Schwache Männer für (zu) starke Frauen? Beziehungen im Zeitalter der Emanzipation (Gastartikel)

Kürzlich saß ich einmal mehr mit meinen Freundinnen in trauter Runde zusammen. Wir redeten über dieses und jenes – und irgendwann ging es natürlich um die großen Themen. Beziehungen, um genau zu sein. Und wie sie sich verändert hatten. „Männer sagen mir oft, dass sie Angst vor mir haben“, beklagte sich eine Freundin, die bis heute nach ihrem Prinzen sucht.. „Sie trauen sich häufig gar nicht erst, mich anzusprechen. Oder die Beziehung scheitert über kurz oder lang“. „Wie gut ich Dich verstehen kann!“, fiel eine andere ein. „Mein letzter Freund warf mir vor, dass ich die Hosen anhätte. Und dass er damit einfach nicht klar komme.“

Das Gespräch ließ mich nicht los. Beschäftigte mich noch eine ganze Weile. Und ich dachte über alles nach – über die moderne Frau, den modernen Mann. Unsere Rollen in der derzeitigen Gesellschaft. Ist der Feminismus etwa schuld daran, dass unsere Beziehungen immer kürzer werden? Dass es früher oder später unweigerlich zur Trennung kommt? Doch erst einmal „Hallo“. Mein Name ist Veronika Zintl! Und ich arbeite als Autorin für das Ex zurück Team (hier zu finden)! Wo eben auch genau diese Themen behandelt werden.
Studiert habe ich Politikwissenschaften. Und Themen wie diese beschäftigen mich schon seit längerem! Eigentlich schon immer!

Wer ist eigentlich die „Frau von heute“?

An dieser Stelle eine kleine Vorbemerkung: Ich würde mich nicht als militante und offensive Feministin betrachten. (und auch die Verwendung des Binnen-I ist mir jetzt nicht sonderlich wichtig.)
Ja, ich bin für gleiche Bezahlung, gleiche Rechte, … für Männer und Frauen. Welcher Mensch mit gesundem Verstand wäre das nicht?!? Doch finde ich es falsch, alles auf die Biologie und die (angeblichen) Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu schieben.

Damit macht man sich die Sache zu einfach, denke ich.

Ja also zum Feminismus – im Prinzip. Aber bitte mit Augenmaß! Zumal sich jede( r) erst einmal an der eigenen Nase packen sollte, bevor er (zu) generell wird. Meine Meinung zumindest.

Doch kommen wir nun zur Frage: Wer ist sie eigentlich, die „moderne Frau“? An dieser Stelle muss schon mal eingeschränkt werden: Wir sprechen hier mit allergrößter Wahrscheinlichkeit von einer Dame, die in einer westlichen Industrienation lebt, die sich eine gewisse (materielle) Unabhängigkeit aufgebaut hat. Die intelligent ist (hoffentlich). Und über eine gewisse Weitsicht verfügt. Was viele, viele (den Großteil?) der Frauen dieser Welt also schon einmal ausschließt. Dennoch wird die „Frau von heute“ als quasi übermächtig, als überall präsent angesehen. Vielleicht, weil sie sich oftmals lauter Gehör verschafft als ihre vielen, vielen schweigenden Geschlechtsgenossinnen? Das würde erklären, warum vor allem Stimmen wie Alice Schwarzer (ja, immer noch), Judith Butler, Femen und Co. (von Männern?) als Maßstab gesehen werden.

DIE Frau von heute gibt es jedoch nicht. Ebenso wenig, wie es DEN Mann von heute gibt.
Vielmehr ist jeder Einzelne ein Individuum, mit eigener Prägung, eigenen Bedürfnissen,
seiner ganz persönlichen Entwicklungsgeschichte. Deshalb sollte man auch in Beziehungssicht stets auf den Einzelfall schauen. Bevor man dem Feminismus die Schuld an der (erneuten) Trennung gibt.

Welche Rollen übernehmen wir heute in Beziehungen?

Aber: Wir sind eben doch geprägt durch die Gesellschaftsstrukturen, in denen wir aufwachsen. Diese bestimmen auch, wie „weiblich“ oder „männlich“ wir uns geben. Wie
sich unsere Rollen in der Beziehung gestalten.
Hinzu kommen andere Faktoren: wie etwa das Bild, das uns unsere Eltern vorgelebt haben. Mama blieb brav zu Hause, während Papa sich nur spät abends und am Wochenende blicken ließ? Nicht mit uns, wir machen das anders! Und wir haben solch eine Angst davor, in diese Rollenfalle zu tappen, dass wir uns gar nicht wirklich auf die Beziehung einlassen können. (Diesen Mechanismus habe ich bei mir selbst entdeckt.)

Oder wir meinen, uns nach einem bestimmten Bild richten zu müssen: Eine Freundin von mir wollte unbedingt eine „Traumbeziehung“ führen, eine Beziehung, in der der Himmel voller Geigen hängt. Deshalb verleugnete sie sich selbst. Stellte die Wünsche ihres Partners über die eigenen. (Obwohl sie in beruflicher Hinsicht sehr erfolgreich war.) Und was tat er? Er verließ sie – weil ihm die Beziehung zu langweilig wurde.
Und da ist meine Schwester, die nicht in eine andere Stadt ging, um zu studieren. Weil sie ein Jahr zuvor ihren Freund kennengelernt hatte. Der bereits studierte, in seiner Heimatstadt (was anderes wäre ihm auch niemals in den Sinn gekommen.). Sie blieb – seinetwegen. Und auch später, als das Studium beendet war und es an die Jobsuche ging, blieb sie bei ihm. Er wollte nicht weg – sie also ebenfalls nicht. Das machte das Finden einer Arbeitsstelle für sie nicht unbedingt einfacher (für ihn kein Problem als Maschinenbauer in einer wirtschaftlich prosperierenden Großstadt). Sie „löste“ das Problem schließlich, indem sie schwanger wurde. Ohne jemals wirklich gearbeitet zu haben.

Frauen machen eine Beziehung eher zum Mittelpunkt ihres Lebens

Das sind meine bisherigen Erfahrungen in dieser Hinsicht. Sie lassen sich intensiver auf den Partner, auf die Beziehung ein. Sie investieren mehr – nicht nur, was den Abwasch und das Putzen betrifft. Sie denken intensiver und länger darüber nach, wie sie die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des Anderen erfüllen können.
Sie neigen eher dazu, ihr Leben zugunsten der Beziehung aufzugeben. Auch hier möchte ich ein Beispiel anführen, stellvertretend unter vielen: Meine beste Freundin lernte nach langen Jahren des Single Daseins ihren (damaligen) Traumpartner kennen. Sie war so verliebt in ihn, dass sie sich immer weniger bei ihren Freundinnen blicken ließ. Sie ging nicht mehr zum Handball, hörte mit dem Singen im Chor auf – es hätte weniger Zeit mit IHM bedeutet.

Stattdessen war sie bei ihm. Ging mit ihm zum Segeln (obwohl sie das nicht mal mal besonders mochte). Unternahm etwas mit ihm und seinen Freunden (mit den meisten wurde sie nicht so recht warm). Weil es ihr in diesem Moment das wert war. Und weil sie dachte, es gehöre eben zu einer funktionierenden Beziehung mit dazu. Wie wenig er zurücksteckte, wie wenig er von seinem bisherigen Leben aufgab, das sah sie nicht.

Bis die Sache auseinander ging. Und sie vor dem vermeintlichen Nichts stand. Zurück in ihr altes Leben konnte sie nicht mehr so einfach: Denn alle waren weg. Alle, bis auf eine: ich.

Gut, das war jetzt ein Beispiel von Milliarden. Ich könnte noch viele weitere anführen. Von meiner Cousine, die bis heute, vier Jahre nach Beginn der Beziehung, darauf wartet, dass ER sich zu ihr wirklich bekennt. Mit ihr zusammen zieht. Stattdessen spricht er davon, ins Ausland zu gehen – ohne sie.
Oder die Bekannte, die studiert hat. Einen guten Abschluss vorweisen kann. Während des Studiums ihren jetzigen Mann kennenlernte. Nach der Heirat zwei Kinder bekam, um die sie sich hauptsächlich kümmert. Er fährt hingegen weiter mit seinen Kumpels in den Urlaub – alte Tradition und so.
Eine weitere Bekannte, die seit drei Jahren eine Affäre mit ihrem Chef hat. Darauf wartet, dass er sich endlich darüber klar wird, was er will. Sich entscheidet. Stattdessen lässt sie sich weiter vertrösten. Wider besseren Wissens. (Warum auch sollte er sich entscheiden? Schließlich hat er ja alles…)

wie feministisch sind die „Frauen von heute“? (m)ein vorläufiges Fazit

Was lässt sich also zu diesem Thema sagen? Der Feminismus ist mit Sicherheit NICHT schuld daran, dass die Beziehungen eine immer kürzere Halbwertszeit haben. Da spielen einfach zu viele andere Faktoren eine Rolle:

  • die Angst, dass da draußen noch jemand Besseres sein könnte
  • eine generelle Scheu, sich gefühlsmäßig auf jemanden einzulassen
  •  individuelle Prägungen und Verhaltensweisen
  • Verletzungen aus bisherigen Beziehungen, die ein bestimmtes Verhalten
    hervorrufen
  • externe Faktoren (wie etwa finanzielle Schwierigkeiten, Umfeld ist gegen die Beziehung, kulturelle Unterschiede, Unterschiede in Bildung und Gesellschaftsschicht,…)
  • etc.

Ja, wir jungen, gebildeten, meist weißen Frauen von heute sind Feministinnen – im Grunde genommen. In dem Sinne, dass wir für gleiche Bezahlung, Rechte und Co sind. Doch wenn es ans Eingemachte geht, sieht die Sache oftmals ganz anders aus. Und so rutschen wir sehr häufig in die „Frauenfalle“. In die schon unsere Mütter und Großmütter tappten. Wir richten uns stärker nach den Launen und (vermeintlichen) Wünschen des Partners, als dieser es tut. Wir neigen dazu, uns mehr aufzugeben, unsere eigenen Interessen und Bedürfnisse zugunsten der Beziehung hintenan zu stellen. Weil wir einfach nur glücklich sein wollen – mit jemandem an unserer Seite.
… ein Ausblick – für erfüllte(re) Beziehungen Sind wir wirklich so unemanzipiert? Nicht unbedingt. Nicht, wenn wir uns dessen bewusst werden. (und natürlich ist nicht jede gleich stark davon betroffen.) Nicht, wenn wir uns klar machen: Eine Beziehung sollte auf Augenhöhe geführt werden. Sie besteht aus zwei gleichwertigen Menschen. Die sich lieben, weil sie sich gegenseitig etwas geben. Und nicht deshalb zusammen bleiben, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben. Weil sie das Gefühl haben, den Anderen zu brauchen, ohne diesen nichts zu sein. Wenn wir uns dies immer mal wieder vor Augen führen, wäre schon so viel gewonnen. Wir können unser bisheriges Verhalten überdenken. Es besser verstehen. Über Lösungen nachdenken – am besten gemeinsam mit dem Partner. Und wir können vieles für zukünftige Beziehungen lernen. Die dann umso erfüllter werden. Und die nicht deshalb auseinander brechen, weil der Feminismus in die Quere kam. Denn dies ist meist ein vorgeschobener Grund.

Der die wahren Ursachen überdeckt.

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„Es ist erstaunlich, was ein guter Mann für eine gute Frau tun wird, die ihm das Gefühl gibt, geliebt zu werden“

In einem Artikel „5 Gründe, warum sie jede Nacht Sex mit ihrem Mann haben sollten“ findet sich ein interessanter Punkt:

Wenn Sie möchten, dass Ihr Ehemann sich wie ein Mann benimmt, müssen Sie ihn auch wie einen Mann behandeln. Verdrehen Sie jetzt nicht die Augen. Ich dränge nicht auf eine Rückkehr in die 1950er Jahre (obwohl eine Zeit in der Hüftjeans nicht existierten im Grunde für mich in Ordnung ist.) Frauen benötigen eine gewisse Anzahl erfüllter Kriterien, um sich geliebt zu fühlen. Männer sind da viel einfacher. Sie müssen gefüttert werden, sie müssen geschätzt werden, und sie müssen Sex haben. Das ist alles. Wirklich. Machen oder bestellen Sie also hin und wieder Abendessen. Danken Sie ihm mit einer Umarmung und einem Lächeln für die vielen Stunden, die er bei der Arbeit verbracht hat, wenn er abends durch die Haustüre kommt. (Noch besser? Lächeln Sie, wenn Sie ihm die Kinder überlassen und für eine lange, dringend benötigte Pause raus gehen.) Und meine Güte, lassen Sie sich von dem armen Mann nackt sehen. Es ist erstaunlich, was ein guter Mann für eine gute Frau tun wird, die ihm das Gefühl gibt, geliebt zu werden. Nach ein paar Wochen Abendessen und herumknutschen werden Sie sich zurücklehnen und sich fragen, warum Sie nicht früher darauf bestanden haben, jeden Abend Sex zu haben. Ich spreche von einer kleinen Investition mit großen Erträgen.

Das geht mit „geschätzt werden“ etwas in die Richtung dieser „Weisheit eines Pornostars„:

A woman needs love, a man needs respect. It’s that simple.

Eine Frau braucht Liebe, ein Mann braucht Respekt. Es ist tatsächlich so simpel.

Ich glaube, dass ein Mann, der das Gefühl hat, dass seine Frau ihn liebt und schätzt, wirklich viel ausmacht. Denn dann will man auch etwas wiedergeben, möchte sich dieser Anerkennung als würdig erweisen, fühlt sich angenommen und dann macht er auch gerne etwas für sie.

Es geht auch etwas in die Richtung dieser hier von hier besprochenen Tipps:

1. Der Partner an deiner Seite ist kein Kind. Behandle ihn wie einen König und er wird dich wie eine Königin behandeln.

2. In einem Streit emotional zu reagieren und lautstark und aufgewühlt herumzuschreien bringt nichts. Der Mann schaltet einfach ab. Ganz sachlich bleiben und sagen, was einem stört.

3. Ein- bis zweimal die Woche dem Partner einen zu blasen wirkt wahre Wunder!

4. Man kann keinen Mann ändern! Liebe Frauen, versucht es erst gar nicht. Die Energie dazu lieber ins Miteinander als ins Gegeneinander stecken.

5. Der Mann an deiner Seite ist nicht dazu da, all deine Sehnsüchte und Wünsche zu erfüllen. Er wird auch nicht all deine Probleme lösen können. Schau lieber, wie du selbst für dich glücklich werden kannst. Das stärkt auch die Partnerschaft.

Den Partner Respektvoll zu behandeln, nicht in den „Mutter- und Bevormundungsmodus“ abzugleiten und im deutlich machen, dass man ihn mag, schätzt, begehrt und respektiert ist kein schlechtes Rezept.

Meine Vermutung ist, dass Männer ein durchaus starkes Bedürfnis nach genau diesen Punkten haben und sich daher über entsprechende Beachtung durchaus gut „steuern“lassen bzw darauf sehr positiv reagieren.

 

 

 

Beziehung

Diese Woche soll es durchgängig jeden Tag um ein anderes Thema rund um „Mann &  Frau zusammen“ gehen, einfach freie Assoziationen und Gedanken, anhand jeweils eines bestimmen Schlagwortes. Für neue Ideen und für das Entdecken von Aspekten, die bei spezielleren Texten untergehen

Weiter geht es  mit:

Beziehung

Was macht eine gute Beziehung aus? Wie erhält man eine gute Beziehung? Was führt dazu, dass es in einer Beziehung nicht mehr passt? Was ist eure Idealvorstellung von einer Beziehung? Wie viele Beziehungen sollte man haben? Was ist ein guter Grund um eine Beziehung zu beenden? Was ist ein schlechter Grund um eine Beziehung zu beenden? Wie sind die Entwicklungsschritte einer Beziehung? Was geht am häufigsten schief? Wie war die beste/schlechteste Beziehung, die ihr hattet oder von der ihr gehört habt? Welche Faktoren sprechen dafür, dass jemand beziehungsgeeignet ist? Wie löst man Machtfragen in der Beziehung oder welche Machtspiele werden gespielt? usw

Beziehungen

Wir reden viel über Vaterrechte und Familienrechte allgemein. Aber vielleicht ist es einfach mal an der Zeit allgemein über Beziehungen zu reden.

Lebt ihr gerade in welchen?

Wenn ja: Warum? Was geben sie euch, was ist der Mehrwert daraus? Seid ihr verheiratet oder wollt ihr heiraten? Wie erlebt ihr euren Partner im Verhältnis zu dem, was ihr sonst über das andere Geschlecht denkt? Seid ihr verliebt? Was muss man machen, damit eine Beziehung hält?

Wenn nein: Warum nicht? Liegt es daran, dass ihr gerade keine interessante Person gefunden habt oder seid ihr eher MGTOW/FGTOW? Was würdet ihr von einer Beziehung erwarten und unter welchen Bedingungen würdet ihr euch darauf einlassen? Was erwartet ihr von einem potentiellen Partner? Was bietet ihr einem potentiellen Partner? Wie wollt ihr vorgehen um einen Partner für euch zu gewinnen?

Beziehungsebene und Elternebene

Im Familienrecht geht es wie in kaum einem anderen Rechtsgebiet um Gefühle. Gewollt ist die rechtliche Abwicklung der Auswirkungen einer Gefühlsbindung, also die rationale Neuordnung einer irrationalen Bindung.

Vielen gelingt das durchaus. Es gibt genug Paare, die ganz einvernehmlich zum Anwalt gehen mit dem Ziel, eine saubere und kostengünstige Beendigung der Ehe zu finden. Sie sehen ein, dass es bei ihnen eben nicht geklappt hat und das man bestimmte Punkte regeln muss, damit es weiter gehen kann.

Und natürlich gibt es auch die anderen Fälle, bei denen im Rahmen der Trennung viel Gefühlsporzellan verschlagen worden ist und eine rationale Lösung kaum möglich erscheint. Wo der Schmerz nach der Trennung noch stark ist, sich vielleicht beide verletzt fühlen, weil es nicht geklappt hat, wo einer der beiden bereits einen neuen Partner hat und glücklich scheint, während der andere sich herabgesetzt fühlt, beiseite gestoßen.

Endende Beziehungen hintérlassen oft sehr viele Gefühle und auch das Gefühl des Verletztseins, der Kränkung und auch des Bedürfnisses, dass Leute die einem Nahestehen einen akzeptieren und die eigene Seite verstehen. Und die Kinder stehen einem natürlich am nächsten. Gleichzeitig sind sie das, was einen noch an den Partner bindet, was er von einem braucht, was man kontrollieren kann. Der Umgang mit den Kindern kann da eine gute Waffe sein,um den anderen zu treffen. Aber auch der Kontakt bei der Übergabe kann ein günstiger Moment sein, um den anderen irgend etwas reinzuwürgen, eine Spruch zu machen, oder es kann Ex-Partnern schwer fallen, die frühere Dynamik innerhalb der Beziehung fallen zu lassen, etwa wenn einer der Partner eher dominant war und beruflich erfolgreich und der andere früher immer das getan hat, was der andere gesagt hat, bis es eben zur Trennung kam und er nun nicht mehr diese Stellung des anderen als „der Bessere“ akzeptiert.

Bei Familiengerichten läuft all dies was Umgang und Sorgerecht betrifft unter dem Stichwort:

Akzeptieren, dass die Beziehungsebene gescheitert ist und man eine Elternebene finden muss

Dabei geht es eben genau darum, dass man die Gefühle hinter sich lässt und auf eine funktionale Ebene zurückkehrt, in der man akzeptiert, dass die Beziehung gescheitert ist und alle Vorwürfe aus der Beziehung einen nicht weiterbringen. Stattdessen soll man die Elternstellung des anderen akzeptieren und sich deutlich machen, dass das Kind beide Eltern liebt und man eben für das Kind bestimmte Punkte regeln muss, ohne das die Streitigkeiten aus der Beziehung dabei eine Rolle spielen dürfen, weil eben das Kind nichts dafür kann, dass es mit den beiden nicht geklappt hat. Das Kind hat aus dieser Sicht einen Anspruch darauf, beide Elternteile mögen zu dürfen, ohne dass es deswegen ein schlechtes Gewissen haben muss oder dass es das Gefühl hat, dass es dafür bestraft wird oder einem der Elternteile weh tut.

Das ist häufig leichter gesagt als getan.

Wenn Familiengerichte feststellen, dass in einem Umgangs- oder Sorgerechtsverfahren die Beziehungsebene vorherrscht und die Elternebene in weiter Ferne ist, dann versuchen sie normalerweise einen Vergleich zu schließen, in dem sich die Eltern zusätzlich zu einer Regelung zum Umgangsrecht oder zum Sorgerecht dazu verpflichten, dass beide eine Beratungsstelle aufsuchen, die den Eltern dabei helfen soll, genau diese Elternebene zu finden.

Nach meiner Erfahrung klappt das in hochstreitigen Fällen üblicherweise nicht oder fast nie. Es ist aber gleichzeitig der einzige Weg, den Konflikt dauerhaft zu beseitigen.

Hat einer Erfahrung mit einer solchen Beratung? Wenn ja, dann würde mich ein Bericht interessieren.

Wie findet man aus eurer Sicht am besten zu einer „Elternebene“?

 

Beziehungen und eine Bar voller Flirtender und Feiernder

Südländerin und Ich sind im Urlaub mit ein paar Freunden aus. Eine Bar mit DJ, es wird getrunken, getanzt und geflirtet. Wir haben uns mit einigen Freundinnen von Südländerin verabredet, die teilweise Single sind und sich da etwas umschauen wollen.

Das Barpublikum ist schick, Studenten vielleicht. Um mich herum wogt die Menge, es flirt geflirtet und getanzt, es werden Freunde getroffen und auch unsere Mädels werden immer wieder mal von Jungs angesprochen, die sie kennen oder nicht kennen.

Ich beobachte das Geschehen etwas. Ich verstehe nichts, es ist auch zu laut in der Bar. Aber man sieht trotzdem die einzelnen Muster, der coole Kerl, der der Mittelpunkt der Gruppe ist, bestimmte Mädchen, die etwas lauter über seine Witze lachen als andere, wie sein Interesse auch auf bestimmte Personen gerichtet ist, wie andere in der Gruppe dennoch die Aufmerksamkeit wieder auf sich lenken wollen. Man sieht, wie neue hübsche Mädels, die die Bar betreten, kritisch geprüft werden und Interesse auf sich ziehen. Kontaktversuche werden unternommen und scheitern, man fängt sich wieder und geht erst einmal mit den Freunden einen trinken. Eine Gruppe von Mädels schirmt sich gegen den Rest ab und tanzt für sich, anscheinend feiern sie etwas. Die Masse wandert um einen herum, in verschiedensten Konstellationen und mit verschiedensten Beschäftigungen.

Vermisse ich das? Dieses in einer Bar sein und mit Frauen flirten? Natürlich finde ich die bezaubernde sportliche 22jährige mit ihrem kurzen Partykleid ansprechend und hätte nichts dagegen mit einer wie ihr zu schlafen. So viel Ehrlichkeit muss sein. Aber ich bin viel zu satt dafür, ich müsste an diesem Ort meine Stimmung, mein Energielevel um 100% nach oben drehen, damit es bei einer für mich interessanten Aussicht auf Erfolg hat und ich bräuchte immer noch erhebliches Glück. Mich in diese Partymenge zu mischen und etwas erreichen zu wollen, es wäre schlicht Arbeit, auf die ich keine Lust hätte. Es wäre mir den Aufwand nicht wert.

Ich möchte lieber hier noch etwas bleiben, ein paar Gespräche mit Freunden in einer ruhigeren Ecke führen, den Leuten zuschauen. Und mich dann nicht zu spät mit Südländerin auf den Weg zurück machen und das Feld den Singles überlassen. Vielleicht schauen wir noch vor dem Schlafengehen etwas in die Wiederholung von irgendeiner Show rein und werden morgens wie immer zusammen aufwachen.

Eine wunderschöne Frau nehme ich in jedem Fall mit nach Hause und auch noch eine, mit der ich mich wohlfühle und für die ich keine Show machen muss. Und in dieser Beständigkeit fühle ich mich wohl.

Ich lege den Arm um Südländerin und ziehe sie zu mir ran. Wir küssen uns. Und ich bin glücklich.

 

Der Mann als Oberhaupt der Familie

Ein Thema, welches glaube ich hier noch nicht so ausdrücklich diskutiert worden ist, welches aber Männerrechtlern gerne als Wunschtraum vorgehalten wird, ist „der Mann als Oberhaupt der Familie“.

Dieser in früheren Zeiten populären Vorstellung nach sollte der Mann eben das Sagen in einer Beziehung haben und die Frau ihm „Untertan“ sein. Er sollte die Finanzen kontrollieren und sonstige wichtige Fragen entscheiden, die Frau war eben für die ausführende Verwaltung der Familie, sozusagen das „Innere“ verantwortlich.

Mich persönlich interessiert eine solche Wertung nicht. Ich möchte keine Beziehung, in der ich der Boss bin und meine Partnerin nichts zu sagen hat, ich möchte eine Beziehung, die auf Augenhöhe stattfindet. Ich möchte eine berufstätige Frau, die auch auf eigenen Beinen stehen kann und selbstbewußt ist und nicht eine untergebene Dienerin.

Von einigen „Neomaskulisten“ wird dies aber als wesentliche Voraussetzung für eine „richtige Geschlechterdynamik“ unter „Game-Gesichtspunkten“ gesehen. Der Mann müsse die Frau beherrschen, damit sie ihn attraktiv findet oder etwas in dieser Art. Eine gleichberechtigte Beziehung bedeutet aus meiner Sicht nicht, dass man in allem Nachgeben muss, ein „Softie“ sein muss. Man kann durchaus einen hohen Status verkörpern, Entscheidungen treffen, Selbstbewußtsein ausstrahlen, ein „Anführertyp“ sein, dem sie gerne folgt, Verantwortung übernehmen, was aus „Game-Gesichtspunkten“ durchaus positiv für die Beziehung sein kann, ohne dabei die Vorstellungen seiner Partnerin zu übergehen oder diese als Unterlegene zu behandeln.

Ich finde die hier zitierte Stelle dazu gar nicht so schlecht, die deutlich macht, wie „Game“ in dieser Hinsicht funktioniert:

Taking charge and being decisive however doesn’t mean taking domineering control over your woman. Taking charge doesn’t mean micromanaging her activities, telling her what to wear all the time, or telling her who she’s allowed to see. It doesn’t mean playing dictator.

You want to be dominant, but not domineering. You want to be strong, and yet sweet.

Nor do you need to create a woman who is subservient. In fact, your woman should not hesitate to offer you her advice based on her experience and feelings.(…)
Many men make the mistake of believing that being nice means being a pushover. It’s not. You still want to nice and loving to your woman, just not in a placating way, but from the position of taking command and being a man of action.

So you have to take control over the situation without losing control over yourself. You want to be able to be in control of any situation without resorting to any sort of domineering behavior. Being in control and being decisive simply means that you are a man of action, that you have direction, and are comfortable taking control when the moment arises.

Ich stimme mich in der Regel über wichtige Fragen mit meiner Freundin ab, ich beziehe natürlich ihre Vorstellungen ein und wir diskutieren darüber. Ich muss mich auch nicht zwanghaft durchsetzen, nur um „der Herr im Haus“ zu sein. Ich sehe eine Beziehung als etwas an, in dem ich eine Partnerin will, ein „Wir, zur Not auch gegen den Rest der Welt“. Eine Frau, die sich tatsächlich „unterwirft“ würde mich weit weniger interessieren.

Natürlich: Wenn beide damit glücklich sind, dann sollen sie ihre Beziehung so leben. Es gibt sicherlich Frauen und Männer, die damit gut zurechtkommen.