sein, wenn man es als Kampf gegen das Patriarchat darstellt und darstellen kann. Es einfach als eigene Leistung darzustellen wird aber dem Opfergedanken nicht gerecht.

Erfolg entscheide sich heute daran, ob man eine eigene Vision und Selbstbewusstsein mitbringe. Wenn Frauen keinen Erfolg hätten, liege das oft nicht daran, dass sie benachteiligt würden, sondern dass sie sich den Geschlechterklischees entsprechend verhielten. Damit lenkt von Rönne die Frauenproblematik weg vom Kampf um Quoten und andere Vorteile hin zu einer Verhaltensfrage. Wenn Frauen alle Möglichkeiten haben, aber selber althergebrachten Vorstellungen von Weiblichkeit anhaften, die sie blockieren, dann hilft auch das Gendern nicht weiter. «Eine Frau, die ihren Puppenhaus-Traum vom eigenen Café wahr machen möchte und dabei an selbstgebackenen Karottenkuchen denkt, wird weniger verdienen als ein Mann, der sich vornimmt, in der Gastronomie Karriere zu machen. Wirtschaft ist nicht niedlich», so von Rönne.

 

„Sich den Geschlechterklischees entsprechend verhalten“ IST im Feminismus eben eine Folge der Unterdrückung. Und das man das nicht abschüttelt darf einer Frau nicht vorgeworfen werden und darf auch nicht als einfach dargestellt werden.

Natürlich wäre der Feminismus wesentlich weiter, wenn alle Gender Studies Absolventen statt dessen Maschinenbau studiert hätten. Aber das hätte eben keinen Spass gemacht.

In der Zeit, in der der Feminismus Frauen fertigmacht, die ihn ablehnen, könnte er einmal seine Prämissen überdenken. Überall sieht er die Frauen in der Unabhängigkeit bedroht, notfalls auch im Zerrspiegel: Von Rönne ist das Püppchen der Vorgesetzten, Hausfrauen sind abhängige Wesen ohne Würde. Dabei ist die Vorstellung von Unabhängigkeit in feministischer Totalität bereits weltfremd wie die Idee vom Einhorn. Alle Menschen müssen sich in ein Abhängigkeitsverhältnis begeben, wenn sie vom Leben etwas wollen. Auch Männer sind abhängig vom Geld ihrer Arbeitgeber oder vom Staat. Wollen sie ein Baby, brauchen sie eine Frau. Keine soziale Bewegung wird etwas daran ändern.

Ein Feminismus, der den Menschen nicht als soziales und abhängiges Wesen anerkennt, ist ziemlich dumm. Ein Feminismus, der glückliche oder sogar erfolgreiche Frauen auf Teufel komm raus als Opfer entlarven will, ist ein soziales Problem.

Da ist viele wahres drin.

„Wenn Frauen nicht Feministinnen sind, verstehen sie ihr Leben als Leben zweiter Ordnung“

Antje Schrupp schreibt einen Artikel dazu, dass Frauen nicht per se Feministinnen sind und zur Mitwirkung der Frauen am Patriarchat:

Es ist aber die traurige Wahrheit: Das Patriarchat ist nie einfach die Herrschaft von Männern über Frauen. Sondern überall dort, wo es existiert, kann es auf die Unterstützung von Frauen zählen. Viele Frauen akzeptieren die ihnen zugewiesene Rolle einer Existenz zweiter Ordnung. Einer Existenz, die vom Mann abgeleitet ist. Sie akzeptieren die ihnen zugewiesenen Aufgaben, mehr noch, sie machen sie sich zu Eigen. Und: Sie sind es, die diese Ordnung anderen Frauen gegenüber vertreten, oft unbarmherzig.

Frauen sind nicht von Natur aus Feministinnen, sie müssen es werden, in einem bewussten Akt der Entscheidung, die alte symbolische Ordnung der Vorherrschaft des Männlichen nicht mehr zu akzeptieren. Ob es wahrscheinlicher ist, dass eine Frau diese Entscheidung trifft als ein Mann? Vielleicht, weil der Leidensdruck höher ist, weil sie mehr zu gewinnen hat. Vielleicht aber auch nicht, weil auch der Preis höher ist, den sie bezahlt. Eine Frau hat oft auch mehr zu verlieren.

Finde ich klasse in der Einfachheit der Schuldverlagerung: Dass die Gesellschaft und alles, was einem daran nicht gefällt ein Patriarchat ist, dass ist wohl unumstößliche Wahrheit. Wenn Frauen dann mitmachen, dann eben nur, weil die Frauen sich unterordnen. Warum sollten auch Frauen ganz bewußt an so etwas schmutzigen wie dem Patriarchat (welches dann auch nicht definiert wird und vollkommen vage bleibt) mitarbeiten? Es gibt ja für sie anscheinend keinerlei Vorteile.

Und natürlich hat die Frau da auch mehr zu gewinnen. Was wird allerdings nicht gesagt. Eben so wenig wie etwa eine feministische Gegenwelt beschrieben wird. Klar, der Vorstandsposten gibt mehr Kohle, er kommt aber auch nicht selten mit einer Menge Arbeit, viel Stress etc. Und der Job einer Frau eines Vorstandschefs ist in dieser Welt Unterdrückung. Wie schrecklich das aussehen kann, sieht man zum Beispiel hier an Ursula Piech.

Selbstbestimmte Frauen, die eigene Ziele verfolgen kommen hier nicht vor. Was erstaunlich ist, denn diese Beschreibung macht eigentlich nahezu alle möglichen Lebensweisen für Frauen zu einer Unterordnung: Die Karrierefrau biedert sich dem Patriarchat genauso an wie die Hausfrau, weil beide nach dessen Regeln spielen. Es würde mich interessieren, bei welchen Lebensentwürfen Antje da keine Unterwerfung sieht.

Auch ein weiterer Absatz ist interessant:

Dass es beim Feminismus nicht um einen Kampf von Frauen gegen Männer geht, wird oft gesagt, aber diese Aussage ist zwiespältig. Einerseits ist es natürlich auf eine banale Weise wahr. Trotzdem habe ich dabei ein leichtes Unbehagen, weil dieses „Es geht nicht gegen Männer“ leicht so verstanden werden kann, als sollten wir unsere Radikalität im Zaum halten, um die Männer nicht vor den Kopf zu stoßen, sie einzubeziehen, sie „abzuholen“.

Aber das ist nicht der Punkt. Beim Feminismus geht es aus einem viel schlichteren Grund nicht um einen Kampf von Frauen gegen Männer: Weil viele Frauen einen solchen Kampf gar nicht kämpfen, sondern sich mit dem Bestehenden arrangieren oder es sogar gut finden. Oder weil sie schlicht noch gar nicht auf die Idee gekommen sind, dass sie es überhaupt in Frage stellen könnten. Weil sie, die ja genauso wie die Männer in der herkömmlichen symbolischen Ordnung aufgewachsen und sozialisiert worden sind, vielleicht zwar ein diffuses Unbehagen verspüren, aber dafür bisher keinen politischen Ausdruck gefunden haben.

Der Absatz scheint mir etwas misslungen zu sein: Feministinnen sind ja nach ihrer Auffassung diejenigen, die sich gerade nicht arrangiert haben oder es gut finden. Also können sie auch gegen Männer kämpfen, was ja dann irgendwie als Forderung durchschimmert. Oder ist es kein Kampf gegen Männer, weil es auch ein Kampf gegen Frauen ist, eben gegen die, die sich arrangiert haben?

Feminismus ist die Weigerung, eine gesellschaftliche und kulturelle Ordnung anzuerkennen, die Frauen als vom Mann abgeleitete Wesen versteht. Als Wesen, die nicht ihre eigenen Ziele verfolgen, sondern sozusagen nur über Bande mitspielen: Die die Welt verbessern, indem sie die Männer verbessern, die sich in der Welt behaupten, indem sie Männer imitieren, oder die die Gesetze der Männer anderen Frauen gegenüber exekutieren.

Eine recht sinnlose Definition, zumal die Hauptthese, dass diese Frauen in ihrem Leben keine eigenen Ziele verfolgen, kaum auch nur im Ansatz hinterfragt wird. Was ist, wenn Frauen zB das Ziel haben

  • in einer glücklichen Partnerschaft mit Arbeitssteilung zu leben
  • Mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen
  • Karriere nicht als Ziel sehen, dem sie ihre Lebensqualität unterordnen

All dies sind ja keine Ziele die nicht die eigenen eines Menschen sein können. Und was ist wenn sie beispielsweise sich gar nicht von ihrem Mann ableiten, sondern ebenso Forderungen an diesen stellen, etwa

  • das dieser ein guter Versorger und Beschützer ist
  • das der Mann nebenher noch möglichst sich an der Hausarbeit beteiligt
  • das der Mann auch ansonsten ihr zuarbeitet

Ist es dann eine Ableitung vom Mann, in dem sie leben?

Man kann den Mann verbesseren eben auch als Verlagerung von Tätigkeiten sehen, ein bestimmtes Verhalten nicht als imitieren sehen, sondern als Anpassung an einen Markt oder einen Beruf und dessen Regeln, die man als praktikabel und erfolgsversprechend erkannt hat und die „Gesetze der Männer“ als richtig ansehen, aus eigener Überzeugung, und in einer Demokratie als Gesetze der von einem selbst gewählten Vertreter im Parlament. Man kann auch von Männer gemachte Gesetze als frauenfreundlich und männerbenachteiligend ansehen, weil sich Männer anbiedern, um die Gunst weiblicher Wähler buhlen etc.

Eine Feministin erkennt man nicht an den Inhalten ihrer politischen Forderungen und Ansichten, sondern daran, ob sie aufgehört hat, ihr eigenes Leben (und das Leben anderer Frauen) als eines zweiter Ordnung zu verstehen

Also zB unabhängig von Unterhalt, Zugewinn, Versorgungsausgleich? Aber Spass beiseite: Eine ziemlich arrogante Aussage: Frauen, die ihr eigenes Leben leben, sind also zwangseingemeidet, alle anderen leben ein Leben zweiter Ordnung.

Eine ziemliche Abwertung der wohl nach ihrer Auffassung meisten Frauen.

 

Women against Feminism – Frauen gegen den Feminismus

Women against Feminsm oder Frauen gegen Feminismus ist eine Aktion, die ich sehr schön finde. Darin stellen Frauen dar, warum sie gegen den (vorherrschenden) Feminismus sind.

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Dabei scheinen mir insbesondere die folgenden Argumente häufig vorzukommen

  • Ich bin nicht unterdrückt
  • ich mag Männer und sehe sie nicht als Feind
  • Ich möchte kein Opfer sein
  • Ich fühle mich in traditionellen Geschlechterrollen wohl und möchte deswegen nicht angefeindet werden
  • mir nahestehende Männer wie mein Sohn etc sind nicht der Feind
  • Feminismus ist nicht mehr auf gleiche Rechte ausgerichtet, sondern auf Frauenbevorzugung
  • Es ist unlogisch und geht von Unterdrückung/Diskriminierung aus, wo keine ist.
  • Feministinnen sind zu intolerant und beleidigen einen /greifen einen an, wenn man ihnen nicht zustimmt.

Zudem finden sich auch einige andere schöne Grafiken dort:

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Das traurige Gegenargument des Feminismus ist in der Regel lediglich:

  • Feminismus ist laut Lexikon für Gleichheit und Gerechtigkeit, also sind wir die Guten. Was wir darüber hinaus vertreten ist unbeachtlich
  • Ihr braucht Feminismus, ihr seid Opfer, ihr bemerkt es nur nicht
  • All das könnt ihr überhaupt nur sagen /haben, weil wir Feminsten für eure Rechte kämpfen
  • Wir mögen Männer doch!

Das verkennt natürlich, dass sich Feminismus inzwischen in vielen Ausrichtungen weit von dieser Definition entfernt hat. Es geht eben um eine ganz spezielle Form von Gleichheit und Gerechtigkeit, die stark auf Annahmen einer Unterdrückung von Frauen durch Männer aufbaut und erfordert, dass man Konstruktionen wie das Patriarchat, die Rape Culture, die Privilegierung aller Männer und die Opferrolle aller Frauen ebenso akzeptiert wie solche totalitären Konzepte wie Definitionsmacht etc.

Auf eine echte Argumentation lässt sich der Feminismus nicht ein, er verweist eher trotzig darauf, dass der Feminismus gut, gut, gut ist. Und eben auch darauf, dass man Männer nicht hasst, auch wenn man sie oder eben ihr Verhalten für alles schlechte verantwortlich macht, was auf dieser Welt geschieht. Eigentlich sagen die oben dargestellten Bilder genug aus und wiederlegen diese Argumente hinreichend.

Frauen, die sich gegen den modernen Feminismus aussprechen, werden anscheinend wesentlich mehr wahrgenommen als Männer. Deren Vorteil ist, dass sie der angeblich „unterdrückten Gruppe“ zugehören und insoweit nicht in Verdacht stehen, dass sie direkt davon profitieren. Sich Frauen anzuschließen, die sagen, dass etwas frauenfeindlich ist, ist insofern unverdächtiger.

Aus meiner Sicht schadet das aber nicht. Um so mehr Leute erkennen, dass Feminismus eben nicht einfach nur Gleichberechtigung ist, um so besser. Aktionen dieser Art zeigen insofern auch, warum es sich lohnt, Frauen nicht als Feinde wahrzunehmen.

Weitere Artikel dazu:

(Wer weitere hat: gerne in den Kommentaren was dazu schreiben, ich ergänze dann)

Das Anfeinden von Frauen im Maskulismus wegen der Unterstellung feministischer Positionen

Immer wieder Thema hier ist der Umgang mit weiblichen Kommentatoren, bei denen zu häufig ein Schwarz-Weiß-Denken auftreten soll.

Ich halte es ja generell für richtig, möglichst sachlich zu diskutieren, gerade mit Leuten, die andere Auffassungen als man selbst vertreten. Daran versuche ich mich zu halten, wobei es sicherlich auch nicht immer klappt oder jeder meinen Versuch sachlich zu diskutieren, gleich bewertet. Auch mir ist es schon passiert, dass ich jemanden eine Position zugeordnet habe, die er gar nicht vertreten hat, auch wenn ich versuche, dass zu vermeiden und lieber zu fragen, was diejenige eigentlich vertritt.

Ich finde es nämlich selbst häufig nervig, wenn mir Positionen unterstellt werden, die ich gar nicht vertrete, etwa einen Essentialismus bzw. eine pauschale Zuweisung von Eigenschaften nach Geschlecht ohne Differenzierung. Allerdings habe ich dann den Vorteil auf eine recht umfangreiche Sammlung von Artikeln verweisen zu können, was sicherlich ein Vorteil ist. Zudem hat es sich als recht effektiv herausgestellt deutlich zu betonen, dass man das eben gerade nicht vertritt. Dennoch kann ich verstehen, wenn es Leute abschreckt, sich auf Diskussionen einzulassen.

Der Vorhalt sie als Frau wäre Feministin oder sogar sie als Feministin müsse dies oder jenes vertreten geht aus meiner Sicht vollkommen ins Leere und zeigt allenfalls, dass man ein recht undifferenziertes Feindbild aufgebaut hat. Es gibt genug Gründe für Frauen gegen einen radikalen Feminismus zu sein. Und natürlich erkennen auch viele Frauen das und gleichzeitig die dünnen theoretischen Fundamente, auf denen der radikale Feminismus steht.

Wortschrank hat einmal in einem sehr interessanten Beitrag geschrieben:

Es gibt keine “Masku-Allies”. Es ist ein Paradox für Menschen, die echte Augenhöhe anstreben. Diejenigen, die in meiner Twitterblase als Maskus bezeichnet werden, bestehen gut zur Hälfte aus Männern und Frauen. Aber das Interessante ist: Es spielt eigentlich überhaupt keine Rolle, wer von uns welchem Geschlecht angehört. Wir teilen uns in vielen Themen eine Meinung. Sicher nicht in allen, aber in vielen. Das macht Freunde und Freundeskreise aus und auch, dass man andere Meinungen neben seiner einfach auch erträgt, vielleicht sogar daraus lernt und sich entwickelt.

Und deswegen gibt es keine Masku-Allies, weil wir keine Erwartungshaltung (mehr) gegenüber dem anderen Geschlecht haben und somit auch keinen starren Verhaltenskatalog vorlegen können oder wollen. Bei uns ist die Augenhöhe und Gleichberechtigung schon lange angekommen und gemeinsam haben wir, dass wir jene zur Diskussion herausfordern, die glauben, nur 3000 Jahre Matriarchat seien die richtige Antwort auf 3000 Jahre Patriarchat.

Das wäre etwas, was ich mir auch für Diskussionen hier wünschen würde: Unabhängig vom Geschlecht einfach mal schauen, was derjenige vertritt und Frauen nicht auf eine Rolle wie den Mann im Feminismus zurechtstutzen, in dem er die Klappe zu halten hat zurechtstutzen. Aus den Fehlern des Feminismus lernen und gerade kein Feindbild Frau aufbauen, sondern offen auf die Leute zugehen und mit ihnen diskutieren, auch wenn sie nicht mit einem übereinstimmen. Frauen als Mitstreiter für die gemeinsame Sache ins Boot zu holen hat glaube ich enorme Vorteile für den Maskulismus. Gerade wenn auch Frauen deutlich machen, dass der radikale Feminismus nicht ihre Zustimmung findet und sie maskulistische Ansichten als berechtigt ansehen, dann kann man damit eine erhebliche Hürde überwinden und insbesondere auch den Feindbildaufbau „Die wollen nur Frauen unterdrücken“ erschweren. Gerade damit schreckt man nämlich auch viele Männer ab, sich offiziell für solche Ziele einzusetzen.

Zudem ist eine Bewegung, die sich auf breitere Teile der Gesellschaft stützt eben auch eher erfolgreich.

Und selbst wenn eine Frau hier feministische Theorien vertreten sollte man aus meiner Sicht sachlich mit ihnen diskutieren. Denn gerade dann besteht die beste Möglichkeit für andere Leser die Lücken in den Theorien deutlich zu machen. Ich würde daher jederzeit feministisch Gastbeiträge einstellen, wenn eine Feminstin oder ein Feminist hie seine Sache argumentativ vertreten will, weil ich recht überzeugt davon bin, dass ich gute Gegenargumente finde (und wenn nicht, dann sollte das nicht Grundlage für eine Ausblendung dieser Meinung sein, sondern für ein kritisches Hinterfragen meiner eigenen Meinung). Aber auch gerne einfach eine weibliche Sicht auf die Debatte auf eine bestimmte Position, sei es zum Thema Flirten, Gleichberechtigung oder sonstigen Themen. Ich denke nach wie vor, dass letztendlich eine gesellschaftlich akzeptable Lösung beide Perspektiven berücksichtigen muss.

Natürlich sollten im Gegenzug auch Frauen nicht überempfindlich reagieren, wenn Theorien von ihnen hinterfragt werden oder alles gleich als Angriff auf sich sehen. Hier wäre ein gegenseitiges sachlich werden sicherlich hilfreich für die Diskussion.

Feministische Fehlschlüsse: Kritik am Feminismus ist keine Kritik an Frauen

Leser David stellt einen häufigen feministischen Fehlschluß bzw. eine beliebte Diskursstrategie im Feminismus dar, nach dem Kritik an feministischen Theorien als Kritik an Frauen umgedeutet wird:

Zur Debatte um Rauchen in der Schwangerschaft schrieb er auf einen Kommentar hin:

Typische feminist fallacy: Kritik am Feminismus ist Kritik an Frauen.

Die allerwenigsten Frauen betrifft das. Frauen sind die größten Gegner von verantwortlungslosem und kindsschädigendem Verhalten

Aber für Feministinnen sind ungeborene Kinder nun mal nicht mehr als Zellhaufen, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Während die Mutter natürlich während der Schwangerschaft ganz ganz besonderem Schutz bedarf. Sie ist schließlich schwanger. Nicht der Zellhaufen.

Es ist sozusagen das Gegenstück zu „wenn du für Gleichberechtigung bist, dann bist du Feministin„. Bei beiden wird versucht die Interessen der Frauen deckungsgleich mit den Forderungen des Feminismus darzustellen.

Beides kann aber, wie das Beispiel zeigt, stark voneinander abweichen und wird es auch häufig tun, denn viele Frauen halten ebenfalls nichts von den extremen Gendertheorien und haben ein weit geringeres Feindbild gegenüber Männern als es die Gendertheorien mit ihrem Vorwurf der Rape Culture und der patriarchischen Unterdrückung verlangen.

„Der Feminismus belegt, dass das Patriarchat tot ist“

Cathy Young schreibt in einem Artikel etwas zum gegenwärtigen Zustand des Feminismus und  inwiefern dieser belegt, dass das Patriarchat tot ist:

Sie weißt zutreffend darauf hin, dass viele viele Doppelstandards für beide Geschlechter bestehen:

Gender-based biases are not a one-way street. If women are still stigmatized more for sleeping around, men are stigmatized more for not having enough sex — even by some feminists whose choice insult for sexist men is to imply sexual deprivation. Women may experience more disapproval for delegating child care; men, for failing to be providers. We can endlessly debate whether these norms are rooted in nature or culture and whether they are valuable or harmful (or some mix of both). The fact remains that such double standards are not only perpetuated by men and women alike but, in this day and age, at least as likely to be favorable to women as to men.

Hier ihre Darstellung für Beeinträchtigungen von  Männern.

It’s really not that hard to find instances in which men are judged more harshly than women. Last May, after Arizona woman Jodi Arias was convicted in the brutal murder of her ex-boyfriend, jurors deadlocked on the death sentence because some saw mitigation in her alleged mental and verbal abuse by her victim — despite evidence that Arias was a habitual stalker. Around the same time, when novelist James Lasdun published a book about his nightmarish experience of being cyber-stalked by a former creative writing student whose romantic overtures he had rejected, a review in The New Yorker chided him for failing to admit his attraction to the woman and his role in leading her on. Reverse the genders in either case, and there would be howls of outrage about “victim-blaming.” (Both incidents are also reminders that women aren’t the only victims of abuse and violence from the opposite sex.)

Und schließlich stellt sie darauf ab, dass die Beeinträchtigungen, die teilweise vom Feminismus vorgetragen werden, eher unbedeutende Kleinigkeiten sind, die teilweise genauso von Frauen getragen werden:

Ultimately, the examples of patriarchy at work offered in responses to Rosin prove her point. They consist of complex issues oversimplified into a war on women (such as proposed abortion limits, which women in some cases support more than men); outlandish exaggerations (women can’t walk down the street without getting groped or catcalled); culturally marginal irrelevancies (some ultraconservative Catholic group advising against college education for women); or grievances so petty that it’s hard to tell if they’re satirical or serious. A list of “39 Things We’ll Miss About Patriarchy, Which Is Dead” on New York magazine’s website included “vibrators shaped like cupcakes,” public restroom lines, and men hogging space on public transit. And several writers mentioned “Titstare” — an incident both trivial and revealing of strong societal disapproval of even mild sexism.

Sie tritt dann für einen Feminismus (viele würden wohl eher einen Humanismus sagen) ein, der für beide Geschlechter da ist:

More broadly, I am convinced that if feminism is to have a positive future, it must reinvent itself as a gender equity movement advocating for both sexes and against all sexism. Focusing solely on female disadvantage was perfectly understandable when, whatever paternalistic benefits women might have enjoyed and whatever burdens men might have suffered, women were the ones lacking the basic rights of adult citizens. But today, there is simply no moral or rational justification for any fair-minded feminist to ignore (for instance) the more lenient treatment of female offenders in the justice system or the anti-father biases in family courts. The concept of feminism as equality of the sexes is increasingly on a collision course with feminism as a movement championing women.

Und über den heutigen Feminismus hat sie wenig gutes zu sagen:

In its present form — as a secular cult that should call itself the Sisters of Perpetual Grievance — feminism is far more a part of the problem than part of the solution. It clings to women’s wrongs and turns women’s rights into narcissistic entitlement. It is far too easily prone to bashing men while painting women as insultingly helpless and downplaying their human capacity for cruelty. (The notion that abuse and dominance would not exist without patriarchy is not only naively utopian but utterly sexist.) It is also deeply irrelevant to most women, only 5 percent of whom consider themselves “strong feminists,” even though 82 percent believe that men and women should be social, political, and economic equals.

Der Feminismus als Teil des Problems, der Frauenrechte zu einem narzisstischen Anwartschaftsrecht für Frauen macht und sich in Männer-Bashing verliert, während er Frauen als hilflos und unschuldig präsentiert. Dazu der direkte Vorhalt in einer sexistischen Utopie zu leben, wenn man meint, dass mit der Auflösung des Patriarchats alle Probleme verschwinden. Dazu der Vorhalt, dass der Feminismus für die meisten Frauen schlicht nicht relevant ist, auch wenn diese Gleichberechtigung wollen.

 

http://realclearpolitics.com/articles/2013/09/23/yes_patriarchy_is_dead_the_feminists_prove_it_120031.html#ixzz2fmfvNjuN