Christian Wulff: Zweite Scheidung

Bekanntlich haben sich der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina Wulff getrennt und alles sieht danach aus, dass es auf eine weitere Scheidung hinausläuft. Bereits bei seiner ersten Scheidung soll Wulff einiges gezahlt haben, was wohl unter anderem auch der Grund dafür gewesen sein könnte, dass er so empfänglich für weitere „Zuwendungen“ war.

Ein Artikel beleuchtet nun die möglichen finanziellen Folgen der zweiten Scheidung:

Wie sich Ehefrau Nummer eins und Ehefrau Nummer zwei in Sachen Unterhaltszahlungen vom Ex-Mann arrangieren müssen, war längere Zeit strittig. Mittlerweile gilt: „Bei der Berechnung der Unterhaltspflichten geht die erste Ehefrau vor – mit der Begründung, dass die zweite Ehefrau ihn schließlich mit dem Wissen um seine finanziellen Verpflichtungen geheiratet hat“, so der Scheidungsexperte Andreas Vitti. Konkret heißt das: Der Betrag, den Wulffs erste Frau und seine Tochter bereits von ihm bekommen, wird nicht zugunsten von Bettina neu verhandelt.

Grob geschätzt könnten sich Bettina Wulffs Unterhaltsansprüche auf 3000 oder 4000 Euro belaufen, fügt Vittis Kollege Messmer hinzu – die möglichen Ausbildungskosten von Wulffs erster Tochter noch nicht eingerechnet. Für sein eheliches Kind muss Wulff nach Einschätzung der Juristen in der Tat mindestens den höchsten Satz nach der „Düsseldorfer Tabelle“ zahlen – für Kinder bis fünf Jahren sind das aktuell rund 500 Euro. Für das nicht eheliche Kind ist er nicht unterhaltspflichtig, sofern er es nicht adoptiert hat. Allerdings muss sich auch Bettina Wulff – ebenso wie seine erste Ehefrau Christiane – Einnahmen aus Berufstätigkeit zumindest teilweise anrechnen lassen: etwa Einkommen, das Bettina mit ihrem PR-Büro oder Buchtantiemen bezieht. „Mit dem Unterhalt wird dann gegebenenfalls nur noch bis zum errechneten Status aufgestockt“, erklärt Messmer. Nach der Scheidung wird das Einkommen dann nach Auskunft Vittis komplett angerechnet, so dass Christian Wulff womöglich nicht allzulange unterhaltspflichtig für seine Frau bleiben wird – wohl aber noch eine ganze Weile für seinen Sohn. (…)

Messmer hält es für möglich, das dem Ex-Bundespräsidenten abzüglich aller Zahlungsverpflichtungen 3000 bis 4000 Euro im Monat bleiben.

Das ist natürlich immer noch viel Geld. Aber er bekommt ja auch etwa 12.000 Euro im Monat, von denen er dann 8.000 – 9.000 € abgeben muss, zumindest für die nächste Zeit.

Soweit ich weiß haben die beiden sich kennengelernt und eigentlich war er ihr zu spießig und ihre Freundin waren auch sehr verwundert, dass sie sich für ihn interessiert. Ich vermute, dass der Status über seine Politikkarriere dennoch gereicht hat, dass sie sich für ihn interessierte oder sich zumindest ein Leben an seiner Seite – als Ministerpräsidentingattin oder dann eben als Bundespräsidentinnengattin – vorstellen konnte.

Nach dem Rücktritt und dem tiefen Sturz war es damit dann wieder vorbei. Sie hat sich ziemlich schnell von ihm distanziert und mit dem dann veröffentlichen Buch aus meiner Sicht eher noch nachgetreten.

Aus einem anderen Artikel:

In ihrem im September erschienenen Buch „Jenseits des Protokolls“ beschreibt sie den Auftritt, für den sie extra eines ihrer Lieblingskostüme von Rena Lange gewählt hatte. Sie habe, schreibt sie, ganz bewusst ein Stück abseits von ihrem Mann gestanden, „um so zu zeigen: Ich bin eine eigenständige, selbstständige Frau.“ Die Formulierung seiner Rücktrittsrede habe sie nur noch genervt zur Kenntnis genommen. „Warum konnte er nicht einfach nur sagen: ‚Ich trete zurück!‘, und der Drops war damit gelutscht.“

„Ich danke meiner Familie, vor allem danke ich meiner Frau, die ich als eine überzeugende Repräsentantin eines menschlichen und eines modernen Deutschland wahrgenommen habe.“ Auch das wollte Wulff unbedingt in seiner Rücktrittsrede sagen. „Sie hat mir immer – gerade auch in den vergangenen Monaten – und auch den Kindern starken Rückhalt gegeben.“ Bettina Wulff mochte davon nichts mehr hören.

Das klingt als hätte sie eigentlich da die Beziehung innerlich schon beendet. Sie will nichts mehr von seinen Rechtfertigungen hören, will ihn nicht unterstützten, ist genervt davon, dass er es sich von der Seele redet und etwas Status wieder herstellen möchte.

Wahrscheinlich empfindet sie seine Dankbarkeit für den Rückhalt als falsch, als Einschmeicheln und insofern als betahaft. Ist die Anziehung, die Attraktion aufgrund des Rücktritts dann weg, dann bleibt nur noch der spießigere, ältere Mann, der keine Zukunft mehr vor sich hat. Ist die Anziehung weg, bleibt nur noch ein gewisses Mitleid und Desinteresse.

Der Rücktritt des Bundespräsidenten: Christian Wulff geht

Das Christian Wulff ja nun mal um 11:00 Uhr als Bundespräsident zurücktritt (alles andere würde mich doch sehr überraschen) können wir hier ja schon mal wild darüber diskutieren.

Ich finde Folgendes interessant:

  •  Der Bundespräsident ist letztendlich eine nette Statusposition ohne wirkliche Aufgabe außer moralischer Kompetenz vorzugeben. Diese konnte Wulff nicht mehr erfüllen.
  • Die Abneigung, Wulff an der Spitze zu lassen und ihm seine früheren Fehltritte nachzusehen (als Bundespräsident an sich hat er ja nichts falsch gemacht) passt gut zu unserem Hierarchiedenken und unserem Gerechtigkeitsgefühl. Der oben an der Spitze muss, gerade bei einer Repräsentationsfunktion eine gewisse moralische Überlegenheit verkörpern können oder zumindest eine gewisse Alphafunktion. Interessant wäre die Frage, ob jemand mit mehr Charisma, beispielsweise ein Clinton, das hätte das eher überspielen können. Dagegen würde sprechen, dass einfach nach und nach zuviel rauskam, was ihn angreifbar machte und man sich festgebissen hatte.
  • Wer ist ein guter Nachfolger? Kommt die weibliche Doppelspitze? Wie wäre es mit einer Person mit deutsch/griechischen Hintergrund, um die Wogen andererweits etwas zu glätten (mir fällt da allerdings niemand mit entsprechenden „Migrantionshintergrund“ ein, der eine entsprechende Akzeptanz hat)?

Christian Wulff: Scheidungsfolgen und Allgemeines

In einem Bereicht über unseren Bundespräsidenten Christian Wulff findet sich der folgende Abschnitt:

Wie in Wulffs neuer Gattin, so materialisierte sich auch im Eigenheim die Sehnsucht nach ein bisschen mehr Glanz, als ihm in den Jahren des Aufstiegs vom Ratsherrn der Stadt Osnabrück über den niedersächsischen Landtag bis in den Amtssitz des Ministerpräsidenten in Hannover vergönnt war. Obwohl Wulff in den Nullerjahren als Lichtgestalt der deutschen Politik galt, war er nach seiner Scheidung 2008 anscheinend derart mittellos, dass er den Kauf einer bescheidenen Immobilie komplett fremdfinanzieren und dabei auch die Hilfe von befreundeten Unternehmern annehmen musste.

Ich hatte die Ansprüche bei einer Scheidung schon einmal dargelegt. Üblicherweise wäre maximal die Hälfte des Vermögens abzugeben. Es wäre interessant zu sehen, wie viel Wulff damals abgeben musste.

Von einem Ministerpräsidentengehalt kann man üblicherweise schon ein wenig was zurücklegen. Allerdings kann man eben auch schnell meinen, dass man sich auch etwas mehr leisten kann.

Politisch trotzdem unklug, sich solche Darlehen zu nehmen und sich die Zinsen von der Bank zu zahlen. Wahrscheinlich hat er damals einfach nicht drüber nachgedacht.

Allerdings hat der Bundespräsident nahezu keine wichtige Funktion. Er unterschreibt Gesetze nahezu ohne Prüfungsrecht (was er an Prüfungsrecht hat ist zudem noch höchst umstritten) und kann politisch Reden halten ohne zu gestalten.

Aber er ist eben ein Oberhaupt und von einem solchen erwarten wir eben eine untadelige Amtsführung.