Der große Gatsby und die Oneitis

Gerade ist der Klassiker  „Der große Gatsby“ neu verfilmt worden – mit Leonardo DiCaprio als großer Gatsby

Die Handlung entspricht im wesentlichen dem Buch, so dass ich dessen Inhalt wiedergebe

Jay Gatsby, der Protagonist des Romans, ist ein junger Millionär und undurchsichtiger Geschäftsmann. Obwohl er in seinem Haus auf Long Island Tanzpartys für die New Yorker Gesellschaft veranstaltet, ist er einsam. Alles, was er möchte, ist, die Vergangenheit zurückzuholen und wieder mit der Liebe seines Lebens, Daisy, zusammen zu sein. Aber in der Zeit, in der Gatsby in Frankreich im Ersten Weltkrieg kämpfte, heiratete Daisy den Millionär und Ex-Footballspieler Tom Buchanan und gebar eine Tochter mit dem Namen Pammy.

Der Ich-Erzähler der Geschichte ist Nick Carraway (Cousin zweiten Grades von Daisy), ein junger Aktienmakler, der in das alte Nachbarhaus von Gatsby einzieht.

Daisy ist zwischen ihrem Ehemann Tom Buchanan und Gatsby hin- und hergerissen, bis sie am Steuer von Gatsbys neuem Auto einen Unfall verursacht, bei dem Myrtle Wilson, Toms Geliebte, stirbt. Gatsby will aus Liebe die Schuld auf sich nehmen. Tom gibt Myrtles verzweifeltem Ehemann, George Wilson, den Hinweis, dass Gatsby der Besitzer des Unfallwagens sei. Daraus schließt Wilson, Gatsby habe den Unfall verursacht. Daraufhin erschießt Wilson Gatsby und anschließend sich selbst. Zu Gatsbys Beerdigung erscheint niemand außer dem Erzähler Nick und Gatsbys Vater, Henry C. Gatz (Gatsbys echter Name war James Gatz), sowie ein Charakter, der sich zuvor in seltsamer Weise über die „Echtheit“ der Bücher in Gatsbys Bibliothek äußerte und durch sein eigenartiges Auftreten eine Art Schlüsselrolle – insbesondere im Interpretationsversuch im Hinblick auf Gatsbys Bildung – spielt.

Wie man hier sieht macht Gatsby alles, was er tut, nur für seine geliebte Daisy, die ihn bereits im wesentlichen vergessen hatte. Er betet sie an, stellt sie auf ein Podest, vergöttert sie. Er hat das Haus gebaut, damit es ihr gefällt, er schaut sehnsüchtig zu ihr hinüber auf die andere Flussseite, er sucht die Nähe von Leuten, die ihn mit ihr zusammen bringen können, er versucht ihr alles recht zumachen, ist nervös, freut sich, dass er auf das grüne Licht vor ihrem Steg auf der anderen Flussseite schauen kann. Er veranstaltet die bei ihm stattfindenden Parties nur, damit auch sie einmal ihren Weg zu ihm findet. Sobald sie da ist, will er ihr beweisen, dass er gut genug für sie ist, qualifiziert sich die ganze Zeit selbst, während sie – obwohl bei ihr keinerlei besondere Tiefen zu erkennen sind – eh schon perfekt ist.

In allen Szenen, die nichts mit ihr zu tun haben ist er ein Alphamann, kommt sie dazu wird er zum Beta, der sich ihr zu Füßen wirft.

Er würde weitaus creepier wirken, wenn er nicht gleichzeitig dabei soviel Status aufgebaut hat und sie selbst eher nichts besonderes vorzuweisen hat.

Er glaubt, dass auch sie immer nur ihn geliebt hat, was angesichts der Zeit schon unwahrscheinlich ist.

Sein Gegenspieler, der Mann von Daisy, setzt demnach auch gleich auf eine radikalere Strategie:

Er demontiert dessen Status, zeigt, dass er nur ein Emporkömmling, der zudem mit der Mafia in Verbindung steht und provoziert ihn, was auch gut aufgeht. Er setzt noch ein Costly Signal drauf, indem er ihn nach der Demontage als so schwach ansieht, dass er ihn Daisy nach Hause fahren lässt.

Sogar in seiner Niederlage bleibt Gatsby ein Beta. Er übernimmt die Schuld für einen Unfall von Daisy, für eine Frau, die ihm gerade einen Korb gegeben hat.