„Fünf Thesen zur Männerpolitik“ (Tom Todd bei Agens e.V.)

Bei Agens hat Tom Todd „5 Thesen zur Männerpolitik“ veröffentlicht, die ich hier gerne mal zur Diskussion stellen möchte:

These 1 Männer müssen sich selbst gut verstehen

In großen Sprüngen haben sich die Frauen in den letzten Jahrzehnten selbst definiert und eine Politik erkämpft, die ihnen hierzulande gleiche Rechte zugesteht. Eine entscheidende Komponente in dieser Entwicklung war ja die Entwicklung des weiblichen Selbstverständnisses.

Männer hingegen werden öffentlich als Trottel, Gewalttäter, Sexbesessene, Taugenichtse u. dgl. mehr dargestellt, ohne auch überhaupt ein Wort dagegen sagen zu können, ohne als frauendiskriminierende Machos oder Jammertüten abgetan zu werden.

Den Männern fehlt offenbar ein entsprechendes selbstbewusstes Selbstbild, das die vielfachen positiven Eigenschaften des Mannseins verstärkt – angefangen mit Förderer der Autonomie der Kinder bis hin zum starken Schulter der Lebenspartnerin. Insofern geht es darum, sich selbst und seien Potential gut zu verstehen.

These: die Auseinandersetzung mit dem Feminismus und dem gender mainstreaming fügt die beanstandeten Benachteiligungen von Männern und Jungs langsam zu einem Gesamtbild zusammen und lässt allmählich die männer- und jungenspezifischen Bedürfnisse und Veranlagungen erkennen. Um gegen den Dekonstruktivismus und die damit einhergehende Entsolidarisierung der Geschlechter anzukommen, muss/müssen aber – neben einer souverän-gelassenen Kritik am Status quo – zusätzlich vorab

  • die eigene Beteiligung an der Entstehung von Problemen konstruktiv-kritisch durchleuchtet
  • die eigene Rolle als Opfer bzw. Sündenbock aufgebrochen, und
  • die männlichen Bedürfnisse/ Potentiale weiter erkundet und präzisiert werden.

Erst dann wird ein konstruktiver Dialog möglich sein, der z. Zt. in der öffentlichen Debatte verhindert wird durch gegenseitige Schuldzuweisungen bzw. das Pochen auf Individual- bzw. Lobbyrechte.

These 2 Eine Männerpolitik reicht nicht aus

Die Entrechtung und Diskriminierung von Vätern und Männern hat zu einer losen und unkoordinierten Sammlung von regionalen und nationalen Initiativen geführt, die mit Öffentlichkeitsarbeit, Protestaktionen und individueller Lobbyarbeit versucht, auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Zur Diskussion steht allerdings, ob es diesen Initiativen gelingen kann, mit einem Katalog von Forderungen der partikularen Interessen der Männer und Väter ohne Einrahmung in einer Strategie des „Wir“ statt (implizit) „Mann gegen Frau“ Erfolg zu haben.

These: Nur eine mit Frauen gebildete Plattform kann Erfolg haben, weil

  1. eine positive Vision des gesellschaftlichen Zusammenhalts als Gegenmodel zum Gleichberechtigungskampf nur so aufgebaut werden kann,
  2. die bisherige Politik von Teile-und-Herrsche nur so zu durchbrechen ist
  3. die Aufhebung der männerfeindlichen Politik logischerweise die Entwicklung einer neuen von Frauen und Männern gemeinsamen Politik voraussetzt

These 3 Ökologie der Geschlechterbeziehungen

Die Familienpolitik ist nicht nur bei benachteiligten Männern ein Kernthema der Politik überhaupt, sondern nimmt deswegen einen zentralen Stellenwert ein, weil sie den Nährboden für die Wertorientierung in unserer Gesellschaft bereitet. Trotz einiger Jahrtausende angeblicher Zivilisation hat es die sich selbst hochpreisende westliche Industriegesellschaft nicht geschafft, eine auf Dauer angelegte Kultur der friedlichen und kooperativen Koexistenz aufzubauen. Ihren Wohlstandsfortschritt muss sie leider noch immer der (hiesigen wie globalisierten) Ausbeutung verdanken.

Die moderne Entwicklung unserer Gesellschaft zeigt eine alarmierende Tendenz des Zerfalls, der Entsolidarisierung und einer globalisierten Ideologie der feindlichen Konkurrenz auf. Trotz wachsendem Bewusstsein der Notwendigkeit einer ökologischen, sprich naturfreundlichen Ausrichtung menschlichen Strebens, stellt sich der Mensch selbst über diese Maßstäbe und meint seine eigene Natur nicht daran messen zu müssen.

These: der Mensch findet – schon aus evolutionspsychologischen und –biologischen Gründen –  seine Bestimmung zunächst in der Förderung des Lebens – im weitesten Sinne. Die Menschheit existiert zunächst, einfach um sich erfolgreich fortzupflanzen. Der moderne Glaube an der technischen Beherrschbarkeit und Steuerung dieses komplizierten Ökosystems (künstliche Lebenserzeugung usw.) ist ein Irrglaube. Die evolutionsnatürliche Familie bildet nach wie vor unabdingbare Voraussetzung jeder auch sich emanzipiert und Hochkultur nennenden Gesellschaft mit glückbringender Zukunftsperspektive. Auch deswegen müssen Kinderinteressen – als Teil des Generationsvertrags – ins Zentrum der Familienpolitik gerückt werden.

These 4 Gender Mainstreaming ist eine Sackgasse

Auf der Seite des Bundesministeriums für Familie etc. ist unter der Überschrift „Strategie ‚Gender Mainstreaming‘“ zu lesen: „Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern zu berücksichtigen.“

„Gender“, die Basiskategorie der Frauen- und Geschlechterforschung, ist eine Kategorie, die nachweisbar aus dem US-amerikanischen homosexuellen Milieu stammt und von Vertreterinnen dieses Milieus auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Beijing gegen erhebliche Widerstände aus der 3. Welt durchgesetzt worden ist.

In der bundespolitischen Praxis ist aber von einer gleichberechtigten Förderung der Interessen beider Geschlechter wenig zu sehen. Hauptsächlich dort wo Männer Fraueninteressen dienen, werden auch Männer gefördert. Noch weitergehend unterfüttern Anhänger des Gender Mainstreamings ihre politischen Vorhaben mit einer pseudowissenschaftlichen Theorie des ausschließlich sozial konstruierten Geschlechts und lassen diesen angeblichen Wissenschaftszweig als einzigen ohne Qualitätskontrolle mit Millionen von Steuergeldern subventionieren.

These:

  1. Gender Mainstreaming (GM) ist eine Mogelpackung und dient der versteckten Agenda der Dekonstruktion von Naturgeschlechtern
  2. GM – auch weil sie der Normalisierung der Homosexualität dient – begünstigt eine gefährliche Sexualisierung der Beziehungen – vor allem bei Kindern
  3. GM reduziert die in Jahrmillionen entwickelten Eigenarten der Geschlechter auf soziale Konstrukte und trägt damit unmittelbar zur Entsolidarisierung in der Gesellschaft bei.
  4. GM verleugnet die wissenschaftlich nachweisbaren natürlich geschlechtsspezifischen Rollen in der Erziehung der Kinder und beraubt diesen dadurch ihrer Naturrechte
  5. GM eignet sich nicht für die tatsächliche Gleichberechtigung, weil sie von ihrer eigentlichen Agenda her eine Diskussion darüber ausschließt.

These 5 Welche Ziele?

Ob in der Familienpolitik, Arbeitspolitik, Justiz, Gesundheit und Bildung – überall hat sich in unseren Kreisen weitestehend Einigkeit über die Schieflage herausgeschält. Zwar sind einige Zusammenhänge noch nicht ausdiskutiert und die Details einzelner Forderungen sind natürlich Teil des künftigen Dialogs miteinander.

Aber noch weitgehend ungeklärt bleiben die Fragen:

  • welche kurz- und mittelfristigen strategischen Ziele sind wichtig,
  • wie werden diese am effektivsten umgesetzt?

These:

  1. angesichts der herrschenden Eindimensionalität in den politischen Parteien muss eine Eigenständigkeit und Unabhängigkeit für die Dauer der Durchsetzung unserer Forderungen gewährleistet sein. Dies kann nur bspw. mit einer Stiftung zur Kanalisierung und Verteilung von Ressourcen realisiert werden.
  2. Die einzelnen Themen gehören in einem Paradigmenwechsel geklammert, der statt von Geschlechtergerechtigkeit doch von Geschlechtereintracht ausgeht: gemeinsames Wohl statt Gleichstellung: Fraueninitiativen müssen schon jetzt eingebunden werden
  3. Der inhaltliche Basiskonsens muss schriftlich festgehalten, abgestimmt und als Fundament einer organisationsübergreifenden Plattform abgesegnet werden, bevor eine effektive politische bzw. Öffentlichkeitsarbeit stattfinden kann.

Hierzu war in den Kommentaren hier bereits Kritik laut geworden:

Alex schrieb dazu:

Befremdlicherweise wird “Tatsächlich ist Männliches zu einem Tabu geworden” mit dem sehr fragwürdigen Verweis auf den Rausschmiss vom “Pressevertreter” (lol) Danisch auf diesem Grünen-Frauenrat belegt. Oh je.

Dann ist von “Ökologie der Geschlechterbeziehungen” die Rede, was ein ziemlicher Ökologismus ist, wie man ihn schon längst nicht mehr hören kann. Vor allem mit diesen Phrasen “… ihren Wohlstandsfortschritt (der westlichen Industriegesellschaft) muss sie leider noch immer der (hiesigen wie globalisierten) Ausbeutung verdanken.”

Finde ich jetzt wenig prickelnd, vor allem, da über diese ganz alte Grünen- und Ökologisten-Schiene auch der Feminismus einst promoted wurde (der vergessene “zivilisationskritische” Öko-Feminismus).

Dann wird es besser:

“These: der Mensch findet – schon aus evolutionspsychologischen und –biologischen Gründen – seine Bestimmung zunächst in der Förderung des Lebens – im weitesten Sinne.”

Oh je, wie rückwartsgewandt ist das denn? *Bestimmung*! — Teleologie, wie schicksalshaft, manifest destiny… OMG!

” …. Die evolutionsnatürliche Familie bildet nach wie vor unabdingbare Voraussetzung jeder auch sich emanzipiert und Hochkultur nennenden Gesellschaft mit glückbringender Zukunftsperspektive.”

Ah, die “evolutions*natürliche*” Familie, ich wittere “Sexualität” statt “Erotik” (siehe allererster post in diesem Selbermach-Sams)!

Dann:
“Auch deswegen müssen Kinderinteressen – als Teil des Generationsvertrags – ins Zentrum der Familienpolitik gerückt werden.”

Hört sich nach althergebrachtem Feminismus an, “Frauen und Kinder zuerst”.

Dann ist sogar von “Naturrechten” der Kinder die Rede, die durch das gender mainstreaming “verleugnet” würden, durch die “natürlich geschlechtsspezifischen Rollen in der Erziehung der Kinder”.

Wobei es ja keinerlei “Naturrechte” gibt, dies ist ein ganz alter Mythos der politischen Rechten (hatten wir neulich auch bei der sog. “liberal”-konservativen Röncke, die vom Tichy). Aha, da weht also der Wind her…

Na Mahlzeit, sieht nach einer Art Feminismus für Männer aus.

Natürlich wird gender auch wieder mal verharmlost oder als “Sexualisierung” fehlgedeutet, machen ja alle Rechten so.

Mike schrieb:

Was mich persönlich an diesem Machwerk besonders entsetzt hat:
Es kommt als ein “Basispapier des Maskulinismus” daher, es soll also einen “Grundkonsens” darstellen, bietet aber im Kern Homo- und Transbashing und ein weitgehend Rückwärtsgewandtes Weltbild.
Wetten das irgendwer das Ding dazu heranzieht um die Männerrechtsbewegung zu diskreditieren?

Es hat natürlich ein paar richtige Gedanken, unter anderem dass eine rein auf Männern basierende Männerrechtsbewegung keine Zukunft hat. Wie so viele XXX-rechtsbewegungen gezeigt haben, sind diese nur von Erfolg gekrönt, wenn Einzelpersonen bzw Personengruppen aus dem “anderen” Lager die Bewegung unterstützen.

Aber das ist halt blos ein Absatz unter vielen…. *seufz*

Auch mir klingt der Text viel zu konservativ. Es gibt eben keinen Sinn des Lebens wenn man eine evolutionäre Sicht anführen will. Fortpflanzung mag einen starken evolutionären Einfluss auf uns gehabt haben, aber daraus ergibt sich kein Sinn. Jeder Mensch hat das Recht sich zu entfalten und Menschen, die sich fortpflanzen wollen und können sind insoweit nicht besser.

Mir widerstrebt eine Festlegung auf bestimmte Rollen – es bringt nichts Leute in solche zu pressen, auch wenn es dessen ungeachtet Häufungen gibt. Männerpolitik muss auch andere Lebenswege als die klassische Familie enthalten und natürlich auch Homosexuelle einbeziehen. Richtig wäre, dass die Familienpolitik ein Schwerpunkt bleiben wird, einfach weil nun einmal in diesem Bereich die meisten Konflikte zwischen Männern und Frauen auftreten. Einen Text, der sich gegen die „Normalisierung der Homosexualität“ ausspricht finde ich allerdings keine geeignete Grundlage: Es klingt nach einer Abwertung von Homosexualität, für die ich keinerlei Grund sehe, da sie zwar in zahlenmäßig weitaus geringerer Zahl auftritt aber ansonsten eben einfach eine Form der Sexualität zwischen Menschen ist, die ebenso auf abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen wie die Heterosexualität beruht.

Die ganzen Ausführungen gegen Gendermainstreaming gehen aus meiner Sicht insofern am Ziel vorbei: besser wäre es, dass man ein breites Spektrum zulässt und einen Zwang zur Mitte ablehnt. Also letztendlich ein Abstellen auf die Individualität, bei der beide Geschlechter nicht verteufelt werden und akzeptiert wird, dass es im Schnitt Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

Was sagt ihr zu den verschiedenen Punkten? Wie ist denn sonst die Resonanz bei Agens? Wenn hier jemand mitliest, der dort aktiv ist, dann würde mich interessieren, inwiefern diese Punkte dort auch kritisch oder zustimmend gesehen worden sind.

Männerbewegung: Kleinere, umsetzbarere Ziele vs. Maximalforderungen, die die Gesamtbetrachtung verändern

Eine interessante Frage, die neulich kurz in den Kommentaren angesprochen wurde, ist die Frage, mit welcher Art von Forderungen die Männerbewegung ins Rennen gehen soll:

  • Kleine Ziele setzen, die dann als eigener Erfolg verkauft werden können
  • Maximalforderungen stellen, in der Hoffnung, dass man so zumindest kleine Sachen durchbekommt.

Ich glaube man sollte in seinen Zielen einen gewissen Realismus verfolgen, weil das Stellen von zu großen Forderungen lediglich erleichtert, eine eh schon mit ihrem Ruf kämpfende Bewegung abzuwerten. Ich würde es insofern sehr interessant finden, sich auf ein relativ kleines und möglichst klar gerechtes Ziel zu setzen und darauf eine Kampagne aufzubauen. Und zu versuchen damit einen gewissen Druck aufzubauen und eine Änderung zu erwirken. Nicht gleich die Einführung des Wechselmodells oder so etwas unrealistisches wie „Abschaffung des Unterhalts“, welches aus meiner Sicht keinerlei Chance hat, umgesetzt zu werden.

Ich glaube, dass viele zu radikale Forderungen vertreten („Auflösung des Jugendamtes“) oder ähnliches. Ich würde eher so etwas nehmen wie „Erwerbsobliegenheit der Frau  im Trennungsjahr„. Bei der Mann sich darauf berufen kann, dass es ungerecht und auch nicht mehr zeitgemäß ist, wenn man anführt, dass eine Frau, die vorher nicht gearbeitet hat, auch im Trennungsjahr nicht arbeiten muss. Bei der Mann an die Emanzipation appellieren kann und anführen kann, dass es heutzutage kein Recht auf „Nicht arbeiten“ geben darf. Bei dem man leicht darstellen kann, dass es schlicht ungerecht und nicht mehr zeitgemäß ist. Ich glaube auch, dass so eine Forderung eher aufgegriffen werden könnte und man damit Aufmerksamkeit erzielen könnte. Und sollte man eine Änderung in dem Bereich bewirken können, dann hätte man deutlich gemacht, dass man etwas bewirkt und wird damit auch für eine Mitarbeit interessanter-

Andere werden es vielleicht ganz anderes sehen und eher auf das große Bild abstellen und das schon etwas hängen bleiben wird.

Wie seht ihr es?

Thesen zum Maskulismus (von Lightyear)

Als Reaktion auf meine Thesen zum Feminismus hat Lightyear2000 auch vier Theorien erstellt (in diesen Tweets 1, 2, 3) die insoweit den Nachweis bringen sollen, dass man viel behaupten kann, die Widerlegung dann aber schwierig ist.

Diese Thesen sind:

1. Im Maskulismus sind Männer immer Opfer

2. Maskulisten haben keine Praxis

3. Maskulisten bashen Feminismus, haben sonst keine eigenen Ideen

4. Maskulisten wünschen sich ihre Privilegien zurück, die vor 50 Jahren noch hatten.

Schauen wir mal:

1. Im Maskulismus sind Männer immer Opfer

Da würde ich zum ersten darauf verweisen, dass in den Studien zur häuslichen Gewalt davon gesprochen wird, dass beide Seiten Gewalt ausüben. Ich wüsste jetzt – abseits eines radikalen Maskulismus, der ein „Frauen beuten nur aus“ vertritt, aber in der Hinsicht sehr selten ist – nicht, wo überhaupt eine „Alleintäterschaft“ von Frauen vertreten wird.

Ich kann auch ohne weiteres hier kundtun: Männer und Frauen haben beide an der Gesellschaft teil und gestalten diese insofern auch beide. Üblicherweise werden verschiedene „Kompromisse“ gefunden bzw. in einem Bereich setzt sich eher die Frau, in anderen eher der Mann durch.

2. Maskulisten haben keine Praxis

Leider hat Lightyear immer noch nicht so recht erklärt, was er eigentlich unter „Praxis“ versteht. Es scheint mir damit nicht einfach konkrete Arbeit gemeint zu sein, sondern die Anwendung der Theorien auf tatsächliche Lebensverhältnisse.

Ansonsten müsste ich auf Manndat, Agens, Väteraufbruch  und andere Vereine verweisen. An praktischen Anwendungen würde ich das Hinwirken zb auf ein Wechselmodell sehen, oder auf Bereitstellung auch für Hilfe für Männer, die von Gewalt betroffen sind oder für die Stärkung von Vaterrechten. Was sonstige allgemeinere „Praxis“ angeht würde ich es so sehen, dass aus zB den biologischen Theorien folgt, dass Männer nicht essentialistisch gesehen werden können, sondern es allenfalls Häufungen gibt und das aus der Figur des naturalistischen Fehlschluss folgt, dass Männer auch wenn das Selektionsdrücke waren, die nach Niederschlagung in unserer Biologie zur Ausprägung einer entsprechenden Kultur geführt haben, nicht auf die Rolle als Versorger, Beschützer etc festgelegt werden können und insofern um mit Warren Farrell zu sprechen nicht „disposabel men“ sein sollten, sondern den gleichen Anspruch auf Schutz und Unterstützung haben wie Frauen.

3. Maskulisten bashen Feminismus, haben aber sonst keine eigenen Ideen

Das überschneidet sich aus meiner Sicht etwas mit dem obigen Punkt, aber ergänzend dazu würde ich sagen, dass in einem Maskulismus wie beispielsweise dem von Warren Farrell die Theorie vertreten wird, dass Männer und Frauen ein Nullsummenspiel betreiben, wenn es eigentlich um Kooperation zwischen den Geschlechtern geht.

Dies kann man mit der Spieltheorie weiter ausbauen, etwa indem man die klassische Beziehung als Prisoners Dilemma versteht und vieles zwischen den Geschlechtern als Versuch des Signals, dass man fair spielen will und gleichzeitig als Absicherung gegen „defect“. Von dieser Betrachtung ausgehend muss es zu einer Neuverhandlung bestimmter Regeln zwischen den Geschlechtern kommen, denn früher hatte es für beide bei einer Heirat oder auch nur Sex erheblich andere Auswirkungen „defect“ zu spielen. Heirat ist insofern mit Verhütung, Unterhalt, Zugewinn, Versorgungsausgleich, Arbeit beider Geschlechter, staatlicher Unterstützung und dem Wegfall sozialer Stigmata ein ganz anderer Vertrag geworden, deren Regelungen vielleicht nicht mehr zeitgemäß sind. Ein wesentlicher Teil maskulistischer Arbeit und Ideen bezieht sich gerade auf diesen Bereich und seine Auswirkungen, vom Sorgerecht bis zum Unterhalt.

4. Maskulisten wünschen sich ihre Privilegien zurück, die vor 50 Jahren noch hatten.

Eigentlich will aus meiner Sicht kaum jemand zurück in die 50er. Den diese Privilegien sind ja nur bei sehr einseitiger Betrachtung. „Vorstand der Familie“ ist ein sehr relativer Begriff, genug Männer werden auch damals unter dem Pantoffel gestanden haben. Und es bedeutete eben auch allein für die Versorgung der Familie verantwortlich zu sein, schwer an außerehelichen Sex zu kommen, sich von einer nicht mehr genehmen Partnerin quasi nicht trennen zu können und zudem für den Fall, dass das nicht gelang ein meist lebenslanger Unterhaltsanspruch ohne das die Frau verpflichtet war einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (wenn ich mich nicht täusche), sofern sie nicht etwas falsch gemacht hatte, was ihn zur Treue berechtigt.

Es mag für Feministen kaum vorstellbar zu sein, aber ich habe gerne vor der Ehe die Möglichkeit, Beziehungen auszuprobieren und nicht dafür beschämt zu werden oder auch einfach nur Sex zu haben. Und ich finde es gut, wenn eine Frau ebenfalls etwas verdient. Was genau an den 50er Jahren so attraktiv für Männer gewesen sein soll entzieht sich mir da eher.

Wenn damit allgemein konservative Geschlechterrollen gemeint sind: Dagegen gibt es natürlich auch Widerstand im Maskulismus. Es ist ja nicht so, dass die konservativen Rollenzuweisungen hier durchgängig bejaht werden, sie werden eben auch als Einschränkungen für Männer gesehen und der Versuch, sie als zwingend zu befolgen vorzugeben, abgelehnt

 

Was würdet ihr gegen Lightyears Thesen anführen, vielleicht auch an Artikeln auf eurem Blog? Oder welche Ausführungen stützen vielleicht sogar seine Thesen? Wie steht ihr allgemein zu diesen?

Welche Theorien spielen in der Männerrechtsbewegung / in der maskulistischen Theorie eine Rolle?

Ich hatte neulich schon gefragt, welche Theorien im Feminismus eine Rolle spielen. Das finde ich auch einfacher als das gleiche für den Maskulismus zu bestimmen, weil hier sehr viel unterschiedliche Meinungen vertreten werden.

Vorreiter ist insoweit vielleicht Warren Farrell, mit Theorien wie dem „disposable Man“ etc.

Häufig ist es gar nicht mal eine tatsächliche Theorie, sondern eher die Überprüfung bestimmter feministischer Theorien und deren Entkräftung, etwa bei häuslicher Gewalt oder im Bereich der „Rape Culture“. Kann man da von eigenen Theorien sprechen (und was wären gute Bezeichnungen dafür?) oder fehlt dafür das „Eigene“.

Wenn es um die Frage geht, wie die Geschlechter geworden sind, was sie sind, dann scheint mir bei Warren Farrell ebenfalls eine soziale Erklärung im Vordergrund zu stehen, die aber wesentlich mehr auf gegenseitiger Beeinflusssung aufbaut, beispielsweise eben auch auf den Anforderungen der Frauen an die Männer.

Daneben scheinen mir die Theorien, die biologische Anteile bei der Geschlechterrolle und ihrer Ausgestaltung sehen, ebenfalls weit verbreitet zu sein.

Es wäre interessant, wenn man hier einmal etwas mehr zu theoretischen Ansätzen sammeln könnte.

 

Erstellung einer Vorstellung der deutschen „Manosphäre“

In dem Beitrag „Wie wird man zum Männerrechtler“ hatte es in den Kommentaren mal eine Diskussion gegeben, wie man die verschiedenen Vereine, die sich für Männerrechte und insb. auch Väterrechte einsetzen besser mit der bestehenden Bloggerszene verbinden könnte.

Ich hatte damals in einem Kommentar geschrieben:

Wie wäre es zB mit einem Artikel hier, in dem sich MANNdat vorstellt?
Und im Gegenzug einem Artikel bei MANNdat auf der Seite (oder gibt es eine Mitgliederzeitschrift?), der die Blogszene vorstellt.

Radfahrer von MANNDat meinte dazu:

Ich glaube nicht, dass sich bei MANNdat jemand besser in der Bloggerszene auskennt als Du, Christian. Vielleicht hast Du Lust, einen Gastartikel zu schreiben?

Das habe ich mir jetzt schon ein paar mal vorgenommen, weil ich es nach wie vor für eine gute Idee halte, wenn man sich da etwas mehr vernetzt, aber irgendwie hat es bisher nicht geklappt.

Also dachte ich, dass man es in einem Gemeinschaftsprojekt vielleicht schneller und besser hinbekommt. Wenn jeder für seinen Blog oder auch für einen anderen Blog, den er gerne liest, eine kurze Vorstellung schreibt, dann sollte so ein Artikel ja schnell zusammenkommen. Das kann hier in den Kommentaren, auf dem eigenen Blog oder auch gerne per Email erfolgen (bei letzeren am besten einen kurzen Hinweis in den Kommentaren). Ich könnte mir auch vorstellen, dass man den Beitrag dann übersetzt und zB bei internationaleren Seiten wie A Voice for men anfragt, ob sie Interesse haben.

Ich würde mir den Aufbau wie folgt vorstellen:

Eine kurze Einleitung, dann eine Vorstellung der verschiedenen Blogs, dann vielleicht auch noch eine Kurzvorstellung von den verschiedenen Organisationen, jeweils mit Links. Ich würde das dann alle sammeln und zusammenstellen und jedem, der dies will eine Version zuschicken. Dann könnten vielleicht alle beteiligten, also die Blogs und die jeweiligen Organisationen den Artikel an einem bestimmten Tag online stellen und wir hätten zum einen eine schöne gegenseitige Verlinkung und Vernetzung und zum anderen würde auf die jeweiligen Szenen aufmerksam gemacht werden.

Um mal einen Anfang zu machen:

Wer sich für Männerrechte oder auch Kritik am gegenwärtigen Feminismus interessiert, der findet heute im Internet eine reichhaltige Szene vor. Neben zahlreichen Organisationen findet sich auch eine Blogszene, die das Thema von vielen verschiedenen Seiten angeht. 

Die erste Anlaufstelle für einen Überblick ist „Das Patriarchat“ (auch auf Twitter), welches die verschiedenen Beiträge sammelt und einen schnellen Überblick über verschiedenste Blogs ermöglicht. Es dient auch dazu, dass auch die Blogs, die nur seltener Beiträge veröffentlichen, eher wahrgenommen werden und nicht übersehen werden. Der Name ist dabei eher spaßhaft zu verstehen, Blogs im „alten Stil“, die tatsächlich einen Rückfall in die alte Zeit der Männerherrschaft wollen, sind dort nicht vertreten, vielmehr zeigt sich ein breites Themenspektrum, von eher links ausgerichteten Blogs über Themenblogs wie etwa zu Kuckuckskindern oder solchen, die eher auf die Belange schwuler Männer ausgerichtet sind bis zu eher liberalen oder auch konservativeren Blogs

Ein Blog, der insbesondere darauf ausgerichtet ist, erste Informationsquelle für alles um Männerrechte etc ist und der wohl insoweit  sowohl  die meisten Beiträge pro Tag hat und auch einer der ältesten Blogs ist, ist Genderama von Arne Hoffmann. Hier erfährt man häufig als erstes von diversen Neuigkeiten und es werden auch viele Beiträge sowohl aus der deutschen Szene als auch aus dem internationalen Bereich präsentiert. (….)

Auf dem Blog Alles Evolution (Twitter) von Christian Schmidt geht es um die Grundlagen der Geschlechter, insbesondere um biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau, also um evolutionäre Biologie, Hormone, Gene, aber auch kulturelle Ausgestaltungen der Unterschiede sowie die Besprechung anderer Theorien zu dem Thema. Es werden Studien und andere Texte besprochen. Zudem werden auch häufig Theorien aus dem Feminismus besprochen oder gerade Texte aus dem radikalen Feminismus kritisch analysiert. Zudem geht es auch um Flirten und Beziehungen, wobei hier häufig Ansätze aus dem Pickup eine Rolle spielen. Ein weiteres Merkmal ist die rege Diskussion in den Kommentaren der täglichen Artikel, bei der viele verschiedene Meinungen, auch feministische, aufeinander stoßen. Zudem kann jeden Samstag jeder auch eigenes zusätzlich einbringen, was ebenfalls dazu führt, dass sehr viele Themen und auch aktuelle Bereiche diskutiert werden. Es ist wohl der Blog innerhalb der Szene, auf dem die meisten Diskussionen geführt werden.

Der Lehrer Lucas Schoppe schreibt auf Man-Tau über

Adrian behandelt auf Gaywest

Der Kuckucksvaterblog hat ein sehr spezielles Thema

Achdomina hat insbesondere beim GamerGate

Der Flußfänger schreibt über….

Mein Senf“ ist das, was man hier erhält…

Der Blog „Der Jüngling“ ist zwar noch jung, aber

Danish schreibt von

Cuncti ist ein Gemeinschaftsblog aus dem

Elitemedium will darstellen, wie

Kritische Wissenschaft überprüft gerne…

Meinungen und Deinungen bringen Informationen zu

Eine Offene Flanke ist das Thema auf

Thema bei den Schusterjungen ist

Tom schreibt zu

Erzählmirnix schreibt weniger als sie zeichnet, aber in beiden Fällen…

Der lange Weg will Männern helfen, die bisher noch keine Beziehungen hatten und

Auf #Auschrei wird lautstark über

(…)

Geschlechterallerlei ist ein Gemeinschaftsblog der Leuten ohne eigenen Blog erlauben soll zu bloggen und damit auch einen schnellen Einstieg erlauben soll. Auch Leute, die nur kurzzeitig mal bloggen wollen oder es einfach mal ausprobieren wollen sind gerne willkommen. Demnach sind auch die Themen und die Art der Artikel sehr unterschiedlich. Der Blog ist offen für alle, die zu Geschlechterthemen bloggen sollen, theoretisch können hier auch gerne Feministinnen schreiben, wenn sie ihre Artikel dann der Diskussion in den Kommentaren stellen. Gegenwärtig schreiben 3-4 regelmäßige Autoren, es ist allerdings immer einiges im Fluss. Wer mitmachen will, auch als Gastautor, der sollte einfach mal vorbeischauen.

Auch die verschiedenen Organisationen haben eigene Seiten:

Agens beispielsweise stellt auf seiner Seite

MANNDat stellt auf seiner Seite

(…)

Ich würde mich freuen, wenn wir daraus einen ansprechenden Artikel aufbauen könnten. Wer keinen eigenen Artikel schreiben möchte, der stellt vielleicht einfach einen Artikel bei sich ein, vielleicht wollen seine Leser was zu dem Blog schreiben.

Erfahrungsgemäß klappt so etwas am Besten, wenn die Leute nicht ewig Zeit haben, ich würde daher den „Einsendeschluss“ auf den 20.3.2015 legen.

Konservativer und linker Maskulismus

Toxicvanguard schreibt in einem Kommentar

Die meisten rechtskonservativen Männerrechtler versuchen weniger mehr als den Status Quo wiederherzustellen; dort wurden sie als Männer zwar fast gleich unfair behandelt wie jetzt, hatten aber jedoch wenigstens eine Familie und eine Frau, über die sie wenigstens das Gefühl hatten, doch noch etwas Einfluss und Wert in dieser Gesellschaft zu haben. Du hattest sozusagen wenigstens einen kleinen Ausgleich dafür zur Klasse der disposable Males zu gehören.

Das scheint tatsächlich der häufige Gedankengang zu sein. Es ist weniger eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Nachteilen der Rolle, etwa der Unterhaltspflicht, als vielmehr der Versuch sie wieder auszufüllen. Insofern ist es häufig eher eine Mehrverpflichtung der Männer.

Allgemein wird aus meiner Sicht der Einfluss konservativer Wertvorstellungen zum Nachteil der Männer unterschätzt. Häufig ist es weniger die „feministische Verschwörung“, sondern eher der konservative Anteil, der dazu führt, dass Männern Pflichten auferlegt werden. Die Verschärfungen des nachehelichen Unterhalts hin zu einer stärkeren Betonung der reinen Ehezeit ist beispielsweise meines Wissens nach auf die CDU zurückzuführen. Gerade dort lebt eben auch der Gedanke, dass der Mann Unterhalt zu zahlen hat, weil die Frau ja die Kinder versorgt bzw der Gedanke, dass man dafür die Voraussetzungen schaffen soll.

Zum Glück lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen, denn der Staat würde ohne die Steuerabgaben der Frauen erst recht sterben und die Frauen wollen auch sicher nicht zurück, ausser ein Kollaps steht kurz bevor, dann fallen wir vielleicht wieder in alte Rollenbilder zurück.

In der Tat: Ich will auch nicht zurück in die alten Zeiten. Denn die Hausfrauenehe ist mit das gefährlichste, was einem Mann im Fall einer Scheidung passieren kann.

Gleichzeitig sieht es aber im linken Maskulismus nicht wirklich besser aus; auch dort glaubt man durch das stumpfe Wiederholen von gescheiterten Taktiken irgendwann ans Ziel zu kommen. Man kopiert dabei die Mechanismen des Feminismus, wundert sich dann, dass statt Mitleid nur Hass als Antwort kommt. Gleichzeitig verschlechtert sich das Bildungsniveau von Jungen und Männern stetig und Quoten werden im “Jahr des Mannes” durchgedrückt, während sich immer mehr Männer aus dieser Gesellschaft zurückziehen.

Ein Kopieren von gescheiterten Taktiken würde ich eher nicht sehen. Vielleicht allenfalls darin, dass auch an einer Opferrolle gearbeitet wird und daran, dass man in verschiedenen Punkten gleichzuziehen versucht, zB  was sexuelle Belästigung etc betrifft.

Andere Richtungen weiten die Opferrolle (und den Hass) denke ich eher aus, in dem sie auf eine Ausbeutung von Männern durch herzlose Frauen, die in den Männern nichts weiter als nützliche Idioten sehen, abstellen, was aber ein sehr radikaler Ansatz ist, der aus meiner Sicht stark im Abnehmen ist.

Angst vor Unmännlichkeit bzw. Homophobie als Hindernis

Wolfgang Wenger stellt, was auch Arne bereits aufgegriffen hat, in seinem Blog die These auf, dass Männer sich nicht für Männer einsetzen, weil sie befürchten, für homosexuell gehalten zu werden.

Homophobie heißt nicht, das Männer Angst vor Homosexualität haben, sondern dass sie Angst haben, als homosexuell zu gelten!!!!

Und wie gelten sie als homosexuell? Wenn sie sich um Männerangelegenheiten kümmern!

Es gibt inzwischen viele Organisationen, die sich für Männer und Jungen einsetzen: Vafk, MANNdat, AGENS, Inclusion (http://www.forum-inklusion.eu/) und nicht zuletzt mein eigener Verein junge(n)welten e.V. (http://www.jungenwelten.de/)

ALLE haben einen Mangel an Unterstützung durch Männer.

Männer labern lieber oder beklagen sich – Hilfe fordern sie von anderen, von Strukturen, von Institutionen, sogar von Organisationen, die Frauen unterstützen!

Männer bezeichnen sich als BABYS, die unterstützt und gefördert werden müssen, wenn man sie auffordert, sich selbst zu organisieren und durchzusetzen. Was SEHR wichtig wäre!!!

Aus meiner Sicht ist der Zusammenhang mit der Furcht für Homosexuell gehalten zu werden, eher dünn. Eher plausibel erscheint mir, dass sie „um Hilfe bitten“ als Zeichen der Schwäche sehen, die sie sich so als Männer nicht eingestehen wollen. Sie wollen nicht als schwach angesehen werden.

Da spielt intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, aber eben auch Geschlechterrollen mit hinein. Und darein kann auch wiederum Homophobie im Sinne von Wolfgang hineinspielen, weil schwul sein eben in Verbindung mit „unmännlich sein“ gelesen wird oder jedenfalls als Verstoß gegen die Geschlechterrolle.

Aktiv in dem Bereich zu werden, dass bedeutet eben auch sich angreifbar zu machen. Einer der armen Männer zu sein, die Hilfe brauchen. Das ist ein Verstoß gegen die Geschlechterrollen. Und die meisten Männer haben denke ich gelernt, dass sie sich in der Richtung lieber nicht angreifbar machen.

Ich vermute, dass „Labern und sich beklagen“ einfach in einer anonymeren Form möglich ist als aktive Mitarbeit. Mitarbeit macht einen eher sichtbar und setzt einen daher auch eher Kritik aus. Man kann sich leicht sagen, dass man neben der Arbeit und neben weiteren Bereichen dafür die Zeit nicht hat.

Worin genau besteht die Verletzbarkeit in dem Bereich?:

  • Das Fordern von Männerrechten passt nicht dazu, ein starker Mann zu sein (Wirst du armer Mann von Frauen unterdrückt?)
  • Es besteht eine starke Tabuisierung dagegen, Frauen „Rechte wegzunehmen“ oder ihnen die Verantwortung zuzuweisen. Es kann als Angriff auf die eigene Beziehung verstanden werden, weil es als Angriff auf Frauen verstanden wird.
  • Man ist sehr schnell in der Situation sich rechtfertigen und viel erklären zu müssen – und die Argumente werden schnell auch so verstanden, dass man etwas gegen Frauen hat.
  • Der Status von Männerrechtsgruppen ist sehr fraglich: Zu schnell ist man in einer Gruppe, die nicht akzeptiert ist/zu unseriös/zu frauenfeindlich/was auch immer gilt

Vor diesen potentiellen Gefahren flüchten sich Männer anscheinend gerne in ein „es betrifft mich ja nicht„, solange dies möglich ist. Wenn es sie betrifft, etwa bei einer Scheidung, dann wird eher das konkrete Problem gesehen als der große Zusammenhang, also der Kampf um die eigenen Rechte.

Vielleicht wäre es für eine breitere Unterstützung sinnvoll, kleinere Bereiche mit konkreten Fragen abzutrennen und diese als Frage nicht der Benachteiligung darzustellen, sondern als Ausdruck der Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

Ich könnte es mir beispielsweise in den Bereichen „Unterhalt“ und „Sorgerecht“ gut vorstellen, dass man dort entsprechende Kampagnen starten könnte, die man als „wir leben in einer emanzipierten Welt, da ist es ganz klar, dass Männer auch das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kind haben müssen/dass Frauen selbst arbeiten müssen und Unterhalt beschränkt ist“. Vielleicht wäre es geschickt diese Punkte anhand von bestimmten Fällen, die die Ungerechtigkeit der gegenwärtigen Regelung ansprechen, zB wie hier, aufzuarbeiten, damit es überschaubar und abgrenzbar wird.

Das Narrativ des weiblichen Opfers ist leicht vertretbar. Es ist bekannt, es passt zur ohnehin bestehenden Rolle, es ist leicht abstrakt forderbar. Männer fühlen sich denke ich eher unwohl, wenn sie sich in diese Rolle begeben und suchen dann nach einem Halt, der bei so allgemeinen Themen wie „Jungs werden in der Schule benachteiligt“ oder „Männer werden allgemein benachteiligt“.

Es ist aber jedenfalls eine interessante Beobachtung, dass in vielen der Vereine Männer nur sehr eingeschränkt mitarbeiten und viele Frauen eher aktiv sind. Dazu würden mich Erfahrungen anderer interessieren, die in dem Bereich aktiv sind.

Robert Claus: Maskulismus

Es gibt mal wieder eine feministische Studie zum Thema Maskulismus.

Maskulismus – Antifeminismus zwischen  vermeintlicher Salonfähigkeit  und unverhohlenem Frauenhass

Finanziert wurde sie wohl von der SPD nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Allerdings leider keine wesentlichen neuen Erkenntnisse und auch keine wirkliche Aufarbeitung der maskulistischen Szene. Der inhaltliche Stand scheint 2012 zu sein, mit kommt es so vor als hätte der Autor einfach die bisherigen Studien genommen und daraus eine neue Studie gemacht. Rosenbrock und Kemper lassen grüßen. Einige Auszüge:

Männliches Miteinander – modernisierte Bünde Der Maskulismus sieht es als Problem an, dass Männer entmündigt und als Gruppe zersplittert seien. Folglich arbeitet er daran, eine Männergruppe zu (re)etablieren, die ihre ‚Männlichkeit’ kollektiv als positiv empfindet. Dieses positive Selbstverständnis bestünde darin, eigene ‚männliche’ Interessen, Vorstellungen und Werte gegen eine ‚feministisch ideologisierte Gesellschaft’ durchzusetzen. Zugleich werden alle (pro-)feministisch orientierten Männer (und Frauen) aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen und zum ‚lila Pudel’, dem politischen Feind, erklärt. Insofern basiert die Idee der maskulistischen Männergruppe auf dem Ideal einer ungestörten Männergemeinschaft. Ihr Ziel ist es, patriarchale Macht zu modernisieren – sie ist eine Organisationsform, die in bündischer Tradition steht. Zugleich jedoch zeichnet sich in den männlichkeitspolitischen Stoßrichtungen von Agens und MANNdat ein deutlicher Widerspruch ab. Während Erstere die Entdeckung der männlichen Fürsorge betreiben, vertritt MANNdat ein im Grunde rein traditionelles Männlichkeitsbild des ‚harten Abenteurers’.

Da sieht man auch, dass eine Aufarbeitung abseits des gelben Forums und Sons of Perseus nicht wirklich stattgefunden hat. Natürlich sind – jedenfalls in meiner Form des Maskulismus auch Frauen, Männer, die nicht der Männerrolle entsprechen, aber diese auch nicht per se dämonisieren oder homosexuelle Männer willkommen.

Ist Männlichkeit verhandelbar? Jenseits eines stark vereinfachten Verständnisses der Zielgruppe ‚Männer’ sowie der simplen Übereinkunft im Feindbild Feminismus birgt die Frage nach den Begriffen Männlichkeit und Mannsein enorme Sprengkraft. Dementsprechend wird sie zumeist umschifft. Während ein großer Teil der ‚Bewegung’ ‚Mannsein’ als unhinterfragbare Norm versteht, versuchen andere den Begriff der ‚Männlichkeit’ mit konservativen Werten zu füllen und machen ihn dadurch zugleich reflektierbar, wenn auch in einem engen Rahmen. Wie in Kapitel 7.1 angeführt, hängen an dieser Debatte auch Fragen der Ausrichtung maskulistischer Männerpolitiken. Denn hier klafft eine deutliche und im Maskulismus bisher nicht ausdiskutierte Lücke zwischen Konzepten, Männlichkeit wieder traditioneller zu gestalten (Mannsein =Außendrang, Durchsetzungskraft und Härte) einerseits sowie Männlichkeit flexibler und moderner auszulegen (Männlichkeit = auch emotional und fürsorglich). Nur muss man darüber auch diskutieren können, um darüber diskutieren zu können …

Ist in der Tat ein Punkt. Wobei die Wahlmöglichkeiten hier sehr einfach dargestellt werden. Das von mir favorisierte Modell, dass es Häufungen geben kann, aber auch Abweichungen und das beides okay ist, kommt anscheinend als Modell nicht vor.

Feminismus, Geschlechterforschung und gleichstellungspolitische Projekte werden in den kommenden Jahren um eine Auseinandersetzung mit dem Maskulismus nicht herumkommen. Gesellschaftliche Modernisierung zeitigt Frustration in Anbetracht der Möglichkeiten des gesellschaftlichen Reichtums einer- sowie der Begrenztheit des individuellen Erfolgs andererseits. Ideologien natürlicher Herrschaft bilden eine Option der Bearbeitung dessen. Die gesellschaftlichen Anknüpfungspunkte des Maskulismus sind reichhaltig vorhanden und das feministische Geschlechterwissen keineswegs so hegemonial, wie behauptet wird. Zwar konnten in einigen gesellschaftlichen Teilbereichen feministische Erfolge erzielt werden, doch sind sexualisierte Gewalt und ökonomische Macht von Männern sowie der Ausschluss von Frauen aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens immer noch Realität. Darüber hinaus könnte der Maskulismus perspektivisch den Druck auf (pro-) feministische, gleichstellungspolitische sowie dekonstruktivistische Projekte erhöhen und sie verstärkt in defensive Auseinandersetzungen zwängen. Die Kritiken an Frauenförderungsmaßnahmen wurden in dieser Arbeit analysiert. Zugleich betrifft dies emanzipatorische Männlichkeitspolitiken.

Das ist ja immerhin mal eine interessante Einschätzung, Man wird um eine Auseinandersetzung mit dem Maskulismus nicht herumkommen. Weitere Texte bei:

Einordnungen im Maskulismus in Bezug auf Feminismuskritik

Leser Leszek schreibt in den Kommentaren etwas dazu, was seiner Meinung nach verschiedene Strömungen im Maskulismus am Feminismus stört: 

Davon abgesehen, scheinen durchschnittliche Unterschiede zwischen den drei Gruppen speziell beim Thema Feminismuskritik vielleicht leichter herauszuarbeiten zu sein.

  • – Der liberale Maskulist sieht im radikalen Feminismus und seinem Einfluss auf Medien und Politik eine potentielle Bedrohung für individuelle Freiheit im persönlichen, politischen oder ökonomischen Bereich, z.B. durch Quoten, Gesetzesverschärfungen, Einschränkungen der Meinungsfreiheit, Propagierung neuer Rollenvorgaben etc. Der “Staatsfeminismus” begünstigt in den Augen des liberalen Maskulisten die Ausdehnung der Staatsgewalt in Bereiche, die diesen nichts angehen und die der selbstbestimmten Wahl und Aushandlung der Bürger unterliegen sollten. Mit einem authentisch liberalen Feminismus, (z.B. Equity-Feminismus, Individual-Feminismus, französischer liberaler Feminismus im Sinne Elisabeth Badinters) hat der liberale Maskulist keine Probleme.
  • Der linke Maskulist kritisiert radikale Strömungen und Positionen des Feminismus primär deshalb, weil und insofern sie einen Beitrag zu männlichen Diskriminierungen leisten, den Eingang männerrechtlicher Anliegen in den Mainstream blockieren und so zu Ausgrenzung und Ungerechtigkeit in Bezug auf berechtigte Anliegen von Jungen und Männern beitragen. Dem linken Maskulisten geht es dabei um gleiche Rechte und gleiche Pflichten, weil nur dies gerecht ist. Gegen feministische Auffassungen und Positionen, die mit dem Grundsatz “gleiche Rechten und gleiche Pflichten” im Einklang sind, hat der linke Maskulist nichts einzuwenden.
  • Der konservative Maskulist tendiert eher dazu im vorherrschenden Feminismus eine Bedrohung für Werte, Normen und Institutionen zu sehen, die ihm Halt, Sicherheit und Orientierung vermitteln, z.B. Geschlechterrollen, Familienstabilität, Religion etc. Der Einfluss des vorherrschenden Feminismus auf Medien und Politik wird tendenziell als Angriff auf klassisch konservative Sicherheitswerte interpretiert, (z.T. werden böse Absichten dabei unterstellt). Handelt es sich um einen gemäßigten Konservativen, ist er jedoch kein Gegner der Gleichberechtigung oder der persönlichen Freiheit und könnte potentiell mit einem gemäßigten Feminismus leben, bei dem er den Eindruck hat, dass dieser ihn so leben lässt, wie er will.

Dabei sei noch einmal in Erinnerung gerufen, dass auf Ebene des Individuums alle möglichen Mischformen zwischen den drei Wertepräferenzen auftreten können.

Die verschiedenen Formen der Political Correctness (linke, rechte und liberale Political Correctness) sind übrigens stets auf die Wertepräferenzen ihrer jeweiligen Bezugsgruppen abgestimmt. Der politische Gegner wird als extremer und böswilliger Angreifer der jeweiligen Grundwerte dargestellt.

Finde ich eine interessante Aufteilung, die durchaus einiges hat. Wobei es sicherlich auch übergreifende Elemente gibt: Die Misandrie in vielen Teilen des Feminismus und die einseitig auf Männer als Sündenbock ausgerichteten Theorien stören sicherlich viele Männer unabhängig ihrer theoretischen Ausrichtung.

Erzählmirnix Masku-Blogstöckchen: 8 Fragen zum Maskulismus

Erzählmirnix stellt ein paar Fragen zum Maskulismus an „die üblichen Verdächtigen“.

1. DEN Maskulismus gibts ja eigentlich gar nicht… oder? Wie würdest du (deinen) Maskulismus definieren?

Ich würde mich in einen gemäßigten, liberalen, biologische ausgerichteten Maskulismus einordnen. Daraus folgt eine gewisse Form von Differenzmaskulismus, der aber nicht absolut verstanden werden soll. Es geht eben darum, gewisse Unterschiede im Schnitt anzuerkennen, ohne damit die Einzelperson festzulegen. Männer und Frauen sind nicht absolut verschieden. Die Ausprägung bestimmter Fähigkeiten ist bei Mann und Frau verschieden, es handelt sich um zwei Normalverteilungen mit unterschiedlichen Mittelwert, deren Träger überlappen. Demnach gibt es Männer, die nicht so gut sind in Bereichen, in denen Männer im Schnitt besser sind und Frauen, die in diesen Bereichen besser sind und umgekehrt

2. Was war dein erster Berührungspunkt mit Maskulismus? Wann hast du zum ersten Mal was davon gehört und wann und warum hast du dich evtl. zum ersten mal selbst so bezeichnet?

Ich hatte schon einiges über Geschlechterunterschiede gelesen und mir so meine Gedanken gemacht. Dann las ich in der Süddeutschen einen Bericht über das Buch „Frauen und Kinder zuerst“ von Paul-Hermann Gruner, dass einige interessante Fragen ansprach. Ich kaufte es mir aus einer Laune heraus und vieles dort passte gut zu anderen Überlegungen die ich hatte. Ich las etwas weiter, Arne Hoffmann und Warren Farrell. Gerade in Verbindung mit den Geschlechterunterschieden machte das durchaus alles Sinn. Ich weiß, dass ich einmal gegenüber einem Freund erwähnte, dass es eigentlich eine Gegenbewegung geben müsste für Männer und die dann Maskulismus heißen müsste. Er schaute mich etwas entgeistert an, es kam für ihn eher aus heiteren Himmel, während es mich gerade beschäftigte. Ansonsten bezeichne ich mich allerdings auch nicht sehr häufig als Maskulist, es ist mir ein zu unbekannter Begriff, der so nicht verstanden wird.

3. Gibt es maskulistische/männerrechtliche Bereiche, von denen du persönlich besonders betroffen bist?

Im Familienrecht gibt es einige Berührungspunkte, wenn sie mich auch nicht selbst betreffen. Da empfinde ich einige Regelungen als ungerecht. Ansonsten hatte ich bisher kein so schlechtes Leben: ich wurde noch nicht ernsthaft falschbeschuldigt . Ich wurde noch nicht zugungensten einer Quotenfrau übergangen. Mir wurden keine Kinder weggenommen. Es waren eher allgemeine Diskriminierungen im Alltag und der Versuch einen auf Geschlechterrollen festzulegen.

4. Rein hypothetisch: Der Maskulismus wird plötzlich unglaublich einflussreich und Deutschland wird ein komplett maskulistischer Staat. Was würde sich aus deiner Sicht geändert haben?

Da ist natürlich die Frage, welcher Maskulismus. Im Radikalmaskulismus möchte ich genau so wenig leben, wie im Radikalfeminismus, vielleicht möchte ich sogar eher im Radikalfeminismus leben.

Wenn man aber davon ausgeht, dass „mein“ Maskulismus führend wird, dann würde ich für Änderungen im Familienrecht plädieren, ich hatte hier schon einmal etwas zu Änderungen gesagt, die eher aus einem Nachteilsausgleich abstellen als auf den Halbteilungsgrundsatz. Ich würde mich dafür einsetzen, dass darüber aufgeklärt wird, welche biologischen Grundlagen die Geschlechter haben und das diese eben nur im Schnitt bestehen. Ich würde dementsprechend für eine Förderung von Frauen und Männern auch in den Bereichen sein, die nicht typisch für das jeweilige Geschlecht sind, sein, wenn diejenige Person dort stärken hat.

Für staatliche Quoten wäre ich nicht zu begeistern, eher dazu, dass man die Geschlechter anhält sich in verschiedenen Bereichen einzusetzen, wenn sie wollen, dass dort der Anteil der Handelnden erhöht wird.

Die Genderstudies würde ich dahingehend öffnen, dass tatsächlich ein umfassendes Bild über den Forschungsstand zu den Geschlechtern präsentiert wird. Poststrukturalistische Theorien müssten sich dementsprechend mit den Gegentheorien beschäftigen.

Ansonsten wäre ich dafür, dass man keine einseitigen Lager entstehen lässt (ich will gar keinen maskulistischen Staat), sondern versucht die Probleme, die zwischen den Geschlechtern auftreten, unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen der Geschlechter zu lösen.

5. What about the Womenz? Ist für Frauen die Welt schon rosarot (haha, Wortspiel) oder gibt es aus deiner Sicht noch Dinge, die sich für Frauen verbessern sollten. Was für eine Rolle spielt da aus deiner Sicht der Maskulismus?

Weltweit gibt es einiges, was man für Frauen verbessern sollte. Beide Geschlechter sollten frei sein so zu leben, wie sie wollen. Dafür ist meiner Meinung nach das Erklären des Umstandes, dass „Häufungen“ nicht „absolute Unterschiede“ sind sehr wichtig. Hier sollte auf ein allgemeines Verständnis hingearbeitet werden, was Leute betrifft, die sich eher in den Randbereichen dieser Verteilungen wohlfühlen. Konservative Ansichten oder gar religiöse Ansichten über den Platz von Mann und Frau können da zu Beeinträchtigungen führen. Und weil ich davon ausgehe, dass in Zukunft Lösungen nur gefunden werden können, wenn beide Seiten eine Interessenvertretung haben sollte es einen gemäßigten Feminismus genauso geben, wie einen gemäßigten Maskulismus. Die Aufgabe beider muss sein, eine humanistische Lösung unter Berücksichtigung aller Interessen zu finden, die zeitgemäß ist, dem Einzelnen aber auch Freiheiten lässt

6. Was stört dich am Maskulismus? Welche Themen, Meinungen oder Maskulisten gehen dir auf die Nerven, bzw. mit wem möchtest du nicht in einen Topf geworfen werden?

Das „Frauen sind der Feind“-Denken. Der Ton. Die pauschalen Abwertungen. Der Essentialismus im Sinne von Frauen oder Männer müssen auch als Einzelpersonen so oder so sein.

7. Welche Erfahrungen hast du allgemein gemacht, wenn du über das Thema Maskulismus diskutiert hast?

Im Internet:

Es ist wahnsinnig schwer mit dem Feminismus ins Gespräch zu kommen. Meist wird die Diskussion, auch wenn sie noch einigermaßen sachlich begann, abgebrochen. Bei den meisten Genderfeministinnen herrscht leider ein ziemliches Lagerdenken und keine Bereitschaft, auf Kritik einzugehen oder andere Meinungen zu besprechen.

Im Privaten:

In meinen Anfangszeiten sah eine Freundin bei mir einige der oben erwähnten Bücher, also Warren Farrell und Arne Hoffmann und wir führten einige Diskussionen darüber. Sie kam eher aus den Sozialwissenschaften und hatte insofern wenig für biologische Theorien übrig. Es waren aber trotzdem interessante und lustige Debatten. Mitunter stellte sie mich vor mit „Das ist Christian. Er fühlt sich von Frauen unterdrückt“. War weniger angenehm, aber es hat mir gezeigt, dass man wenn man solche Diskussionen führen will, eben zunächst deutlich machen muss, dass man für Gleichberechtigung ist, aber gegen bestimmte Auswüchse des radikalen Feminismus. Es ist allerdings recht leicht, da Zustimmung zu erhalten, wenn man einfach einmal ein paar Punkte wie „Zwangsheterosexualität“ oder den Umstand, dass wir einen absoluten Blank Slate haben sollen etwas darstellt. Die meisten Menschen stimmen einem da zu, dass das wenig logisch klingt und darauf kann man dann aufbauen. Auch im Familienrecht kann man mit ein paar Beispielen recht schnell Zustimmung erhalten, dass es nicht unbedingt gerecht ist.

8. Wenn du die Möglichkeit (Zeit, finanzielle Mittel, Reichweite, Unterstützung) hättest eine maskulistische Aktion zu organisieren, wie würde diese aussehen?

Zunächst erst einmal so. Auch so. Aber das sind natürlich keine so dramatischen Aktionen. Ich würde gerne etwas in der Art von Harald Eia machen, also entsprechendes Wissen verbreiten.

Eine Plakattaktion mit verschiedenen Plakaten über Ungerechtigkeiten im Familienrecht würde glaube ich einiges an Aufmerksamkeit und Bewegung bringen, oder auch Spots im Fernsehen zu diesem Thema, aber auch eine Aktion zu den biologischen Grundlagen würde ich toll finden.

Vorerst würde es mich schon freuen, wenn Harald Eias Serie an prominenter Stelle ausgestrahlt wird und entsprechend beworben wird.

Weiteres:

Das Stöckchen wurde bereits aufgenommen von:

Später ergänzt:

Und bei Erzählmirnix in den Kommentaren finden sich auch Antworten, zB die von „Neuer Peter„.

Mich würde eine Beantwortung der Fragen durch Erzählmirnix selbst (soweit es passt) interessieren, zum Zeitpunkt des Schreibens hatten auch Tom174 und Achdomino und Gaywest noch nichts geschrieben.