„Gib Frauen beim Flirten keine direkten Antworten, es sei denn diese ist Nein“

Ich höre, wie bereits mehrfach erwähnt, gerade mal wieder in die „Interviews mit Dating Gurus“ Reihe von David DeAngelo rein, in der er verschiedenste Experten rund ums Thema Flirten und Pickup befragt.

Ein Konzept von David DeAngelo, welches er dabei immer wieder mal anspricht ist:

Never give a woman a direct answer, unless it’s no

Gib Frauen beim Flirten keine direkten Antworten, es sei denn diese ist Nein

Dabei geht es darum, dass man nicht mehr versucht, ein reines Sachgespräch zu führen, bei der man Informationen mitteilt und selbst welche erhält, sondern ein weitere Ebene zu eröffnen, in der es um die persönliche Beziehung geht. Und dabei soll dieser Grundsatz ein Leitfaden sein, nicht etwas, was man sklavisch verfolgt. Es geht darum eine spielerische Kommunikation zu eröffnen, die etwas herausfordernder ist, bei der sie etwas mehr investiert in die Sache, sich mehr einbringen muss.

Denn reine Sachgespräche können schnell langweilig sein:

Sie: Was machst du so beruflich?

Er: Ich bin  Sachbearbeiter bei X. Und du?

Sie: Ich studiere Y. Wie ist der Job so?

Er: *Erzählt tatsächlich wie die Arbeit eines Sachbearbeiters ist* Und bei dir?

Sie: *Erzählt wie spannend ihr Studium ist*

Solche Geschichten können gut zum kennen lernen sein. Und wenn man den anderen eh interessant findet, dann kann daraus sicherlich auch die ewige Liebe entstehen (immerhin hat sie ihn angesprochen). Aber jeder erzählt dabei die Punkte, die er bei jedem kennen lernen erzählt und keinen von beiden interessiert das, was der andere sagt und das, was man selbst sagt wirklich. Es ist nicht spannend von seiner Arbeit zu erzählen und abseits der bloßen Fakten kommt keine Spannung zwischen den beiden auf. Man könnte das gleiche Gespräch auch mit einem neuen Kollegen führen oder auf dem Geburtstag seiner Oma mit seinem Platznachbarn, der besten Freundin der Oma. Man hat es auch schon tausendmal geführt, es ist langweilig und nichts, an das man sich erinnert.

Was David DeAngelo meint ist eher das folgende Gespräch:

 

Sie: Was machst du so beruflich?

Er: Rate mal / Was machst du beruflich, wo bist du geboren, was ist dein Lieblingseis, das ist doch langweilig. Komm, frag was interessantes! /Ich betreibe eine Lachsfarm in Norwegen

Sie: Na komm gib mir einen Tipp / ähh… *interessantere Frage* / Äh… ja also was denn zum Beispiel?/in Norwegen? Wie bist du denn da hingekommen?

Er:  Na gut *fürstliche Pose einnehmen mit hohem Kinn und stolzen Blick in die Ferne*(muss nichts mit dem Beruf zu tun haben)/Ah, ich sehe ich habe dich nicht unterschätzt, zu deiner Frage…/Würdest du lieber Fliegen können oder lieber keine Schmerzen haben? /Wenn du jeden Job der welt haben könntest, was würdest du dann machen?/*irgendwas zu abenteuerliches über Norwegen verbunden mit dem Plan, sie auf der (nicht existenten) Fischfarm anzustellen und dort das Lachskartell aufzumischen, verbunden mit Decknamen für beide (Björn und Sigurd)

Das muss man natürlich an die Situation und die jeweilige Frau anpassen, aber wenn man derjenige ist, mit dem sie ein kleines Rollenspiel gestartet hat, in dem sie Lachse in Norwegen züchtete und man einige schräge Szenarien durchgespielt hat, dann hat sie bereits Spaß gehabt, wurde herausgefordert, hat etwas besonderes erlebt und das Gefühl das es mit einem nicht wie mit den anderen allen ist.

Ernst werden kann man dann früh genug in der Komfortphase, wenn es erforderlich ist. Häufig ist es aber auch gar nicht so wichtig, es hat Zeit, wenn man sich ansonsten gut versteht.

Es geht darum, dass man Spannungen aufbaut und sie auch das Gefühl hat, dass sie etwas dafür machen muss, Informationen zu erhalten, dass sie sich herausgefordert fühlt, dass man erkennt, dass es nicht darum geht, Sachgespräche zu führen, sondern man etwas davon wegkommt.

Es ist keine feste Regel, die man bei seiner Chefin anwendet oder auch nur bei einem Date auf Teufel komm heraus durchzieht. Sondern die man als Grundlage sehen soll, um das Gespräch spannender zu machen. Es ist tatsächlich immer wieder überraschend, wie viel dynamischer ein Gespräch dadurch werden kann, gerade wenn man sich nicht zu ernst nimmt. Wer es schafft, in so einem Gespräch in einer vollkommen fiktiven Welt eine gemeinsame Zukunftsvision zu finden, vom Eisverkäufer am Strand bis zu Superschurke, der hat etwas, auf das man immer gut zurückkommen kann und es erlaubt einem auch fiktiv eine andere Rolle einzunehmen, zB die eines Partners („Okay, wir brennen zusammen durch und verkaufen Eis in Y, zuerst schlafen wir direkt am Strand, ich hatle die Strandhunde fern und du brätst einen frisch gefangenen Fisch, den wir im Sonnenuntergang am Meer essen, während wir dem Liebesspiel der Touristen lauschen. Wir werden nicht viel haben, außer uns, aber das sollte reichen!“)

 

„Sich selbst einen Wert zuweisen“ und „Grenzen setzen“

Wie bereits in anderen Beiträgen angeführt höre ich gerade noch einmal die Interview-Reihe „Interviews mit Dating Gurus“, bei der David DeAngelo diverse Personen, Männer und Frauen, interviewt, die etwas zum Thema „Dating“ beitragen können.

Dabei ging es in einigen Interviews um zwei Punkte, die meiner Meinung nach bei vielen Männern etwas zu kurz kommen, die nicht so erfolgreich im Flirten sind.

1. Sich selbst einen Wert zuweisen

Der erste ist, sich selbst einen Wert beimessen. Das bedeutet, dass man davon ausgeht, dass man selbst einen Wert hat und dieser ausreichen muss, damit die Frau an einem interessiert ist. Das man es also nicht nötig hat, sie mit Drinks oder Geschenken zu kaufen und das man sich selbst auch vorbehält, sich nicht unter seinem eigenen Wert zu verkaufen. Das man es nicht nötig hat, dass man um ihre Gunst bettelt. sondern dann lieber jemanden nimmt, der den eigenen Wert zu schätzen weiß.

Zu viele Männer stellen eine Frau aufs Podest, sie versuchen sie mit außerhalb ihrer Person liegenden Umständen zu überzeugen, dass sie etwas wert sind, was quasi darauf hinausläuft, für die Frau zu zahlen.

So funktioniert unser internes Wertsystem aber nicht. Auch nicht bei Männern. Wenn uns jemand bezahlt, damit wir sein Freund sind, würden einige vielleicht ein paar mal mit ihm weggehen, aber wir würden ihn deswegen nicht als Freund ansehen. Im Gegenteil: Wenn wir das Gefühl hätten, dass er uns kaufen will, dann würde ihn das in unseren Augen abwerten.

Frauen geht es da nichts anders. Sie wollen keinen Partner, der meint, dass er selbst eigentlich keinen hinreichenden Wert für sie hat und Verhalten, dass das zum Ausdruck bringt, ist damit eher abtörend.

Natürlich kann das auch bedeuten, dass man an sich arbeiten muss, damit man einen höheren Wert bekommt und tatsächlich stolz auf sich sein kann, also sowohl an seinem „Inner Game“ als auch an sonstigen Faktoren.

Das bedeutet im Übrigen nicht, dass man einer Frau nichts ausgeben darf, eher ist die Frage, warum man es macht. Wenn man meint, dass man ihr was ausgeben muss, damit sie einen mag, dann ist es die falsche Einstellung. Wenn man es macht, weil man gerne großzügig ist oder weil man sie eben eingeladen hat, so wie man es dann bei einem männlichen Freund auch machen würde oder weil es kein großes Ding ist, eine ganz andere.

Aus den gleichen Gründen kann es auch einfach schlecht wirken, wenn man beständig nachfragt, ob sie einen mag und was sie nun gerade bezüglich einem selbst fühlt und was sonst noch nicht alles an Ausdrücken von Unsicherheit geäußert wird.

Hier kommen Faktoren wie Selbstbewußtsein, Status und preapproved by women herein, all dies sind klassische Zeichen von jemanden, der einen hohen Wert hat.

2. Grenzen setzen

Ein weiterer Punkt, der damit eng zusammen hängt ist, das Setzen von Grenzen. Wer mit sich machen läßt, was auch immer der andere macht, wer den anderen mit sich umspringen lässt, wie der andere will, wer beständig nach der Pfeife des anderen tanzt, der weist sich eben auch keinen hohen Wert zu.

Und daher ist es eine wichtige Lektion, dass man (wieder) lernt Grenzen zu setzen.

Man sollte sich also die interne Frage stellen: Warum sollte ich das machen?

Oder in anderer Situation: Warum sollte ich das Verhalten in dieser Weise hinnehmen?

Wer deutlich macht, dass er Verhalten, welches bestimmte Grenzen überschreitet, nicht hinnimmt, der macht damit auch deutlich, dass er eben nicht meint, einen bestimmten Wert der anderen Person ausgleichen zu müssen.

Dementsprechend weist er sich selbst einen höheren Wert zu und wird auch entsprechend wahrgenommen.

Das alles ist keine Geheimwissenschaft, es sind eigentlich eher Punkte, die jedem klar sein sollten. Gerade im Verhältnis zum anderen Geschlecht scheint es aber vielen Männern schwer zu fallen, Grenzen zu setzen, weil sie die Gunst der Frauen nicht verlieren wollen, weil sie ihre Ruhe haben wollen, weil es einfach ist, einem gewissen Nörgeln statt zu geben oder aus welchen Gründen auch immer.

„Men Going their own way“ MGTOW löst dabei aus meiner Sicht die Frage, wie man Grenzen setzt, sehr radikal, indem man schlicht nur noch seinen Weg geht und damit automatisch eine starke Grenze setzt. Da dies häufig geradezu mit einem Ausschließen von Frauen einhergeht, halte ich das für mich wenig geeignet. Das hatte ich aber auch schon in dem entsprechenden Artikel ausgeführt.

In einem Interview meinte einer der Interviewten, er hätte von einem 19jährigen Mädchen diesen nachfolgenden Spruch gehört, der ihm passend schien:

„A womens job is to try and try to take control of the men, a mens job is to never let that happen“

Dann wurde darüber diskutiert, dass beständiges Testen, ob er die Kontrolle abgibt, eben doppelt günstig sein kann: Zum einen erlangt sie die Kontrolle, zum anderen testet sie seinen Partnerwert, also inwieweit er sich durchsetzen kann. Gelingt es ihr nicht, dann hat sie immerhin einen starken Partner. Dies alles aber nicht als bewußter, sondern eher als unbewußter Vorgang.

Daraus folgt dann quasi auch eine Notwendigkeit, Grenzen zu setzen. Das muss man nicht aggressiv oder in irgendeiner Weise rücksichtslos machen. Es reicht deutlich zu machen, dass man bestimmte Grenzen setzt und dies auch aufrecht zu erhalten.

 

„Ich würde nie mit einem Mann bei einem ersten Date schlafen, aber ich will, dass er es versucht“

Ich habe mal wieder in die alte „Interview mit Dating Gurus“-Reihe von David DeAngelo reingehört, in der er verschiedene Leute, die mit dem Bereich Pickup oder Flirten oder entsprechenden Grundlagen in Verbindung stehen, interviewt.

Da stellte einer der Interviewten dar, dass Frauen im Flirtbereich häufig geradezu eisern passiv sind und häufig sich bestimmte Zeitrahmen oder ähnliches für Sex gesetzt hätten, die aber nicht gleichbedeutend damit sind, dass in dieser Zeit nichts sexuelles stattfinden soll.

Zum ersten Punkt meinte er, dass eine Frau auf einem Date die ganze Zeit denken kann, dass der Mann doch nun langsam mal etwas machen sollte und letztendlich der Mann an Attraktivität verliert, wenn sie merken, dass er nichts macht. Er ist dann im Prinzip ein Feigling oder hat keine Ahnung von Frauen. Man darf getrost bei Freundinnen über ihn lästern, obwohl die Frau selbst eben so passiv geblieben ist, wie er selbst.

Grund für diese Passivität sei häufig, dass die Frau eben davon ausgeht, dass es Aufgabe des Mannes ist, die Eskalation zu betreiben und das Ganze auch unter dem Punkt, dass man auch damit einen Schlampenruf vermeidet, behandelt wird. Nur wenn der Mann aktiv ist, kann man eben in der Rolle der Abwehrenden, aber auch etwas zulassenden bleiben. Man kann also wesentlich besser das Tempo der Interaktion steuern, in dem man an den passenden Stellen bremst als wenn man selbst diejenige ist, die aktiv ist. Es spielt insofern in die klassische Rolle hinein, dass sie diejenige ist, die erobert wird.

In der feministischen Theorie wird hingegen gern mit starren Regeln gearbeitet:

  • Bei No means No muss der Mann ein Nein als Botschaft sehen, dass sie die Interaktion insgesamt nicht möchte oder jedenfalls vor einem Fortsetzen genau mit ihr dessen Umfang abklären
  • Bei Yes means Yes muss er sie explizit fragen, ob sie dieses oder jenes möchte
  • und bei „enthusiastic consent“, also enthusiatischer Zustimmung, muss sie nicht nur zustimmen, sondern man muss auch feststellen, dass sie die jeweilige wirklich will und dies mit erkennbarer Freude.

In all diesen Modellen ist kein Platz für das Konzept „ich will, dass er mich zu erobern versucht, dass eine gewisse sexuelle Spannung vorliegt, dass sexuelle Energie im Raum ist, bei der ich etwas zulasse, aber nur so lange und so weit, wie ich es will, aber ohne es auszusprechen, sondern einfach als Prozess“

Der Interviewte teilte dann noch mit, wie eine Freundin es ihm gegenüber mal formuliert hatte:

Ich würde nie mit einem Mann bei einem ersten Date schlafen, aber ich will, dass er es versucht

Ich glaube, dass da ziemlich viele Frauen zustimmen würden. Wenn sie von einem ersten Date hören, dass wie folgt geschildert wird:

Er war voller Begierde und wollte mich. Erst legte er seinen Arm um mich, dann küsste er mich, seine Hand war erst an meiner Seite und wanderte dann langsam hoch, aber es war das erste Date und so einfach wollte ich es ihm nicht machen, ich habe seine Hand wieder etwas weggeschoben, aber ich habe gemerkt, wie sehr er mich wollte und seine Küsse und Berührungen haben mich auch immer heißer gemacht, bis seine Hände schließlich wieder auf meinen Brüsten lagen und er sie leicht knete, während er mich küsste. Ich konnte schon fast nicht mehr, weil es sich so gut anfühlte, aber beim ersten Date schlafe ich nicht mit einem Mann und ich habe dann seine Hände wieder runtergeschoben, damit es nicht zu heiß wird. Irgendwann hatte ich nur noch meine Unterwäsche an, es ist irgendwie passiert und er wollte mir auch den BH ausziehen, aber es war ja das erste Date, ich habe ihn nur die Körbchen etwas runterschieben lassen und es war unglaublich, wie er leicht an meinen Nippeln saugte und seine Hand gleichzeitig meine Seite entlang strich. Irgendwann musste ich den BH wieder hochziehen und seine Hand wegschieben, er hat gemerkt, dass ich super erregt war und ich habe auch gespürt, wie erregt er war, es war aber genug für den ersten Abend.

dann würden die meisten Frauen es wohl durchaus als gelungenes erstes Date ansehen, bei dem eine Menge sexueller Spannung in der Luft lag, man etwas rumgemacht hat und sie gleichzeitig auch gemerkt hat, dass er ihre Grenzen akzeptiert, auch wenn er immer wieder trotz ihrer gegenteiligen Aktionen gewisse Grenzen auf die richtige Weise überschritten hat. Man kann dagegen andere Szenarien setzen, bei denen sie merkt, dass er bei solchen Unterbrechungen sauer wird oder es nicht akzeptiert, dass sie bestimmte Sachen nicht möchte oder es keine sexuelle Spannung innerhalb ihrer Grenzen, sondern tatsächliche Abwehr ihrerseits von Sachen, die ihr unangenehm sind, und bei denen er es nicht lässt, obwohl sie das deutlich macht.

Ein solches „Vorspiel“, bei dem sie gerade nicht klar stellt, was ihre Grenzen sind und er entsprechend empathisch innerhalb des Zugestandenen, aber auch des nicht Zugestandenen, aber durchaus Erwünschten bewegt, kann damit gerade das notwendige Vertrauen bieten, nach dem es dann tatsächlich zum Sex kommen kann. Es wäre also in gewisser Weise „Informationsgewinnung“

Es kann auch den inneren Vorhalt beruhigen, dass sie „zu leicht zu haben“ ist, also ihren eigenen „Bin ich wenn ich mich so verhalte eine Schlampe?“-Alarm, der gerade davon lebt, dass er etwas macht, was außerhalb des offiziell zugestandenen, aber noch in dem, was sie will, liegt. Ihre „Gegenwehr“, der Umstand, dass sie ihm etwas verboten hat (und sich damit auch), kann auf diesem Konto verbucht werden und damit späteren Sex okay sein lassen. In der gleichen Weise sind wohl

Auch diese Funktion fällt innerhalb der feministischen Theorie weg, dort soll ja gerade direkt im Vorfeld die Zustimmung erklärt werden. Das erfolgt auf einer nüchternen Ebene, bei der die Frau jeweils entscheiden muss, was sie macht und das mitteilen muss, raubt also auch den Einwand „wir haben etwas rumgemacht, aber nur, weil es so schön mit ihm war und ich so geil wurde, ich habe ihn (und mich) dann gebremst, weil ich ja ein anständiges Mädchen bin und nicht am ersten Date mit ihm schlafe.“

Die klassische Vorgehensweise bietet damit gerade weil sie sich eher in einer Grauzone bewegt, einige Vorteile für die Frau. Sie erlaubt es, einen spannenden, sexuellen Abend zu haben, seinen Ruf zu wahren und das Gefühl zu genießen, Herr der Lage zu sein und begehrt und umworben zu werden. Natürlich ist es im Gegenzug auch anfällig für gewisse Überschreitungen. Ich vermute, dass die meisten Frauen da aber durchaus der Meinung sind, dass sie deutlich machen können, was sie wollen und zudem die Erfahrung gemacht haben, dass das akzeptiert wird. Gleichzeitig bieten andere Regeln auch keinen Schutz, wenn jemand eine klar verkündete Abweisung nicht akzeptiert.

Ein „Weichei“ (Wussy) sein als größter Fehler, den Männer bei Frauen machen

David DeAngelo warnt davor, ein „Weichei“ (Wussy) zu sein, wenn man bei Frauen gut ankommen möchte.

Der Grundsatz ist schnell erläutert:

And it goes a little sumthin’ like this:

  1. Most men behave like WUSSIES when it comes to women and dating.
  2. Women never feel the powerful and magical emotion called attraction for WUSSIES.

Er gibt dann folgende Beispiele für das Weichei sein:

A Wussy is a guy who kisses up to women.

A Wussy is a guy who does whatever a woman wants him to do, and doesn’t even know if or when a woman is testing him.

A Wussy is a guy who accepts manipulative behavior from women, and doesn’t care if a woman flakes out on him, takes advantage of him, or acts overly dramatic around him.

A Wussy is a guy who has no backbone, and caves when challenged by a woman.

A Wussy is a guy who feels that he needs to BUY or PAY FOR a woman’s attention and affection with gifts, dinners, compliments, and other forms of payment and flattery… because he can’t imagine that a woman would want to be with him just for HIM.

In short, a Wussy is a submissive man who tries to compensate for his lack of ability to attract women by being overly accommodating and generous.

Der Rest des Textes ist ein ziemlicher Werbetext. Ich würde David aber zustimmen, dass viele der oben dargestellten Verhaltensweisen bei vielen Männern zum Werbe- und Flirtverhalten gehören und ihnen in dem Bereich schadet.

Dazu gehört eben das Denken, dass man Frauen alles ausgeben muss oder sie ja nicht provozieren darf oder ihre Launen hinnehmen muss. Die Einsicht, dass es viel besser bei Frauen ankommt, wenn man sie auf eine spassige Weise herausfordert, sich nicht zuviel gefallen läßt, sich selbst aber dabei auch nicht zu ernst nimmt und weiß, wann es einfach nur ein Shittest ist und kein Angriff, die wurde mir jedenfalls sehr deutlich als ich es einfach mal nach dem Lesen von Pickupmaterial ausprobiert habe, zumindest nachdem ich es passend kalibriert habe (am Anfang habe ich mal unter- und mal übertrieben).

Wer immer überzuvorkommend und großzügig ist, gerade in Kombination damit, dass er meint, dass sich die Frau sonst nicht für ihn interessiert, der wird aus meiner Erfahrung weit weniger sexuelle Spannung erzeugen können, die sehr leicht aufkommen kann, wenn man etwas herausfordernder, aber ohne ernsthafte Bösartigkeit vorgeht.

Wenn mich jemand nach einem Tipp fragen würde, wie er besser bei Frauen ankommt, dann würde ich ihm raten, herausfordernder bzw. frech zu sein und das auf eine männlich-sich selbst nicht zu ernst nehmende Art. Wer es schafft, dass eine Frau sich von einem herausgefordert fühlt, aber sich dabei gut amüsiert, der hat schon fast gewonnen.

Gruppierungen in der Geschlechterdiskussion nach Gehirnausrichtung

Ich höre gerade David de AngelosOn Being a Man“ und da höre ich einen bekannten Gedanken, den ich hier mal sinngemäß wiedergebe:

Feministen sind häufig Frauen, die eher männlich sind, in der Männerbewegung sind häufig Männer, die eher weiblich sind.

Ähnliches hatte ich in dem Artikel „Feministische Gehirne und männliche Ausrichtung“ schon mal gesagt, damals aber diesen Grundsatz noch nicht auf die Männerbewegung übertragen. Der Grundsatz ist aber natürlich übertragbar. Wer eher ein Gehirn hat, dass nicht zu seinem Phänotyp, also zu seinem äußeren Geschlecht passt, der wird die Einschränkungen stärker wahrnehmen als jemand, der diese Probleme nicht hat.

Den Gedanken finde ich interessant. Es müssten sich vier grobe Gruppen bilden lassen, die jeweils verschiedene Einstellungen zu dem Thema haben. Ein schneller erster Versuch der Abgrenzung:

  • Frauen, die sehr weiblich sind: Für sie wäre es vorteilhaft, wenn klassisches weibliches Verhalten durch die Gesellschaft geschützt wird. Sie müssten also dafür sein, dass es einen möglichst langen Mutterschaftsurlaub gibt, die Mutterrolle möglichst anerkannt ist, der Unterhaltsanspruch stark ist und es möglichst viel Absicherung gibt. Es wäre zu erwarten, dass sie die Verschiedenheit der Geschlechter durchaus hinnehmen, aber insbesondere die Frauenrolle verklären
  • Frauen, die sehr männlich sind: Sie würden für eine Abschaffung der Rollen eintreten, Karriere machen wollen und daher die Einschränkungen für Frauen in diesem Bereich möglichst klein halten. Je nach Auffassung würde dies dazu führen, dass eine sehr kurze Elternzeit, eine Aufteilung der Elternzeit auf Mann und Frau oder aber eine Einschränkung der Nachteile eines Aussetzens gefordert werden. Sie empfinden klassische Frauensachen als nicht für sich zutreffend und gehen daher davon aus, dass Männer und Frauen gleich sind oder zumindest die Unterschiede gering. Aus dem Gleichheitsgedanken könnte schnell eine Opferrolle der Frau entstehen, da ansonsten schwer erklärbar ist, warum die anderen Frauen nicht das selbe wollen wie sie und dies dann nicht erreicht haben.
  • Männer, die sehr männlich sind: Ein klarer Denken in Hierarchien und Status führt dazu, dass dieser Mann glaubt, dass es auf Möglichkeiten ankommt und wer diese nicht nutzt selbst schuld ist. Einschränkungen durch eine Männerrolle werden entweder als gegeben vorausgesetzt oder als ungerecht angesehen. Daraus müsste auch eine Ablehnung von Quoten für Frauen oder anderen Vorteilen herrühren. Da dieser Mann die Unterschiede zwischen den Geschlechtern deutlicher wahrnimmt ist er auch eher bereit sie zu akzeptieren. Das kann sich in einer konservativen Haltung zeigen („Frauen an den Herd, Männer arbeiten“) oder aber in einer liberaleren („Männer und Frauen sind anders, dass erklärt, warum sie verschiedene Aufgaben lieber übernehmen“). Der Opfergedanke des Feminismus, aber auch derjenige der Männerbewegung ist gegen seine Grundüberzeugung, dass jeder seinen Platz schaffen muss. Dies kann zu einer Kampfansage führen („Feministen sind der Feind und ich Held werde sie besiegen“) oder zu einem postfeministischen Ansatz á la Piratenpartei („was interessiert und das Geschlecht? Auf die Leistung kommt es an“)
  • Männer, die sehr weiblich sind: Diese Männer sehen evt. auch weniger Unterschiede zwischen Mann und Frau, halten Gefühle und Selbstfindung für wichtig, wollen mehr Mitspracherechte was Kinder angeht und wären gerne bereit auch typisch weibliche Aufgaben zu übernehmen. Debatten sind gefühlsbetonter, auch die Wahrnehmungen der Einschränkungen ist gefühlsbetonter. Hierzu würde auch eine Opferhaltung passen. Sie würden eher auch wenig Unterschiede zwischen Mann und Frau sehen und es für ungerecht halten, dass Männern ein Verhalten vorgeworfen wird, dass sie gar nicht haben. Die andere Variante wäre der männliche Feminist, der davon ausgeht, dass der männliche Weg tatsächlich falsch ist, weil er sich einschränkend anfühlt und er selbst ja auch zeigt, dass Männer anders sein können.

Die Gruppen und Positionen lassen sich allesamt so wiederfinden. Vom Gynozentrismus über den Feminismus der Gegenwart bis zur Männerbewegung. Das mag auch daran liegen, dass mir diese Typen bekannt waren und ich daher meine Beschreibung entsprechend vorgenommen habe. Die Einteilung beruht zunächst einmal auf Klischees und wenig tatsächlichen Daten.

Die Auflistung ist damit wie gesagt ein erster Versuch. Ich habe den Gedanken zunächst in den Raum gestellt und bitte um Anregungen und Stellungnahmen in den Kommentaren. Wer will kann natürlich auch gerne eine Selbsteinordnung vornehmen.