Fragen zum neuen Jahr

Nachdem nunmehr alle hoffentlich gut in 2017 angekommen sind ist die Frage, was ihr so von dem neuen Jahr erwartet und wie es allgemein weitergeht.

1. Was wäre aus euer Sicht etwas, was die Männerbewegung voranbringen könnte? Wie setzen wir es um?

2. Welche Aktionen plant ihr oder würdet ihr gerne sehen?

3. Wie wäre es denn im neuen Jahr mal wieder mit ein paar Blogparaden, also in jedem Blog werden zu einem gemeinsamen Thema Beiträge veröffentlicht wie zB hier. Wenn ihr interessiert seid: Zu welchen Thema?

4. Was erwartet ihr im Jahr 2017? Welche größeren Ereignisse stehen an, welche Probleme werden auftauchen, wie wird die allgemeine Entwicklung sein?

5. Hat jemand Lust zu einem Gastartikel? Ist jemand Experte zu einem bestimmten Thema, dass hier her passt und zu dem er etwas schreiben möchte?

6. Habt ihr Themenwünsche? Zu was würdet ihr gern Artikel lesen?

 

 

Kleiner Jahresrückblick: Themen 2016 und was war sonst noch los

Die Zeit zwischen den Tagen bietet sich für eine Rückschau an:

Wie war das vergangene Jahr aus männerrechtlicher Sicht?

Welche Themen gab es im Geschlechterbereich?

Aus meiner Sicht war das Jahr ereignisreich:

  • Das Jahr startete bereits mit den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln und dem Versuch, diese auch feministisch einzuordnen: Es gab die Kampagne „Ausnahmslos„, mit der dargestellt werden sollte, dass weiße Männer immer noch die schlimmsten sind und das Gerede davon, dass so etwas jährlich auf dem Oktoberfest passiert, sogar in schlimmerer Form. Wirklichen Erfolg hatte die Kampagne meiner Meinung nach nicht, sie blieb in der Wahrnehmung weit hinter dem Aufschrei zurück
  • Gewaltige Panik löste auch die Fake-Nachricht aus, dass Roosh quasi Frauen für Vogelfrei erklärt hat und sich Gruppen von Vergewaltigern überall auf der Welt treffen wollen
  • Ein weiteres großes Thema waren die Prozesse um Gina Lisa Lohfink, die letztendlich zu einer Verschärfung des Sexualstrafrechts führten, obwohl es sich nach allem, was man weiß um Falschbeschuldigungen handelte
  • Jenna Behrends beklagte den Sexismus in der Politik, wobei sich herausstellte, dass sie vielleicht schlicht eine Intrige betrieben hat
  • Ein Burka-Verbot wurde diskutiert und dabei und an der Flüchtlingskrise an sich wurde auch die Kluft zwischen intersektionalen und beauvorischen Feminismus
  • Das Verhältnis der Politik zur Meinungsfreiheit und sog. „Hate Speech“ war ebenfalls ein großes Thema
  • Trump vs Clinton wurde auch zu einem Geschlechterthema, der Mann, der Frauen einfach so belästigt vs. die Frau, die als erste Frau Präsidentin der USA werden konnte und nur am Sexismus (und nicht etwa an einer Vielzahl eigener Skandale und ihrer Gesundheit scheiterte)
  • Auch die Idee, nicht zahlenden Unterhaltsschuldnern den Führerschein wegzunehmen sorgte für Schlagzeilen
  • Kesha, Dr Luke und die Frage, ob er sie vergewaltigt hat und bereits die Anschuldigung reicht, damit sie aus dem Vertrag herauskommen kann, waren ebenfalls Thema
  • Und auch der zivilrechtliche Sieg von Kachelmann auf Schadensersatz gegen Frau Dinkel wegen Falschbeschuldigung ging stark durch die Medien
  • Die hiesige Szene betraf auch eine Artikelreihe in der Süddeutschen, insbesondere der Artikel: Maskulisten: Pöbeln für die Männlichkeit
  • Und auch die Kolumnen des Bundesrichters Fischer haben für vielerlei Aufsehen gesorgt
  • „Das Gesetz für Lohngerechtigkeit“ soll mehr Transparenz in Bezug auf den (nicht auf Diskriminierung beruhenden) Gender Pay Gap bringen
  • Auf Twitter lief #tüpischTypen
  • Es gab Diskussionen überdie Aktiven“ und „die Bloggenden
  • Der Doktorant hat angefangen Videos zu machen und steht schon bei 12.000 Abonenten
  • Ghostbusters 2016 in weiblicher Besetzung erhitzte die Gemüter
  • Milo flog von Twitter, sorgte aber auch  mit seiner antifeministischen Tour durch amerikanische Universitäten für einiges an Aufruhr
  • Die EM 2016 ist zwar kein Geschlechterthema, aber auch ein wichtiges Ereignis des Jahres

Welche Themen waren aus eurer Sicht besonders wichtig oder haben euch besonders bewegt?

Welche Blogbeiträge, hier oder in anderen Blogs, haben euch besonders gut gefalle?

 

Hier noch mal das Ganze in Umfrageform:

Themenvorschläge und Gastartikel

Welche Themen würdet ihr denn gerne in einem Artikel thematisiert sehen?

Beispielsweise aus den Bereichen:

  • Beziehung
  • Flirten
  • Evolutionsbiologie
  • Männerrechte.

Oder: Welches Thema wurde bisher noch zu sträflich vernachlässigt und warum spielt es eine Rolle?

Und:

Hier sollten doch einige Leute mitlesen, die vielleicht Erfahrungen im Familienrecht gemacht haben, sei es im Bereich Umgang, Sorgerecht oder Unterhalt.

Da würden mich Gastartikel sehr interessieren. Wie erlebt ihr die Situation, wie habt ihr sie damals erlebt? Was hat euch besondere Schwierigkeiten gemacht und was war aus eurer Sicht besonders ungerecht? Was lief gut obwohl ihr es nicht erwartet hattet, was lief schlecht von dem ihr dachtet, dass es kein Problem sein wird?

Natürlich auch gerne zB eine Sicht von Frauen, nicht nur zu dem Thema oben, gerne auch zur „Männerbewegung“ etc

Mich würden da Gastbeiträge interessieren.  Schickt sie einfach an: christianallesevo (at) gmail Punkt com

Die Aktiven und die Bloggenden: Filterblasen und neue Möglichkeiten aktiv zu werden

Bei Arne gibt es über einen Leserbrief eine Fortsetzung von „Die Aktiven und die Bloggenden“. Er nimmt Bezug auf einen Artikel bei Heise, den er wie folgt zusammenfasst:

In ihrem Artikel Unbeholfenes Ansprechen als Auslaufmodell setzt sich Bettina Hammer auf Telepolis mit aktuellen Tendenzen zur Spaltung der Gesellschaft durch ein Sicherheitsdenken auseinander, das sie als „Darwinismus im Beziehungsreich“ bezeichnet.

Als Ursachen macht sie zum einen eine schleichende geistige und körperliche Gleichschaltung durch zunehmende Digitalisierung aus, die dazu führt, dass man sich sowohl privat wie auch öffentlich, sowohl im Internet wie auch in der Realität, nur noch in einer Filterblase aus Gleichgesinnten bewegt:

Ein Leser, der ihn auf den Artikel aufmerksam machte, meinte dazu:

Bettina Hammers Artikel schlägt im Grunde in dieselbe Kerbe, wie die gestern geäußerte Kritik an dem eigentlich in allen Punkten zutreffenden Artikel von Stephan Schleim: Solange sich die Männerbewegung ausschließlich im Netz manifestiert, solange es dabei bleibt, daß in einer abgeschotteten virtuellen Welt Gleichgesinnte in Filterblasen miteinander „Dampf ablassen“, wird sich in der realen Welt nur wenig ändern – weil der Feminismus in dieser realen Welt auch weiterhin alle Schlüsselpositionen in Politik und Medien besetzt hält. Es reicht also nicht, lediglich ein AndersDENKENDER zu sein. Man muss wohl auch anders HANDELN als bisher.

Interessant fand ich dazu auch einen Abschnitt aus dem Artikel bei Heise:

Eine Bekannte erzählte mir, dass sie vor kurzem auch nachts nach Hause gefahren sei, es sei kalt gewesen und jemand habe das Fenster dennoch geöffnet. Sie hatte dann per Whatsapp einer Freundin erzählt, wie kalt es sei und wie sehr es sie nerven würde, dass Leute dauernd die Fenster öffnen, die Freundin pflichtete ihr bei. Auch später, als sie dies bei einem persönlichen Treffen ansprach, hätten sich viele genervt darüber geäußert, wie Leute abends im Zug die Fenster öffnen, auch wenn es sehr kalt sei. Die direkte Kommunikation mit demjenigen, der das Fenster geöffnet hatte, habe sie jedoch nicht gesucht, da sie ja wusste, „dass das nichts bringt“.

Und da wird denke ich direkt der Unterschied deutlich: Blogs und Twitter stellen nämlich gerade keine streng getrennte Filterblase dar, aus der heraus man nicht mit der anderen Seite kommunizieren kann wie bei streng abgeschirmten Diskussionen in einem Chatkanal. Sie stellen Veröffentlichungen und Kommunikationsmittel dar, die gerade erlauben, dass man mit den anderen redet, in ihren Blogs kommentiert, sie bei sich kommentieren lässt und Antworten mit Pingbacks zu anderen Artikeln schreibt. Das Internet ist nicht per se eine geschlossene abgeschirmte Filterblase, auch wenn man sie, wie der Feminismus es vormacht, dazu machen kann. Es ist vielmehr eine der offensten Kommunikationsformen überhaupt, weil es nahezu weltweite Kommunikation ermöglicht.

Abseits vom direkten Gespräch ist man kaum näher an jemanden dran, wenn man ihn über Twitter anspricht. Denn dort ist es anders als bei einer Email öffentlich und er antwortet „Live“ und ebenso öffentlich.

Hier zeigt sich also ein enormes Potential dafür, jemanden zu sagen, er möge bitte „das Fenster zumachen“. Ich habe bereits wiederholt Journalisten angesprochen, einmal beispielsweise nachdem Genderama auf einen Fehler in einer Statistik hingewiesen hatte, der Fehler wurde auf dieses Ansprechen hin korrigiert („das Fenster zugemacht“). Als die Süddeutsche ankündigte, dass man eine Reihe zur Gleichberechtigung machen würde wurden dort diverse Vorschläge aus der hiesigen Szene unterbreitet (wir waren eigentlich die Einzigen, die dort Vorschläge gemacht haben) und auch auf männerrechtliche Blogs und Diskriminierungen von Männern hingewiesen. Ich vermute, dass man deswegen auch Arne angesprochen hatte und nicht nur „Werner Stahl“ in dem Artikel auftauchte. Es gab auch weitere Aktionen wie etwa „#tüpischtüpen“ und „#article7“ auf Twitter und es gab bei diversen feministischen Aktionen auch gerade auf Twitter einen gewissen Gegenwind.

Wenn Männerrechtler irgendwo wahrgenommen werden, dann im Netz. Das dort der Begriff „Maskus“ aufgekommen ist und die Feministinnen sich beschweren, dass „Maskuhorden sich zusammenrotten“ ist weitaus eher ein Zeichen dafür, dass hier eine mediale Wirkung erzielt wird. Was der Leserbriefschreiber wohl vergessen hat: Das Internet ist ein Medium, welches man besetzen kann, in dem man Aufmerksamkeit erhalten kann und indem andere einen wahrnehmen. Es ist dies weitaus mehr als jeder Kreis von Aktiven, der in guter Arbeit Männer berät, aber damit eben nur in der Blase derer bleibt, die solche Hilfe benötigen und diese Vereine aufsuchen. Ein Genderkongress bleibt weit eher in einer Filterblase als ein Blog oder ein beständiger Twitteraktivismus. Man wird dort eben auch weitaus eher „unter sich“ sein als im Netz.

Die Vorstellung, dass man hier im Netz nur in einer Filterblase hockt „Dampf ablässt“ und „unter sich“ bleibt, zeigt vielleicht eher den Generationenumbruch: Man ist dort noch nicht in der digitalen Welt angekommen und kann die kommunikative Art von Medien wie Twitter, Facebook und Blogs nicht erkennen. Sicher können digitale Medien, wie in dem Chatbeispiel mit dem offenen Fenster, die Kommunikation einengen, aber „Filterblasen“ oder „nur unter Seinesgleichen sein“ kann man natürlich auch in der Offline-Welt. Gerade Vereine, die nur unter sich diskutieren, stellen da durchaus ein gutes Beispiel dar. Es war unter anderem genau diese Abgeschlossenheit, die ich zuletzt beklagt habe. 

Ich sagte es an anderer Stellte schon: Wer in die Medien kommen möchte, der muss deutlich machen, dass eine Vielzahl von Leuten hinter ihm stehen und das ist eben nur möglich, wenn man Sammelpunkte bildet, den Leuten deutlich macht, dass man in den passenden Netzwerken präsent ist, wenn man genau diese Leute anspricht und sie einen wahrnehmen.

Ich möchte noch einmal mit meinem Schlusssatz aus dem letzten Artikel schließen:

Für die, die mit den „Bloggenden“ ein Problem haben: Wie wäre es mit einer neuen Perspektive? Statt aus einem „Nicht gut genug“-Aktivismus verächtlich auf die Bloggenden herabzuschauen solltet ihr euch bewußt machen, dass sie eben auf eine andere Weise an der gleichen Sache arbeiten. Dass sie Multiplikatoren und Öffentlichkeit für eure Aktionen sind.
Ich freue mich über jeden, der Aktiv etwas macht. Ich freue mich auch über jeden, der interessante Texte oder Kommentare schreibt, der unter Zeitungsberichten kritische Anmerkungen macht, der also daran mitarbeitet, dass die Ideen bekannter werden und man merkt, dass Leute es anders sehen. Auf welche Art sie das konkret machen oder machen können ist aus meiner Sicht da relativ egal. Alles hilft mit und an allen Bereichen kann man vieles erreichen.
Selbst wenn ihr davon ausgeht, dass euer Baustein größer ist, schadet ein weiterer Baustein an einer anderen Stelle auch nichts. Es ist ein (kleiner) Stein weniger, den ihr bauen müsst.
Tatsächlich glaube ich sogar, dass hier im Netz großartige Möglichkeiten auch für aktive Arbeit bestehen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass zB Agens oder MANNdat das Internet für sich entdecken und ebenfalls anfangen Politiker und Journalisten auf Twitter direkt zu befragen oder auf männerrechtliche Probleme anzusprechen.
Ich glaube es ist eher ein Chance hier einmal tatsächlich aus der männerrechtlichen Blase herauszukommen und andere Leute auf männerrechtliche Arbeit aufmerksam zu machen.

 

Bloggeburtstag: 6 Jahre „Alles Evolution“ (Nachfeier)

Ich sollte es mir wirklich mal in den Kalender schreiben, habe schon wieder den Bloggeburtstag verpasst. 6 Jahre lang gibt es nun Alles Evolution, denn am 1.Mai 2010 erschien der erste Artikel auf „Alles Evolution“.

Mir macht es immer noch Spass, ich hoffe euch auch! Ich danke allen Kommentatoren, allen Leuten, die auch in externen Diskussionen auf mich verlinken, ich freue mich, dass sich inzwischen auch eine rege Twitterszene entwickelt hat, die dazu beiträgt, dass männerrechtliche Themen verstärkt wahrgenommen werden, ebenso wie eine Vielzahl weiterer Blogs.

Statt Geschenken freue ich mich über Links oder Verbindungen auf sozialen Netzwerken.

Vielen Dank an alle die den Blog besuchen!

 

Hinweis und Bitte

Ich muss einiges erledigen. Wer mich bis nächsten Freitag irgendwo im Netz sieht, der möge mir bitte einen freundlichen virtuellen Tritt in den Allerwertesten geben, den ich prokrastiniere dann. Vielen Dank!

Bitte benehmt euch in der Zeit. Der Betrieb läuft wir gewohnt weiter. Freischalten von neuen Kommentaren kann insofern auch mal länger dauern.