Die 32 verschiedenen Typen von Antifeminismus

Auf der Seite Everyday Feminism werden die 32 verschiedenen Typen von Antifeminismus dargestellt:

32 verschiedene Typen von Antiifeminist

32 verschiedene Typen von Antifeminist

Das sind natürlich alles ziemliche Strohmänner, dennoch interessant für eine Besprechung.

Für die Zuordnung schlage ich das System „Reihe X, Bild Y“ vor. Reihe 7, Bild 4 wäre demnach die Karrikatur von Hoff-Sommers (oder wer da auch immer Vorbild gewesen sein sollte). Das Strohmannige ist hier, dass man es erstens recht problemlos auf Feministinnen übertragen könnte „Männer sind das das Böse, oh ein neuer Buchdeal/eine Position als Schreiberin/eine Einladung zu einer Talkshow“ etc. Interessant auch Reihe 3, Bild 1, die Frau, die Männer nicht hasst. Natürlich ist teilweise auch etwas Wahrheit vorhanden, sicherlich gibt es dort auch genug Verbitterte und Weltverschwörer und solche, die das Abendland untergehen sehen. Dennoch recht plump, hier anscheinend jede Form der Kritik zu entwerten.

Es gibt auch schon eine „korrigierte Version“ im Netz, die ich hier nicht vorenthalten möchte:

32 Typen von Antifeminismus

32 Typen von Antifeminismus

Der Versuch, mit dem „Antifeminismus“ einen Straftatbestand des Denkens zu etablieren zeigt, wie rasch dem Feminismus die Felle davon geschwommen sind“

In der Cicero wird der Emma-Artikel von Luise Pusch kommentiert. Der wesentliche Rant-Teil:

Feministinnen: Das waren einmal Frauen, die sich sehr für die Sache ihres Geschlechts einsetzten, Frauen, die hartnäckig und mitunter gewitzt und manchmal gelehrt dafür warben, die Hälfte von allem zu bekommen, weil sie nun einmal die Hälfte der Weltbevölkerung stellten. Ich gestehe, dass ich mir bis zuletzt Sympathien für diesen Menschenschlag bewahrt habe. Warum, dachte ich bis zuletzt, sollen kämpferische Frauen sich nicht über alles beschweren, was ihnen der Beschwerde wert erscheint? Feministinnen haben gerade so ein Recht, mir auf die Nerven zu gehen, wie es Veganer, Castingshow-Moderatoren oder Topmodels haben.

Das viele mit einer gewissen Sympathie zum Feminismus starten, die dann bei näherer Beschäftigung verfliegt, ist ja nichts neues. Es ist aus meiner Sicht auch ein gutes Argument dafür, warum man auf konkrete feministische Theorie eingehen sollte und sie entsprechend darstellen sollte: Sie ist leider viel zu unbekannt und das kommt ihr zugute, weil viele eben mit dem gegenwärtig betriebenen Feminismus immer noch ein berechtigtes Einsetzen für Frauenrechte verbinden.

Seit der vergangenen Woche aber ist der Feminismus in seine historische Phase eingetreten. Nur im Museum (und an manchen Universitäten, was manchmal dasselbe ist) können wir ihm künftig begegnen. Er hat sich aus der Gegenwart ebenso entschlossen verabschiedet wie aus dem Raum des Argumentierens und Räsonierens. Er hat nur Ressentiments und Rückzugsgefechte zu bieten. Der mittlerweile berüchtigte, bei der „Emma“ veröffentlichte, Kommentar zur „Germanwings“-Katastrophe und eine Notiz aus der akademischen Welt der Berliner Freien Universität lassen kaum einen Zweifel: Feminismus, das war einmal. Ihn heute noch ernstnehmen, hieße bei den Kelten anfragen, wie man zum Mars gelangt.

 Das ist ja mal eine durchaus positive Sicht der Dinge, wobei das „Rückzugsgefecht“ mir da nicht so klar erscheint. Der Genderfeminismus ist eben auch zu einem gewissen Teil etabliert, mit Gender Studies existiert ein eigener Studiengang, an dem entsprechendes gelehrt wird. Und der Genderfeminismus kann sich auch relativ leicht von dem EMMA-Artikel distanzieren, den die EMMA wird als Vertreterin eines alten Feminismus gesehen, der noch nicht hinreichend Intersektionalismus und Privilegientheorie etc berücksichtigt, der bei Beauvoir stehengeblieben ist, die einen unmittelbareren Kampf der Männer gegen die Frauen sieht, wo der moderne Genderfeminismus einen Kampf gegen gesellschaftliche Regeln sieht, der weiter gefasst ist.

Dass ein solcher Setzkasten-Feminismus, der selbst tragischste Phänomene durch die Brille des Geschlechtermachtkampfes betrachtet, der die Gegenwart also einteilt in Geländegewinne und Geländeverluste, dieser Gegenwart keine Fingerzeige geben kann, liegt auf der Hand. So ist es vielleicht logisch, dass die Freie Universität Berlin zum feministischen Rückzug auf Raten bläst. Eine 1981 gegründete „Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung“ (ZEFG) hat ein neues, ein letztes Arbeitsfeld entdeckt: den Kampf gegen den „Antifeminismus“.

Das ist ein interessanter Schwenk hin zu neuen Beschäftigungsfeldern. In der Tat braucht der Feminismus neue Feinde, an denen er sich abarbeiten kann, denn der Feminismus braucht ein Bedrohungsszenario. Es ist insofern kein Wunder, dass sich viele Shitstorms an immer neuen Kleinigkeiten entzünden, an Hemden, an Smoothies, aber auch eben an Gruppen wie „Gamern“ oder noch besser an direkt kritischen Gruppen wie Antifeministen. Wer einen Feind hat, der hat Bedeutung, der kann zudem über eine Darstellung der Schlechtigkeit des Feindes deutlich machen, dass man dann wohl im Umkehrschluss der Gute sein muss, was eben, wenn man kaum andere Inhalte hat, die für Frauen ansonsten relevant sind, wichtig ist.

Nicht mehr also soll konstruktiv und staatlich alimentiert eine „gerechtere Partizipation von Wissenschaftlerinnen“ – ohne Binnen-I, versteht sich – an der Universität erreicht werden. So steht es als Reminiszenz im Selbstbild des ZEFG. Defensive ist jetzt angesagt und Destruktion. Die „Antifeministen“ werden als der neue Feind ausgemacht. Ihnen, den Kritikern von Gender und Gleichstellung,widmet das ZEFG ein „Werkstattgespräch“ mit klarer Zielsetzung: Feministische „Gegenstrategien“ sollen gefunden werden, denn „Antifeministen“ tun schlimme Dinge.

Mit dem „Antifeminismus“ hat der akademische Feminismus, noch immer staatlich alimentiert, eine finale Spielwiese gefunden. Er definiert sich nun im Gegenüber, im Kontra, im Ablehnen, nicht länger im Aufbauen und Fordern. Er kapituliert vor seinen eigenen Ansprüchen. Der Versuch, mit dem „Antifeminismus“ einen Straftatbestand des Denkens zu etablieren, ein künftiges hate crime, zeigt, wie rasch und endgültig dem Feminismus die Felle davon geschwommen sind. Er will drohen statt argumentieren, netzwerken statt aufklären. Die Rückverwandlung feministischer Wissenschaft ins Parolen- und Radaumachen, in den kommunardenhaften Agitprop also, ist der eine Knall zu viel, mit dem nun der ganze Luftballon zerstiebt. Friede seinen Fetzinnen.

Feministisch würde man wohl sagen, dass es eben ganz nach der feministisch-poststrukturalistischen Interpretation nach Derrida um Raumeinnahme geht. Es ist nicht wichtig, was man sagt, es geht darum, Positionen zu beziehen und die andere Position auszugrenzen. In einem theoretischen Gerüst, welches Inhalte egal sein lässt, solange sie mehr Raum einnehmen, in dem die Annahme besteht, dass Menschen reine soziale Schwämme sind, die aufsaugen, was immer ihnen die Gesellschaft vorgibt, ist es logisch, dass man, wenn man erst einmal die Deutungshoheit hat, alles daran setzt, dass der andere nicht zu Wort kommt, ihn gar nicht erst hochkommen lassen will.

Um so mehr der Feminismus so agiert, um so mehr ist es angezeigt ihn entsprechend darzustellen. Irgendwann werden die Tabus den Leuten zu albern.

„Abschiedsbrief an den Feminismus“

Rachael Lefler schreibt einen Abschiedsbrief an den Feminismus, was doch ein guter Weg ist das Jahr ausklingen zu lassen:

Da spricht sie einige gute Punkte an, zB den feministischen Mythos, dass Unterschiede = Unterdrückung sind, weil alle Unterschiede soziale Konstruktionen als Ursache haben.

Predominantly, I think that the biggest feminist myth is that women and men are not significantly different in psychological makeup. Therefore, everything, and good Lord I mean everything that women do that men do not do, and vice versa, are criticized as a result of sexist culture, rather than what they usually really amount to, which are biologically-based sex differences. See, biology does not just simply boil down to „some people have penises, some people have vaginas“. It really does impact everything about being human, from hair growth, bone and muscular structure, to yes, behavioral traits. And to me, it’s simply dishonest of feminists to put everything under the umbrella of patriarchy theory, when there are sex-based differences in psychology and behavior. I do not think these differences ought to result necessarily in discrimination, in fact, I think that because of these differences, women and men complement each other and should share in power equally in society.

Der Gedanke, dass Unterschiede im Verhalten und in sonstigen Punkten immer das Ergebnis von Macht und Unterdrückung oder sozialen Strukturen sein muss, ist in der Tat eine sehr simple Sicht der Dinge, die allerdings den Vorteil hat, dass man sich sehr einfach als Opfer generieren kann.
Ihr eigenes „weil sie sich so gut ergänzen sollten sie auch die Macht in der Gesellschaft in gleicher Weise teilen“ ist zwar auch etwas inkonsequent, aber das ist eine andere Sache.

Der zweite Punkt ist das Berufen auf die Lexikondefinition des Feminismus (dazu hatte ich auch bereits einen Artikel):

Basically the line has become something of a cliche response to whenever women, or anyone, criticized feminism. They’ll point to the dictionary definition of feminism and say, hey, if you think men and women deserve equal legal treatment or equal political rights, you’re already a feminist!

To me, this is as dumb as saying „ISIS follows Islam, if you follow Islam, congratulations, you’re already a member of ISIS!“. If feminism were just about gender equality, I think more than 90% of people would be feminists. But feminism describes stances on many political issues. I used to like feminist Jessica Valenti for her book „He’s a Stud, She’s a Slut“, which was about gender-based double standards common in society. But Jessica does NOT think feminism means mere equality, and when you read feminist blogs, or watch feminist Youtube videos, it becomes apparent that that is not what they’re about.

Eine ähnliche Argumentation, die diesen Unterschied hervorhebt, hatte ich hier bereits hier zitiert. Es ist beretis dann, wenn man tatsächlich meint, dass Feminismus für Gleichberechtigung ist (und sonst keine Forderungen hat) ein klassischer „Alle VW Golfs sind Autos, aber nicht alle Autos sind Golfs“-Fehlschluss. Allerdings kommt eben noch hinzu, dass der moderne Feminismus eine Vielzahl weiterer Forderungen und Theorien aufgestellt hat, die über diese Aussagen weit hinaus gehen und eher Gruppendenken, Feindbildaufbau und Verantwortungsverschiebung bewirken als einen Kampf um tatsächliche Gerechtigkeit.

Weiter geht es mit der Darstellung, dass Feminismus eine Ideologie ist, die Andersdenkende ausschließt:

Feminism is an ideology and a worldview. Feminists reject people who don’t agree with the majority on matters such as abortion, taxpayer-funded birth control, patriarchy theory, and people who think like I do about gender being rooted in biological differences between men and women, not the official feminist platform that all gender differences are caused by oppression. Feminism labels women as oppressed, but ignores problems where sexism also negatively impacts men. Somehow, men are just so darn stupid they’re oppressing themselves, apparently. Silly men.

Eigentlich sind in diesem Modell auch die meisten Frauen doof: Sie erkennen nicht, wie schlecht die Welt für sie ist, wie patriarchisch verseucht, wie sehr gegen ihre Rechte. Sie haben den Sexismus zu stark internalisiert. Alle doof, außer Feministinnen.

Und auch gutes zur Legitimation über die Vergangenheit:

I also dislike the way modern feminism considers itself legitimized by legitimate feminist concerns that exist elsewhere either in time or space. Like if you go back in time, or look to very poor war-torn countries, you can find issues where women were legitimately being oppressed. First of all, this has absolutely nothing to do with modern, western feminism. Secondly, I would argue that men in such societies were oppressed just as much, if not more than, women in those societies. I mean, who is oppressed in Afghanistan, the women who wear burqas out of fear of Islamic radicals, or the men who are expected to become directly involved in the military action? I am grateful that previous generations of feminists fought for my rights to do things like wear pants, vote, and go to college. I’m especially grateful that women during WWII proved that women were capable of factory work.

However, I dislike that the mention of all these things we have PREVIOUS generations of feminists to thank for means we have to accept feminism wholesale today. I mean, there was also undeniable harm caused by feminists in history, who have done things like legitimize promiscuity, attack the nuclear family, and shot up the divorce rate. I personally think feminism is one of the main reasons American pop culture went from classy to trashy. So no, I think it is completely ridiculous to insist that I or anyone has to label themselves „feminist“ simply because they affirm a support for gender equality. And I think, in today’s society, to be a true advocate for gender equality might be closer to being an MRA (men’s rights activist). Defining your terms in such a way so that anyone who does not support you looks like an asshole is intellectual dishonesty.

Das Argument kommt in der Tat häufig „wenn du gegen den heutigen Feminismus bist, dann musst du gegen alles sein, was irgendwie mal als feministischer Fortschritt angesehen worden ist“ ist ein reines Scheinargument, denn ich kann natürlich bestimmte Punkte in der Vergangenheit gut finden, aber dennoch die modernen Feminismustheorien, die damit nicht wirklich etwas zu tun haben, schlecht.

Dann kommt sie auf das „Patriarchat“:

Patriarchy is often a word tossed around in feminist circles. The cynical side of me thinks it might be just a term they came up with to silence accusations that they hate men. „No, we don’t hate men, we hate patriarchy.“ Also tied to this view is the idea that non-feminist women are „participating in“ patriarchy, whatever the fuck that means, and so they have a very „with us or against us“ mentality when it comes to women. So much for a movement about, supposedly, women’s liberation. They don’t really WANT your liberation, they want your suffering. They want to jack off to your pain as another poor, pathetic victim of „the patriarchy“.

„Sie wollen nicht deine Befreiung, sie wollen dein Leid“. Das ist eigentlich eine sehr schöne Beschreibung des Feminismus: Man will sich dort darüber aufregen, dass Frauen unterdrückt werden, man braucht die Unterdrückung, weil man mit ihr das Feindbild aufrechthalten kann, den Hass schüren kann. Und sich Rechtfertigen, dass man eben nicht Männer hasse, sondern nur die Unterdrückung, die sie aufrechterhalten. Was natürlich gar nichts mit Hass auf Männer zu tun hat.

Das stellt sie auch noch einmal klar:

All conspiracy theorists do this, and to me, believing patriarchy is behind all the problems facing women and girls is not really all that different from saying our economic collapse can be blamed on the Jews. Both take a group that had nothing to do with anything and uses it as a handy scapegoat.

The feminists say blaming patriarchy is not blaming men. Seriously? Patriarchy is a word whose etymological roots derive from „father“, and simply describes any society in which men have most of the political power. The thing is, most societies, past and present, were patriarchies, regardless of culture, and I think of this as proof that men are simply more dominant and more predisposed to prefer political leadership than women, who seem across all cultures to prefer domestic and private leadership. This is not because of some lizard people thing, but just because of biology; women have the babies, the babies need to be fed and nurtured and protected at home, men have to go out and be the ones protecting them and getting food for them.

In der Tat ist der Mann oder Männlichkeit im Feminismus häufig schlicht ein Sündenbock zur eigenen Identitätspolitk: Die (befreiten) Frauen bilden die Ingroup des Feminismus, die durch die Outgroup gestützt wird, indem man sie zum Feind erklärt.
Das es viel einfachere Erklärungen gibt, die diesen Hass nicht brauchen, kann in diesem Denken nicht vorkommen, weil das Outgrouping einem ein wunderbares Überlegenheitsgefühl beschert.

Auch interessant, dass sie anführt, dass die Angst vor einer Vergewaltigung als sehr effektives Mittel im Feminismus genutzt wird, insbesondere in der „Rape Culture“Theorie:

I didn’t realize until before this how much of feminism revolves around and depends on us women being perpetually shaking out of the fear of rape. There have been numerous instances that have shown me that this hypersensitivity towards all things dubbed „rapey“ seems like it’s less and less about concern for actual rape victims, especially male rape victims, who are totally ignored by this theory, and seems to have more to do with keeping women terrified of men at all times. If you’re enough of a crybaby, anything can be called „rapey“. Feminists just can’t get enough of talking about rape, as if it’s everywhere. They even make up bullshit statistics that make it seem like a scary-sounding number of women will be raped in their lifetime.

Die Rape Culture und ihre Übertreibung, in der nahezu alles ein Nachweis genau dafür sein kann, ist in der Tat ein gutes Mittel, um Angst vor Männern zu machen. Die Frau im beständigen Spiesrutenlauf durch ihr Leben, dass resultiert in Denkweise wie „Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen.

Auch ihre Ausführungen zum Gender Pay Gap finde ich gut:

The gender pay gap disappears when you truly are, as feminists claim, looking at women and men who do the same job. The original „women earn 77 cents for every male dollar“ thing was NOT looking at women who do the same job as men and finding they still got paid less because they were women. It just so happens that women take jobs that are primarily indoors, domestic, and care-based like teaching, library science, and nursing, and that men tend to choose more outdoor jobs involving more muscle power usage and bodily risk, for which they get paid more, but also suffer a much higher rate of workplace injury and death.

But how dare a crab fisherman get paid more than a librarian?

Anyway, numerous studies have debunked the „gender pay gap“ argument, so I won’t waste too much time. Even ultra-liberal Huffington Post did an article on it, here. The wage gap is so obviously not a thing. And if it were a thing, wouldn’t the companies hire more women than men in all jobs and discriminate against men, because then they could cut costs if it were really true that society expects women to work for less. Another thing that is inconvenient for feminists is the fact that women make different work-life balance choices, favoring more personal and family time to long work hours. If anyone suffers from sexist expectations, it’s men, who suffer from the sexist expectation that men are work-machines who don’t need family life or rest, because demanding such from bosses makes men seem weak but to women it’s a given that they need these things.

„Wenn irgend jemand von sexistischen Rollenerwartungen betroffen ist, dann Männer, weil sie darunter leiden, dass sie Arbeitsmaschinen sind, die kein Familienleben und keine Pausen brauchen“. Das ist eben das Gegenstück zu „Karriere“ und „höherer Verdienst“. Im Feminismus kommt das vor, aber eben nur als Zeichen, dass Männer sich selbst unterdrücken („deswegen solltest du Feminist werden, wir sind gegen solche Rollebilder“). Allerdings kommt es niemals in einer Betrachtung des Gender Pay Gaps vor. Die feministische Fähigkeit Argumente sauber zu trennen und nebeneinander zu benutzen, ohne sie zu vernetzen ist da aus meiner Sicht häufig schon erstaunlich.

Auch gut finde ich ihre Ausführungen dazu, dass die Gesellschaft nach feministischer Theorie Gewalt gegen Frauen zu wenig beachtet:

Like rape culture, this feminist claim is that society has some kind of hidden prejudice or misogyny that causes people to disrespect female victims of violence or to take them less seriously than male victims of violence. But the media and the way society is set up (with way more shelters for battered women than battered men, for example) point to just the opposite being true. If anything, the fact that people like Anita Sarkeesian go on huge tirades about how violence in women in video games is some kind of big structural problem for society, while for some reason, ignoring that those games are just as, and usually more, violent against men.

In fact, I see the opposite happening, I see men who are attacked by women shamed as „pussies“, in other words, have their masculinity questioned, but women who are attacked by men are „strong survivors“ but also, paradoxically „silenced victims of oppression“, ha, like anyone’s silencing them, they seem to be all you ever read about in the blogosphere and see on news networks. I just watched an hour-long special last night on CNN about the women who are accusing Bill Cosby of rape. Nobody is silencing or marginalizing them, people are, for the most part, congratulating them on having the courage to finally come forward with details that are somewhat embarrassing or even traumatizing to discuss and doing so anyway. But the feminist narrative is that women must always, in all cases, be VICTIMS.

Auch hier wird das Opfer-Narrativ im Feminismus überbedient. Es wird gar nicht wahrgenommen, wie sehr die Gesellschaft für Gewalt gegen Frauen sensibilisiert ist und wie egal ihr Gewalt gegen Männer ist. Frauen dürfen Opfer sein, Männer nicht.

Die Folgen beschreibt sie wie folgt:

So, this leads to them:

  • Ignoring and marginalizing instances of male victimization, even mocking male victims mercilessly (see the below video).
  • Ignoring and marginalizing instances of female perpetration, even to the point of supporting the female perpetrators (also in the below video). And:
  • Supporting sexist attitudes, paradoxically, about women as helpless victims and men as big, strong bullies.

Basically, feminist theory relies on the pattern being men = perpetrators, and women = victims. In cases where this reality is reversed, feminists still need to find a way to blame men or „patriarchy“ for the male victimization, or, more frequently, they tend to ignore that because it’s an exception to the general rule. But it should be obvious that, probably due to biological differences, people in general have more empathy for females than for males, and this empathy-inspiring ability women have is not something, sorry all you feminist sign-holders, that you need feminism for.

In der Tat ist die Fähigkeit, immer innerhalb dieses Musters zu bleiben, im Feminismus sehr ausgeprägt: Wenn eine Frau Vorteile hätte, dann bietet sich die Figur des wohlwollenden Sexismus („benevolent Sexism“) an, mit dem Frauen einen Vorteil nur haben, um sie in die eigentlich nachteilige Rolle (die insgesamt bestehende Nachteiligkeit muss nicht begründet werden) zu drängen.

Zu den feministischen Theorien, dass es keine zwei Geschlechter gibt, sondern unzählige:

The gender theory given by mainstream feminists today is that there is no biological basis for gender; that all of it is culture, and that physical sex does not determine cultural gender. Well, except the problem is, for the vast majority of people, their biological sex also determines a lot of their innate psychological characteristics. I know that there are people with various disorders who do not have a sex, or have an intermediate sex between the two usual sexes. But saying this disproves the concept that sex exists is sort of like saying that because neurological disorders exist, you can’t create an intelligence test, because the person taking it might have a neurological disorder. Not that disordered people are less than human in any way, but talking about them is not a useful way to talk about gender or sex.

There are two genders, because in nature there are two sexes. I know this position will be extremely controversial, and I can hear the screeching. But, basically, all other types of genders and sexes are not truly outside this binary, they are instead some combination of male and female characteristics, like someone being transgendered is simply a biological man or woman choosing to identify as culturally the opposite. I have no real problem with that.

Auch hier würde ich zustimmen, dass es zwei Geschlechter gibt, und einige Durchmischungen dieser. Das entwertet das Konzept von Mann und Frau aber nicht, es ist eine sehr sinnvolle Bezeichnung für die allermeisten Fälle, die eine einfache Abgrenzung erlaubt und üblicherweise auch mit biologischen Konzeptionen des Geschlechts übereinstimmt.

What I am more worried about is that people are insisting that gender has no relationship whatsoever with biology, as if there was just some kind of bearded man on a mountaintop handing us down these rules for patriarchal definitions of gender. The truth is, from a very early age, boys and girls exhibit psychological differences, as anyone who has been a parent or teacher of young children will know, and as we grow through puberty these sex differences in our brains become even more distinct. You can’t neatly and cleanly separate mind from body here. Females and males have different levels of certain hormones, different stimuli affect their brain differently, they communicate differently, and they get pleasure from different types of activities. There’s no conspiracy or evil in this, it’s simply the way things are. Quit trying so hard to be special and an exception, and just accept that there are general trends, but you should do whatever feels more natural to you without having to worry that this should change the way you label yourself.

„Hör auf verzweifelt zu versuchen speziell und eine Ausnahme zu sein und akzeptiere, dass es generelle Trends gibt, du aber tun solltest, was sich auch immer für dich natürlich anfühlt, ohne das du dich deswegen sorgen solltest, dass es die Weise verändert, in der du dich einordnest“. Das scheint mir ein vernünftiger Ansatz zu sein: Es gibt aus biologischen Gründen Häufungen, aber eben auch Ausnahmen und jeder ist, wie er ist.

One thing I especially hate is the term „genderfluid“, for Pete’s sake, you aren’t a special „genderfluid“ person if you’re a guy who enjoys embroidery or a woman who enjoys karate. You’re just a guy who likes baking or a girl who enjoys karate. It’s that simple. The term seems to reinforce gender stereotypes, by saying that if a man or woman acts in any kind of non-stereotypical way, they must be acting „as a man“ or „like a woman“ because of some kind of secret super special rare mega ultra gender identity, don’t fucking make me laugh.

 Es gibt sicherlich einige Menschen, die sich in verschiedenen Bereichen biologisch gesehen gerade auf der Kippe zwischen Mann und Frau bewegen und die insoweit schwer in das System fallen. Allerdings wird auch dies eben denke ich durchaus gern übertrieben, was der Ausdruck „genderfluid“ sicherlich erleichtert. In der Tat baut ein solcher Gedanke eher Stereotype aus, indem er nicht einfach auf das Individuum abstellt, sondern alles als zuordenbar ansieht.
Und auch die Ausführungen zu „Geschlecht und Spielzeugen“ sind gut:

Are toys capable of sexism? Does playing with Barbie brainwash girls from infancy to become Stepford Wives? If anyone else said toys were a tool for brainwashing children, they’d be called crazy, but it somehow supposedly makes sense when feminists say toys are amale tool for brainwashing girls? What the hell?

Actually, the reason that companies make toys at all is because research and development teams spent all kinds of time and money testing their products and seeing which types of toys are more likely to be successful. Girls seem to naturally prefer pink and bright/light colors, and nurturing and social play. Girls also seem to prefer magic and fantasy play. Boys seem to enjoy violent, destructive play aimed at completing objectives and strategic planning. Boys like action, and boys like science/technology more than girls.

Almost everyone will be an exception in some way to these general trends, of course. When I was a kid, for example, I found Barbie boring, and loved computer games. However, the general trends are still valid ways for toy companies to predict what will be liked by boys and girls and to plan accordingly. It is exceedingly difficult, given these innate differences, to create a toy that both boys and girls will like equally. And as boys and girls get older, these preferences become increasingly divergent.

Also auch hier eine Verkehrung der Kausalität im Feminismus: Nicht die Spielzeuge verursachen die Unterschiede, sondern die Unterschiede führen zu unterschiedlichen Interessen im Spielzeug. Diese zeigen sich auch in biologischen Sonderfällen, bei Affen und sind zudem evolutionsbiologisch bei den Unterschieden von Männern und Frauen verständlich, denn Spielen ist Vorbereitung auf das Erwachsenenleben.

 

„Im Wörterbuch steht doch, dass Feminismus für Gleichberechtigung ist, also ist das richtig“

Ein beliebtes Argument von Feministinnen ist, bei Anschuldigungen gegen den Feminismus darauf hinzuweisen, dass man anscheinend den Feminismus nicht verstanden habe, man könne doch einfach im Lexikon nachschlagen, da stehe doch folgendes:

The advocacy of women’s rights on the grounds of political, social, and economic equality to men.

Eine gute Erwiderung scheint mir zu sein, einfach mal andere Positionen aus dem Lexikon nachzuschlagen:

Sex (im Sinne von Geschlecht)

Either of the two main categories (male and female) into which humans and many other living things are divided on the basisof their reproductive functions:adults of both sexes

Male („Männlich“)

Of or denoting the sex that produces small, typically motile gametes, especially spermatozoa, with which a female may be fertilized or inseminated to produce offspring:

Female („Weiblich“)

Of or denoting the sex that can bear offspring or produce eggs, distinguished biologically by theproduction of gametes (ova) that can be fertilized by male gametes:a herd of female deer

Das sich daraus ergebende Argument ist: „wenn ich Feminismus nach dieser Definition akzeptieren soll, dann akzeptiere du auch den Rest“, was die meisten (Gender-)Feministinnen nicht machen können, da zwei Kategorien oder diese Definitionen von männlich und Weiblich nicht dem poststrukturalistischen Feminismus und schon gar nicht dem Netzfeminismus entsprechen

Im deutschen ist es sogar noch einfacher. Dort heißt es im Duden:

  • Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt

Da steht schlicht nichts von Gleichberechtigung, sondern eher davon, dass auf (vermeintliche) Bedürfnisse der Frau abgestellt wird.

Auch dort finden sich aber entgegenstehende Angaben:

Geschlecht:

(von Lebewesen, besonders dem Menschen und höheren Tieren) Gesamtheit der Merkmale, wonach ein Lebewesen in Bezug auf seine Funktion bei der Fortpflanzung als männlich oder weiblich zu bestimmen ist die Gesamtheit der Lebewesen, die entweder männliches oder weibliches Geschlecht haben

 Also auch hier eine unfeministische Binarität.
Insofern scheint mir der Hinweis darauf, Feminismus einfach mal nachzuschlagen, schnell ein Eigentor für Feministinnen sein zu können

„Call out Culture“ im Feminismus

Im Missy-Magazine berichtet eine der Chefredakteurinnen, wie sie eine andere Feministin aufgrund deren Introvertiertheit nicht dazu bewegen konnte, sich mit ihr zu einem Interview zu treffen. Sie versucht es immer wieder und lässt nicht locker, dann schreibt sie einen Artikel darüber, der die Feministin durchaus positiv darstellt, abgesehen von ihrer Introvertiertheit. Der gefällt es nicht, sie beschwert sich, dass ihr „Nein“ nicht akzeptiert wurde und es bricht ein kleiner Shitstorm los. Die Chefredakteurin, Chris Köver, berichtet dann in einem Nachtrag, wie sie den Feminismus erlebt:

Ich schätze Kritik an meiner Arbeit und versuche sie mit so offenen Ohren wie möglich zu hören, einzuarbeiten, darauf zu reagieren. Das ist sehr viel schwieriger für mich geworden, seit sich in unseren aktivistischen Zirkeln eine “call out culture” etabliert hat, die sehr schnell zu sehr hohen Wellen von Entrüstung und persönlichen Angriffen gegen diejenigen führt, die aus Ignoranz oder Achtlosigkeit Regeln missachtet, einen falschen Ausdruck verwendet, oder sich anderer “Vergehen schuldig” machen.

Diese Dynamik verbreitet Angst innerhalb unserer eigenen Community, weil jede fürchten muss, für irgendeine unbeabsichtigte Ignoranz als nächste im Auge des Sturms zu landen und sozial geächtet zu werden. Zu unreflektiert, zu wenig radikal, keine “gute” Feministin. Ich habe verfolgt wie sich das in der Vergangenheit in anderen Fällen hochgeschaukelt hat und das war der Grund weswegen ich die Kritik nicht in Echtzeit öffentlich auf Twitter und anderswo im Netz diskutieren wollte.

Katrin Rönicke hatte einmal ähnliches dargestellt:

Das ist die neue Netzhygiene: Ich lasse niemanden in mein kleines Flauschi-Paradies, der meine Inhalte infrage stellt. Es ist auch völlig unmöglich, zumindest mancher-internet-orts, noch irgendeinen inhaltlichen Disput zu führen. Die Moralkeule hängt gleich drüber und *boing* hat‘se dich. Denn es gibt mittlerweile ganz schön viele etablierte Tabus. Blabla-ismen überall!

Wenn man jetzt noch verstehen würde, dass diese „Call out Culture“ direkt aus der feministischen Theorie stammt und sich nicht zufällig entwickelt hat, sondern eine Folge davon ist, dass man eine strikte Opferhierarchie eingeführt hat, indem die Anklage gleichzeitig der Schuldspruch ist, dann könnte man das für eine interne Revolution nutzen. Ich vermute aber, dass Chris daran gar nicht wirklich interessiert ist, sie versucht ja gleichzeitig selbst die Opferschiene verbunden mit dem Hinweis, dass sie doch eigentlich eine Gute ist, der nur ein Versehen passiert ist. Und die insoweit um Nachsicht und Rücksicht bittet.

Es spricht gegen ihre Kenntnis der feministischen Theorien, wenn sie meint, damit durchzukommen: Das man etwas aus versehen gemacht hat oder nicht bewusst, dass ist schlicht kein Argument, welches einen entlastet. Es ist eher ein Zeichen, dass man sich noch nicht genug hinterfragt. und Rücksicht nehmen auf den Täter (hier: in Form der Täterin) geht auch nicht, denn damit stützt man ja indirekt diesen und solidarisiert sich nicht bedingungslos mit dem Opfer, wie es IDPOL erfordert.

Oder um es mit einem Beitrag von Aplusranting zu sagen:

meine wutwelle und mein allgemeiner weltschmerz kamen im real life nicht unbedingt gut an….eh klar, immerhin hing und hängt meine wut mit strukturen zusammen, von denen der großteil meiner damaligen bezugspersonen im alltag mächtig profitierte.

wie oft wurde ich aufgefordert doch weniger agressiv und unbequem zu sein, wie oft wurd ich gebeten, meine politischen statements aus freund_innenschaften herauszuhalten. im gegenzug aber anhaltende diskriminierungen zu dulden – es war ja nicht böse gemeint…hm. ja,nee is klar. also wer tatsächlich denkt, dass ungleiche machtverhältnisse und unterdrückungsmechanismen in freund_innenschaftsstrukturen nicht auch vorhanden sind, hat etwas ziemlich wichtiges nicht gecheckt. kackscheiße bleibt kackscheiße, so lieb sie auch formuliert wird und auch wenn alle lachen.

Eben. Kackscheiße bleibt kackscheiße. Da darf man keine Rücksicht nehmen. Folgerichtig hat Tofutastisch auch gleich erklärt, dass sie deswegen das Missy Magazin nicht mehr lesen werde:

Das sind exakt das Verhalten und die Rhetorik, das/die z.B. “Nice Guys” an den Tag legen: ein “Nein” wird nicht einfach akzeptiert, sondern hinterfragt, die angegeben Gründe werden auch nicht angenommen, die Gefühle der fordernden Person in den Vordergrund gestellt. Nichts, was ich von einem feministischem Medium lesen will.

So schlimm, wie ein Nice Guy. Hinterfragen, einer der größten feministischen Vorwürfe. Harte Anklagen. Antje Schrupp sieht hier selbst im Feminismus das Patriarchat am Werke:

Die übliche Reaktion auf Kritik ist, die Schuld der Gegenseite zuzuweisen, entrüstet zu tun, die Muskeln spielen zu lassen. Erst mal sehen, wer der Stärkere ist.

Auch wir Feministinnen sind von dieser Kultur geprägt, auch wir haben die Regeln der herrschenden symbolischen Ordnung internalisiert, sie ist auch ein Teil unserer Routine.

Doch diese Ordnung, diese Kultur ist schlecht. Sie verhindert, dass Menschen etwas dazu lernen. Sie verhindert, dass neue Ideen sich verbreiten, selbst wenn sie gut sind. Sie führt dazu, dass Kritik allzu häufig eine Spirale aus Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen auslöst, die sich immer weiter aufschaukelt.

Und das ist eben schmerzhaft. Weil wir die Regeln der alten Ordnung nicht mehr akzeptieren, aber noch keine neuen haben, die uns in Fleisch und Blut übergegangen wären. Ich fürchte, da müssen wir durch.

Da erkennt sie leider nicht, dass es keine Ausprägung der bestehenden (männlichen) Ordnung ist, sondern eine Ausprägung der feministischen Ordnung, eine Folge davon, dass es nicht zuviel Kritik oder zuviel Beharren auf einen Standpunkt gibt, sondern es überhaupt keinen Umgang mit Kritik, sondern nur ein gegenseitiges Vorwerfen gibt und bei dem Nachgeben als Stütze des Systems gilt. Das es ein immanenter Fehler dieser Art von Feminismus ist und nicht das „herrschende System“ kann aber in diesem Gedankengängen wohl gar nicht vorkommen. Man sieht hier auch schön, wie beliebig der Vorwurf ist: Bei Tofutastisch stützt man das System, wenn man seine Wut über solche Aussagen nicht rauslässt, bei Antje Schrupp stützt man das System, wenn man sie rauslässt.

So oder so: Die Männer sind schuld. Selbst in einer innerfeministischen Debatte unter Feministinnen.

Darin besteht immerhin eine gewisse Einigkeit.

„Kann man Feministin sein und glauben, dass gesellschaftliche Unterschiede andere Gründe als Unterdrückung haben?“

Ein schöner Artikel von Kay Hynmowitz fragt beim Feminismus kritisch nach:

Sie stellt erst mal die typischerweise von Feministinnen verwendete positive Definition dar und führt aus, dass sie gegen diese gar nichts hat:

I know feminism is supposed to be about equal rights for women.  I’m pretty sure that would mean that men have no right to rape their wives or threaten female bloggers, and that women who want to should have the opportunity to become astronauts or the CEO of General Motors. If that’s what it is, then I say “Yay feminism!”  In fact, with that definition you could probably enlist Shailene, Pope Francis and Pinch Sulzberger to boot.

Und dann führt sie an, warum diese Definition eben auf den heute üblicherweise vertretenen Feminismus nicht mehr zutrifft, weil er ein „mehr“ umfasst:

But I get the sense – and please correct me if I’m wrong – that feminists mean something more than that.  Like maybe not just equality but precise, numerical equivalence: the same number of men and women CEO’s, fork operators, nannies, and systems analysts, the same number of diapers changed and dishes washed, the same pay for professional basketball players, the same number of bylines in the New York Times whether in the style section or the financial pages, the same price charged for ahair cut or a dry-cleaned shirt.

Da ist also im Gegensatz zu gleichen Rechten die Forderung nach Ergebnisgleichheit, die in der Tat eher eine häufige Forderung ist, mit gleichen Rechten aber erst einmal nichts zu tun hat.

Dann stellt sie dar, dass für die meisten Feministinnen noch erhebliche weitere Grundbedingungen mit dem Begriff Feminismus verknüpft sind, nämlich der Glaube an das Patriarchat in irgendeiner Form und das andere Gründe dagegen zwar bestehen, aber nicht diskutiert werden.

So, I’m wondering, Jen (is it ok if I call you Jen?):  Can someone be a feminist and believe there are reasons other than patriarchal social conditioning for some of these gender gaps?  Like, to take one example, maybe women aren’t as interested in following pro basketball as men are? I was surprised to find out recently that Sweden still has one of the most sex segregated labor markets anywhere.  Women are teachers, social workers, and child care workers, men mechanics, and CEO’s!  Sweden!  Where teachers can’t say “Good morning, Boys and Girls” because they don’t want boys and girls to be reminded that some of them are boys and some are girls (though it’s a good guess the little rascals keep thinking about it anyway.)  Mind you, I’m not saying I know these differences between the sexes are innate (is it ok to say sexes and not genders?), but the other day I read some stuff about oxytocin and testosterone and even though Gloria Steinem said that research on that kind of thing is “anti-American,” it got me to thinking that it’s possible.  Isn’t it?

Dann zeigt sie ironisch die Männerfeindlichkeit im Feminismus auf:

As for man-hating, I understand that when prominent Second Wavers Robin Morgan said “man-hating is an honourable and viable political act’ and Susan Brownmiller said “Rape is nothing more or less than a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear” this was youthful excess at a wild and crazy time, and you shouldn’t take them literally. I get that.

Klar werden sich viele Feministinnen diese Frauen und ihre Statements nicht zurechnen wollen. Die „Rape Culture“-Theorie und Brownmiller und gerade der Gedanke, dass Rape Culture dazu da ist, Frauen über Angst in ihrem Platz zu halten, so dass daraus abgeleitet wird, dass alle Männer von der Rape Culture profitieren, ist aber immer noch weit verbreitet im Feminismus.

But then I see #YesAllWomen, the twitter hashtag implying that a mass killer, whose murder victims included 4 men and 2 women, someone sick enough to be prescribed apowerful anti-psychotic drug, is evidence not of mental illness but that we live in a misogynistic society.  Or I read that we live in a “rape culture” which I take to mean most people – men mostly – think rape is hunky dory, even though rape is illegal, decried, and  at an all time low.   Or that if you think working class boys and men are in a very bad way in the labor market and schools, that this will make them lousy husbands and fathers, thereby ensuring a new generation of struggling low income single mothers, you are perpetuating“a myth”.  So my question is can you be bothered by male-disparaging language and the predicament of minority and working class males and still be a feminist?

In der Tat springen auch Feministinnen, die sich vielleicht von den Zitaten oben distanzieren würden, schnell wieder auf den gleichen Zug auf, wenn sie über „Rape Culture“ reden. Und feministische Mythen mit Männern als Täter gibt es eben immer noch genug, um durchaus den Vorwurf der Männerfeindlichkeit zu stützen

Und dann stellt sie noch einmal die Kritikunfähigkeit der Feministinnen dar:

Please don’t be mad – because I’ve noticed that sometimes feminists call people who ask questions like these “anti-feminists” like they’re the Ayatollah or something – but can folks like that liberal columnist who thinks that whole 77-cents-for-every-dollar-earned-by-men thing is “pay gap demagoguery” be feminists?  How ’bout people who are skeptical about numbers showing there is as much rape at Yale as there is in Detroit?  The other night at a dinner party, a women’s rights activist I know remarked how terrible it is that there’s never been a woman mayor of NYC.  Another woman asked “Why is that evidence of discrimination?  When women run for office they are just as likely as men to win.  At any rate, be careful what you wish for. Remember Christine O’Donnell?”  I got the impression feminists aren’t supposed to say things like that, because afterwards the activist looked really ticked.

Sie schließt damit ab, dass es richtig ist, dass man wissen sollte, was man kritisiert, dass das aber beim modernen Feminismus noch eher dazu führt, dass man ihn kritisieren kann:

So, Jen, I totally agree people should know what feminism is before they start trash talking the movement that brought us so many rights.  And I really believe today’s feminism probably has a sound, generally agreed-upon definition that even 22 year old actresses can understand.

Da hat sie durchaus recht.

Männerhass / Männerfeindlichkeit im Feminismus

Angesichts der Aussagen, die von „Women against Feminism“ so getätigt werden, wurde auch wieder darüber diskutiert, ob es Männerhass oder Männerfeindlichkeit im Feminismus gibt.

Innerhalb des Feminismus ist die Lage klar. Es gibt dort weder Männerhass noch Männerfeindlichkeit dort.

Jessica Valentig, die gerade noch mit einem „Male Tears“ Pullover ihre Männerfeindlichkeit demonstrierte, schreibt dazu in einem Artikel: „Feminists aren’t ‚man-haters‘ – we just don’t like men who are sexist

I don’t like men who are sexist. I find that males who think of themselves as above me because of gender are generally unlikeable fellows. (And, for whatever strange reason, are usually terrible spellers, too.) I don’t like men who call women they don’t know „sweetie“, „honey“ or cutesy nicknames – it’s obnoxious and condescending. I don’t like men who harass women on the street, making comments about their bodies ortelling them to smile. I don’t like men who control women in relationships, abuse them or hurt them sexually. I don’t like men who use the social and political power they have to further discrimination against women in a desperate bid to maintain their status.

I don’t like men who leave boring comments about what a man-hater I must be for not enjoying the tidal wave of sexism that women endure in small and large ways daily. I really don’t like them.

Amazingly, despite this list of the types of men I don’t like – and I probably could go on with more „dislikes“ if you asked me to – I have the most amazing men in my life. My father, who bought me chemistry sets and robots for every tea set or doll. My husband, an incredible feminist who is an equal partner in parenting and the home. My male friends, who believe that gender justice is important and worth fighting for. I don’t have a hard time finding these amazing men because – shockingly – most men are pretty cool guys.

Das ist ja eine klassisch feministische Position: „Wir hassen keine Männer, wir mögen nur keine sexistischen Männer.“

Dies allerdings meist und mit steigender Radikalität des Feminismus immer mehr mit einer Definition von Sexismus, die es Männer nahezu unmöglich macht, nicht sexistisch zu sein

Insofern lautet der Satz ja eher „Wir hassen keine Männer, jedenfalls nicht, wenn sie sich von der Erbschuld der Männlichkeit hinreichend gereinigt haben, Buße getan haben, und beständig daran arbeiten, ihre Schuld wieder gut zu machen – (was einem Mann niemals gelingen wird)“

Ein weiterer feministischer Text setzt sich mit den Gründen auseinander, warum dieser Vorwurf immer wieder kommt:

Da ist immerhin teilweise ein erfrischendes Zugeständnis vorhanden:

Some individual feminists hate men.  A lot of feminists might hate men. You might even argue based on what you find on the internet that most feminists hate men.  It’s irrelevant.

What matters is that feminism, distilled down to its absolute core, is about gender equity.  The goal of feminism is to create a society in which individuals’ genders don’t restrict them from an equitable shot at success and happiness.

Most feminists actively disagree with the belief that women are better than men and think that feminists who are anti-men are going against the fundamental principles of feminism, which says we’re all deserving and worthy human beings – women, men, trans* – and should be treated as such.

So man-hating isn’t a part of that goal.  It’s an unfortunate reactionary sentiment bought into by some people (misandrists) who also identify with the feminist movement.

 

Da sieht sie sich auf die bekannte Argumentation zurück, dass Feministinnen ja nur Freiheit für alle wollen und deswegen nicht schlecht sein können und damit auch in ihrem Grundsatz keinen Männerhass enthalten können. Was verkennt, dass man Freiheit von Geschlechterrollen eben auch erreichen kann ohne Männer zu hassen. Das ist noch nicht einmal ein sonderlich verwegener Gedanke, man muss eben nur davon ausgehen, dass beide Geschlechter ihren Anteil an den Geschlechterollen haben und viele diese auch gern leben, man deswegen aber nicht in einen Essentialismus abgleichen sollte, sondern dem Individuum zugestehen sollte, dass es nach seinen Vorlieben lebt.

Es ist auch nicht so, dass man gute Zeile nicht auf schlechte Weise erreichen kann. Wer erreichen will, dass es gute Ernten gibt, ist trotzdem schlecht, wenn er Hexen verbrennt. Wer Freiheit von den Geschlechterrollen will, ist trotzdem schlecht, wenn er deswegen unberechtigterweise ein Geschlecht dämonisiert.

Dieses Erstellen von Zusammenhängen, wo keine sind, ist beliebt im Feminismus und zeigt sich auch im weiteren Text:

You don’t want to be seen as the “bad guy” (what a misandristic term!).  You don’t hate women.  You’ve never oppressed women.  Of course you haven’t.  Oppression doesn’t happen on the individual level.

But it happens.  And as a man, particularly one who is White (like me!), you are granted a lot of privileges that stem from hundreds of years of oppression.  You get that privilege whether you choose to have them or not.

The only choice you get is what you do with your privilege.

Do you use it to make for a more equitable society for mothers, sisters, and daughters you love all human beings, of all genders?

Or do you keep whining about how feminists hate men and distracting yourself and others from serious issues of inequality?

Your call.

Da unterschlägt sie – neben dem Umstand, dass die Privilegstheorien schon kaum eine faire Betrachtung zulassen – dass man für Gleichheit für alle Menschen eintreten kann und dennoch darauf hinweisen kann, dass man deswegen keine Hexen verbrennen und auch keine Männer dämonisieren muss, und sich natürlich beschweren kann (beschweren muss), wenn Leute das – sei es auch mit dem Ziel der Gleichberechtigung – dennoch machen.

Hie noch ein paar Beiträge aus einer Pro/Contra Diskussion:

The Invisibility of the Reasonable Feminist
Much is often said of the mainstream, reasonable feminist that does not hate men, that supposedly make up the majority of feminists. It may even true. Unfortunately, as with aliens, golems, and fairies, no solid proof of reasonable feminists has yet been found, though scientists are still searching.

There are two kinds of feminists: the very loud, very vocal ones who hate men, and the silent, invisible, and possibly nonexistent ones who don’t. You see, when you have a fringe group like feminism (and make no mistake: as only 1 in 7 women identify as feminists, it is definitely a fringe group), and you have a rabidly hateful segment that spouts bigotry towards members of a given race, sex, or national origin, and the „reasonable“ ones never, ever do anything to speak against the hateful ones, you are letting the hateful ones represent the movement.

Since no reasonable feminist is willing to publicly speak out against man-hating, we are forced to concede that the supposed „reasonable“ feminist is merely an apologist for organized misandry.

Silence speaks louder than words, sisters.

Das ist eines der größten Probleme des Feminismus: Die dortige Ideologie erlaubt keinerlei interne Kritik, den radikalen wird das Feld überlassen und tatsächliche Kritik findet höchstens bei ganz extremen Beispielen statt.

Sadly it is true
While feminism may have meant something good in the 1960-1970s, that’s no longer the case. Feminism now is not about equal rights but the systematic gaining of…PRIVILEGES for women.
It has gotten so bad that some feminists even admit (and feel comfortable admitting ) that they DO hate men. No one says anything.

Auch dieses Argument wird ja gerne von Feministinnen gebracht: Wer gegen Feminismus ist, der ist gegen alles, was der Feminismus geleistet hat. Was Blödsinn ist. Man kann auch einfach die Anfänge gut finden und das Abgleiten in einer männerfeindliche Ideologie falsch.