Die Bloggenden und die Arbeitenden: Zum Rücktritt von Tristan Rosenkranz

Über Genderama bin ich auf diese Mitteilung von Tristan Rosenkranz gestoßen, der sich aus der aktiven Arbeit zurückziehen will.

Tristan scheint ausgebrannt zu sein, sieht insgesamt zu wenig Unterstützung und zuviel Rangeleien. Das ist schade und ich hoffe er erholt sich schnell wieder.

Als Gründe dafür führt er unter anderem an:

  • Männer, die in Foren und Blogs endlose und unglaublich schlaue Debatten führen, aber nirgends da draußen für jene in Erscheinung treten, über die debattiert wird

Die Diskussion hatten wir ja hier auch schon, auch ich mit Tristan. Wir haben da verschiedene Positionen, den ich bin zumindest der Auffassung, dass ihm mein Bloggen nicht schadet und im Zweifelsfall eher Leute für das Thema interessiert, die dann was machen wollen.

Auch Arne gibt seine Erfahrungen wieder und zu einigen Punkten davon ein paar Anmerkungen:

– Du musst damit klar kommen, dass sich 95 Prozent der Männerbewegung auf den sogenannten slacktivism beschränken, also Foren und Kommentarspalten vollbloggen, um sich hinterher mit großen Augen darüber zu wundern, dass trotz „all dieser jahrelangen Arbeit nichts passiert“. Politische Aktionen wie in anderen Ländern wird es hierzulande und in dieser Generation der Männerbewegung nicht geben, und sie wird dadurch viel weniger effektiv sein. Damit muss man sich abfinden.

Aus meiner Sicht ist einiges passiert, seit ich mit dem bloggen angefangen habe. Als ich angefangen habe, waren die Schweizer IGAF, Sons of Perseus und das Gelbe Forum die vorherrschenden und Arne hat noch auf seinem Schreibtisch-Blog gepostet, aber mit mehr Lücken dazwischen als heute. Es gab abseits des Radikalen kaum eine Gelegenheit über Maskulismus zu diskutieren. Ich bin froh, dass inzwischen eine ganz andere Szene vorhanden ist und das radikale insgesamt eine geringere Bedeutung steht (Disclaimer: Ich sage nicht, dass es an mir liegt, ich sage lediglich, dass seit dem eine Szene entstanden ist, die weit aus liberaler ist.

– Du musst damit klar kommen, dass etliche Menschen auf unterschiedlichste Weise deine Zeit fressen möchten, und du musst diese Leute abblocken können. Dazu gehören beispielsweise die von Tristan Rosenkranz angesprochen „Man-müsste-mal“-Arschlöcher (etwa: „man müsste mal eine Petition an den WDR schreiben“), was im Klartext IMMER bedeutet: „Macht ihr mal, ich habe mit dieser Arbeitsanweisung nun wirklich genug geleistet“. Dazu gehören Leute, die endlos über irgendwas diskutieren wollen und vollkommend taub reagieren, wenn man ihnen erklärt, gerade wirklich im Stress zu sein und keine Zeit zu haben. (Ich hatte gerade diesen Sonntagvormittag das Vergnügen mit einem Vogel auf Facebook, der unbedingt mit mir über Syrien diskutieren wollte, dem ich viermal erklärte, dass ich gerade zwei Stunden an Genderama-Beiträgen gearbeitet hatte und noch einiges beruflich tun müsste, und der darauf immer pampiger wurde, bis er sich irgendwann zu „du hast ’nen Knall“ gesteigert hatte.) Solche Leute haben neben Rechtsradikalen die höchste Chance von allen, von mir zügig blockiert zu werden. Generell gesprochen scheint Facebook Missionare, Verschwörungstheoretiker und Menschen mit einem narzisstischen Sozialverhalten anzuziehen. In den meisten Fällen muss man solche Leute aber nicht entfreunden; es genügt, wenn man von „abonnieren“ auf „nicht mehr abonnieren“ wechselt.

Ich glaube gerne, dass viele Bereiche anstrengend sind. Sowohl weil Leute sich einbringen als auch weil Leute sich nicht einbringen, aber meinen, dass man selbst das für sie machen müsste (interessant wäre, ob der Vorwurf an Blogger, sie seien nicht aktiv, nicht auch durchaus etwas in die Richtung ist). Nicht, dass ich nicht gerne Artikelvorschläge bekommen würde, im Gegenteil, dafür bin ich sehr dankbar, aber natürlich gibt es auch immer mal wieder Leute, die meinen, dass man sonstwas jetzt und auf eine bestimmte Weise schreiben müsste oder man gefälligst mehr Arbeit in dies oder das stecken müsste.

– Du musst akzeptieren lernen, dass du manche Verleumdungen ignorieren musst und nicht alles ausdiskutieren kannst. Eine Radikalfeministin, die nicht nur jeden deiner Beiträge, sondern auch jedes Blogpost, das du verlinkst, und jedes Buch, das du nennst, nach „bedenklichen“ Stellen durchforstet, um dich der „Frauenfeindlichkeit“ bezichtigen zu können, wirst du im Gespräch mit Sicherheit nicht überzeugen können, dass sie falsch liegt. Spar dir die Zeit, und versuche es gar nicht erst.

Gut, da ist Arne als Buchautor und als jemand, der unter Klarnamen schreibt natürlich wesentlich betroffener. Ich für meinen Teil wäre ja noch froh, wenn eine radikale Feministin auf meinen Blog verlinken würde.

Dasselbe gilt für aus der fundamentalistischen Männerszene gezielt gestreute Phantasien wie etwa, dass du dich nur deshalb gegen Rechtsradikale positionierst, weil dir dafür irgendein hochbezahlter Job in der Politik winke.

Das hatte ich auch schon und finde ich auch immer wieder lustig.

All dieser Dreck versendet sich; er ist es nicht wert, dass du deshalb zeitliche Abstriche bei wichtigen Dingen machst. Wenn du mit jedem Fanatiker im Web eine eigene Debatte führen würdest, hättest du viel zu tun. Auch wenn du von einem Blogger, der Schwule hasst, die ersten drei Blogbeiträge zu diesem Thema gelesen hast, brauchst du das bei den nächsten 17 nicht ebenfalls zu tun. Es steht höchstwahrscheinlich nichts Neues drin, du kannst allenfalls bei einer Zwangsneurose zuschauen.

Man kann nicht auf alles antworten und alles ausdiskutieren. Das würde ich auch so sehen. Wobei ich vielleicht eher das Glück habe, dass ich zu vielem schon einen Artikel habe, der was dazu sagt. Man baut sich ja langsam einen gewissen Bestand auf.

– Du musst damit leben lernen, dass die Unterstützung deiner Arbeit durch die Männerszene trotz einiger unermüdlicher Einzelkämpfer insgesamt sehr … ausbaufähig ist. Beispielsweise unterstützt nur ein Prozent der regelmäßigen Leser von Genderama dieses Blog auch durch Spenden. Nur ein Bruchteil der Leute, denen ich Gratisexemplare meines Buches „Not am Mann“ zuschickte, veröffentlichten dafür auch den im Gegenzug versprochenen Beitrag.

Auch das kann ich nachvollziehen, wobei ich dazu aus eigener Erfahrung wenig sagen kann, da ich ja bisher weder ein Buch geschrieben noch um Spenden gebeten habe.

Und als die männerfreundliche Feministin Robin Urban in der Kommentarspalte des Blogs Alles Evolution einmal vorschlug, dass man statt Bücher von Frauen wie „Tussikratie“ auch mal eines meiner neu erschienenen Bücher näher vorstellen könnte, war die Antwort vorhersehbar: Gruppenkeile gegen Robin natürlich. Wenn du mit solchen Dingen nicht klar kommst: Geh nicht an die Front der Männerbewegung.

Das finde ich schade, dass Arne das so sieht. Man kann es hier in den Kommentaren nachlesen. Robin wurde dort patzig, aus meiner Sicht, weil sie eben Kritik am Feminismus nicht mag und ein „lasst meinen Feminismus in Ruhe und kümmert euch lieber um euren Scheiß“ anführen wollte. Die „Gruppenkeile“ bestand darin, dass man sie darauf hinwies, dass ich es noch nicht gelesen hatte und das sie es natürlich gerne selbst besprechen könnte, statt hier rum zu meckern, wenn sie das schon hat. Denn wie Neuer Peter zutreffend sagte: „Er hatte halt noch keine Zeit und außerdem noch ein Leben, Alter. Christian ist nicht dein persönlicher Mietmaskulist.“  Natürlich schreibt sich eine Reaktion auf ein Interview und dort genannte Positionen auch schneller als eine Buchbesprechung. Es liegen einige viertelfertige Buch- und Filmbesprechungen in meinem Entwürfeordner, zu denen mir die Zeit fehlt.

Aus meiner Sicht fehlt durchaus die Verankerung zwischen einem theoretischen Teil wie dem Bloggen als auch einem praktischen Teil. Es fehlt auch die Bereitschaft aus der „aktiven Welt“ die Bloglandschaft als tatsächliche Chance zu nutzen.

Ich hätte kein Problem beispielsweise ein- oder zweimal im Monat (oder auch gerne häufiger) Gastbeiträge aus dem aktiven Leben zu veröffentlichen, etwa Hinweise auf eine konkrete Aktion, bei der man Unterstützung braucht oder auch nur der Vorstellung eines Textes, bei dem man um Verbesserungen oder Feedback bittet. Es hat auch meines Wissens noch keiner der aktiven mal auf die (Sammel-)Blogs verwiesen oder andere Verbindungen hergestellt.

Vielleicht bräuchte man einen „Blogbeauftragten“ dort, der Termine sammelt und weitergibt. Das wäre aus meiner Sicht eine interessante Position um Leute zu rekrutieren. Einen, der beispielsweise einfach mal Themen und Meinungen aus den Vereinen in die Blogs trägt und so Interesse bei Lesern weckt.

Was mich selbst wiederum abschreckt in entsprechenden Vereinen aktiv zu werden ist, dass da glaube ich noch ein für mich nicht übersehbarer Teil von betroffenen Leute vorhanden sind, deren Meinung ich nicht teile und mit für Diskussionen mit denen ich zusätzlich noch zu wenig Zeit habe. Solche, denen bestimmte Positionen aufgrund eigener Betroffenheit sehr sehr nahe gehen und die es als Angriff empfinden, wenn man dies so nicht teilt.

Ich habe über meine örtliche Gruppe da von allerdings Außenstehenden und aus Sichtung ihrer Materialien nicht soviel Gutes gehört und sie sind mir da eher mit Aktionen aufgefallen, die ich so nicht teile und bei denen bestimmte Amtsträger (Richter, Jugendamt) aus meiner Sicht unsachlich angegangen worden sind. Von anderen Gruppen habe ich anderes gehört und einige scheinen mir sehr professionell zu sein. Aber auch das kann ich  nur sehr eingeschränkt überblicken

 

„Einfach nur bloggen bringt nichts“

Der Hinweis kommt oft: „Einfach nur Bloggen bringt nichts, was tut ihr denn konkret für das, was ihr vertretet“.

Maren führte es beispielsweise gerade wieder auf Geschlechterallerlei an:

Kinder! Ich habe es schonmal gesagt und ich sag es wieder:
Bloggen bringt nichts, aber auch gar nichts! Da müsste man eventuell mal seinen Hintern in die richtige Welt bringen.

Ich sehe das anders und zwar aus den folgenden Gründen:

1. Blogs stellen Kristallisationspunkte dar

Blogs oder natürlich auch andere Seiten ermöglichen ein Zusammenfinden Gleichgesinnter, die große Stärke des Internets. Man kann unproblematisch Ideen austauschen und eine gewisse Szene kann sich auf diese Weise herausbilden. Solche Treffpunkte sind wichtig, gerade in den Anfangszeiten einer Bewegung, da man dann mit seinen Gedanken dazu nicht mehr allein ist und auch andere merken, dass da ähnlich denkende Vorhanden sind. Von solchen Blogs aus kann also eine Bewegung entsprechend wachsen.

2. Eine andere Perspektive durchdenken

Artikel im Internet geben einem genug Zeit sich mit einer anderen Perspektive zu beschäftigen und sie erst einmal zu durchdenken, bevor man aktiver wird. Lokale Gruppen können natürlich die gleiche Funktion haben, wenn sich ihre Mitgliederzahl ausweitet, aber sie bilden nicht den gleichen Einstieg, es ist schwieriger in ihnen Wissen auszutauschen und zusammen zu kommen. das Internet ermöglicht einen unproblematischen Erstkontakt.

3. Wissensansammlung und dessen leichte Verfügbarkeit

Blogs ermöglichen eine Ansammlung von Wissen und das Bereitstellen von Informationen. Es ist beispielsweise sehr schnell möglich, sich hier über diverse Kritik am Feminismus oder etwa biologische Theorien zu den Geschlechtern zu informieren. Auch findet man schnell Stellungnahmen zu vielen klassischen Argumenten im Geschlechterstreit und kann auch nachvollziehen, wer welche Argumente bringt. Es kann schnell verlinkt und kopiert werden und damit auch zB in Leserbriefen oder Diskussionsforen eine bereits vorformulierte Argumentation eingebracht werden

4. Der „Der Kaiser ist nackt“ Effekt

Der Gender-Feminismus hat den Vorteil, dass er eine Deutungshoheit über das Thema beansprucht, Kritik tabuisiert hat und einfach zB Pauschal auf Butlers Bücher verweist und im übrigen so tut als seien dessen Theorien gut abgesichert. Diese Haltung zu enttabuisieren dazu kann eine direkte Auseinandersetzung mit diesem Thema, die so wohl nur im Internet stattfinden kann, dienen. Dazu reicht es, dass Leute hier und in anderen Blogs Argumente aufnehmen und damit die Mystik weg ist. Es wird dann klar, dass dort keine tatsächliche wissenschaftliche Grundlage vorhanden ist und andere Forschung dagegen spricht. Die relativ einfachen Schema und Konstruktionen und auch die Art, wie dort mit vagen Begriffen und Widersprüchen argumentiert wird, kann so deutlich werden.

Dadurch, dass entsprechende Blogs als „Szene“ wahrgenommen werden kann also eine Entmystifizierung stattfinden und insofern Kritik normalisiert werden. Normalerweise wird eine Meinung dann erheblich an Gehalt verlieren, wenn Leute sie für unlogisch halten. Dieser Prozess wird durch eine Tabuisierung verzögert. Um so verbreiteter solche Argumente aber sind, um so schwerer ist es die Tabuisierung aufrechtzuerhalten.

5. Arbeitsteilung und gegenseitige Verstärkung

Aus dem oben genannten folgt, dass man sich die Arbeit durchaus auch teilen kann. Der eine schreibt, der andere ist eher praktisch orientiert. Wobei ich gegenwärtig die Zeit einfach noch nicht für hinreichend reif halte, um viel zu bewirken.

Eine Demo gegen das Unterhaltsrecht oder für ein Wechselmodell wäre sicherlich interessant, aber dazu ist die Szene noch nicht vernetzt genug und die meisten Leute würden wahrscheinlich nie etwas davon erfahren, so dass aufgrund der geringen Anzahl von Leuten wahrscheinlich auch ansonsten keine Berichterstattung darüber erfolgen würde. Es blieben nur Aktionen, die nicht durch die Anzahl der Leute auffallen, sondern auf andere Weise.

Hierzu ist wahrscheinlich auch noch eine bessere Vernetzung vielleicht auch mit aktiveren Gruppen wie Mandat etc erforderlich.

Ich denke, dass beide Seiten durchaus einander unterstützen und jeweils das Gute in dem Tätigkeiten der anderen sehen sollten.

Momentan sehe ich Aufklärung und Verbreitung von Ideen als einen sehr wichtigen Prozess an.

Wer lieber konkrete Aktionen planen will oder bereits plant kann dazu aber natürlich auch gerne etwas in den Kommentaren mitteilen.

 

 

Bloggeburtstag: 5 Jahre „Alles Evolution“ (etwas zu spät)

Da fällt mir gerade auf, dass ich den Bloggeburtstag verpasst habe.

Am 1.Mai 2010 erschien der erste Artikel auf „Alles Evolution“.

Ich weise noch mal auf ein paar Möglichkeiten hin dem Blog oder mir zu folgen:

facebook twitter rss

Lobhymnen auf mich oder den Blog (oder wenn es denn sein muss auch gerne Kritik) bitte wie immer in den Kommentaren.

Statt Geschenke freue ich mich über jede Verlinkung 😉

Wie immer danke ich allen Kommentatoren ohne die das Bloggen nur halb so viel Spass machen würde!

Feministische Theoriewoche: Nachbesprechung

Die Feministische Theoriewoche ist fast um und ich möchte hier noch einmal die Möglichkeit bereitstellen, was dazu zu sagen.

Von den Zugriffszahlen her und der Anzahl der Kommentare scheint es mir durchaus Anklang gefunden zu haben.

 

 

Erstellung einer Vorstellung der deutschen „Manosphäre“

In dem Beitrag „Wie wird man zum Männerrechtler“ hatte es in den Kommentaren mal eine Diskussion gegeben, wie man die verschiedenen Vereine, die sich für Männerrechte und insb. auch Väterrechte einsetzen besser mit der bestehenden Bloggerszene verbinden könnte.

Ich hatte damals in einem Kommentar geschrieben:

Wie wäre es zB mit einem Artikel hier, in dem sich MANNdat vorstellt?
Und im Gegenzug einem Artikel bei MANNdat auf der Seite (oder gibt es eine Mitgliederzeitschrift?), der die Blogszene vorstellt.

Radfahrer von MANNDat meinte dazu:

Ich glaube nicht, dass sich bei MANNdat jemand besser in der Bloggerszene auskennt als Du, Christian. Vielleicht hast Du Lust, einen Gastartikel zu schreiben?

Das habe ich mir jetzt schon ein paar mal vorgenommen, weil ich es nach wie vor für eine gute Idee halte, wenn man sich da etwas mehr vernetzt, aber irgendwie hat es bisher nicht geklappt.

Also dachte ich, dass man es in einem Gemeinschaftsprojekt vielleicht schneller und besser hinbekommt. Wenn jeder für seinen Blog oder auch für einen anderen Blog, den er gerne liest, eine kurze Vorstellung schreibt, dann sollte so ein Artikel ja schnell zusammenkommen. Das kann hier in den Kommentaren, auf dem eigenen Blog oder auch gerne per Email erfolgen (bei letzeren am besten einen kurzen Hinweis in den Kommentaren). Ich könnte mir auch vorstellen, dass man den Beitrag dann übersetzt und zB bei internationaleren Seiten wie A Voice for men anfragt, ob sie Interesse haben.

Ich würde mir den Aufbau wie folgt vorstellen:

Eine kurze Einleitung, dann eine Vorstellung der verschiedenen Blogs, dann vielleicht auch noch eine Kurzvorstellung von den verschiedenen Organisationen, jeweils mit Links. Ich würde das dann alle sammeln und zusammenstellen und jedem, der dies will eine Version zuschicken. Dann könnten vielleicht alle beteiligten, also die Blogs und die jeweiligen Organisationen den Artikel an einem bestimmten Tag online stellen und wir hätten zum einen eine schöne gegenseitige Verlinkung und Vernetzung und zum anderen würde auf die jeweiligen Szenen aufmerksam gemacht werden.

Um mal einen Anfang zu machen:

Wer sich für Männerrechte oder auch Kritik am gegenwärtigen Feminismus interessiert, der findet heute im Internet eine reichhaltige Szene vor. Neben zahlreichen Organisationen findet sich auch eine Blogszene, die das Thema von vielen verschiedenen Seiten angeht. 

Die erste Anlaufstelle für einen Überblick ist „Das Patriarchat“ (auch auf Twitter), welches die verschiedenen Beiträge sammelt und einen schnellen Überblick über verschiedenste Blogs ermöglicht. Es dient auch dazu, dass auch die Blogs, die nur seltener Beiträge veröffentlichen, eher wahrgenommen werden und nicht übersehen werden. Der Name ist dabei eher spaßhaft zu verstehen, Blogs im „alten Stil“, die tatsächlich einen Rückfall in die alte Zeit der Männerherrschaft wollen, sind dort nicht vertreten, vielmehr zeigt sich ein breites Themenspektrum, von eher links ausgerichteten Blogs über Themenblogs wie etwa zu Kuckuckskindern oder solchen, die eher auf die Belange schwuler Männer ausgerichtet sind bis zu eher liberalen oder auch konservativeren Blogs

Ein Blog, der insbesondere darauf ausgerichtet ist, erste Informationsquelle für alles um Männerrechte etc ist und der wohl insoweit  sowohl  die meisten Beiträge pro Tag hat und auch einer der ältesten Blogs ist, ist Genderama von Arne Hoffmann. Hier erfährt man häufig als erstes von diversen Neuigkeiten und es werden auch viele Beiträge sowohl aus der deutschen Szene als auch aus dem internationalen Bereich präsentiert. (….)

Auf dem Blog Alles Evolution (Twitter) von Christian Schmidt geht es um die Grundlagen der Geschlechter, insbesondere um biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau, also um evolutionäre Biologie, Hormone, Gene, aber auch kulturelle Ausgestaltungen der Unterschiede sowie die Besprechung anderer Theorien zu dem Thema. Es werden Studien und andere Texte besprochen. Zudem werden auch häufig Theorien aus dem Feminismus besprochen oder gerade Texte aus dem radikalen Feminismus kritisch analysiert. Zudem geht es auch um Flirten und Beziehungen, wobei hier häufig Ansätze aus dem Pickup eine Rolle spielen. Ein weiteres Merkmal ist die rege Diskussion in den Kommentaren der täglichen Artikel, bei der viele verschiedene Meinungen, auch feministische, aufeinander stoßen. Zudem kann jeden Samstag jeder auch eigenes zusätzlich einbringen, was ebenfalls dazu führt, dass sehr viele Themen und auch aktuelle Bereiche diskutiert werden. Es ist wohl der Blog innerhalb der Szene, auf dem die meisten Diskussionen geführt werden.

Der Lehrer Lucas Schoppe schreibt auf Man-Tau über

Adrian behandelt auf Gaywest

Der Kuckucksvaterblog hat ein sehr spezielles Thema

Achdomina hat insbesondere beim GamerGate

Der Flußfänger schreibt über….

Mein Senf“ ist das, was man hier erhält…

Der Blog „Der Jüngling“ ist zwar noch jung, aber

Danish schreibt von

Cuncti ist ein Gemeinschaftsblog aus dem

Elitemedium will darstellen, wie

Kritische Wissenschaft überprüft gerne…

Meinungen und Deinungen bringen Informationen zu

Eine Offene Flanke ist das Thema auf

Thema bei den Schusterjungen ist

Tom schreibt zu

Erzählmirnix schreibt weniger als sie zeichnet, aber in beiden Fällen…

Der lange Weg will Männern helfen, die bisher noch keine Beziehungen hatten und

Auf #Auschrei wird lautstark über

(…)

Geschlechterallerlei ist ein Gemeinschaftsblog der Leuten ohne eigenen Blog erlauben soll zu bloggen und damit auch einen schnellen Einstieg erlauben soll. Auch Leute, die nur kurzzeitig mal bloggen wollen oder es einfach mal ausprobieren wollen sind gerne willkommen. Demnach sind auch die Themen und die Art der Artikel sehr unterschiedlich. Der Blog ist offen für alle, die zu Geschlechterthemen bloggen sollen, theoretisch können hier auch gerne Feministinnen schreiben, wenn sie ihre Artikel dann der Diskussion in den Kommentaren stellen. Gegenwärtig schreiben 3-4 regelmäßige Autoren, es ist allerdings immer einiges im Fluss. Wer mitmachen will, auch als Gastautor, der sollte einfach mal vorbeischauen.

Auch die verschiedenen Organisationen haben eigene Seiten:

Agens beispielsweise stellt auf seiner Seite

MANNDat stellt auf seiner Seite

(…)

Ich würde mich freuen, wenn wir daraus einen ansprechenden Artikel aufbauen könnten. Wer keinen eigenen Artikel schreiben möchte, der stellt vielleicht einfach einen Artikel bei sich ein, vielleicht wollen seine Leser was zu dem Blog schreiben.

Erfahrungsgemäß klappt so etwas am Besten, wenn die Leute nicht ewig Zeit haben, ich würde daher den „Einsendeschluss“ auf den 20.3.2015 legen.

2.000ster Artikel auf Alles Evolution

Der letzte Beitrag war übrigens der 2.000ste Artikel auf Alles Evolution.

Mehr Zulauf zu männerrechtlichen Seiten?

Auf Genderama berichtet Arne von gesteigerten Zugriffszahlen:

Noch nie in der Geschichte dieses Blogs hatte Genderama mehr als 7000 Zugriffe pro Tag. Gestern waren es mehr als 7500. Nicht nur diese Zahl selbst gefällt mir, sondern auch dass sie kein „statistischer Ausreißer“, sondern momentaner Höhepunkt eines kontinuierlichen Anstiegs ist. Bin ich zu optimistisch, wenn ich das als Signal für die gestiegene Aufmerksamkeit für die Männerbewegung insgesamt interpretiere?

Auch aus meiner Sicht hat es in letzter Zeit wieder einen Anstieg gegeben:

Statistik Alles Evolution Zugriffe

Statistik Alles Evolution Zugriffe

Aus meiner Sicht steigen die Zugriffszahlen immer dann, wenn bestimmte feministische Aktionen in die Presse kommen und eine gewisse Aufmerksamkeit, aber auch Widerstand erzeugen. Ob hier der Aufschrei, der durch das Buch wieder häufiger in der Presse war, erneut zugeschlagen hat (als der Aufschrei groß durch die Presse ging sind meine Zahlen auch enorm gestiegen) oder es andere Aspekte sind, wäre interessant. In den Suchbegriffen zeigt sich da kein besonderer Trend.

Vielleicht ist es die Martensteindebatte, vielleicht auch noch eher Jürgen von der Lippe („Diese Gender-Scheiße macht mich fertig!“), denn solche Äußerungen populärer Leute bewirken einiges an Diskussionen und der feministische Aufschrei sorgt dafür, dass viele, die von der Lippe zustimmen dann ins Internet gehen. Vielleicht ist es auch das Gamergate, welches neue Leute auf die Idee bringt, da mal nach anderen Ideen zu suchen.

Wie erleben es denn andere Blogbetreiber oder Leser an sich? Eigentlich  müßte man sich ja ein umfangreicheres Auftreten von Radikalfeministinnen wünschen, denn mit jeder neuen größeren Aktion scheint die Opposition größer zu werden.

Schön wäre es natürlich, wenn der Anstieg – sofern er denn anhält – auch auf einer zunehmende Enttabuisierung von Kritik am Genderfeminismus oder anderen radikalen Varianten beruht.

„Das Patriarchat“ jetzt auch wieder als Blog

Die guten Leute bei WordPress haben anscheinend Einsicht gehabt, das Patriarchat ist jetzt auch wieder als Blog verfügbar. Löschwünschen bin ich nach bestem Wissen und Gewissen nachgekommen, sollte ich was übersehen haben, dann bitte ich um Mitteilung. Ebenso wenn jemand anders Inhalte entfernt haben möchte.

Sollte jemand noch einen Blog kennen, der aufgenommen werden sollte, dann würde ich mich auch über eine Nachricht freuen!

Bringt die maskulistische / feminismuskritische Blogszene etwas?

Bei LoMi gab es eine Diskussion angesichts der Streitigkeiten um Wortschrank, Pelzblog und das ganze Drumherum. Dabei wurde auch in den Kommentaren etwas interessantes zur „maskulistischen Blogszene“ geschrieben, bei dem mich interessieren würde, wie ihr das seht:

Man in the Middle schrieb dort:

Die Masku-Blogger-Szene halte ich aber aus einem anderen Grund für sehr wichtig: ich sehe sie als eine wesentliche Ursache dafür, daß in den letzten 3 – 5 Jahren die feministische Diskurshohheit in den Medien faktisch gebrochen wurde. Zumindest mir scheint dem so, daß vor ca. 10 Jahren die großen Medien ohne relevanten Widerspruch die dicksten feministischen Lügen verbreiten konnten (mit denen man wie das gute alte Ministerium für Wahrheit die politische Meinung der Leute fernsteuerte), während das heute praktisch nicht mehr möglich ist. Man kennt die anonymen Kommentatoren in der ZEIT, SPON usw. nicht, aber die argumentieren oft richtig gut und kenntnisreich. Der wirklich relevante Machtfaktor sind einige 1000 Aufgeklärte, die auch den Mund aufmachen und die alten Lügen qualifiziert widerlegen können.

Wo haben die das gelernt? Am ehesten in der Masku-Blogger-Szene, bei mir war es auch so. Deswegen halte ich die Aufklärung über die Fakten und Einführung in die Hintergründe und Zusammenhänge für den wichtigsten Effekt der Masku-Blogger-Szene, und deshalb ist es das wichtigste Ziel, aus einigen 1000 Aufgeklärten einige 10.000 Aufgeklärte zu machen. Für diese Funktion ist die aktuelle Zankerei einiger Beteiligter irrelevant, wichtiger wäre eine Qualitätskontrolle dessen, was auf den wichtigen Blogs verbreitet wird. Insofern volle Zustimmung zu

Graublau ergänzte dazu:

Die Beobachtung teile ich. Soviel zu dem Thema “Was können eine Handvoll Leute überhaupt ausrichten, wenn die anderen dicke subventioniert sind?” bzw. “Was können ein paar Blogger überhaupt erreichen, was in der auf extreme Aktionen fokussierten Medienwelt nicht untergeht?” Ich halte das für einen ganz wichtigen Punkt, mit dem sich die stetige, ruhige Arbeit eines Arne Hoffmann etwa begründen läßt.

Früher habe ich vieles als falsch empfunden, konnte es aber nicht gut auf den Punkt bringen, es war alles so vage. Jetzt lese ich zum Teil sehr gut geschriebene Texte und Blogartikel. Für mich persönlich ist das ein Riesenfortschritt.

Ein anderes wichtiges psychologisches Moment: Solange man denkt, man sei der einzige, der zwischen verkündeter Wahrheit und Realität einen Widerspruch sieht, kann man das noch als “eigenen Fehler” oder “irrelevant” verbuchen. Sobald man sieht, dass offenbar vernunftbegabte Leute das stichhaltig begründen und gut ausformuliert darstellen können, weiß man, dass da etwas dran ist und man nicht der einzige ist.

Ich denke hier sind einige wichtige Punkte angesprochen:

  • Das Bereitstellen von Gegenargumenten
  • Der „ich bin nicht allein mit meiner Kritik“ Gedanke

Beide halte ich für wichtig, wenn die oben angesprochene Diskurshegemonie durchbrochen werden soll. Gerade weil im Genderfeminismus gerne mit Immunisierung von Kritik gearbeitet wird und häufig recht undifferenziert auf zB bestimmte Bücher von Butler oder anderen verwiesen wird und gefordert wird, sich erst mal über das Thema zu informieren, bevor man mitreden will, ist es sehr wichtig, dass dieser gefühlte Wissensvorsprung überwunden wird und man recht einfach auch Kritik an diesen Theorien finden kann oder Texte findet, die zeigen, dass andere das auch nicht logisch finden.

Deswegen halte ich es auch für so wichtig, möglichst auf Studien zu verweisen oder in sachlicher Art Kritik zu üben, so dass der Leser das Gefühl entwickelt, dass vernünftige Menschen (und nicht nur Extreme) ebenfalls Kritik äußern und insoweit auch seine Kritik berechtigt ist.

Dabei können Blogs gewisse Keimzellen bilden, auf denen Leute sich Informationen besorgen können und dann ihre eigenen Gedanken beispielsweise in Leserbriefen oder Kommentaren unter Artikeln ausdrücken können.

Wenn immer mehr Leute rufen, dass der Kaiser nackt ist, dann bekommen es eben auch immer mehr Leute mit. Und um so vernünftiger die Leute erscheinen, die dies rufen und um so besser sie es belegen, um so eher ist man bereit, auch selbst etwas in diese Richtung zu sagen.

Ich weiß nicht, ob es die „Masku-Blogszene“ war oder einfach die ansonsten immer weitere Berichterstattung in den Medien oder tolle Beiträge von Harald Eia von denen ich mir wünschen würde, sie würden an guter Stelle einmal im deutschen Fernsehn laufen. oder auch die inzwischen durchaus vorhanden Literatur zu dem Thema. Aber auch mir kommt es so vor als wäre heute schon deutlich mehr Kritik in den Medien vorhanden.

Gleichzeitig scheint der Feminismus auch radikaler zu werden (vgl. zB die Mädchenmannschaft), was ein gutes Zeichen sein kann, weil vielleicht gemäßigtere eher die Fehler sehen und insofern mehr radikale übrig bleiben.

 

4. Bloggeburtstag von „Alles Evolution“

Gerade fällt mir auf, dass heute vor 4 Jahren, also am 1.Mai 2010 der erste Artikel auf „Alles Evolution“ erschien.

Ich weise noch mal auf ein paar Möglichkeiten hin dem Blog oder mir zu folgen:

facebook twitter rss

Lobhymnen auf mich oder den Blog (oder wenn es denn sein muss auch gerne Kritik) bitte wie immer in den Kommentaren.

Statt Geschenke freue ich mich über jede Verlinkung 😉

Wie immer danke ich allen Kommentatoren ohne die das Bloggen nur halb so viel Spass machen würde!