Sexlose Ehen

Passend zum gestrigen Beitrag über Frauen und Sex und auch zur bereits häufig zitierten Studie über die Unterschiede im Sexualtrieb zwischen Männern und Frauen fand ich dieses Text hier interessant:

My problem is that my wife won’t have sex with me. My problem is that my wife won’t talk to me about not wanting to have sex with me. My problem is that my wife doesn’t care about being my wife anymore. My problem is that she seems completely disinterested in everything except maybe our kids (which, thank god).

Maybe women are programed to be one way when you are dating them and then when you get the house and the ring and the kids come, they don’t care about the original relationship that built those things anymore. Maybe it’s — as the internet told me — that my wife is exhausted from working and raising kids and she just can’t be bothered to care about our relationship anymore. I can respect this, I can help her figure out her life however she needs me to, that’s what a husband is for. What I can’t do is be a prisoner in a marriage with someone who shushes me whenever I bring up sex or the state of our relationship (and its been years of this, not just one day at a “bad time”).

And — the truth is, when you are a man in a marriage you are a prisoner in it because if I did get a divorce I’d lose my kids and a good chunk of my income. What then? I might find passion in my life again, but I’d be the guy my kids only see on the weekends. I can’t handle that idea.

Die Klage über zuwenig Sex in der Ehe, gerade nach Kindern, habe ich auch schon von anderen gehört (andere haben hingegen trotz Kindern anscheinend noch ein gesundes Sexleben um es nicht zu absolut darzustellen)

Es macht ihn unglücklich, dass seine Frau keinen Sex mehr mit ihm will, aber er möchte auch die Folgen einer Scheidung, insbesondere den Verlust des ständigen Kontakts mit seinen Kindern nicht.

Seine Versuche, dass zu ändern:

I’ve tried bringing her flowers out of the blue, I’ve tried getting babysitters, I’ve tried wining and dining. She enjoys it, she seems relaxed, but she has no interest in even kissing. I love her and I want to be understanding, but isn’t this part of a marriage? Where did I sign up to give up part of my humanity?

I’m more or less resigned to the fact that it is too late for me. Maybe things will change when the kids get older and move out of the house. But not before then, not if the last few years have shown anything.

Klingt in der Tat nach einem sehr harten Fall, wenn sie noch nicht einmal mehr küssen will. Anscheinend fühlt sie sich auch nicht mehr so wohl. Aus Pickup-Sicht wäre Blumen bringen etc vielleicht die falsche Wahl und es wäre eher ein männlicheres Auftreten angesagt. Solche Ferndiagnosen bringen aber auch wenig.

Gleichzeitig macht eine angeblich von seiner Frau ins Netz gestellte Liste, auf der ein Mann aufschreibt, wie oft er versucht hat, seine Frau zum Sex zu überreden/sie dazu zu motivieren die Runde:

Sex-Spreadsheet

Sex-Spreadsheet

Die Geschichte  dazu:

Excel spreadsheets do a fine job of organising your household budget but not, perhaps, to list the date, time and reasons for why your spouse won’t have sex with you.

That’s just what one sexually-frustrated man did, and then emailed the spreadsheet to his wife before embarking on a 10-day business trip.

Shocked by his actions, she tried to contact him but found he had cut contact with her.

„He’s never done this, we always communicate in person or by text. I open it up, and it’s a sarcastic diatribe basically saying he won’t miss me for the 10 days I’m gone.

„Attached is a spreadsheet of all the times he has tried to initiate sex since June 1st, with a column for my „excuses“, using verbatim quotes of why I didn’t feel like having sex at that very moment.“

28 Versuche, 3 Mal Sex. Keine sehr gute Quote.  Andererseits 3 Mal Sex in 1,5 Monaten, also 3 Mal in 6 Wochen. Quasi alle 2 Wochen Sex. Allerdings klingen die Ablehnungen auch teilweise sehr nach Ausrede (eine Wiederholung von Friends? Die Show ist ja nun etwas älter).

Die Frage wie man damit umgeht, dass einer der Partner mehr Sex möchte hatten wir hier schon in ein paar Artikeln:

Ob es schlau war, ihr eine solche Liste zu schicken wäre eine andere Frage. Wenn man davon ausgeht, dass er meint vorher schon alles andere versucht zu haben (es spricht ja einiges dafür, dass sie gemerkt hat, dass er deutlich mehr Sex will), dann ist eine direkte Konfrontation mit dieser Liste vielleicht zumindest Basis für ein Gespräch darüber, wie man sich eine Beziehung vorstellt. Denn so ist es jedenfalls erst einmal im Raum und muss ausdiskutiert werden. Vielleicht hat er auch einfach vor, sich scheiden zu lassen, in dem Reddit-Beitrag heißt es immerhin, er hätte zumindest direkt nach der Email erst einmal den Kontakt verweigert. Allerdings kann eben eine solche Liste die „Needyness“ und Sex als Forderung noch deutlicher machen, was nicht gerade antörnend wirkt.

 

Die Verschiedenheit weiblicher Lust und weiblicher Orgasmusfähigkeit

Der weibliche Orgasmus und die Lust am Sex war hier schon häufiger Thema:

Zum Orgasmus:

Und zum Sextrieb:

Das sind Besprechungen des Themas über den Schnitt, dabei gibt es auch in diesem Bereich wie nahezu immer im Bereich der Geschlechter große Unterschiede zwischen den Individuen.

Ich will hier mal ein paar Typen herausgreifen, wer will kann gerne ergänzen:

  • Aus meiner Sicht hat die typische Frau eigentlich recht wenig Probleme zu einem Orgasmus zu kommen, zumindest, wenn man sich einigermaßen versteht. Gewisse Anfangsnervositäten bei einem One-Night-Stand können das bei einigen Frauen einschränken, aber mit passender Stimulation haben die meisten Frauen eigentlich kein Problem zu kommen.
  • Es gibt Frauen, die locker mit jedem Mann mithalten können, was den Sexualtrieb angeht und zudem noch den Vorteil haben, dass sie eben keinen steifen Penis dafür haben müssen. Ich habe dabei allerdings gar nicht unbedingt das Gefühl, dass es der gleiche Testosteron gesteuerte Sexualtrieb ist, jedenfalls habe ich in der Hinsicht schon Aussagen von Frauen gehört, dass sie, wenn sie keinen Freund/keine Affaire haben, auf den sich ihr Sexualtrieb bezieht, eben auch keinen Sex wollen, sondern gut ohne auskommen, wenn dann aber der passende Mann da ist, der Sextrieb enorm ansteigt. Daneben wird es sicherlich auch Frauen geben, die ihren Sextrieb deutlicher als solchen wahrnehmen und insoweit Sex brauchen.
  • Die anstrengendste Variante Frau in Hinsicht Orgasmus ist die Frau, die nur auf eine ganz bestimmte recht komplizierte Art und Weise zum Orgasmus kommen kann und davon ausgeht, dass Männer, die das nicht hinbekommen können, keine Ahnung von Frauen haben und man sie herumkommandieren muss. Ich kann mir vorstellen, dass es für diese Frauen durchaus frustrierend ist, dass sie wissen, wie sie kommen und das natürlich auch erreichen wollen, aber wenn Sex erfordert, dass man detailierte Anweisungen im Befehlston umsetzen muss, dann macht er eben wenig Spaß. Nichts gegen helfende Anweisungen, jeder Mensch ist da anders und kennt sich selbst am besten, aber auch die sollten eben dem Anlass entsprechend sein (also nichts gegen ein „schneller, tiefer, nicht so tief“ aber eben kein „du musst in einer Violinschlüsselform lecken und das für X Minuten, aber nicht so, und dann in einem genauen X Takt stoßen, X takt habe ich gesagt, nun mach schon, nein genau der Takt, warum bekommen Männer das eigentlich nicht hin“). Wenn eine Frau sagt, dass Männer von Sex keine Ahnung haben, und alle schlecht ist, dann gehe ich inzwischen davon aus, dass es genau dieser Typ ist (und auch wenn es ein Shittest ist ist es eine gute Reaktion es umzudrehen „Ah, du bist eine von diesen komplizierten Frauen, die nur auf eine Weise kommen können und meinen alle Frauen sind so? Oh weh, wie anstrengend“)
  • Die am wenigsten anstrengende Variante ist aus meiner Sicht die hypersensitive, überaus leicht erregbare Frau. Bei ihr ist der Vorteil, dass sie eine dünnere Haut oder/und feinere Nerven oder was auch immer hat und sie durch normale Berührungen wesentlich schneller, leichter und stärker erregt wird als andere Frauen. Sie ist schlicht ein Genuss, weil sie aufgrund der leichten Erregbarkeit schnell zu Sex zu überreden ist und sie fast alles zum Orgasmus bringt. Stimmulieren der Brüste kann sie kurz davor bringen, bei vaginalen Sex kommt sie ohne Probleme mehrmals, Analsex ist ebenfalls sehr einfach etc. Es ist mit einer solchen Frau einfach, sich als Sexgott zu fühlen.
  • Dazu noch eine Anekdote: ich saß mit Freunden in einer Runde zusammen, wir kannten uns alle gut und einer hatte eine relativ neue Freundin von etwa einem halben Jahr. Man war schon etwas angetrunken und ein Freund, der von etwas außerhalb kam und ihn nicht so häufig sah, sagte den beiden, dass er – gerade angesichts der letzten Freundin sehr froh sei, dass die beiden zusammen gekommen wären, sie würden echt gut zueinander passen etc. Auch besagter Freund stimmte darin ein und meinte, dass es eine sehr schöne Beziehung sei und er sich selten so wohl gefühlt habe. Er meinte im Rahmen dieser Lobrede auf seine Freundin „Eigentlich soll man ja so etwas gar nicht sagen, aber wir kennen uns ja alle gut und ich bin eh etwas betrunken: Seid wir zusammen sind habe ich mich erst zweimal selbst befriedigt“. Die am Tisch anwesenden Jungs erkannten die Größe dieser Angabe und nickten und prosteten der Freundin anerkennend zu, die Frauen fragen flüsternd die Zahlen ihrer Freunde ab, bekamen eine „weitaus mehr“ als Antwort und wirkten im Gegenzug etwas enttäuscht.
  • Dazwischen gibt es eigentlich alle Varianten. Meiner Einschätzung nach gibt es sexuell relativ verklemmte Frauen, die aber dennoch im Bett auftauen und sehr offen wirkende Frauen, die dann wieder wenig wissen. Es gibt eine breite Palette der Erregbarkeit und der sexuellen Lust: Von Frauen, die sagen, dass ihnen selbst in Hochzeiten 2 Mal die Woche vollkommen reicht bis und die es dann später auch gerne noch runter fahren und nicht verstehen, warum Sex überhaupt so stark betont wird bis zu solchen, mit denen man problemlos einige Tage im Bett verbringen kann und die Anzahl des Sexes eher durch den Mann begrenzt wird.
  • Ich glaube, dass auch in diesem Bereich Biologie und Soziales stark zusammen spielen und insoweit beide auch jeweils für sich eine starke Rolle spielen können und sich gegenseitig beeinflussen. Frauen, die einen schwachen biologischen Sexualtrieb und eine eingeschränkte Erregbarkeit haben, haben insofern schlechtere Bedingungen für ein ausschweifendes Sexualleben und werden insofern häufiger zB die Aufregung um Sex nicht verstehen oder eben zB Frauen, die eher zu One-Night-Stands tendieren weniger verstehen. Sie wird auch die Lust am Sex entdecken können oder sich mehr oder weniger darauf einlassen können, aber es ist weitaus unwahrscheinlicher, dass sie die Häufigkeit einer Frau erreicht, die mit einem starken Sexualtrieb bzw. leichter Erregbarkeit ausgestattet ist. Genauso kann auch eine Frau mit einem starken Sexualtrieb durch soziale Umstände sehr konservativ sein, wird aber eher als eine Frau mit einem schwachen Sexualtrieb dagegen rebellieren etc
  • Ich hatte schon einmal etwas dazu geschrieben, dass man als Heterosexueller über das eigene Geschlecht im Bett bezüglich einiger Details weniger weiß als über das andere, da man beim Sex eben üblicherweise nur mit dem anderen Geschlecht in Berührung kommt, bezüglich des eigenen Geschlechts aber nur mit sich selbst. Daraus folgt häufig eine Tendenz, sexuelle Vorlieben, die man selbst hat auf das eigene Geschlecht zu übertragen, sofern man nicht aus anderen Schilderungen weiß, dass diese nicht so üblich sind. Die Art, wie wir unser Selbstbild herstellen wird bestimmte Vorgänge auch eher auf soziale Faktoren zurückführen als auf biologische („Ich bin so, weil ich zu meiner Sexualität stehe und mich von Vorurteilen frei gemacht habe / ich bin so, weil ich nicht so billig zu haben bin, sondern gemerkt habe, dass Sex nur mit tiefen Gefühlen richtig gut ist“). Häufig wird diese Ansicht aber zu einem gewissen Grad auch aus der Biologie kommen oder mit dieser in Verbindung stehen. Ich denke, dass auch das dazu beiträgt, welchen Lagern man sich in den Geschlechterdiskussionen eher zuordnet.

Erhöht der Geruch von Frauen an ihren fruchtbaren Tagen die intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen?

Eine interessante Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob Frauen fruchtbare Tage riechen können und was dies bewirkt:

Evolutionary theories of mating suggest that changes in fertility across the menstrual cycle play an important role in sexual selection. In line with this framework, the current research examined whether olfactory cues to the fertility of a same-sex rival would prompt hormonal signs of intrasexual competition in women. Women exposed to the scent of another woman close to ovulation subsequently displayed higher levels of testosterone than women exposed to the scent of a woman far from ovulation. Whereas women exposed to the scent of a woman in the mid-luteal phase displayed sizable decreases in testosterone over time, no such decline was observed among women exposed to the scent of a woman near ovulation. Thus, olfactory cues signaling a rival’s heightened level of fertility were associated with endocrinological responses in women that could be linked to intrasexual competition.

Quelle: Attunement to the fertility status of same-sex rivals: women’s testosterone responses to olfactory ovulation cues

Ich habe leider nur den Abstract gefunden, aber wenn ich es richtig verstanden habe, dann reagieren Frauen auf den Geruch einer fruchtbaren Frau mit einer Erhöhung des Testosteronspiegels.

Das wäre aus vielen Gründen interessant:

  • Es würde erst einmal bedeuten, dass es olfaktorische Möglichkeiten gibt, an denen man erkennen kann, dass eine Frau fruchtbar ist, was gut zu den Ergebnissen von Miller passt, dass Stripperinnen an ihren fruchtbaren Tagen mehr Trinkgeld bekommen.
  • Auch bei Männern steigt der Testosteronspiegel, wenn sie den gleichen Geruch wahrnehmen

Aus einem Artikel dazu:

Women exposed to the scent of high fertility females displayed greater levels of testosterone. The smell of a low fertility woman actually caused testosterone levels in the sniffers to significantly drop.

We are not consciously noting the smells of other people all day long, unless a particularly good or bad smell hits us, but odors are working on us, even when we don’t realize it.

„Humans are influenced much more strongly by ovulatory cues than we tend to think,“ Maner explained. „For the most part, people aren’t likely to be consciously aware of the effects ovulatory cues have over them. There is solid evidence that people find the scent of ovulation to be pleasant and attractive (relative to the scent of a woman who is far from ovulation), but beyond that, most of the behavioral and hormonal effects are likely to occur below the conscious radar.“

Die Forscher vermuten, dass damit eine Vorbereitung auf intrasexuelle Konkurrenz erfolgt, da Testosteron eben das Revierverhalten und die Wettbewerbsbereitschaft steigert. Insofern könnte hier eine gewisse Mate-Guarding-Routine ablaufen, indem eben Frauen aufpassen, dass die andere Frau nicht auf der Suche nach „Guten Genen“ ihren Partner klaut.

Gleichzeitig könnte Testosteron auch den Sextrieb erhöhen, so dass sie eher selbst mit ihrem Freund schläft, was auch ein effektives Mate-Guarding sein kann

Ein interessantes Schlußwort in dem oben verlinkten Artikel:

In all cases, it appears that today’s human social interactions can be driven by how we’ve evolved as primates.

„Some people might like to believe that people aren’t animals, or at least that our behavior isn’t beholden to the same biological processes as other species,“ Maner said.

„But humans,“ he added, „are very similar to other species in many ways, and those similarities are no more apparent than when it comes to sexuality.“

In der Tat.

„Feminismus ist die neue Frauenfeindlichkeit: „Belle Knox Feminismus und der neue Backlash“

Belle Knox ist eine Studentin an einer amerikanischen Elite-Uni, die Pornos gedreht hat und deren Name dann herausgekommen ist, was für einen gewissen Aufruhr sorgte.

Belle Knox - In klassischer Pornostarpose, aber noch jugendfrei, dies ist ja ein anständiger Blog. Man beachte das präsentieren des Nackens, die langen Haare, die leicht geöffneten, wie feucht glänzenden Lippen, der leicht gesenkte Blick direkt in die Augen des Betrachters. Es werden klassische Attraktivitätsmerkmale bedient

Belle Knox

Sie selbst hat dann das Drehen von Pornos in einen sexpositiven Feminismus umgedeutet:

Let’s be clear about one thing: I know exactly what I’m doing. What about you?

My entire life, I have, along with millions of other girls, been told that sex is a degrading and shameful act. When I was 5 years old and beginning to discover the wonders of my body, my mother, completely horrified, told me that if I masturbated, my vagina would fall off.

The most striking view I was indoctrinated with was that sex is something women “have,” but that they shouldn’t “give it away” too soon -– as though there’s only so much sex in any one woman, and sex is something she does for a man that necessarily requires losing something of herself, and so she should be really careful who she “gives” it to.

The prevailing societal brainwashing dictates that sexuality and sex „reduce“ women, whereas men are merely innocent actors on the receiving end. By extension, our virginity or abstinence has a bearing on who we are as people — as good people or bad people, as nice women or bad women.

Women’s ability to be moral actors is wholly dependent on their sexuality. It is, honestly, insane.

The virgin-whore dichotomy is an insidious standard that we have unfairly placed upon women. Women are supposed to be outwardly pure and modest, while at the same time being sexually alluring and available. If a woman does not have sex after a date, she will be labeled as a prude. If she does have sex, she will be referred to later as a ho or a slut.

Society thus sets up a norm in which women simply cannot win.

We must question in this equation why sex workers are so brutally stigmatized. Why do we exclude them for jobs, education, and from mainstream society?

Why do we scorn, threaten and harass them?

Why do we deny them of their personhood?

Why does the thought of a woman having sexual experiences scare us so much?

The answer is simple.

Patriarchy fears female sexuality.

It terrifies us to even fathom that a woman could take ownership of her body. We deem to keep women in a place where they are subjected to male sexuality. We seek to rob them of their choice and of their autonomy. We want to oppress them and keep them dependent on the patriarchy. A woman who transgresses the norm and takes ownership of her body — because that’s exactly what porn is, no matter how rough the sex is — ostensibly poses a threat to the deeply ingrained gender norms that polarize our society.

I am well aware: The threat I pose to the patriarchy is enormous. That a woman could be intelligent, educated and CHOOSE to be a sex worker is almost unfathomable.

I find it interesting that porn (a billion-dollar industry) is consumed by millions of people — men and women (and all other equally wonderful genders) alike — yet no one is willing to consider the lives of the people behind the camera. No one wants to hear about the abuses and exploitation that take place, no one wants to hear about the violence committed every day against sex workers, no one wants to consider that we have hopes and dreams and ambitions.

No, all we are is „whores and bimbos.“

I reject this. Instead, what I ask for is simple. I, like all other sex workers, want to be treated with dignity and respect. I want equal representation under the law and within societal institutions. I want people to acknowledge our humanity. I want people to listen to our unique narratives and dialogues.

To the anti-pornography feminists out there: I very much respect your opinion. Nevertheless, I want you to consider how you marginalize a group of women by condemning their actions. Consider that when you demean women for participating in sex work, you are demeaning THEM, and consequently, YOU become the problem.

Also eine recht klare sexpositive Einordnung: 

  • Frauen werden in ihrer Sexualität unterdrückt, weil „Das Patriarchat“ Angst vor der Sexualität hat
  • Denn wenn „Das Patriarchat“ nicht mehr bestimmt, was eine Frauen wollen darf, dann sind Frauen ja nicht mehr der männlichen Sexualität unterworfen
  • Und wenn sie der männlichen Sexualität nicht mehr unterworfen sind, dann KANN NICHTS MEHR DIE FRAUEN STOPPEN!!!1
  • Also ist es eine Befreiung der Frau, selbstbestimmt Pornos zu drehen, wenn sie das will, wenn sie damit einen offenen Umgang mit Sexualität signalisiert
  • Dabei ist es egal, ob sie dabei Szenen dreht, in denen der Mann sie wie Dreck behandelt oder dominant behandelt, solange es das ist, was sie will

Mir leuchtet zwar noch nicht ganz ein, was genau das Patriarchat von einer Unterwerfung der weiblichen Sexualität hat, wenn es ansonsten eine Frau haben könnte, die noch viel perversere Sachen mit sich machen lässt. Zudem scheint mir „Das Patriarchat“ auch ansonsten eher eifrig daran zu arbeiten, Frauen ihre Sexualität darstellen zu lassen, von Miley Cyrus bis hin zu sonstigen Videos und allgemeiner Kleidung scheinen Frauen wenig Probleme damit zu haben, sich sehr sexuell zu geben. Es wird wohl eher eine Übersexualisierung beklagt als eine Untersexualisierung. Aber ich bin ja auch noch nicht in alle Teile der patriarchalischen Verschwörung eingeweiht.

Es scheint mir wahrscheinlich deswegen das biologische Erklärungsmodell, nachdem Männer ein Heiligen-Hure-Modell anziehend finden, weil es eine Mischung aus Kurz- und Langzeitpaarungsstrategie bildet (Kurzzeitig ist ungebundener Sex gut, der insbesondere auf Lustbefriedigung ausgerichtet ist, langfristig eine Bindung und eine Erhöhung der Vatersicherheit). Aber da kommt ebnen der Unterdrückungscharakter und das Befreiungsmoment zu kurz.

Natürlich gibt es eine sexnegative feministische Gegenantwort, die es genau andersherum sieht:

It’s the Belle Knox brand of feminism. It says that if an individual woman consents to — or even enjoys — performing in pornography, it must be ok. It says that if an individual woman likes pornography, it must be ok. And not just ok, but potentially empowering. I have no idea why we would assume that only men’s sexualities can be shaped by porn or why, simply because a woman’s fantasies have been shaped by porn that means those fantasies and that pornography is necessarily feminist. I don’t give a shit how many people like porn. I don’t give a shit if you say you like performing in porn (most women don’t, for the record, but there are exceptions to every rule that you’re sure to find if you look). That changes absolutely nothing about what porn is and how it impacts our lives and society as a whole.

(…)

I think it’s a form of woman-hating. I think it’s internalized misogyny — to attack and slander and attempt to silence feminists, to paint them as bigots for taking a stand against male power and violence. You may well disagree with our ideology or our goals or our arguments, but simply disagreeing with someone does not mean they are perpetrating violence against you. Using “safe space” as an excuse to silence and no-platform feminists doesn’t fly either.

The way in which it has become acceptable in some feminist circles to blackball and tar women who fight pornography and prostitution or to ignore and discredit them by calling them “sex-negative pearl-clutchers” — to claim feminists are the ones doing the oppressing because they criticize selfies or burlesque or, really, anything else one might feel attached to — that’s all part of the backlash. Which isn’t the same as saying women are to blame, but it is saying we’ve been had.

Capitalist patriarchy has sold us all these ideas — that cosmetic surgery will make you feel good, that stripping and gyrating for an audience is empowering, that sexing up your own exploitation is the path to liberation, that stilettos are feminist if women choose to wear them, and that face-fucking is feminist so long as we’ve signed a waver. It’s also told us that feminists are the enemy — that they are prudish and repressive and no-fun. It’s told us that women are all jealous, catty, bitches and that any criticism of another woman must be envy. We learn to hate one another, you know…

Wie man es anscheinend dreht – das Patriarchat zieht nimmermüde seine Strippen: Entweder es sperrt die weibliche Sexualität ein oder es will die Frauen teuflicherweise davon überzeugen, dass sich noch mehr nach den sexuellen Wünschen der Männer zu verhalten, feministische ist.

Das wäre immerhin eine Strategie des Patriarchats, hinter die ich mich eher stellen könnte als die Beschränkung der weiblichen Sexualität. Tatsächlich würde ich aber auch hier eher darauf abstellen, dass einige Frauen eben tatsächlich auf diese Weise ihre Sexualität gut ausleben können, und Belle Knox vielleicht dazu gehört, vielleicht auch nicht. Immerhin scheinen Pornos eher die Anzahl an Sexualverbrechen abzusenken.

Es ist aber erstaunlich, wie fremdbestimmt die Frauen in beiden Ausrichtungen mal wieder sind – gleich Marionetten hängen sie an den sorgsam gezogenen Fäden des Patriarchats. Egal was sie machen, ob sie einen Porno drehen oder ihn nicht drehen, ob sie Sex haben oder nicht haben.

Das Patriarchat ist überall.

 

Sexualpartneranzahl und Aussicht auf eine stabile Beziehung

In einem Artikel von Evilmichi zum Thema, ob Männer „Schlampen“ attraktiv finden kam es auch zu der Frage, inwieweit die Anzahl der Leute, mit denen man Sex hatte, die Aussicht auf eine stabile Beziehung reduziert, was ja auch hier schon in den Kommentaren Thema war.

Da muss man natürlich erst einmal definieren, was überhaupt viele sind, was gar nicht so einfach ist.

Ich würde sagen, dass heute die meisten jungen Menschen in ihren jungen Tagen Beziehungen und Sex haben und ich persönlich finde daran nichts verwerfliches. Im Gegenteil: Es ist Ausdruck eines normalen Sozialverhaltens auch seine Sexualität auszuprobieren und zu entdecken.

Mich persönlich würde auch eine Jungfrau für eine Beziehung gar nicht reizen, dazu bin ich aber auch inzwischen zu alt. Ich möchte eine Frau, die weiß, was sie macht und die inzwischen auch weiß, was sie mag. Die ihre Anfängerfehler in Beziehungen gemacht hat, die weiß, dass nicht alles Hollywood ist und eine realistische Vorstellung von der Beziehungswelt hat.

Ein Bekannter meinte mal, dass man viel daraus lernt, wenn man einmal Schluss gemacht hat und einmal Schluss mit einem gemacht wurde, dass es Erfahrungen sind, die einem einiges über Beziehungen und sich selbst beibringen.

Das würde also das „untere Ende“ sexueller Erfahrungen betreffen, also eine geringe Erfahrung in diesem Bereich.

Beim oberen Ende würde ich sagen, dass eine sehr hohe Zahl durchaus Anlass zur Vorsicht sein kann, aber nicht muss.

Es kann ein Zeichen sein, dass die jeweilige Person eben keine festen Bindungen eingehen kann, bei Problemen zu schnell weg läuft oder Partner zu sehr von ihr genervt sind um es lange mit ihr auszuhalten. Es kann sein, dass derjenige den Ego-Push der Bestätigung braucht oder immer wieder etwas neues. Es kann gerade auch bei einem Mann bedeuten, dass er es sehr einfach findet mit Frauen zu schlafen und sich das dann nur sehr schwer abgewöhnen können wird.

Es kann natürlich auch einfach bedeuten, dass derjenige einfach eine wildere Zeit hatte, in der er sich etwas ausgetobt hat.

Interessant wird also letztendlich wohl sein, warum und wie derjenige mit anderen geschlafen hat.

Gute Studien zu der Frage sind schwer zu finden. Hier wird eine Studie der Heritage Foundation, einem konservativen Think Tank, besprochen, die zeigt dass bei mehr Sexpartnern die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die erste Ehe geschieden wird.

Sexpartner Scheidungsrisiko

Sexpartner Scheidungsrisiko

Immerhin scheint es in der 2006-2008 Studie schon wieder zu steigen. Allerdings darf man vermuten, dass Frauen, die als Jungfrauen im Jahr 2008 in eine Ehe gehen aus einem extrem religiösen Hintergrund kommen, der eine Scheidung gar nicht erst zu einer Option macht. Zwischen einem Partner mit geschätzten 52% und 4 Partnern besteht ein nur sehr geringer Unterschied, bei neun Partnern sind wir bei ca 41% (wobei die Spanne mit „5-9“ ja durchaus groß angesetzt ist, ebenso im nachfolgenden „10-20“

Ob man der Studie trauen kann oder mit ihr nur eine konservative Agenda durchgesetzt werden soll wäre eine andere Frage.

Sie beantwortet auch nicht die Frage, ob gerade die Frauen schuld sind oder ihr schlampiges Verhalten: Wenn Frauen, die mit vielen Männern schlafen, zB eher auf den Bad Boy stehen, der eh keine Bindung will, dann kann es die Wahl des Partners sein, die dann auch dazu führt, dass sie häufig geschieden wird und mit einem anderen Partner kann es dann besser laufen, wenn sie ruhiger geworden ist.

Sprich: Die Forschungslage ist aus meiner Sicht noch nicht sehr befriedigend.

Sex und Ökonomie

 

(Ergänzung)

„Ich hab ja einen Freund“

Sie sitzt in ihrer WG, ich bin gerade dazugekommen – damals, in den Single-Ich-lerne-Game Tagen. Sie schenkt mir etwas Wein ein, dann setzen sie das durch meine Ankunft unterbrochene Gespräch fort:

Der geht mir so auf die Nerven, sagt sie, ich war drei Monate mit dem zusammen, das ist ja nicht lange gewesen. Und jetzt tut der so als wäre ich immer noch hinter dem her. Dabei haben wir beide neue Beziehungen, ich habe meinen Freund in X und er diese Neue. Aber irgendwer erzählt wohl rum, dass ich während die beiden zusammen waren noch mal mit ihm geschlafen habe. Und dann hat mich seine neue Freundin darauf angesprochen, was da nun zwischen uns gewesen wäre und ich habe ihr gesgat, dass ich schon in den drei Monaten, in denen wir zusammen waren, nur zweimal mit ihm geschlafen habe. Warum sollte ich das dann jetzt machen? Ich meine, er hat eine neue Freundin und ich habe einen neuen Freund, da bin ich ja auch jedes zweite Wochenende, wie es eben in einer Fernbeziehung so ist, warum sollte ich da noch mal mit ihm schlafen, wo er so ein Arsch war? Er hat schließlich Schluss gemacht. Und das wollte ich seiner Freundin alles in Ruhe bei einem Treffen erklären, aber dann taucht gar nicht sie da auf, sondern er und meint, dass er mich fertig machen würde, wenn ich noch einmal mit seiner Freundin reden würde. So ein Arsch, ich wollte der das doch nur erklären, die kann doch reden mit wem sie will und ich auch! Ich lass mir da doch nichts verbieten! Das reget mich echt auf, der soll mich einfach nur in Ruhe lassen! Ich meine, ich habe einen neuen Freund, was soll ich da von ihm wollen? Was bildet der sich eigentlich ein? Ich meine, ich würde ja nicht jedesmal die ganze Strecke zu meinem Freund fahren, wenn ich da nicht glücklich wäre und warum sollte ich dann mit dem schlafen?

Sie steigert sich da noch etwas rein,findet es ungerecht ihr so etwas vorzuhalten. Er habe eh schon einige Freunde mitgenommen, zu denen sie jetzt den Kontakt nicht mehr halten könne deswegen, das sei alles schon schlim, genug. Irgendwann brechen ihre WG-Genossen auf, sie sind noch anderweitig verabredet.

Dann schlafen wir miteinander, wie bei den letzten drei Treffen auch schon.

„Sex der Liebe wegen“

In der Welt gab es einen Artikel zu der Frage, warum Frauen mit ihren Männern schlafen und da auch gerade über das Ersterben des Sex in einer Beziehung. Da waren einige sehr deprimierende Angaben vorhanden:

Vor einer Weile habe ich mal eine Sexumfrage gelesen. Ich weiß, dass Sexumfragen heikel sind, einfach weil nirgendwo so viel gelogen wird wie beim eigenen Sex. Aber an eine Frage und an die Antworten erinnere ich mich gut, weil das, was rauskam, so schrecklich war, dass es unmöglich gelogen sein konnte. Die Frage hieß: „Warum schlafen Sie mit Ihrem Mann?“

Die häufigste Antwort war: „Weil ich meinem Mann meine Liebe zeigen möchte.“

Danach kam: „Weil mein Mann Sex will.“

Dann: „Weil mein Mann nach dem Sex großzügig ist.“

Zum Schluss: „Weil ich Lust habe.“

Am meisten beeindruckt hat mich die Topantwort: „Weil ich meinem Mann meine Liebe zeigen möchte.“ Ich stelle mir das so vor: Der Mann geht zu seiner Frau und hat Lust. Sie hat keine Lust. Sie will aber nicht sagen, „Hugo, ich hab heute keine Lust“, weil sie das gestern und vorgestern auch schon gesagt hat und weil sie ihn eigentlich liebt und weil sie ihn eigentlich nicht verletzen will und weil es ja eigentlich auch nicht schlimm ist, was er will. Also sagt sie: „Komm rauf.“ Ein bisschen wie im Bordell, nur dass es nichts kostet.

Ich hatte schon mal Beziehungen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sie auch mit weitaus weniger Sex leben konnte als ich und es hat mich ehrlich gesagt an diese Szene erinnert. Sex, bei dem man das Gefühl hat, dass sie keine Lust hat und es nur einem zuliebe macht, kann etwas fürchterliches sein, gerade wenn es häufiger vorkommt. Das Gefühl ständiger Geilheit und des Hoffens auf ihre Lust kann einen durch metaphorische Reifen springen lassen und einen gleichzeitig auch wieder den eigentlich ersehnten Sex bedauern lassen, weil er seine Energie verliert. Es kann einen wütend machen auf den anderen oder den Sex für beide zu etwas unangenehmen machen. Ich glaube schon, dass es in vielen Beziehungen vorkommt, dass Frauen denken, dass er „mal wieder dran ist“ und „man schon zu häufig abgelehnt hat“. Man liebt ihn ja und will das es ihm gut geht.

Es sind, wenn die Differenz zwischen den beiden Sexualtrieben zu groß ist, irgendwie deprimierende Beziehungen.

Wahrscheinlich für beide.

Sex als Belohnung in Beziehungen

Über Genderama bin ich auf einen Text gekommen, der sich damit auseinandersetzt, wie oft Männer bzw. Frauen in einer Beziehung Sex als Belohnung einsetzen:

Das wenig überraschende Ergebnis:

The study, conducted by http://www.ukmedix.com, spoke to 1,994 men and women aged 18 and over, all of whom were in co-habiting relationships.

Asked ‘Have you ever used sex as a reward for your partner, either past or present?’, two thirds of women answered ‘yes’, while just 11 per cent of men said they had done the same.

 

Wenn Frauen einen geringeren Sexualtrieb haben als Männer, dann hätten sie eben auch ein „Plus“ an Sex, das der Mann gerne hätte und das demnach als Belohnung eingesetzt werden könnte. DAs dies dann auch passiert, sei es weil man ihm etwas gutes Tun möchte, weil einen etwas gefreut hat, sei es weil man aufgrund seines Verhaltens eben auch Lust hat mit ihm zu schlafen oder sei es, weil man es tatsächlich relativ strategisch einsetzt.

Das muss hoffentlich nicht so aussehen, wie dieser „nebenbei Handjob“ bei Breaking Bad, der damals wohl eher deutlich machen sollte, dass Walter ein ziemlicher Beta ist, gefangen in einer recht leidenschaftslosen Ehe.

BreakingBadS01E0111100

 

Welche Umstände wurden belohnt?:

Von Frauen:

The most common behaviours rewarded with sex were helping around the home (38 per cent of women had rewarded their partner with sex for this), giving the woman a gift or treat (34 per cent) and looking after family members, including children (28 per cent).

Cooking a meal (21 per cent), playing taxi (19 per cent) and letting the woman take a break from sex for a while were also frequently rewarded with intimacy.

Alles also sehr klischehaft. Lustigerweise wird „mit der Frau eine Weile nicht schlafen“ aufgeführt und als „Belohnung“ angesehen. Was auch schon einiges aussagt.

Auf Männerseite:

Meanwhile, men were most likely to reward their partners with sex for letting them watch sport on TV or in real life, with 35 per cent of men admitting to this. And 17 per cent of men rewarded their other halves for allowing them a night out with friends.

Auch schön klischeehaft. „Lass mich eine Weile meine Männersachen machen, dann bin ich auch extranett zu dir“. Aber eben wie gesagt auch nur bei 11% der Fall gewesen.

Und zu der Wahrnehmung:

In total, 78 per cent of people questioned as part of the study thought there was nothing wrong with rewarding a partner with sex.

So gesehen ist es auch vollkommen egal. Allerdings kann es eben auch sehr schnell eine merkwürdige Dynamik haben, wenn man es zu gezielt einsetzt:

Wenn sie sagt „wenn du das machst, dann haben wir später Sex“ dann kann sehr schnell einiges an sexueller Dynamik verloren gehen, es wirkt irgendwie wie Pflichterfüllung, ein Geschäft und es ist allgemein auch etwas beta, sie sollte ja Sex mit einem wollen. Es kann das Sexleben auch ersticken, wenn man es zu sehr wiederholt. Man bekommt dann zwar Sex, verschlechtert aber die Basis für weiteren Sex.

Meiner Empfehlung wäre daher zumindest etwas höher zu gehen und auf „Wenn X dann Sex“ zumindest mal etwas mehr zu fordern, was man sonst nicht macht, die Umsetzung einer besonderen Phantasie oder was auch immer, so dass es nicht um Sex geht, sondern zumindest um etwas besonderes oder eben deutlich zu machen, dass man sich auf einen solchen Deal nicht einläßt, aber es trotzdem gerne macht, wenn man es machen will.

Natürlich muss das auch nicht heißen, dass der Mann nur unterdrückt wird. Sein „Belohnungssystem“ kann eben – aufgrund der unterschiedlichen Stärke des Sextriebs – etwas anderes als Sex sein, etwa ein schöner Abend, Hilfe im Haushalt oder was auch immer.

Zuletzt noch eine Umfrage:

Sexuelle Erregung in den Genitalien und in der Wahrnehmung (Meredith L. Chivers)

Die Metastudie von Meredith Chivers zu den Unterschieden in der Sexuellen Erregung und der sexuellen Erregung, die über bestimmte Messverfahren in den Genitalien gemessen werden kann, wird immer wieder als Beleg angeführt, dass Frauen sexuelle Erregung unterdrücken. Es handelt sich um diese Studie:

The assessment of sexual arousal in men and women informs theoretical studies of human sexuality and provides a method to assess and evaluate the treatment of sexual dysfunctions and paraphilias. Understanding measures of arousal is, therefore, paramount to further theoretical and practical advances in the study of human sexuality. In this meta-analysis, we review research to quantify the extent of agreement between self-reported and genital measures of sexual arousal, to determine if there is a gender difference in this agreement, and to identify theoretical and methodological moderators of subjective-genital agreement. We identified 132 peer- or academically-reviewed laboratory studies published between 1969 and 2007 reporting a correlation between self-reported and genital measures of sexual arousal, with total sample sizes of 2,505 women and 1,918 men. There was a statistically significant gender difference in the agreement between self-reported and genital measures, with men (r = .66) showing a greater degree of agreement than women (r = .26). Two methodological moderators of the gender difference in subjective-genital agreement were identified: stimulus variability and timing of the assessment of self-reported sexual arousal. The results have implications for assessment of sexual arousal, the nature of gender differences in sexual arousal, and models of sexual response.

Quelle: Agreement of Self-Reported and Genital Measures of Sexual Arousal in Men and Women: A Meta-Analysis

Aus der Studie:

Examples of low subjective-genital agreement abound in both clinical and academic sexology. Some men report feeling sexual arousal without concomitant genital changes (Rieger, Chivers, & Bailey, 2005) and experimental manipulations can increase penile erection without affecting subjective reports of sexual arousal (Bach, Brown, & Barlow, 1999; Janssen & Everaerd, 1993). Similarly, some women show genital responses without reporting any experience of sexual arousal (Chivers & Bailey, 2005) and self-reported sexual arousal is subject to impression management, as in the greater reluctance among women high in sex guilt to report feeling sexually aroused (Morokoff, 1985). Thus, determining the extent of the agreement between self-reported and genital measures of sexual arousal has both practical and theoretical significance. Practically, the majority of researchers and clinicians who assess sexual arousal do not have access to measures of genital response and, therefore, often rely on self-report. Those who employ self-report measures would like to know the extent to which they are measuring the same response as clinicians or researchers who use genital measures and vice versa. Moreover, knowing the extent of the agreement between self-reported and genital measures of sexual arousal, and identifying moderators of this subjective-genital agreement, would inform our models of sexual response, our understanding of sexual dysfunctions, and psychometric methods to assess each aspect of sexual response. One of the most frequently suggested moderators of subjective-genital agreement is gender; studies of men tend to produce higher correlations between measures of subjective and genital sexual arousal than studies of women (for a narrative review, see Laan & Janssen, 2007). Two positions can be described regarding gender as a moderator of subjective-genital agreement. One position is that female and male sexual response systems are truly similar, but the lower concordance estimates observed among women are the result of methodological issues in these studies, such as differences in the assessment devices or procedures that are used. The other position accepts the gender difference in concordance as real, whether it is a result of fundamental differences in sexual response or the effects of learning and other environmental influences. Before we can determine which of these positions has merit, however, the size and direction of the gender difference in concordance must be clearly documented.

Männer haben also eine höhere Übereinstimmung zwischen der subjektiven Wahrnehmung der Erregung und der genital gemessenen Erregung. Woran das liegt soll untersucht werden.

Tatsächlich kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass es sich eher nicht um eine erlernte Unterscheidung handelt:

Moderators derived from learning, attention, or information processing explanations did not account for the gender difference in concordance. Above, we suggested that learning or attention explanations would link concordance to number of stimulus trials, duration of stimuli, participant age, and whether participants were asked to assess their perceptions of genital change. We also suggested that an information processing explanation would link concordance to whether the sexual stimuli were self-generated fantasies, sexually explicit, or female-centered; participants were instructed to focus on their genital sensations or not; and subjective sexual arousal was assessed contiguously versus after the trial or at the end of the session. Contrary to these theoretically-derived predictions, the gender difference in concordance was still found when comparing visual and nonvisual modalities, female-centred versus typical sexual films, and erotic versus explicit sexual stimuli. Concordance estimates were not significantly or consistently related to number of stimulus trials, stimulus length, or female age. Only the timing of subjective sexual arousal assessment was significantly related to the gender difference in concordance. If the gender difference in concordance is robust, as the present data suggest, what then can explain it? The hypotheses we derived from learning and information processing theories were not supported, and methodological factors cannot fully account for men’s higher subjective-genital agreement (or women’s lower subjective-genital agreement). Our finding raises the question of whether low concordance is the norm in women, and what purpose, if any, concordance serves in human sexual functioning. We discuss possible explanations for low female concordance in the next section.

Die These, dass es durch einen sozialen Lernprozess zu den Abweichungen kommt, werden also nicht gestützt

Eine andere Erklärung, wäre, dass sexuelle Botschaften automatischer zu einer Reaktion in den Genitalien führen, die mit Erregung des Geistes schlicht nichts zu tun hat:

Other Explanations for Low Female Concordance Is Female Genital Response Reflexively Activated? Chivers (2005), Laan (1994), and van Lunsen and Laan (2004) have all speculated that female genital response is an automatic reflex that is elicited by sexual stimuli and produces vaginal lubrication, even if the woman does not subjectively feel sexually aroused. Reflexively activated genital response would result in lower concordance overall because genital vasocongestion is not necessarily accompanied by subjective sexual arousal. If female genital response (and thus vaginal lubrication) is indeed reflexively activated, one would expect genital responses to be observed even when women are exposed to nonpreferred sexual stimuli (i.e., sexual stimuli that they do not find subjectively appealing), and under conditions where sexual stimuli are presented subliminally. Recent research suggests that female genital response can be evoked by a broader array of sexual stimuli than can male genital response. With respect to sexual orientation, heterosexual women show substantial genital responses to both male and female sexual stimuli, whereas heterosexual men show greater genital responses to female stimuli and homosexual men show greater genital responses to male stimuli (Chivers et al., 2004, 2007; Chivers & Bailey, 2005; Peterson, Janssen, & Laan, in press; Suschinsky et al., 2009). Typically, an increase in genital response is evoked by these sexual stimuli even though women report little or no experience of feeling sexually aroused, resulting in lower concordance estimates than are typically found among men.

Es könnte also schlicht sein, dass der verstärkte Durchblutung der Genitalien nichts mit geistiger Erregung zu tun hat, sondern automatisch auf jedes sexuelle Signal hin erfolgt. Warum eine solche Abkoppelung sinnvoll sein kann, wird auch gleich danach angesprochen:

The reflexive activation of vaginal responding by sexual cues may serve a protective function for women. Female genital response entails increased genital vasocongestion, necessary for the production of vaginal lubrication, and can, in turn, reduce discomfort and the possibility of injury during vaginal penetration. Ancestral women who did not show an automatic vaginal response to sexual cues may have been more likely to experience injuries that resulted in illness, infertility, or even death subsequent to unexpected or unwanted vaginal penetration, and thus would be less likely to have passed on this trait to their offspring.

Es könnte also hier gerade eine gewollte Differenzierung zwischen vaginaler Durchblutung und geistiger Erregung erfolgen, die das ganze Messverfahren ungeeignet macht, da damit der gewünschte Zusammenhang gerade nicht festgestellt werde kann.

Es wäre für einen solche Mechanismus auch durchaus sinnvoll, wenn er bei nahezu allem sexuellen anspringt, da vielleicht die anderen sexuellen Szenen einen heterosexuellen Mann nicht so stark  erregen (siehe die Studie) aber vielleicht das sehen solcher sexuellen Szenen und die Anwesenheit einer Frau, mit der er Sex haben könnte. Was dann eine entsprechende Vorbereitung durchaus günstig sein lassen kann.