Fake Studie: Weibliche Influenza viral benachteiligt auf Instagram

Ein Gastbeitrag von Crumar

Die Schlagzeile am 20.1.20 auf Meedia (1):

„Frauen im Nachteil: Männliche Influencer verdienen deutlich mehr auf Instagram“,

Deutschlandfunk

„Auch Influencerinnen verdienen offenbar deutlich weniger Geld als Influencer“,

Tagesspiegel

„Männliche Influencer verdienen deutlich mehr auf Instagram“.

Die Nachricht machte die Runde bei den üblichen Verdächtigen und ich erlaubte mir am 23.1., einen Kommentar auf meedia.de zu verfassen. Er wurde nicht veröffentlicht, ich hatte ihn nicht kopiert; deshalb hier nicht der tatsächliche Wortlaut, sondern sinngemäß.

Der Artikel auf Meedia endete mit der uns bekannten Aussage: „Der unbereinigte Gender Pay Gap in der “realen” Arbeitswelt liegt in Deutschland bei 21 Prozent. Bereinigt, das heißt unter Berücksichtigung von Umfang der Beschäftigung, die Verteilung auf unterschiedliche Branchen und Berufsgruppen sowie Ausbildung, Berufserfahrung und Position, beträgt der Unterschied noch sechs Prozent.“

Wobei die Aussage von Destatis  unterschlagen wird, „dass der ermittelte Wert eine
Obergrenze (!!!) ist“ und „weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren für die Analysen“ einfach nicht zur Verfügung standen.
Auch dass „die Wirtschaftsabschnitte „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“, „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“, „Private Haushalte mit Hauspersonal“ und „Exterritoriale Organisationen und Körperschaften“ sowie Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten“ von dieser Analyse ausgenommen worden sind steht natürlich nicht da. Und war auch nicht zu erwarten.

Die schwach ausgeprägten Kenntnisse von Journalisten in Sachen Statistik erkennt man daran, es kann ihnen jeder Blödsinn kritiklos auf die Nase gebunden werden.

Es muss nur den eigenen Glauben bestätigen.

Denn was heißt es eigentlich, den „Gender Pay Gap“ zu „bereinigen“? Wiederum Destatis:

„Hier wird jener Teil des Verdienstunterschieds herausgerechnet, der auf strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen zurückzuführen ist, wie Unterschiede bei Berufen, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung oder der geringere Anteil von Frauen in Führungspositionen.“

Lassen wir das Wieselwort „Struktur“ beiseite, haben „Berufe“, „Berufserfahrung“ usw.
überhaupt nichts mit dem Geschlecht zu tun. „Berufserfahrung“ haben Frauen und Männer weniger oder mehr, wenn ich einen frauentypischen Beruf ergreife, ist damit nicht gesagt, ich verdiene auf der Basis meines Geschlechts mehr oder Frauen verdienten weniger in einem männertypischen.
Dass 6% – als Obergrenze – der 21% Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen etwas mit dem Geschlecht zu tun haben, heißt anders herum 15% von 21% haben es nicht. Prozentual ausgedrückt: 71,5% des „Gender Pay Gaps“ haben nichts mit dem Gender zu tun.

Meine Frage demzufolge: Ist eine „Fleischwurst“, die zu 71,5% KEIN Fleisch enthält eine „Fleischwurst“?
Die „Bereinigung“ des „Gender Pay Gap“ heißt nichts anderes, als den Begriff „Gender Pay Gap“ zu retten, gegen den jeder Verbraucherverband Sturm laufen würde, ginge es die „Fleischwurst“.

Zurück zur Studie, die auf Meedia so angerissen wird: „Männer verdienen im Durchschnitt sieben Prozent mehr für einen Post auf Instagram als ihre weiblichen Pendants. So stehen 1.411 US-Dollar im Vergleich zu 1.315 US-Dollar. Das ist das Ergebnis einer Studie der Influencer-Analytics-Firma Hype Auditor.“

Zu diesem Zweck wurden: „Bei der Studie (…) 1.600 Influencer aus mehr als 40 Ländern befragt.“
Klickt man auf den Link zur Studie  und scrollt, fällt auf, es wird detailliert über die Resultate der Studie informiert – „HypeAuditor defined the average prices for four types of advertising formats: a regular post; a story; one story and a post; one post, one story and an Instagram video (up to 1 minute).“ die Beträge werden in Dollar ausgewiesen und diese den Geschlechtern zugeordnet.
Kleiner Schönheitsfehler: Dort steht nicht nicht, wie die Resultate zustande gekommen sind. Zwar wird geschrieben: „HypeAuditor has conducted a survey (Umfrage) among 1600 influencers from over 40 countries“ und diese setzten sich zusammen aus „4 Tiers“: „Mega- influencers & Celebrities (over 1M followers); Macro-influencers (100K – 1M followers); Mid-tier influencers (20K-100K followers); Micro influencers (5K-20K followers)“.

Sie haben für eine Umfrage also 1600 Menschen angeschrieben – wie viele haben
geantwortet?

Keine Angabe.

Die Anzahl derjenigen, die tatsächlich vollständig an der Umfrage teilnahmen?

Keine Angabe.

Wie verteilt sich die Anzahl auf die Geschlechter, die Länder und Tier?

Keine Angabe.

Sie behaupten:

„According to HypeAuditor data, there are 50,5% of female creators in the world and 49,5% of creators are men.“

Aber:

„Overall, women account for 69% of the respondents of the survey and men – for 31%.“

Was die Studie in diesem Zustand nicht einmal repräsentativ für den Gegenstand der
Untersuchung macht.
Die zweifelhafteste Vorannahme ist jedoch, in allen 40 Ländern gäbe es

  • a) die gleichen „Werbepartner“, die zudem
  • b. identisch bezahlen und
  • die Vereinheitlichung der Verdienste in Dollar c. sei angemessen (siehe Kaufkraft) und demzufolge vergleichbar.

Zusammengefasst haben wir also 1. keine Ahnung, wer an dieser Studie teilgenommen hat. Weder wissen wir a. die Anzahl der Teilnehmer, noch die Zusammensetzung nach b. Land oder c. Tier. Aber immerhin, die 2. Zusammensetzung nach Geschlecht ist nicht repräsentativ. Wir haben 3. keine Ahnung, ob die Verdienstmöglichkeiten in den verschiedenen Ländern 4. überhaupt auf Dollarbasis vergleichbar sind.
Diese Studie glänzt vor allem durch offensichtliche Mängel und mangelnde Vergleichbarkeit. Nur im La-la-Land unseres Journalismus lässt sich ganz klar schließen, dass Frauen auf Instagram benachteiligt sind. Wegen „Studie“.
Die Recherche zum tatsächlichen Gehalt dieser Studie hat mich 5 Minuten gekostet, diesen Beitrag zu verfassen natürlich länger. Das ist aber nicht mein Job, das sollten Journalisten tun. Der Bedarf an „Journalistendarstellern“ wird m.E. überschätzt.

 

Belltower, Amadeu Antonio Stiftung und „Alle Männerrechtler sind rechts und hassen Frauen“ (insbesondere anscheinend Crumar)

Der Blog wurde in einem Artikel bei „Belltower“ erwähnt, eine Plattform der Amadeu Antonio Stiftung. In dem Artikel geht es um den „Mythos des unterdrückten Mannes“. Und dort geht es über Pickup zu Incels und damit natürlich zu Terror (bekanntlich sind Incels ja eine Terrorgruppe), dem Kampf gegen Feministen und dann schließlich auch zur deutschen Szene. Hier heißt es:

Generell sind Portale, die über Männerrechte aufklären, teilweise eng mit der AfD vernetzt.

Generell teilweise eng vernetzt. Mhmmm, ah ja. Gut, dass man sich da klar ausdrücken kann.

Meines Wissens nach sind viele Blogbetreiber aus dem Bereich keineswegs gut auf die AfD zu sprechen, etwa Arne, Lukas und ich. Angeführt werden „Die freie Welt“, Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land wir über einen Kommentar bei mir aus dem Jahr 2013 dargestellt, unter einem Artikel, der dieses Portal kritisiert und der von DschinDschin stammt:

Das antifeministische Forum „Wieviel ‘Gleichberechtigung’ verträgt das Land?“ beschreibt ein User auf einem anderen Männerrechte-Blog wie folgt: „Das Forum ist das heiße Herz der Männerrechtsbewegung. Dort wird die rote Pille verabreicht, welche die Illusion beendet: Wellcome in the real world.“ […] PC vernebelt die Realtität, ist Neusprech, ist Lüge.“ [sic]

Leicht selektives Zitieren und Selektieren, aber gut.

Dann aber zum Blog hier:

Auch in den deutschen Männerrechtsforen finden sich also klare Bezüge zu den Verschwörungsfantasien der redpiller. In den Kommentarspalten im „alles evolution“-Blog geht es nach dem Amoklauf von Minassian darum, dass zwei Incel-Freunden eines Users einfach noch die „Aggressivität, Rücksichtslosigkeit und die Bereitschaft, den eigenen Vorteil zum Nachteil anderer zu nutzen“ fehle.

Da geht es um diesen Kommentar von LH:

Er schrieb zunächst:

„Heute dient der Begriff einer Gruppe von Männern, die von Frauen verachtet werden, als Definition ihres Daseins “

Exakt.

Dann schrieb ein anderer Kommentator:

Das Problem ist eben, dass sich diese Leute kaum in der Gesellschaft bewegen, sie sind unter ihresgleichen und bestärken sich in ihrer Verachtung auf alles Lebensbejaende. In gewisser Weise sind sie stolz auf ihr „Inceltum“. Die meisten von ihnen legen aber auch ein mehr als verachtenswertes Verhalten an den Tag, dass es einem wirklich schwer macht ihnen die Hand zu reichen und zu versuchen sie in die reale Welt zu integrieren

Und LH antwortet:

Wieso meinst Du das? Ich habe zufällig noch 2 Freunde aus Schulzeiten, die Incel sind. Als Freunde habe ich wenig an denen auszusetzen. Was denen fehlt ist Aggressivität, Rücksichtslosigkeit und die Bereitschaft den eigenen Vorteil zum Nachteil anderer zu suchen. Die glauben, dies seien ihre „bösen Seiten“, die sie von anderen Menschen fernhalten müssten, besonders natürlich von Frauen.

Es ging also gerade darum, dass diese gerade diese negativen Eigenschaften nicht zeigen wollen.

Ein weiterer Kommentar wird wie folgt zitiert:

Ein andere User schreibt, dass Minassian aus Selbsthass gehandelt habe, dessen Ursache „in der offenen gesellschaftlichen Misandrie“, also Männerfeindlichkeit, läge. Frauen sind also selbst Schuld an frauenhassenden Amokläufern. Weiter bezeichnet der User den Amoklauf als „sozialen Protest, [da] ein tatsächlicher sozialer Protest gegen perverse und gesellschaftliche Anforderungen“ nicht stattfinde.

Da hat er sich ja was herausgesucht! Gerade Crumar, der ansonsten meines Wissens nach dem Anarcho-Kommunismus anhängt und eher mit Leszek auf einer Wellenlänge liegt als Beleg für die rechten Tendenzen in der Männerrechtsbewegung: Crumar kommentierte damals:

Zwei Anmerkungen:

1. Der Artikel auf SPON war natürlich ein schlechter Scherz im journalistischen Sinne, den lionosys auf Geschlechterallerlei verrissen hat.
Er beginnt so und ich empfehle die Lektüre:

„Die Nachwuchsjournalistin Angela Gruber macht’s den Alten nach und instrumentalisiert in SPIEGEL ONLINE die Amokfahrt eines 25jährigen in Toronto für einen Rundumschlag gegen alles, was die heilige Kuh „Feminismus“ und ihre gottgebenen Vormachtsstellung ankratzen könnte. Tendenziöse Berichterstattung at it’s best.

Damit auch wirklich jeder kapiert, wohin die Reise des Artikels gehen soll, wird der Begriff „Frauenhass“ oder Synonyme davon (Frauenverachtung, Mysogenie, Krieg gegen Frauen, Online-Frauenhass usw.) im kurzen Beitrag gleich ein Dutzend mal aufgeführt.

Und dann geht das Feuerwerk der Begrifflichkeiten los: Incel, Reddit, 4chan, Gamergate, Alt-Right, MGTOW, Breitbart, Maskulinismus, Pick-up.

Aber Frau Gruber weist auch den richtigen Weg:
„Während sich Feminismus und die Gleichberechtigung der Frau im gesellschaftlichen Mainstream als wichtige Themen durchsetzen, Beispiel #MeToo, sammelte sich im Netz eine Gegenbewegung“

Gut, die Machthaber in China haben auch alles als „Konterrevolution“ bezeichnet, was ihnen nicht ins Schema paßte …“

Das erste *Ziel* des Artikels, dieses wüsten Breis aus Desinformation und Halluzination ist selbstverständlich die Produktion der Wahrnehmung von Kritik am Feminismus als „Hass“ und ebenso selbstverständlich gibt es den verschwörungstheoretischen Brückenschlag nach ganz rechts.
Das zweite Ziel ist die religiöse *Verdammung* und die wiederum äußert sich in den genüsslich beschriebenen *Verbannungen*. Alles muss weg und verboten werden was diese Weltsicht stört und jede Recherche unterbleiben, die zu kognitiven Dissonanzen führt.

Wenn die Faktenlage besagt, Elliot Rodgers war entschiedener Gegner von PU, als asiatisch-stämmiger Mann für die „white supremacy“ eher ungeeignet, seine ersten beiden Opfer waren asiatische *Männer* – also alles, was nicht in die Spatzenhirne feministischer Ideologen passt – dann hat die Realität eben Pech gehabt und muss gehen.

Ich habe keine Lust, eine faktenfrei argumentierende Ideologin als „Journalistin“ zu adeln und mich auf dieser Basis mit dem Text zu beschäftigen. Wenn SPON eine dauerlügende Propagandistin bezahlen will, ist das das Problem von SPON, mein Ratschlag zur Erhaltung des Rufs von SPON wäre: Frau Gruber muss sich ändern und journalistische Standards lernen *und* diese einhalten oder sie muss gehen. Sofort.

2. Amok, Definition: „Als Amok (von malaiisch amuk „wütend“, „rasend“) werden tateinheitliche und scheinbar wahllose Angriffe auf mehrere Menschen in Tötungsabsicht bezeichnet, bei denen die Gefahr, selbst getötet zu werden, zumindest in Kauf genommen wird.“

Zur Historie: „Etwa zeitgleich (…) traten im malaiisch-indonesischen Kulturkreis auch individuelle Amokläufe auf. Zum Beispiel versuchten sich zahlungsunfähige Schuldner ihrer unweigerlich drohenden Versklavung dadurch zu entziehen, dass sie so lange töteten, bis sie selbst getötet wurden. Dies war auch eine Form des sozialen Protestes, denn die Drohung eines Amoklaufes bei grober Ungerechtigkeit hielt Machtmissbrauch von Herrschern und Reichen in gewissen Schranken.“

Sieht der Wikipedia-Eintrag wenigstens *gesellschaftliche* Fehlentwicklungen (Ungerechtigkeit, Machtmissbrauch) und soziale Konflikte als Ursache für einen Amoklauf vor, verschwindet gesellschaftliches komplett aus der aktuellen Berichterstattung.
Die Ursachen liegen nach dieser im männlichen Individuum, in der Biologie des Täters selbst. Ausgehend von einer biologischen Wesenheit namens „Männlichkeit“, die wiederum als Surrogatextrakt von „Gesellschaft“ dienen soll.
Ich leihe mir einen abgewandelten Titel eines Filmes aus der Schwulenbewegung aus, um zu verdeutlichen, was damit willentlich NICHT thematisiert wird:

„Nicht der Mann ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“

Wenn man „pervers“ mit „widersinnig/verdreht/abartig“ übersetzt und die gesellschaftlichen Erwartungen (also die von Männern UND Frauen) an uns als *perverse* Zumutungen zu charakterisieren lernt, kämen wir einen Schritt weiter.
Beispiel: Von einem Mann völlig *traditionell* erwarten die Kontaktanbahnung zum anderen Geschlecht initiieren zu müssen, eine Ablehnung einzukalkulieren und trotzdem so tun zu müssen, als träfe er bei der Begegnung eine „emanzipierte“ Frau.
Die solche ersten Schritte aber lebenslang vermieden hat (weil sie es konnte). Das ist *pervers*.
Eine Ideologie, die solche *traditionelle, passive* Weiblichkeit fördert und sich kontrafaktisch „Emanzipation“ auf ihre Fahnen geschrieben hat ist *pervers*.
Dass Männer ernsthaft so tun müssen, als begegneten sie nach der *traditionellen* Kontaktanbahnung einer bis dahin *passiven* Frau aber „auf gleicher Augenhöhe“ ist pervers.

Der große Vorteil dieser MGTOW-Sichtweise ist, sich von gesellschaftlichen Anforderungen und Verhaltenscodes zu befreien die krank machen, weil sie krankhaft SIND.
Die „gesellschaftliche Normalität“ für Männer als eine Ansammlung von mehr oder weniger großen *Perversionen* zu begreifen und eine eigene Richtschnur zu entwickeln für das, was normal sein SOLLTE dient der eigenen Gesundung und Gesundheit.

Im vorliegenden Fall war das *Ziel* des Attentäters ganz offensichtlich nicht nur der Mord an völlig unschuldigen Mitmenschen, sondern als großes Finale die eigene Tötung durch Dritte.
Es handelt sich damit quasi um einen erweiterten Selbstmord – der Abgang mit einem BIGBANG.

M.E. zu begreifen als individuelle Reaktion auf eine Vielzahl (narzisstischer) Kränkungen, verursacht durch perverse Anforderungen, die in einer Ausweglosigkeit gipfeln, welche gleichermaßen Hass und Selbsthass auf die Spitze trieb. In dem Fall wäre meinetwegen „Frauenhass“ gesetzt, es bliebe jedoch die Frage nach den Ursachen für den Selbsthass, diesen als Produkt der offenen gesellschaftlichen Misandrie zu sehen ist naheliegend.

Mit dem (feministischen) Diktat, dass es keine gesellschaftlichen Ursachen für diese Kränkungen geben DARF, liegt wiederum eine Begründung für die Vielzahl der Einzeltäter vor. In „Männlichkeit“ wird man hineingeboren; somit ist Biologie Schicksal und „selbst schuld!“ gleichermaßen feministisches und neoliberales Mantra.
Die Ursache für das Scheitern wird in die Individuen selber gelegt. Das Scheitern an den perversen gesellschaftlichen Anforderungen und Zumutungen wird dem Individuum als *individuelles Versagen* übereignet
Genau das wiederum führt zur Vereinzelung und zur individuellen Isolation.

Der Amoklauf ist letzter „sozialer Protest“, weil ein *tatsächlich* sozialer Protest gegen perverse gesellschaftlichen Anforderungen und Zumutungen nicht stattfindet.
Was einerseits bedeutet, diese (perverse) Gesellschaft züchtet die männlichen Amokläufer selbst, aber andererseits immer wieder auf unsere Untätigkeit verweist. Ein Tacken realweltlicher Aktionismus und männlicher Solidarität wären überaus wünschenswert.

Crumar schreibt also keineswegs, dass die Frauen selbst schuld sind, er schreibt sogar von „narzisstischen Kränkungen“, die zu Hass und Selbsthass führen.

Eigentlich ja eine sehr passende Situation: da wollen sie rechte Tendenzen belegen und zitierten einen der Linken aus diesem Blog. Aber gut.

Auch hier wieder das klassische Opfernarrativ. Eine verkürzte Kapitalismuskritik ersetzt eine umfassende Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse. Dass Männer ebenfalls mit gesellschaftlichen Erwartungen zu kämpfen haben und übermäßigem Druck ausgesetzt sind,  steht außer Frage. Nur sind weiße, heterosexuelle Männer nunmal strukturell nicht von Diskriminierung betroffen, da sie Teil der weißen Mehrheitsgesellschaft sind. Doch das sehen die Incels, PUA, MGTOW, Alt-Right-Aktivisten und gewisse Männerrechtler natürlich nicht so. Sie inszenieren sich als benachteiligte Männer, die im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner stehen. Selbsthass, Depression und soziale Angststörungen, die sich vor allem in Incel-Foren finden, werden durch andere User befeuert. Der Hass wird externalisiert.

Gott, ist diese Denkweise billig – er ist nicht von Diskriminierung betroffen, also interessiert auch der zugestandene übermäßige Druck nicht mehr? Und wo wird hier der Hass befeuert? Oder gar externalisiert?
Und es ist eh etwas vermessen, wenn man anprangert, dass Selbsthass, Depressionen und soziale Anststörungen befeuert werden und gleichzeitig eine Ideologie verteidigt, die anderen aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechts per se abspricht, dass sie benachteiligt sein können und diese Schuld an allem seien.

Wie die Entwicklung in den USA zeigt, führte der Zusammenschluss von frauenhassenden, meist relativ jungen, Männern zu kollektiven Hasskampagnen und Terror. Antifeminismus und eine gekränkte weiße Männlichkeit fungieren auch in Deutschland als zentrales Bindeglied zwischen Misogynie und rechter Ideologie. Es wird versucht, die Angst vor dem vermeintlichen Statusverlust als Mann durch rassistische und antifeministische Hetze zu kompensieren. Politisch nicht korrekt zu sein, wird auch hier zum subversiven Akt erklärt, denn man müsse sich ja gegen die „Meinungsdiktatur“ des linken Mainstreams und die „Lügenpresse“ wehren. So wie bei der Alt-Right Antifeminismus für viele die Einstiegsdroge zu rechtsextremen Positionen war, sollte dieses Phänomen auch in Deutschland nicht unterschätzt werden.  Durch die „neurechten“ und rechtsextremen Netzwerke um die AfD gibt es leider viel Potenzial.

Tatsächlich setzen sich viele Männerrechtler eher dafür ein, dass Männern erlaubt ist Status zu verlieren, etwa indem sie aus dem Beruf aussteigen und verstärkt Vater sein können. Aber gut, es ist die übliche Hetze.

Als Autorin ist eine „Luka Lara Charlotte Steffen“ angegeben. Kennt die jemand?

vgl auch: