Die Vorteile der Einsicht, dass wir biologische Grundlagen haben

Noch eine interessante Stelle von dem Buch „Genome: The Autobiography of a Species in 23 Chapters“ (PDF) (S. 160). Diesmal deutlich kürzer:

Meanwhile, the discovery that personality has a strong genetic component can be used in some very non-genetic therapy. When naturally shy baby monkeys are fostered to confident monkey mothers, they quickly outgrow their shyness. It is almost certainly the same with people – the right kind of parenting can alter an innate personality. Curiously, understanding that it is innate seems to help to cure it. One trio of therapists, reading about the new  results emerging from genetics, switched from trying to treat their clients‘ shyness to trying to make them content with whatever their innate predispositions were. They found that it worked. The clients felt relieved to be told that their personality was a real, innate part of them and not just a bad habit they had got into. ‚Paradoxically,depathologising people’s fundamental inclinations and giving group members permission to be the way they are seemed to constitute the best insurance that their self-esteem and interpersonal effectiveness would improve.‘ In other words, telling them they were naturally shy helped them overcome that shyness. Marriage counsellors, too, report good results from encouraging their clients to accept that they cannot change their partners‘ irritating habits – because they are probably innate – but must find ways to live with them. The parents of a homosexual are generally more accepting when they believe that homosexuality is an immutable part of nature rather than a result of some aspect of their parenting. Far from being a sentence, the realisation of innate personality is often a release.

Danach ist es also für viele Leute eine Erleichterung und gut für ihr Selbstbewußtsein, wenn sie sich oder andere so akzeptieren können, wie sie sind und dies als Grundlage eröffnet ihnen dann gleichzeitig die Möglichkeit, auch an sich zu arbeiten und so etwas wie Schüchternheit eher zu verbessern. Weil es einem eine Grundlage bietet und auch eine Erklärung: Man muss sich keine Vorwürfe mehr machen und kann daher leichter mit der Sache umgehen.

Ein ähnliches Phänomen hatte ich schon einmal bezüglich der Geschlechterrollen dargestellt:

Eine interessante Beobachtung machte Trautner bei Längsschnittstudien mit anfangs auffällig streng einteilenden Kindern: Wer als Kleinkind seine Welt besonders klar in männlich/weiblich aufteilte, konnte später lockerer mit den Kategorien umgehen. Das entspricht der Alltagswahrnehmung. Männer und Frauen, die früh in eine sichere Geschlechtsrolle gefunden haben, müssen sich nicht mehr ständig ihrer sexuellen Identität durch präpotentes oder püppchenhaftes Gebaren versichern. Sie können sich auch vom Rollenklischee abweichendes Verhalten erlauben.

Die klare Vorstellung von der Geschlechterdifferenz und der eigenen Zugehörigkeit ist offenbar eine gute Basis für einen späteren freien Umgang mit Stereotypen. Man kann sich dann Interesse und sogar Freude und Spaß an der Differenz leisten. Und man kann dann auch Unterschiede ertragen. Denn Differenz, darauf weist der Sozialwissenschaftler Amendt hin, macht eben nicht nur stolz. Sie erzeugt auch Neid. Penisneid ist da bloß ein Beispiel. Nur starke Menschen halten die Unterschiede zwischen den Geschlechtern aus.

Auch hier sind also Menschen, die meinen, sich selbst gefunden zu haben, sicherer. Und auch dabei kann einem dann vielleicht das Wissen, dass man eben auf eine bestimmte Weise ist, helfen.

Ich vermute, dass es auch durchaus Nachteile geben kann, wenn man ohne Grund annimmt, wegen bestimmter angeblich bestehender Geschlechterunterschiede etwas nicht zu können, zB eine Frau, die meint, sie kann keine Bohrmaschine bedienen oder ein Mann, der meint, dass er nicht kochen kann. Allerdings wären das eben auch Vorstellungen, die sehr essentialistisch sind und den Rahmen der Biologie stark überziehen.

Des weiteren vermute ich, dass genau dieser Umstand, dass man sich gern in einer Rolle sicher ist, bestimmte Leute, die in die normalen Rollen und Muster nicht passen, eher motiviert, sich mit Queertheorie und Genderfeminismus zu beschäftigen. Denn dort ist man eben auch plötzlich „richtig“, alle anderen sind falsch. Ich vermute allerdings, dass dort des häufigeren die kognitiven Dissonanzen größer werden, weil man dort ja darauf achten muss, dass man nicht doch ein falsches verhalten, etwas zu stereotyp, zeigt. Da bieten aus meiner Sicht die biologischen Theorien, wenn sie richtig verstanden werden, mehr halt.

Folgt aus den biologischen Theorien, dass soziale Geschlechtergerechtigkeit irrelevant ist?

Elmar kommentiert bei LoMi wie folgt:

Der Biologismus formuliert seine eigene Teleologie. Und die ist für Männerrechte keineswegs gleichgültig, denn sie erklärt, daß Geschlechtergerechtigkeit in sozialen und nicht in wirtschaftlichen Zusammenhänge, politische Macht oder was sonst Status verleihen möge, einfach irrelevant ist.

Was ich und vermutlich zum Teil du auch wollen, eine soziale Realität ohne Ausbeutung, kann der Biologismus einfach nicht verstehen, denn sie ist für ihn unnatürlich und einfach nur eine Folge der Tatsache, daß du und ich irgendwelche Betas, Gammas oder Omegas sind, die sich einfach über zu wenig Status im Vergleich zu den alpha-Männern beschweren.

Deshalb ist Biologismus maskulistisch kontraproduktiv.

Wenn man davon ausgeht, dass „Biologismus“ hier biologische Theorien meint, wie ich sie vertrete, dann erstaunt mich diese Theorie mal wieder.

Richtig ist, dass evolutionäre Prozesse erst einmal keine „Gerechtigkeit“ kennen, ziellos sind (wenn sie auch in eine bestimmte Richtung verlaufen können) und die Theorien keine Rücksicht darauf nehmen, dass sie Männern oder Frauen gefallen.

Das bedeutet aber nicht, dass man diese nicht zusammen mit Geschlechtergerechtigkeit oder anderen maskulistischen Forderungen vertreten kann.

Elmar unterstellt hier schlicht einem naturalistischen Fehlschluss (Die Gleichsetzung von “Natürlich” mit “Gut, Richtig oder schön”).  Ein solcher Fehlschluss wird aber gerade innerhalb der biologischen Theorien abgelehnt.

Wenn es eine Ausbeutung der Betas, Omegas oder Betas gibt, dann kann man die auch dann anprangern, wenn man meint, dass Betas einen geringeren Wert auf dem sexuellen Markt haben. Es gibt aber auch keine biologische Regel, dass Betas, Omegas oder Gammas per se ausgebeutet werden müssen.

Im übrigen gibt es natürlich auch weibliche Betas, Gammas oder Omegas, die einen männlichen Beta, Gamma oder Omega vielleicht schlicht als gleichwertig oder eben sogar höherwertig auf dem Partnermarkt ansehen.

Und männliche Alphas, die an einer weiblichen Beta schlicht nicht interessiert sind.

Aber auch die Feststellung, dass es einen unterschiedlichen Partnerwert gibt rechtfertigt keine Ausnutzung. Genauso lässt es Ausnutzung nicht verschwinden, wenn man davon ausgeht, dass es keinen unterschiedlichen Partnermarktwert sowohl innerhalb der Gruppe der Männer als auch der Frauen gibt. Schon gar nicht kann man gegen eine Ausbeutung angehen, wenn man dabei von falschen Grundlagen bei Männern und Frauen ausgeht. Im Gegenteil: Dann wird man eher entweder Ausbeutung sehen, wo vielleicht keine ist oder falsche Mittel zu deren Beseitigung vorschlagen.

Meiner Meinung nach ist der größte Fehler, den man machen kann, von einer falschen Theorie auszugehen und auf der Basis dieser dann eine Lösung für das Problem zu suchen – ein einfaches Beispiel wäre eine Theorie, bei der die Erde der Mittelpunkt des Universums ist, und sich die Sonne um die Erde dreht. Auf dieser Basis eine Berechnung für einen Weltraumflug durchzuführen ist sicherlich möglich – es gibt ja Modelle der Planetenbewegungen auf dieser Basis, muss aber zwangsläufig dazu führen, dass man sein Ziel nicht erreicht.

Das dies zu Fehlern führt sieht man im Gleichheitsfeminismus. Dort wird eben jeder Unterschied mit Machtstrukturen zugunsten der Männer begründet. Dabei handelt es sich teilweise eher um Unterschiede, die auch ein unterschiedliches Interesse an zB beruflichen Status zur Folge haben oder eine andere Arbeitsverteilung in der Familie begründen.

Auch daraus folgt aber nicht, dass man diese Arbeitsteilung per se als gerecht, weil biologisch bedingt, annehmen muss. Wer sie nicht will, der kann natürlich jederzeit eine andere vornehmen. Und es folgt auch nicht aus der Biologie, dass man die Regelungen im Familienrecht auf die vorgenommene Weise ausgestalten muss, um damit eine Absicherung für den Fall der Trennung herbeizuführen. Im Gegenteil: soziale Netze wie eine Rentenversicherung, einen Krankenversicherung, Unterhaltsregelungen sind insoweit evolutionär vollkommen neue kulturelle Ausgestaltungen, die typische evolutionäre Kostenberechnungen vollkommen umwerfen. Nichts in der Biologie bedingt einen Unterhalt, einen Zugewinn oder einen Versorgungsausgleich. Nichts in der Biologie rechtfertigt die Annahme einer kulturell geschaffenen Rape Culture oder die Einstellung, dass Frauen per se sozial inkompetent sind.

Man kann meiner Meinung nach auch Unterschiede anerkennen, aber dennoch für gleiche rechtliche Regelungen für Männer und Frauen sein. Und man kann gleichzeitig der Auffassung sein, dass in bestimmten Bereichen gleiche Regelungen sich zu ungunsten eines Geschlechts auswirken können (Unterhaltsregelungen sind ja erst einmal geschlechterneutral gehalten, belasten aber üblicherweise eher Männer). Das bedeutet nicht, dass man dann Gesetze nach Geschlechtern verschieden gestalten soll, sondern eher, dass eine gerechtere neutrale Lösung gefunden werden muss und dies dann eher von einem Geschlecht gefordert werden wird.

Aus bestimmten Ansichten mag eine andere Einstellung dazu kommen, was man als Ausbeutung ansieht. Wenn Männer und Frauen im Schnitt andere Interessen und andere Triebe etc haben, dann folgen daraus auch andere Payoffs für bestimmte Verhalten etc. Aber Ausbeutung ist ja gerade weil Werte subjektiv sind, auch ein Punkt, den man außerhalb biologischer Theorien anders beurteilen kann.

Was ist Biologismus?

In letzter Zeit wird ja insbesondere durch Elmar der Vorwurf des „Biologismus“ immer wieder erhoben. Es sollte daher an der Zeit sich näher mit dem Begriff zu beschäftigen. ich hatte bereits dazu kurz auf ein paar Definitionen verwiesen:

Elmar definiert Biologismus wie folgt:

Im Folgenden wollen wir Leute, die eine biologische – präziser – eine neuronale oder auch neurophysiologische Erklärung für bestimmte mentale Phänomene, für bestimmte Handlungen, Dispositionen, Gedanken oder Gefühle bzw. für soziale Phänomene vorbringen, Biologisten nennen.

Die Wikipedia definiert wie folgt:

Biologismus (gr. βíος bíos „Leben“ und logos/ismus) ist ein Begriff, der auf verschiedene philosophische und weltanschauliche Positionen angewendet wird, die menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Zusammenhänge vordringlich durch biologische Gesetzmäßigkeiten zu erklären versuchen und von denen einige als Folge hiervon auch eine entsprechende Ausgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse anstreben (…)
Da der Mensch Teil der belebten Natur ist, können Erklärungen menschlicher Wesenszüge auch Forschungsgegenstand der Biologie sein, deren Erkenntnisse folglich auch als Beitrag zum fächerübergreifenden Forschungsfeld der Humanwissenschaften verstanden werden können. Dass psychische und soziale Phänomene auf einem biologischen Substrat beruhen, wird von Kritikern des Biologismus nicht bestritten.[4] Mit dem Begriff „Biologismus“ wird jedoch versucht, einem Alleinerklärungsanspruch der Biologie wissenschaftsphilosophisch begründete Grenzen zu setzen. Dadurch wird zugleich die Eigenständigkeit einer sozial- und geisteswissenschaftlichen Methodik sowie eines ethischen Diskurses gegenüber den Naturwissenschaften verteidigt. Zugleich werden mit ihm die schwerwiegenden weltanschaulichen, politischen und gesellschaftlichen Folgen betont, die aus einer unzureichend reflektierten, einseitig biologischen Betrachtungsweise erwachsen können.

Der Duden definiert wie folgt:

einseitige und ausschließliche Anwendung biologischer Gesichtspunkte auf andere Wissensgebiete

Ich selbst würde es wohl wie folgt definieren:

Biologismus ist falsch verstandene Biologie oder eine Überhöhung dieser dahingehend, dass neben der Biologie kein Raum mehr für soziale Ausformungen oder soziale Regeln gesehen wird oder aber in dem im Wege naturalistischer Fehlschlüsse aus der Biologie Forderungen für die Gestaltung der Gesellschaft hergeleitet werden.

Meiner Meinung nach hat ein „Ismus“ immer etwas ideologisches. Eine Darstellung biologischer Vorgänge und eine Erläuterung dieser erfüllt – wenn diese tatsächlich bestehen – diese Voraussetzungen nicht. Damit erhält diese Definition natürlich ein gewisses subjektives Element: Vielen werden meine Ansätze schon übertrieben erscheinen und damit tatsächlich in dem Bereich des Biologismus gehen. Aus meiner Sicht sind es eben Darstellung biologischer Vorgänge, wobei ich sie auch nicht absolut sehe, sondern eben häufig als Disposition, bei denen es biologische Grundlagen oder Figuren eines Verhaltens gibt, diese aber dann kulturell ausgestaltet werden.

Wenn ich zum Beispiel darauf abstelle, dass ein Verhalten damit zu erklären ist, dass Männer Status ansammeln wollen oder Alphamänner sein wollen, dann meine ich damit nicht, dass genau dieses Verhalten zwingend daraus folgt und nicht anders auftreten kann, sondern lediglich, dass dies aus meiner Sicht die biologische Grundlage ist, die man auch anders ausgestalten könnte, die aber hier auf eine Weise umgesetzt wurde, die zu dieser Grundlage passt. Andere werden dies schon für eine zu weitgehende Biologisierung halten.

Als ich den Blog damals erstellt habe wollte ich einfach einen Blog haben, auf dem ich frei diskutieren kann und meine Sicht darstellen kann, nachdem ich gerade auf feministischen Blogs wie der Mädchenmannschaft recht schnell gesperrt wurde, wenn ich zu häufig „Testosteron“ gesagt hatte (und naja, ich habe es recht häufig gesagt). Ich kam dann an die Stelle, an der ich mir den Blognamen ausdenken musste und ich mir habe so einige Alternativen durch den Kopf gehen lassen. „Alles Evolution“ schien mir damals einfach eine gute kurze Zusammenfassung, was den Leser erwarten würde und was mir die Gegenseite vorwerfen würde. Eine kleine Überspitzung aus meiner Sicht, auch wenn viele das vielleicht gar nicht so sehen. Ich wollte damit eigentlich nicht aussagen, dass ich keinen sozialen Anteil sehe oder wir komplett determiniert sind und uns nur innerhalb biologischer Regeln bewegen. Es war aus meiner Sicht auch eine Kurzform von „Alles über Evolution“ und auch „Alles, was man zum Geschlechterthema und Evolution so sagen kann“. Insofern sollte es keine Ankündigung eines reinen Biologismus, wie ich ihn verstehe, sein.

Ich finde die biologisch-evolutionäre Perspektive nicht nur sehr interessant, ich erlebe auch, dass sie mir viele Zusammenhänge erklärt, viel über den Menschen, was aus meiner Sicht die Philosophie nie leisten kann, wenn sie abstrakt bleibt. Ich finde es inzwischen teilweise langweilig philosophische Betrachtungen des Sinns des Lebens zu lesen, weil das Leben eben aus meiner Sicht erkennbar keinen Sinn haben kann. Alle Menschen wollen Macht? Nein, viel zu stark vereinfachend, sie wollen die Umsetzung ihrer biologischen Vorgaben und dabei auf die Gruppe bezogen eine gewisse Position in ihr, dies kann bloße Anerkennung sein, Bewunderung, Liebe, es muss aber nicht macht sein. Evolutionäre Spieltheorie erklärt aus meiner Sicht vieles am menschlichen Verhalten, Gefühle, Moral, Handeln, Altruismus, den Wunsch nach Luxus etc viel besser als alle Betrachtungen, die ohne Biologie auskommen.

Aus meiner Sicht ist die evolutionäre Perspektive ungefähr vergleichbar damit, dass wir erkannten, dass die Sonne sich nicht um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne. Alle verschlungenen Pfade  der Planeten machten plötzlich Sinn und bilden runde Bahnen.

Vielleicht ist das eine Art des Biologismus – ich neige sicherlich sehr schnell dazu, bestimmte biologische Konzepte zu übertragen. Wobei . Vielleicht erscheint es mir nur so logisch, weil es innerhalb meiner Ideologie logisch ist. Ich versuche mich dagegen zu wappnen, indem ich zu Kritik einlade und mich auch mit anderen Theorien etwa aus dem Feminismus beschäftige.

Ich kenne aber keine Erklärung, die so umfassend ist und alle Sonderfälle, die Häufungen und gleichzeitig die Abweichungen so gut in Einklang bringen kann. Es gibt dennoch keine Theorie, die menschliches Verhalten besser erklärt.

Nichts macht in der Biologie Sinn, außer im Lichte der Evolution.

Und alles Leben ist auch Biologie. Wie will man also diesen Anteil wegdenken?

„Ich denke nicht, daß Maskulismus auf Biologismus angewiesen ist“

Elmar brachte in der weiteren Diskussion um biologische Theorien einiges, was in diese Richtung ging:

„Ich denke nicht, daß Maskulismus auf Biologismus angewiesen ist, er ist “viel leichter” zu haben. Das sollte euch alles freuen.

Elmar kritisiert da im wesentlichen vom Ziel her – ihm gefallen die Erklärungen nicht, er will lieber andere, die er aber noch nicht hat, aber sie wären garantiert besser, auch wenn er keinerlei Ansatz davon wirklich benennen kann.

Biologie passt insofern einfach nicht in die von ihm gewünschte Welt. Sie muss deshalb Biologismus und damit schlecht sein.

Eine ähnliche Haltung hatte ich schon einmal in dem Artikel „Wahrheit vs. Wollen: Feministische Theorie und die eigene Suppe“ besprochen:

Wer viel über Geschlechterfragen diskutiert und dazu noch einiges über Evolutionsbiologie gelesen hat, der stößt in diesen Argumenten immer wieder auf ein in feministischen Kreise sehr verbreitetes Gegen”argument”.

“Es wäre doch viel schöner, wenn alles nicht festgelegt ist, deswegen glaube ich nicht an biologische Gründe”

Das ist für einen wissenschaftlich denkenden Menschen so ziemlich das sinnloseste Argument, dass man machen kann, denn der Wirklichkeit ist es relativ egal, was besser ist, wenn dies einfach nicht stimmt.

Ebenso ist es natürlich ein sehr schwaches Argument, wenn man meint, etwas leichter haben zu können (wohlgemerkt: Dieses leichtere hat Elmar noch nie ausgeführt). Es ist egal ob man meint, dass es viele Männer uninteressant finden, es ist auch egal, ob man damit Angriffsfläche bietet.

Wegen all dieser Erklärungen kann man eine Erklärung nicht ablehnen, ein guter Grund eine Theorie abzulehnen ist simpel lediglich der, dass sie falsch ist.

Argumente, die darlegen, dass die biologischen Theorien falsch sind, nennt Elmar allerdings gar nicht. Er will sich eigentlich auch gar nicht mit den Theorien beschäftigen. Er will sie nur loswerden.

Dass das Nichtbeachten biologischer Erklärungen natürlich enorme Konsequenzen haben kann, zeigen Fälle wie David Reimer oder die Kibbuzerfahrungen. Ob wir da mal Besprechungen von Elmar hören werden? Oder ob er die Studie von Udry mal bespricht? Ich bezweifele es.

Wenn man eine klassische evolutionäre Erklärung verwendet, nach der Männer mehr auf Status aus sind, weil Status sich im Wege sexueller Selektion als gutes Zeichen für einen hochwertigen Partner entwickelt hat, dann erklärt das vieles, was Elmar letztendlich nicht erklären kann, wenn er es nicht ebenfalls soziologisch in ein Machtkampfverhältnis einordnet wie etwa der Feminismus oder Frauen zu Ausbeutern macht. Die evolutionären Theorien dazu haben zudem den Vorteil, sich nahtlos in die sonstige Biologie einzuordnen und stimmig in die Größenunterschiede etc eingeordnet zu werden.

Wenn diese Theorien stimmen, dann hat das natürlich auch Auswirkungen. Man kann sie in diesem Fall nicht einfach wegdenken, denn sie wirken sich in sehr vielen Verhältnissen zwischen Mann und Frau und auch auf sehr viele gesellschaftliche Phänomene aus: Vom Gender Pay Gap bis hin zu Frauenquoten, von der Partnerwahl bis hin zu dem unterschiedlichen Spielverhalten liefern sie gute Erklärungen zu vielen Phänomenen, die sozial betrachtet nur schwer zu verstehen sind, ohne einen Geschlechterkrieg zu erklären.

Die evolutionären Theorien erklären menschliches Verhalten ohne, dass man Bösartigkeit etc braucht. Wenn man akzeptiert, dass auf Frauen und Männer ein anderer Evolutionsdruck lastete, dann kann man aufhören, sich über Unterschiede im Schnitt aufzuregen. Etwas, was einen wohl keine soziale Erklärung bieten kann. Wenn man weiß, dass es Männer und Frauen in allen Varianten gibt, dann kann man aufhören, sich über Häufungen zu ärgern und auch akzeptieren, dass viele Menschen auf eine bestimmte Weise leben wollen. Man kann aufhören in jedem Geschlechterunterschied ein Zeichen für eine Unterdrückung zu sehen und sich bei jedem geschlechterstereotypen Verhalten zu ärgern.

Biologische Ansätze mit kulturellen Ausformungen sind meiner Meinung nach – wenn man Fehlvorstellungen vermeidet, dass sie bedeuten, dass alle Männer oder alle Frauen auf eine bestimmte Weise sein müssen – der beste Weg sich unter den Geschlechtern auf ein Miteinander zu einigen, weil sie per se ein großes „jeder ist, wie er ist, ob er sich stereotyp verhält oder nicht“ enthalten. Homophobie oder Transsexuellenfeindlichkeit sind ebenfalls realtiv sinnlos, wenn man davon ausgeht, dass beides nur rein biologische Efffekte sind und die eigene Männlichkeit oder Weiblichkeit nicht betreffen können.

Ich meine daher, dass man es gerade mit einer biologischen Betrachtung sehr einfach haben kann. Dass sollte aber nicht der Grund dafür sein, dass man diese Theorien vertritt.

 

Entsprechen biologische Theorien zu den Geschlechtern einem konservativen Weltbild?

Der häufigste „Einwand“ gegen biologische Theorien ist, dass man damit „zurück in die 50er“ möchte oder einfach nur ein konservatives Weltbild stützen möchte.

Tatsächlich ist dies aus einer Sicht keineswegs so einfach. Viele Thesen stehen sogar einem konservativen Weltbild entgegen.

1. Es gibt keinen Gott

Biologische Erklärungen zu den Geschlechtern sind zunächst mit einer konservativen Vorstellung einer religiösen Rechtfertigung nicht zu vereinbaren. Gott und Evolution vertragen sich nicht gut, zumindest ist Gott in solchen Erklärungen verzichtbar. Wann immer eine Vorstellung rein religiös begründet wird würde man demnach eine neue Erklärung suchen müssen

2. Treue und Ehe

Evolutionäre Theorien gehen davon aus, dass der Mensch nicht zwangsläufig auf eine lebenslange Beziehung ausgelegt ist (wenn sie auch aufgrund der Liebeschemie durchaus möglich ist), sondern eher auf serielle Monogamie mit Seitensprungoption. Die Bindungschemie deckt insbesondere die Zeit ab, die es braucht, Kleinkinder aus dem Gröbsten herauszubringen. Uns reizt aber selbst in dieser Zeit mitunter die bessere Option. Das bedeutete nicht, dass feste Bindungen biologisch ausgeschlossen sind, wir haben eine deutliche Bindungschemie, die solche Beziehungen ermöglicht. Aber diese ist eben nicht absolut. Eine unscheidbare Ehe ist biologisch nicht vorgegeben.

3. keine klaren Geschlechterrollen

Die biologischen Theorien gehen davon aus, dass es Häufungen gibt, aber gerade bei den geistigen Eigenschaften keine absoluten Unterschiede. Es handelt sich vielmehr um Normalverteilungen deren Träger sich überlappen, die aber verschobene Mittelwerte haben. Es gibt damit männliche Frauen und weibliche Männer. Es gibt kein richtig oder falsch, es gibt nur bestimmte Häufungen. Aus den Häufungen zu schließen, dass diese richtig sind ist ein naturalistischer Fehlschluss. E gibt dennach Frauen, die keine Kinder wollen, sondern Karriere und Männer, die keine Karriere wollen und lieber mehr Zeit mit der Familie übernehmen.

Überhaupt ist das „Hausfrau/Erwerbsarbeit“ in dieser Form biologisch nicht vrogegeben. Man geht eher davon aus, dass Frauen ebenfalls Nahrung gesammelt haben, eine Erwerbstätigkeit im Sinne von Geld besteht evolutionär erst seit einem sehr kurzem Zeitraum. Schreibtischjobs an sich bestehen erst seit einem sehr kurzen Zeitraum.

Hier wären aus meiern Sicht eher bestimmte Präferenzen bei der Arbeitsteilung vorhanden, etwa dass Frauen im Schnitt  lieber als Männer die Kinderbetreuung übernehmen und Männer im Schnitt lieber als Frauen die Erwerbstätigkeit. Hinzu kommen gewisse andere Faktoren in diese Richtung, etwa, dass Ressourcen und gesellschaftlicher Status über Verdienst bei der Partnerwertberechnung des Mannes im höheren Maße niederschlagen als bei einer Frau.

4. Homosexualität ist lediglich ein anderes Attraktivitätsmerkmal

Nach biologischen Theorien ist Homosexualität nur ein anderes Attraktivitätsmerkmal, dass biologisch abgespeichert ist, weil bestimmte Hormonstände bestimmte genetische Programme aktiviert haben. Daraus eine Mißachtung herzuleiten ist wenig nachvollziehbar. Ebenso sind auf dieser Basis Änderungen der sexuellen Orientierung möglich.

5. Transsexualität ist lediglich ein teilweise anderes Gehirngeschlecht.

Es gilt das bereits zur Homosexualtiät gesagte sinngemäß

6. Es gibt keine biologische Überlegenheit des Mannes oder eine Unterordnung der Frau

Das scheitert bereits daran, dass es eben nur Häufungen gibt. Zwar mag es bestimmte Vorlieben für Status und auch Dominanz geben, allerdings eben auch nicht absolut und zudem eben nur als sexueller Aspekt, was nicht bedeutet, dass sich daraus eine Unterordnung ergibt. Männer und Frauen sind im Schnitt anders, nicht besser oder schlechter.

Warum wollen Menschen soviel Gleichheit?

Ein Modell zur evolutionären Entwicklung des Wunsches nach Gleichheit wird in diesem Artikel (PNAS) besprochen:

The evolutionary emergence of the egalitarian syndrome is one of the most intriguing unsolved puzzles related to the origins of modern humans. Standard explanations and models for cooperation and altruism—reciprocity, kin and group selection, and punishment— are not directly applicable to the emergence of egalitarian behavior in hierarchically organized groups that characterized the social life of our ancestors. Here I study an evolutionary model of groupliving individuals competing for resources and reproductive success. In the model, the differences in fighting abilities lead to the emergence of hierarchies where stronger individuals take away resources from weaker individuals and, as a result, have higher reproductive success. First, I show that the logic of within-group competition implies under rather general conditions that each individual benefits if the transfer of the resource from a weaker group member to a stronger one is prevented. This effect is especially strong in small groups. Then I demonstrate that this effect can result in the evolution of a particular, genetically controlled psychology causing individuals to interfere in a bully–victim conflict on the side of the victim. A necessary condition is a high efficiency of coalitions in conflicts against the bullies. The egalitarian drive leads to a dramatic reduction in within-group inequality. Simultaneously it creates the conditions for the emergence of inequity aversion, empathy, compassion, and egalitarian moral values via the internalization of behavioral rules imposed by natural selection. It also promotes widespread cooperation via coalition formation.

Quelle:  On the evolutionary origins of the egalitarian syndrome

Der Wunsch nach Gleichheit soll also letztendlich ein evolutionär entwickeltes Gruppenverhalten sein, dass dem Individuum Vorteile absichert. Im Gegensatz zu einer kulturellen Entwicklung, bei der wir uns über die egoistische Natur erheben und eine darüber hinaus gehende Moral entwickeln.

Dazu heißt es in dem Artikel:

The origins of moral values have intrigued scholars for millennia. Darwin saw human morality as derived from animal “social instincts” (59) that transform to a “moral sense or conscience as soon as . . . intellectual powers become . . . well developed” (ref. 59, p. 8). In a modern perspective, viewing human conscience as a mere by-product of intelligence is an oversimplification. Boehm (6) convincingly argues that additional processes and factors such as moralistic punishment, internalization of culturally enforced norms, symbolic language and gossiping, and social selection for altruism and self-restraint applied by groups to its members need to be considered. That notwithstanding, identifying evolutionary roots for and the dynamics of genetically controlled egalitarian social instincts is a necessary step in getting a better understanding of the origins of a uniquely human sense of right and wrong.

Und aus der Diskussion der Studie:

Animals living in a group have common interests such as defense from predators and acquisition and defense of various resources (including mating opportunities) from competitors that include conspecifics. These common interests, however, do not necessarily mean an elimination or a significant reduction of competition between group members. A variation between individuals in their fighting abilities (which is always present due to various environmental, genetic, developmental, and stochastic factors) implies that some of them can take resources from others by force. Then natural selection is expected to drive the evolution of a particular psychology with stronger individuals attempting to rob weaker individuals with the latter giving up resources without fighting back. A result is the emergence of group hierarchies in which resources are appropriated in a very nonequal way with high-rank bullies usurping a disproportionally large share (12). The more limited are the subordinates’ options outside the group, the stronger the expected degree of despotism (52). Resisting high-rank bullies alone is costly and unlikely to be successful. However, the same forces that shape the emergence of highly despotic groups dialectically create conditions for the evolution of counterdominant coalitionary behavior and psychology (11). As I have shown above, in such groups seeking personal benefits can lead to a particular other-regarding preference: All others should be more equal. A necessary condition for this preference is that the share of group reproduction obtained by a high-rank bully grows faster than his share of the group resource (increasing marginal efficiency). A way to fulfill the preference is to help the weak against the strong, even at a cost. When everybody acts to enforce equality among all other members of the group, a group-level equality develops. In the model studied here, universal, genetically controlled inequity aversion evolves as a result of each person promoting beneficial to himself (i.e., selfcentered) equality among all other individuals within the context of within-group competition. This evolution could have been the force that drove the egalitarian transition in our lineage. Once the tendencies for egalitarianism (or pair bonding) (40) are well grounded in genes, they can be elaborated and augmented by cultural norms

Also ein Modell, bei dem Zusammengearbeitet wird, um zu starke Hierarchien, die ein Ausnutzen ermöglichen, zu verhindern. Wie der Artikel darlegt klappt das insbesondere in kleinen Gruppen, auch weil man dort Hierachien besser verhindern kann. Diese Prozesse formen dann die Grundlage für ein Ausrichten auf Gleichheit, dass dann kulturell ausgeformt werden kann.

 

Die Gefahr biologischer Erklärungen in Bezug auf rechte Vereinnahmung

Leser Chomsky warnt davor, dass biologische Erklärungen der Männerbewegung nur schaden können, da sie von der rechten Szene vereinnahmt werden können und das die Männerbewegung noch anfälliger für eine gesellschaftliche Ächtung macht

Was ich bezüglich linker Männerr

Das Problem ist nicht, dass man bei den anthropologischen Grundannahmen von Geschlechtsidentität auch auf Biologisches rekurriert, das macht z.B. auch Lothar Böhnisch, den ich in der Männerforschung favorisiere. Nur macht es eben Christian in so extensiver Weise, dass man schon fast von ideologischer Verblendung sprechen könnte. Wer sich sein Weltbild quasi durch eine Subdisziplin (Evolutionspsychologie als Subdisziplin der Psychologie) zusammenschustern will und damit nicht nur die anthropologische Grundannahmen des Menschen erklären will, sondern auch sonst noch fast quasi die gesamte Welt, der muss sich dann eben nicht wundern, wenn man ihm Biologismus vorwirft und ihn dann locker und flockig in die Ecke eines Thilo Sarrazin stellen kann.

Selbstverständlich sind die Feministinnen, die eine Monika Ebeling angreifen, genauso ideologisch verblendet, nur gibt es beim Feminismus und der Männerrechtsbewegung einen grossen Unterschied: Die Männerrechtsbewegung ist marginalisiert und bereits ins rechtextremistische Eck gestellt und das muss man sicherlich nicht noch weiter fördern, indem man sich eben quasi auf eine Subdisziplin innerhalb einer Disziplin als quasi alleiniges Welterklärungsmuster kapriziert. Insbesondere wenn man weiss, dass gerade in Deutschland mit seiner Vergangenheit eine extreme Sensibilität gegenüber Biologismen herrscht und bereits der Ausdruck “Autobahn” antisemitisch sein könnte

Meiner Meinung nach ist diese Auffassung bereits aus mehreren Gründen falsch:

  1. Wissenschaft muss sich an der Wahrheit orientieren, nicht daran, was man politisch für korrekt hält. Wahrheit wird sich meiner Meinung nach immer durchsetzen, alles andere führt nur zu Ungreimtheiten, die politische Grabenkämpfe und Unstimmigkeiten hervorrufen.
  2. Biologische Erklärungen auszublenden, weil sie entfremdet werden können ist ungefähr so als würde man sagen, dass man Astronomie nicht vertreten dürfte, weil es die Astrologie gibt. Aus einer falsch vertretenen Ansicht folgt zunächst erst einmal, dass man sie richtig stellen muss, nicht, dass man richtige Meinungen nicht vertreten sollte.
  3. Die Meinungen sind keineswegs so nahe an einem rechten oder sehr konservativen Gedankengut, wie Chomsky das meint. Denn aus den hier vertretenen Positionen folgt in der Geschlechterdebatte:
    • Männer und Frauen sind keine essentialistischen Zustände, sondern innerhalb beider Gruppen bestehen viele Übereinstimmungen. Männer und Frauen haben verschieden ausgeprägte Eigenschaften, es handelt sich um Normalverteilungen mit überlappenden Trägern und divergierenden Mittelwerten. Diese sind jeweils bei den verschiedenen Fähigkeiten verschieden verschoben. Eine „Frauen gehören an den Herd und nicht in das Geschäftsleben und Männer sind das Oberhaupt der Familie und müssen das Geld verdienen“ Theorie ist damit aufgrund der verschiedenen Verteilung heruntergebrochen auf das Individuum erkennbar falsch.
    • Wenn die sexuelle Orientierung biologisch festgelegt ist, und das pränatal und permanent, dann ist Homosexualität keine Sünde, sondern schlichtweg eine andere Programmierung. Wenn dies noch nicht einmal etwas mit Genen, sondern auch mit der Anzahl älterer Brüder oder dem Hormonspiegel der Mutter zu tun hat, dann wird die Basis dafür, dass man Homosexuelle abwertet aus meiner Sicht noch viel geringer. Ich glaube, dass bei Aufnahme dieser Entstehungsgeschichte in Schulbücher Homophobie wesentlich besser bekämpft werden kann als nur mit Toleranzprogrammen.
    • Evolutionstheoretische Ansätze beissen sich mit einer zu starken Religiösität, die die Basis vieler konservativer Ansätze ist.
    • Evolutionäre Gedanken beissen sich wie in dem Artikel dargelegt mit einem Sozialdarwinismus und dem Gedanken, dass eine bestimmte Nation überlegen ist. Man kann dort diese Gedanken recht einfach unter Hinweis darauf, dass es sich um einen naturalistischen Fehlschluss handelt, ablehnen. Um so aufgeklärter Personen in diesem Bereich sind, um so weniger sind sie für Gedanken in diese Richtung anfällig.

4. Eine „vulgärbiologische“ Erklärung von Geschlechterunterschieden ist bereits in der Bevölkerung angekommen, sie bedarf zur Verbesserung der Lage eher einer Verfeinerung als einer Verheimlichung entsprechender Ideen. Ich denke, dass diese Erklärungen vielen Menschen einleuchten, weil sie sie tagtäglich erleben. Männer und Frauen SIND verschieden, aber eben im Schnitt. Vergleicht man zwei Individuen, dann kann die Frau „männlicher“ sein als der Durchschnittsmann, der Mann „weiblicher“ sein als die Durchschnittsfrau. Das ist der Punkt, der in der Bevölkerung erst so halb angekommen ist und bei dem nachgearbeitet werden muss, denn dieser Essentialismus birgt viele Gefahren.