Sexuelle Fantasien

Justin Lehmiller hat eine Befragung zu sexuellen Fantasien durchgeführt und hier sind 7 seiner Ergebnisse:

 1.) There’s one person who’s more likely to appear in your sex fantasies than anyone else: your current romantic partner. If you’re single, ex-partners are the people who are most likely to appear. Of course, I should mention that most of us have fantasies about other people, too. It’s not the case that most of us only fantasize about our partners—rather, it’s that our partners (or ex-partners) just tend to make the most frequent appearances in our fantasies.

Der Partner ist die wahrscheinlichste Quelle für sexuelles und damit auch häufig derjenige, mit dem man sexuelle Fantasien hat, wobei die vielleicht weniger exotisch oder träumerisch sind als die mit anderen Partnern, die wegen der Fremdheit und Unvertrautheit die Fantasien evtl anders bedienen. Wäre interessant, da etwas näher ins Detail zu gehen, auch bei einer Aufschlüsselung nach Männern und Frauen. Zählt es als Fantasie, wenn man sich zu einem Porno befriedigt?

2.) Having a threesome was the most popular sexual fantasy—but not everyone pictures the same thing when they think about a threesome. For example, some people want to be the center of attention, whereas others want everyone to be equal participants. Likewise, some people want to know who their threesome partners are, while others want them to be strangers. The preferred gender ratio varies a lot as well. In short, the kinds of threesome scenarios that one finds desirable are highly variable across individuals and even within a given gender group.

Das ist das Blöde bei Dreiern: Am Idealisten wäre es, wenn die anderen beiden sich vollkommen aufgeben und nur für die Lust von einem Selbst arbeiten und das auch noch geil finden. Aber in ihren eigenen Fantasien sind sie vielleicht selbst eher der Fokus der Aufmerksamkeit. Und dann hat man natürlich noch neben der Lustebene meist komplizierte Beziehungs- und Gefühlsebenen, die das ganze schnell kompliziert machen: Plötzlich heult eine, weil sie es dann wieder nicht erträgt, dass da gleichzeitig eine andere Frau ist. Wenn man überhaupt zwei Frauen findet, die sich darauf einlassen.

3.) While threesomes were the most popular fantasy, they were also the fantasy that was least likely to turn out well when people acted on it. This is probably due, in part, to the fact that different people prefer different threesome scenarios, which may make it challenging for everyone to get what they want. However, it’s probably also due to the fact that most people don’t have a script for how a threesome should go, which means that many people end up in a multi-partner situation with a lot of uncertainty about who should be doing what with whom and when.

Ja, alles hoch kompliziert. Da weichen Pornos mal wieder erheblich vom tatsächlichen Leben ab.

4.) Most of us fantasize about changing ourselves in some way in our sex fantasies, whether it’s our genital appearance, our body, our age, or our personality. Interestingly, men and women tend to change themselves in different ways. For instance, regardless of sexual orientation, men are more likely to change their genitals, whereas women are more likely to change their bodies. And at least among heterosexuals, women fantasize about being more dominant than they are in reality, whereas men fantasize about being more submissive than they actually are.

Das Frauen sich schöner denken und Männer sich einen größeren Penis herbeifantasieren klingt ganz klischeehaft und passt insoweit. Ich vermute mal, dass Frauen durchaus fantasieren, dass sie jemanden verführen, der dann so hin und weg von ihnen ist, dass sie ihre Rolle als Verführerin ganz einfach ausführen können. Wäre interessant, ob es eher eine Fantasie etwas älterer Frauen ist, die fantasieren, wie sie den jüngern Mann verführen. Bei Männern könnte ich mir vorstellen, dass sie in ihrer Fantasie gerne passiv sind, die Frau sie aber einfach will und sie gar nichts dagegen machen können, was vielleicht auch Schuldgefühle des Betrügens abmildert. Der Vorteil ist auch, dass in beiden Fällen nicht die schwierigere männliche Verführung (also die Verführung durch den Mann) fantasiert werden muss, die ja Witz und Dominanz erfordert.

5.) Men and women have a lot in common when it comes to their sex fantasies. There are certainly some differences in what men and women fantasize about. For instance, men are more likely to have multi-partner fantasies and to have them often; by contrast, women are more likely to have passion and romance fantasies and to have them often. Overall, however, most of the things that men are fantasizing about, women are fantasizing about as well—and vice versa. Ultimately, what this means is that women’s fantasies have much more adventure and variety in them and men’s fantasies have much more emotional content in them than most people give them credit for.

Auch hier alles sehr klischeehaft. Männer setzen „Sperm is cheap, eggs are expensive“ um und Frauen „Sex ist billig, Leidenschaft und Bindung des Mannes ist teuer“.

6.) The vast majority of people (more than three-quarters) said they want to act on their biggest sexual fantasy of all time; however, relatively few (less than one-third) have actually done it. This means that there’s a pretty big gap between fantasy and reality for most people. That said, it’s important to note that people don’t necessarily want to act on all of their fantasies. In other words, not all fantasies are desires—but people’s biggest fantasies certainly seem to be desires for most folks.

Klar, unsere Fantasie kann weiter gehen als etwas, was man real machen würde, schon weil es in der Realität weitere Konsequenzen hätte, die dann wieder weniger gut sind. Aber viele Sexfantasien wären halt auch theoretisch problemlos umzusetzen. Wer nur etwas von Anal-Sex träumt, der wird eher jemanden finden, der das auch machen will als eben beim Dreier oder eine BDSM-Veranstaltung, die einen wesentlich mehr aus der eigenen Komfort-Zone bringen.

7.) For the most part, people who acted on their favorite sex fantasies reported that things turned out well. The numbers varied a bit depending on what it is that they did—and, as mentioned above, group sex was the least likely to turn out well. Overall, though, most people said that acting on their fantasies was at least as good or better than expected and that it improved their relationship. However, some people were more likely to have positive experiences than others, and that included people who were already in good relationships to start with, people with a higher sex drive and thrill-seeking tendencies, and people who are good at adapting to stress and uncertainty (meaning people who are low in the personality trait of neuroticism.

Vieles kann man ja auch problemlos ausprobieren, ein paar Fesselspiele hier, ein wenig Sex an besonderen Orten da. Und gerade die Abwechselung kann es für viele interessant und positiv machen.

 

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Was Männer bzw Frauen erregt

Weibliches Signalling mit Sexappeal oder mit Tugend

Crumar schrieb in einem Kommentar:

Auch die Verschleierung der jungen, konservativen islamischen Frauen ist zweitens nichts anderes als virtue signalling.
Sie bekunden selbstverständlich ihren sexual market value mit diesem Signal, auch wenn das ein anderes als das gewohnte Signal ist.
Ob eine Frau mit „hoppla-meine-Möpse-fallen-raus“ Männer zum lechzen bringen willst oder mit „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ ist für die Funktion, nämlich die Absicht „lechzen“ zu produzieren Wurst.

Wenn ihr bitte akzeptiert, dass es linke und rechte PC gibt, dann haben wir es in Zukunft einfacher mit der Detailanalyse.

Ich schrieb dazu:

Vollkommen richtig, es ist virtue signalling in beiden Fällen.
Das eine ist sexueller, das andere anständiger, weil beide Gesellschaften andere Schwerpunkte setzen.
Gerade wenn es eine starke Unterteilung in „Frauen zum Spass haben, aber niemals heiraten“ und „Frauen zum Heiraten“ gibt, dann macht es Sinn sich, wenn man in die zweite Kategorie fallen will, deutlich dieser Gruppe zuzuordnen.
In unserer Gruppe wäre „ich suche eine Frau zum Spass haben und wenn dann alles gut klappt wird darauf eine dauerhafte Partnerschaft“ eher vorherrschend, so dass das Virtue signalling darauf ausgerichtet wird.

Crumar führte dazu noch aus:

Wir haben ebenfalls ein transaktionales Modell, aber werfen weitaus mehr wechselseitig abzuverlangende Eigenschaften und Einstellungen in die Waagschale als das bei den traditionellen Partnerschaften der Fall ist.
Gelungener partnerschaftlicher Sex gehört u.E. zu den Kriterien für das Gelingen einer dauerhaften Partnerschaft.

Uns kommt daher das Geschäft „exklusiver Zugang zur weiblichen Sexualität ohne Vorerfahrung im Eintausch gegen den männlichen Vollversorger“ bescheuert vor.
Aus der weiblich-feministischen Perspektive wird ständig die repressive islamisch-konservative Sexualmoral betont, insofern sie sich sich gegen Frauen richtet, denen abverlangt wird, ohne sexuelle Vorerfahrungen in die Ehe zu gehen (dass das real ist, wage ich zu bezweifeln).

Aus der männlichen Perspektive jedoch sind die Fragen relevant, warum er sich auf diesen Handel einlassen sollte, wenn a. die Kosten für Sex fallen, weil er – mehr oder weniger – frei verfügbar und es b. nicht absehbar ist, ob überhaupt eine gelungene Sexualität in der Ehe existieren wird.
Alle Charakteristika eines „bad deal“.

Wenn man einen rein ökonomischen Blick auf diesen deal richtet, kommt man schnell darauf, dass ein Geschlecht ein solides Interesse daran hat, gegen die verdorbenen Werte westlicher Gesellschaften zu sein.
Denn unter diesen Umständen ist „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ wertlos.
Das „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ als virtue signal und also Distinktionsmerkmal gegenüber anderen Frauen, als eigenständiger Wert auf dem Sexual- und Heiratsmarkt funktioniert nur, wenn man eine Kultur produziert und reproduziert, in der dieses einen Wert besitzt.

Ergänzen möchte ich noch, dass die Frage des „Kein Sex vor der Ehe“ natürlich wegen der „Vatersicherheit“, also der Frage, inwiefern man tatsächlich der Vater späterer Kinder ist, interessant war.

Das Problem entschärfte sich natürlich mit der Entwicklung der modernen Verhütung, was Männern und Frauen mehr sexuelle Möglichkeiten gab. Es ist insofern eine zu erwartende Folge einer solchen Entwicklung, dass man, wenn man folgenlosen Sex haben kann, weitaus früher mehr ausprobieren kann, ohne sich zu binden und gleichzeitig die Zeit einer festen Bindung im Sinne einer Heirat nach hinten verlagert werden kann (was gleichzeitig den Vorteil mit sich bringt, dass man bis zur Heirat üblicherweise die Möglichkeit hat festzustellen, ob sie schwanger war von einem anderen Mann, mit dem sie vor der Beziehung Sex hatte, weil man ja Sex mit Verhütung mit ihr hat. Insofern hat man dann theoretisch sogar eine genauere Information als derjenige, der nach der Heirat mit ihr schläft, vorher aber weitaus weniger Möglichkeiten des Kennenlernens hatte)

In konservativeren Gesellschaften dauert insofern die Umstellung noch an. Diverse „Umgehungspraktiken“ wie etwa Oral- und Analsex werden ebenso im Gebrauch sein wie ein Vortäuschen von Tugendhaftigkeit nach außen zur Wahrung des Gesichts.

Mit gefällt (natürlich) das Modell wesentlich besser. Ich würde gar nicht verstehen, warum man da mit den modernen Möglichkeiten warten sollte und ich finde auch nichts untugendhaftes daran, seine Sexualität im normalen Umfang auszuleben und in der Hinsicht Erfahrungen zu sammeln.

Aber das ist sicherlich eine Kulturfrage. Wo mich ein Kopftuch abschreckt mag es für andere als Signal funktionieren. Meine Vermutung ist, dass es heute dann auch bei vielen weniger für tatsächliche Enthaltsamkeit steht, eher für eine verborgenere und eine Beziehung voraussetzend Sexualität, die eine längere Anlaufzeit benötigt. Bei anderen mag es auch nur als rein kulturelles Zeichen der Zugehörigkeit funktionieren.

 

„Nun mach doch endlich und küss mich“

Neulich schaute ich etwas fernsehen und ein Paar berichtete über seinen ersten Kuss.

Sie schilderte es als etwas, bei dem er ewig brauchte und viel zu vorsichtig war. Sie habe schon gedacht er traut sich nie.

Er sagt, dass er sich unsicher war, wie sie reagiert, also habe er erst einmal vorsichtig mit seiner Nase ihre Nase berührt und geprüft wie sie reagiert. Dann habe er ihr einen Kuss auf die Wange gegeben und als sie dann nicht negativ reagiert habe, da habe er dann gedacht, dass er sie ja dann auch küssen könne.

Es wird auf sie zurückgeblendet und sie wirft noch ein, dass sie es etwas komisch fand mit der Nase, und das er dann ewig gebraucht habe, aber als er sie dann endlich endlich geküsst habe, da wäre es zum einen auch Zeit gewesen und dann sehr schön.

Eine banale Geschichte, wie sie sich wahrscheinlich immer wieder ergibt. Der Mann ist derjenige, der aktiv sein muss. Die Frau meint ihm tausende von Zeichen gegeben zu haben, für sie ist alles ganz klar, sie sieht, auf was es hinaus läuft und wundert sich, dass er es dann nicht einfach macht, denn sie sitzt doch ganz passend da. Sie findet seine Untätigkeit geradezu anstrengend, aber wird auch selbst nicht aktiv.

Theoretisch verhält er sich sehr vorsichtig, tastet sich heran, weil er eben Ablehnung fürchtet und sie nicht beleidigen will bzw eine Szene vermeiden will. Weil er aktiv sein muss fällt es ihm wesentlich schwerer als ihr, die eben nichts riskiert, obwohl im Zweifelsfall wahrscheinlich eh die Frau das größere Hindernis ist und sie es leichter hätte.

Es erinnert mich immer an eine Szene von Coupling:

Susan: You know you’re a lot more fun when you’re relaxed. Not as funny, but a lot more fun.
Steve: Thank you.
Susan: I mean what is about men? I mean, you’re supposed to be the confident ones. You’re supposed to be chasing us! It’d take some of the excitement away if we keep having to shout “Hurry up!”
Steve: Oh, hang on. First dates are more stressful for men. For us it’s the unknown.
Susan: Well, for us too.
Steve: Uh-uh. You know one more thing than we do.
Susan: What?
Steve: Well, you know.
Susan: *laughs* I don’t.
Steve: Okay, um, on a date, right? Any date, I’m not saying this date in particular, um, the guy’s wondering if he’s gonna get lucky… or not. That’s what he’s thinking.
Susan: *nods in agreement* True.
Steve: And the woman, she already knows.
Susan: Also true.
Steve: Now, so you see, we’re dealing with the unknown. *takes goblet for a drink*
Susan: I always thought it was because you were worried about your equipment.
Steve: *sputters his wine in his goblet* M-my what?
Susan: Well, you know, *looks in Steve’s groin’s direction* if he’s gonna fire off too soon or something.
Steve: You uh, you really are upfront, aren’t you? *they laugh* I mean I, personally, never had any worries about premature… *gestures with his hand* firing.
Susan: Just about the unknown.
Steve: Exactly.
Susan: Steve.
Steve: Yeah?
Susan: You’re definitely getting lucky tonight. *Steve is dumbstruck* Just to take the pressure off.

Eine solche Ankündigung würde ich persönlich sehr sexy finden und jedenfalls auch sehr zeitsparend, sie wird aber selten kommen. Meist wollen Frauen weitaus eher, dass der Mann die Führung übernimmt. Es wird aber in der Tat einfacher, wenn man sich etwas mit den passenden Zeichen beschäftigt und auch, wenn man bereits früher etwas „eskaliert“ und harmlose Berührungen versucht, statt damit erst dann anzufangen, wenn man zum Kuss kommen will.

 

Feministische Pornos verstehen weibliche Lust nicht

Ein interessanter Beitrag behandelt feministische Pornos:

Der ganzen Diskussion um feministische Pornos liegt ein Missverständnis zugrunde. Wir alle wissen, dass Männer stärker über visuelle Reize funktionieren und Frauen eher auf erotische Geschichten reagieren. Das bestätigen psychologische wie neurologische Studien. Aber heisst das, dass nur ein Pornofilm mit einer Handlung ein guter Porno ist? Natürlich wird Pornografie vornehmlich für Männer gemacht, und manches ist für Frauen schwer erträglich. Aber es sei hier etwas verraten: Auch Männer können nicht mit jedem Angebot etwas anfangen. Und es gibt nicht wenige Frauen, die auch herkömmliche Porno­grafie ziemlich scharf finden.

Wenn feministische Pornografinnen betonen, Frauen brauchten vor allem schöne Kleider und eine tolle Geschichte, um in die Gänge zu kommen, dann tönt das so, als müsse man ihnen die expliziten Szenen fast heimlich andrehen. Als ob sie das nötig hätten. Viele Frauen können mit den verquasten feministischen Pornofilmen einfach nichts anfangen und stehen eher auf Herkömmliches. Denn Frauen und Männer mögen unterschiedlich begehren, aber eines haben sie gemeinsam: Der Lust sind die Erfordernisse des politisch Korrekten egal. Frauen, die schon die Kompatibilität von Feminismus und Stöckelschuhen fragwürdig finden, stossen in Tiefen des weiblichen Begehrens auf noch viel grössere Widersprüche. Kann man im normalen Leben Stärke und Unabhängigkeit propagieren und sich im Bett dennoch gern dominieren, vielleicht sogar schlagen lassen? Wie kann eine Frau die Darstellung einer Vergewaltigung erregend finden, wenn die reale Vorstellung zu den tiefsten Ängsten gehört? Darüber sprechen Frauen ungern, weil sie glauben, es könne etwas nicht stimmen mit ihnen. Sie fürchten, missverstanden zu werden – und das wohl zu Recht.

Der kleine Unterschied

Tatsächlich gibt es aber eine Reihe von einleuchtenden Gründen für diese verwirrenden Empfindungen. Erstens ist die Grenzüberschreitung an sich schon erregend, wie jeder Fremdgeher weiss. Zweitens funktioniert das weibliche Begehren narzisstisch: Wo Männer begehren, wollen Frauen begehrt werden. Und sind Pornostars die Verkörperung dessen, das Objekt besinnungsloser Begierde. Drittens spielt der Kontext für weibliche Lust eine grosse Rolle. Neurologische Untersuchungen zeigen, dass weibliches Begehren auf eine Vielzahl von Reizen reagiert. Während Männer beim Pornokonsum vor allem den weiblichen Körper betrachten, wechselt der weibliche Blick zwischen Gesicht und Körper. Nicht nur demjenigen des Mannes, sondern vor allem auch der Frau. Sie können sich dort mit der Frau identifizieren, ohne sich den realen Risiken einer solchen Begegnung aussetzen zu müssen.

Für eine feministisch orientierte Generation von Frauen mag das vielleicht schwierig zu akzeptieren sein: Aber auch Feministinnen haben zuweilen ganz unfeministische Gelüste. Sie sollten sich deswegen nicht schämen.

Das feministische Vorstellungen von Sex und Lust oder auch nur Begehren von vielen Frauen nicht geteilt werden, war ja schon häufiger Thema in diesem Blog. Interessant finde ich auch die Passage zum narzisstischen Begehren: Es passt nicht zu den Gefahren des Male Gaze

Harte Pornos mit Gewalt sind bei Frauen beliebter als bei Männern

Anhand einer Auswertung von Suchanfragen bei Google kommt ein Forscher zu der Ansicht, dass harte Pornografie mit Gewalt auch gerne von Frauen geschaut wird.

Aus einem Artikel dazu:

The popular feminist narrative would have you believe that porn is largely consumed by men, and that depictions of violent — or at least rough — sex would be a primarily male-dominated interest.

This is untrue, states researcher Seth Stephens-Davidowitz, who says that porn featuring violence against women is significantly more popular among women compared to men.

His findings might explain the popularity of the BDSM-heavy “Fifty Shades of Grey” series of novels among female readers.

Speaking to Vox in an interview about how Google data proves that most Americans lie about their sexual preferences, the researcher and author of “Everybody Lies” asserts that more women enjoy the genre compared to male porn watchers — despite common sense and politically correct claims to the contrary.

“Porn featuring violence against women is also extremely popular among women,” said the author. “It is far more popular among women than men.”

“I hate saying that because misogynists seem to love this fact,” he added. “Fantasy life isn’t always politically correct.”

Stephens-Davidowitz calls Google’s data a “digital truth serum.” With an illustrious career in academia, the researcher has produced extensive volumes of original research into the field of big data, published in academic journals and The New York Times. He presently serves as a quantitative analyst at Google, where he researches internet searches to understand human behavior.

Americans aren’t the only people susceptible to self-deception, claims Stephens-Davidowitz.
“The rate at which women watch violent porn is roughly the same in every part of the world. It isn’t correlated with how women are treated,” he stated.

The researcher also highlighted a curious instance in India, where the number one search for “my husband wants…” ends with breastfeeding, and that porn featuring adult breastfeeding is more popular in India compared to anywhere else.

“In just about every country, just about every Google search looking for advice on breastfeeding is looking how to breastfeed a baby,” he said. “In India, Google searches looking for breastfeeding advice are about equally split between how to breastfeed a baby and how to breastfeed a husband.”

Likewise, another oddity comes from Japan, where at least 10 percent of the porn-related searches involve tickling. The author says calling these preferences “weird” isn’t the correct response.

“The data from porn tells us that everybody is weird,” he said. “Thus, nobody is weird.”

Nach der Auswertung der Daten schauen also eher Frauen als Männer Pornografie, in der Gewalt gegen Frauen gezeigt wird.

Das passt zu anderen Funden:

1. Vergewaltigungsfantasien bei Frauen

This study evaluated the rape fantasies of female undergraduates (N = 355) using a fantasy checklist that reflected the legal definition of rape and a sexual fantasy log that included systematic prompts and self-ratings. Results indicated that 62% of women have had a rape fantasy, which is somewhat higher than previous estimates. For women who have had rape fantasies, the median frequency of these fantasies was about 4 times per year, with 14% of participants reporting that they had rape fantasies at least once a week. In contrast to previous research, which suggested that rape fantasies were either entirely aversive or entirely erotic, rape fantasies were found to exist on an erotic-aversive continuum, with 9% completely aversive, 45% completely erotic, and 46% both erotic and aversive.

2. Vergewaltigungsfantasien II

On the contrary, in fact: This new study found that the less repressed about sex women said they were and the more positive attitudes they had about sex, the more likely they were to fantasize about rape or ravishment. It makes sense, when you think about it: These women are more open to fantasy in general, and are less likely to feel guilty about their fantasy lives.

…And just in case that doesn’t completely shut down the slut-shame theory: Women who reported more rape fantasies were more likely to have high self-esteem.

3. Fifty Shades und Interesse an entsprechender Pornographie

Fifty Shades of Grey Pornhub

Fifty Shades of Grey Pornhub

4. Was Frauen antörnt XVII

Aus „Fifty Shades of Grey“

“Suddenly he grabs me, tipping me across his lap. With one smooth movement, he angles his body so my torso is resting on the bed beside him. He throws his right leg over both mine and plants his left forearm on the small of my back, holding me down so I cannot move … He places his hand on my naked behind, softly fondling me, stroking around and around with his flat palm. And then his hand is no longer there … and he hits me—hard.” (273, 274) (…)

We lie there, panting together, waiting for our breathing to slow. He gently strokes my hair … Boy … I Survived. That wasn’t so bad. I’m more stoic than I thought. My inner goddess is prostrate … well, at least she’s quiet.” (276) “At the touch of leather, I quiver and gasp. He walks around me again, trailing the crop around the middle of my body. On his second circuit, he suddenly flicks the crop, and it hits me underneath my behind … against my sex … The shock runs through me, and it’s the sweetest, strangest, hedonistic feeling … My body convulses at the sweet, stinging bite. My nipples harden and elongate from the assault, and I moan loudly, pulling on my leather cuffs.” (323)

“His arms are wrapped around me, and he’s pulling me to him, hard, fast, gripping my ponytail to tilt my head up, kissing me like his life depends on it … He drags the hair tie painfully out of my hair, but I don’t care. He needs me, for whatever reason, at this point in time, and I have never felt so desired and coveted.” (478)

5. Maskuline, attraktive und dominante Männer bringen Frauen schneller und häufiger zum Orgasmus

It has been hypothesized that female orgasm evolved to facilitate recruitment of high-quality genes for offspring. Supporting evidence indicates that female orgasm promotes conception, although this may be mediated by the timing of female orgasm in relation to male ejaculation. This hypothesis also predicts that women will achieve orgasm more frequently when copulating with high-quality males, but limited data exist to support this prediction. We therefore explored relationships between the timing and frequency of women’s orgasms and putative markers of the genetic quality of their mates, including measures of attractiveness, facial symmetry, dominance, and masculinity. We found that women reported more frequent and earlier-timed orgasms when mated to masculine and dominant men—those with high scores on a principal component characterized by high objectively-measured facial masculinity, observer-rated facial masculinity, partner-rated masculinity, and partner-rated dominance. Women reported more frequent orgasm during or after male ejaculation when mated to attractive men—those with high scores on a principal component characterized by high observer-rated and self-rated attractiveness. Putative measures of men’s genetic quality did not predict their mates‘ orgasms from self-masturbation or from non-coital partnered sexual behavior. Overall, these results appear to support a role for female orgasm in sire choice.

6. Frauen finden Dominanz beim Sprechen anziehend

Men’s copulatory success can often be predicted by measuring traits involved in male contests and female choice. Previous research has demonstrated relationships between one such vocal trait in men, mean fundamental frequency (F0), and the outcomes and indicators of sexual success with women. The present study investigated the role of another vocal parameter, F0 variation (the within-subject SD in F0 across the utterance, F0–SD), in predicting men’s reported number of female sexual partners in the last year. Male participants (N = 111) competed with another man for a date with a woman. Recorded interactions with the competitor (“competitive recording”) and the woman (“courtship recording”) were analyzed for five non-linguistic vocal parameters: F0–SD, mean F0, intensity, duration, and formant dispersion (Df , an acoustic correlate of vocal tract length), as well as dominant and attractive linguistic content. After controlling for age and attitudes toward uncommitted sex (SOI), lower F0–SD (i.e., a more monotone voice) and more dominant linguistic content were strong predictors of the number of past-year sexual partners, whereas mean F0 and Df did not significantly predict past-year partners. These contrasts have implications for the relative importance of male contests and female choice in shaping men’s mating success and hence the origins and maintenance of sexually dimorphic traits in humans.

7. Pornos – was Männer und Frauen sich ansehen (Pornhub Auswertung)

Welche Porno-Kategorien sprechen Frauen eher an

Welche Porno-Kategorien sprechen Frauen eher an

 

Antifeministische Widersprüche: Sexuelle Selbstbestimmung

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Da bringt Onyx keine wirklichen Beispiele oder Verweise, die ihre Position stützen. Ich finde es eine erstaunlich haltlose Position.

Vielleicht erscheint es aus der Sicht von jemanden, der die Rape Culture Theorie berechtigt findet so. Angegangen werden aus meiner Sicht übertriebene Vorstellungen im Feminismus dazu, dass man jeder Frau glauben muss, dass man eine Beweislastumkehr will oder das man übertriebene Formen des Konsens verbindlich machen will (von „Yes means Yes “ bis „Enthusiastic consent“ oder in der Karikatur den beiderseitigen Rechtsanwälten, die neben dem Bett sitzen müssen).

Angegriffen wird auch der Gedanke, dass jeder kleine Übergriff ein unsägliches Verbrechen ist. Und die Panikmache mit falschen Zahlen.

Das beruht nicht zuletzt darauf, dass Männer und Frauen verschiedene Rollen haben, bei denen der Mann häufiger die aktivere hat, was dazu führt, dass er den schwarzen Peter bekommt, wenn er die Lage falsch einschätzt. In der Hinsicht scheinen es mir auch eher die meisten Frauen vollkommen anders zu sehen als der Feminismus. Sie erkennen an, dass Männer sich verschätzen können und sind häufig der Auffassung, dass das eben auch nicht schlimm sein muss und sogar besser sein kann, als ein Mann, der sich nichts traut.

Das tatsächlich jemand einer Frau das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abgesprochen hat ist mir aus der Szene nicht bekannt. Natürlich darf eine Frau nein sagen und sollte eine Vergewaltigung strafbar sein (selbst die wenigen Leute, die der Auffassung sind, dass die Strafbarkeit der Körperverletzung ausreichend wäre sehen eine Strafbarkeit).

Vor dem Hintergrund ist es auch keine Polemik, wenn man die übertriebenen Vorstellungen des Feminismus fürchtet: Wären radikale Feministinnen an der Macht, dann hätten wir wahrscheinlich Prozesse wie an amerikanischen Universitäten, also ohne jede Verteidigungsmöglichkeit, mit Beweislastumkehr Was eine Vergewaltigung wäre bestimmte dann immer der Sexualpartner, der sich darauf beruft, da diesem die Deutungshoheit zukommen würde.

Hier zeigt sich auch mal wieder, dass Onyx nicht in der Lage ist, die radikalen Positionen des modernen Feminismus als solche zu erkennen und ihre Radikalität zuzugestehen. Was wirklich erstaunlich ist in einem solchen Feld.

Und das Onyx im Grunde ihres Herzen dem sexfeindlichen Feminismus zuneigt ist, erkennt man auch immer wieder an ihrer Ablehnung von Prostitution und Kink wie BDSM. Irgendwie macht sie einen Vorwurf daraus, dass man das akzeptiert, und natürlich „weil es Männern Spass macht“. Das man es akzeptieren kann, weil man der Auffassung ist, dass erwachsene Menschen handeln können wie sie wollen, solange sie keinen anderen Menschen beeinträchtigen, auch dann wenn man davon selbst nicht profitiert, kommt ihr anscheinend gar nicht in den Sinn.

Und das diese Liberalität auch insofern ein konstantes Bild bietet, weil man eben das konservative und autoritäre des Feminismus ablehnt („Die Sexualität einer Frau ist heilig, sie muss um jeden Preis vor dem Biest Mann geschützt werden“ und „jeder hat so Sex zu haben, wie wir das wollen, auch wenn er dazu keinen Anlass sieht, weil Rape Culture“) kommt ihr nicht in den Sinn.

Wie auch: Für sie muss es Hass sein, denn ohne die Abwertung der Kritiker bleibt ihr wenig.

Wie seht ihr es?