Unterschiedliche berufliche Interessen von Männern und Frauen

Eine interessante Studie behandelt die unterschiedlichen beruflichen Interessen von Männern und Frauen:

Vocational interests predict educational and career choices, job performance, and career success (Rounds & Su, 2014). Although sex differences in vocational interests have long been observed (Thorndike,
1911), an appropriate overall measure has been lacking from the literature. Using a cross-sectional sample of United States residents aged 14 to 63 who completed the Strong Interest Inventory assessment between 2005 and 2014 (N 1,283,110), I examined sex, age, ethnicity, and year effects on work related interest levels using both multivariate and univariate effect size estimates of individual dimensions (Holland’s Realistic, Investigative, Artistic, Social, Enterprising, and Conventional). Men scored higher on Realistic (d 1.14), Investigative (d .32), Enterprising (d .22), and Conventional (d .23), while women scored higher on Artistic (d .19) and Social (d .38), mostly replicating previous univariate findings. Multivariate, overall sex differences were very large (disattenuated Mahalanobis’ D 1.61; 27% overlap). Interest levels were slightly lower and overall sex differences larger in younger samples. Overall sex differences have narrowed slightly for 18-22 year-olds in more recent samples. Generally very small ethnicity effects included relatively higher Investigative and Enterprising scores for Asians, Indians, and Middle Easterners, lower Realistic scores for Blacks and Native Americans, higher Realistic, Artistic, and Social scores for Pacific Islanders, and lower Conventional scores for Whites. Using Prediger’s (1982) model, women were more interested in people (d 1.01) and ideas (d .18), while men were more interested in things and data. These results, consistent with previous reviews showing large sex differences and small year effects, suggest that large sex differences in work related interests will continue to be observed for decades.

Quelle: Vocational Interests in the United States: Sex, Age, Ethnicity,
and Year Effects

Zur besseren Übersicht noch einmal etwas anders geordnet:

Zunächst eine Übersicht, was die unterschiedlichen Kategorien bedeuten, nach dem RIASEC-Modell:

  • Realistische Orientierung: Personen dieses Typus sollen aktiv und forsch (bis aggressiv), motorisch befähigt und „männlich“ in ihren Interessen (physische Aktivität, konkrete Gegebenheiten statt abstrakte Probleme) und Werten (eher konventionelle politische und ökonomische Werthaltungen) sein. Bei der Berufswahl tendieren sie vermehrt zu handwerklichen, technischen oder zu land- und forstwirtschaftlichen Berufen (denkbar auch z.B. Schutzdienstleister).

  • Investigative bzw. forschende Orientierung (manchmal auch „intellektuelle“ ~): Dieser Typus soll aufgabenorientiert sein und versuchen, Probleme vorrangig auf intellektueller Ebene zu bewältigen. Er hat ein starkes Bedürfnis, Zusammenhänge zu verstehen und besitzt eher unkonventionelle Wertvorstellungen und Einstellungen. Personen dieser Orientierung sollen sich vor allem in naturwissenschaftlichen und mathematischen Berufen oder auch in der Medizin finden.

  • Artistic (künstlerische) Orientierung: künstlerisch orientierte Menschen ähneln intellektuell Orientierten hinsichtlich ihrer „intrazeptiven“ Ausrichtung (Bezug auf sich selbst und den eigenen Geist). Sie sollen ein großes Bedürfnis nach Selbst-Ausdruck mit Hilfe künstlerischer Medien aufweisen und hochgradig strukturierte Probleme und Aufgaben meiden, falls grobmotorische Fertigkeiten erforderlich sind. Menschen dieser Art sollen eine geringere Ichstärke haben, eher feminin sein und häufiger unter emotionalen Störungen leiden. Sie sollen natürlich vor allem zu künstlerischen oder mit dem Kultur- und Kunstleben befassten Berufen tendieren.

  • Soziale Orientierung: Menschen dieses Typus fühlen sich sozial verantwortlich, darüber hinaus sollen sie von einem starken Bedürfnis nach Beachtung und sozialer Interaktion charakterisiert sein. Sie zeichnen sich durch gute verbale und soziale Fähigkeiten aus, tendieren aber dazu, Probleme weniger intellektuell als emotional oder durch soziale Aktivität zu bewältigen. Typische Berufe: pädagogische und sonderpädagogische Berufe, Sozialarbeiter, klinischer Psychologe, Berufsberater, Gemeinnützige Arbeiten.

  • Enterprising (unternehmerische) Orientierung: Menschen dieser Art verstehen sich selbst als starke, männliche Führerpersönlichkeiten. Charakteristisch sind ausgeprägte verbale Fertigkeiten, kommunikative Kompetenzen und Freude an Konkurrenzsituationen. Dennoch sollen sie klar definierte verbale Situationen sowie Aufgaben, die einen längeren, angestrengten intellektuellen Einsatz erfordern, meiden. Die beruflichen Präferenzen liegen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, des Geschäftsleben und des Verkaufs (Hotelier, Unternehmer, Industrieberater, Immobilienhändler, Wahlkampfmanager, Versicherungsvertreter usw.).

  • Conventional (traditionelle) Orientierung: Charakteristisch ist die Bevorzugung von weitgehend strukturierter (verbale/ numerische) Aufgaben und von Untergebenenrollen (Identifikation mit Machtpositionen, konformistische Einstellungen). Dazu gehört auch, dass Personen dieses Typus materiellen Besitz und Status hochschätzen und unklare Situationen oder Probleme, die soziale Aktivität oder ausgeprägte physische Fähigkeiten erfordern, meiden. Berufswahl: Büroarbeit (Buchhalter, Rechnungsprüfer, Bankangestellter, Statistiker, EDV-Operator) oder Servicebereich.

Men scored higher on

  • Realistic (d 1.14),
  • Investigative (d .32),
  • Enterprising (d .22)
  • Conventional (d .23),

while women scored higher on

  • Artistic (d .19)
  • Social (d .38)
  • people (d 1.01) and ideas (d .18)

Hier muss man bedenken, dass sich die Bereiche verstärken können:

Wer merkt, dass er sich weitaus weniger für das Arbeiten mit Dingen interessiert, auch weniger handwerklich oder mit Stoffen arbeiten will als andere, und wesentlich lieber mit Leuten und helfend arbeiten würde, der wird eben statt Ingenieur oder Programmierer eben lieber Arzt oder Sozialarbeiter.

Interessanterweise ist „Mutter sein“ auch etwas helfendes mit Leuten. Was vielleicht auch erklärt, warum viele Frauen eher bereit sind aus dem Beruf in diesen Bereich zu wechseln.

 

 

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Trotz Ganztagsschulen arbeiten Mütter trotzdem nicht mehr Stunden

Ein Artikel behandelt eine Studie zu der Wirkung von Ganztagsschulen auf die Arbeitszeiten von Müttern:

Mehr als ein Jahrzehnt später haben Wissenschaftler nun versucht, die Ergebnisse zu bewerten. Eine umfangreiche neue Untersuchung legten beispielsweise die Ökonomen Fabian Dehos und Marie Paul vom RWI Essen vor. Das Ergebnis der umfangreichen und methodisch aufwendigen Studie ist ernüchternd: Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen hat die Berufstätigkeit von Müttern nicht erkennbar befördert.

Es lässt sich nicht einmal nachweisen, dass Mütter, die das zusätzliche Betreuungsangebot auch tatsächlich in Anspruch nehmen, länger arbeiten, also zum Beispiel von Teilzeit auf Vollzeit umsteigen. „Die zusätzlichen Ganztagsschulplätze haben weder einen direkt ursächlichen Effekt auf die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden noch auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Müttern mit Grundschulkindern“, schreibt Ökonom Fabian Dehos, Koautor der Studie

Das ist interessant. Immerhin wird die fehlende Betreuungsmöglichkeit von Kindern gerne als einer der Hauptgründe angeführt, warum Frauen weniger verdienen.

Eine Grafik aus dem Artikel ist ganz interessant:

Und zur Gegenüberstellung mal der Gender Pay Gap in den verschiedenen Bundesländern:
Schleswig Holstein hat eine niedrige Ganztagsschulenquote und einen für Westdeutschland sehr niedrigen GPG, Sachsen mit einer sehr hohen Quote hat für den Osten einen sehr hohen GPG

Umso überraschender ist das Ergebnis der wissenschaftlichen Arbeit, die den englischen Titel „The Effects of After-School Programs on Maternal Employment“ trägt. An mangelndem Interesse der Eltern kann es nicht liegen. Das Angebot ist der Studie zufolge beliebt, die freien Betreuungsplätze immer schnell belegt. „Die Akzeptanz der Ganztagsbetreuung ist positiv“, betont Wissenschaftler Dehos.

Das liegt vermutlich auch daran, dass die Nachmittagsbetreuung verglichen mit privaten Lösungen wie etwa einem Kindermädchen relativ günstig ist. Meist zahlen Eltern nur das Essensgeld. In der Schweiz beispielsweise sind vergleichbare Angebote deutlich teurer. Zudem sind viele Eltern davon überzeugt, dass die Nachmittage in der Schule gut für ihre Kinder sind. Schließlich war das schlechte Abschneiden der deutschen Schüler beim Pisa-Bildungsvergleich nicht nur für Wissenschaftler und Politiker ein Schock, sondern auch für viele Eltern und Erzieher.

Im Kindergarten lässt sich Effekt nachweisen

Auch die Qualität des Familienlebens steigt. „Durch die Ganztagsbetreuung haben die Eltern beispielsweise die Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag parallel zum Schultag zu gestalten“, sagt Wissenschaftler Dehos der „Welt“. Mütter und Väter müssten nicht mehr zeitversetzt arbeiten und bei der Betreuung weniger improvisieren. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch die Ganztagsschule weniger stressig“, vermutet er. Um das abschließend beantworten zu können, sei allerdings weitere Forschung nötig.

Also es wird angenommen, wirkt sich aber nicht so aus, dass Frauen die freie Zeit für eine gesteigerte Berufstätigkeit einsetzen.

Interessant: Dort, wo Wissenschaftler den Effekt von verbesserter Kita- und Kindergarteninfrastruktur untersuchten, konnten sie sehr wohl eine gesteigerte Erwerbstätigkeit von Frauen nachweisen. Im Grundschulalter scheint der Betreuungsengpass, anders als im Vorschulalter, aber nicht mehr die entscheidende Hürde zu sein. Möglicherweise haben sich die Familien zu diesem Zeitpunkt schon anders organisiert.

„Auch wenn Mütter einen Ganztagsschulplatz sicher haben, arbeiten sehr viele von ihnen weiterhin Teilzeit“, stellt der Ökonom fest. Und vermutet: „Vielleicht ist ein Teilzeitjob für viele Frauen ein guter Kompromiss, der es ihnen erlaubt, erwerbstätig zu sein und dennoch Zeit für Aufgaben rund um die Kinder zu haben.“

Vielleicht liegt es daran, dass diejenigen, die direkt wieder einsteigen, weil ihr Kind früh betreut wird, ehrgeiziger sind oder das Gefühl haben, dass sie weniger verpasst haben.

Interessant sind auch diese Zahlen:

Wie aus Untersuchungen der OECD hervorgeht, beträgt der Anteil des Mannes am Haushaltseinkommen von Paaren in Deutschland beachtliche 77 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Industrienationen. In Frankreich sind es 63 Prozent, in Schweden 62 Prozent. Die Erwerbstätigenquote von Frauen in Deutschland lag 2015 bei fast 70 Prozent, bei Männern betrug sie laut Statistischem Bundesamt rund 78 Prozent. Allerdings sagt diese Rate nichts über die Menge der geleisteten Arbeitsstunden aus.

77% ist wirklich sehr viel. Und der Abstand zu anderen Ländern ist auch interessant. Wäre interessant, ob das Steuerrecht mit Steuerklasse III und V da mit hereinspielt.

Abschaffen des Ehesplittings?

Im Spiegel wettert Margarete Stokowski gegen das Ehegattensplitting:

Und was machen wir morgen? Das Ehegattensplitting abschaffen! Was ist das für ein merkwürdiger Move, Geld dafür sparen zu wollen, dass man einem anderen Menschen Treue verspricht? Ehegattensplitting ist letztlich eine sozial weitgehend akzeptierte Nebenform von Prostitution: Ich spare Steuern, indem ich den Staat daran teilhaben lasse, mit wem ich mein Bett teile. Was soll das? Dabei ist das Problem gar nicht das der Prostitution, die unter geregelten Bedingungen stattfinden können sollte. Das Problem ist, wenn so getan wird, als sei die Beziehungsform „Ehe“ für die Gesellschaft irgendwie wertvoller als andere Formen. Was für ein Quatsch, wenn man weiß, dass Kinder auch ohne Ehe zustande kommen und sowieso mehr als jede dritte Ehe geschieden wird.

Frauen von beruflichen Plänen fernhalten

Man muss nicht zwangsläufig die Institution der Ehe abschaffen. Dass Menschen zusammenleben und das feiern, ist wunderschön. Lebenslange Treue, Verbindlichkeit, Fürsorge, wer könnte etwas dagegen haben, wenn zwei Leute das so für sich wollen? Betonung auf „für sich“.

Der Satz mit der Prostitution ist interessant: Was wäre das, wenn es ein hoch konservativer Politiker gesagt hätte? Slutshaming (weil Prostitution als Abwertung genutzt wird)? Abwertung der Arbeit der Frauen in der Familie? Sicherlich wäre es irgendwie kritisierbar gewesen. Faktisch falsch wäre es überdies, wie ich natürlich gleich als Mann näher darlegen muss: Der Steuervorteil wird auch bei der Josefsehe gewährt, er deckt insofern pauschale Zuarbeit ab, auch wenn diese faktisch nicht erbracht wird.

Mit dem Ehegattensplitting wird schlicht so getan als hätten zwei Leute je die Hälfte des gemeinsamen Einkommens erwirtschaftet und würden dann jeweils getrennt veranlagt werden. Bei gleichen Einkommen macht es also keinen großen Unterschied aus:

Der Begriff Splittingtarif stammt aus dem deutschen Einkommensteuerrecht und beschreibt den für zusammenveranlagte Ehepaare anwendbaren Steuertarif. Rechtsgrundlage ist § 32a Abs. 5 EStG. Hierbei wird folgendes Verfahren verwendet:

Das zu versteuernde Einkommen (zvE) der Ehegatten wird ermittelt und halbiert (gesplittet).
Für das halbierte zvE wird die Einkommensteuer nach dem geltenden Einkommensteuertarif berechnet (früher: aus der Grundtabelle abgelesen).
Die so errechnete Einkommensteuer wird verdoppelt.
Dieses Splittingverfahren bewirkt, dass das zu versteuernde Einkommen (zvE) zu gleichen Teilen auf beide Ehegatten verteilt wird. Hierdurch wird das Prinzip der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit nicht auf den einzelnen Ehegatten, sondern auf das Ehepaar als Wirtschaftsgemeinschaft angewendet. Welcher der Ehegatten wie viel zum ehelichen Gesamteinkommen beigetragen hat, ist unerheblich. Das gemeinsame zvE eines gemeinsam veranlagten Paares wird bei diesem Splittingverfahren mit dem gleichen Steuersatz belastet wie das halb so hohe zvE eines einzeln Veranlagten. So beträgt beispielsweise im Einkommensteuertarif 2010 bis 2012 der effektive Steuersatz eines Paares mit einem gemeinsamen zvE von 48.000 € etwa 16 %. Das zvE eines einzeln Veranlagten in Höhe von 24.000 € wird mit dem genau gleichen Steuersatz belastet.

Die Splittingwirkung tritt nur ein, wenn bei progressiven Steuertarifen zwischen den Ehegatten bzw. Lebenspartnern eine Einkommensdifferenz besteht und nicht beide im Einkommen über einer eventuell vorhandenen Progressionsobergrenze liegen. Denn die Progression sorgt in solchen Fällen dafür, dass bei Individualbesteuerung mit wachsender Einkommensdifferenz immer höhere Steuern anfallen. Durch das Splittingverfahren wird dieser Effekt für gemeinsam veranlagte Paare kompensiert, während er für einzeln veranlagte Personen bestehen bleibt.

Der Splittingeffekt ist abhängig

von der Verteilung des zvE zwischen den Ehegatten bzw. Lebenspartnern,
von der Höhe des zvE insgesamt sowie
vom Steuertarif (Progressionsverlauf).
Bei einem nominellen Einheitssteuersatz kann ein Splittingeffekt nur entstehen, wenn – beispielsweise über Freibeträge – mindestens eine Progressionsstufe existiert.

Die Ehegatten A und E haben zusammen ein zvE von insgesamt 80.000 €. Die tarifliche Einkommensteuer mit Splittingverfahren für die Ehegatten beträgt dann 18.014 € (Einkommensteuertarif 2010/2011 ohne Solidaritätszuschlag), unabhängig davon, wie die Einkommen verteilt sind. Das Splitting stellt dadurch sicher, dass alle Ehepaare mit einem Gesamteinkommen von 80.000 € eine gleich hohe Einkommensteuer zahlen.[9]

Dieselbe Steuerbelastung ergibt sich ohne Splitting („Individualbesteuerung“) nur dann, wenn sich das Einkommen exakt gleichmäßig auf beide Partner verteilt:

Referenzverteilung: Jeder Ehegatte hat jeweils 40.000 € beigetragen.zvE von A = 40.000 €, Einkommensteuer bei Individualbesteuerung: 9.007 €
zvE von E = 40.000 €, Einkommensteuer bei Individualbesteuerung: 9.007 €
Einkommensteuer (ohne Splitting) insgesamt: 18.014 €, also identisch mit der beim Splitting.
Jede andere Verteilung des Einkommens würde hingegen bei Individualbesteuerung zu einer zusätzlichen Steuerlast führen, die umso größer wird, je ungleicher das Einkommen verteilt ist:

Verteilungsvariante A: Ehegatte A hat 60.000 €, Ehegatte E 20.000 € beigetragen.zvE von A = 60.000 €, Einkommensteuer bei Individualbesteuerung: 17.028 €
zvE von E = 20.000 €, Einkommensteuer bei Individualbesteuerung: 2.701 €
Einkommensteuer (ohne Splitting) von A und E zusammen: 19.729 €
Ohne Splitting hätte dieses Ehepaar einen Steuernachteil von 1.715 € gegenüber der Referenzverteilung und würde behandelt wie zwei Alleinstehende.
Verteilungsvariante B: Ehegatte A hat 80.000 €, Ehegatte E 0 € beigetragen.zvE von A = 80.000 €, Einkommensteuer bei Individualbesteuerung: 25.428 €
zvE von E = 0 €, Einkommensteuer bei Individualbesteuerung: 0 €
Einkommensteuer (ohne Splitting) von A und E zusammen: 25.428 €
Ohne Splitting hätte dieses Ehepaar einen Steuernachteil von 7.414 € gegenüber der Referenzverteilung und würde behandelt wie zwei Alleinstehende.

Das Splitting fördert damit so gesehen nicht die Ehe, sondern eine Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern (oder jetzt die Arbeitsteilung zwischen gleichgeschlechtlichen Eheleuten). Denn dadurch wird es einfacher für eine Familie, bei der zB die Frau Hausfrau ist und die Kinder betreut.

Insofern ist es durchaus verständlich, dass diese Option den Feministinnen nicht gefällt, denn sie erlaubt es eher klassische Rollen zu leben.

Ein weiterer Dorn im Auge vieler Feministinnen ist sicherlich die Verteilung innerhalb der Steuerklassen, hier bekommt der weniger verdienende Ehegatte häufig die Steuerklasse V, der mehr verdienende die III. Das hat den Vorteil, dass aufgrund einer höheren Belastung des niedrigeren Einkommens die Vorauszahlungen eher mit dem übereinstimmen, was man später tatsächlich zahlen muss. Und dadurch haben eben viele Frauen mit niedrigen Einkommen noch eher das Gefühl, dass sich ihre Tätigkeit wenig lohnt.

Die Steuerklassen sind dabei aber tatsächlich nur eine Regelung der Vorauszahlungen, wie viel Steuern man zahlt bleibt insofern gleich, egal ob man die Steuerklassen IV und IV wählt oder die Steuerklassen III und V. Und natürlich wird in der Betrachtung auch gerne vergessen, dass weiterhin in die Rentenkasse etc eingezahlt wird.

Bereits zulang hatte in einem Artikel auch angeführt, dass das Bundesverfassungsgericht zu dieser Besteuerung mit einer Entscheidung beigetragen hat:

Die Aufhebung der Zusammenveranlagung würde – so wird gesagt – eine ungerechte Benachteiligung der Familien bedeuten, in denen die Hausfrau und Mutter einem marktwirtschaftlichen Erwerb nicht nachgeht oder nicht nachgehen kann. Es ist nicht einzusehen, inwiefern die Familie mit nur einem Einkommensbezieher gerade gegenüber den Ehegatten, die beide Einkommen haben, ungerecht benachteiligt sein soll

Wie bereits oben dargelegt, ist Art. 6 Abs. 1 GG im Sinne der klassischen Grundrechte ein Bekenntnis zur Freiheit der spezifischen Privatsphäre für Ehe und Familie; es entspricht damit einer Leitidee unserer Verfassung, nämlich der grundsätzlichen Begrenztheit aller öffentlichen Gewalt in ihrer Einwirkungsmöglichkeit auf das freie Individuum. Aus diesem Gedanken folgt allgemein die Anerkennung einer Sphäre privater Lebensgestaltung, die staatlicher Einwirkung entzogen ist. Zu dem Gehalt solcher privaten Entscheidungsfreiheit der Ehegatten gehört auch die Entscheidung darüber, ob eine Ehefrau sich ausschließlich dem Haushalt widmet, ob sie dem Manne im Beruf hilft oder ob sie eigenes marktwirtschaftliches Einkommen erwirbt. Das zur Rechtfertigung der Zusammenveranlagung angeführte Ziel, die erwerbstätige Ehefrau „ins Haus zurückzuführen“, entspricht einer bestimmten Vorstellung von der besten Art der Ehegestaltung.

Die Untauglichkeit des sogenannten Edukationseffektes zur Rechtfertigung der Zusammenveranlagung folgt ebenso aus dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter (Art. 3 Abs. 2 und 3 GG). Das Grundgesetz geht davon aus, daß die Gleichberechtigung mit dem Schutz von Ehe und Familie vereinbar ist, so daß auch die Gesetzgebung nicht von einem Widerspruch beider Prinzipien ausgehen darf. Zur Gleichberechtigung der Frau gehört aber, daß sie die Möglichkeit hat, mit gleichen rechtlichen Chancen marktwirtschaftliches Einkommen zu erzielen wie jeder männliche Staatsbürger. Die erwerbswirtschaftliche Tätigkeit der Frau von vornherein als ehezerstörend zu werten, widerspricht nicht nur dem Grundsatz, sondern auch dem Wortlaut des Art. 3 Abs. 2 GG. Die Zweckrichtung des Gesetzes, die Ehefrau von marktwirtschaftlicher Tätigkeit zurückzuhalten, ist ungeeignet, die Zusammenveranlagung zu rechtfertigen.

Diese schafft nach der Art der Einkünfte eine Ungleichheit innerhalb der Gruppe der Verheirateten; denn nur wenn die Frau Lohnempfängerin ist, wird getrennt veranlagt, bei allen anderen Einkommensarten der Frau zusammen (Frage der Verletzung des Art. 3 Abs. 1 GG). In der Bestimmung liegt außerdem eine ungleiche Behandlung nach dem Geschlecht: nur wenn die Frau Lohnempfängerin ist, wird getrennt veranlagt, ist der Mann Lohnempfänger, wird zusammen veranlagt.

Die Entscheidung ist allerdings aus dem Jahr 1957, also frisch nach dem Inkrafttreten des Art. 3 GG. Inwieweit das Bundesverfassungsgericht heute anderer Auffassung wäre ist schwer zu sagen.

Dazu auch aus der Wikipedia:

Ob und inwieweit es verfassungsrechtlich zulässig wäre, das Ehegattensplitting einzuschränken, ist umstritten. Dies gilt insbesondere für Regelungen, welche dazu führen, dass die Gesamtsteuerlast im Einzelfall von der Einkommensverteilung in der Ehe abhängt.

Das Bundesverfassungsgericht erklärt in ständiger Rechtsprechung die Besteuerung nach Leistungsfähigkeit zur verfassungsrechtlichen Notwendigkeit und hat mehrfach entschieden, das Ehegattensplitting erreiche dieses Ziel, weil es die Ehe ungeachtet der ehelichen Aufgabenverteilung als steuerliche Einheit behandelt. Die bislang letzte Entscheidung dazu stammt aus dem Jahr 1982[28][29] (BVerfGE 61, 319 C.I.4.a → Steuersplitting III). Das Gericht geht dabei davon aus, dass zusammenlebende Eheleute eine Gemeinschaft des Erwerbs und des Verbrauchs bilden, in der ein Ehegatte an den Einkünften und Lasten des anderen wirtschaftlich jeweils zu Hälfte teil hat. Damit knüpfe das Splitting an die wirtschaftliche Realität der intakten Durchschnittsehe an, in der ein Transfer steuerlicher Leistungsfähigkeit zwischen den Partnern stattfinde.

Durch das Ehegattensplitting werde dem Urteil zufolge „sowohl die bei einer Zusammenveranlagung ohne Splitting gegebene verfassungswidrige Benachteiligung derjenigen Ehe vermieden, in der beide Partner berufstätig sind […], als auch die bei einer getrennten Veranlagung drohende Gefahr der Benachteiligung der Hausfrauen- oder Hausmannehe ausgeschlossen.“ Eine weitere Begründung für die Verfassungsmäßigkeit des Ehegattensplittings sieht das Gericht darin, dass damit „eine besondere Anerkennung der Aufgabe der Ehefrau als Hausfrau und Mutter verbunden sei“. Insgesamt sei „das Ehegattensplitting keine beliebig veränderbare Steuer-‚Vergünstigung‘, sondern – unbeschadet der näheren Gestaltungsbefugnis des Gesetzgebers – eine an dem Schutzgebot des Art. 6 Abs. 1 GG und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Ehepaare (Art. 3 Abs. 1 GG) orientierte sachgerechte Besteuerung.“ Durch dieses Verfahren werde „auch vermieden, dass Eheleute mit mittleren und kleineren Einkommen in der Progressionszone, vor allem Arbeitnehmer, gegenüber Eheleuten mit hohem Einkommen, vor allem Gewerbetreibenden und freiberuflich Tätigen, benachteiligt werden.“ Letztere könnten „– worauf schon 1958 und 1974 im Gesetzgebungsverfahren und neuerdings wieder von der Bundesregierung mit Recht hingewiesen worden ist […] – durch vertragliche Aufteilung ihres Gesamteinkommens die Steuerprogression mit dem gleichen Effekt wie beim Ehegattensplitting senken, was für die Masse der Arbeitnehmer nicht möglich ist.“[28]

Das Gericht hat nicht ausgeschlossen, dass auch andere steuerliche Gestaltungen den verfassungsrechtlichen Vorgaben gerecht werden könnten, etwa ein Familiensplitting. Befürworter einer Einschränkung sprechen vor diesem Hintergrund von einem weiten Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers[30] (→ Status Positivus). Gegner halten jede steuerliche Bevorzugung bzw. Benachteiligung einer bestimmten eheinternen Einkommensverteilung für verfassungswidrig.[31]

Nach Einschätzung des DIW ist eine Einschränkung des erheblichen Splittingvorteils bei Ehepaaren mit hohen Einkommensunterschieden zu rechtfertigen, wenn das politische Leitbild die wirtschaftliche Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Ehepartner in den Vordergrund stellt

Ein Familiensplitting wäre insofern interessant, weil es Kinder mehr in den Vordergrund rücken würde. Es wäre bei einer Änderung aber jedenfalls damit zu rechnen, dass das Bundesverfassungsgericht über die Wirksamkeit entscheiden muss, und das sehr schnell, da eine solche Entscheidung sehr viele Leute betreffen würde.

Das Fazit von Zulang zum Ehegattensplitting war damals:

Das Ehegattensplitting verliert zunehmen seine Relevanz je mehr sich die Einkommen in ihrer Höhe angleichen. Eine Abschaffung würde auch das Ende der traditionellen Rollenverteilung bedeuten. Von einem Diebstahl an Frauen kann deshalb auch keine Rede sein. Wie auch wenn es aus steuerrechtlicher Sicht keinen Unterschied macht welcher Partner der Haupternährer ist oder wer von beiden einen Einkommenszuwachs zu verzeichnen hat. Das Ehegattensplitting muss also als Werkzeug für die individuelle freie Rollenverteilung innerhalb der Ehe begriffen werden.

Damit ist die Abschaffung des Steuersplittings natürlich auch durchaus für Männerrechtler interessant:

Es bedeutet eben auch, dass die klassische Hausfrauenehe unattraktiver wird und die Erwerbstätigkeit der Frau interessanter. Wer weniger Unterhaltszahlungen für Männer als Gruppe will, für den könnte es damit ein interessantes Modell sein. Es würden damit – auch schlicht weil Geld weg fällt, welches gebraucht wird – mehr Leute gezwungen werden, andere Formen der Arbeitsteilung durchzuführen, es bestünde eine höhere Not/Motivation aus der Elternzeit schneller wieder in den Beruf zu wechseln.

Für die Eheleute,  die – ggfs zumindest „bis die Kinder aus dem gröbsten raus sind“ – an einer Arbeitsteilung festhalten wollen und gleichzeitig Hausabzahlung etc darauf ausgerichtet haben, dass ein Splitting weiterhin stattfindet, wäre es hingegen fatal. Wegen dieser großen Reichweite vermute ich auch mal, dass da die Parteien nur sehr ungern ran gehen werden. Es droht eine Verärgerung oder zumindest Verunsicherung vieler Wähler. Man müsste also wohl den Nachteil irgendwie kompensieren. Und das bringt viele Unsicherheiten in die Berechnung, die so etwas gefährlich machen.

Siehe auch:

„Müll runterbringen“ als typische Haushaltstätigkeit, die eher Männer machen

https://twitter.com/erzaehlmirnix/status/844177907270537217

https://twitter.com/erzaehlmirnix/status/844188009947959300

https://twitter.com/erzaehlmirnix/status/844189346701938688

„Lebensentwürfe heute Wie junge Frauen und Männer in Deutschland leben wollen“

In der Studie „Frauen auf dem Sprung 2013“ der Zeitschrift Brigitte gibt es einige interessante Zahlen:

Zur Frage, was in der Gesellschaft wichtig sei:

Frauen geben heute außerdem wesentlich häufiger als damals an, dass anderen Frauen „viel Geld (zu) verdienen“ wichtig ist. Vor fünf Jahren sagten das 54 Prozent der Frauen, 2012 sind es 76 Prozent. Auch Männer nehmen diese Veränderungen bei Frauen wahr. Ebenso verhält es sich mit der Karriere: Damals gaben noch 46 Prozent der Frauen an, dass anderen Frauen eine Karriere wichtig ist, jetzt kletterte der Wert um 26 Prozentpunkte auf 72 Prozent. B

Die Bedeutung eines guten Berufs scheint also gestiegen zu sein, Ein Beruf wird für Frauen auch von Frauen als wichtiger angesehen.

Zur eigenen Stellung in der Gesellschaft

Schauen wir zunächst, wie die jungen Menschen ihre eigene Macht und ihren Einfluss wahrnehmen. Die Befragten haben ihre Position etwas nach oben korrigiert. Insgesamt ordnen sie sich um 0,2 Skalenpunkte höher ein als 2009. Auf einer Skala von minus 5 bis plus 5 bleiben sie aber weiter im negativen Bereich: Die Männer sehen sich im Gefüge sozialer Ungleichheit bei minus 0,8, die Frauen bei minus 0,7, also leicht höher. Da die Befragten zuvor ihre 2007 und 2009 gewählten Werte sahen und sich bewusst zu diesen verhielten, ist der Anstieg kein methodisches Artefakt, sondern eine real empfundene Verbesserung. Schaut man auf diese Veränderung, ist ein deutlich positiver Saldo zu erkennen. 70 Prozent der Männer und 62 Prozent der Frauen finden, dass sie selbst mehr Macht und Einfluss haben. Dagegen erleben 18 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen einen Rückgang an Macht und Einfluss.

Die Frauen sehen sich also ungefähr an der gleichen Position im sozialen Gefüge wie die Männer. Das patriarchale Hierarchieverhältnis, wie es der Feminismus gerne behauptet, scheinen die Frauen also nicht als solches wahrzunehmen

Zu Unterschieden zwischen Männern und Frauen:

Geteilte Geschlechterbilder. Männer und Frauen meinen gleichermaßen, dass Kinder für Frauen wichtiger sind als für Männer. Auch die Entwicklung beurteilen Männer und Frauen gleich: Die Bedeutung von Kindern für Frauen ist heute höher (62 Prozent) als 2007 (54 Prozent). Fragt man nach der Bedeutung von Kindern für Männer, erhält ebenfalls übereinstimmende Antworten. Meinten 2007 noch 40 Prozent, dass eigene Kinder für  Männer wichtig sind, so sagen dies heute nur noch 34 Prozent. Diese Einigkeit ist neu. 2007 vermuteten 40 Prozent der Männer, dass Männer Kinder haben wollen, und nur 17 Prozent der Frauen. Geteilte Geschlechterbilder sieht man auch bei der Wertigkeit von ‚heiraten’. Völlig unabhängig davon, ob man Männer oder Frauen befragt, schätzen 45 Prozent eine Heirat für Frauen als wichtig ein, aber nur 21 Prozent meinen dies für Männer. Weitere Beispiele sind das „Aussehen“, das man bei Frauen für wichtiger als bei Männern hält (95 Prozent zu 84 Prozent) sowie für „Treue“ (74 Prozent zu 58 Prozent). Dieses Muster zeigt sich auch in anderen Lebensbereichen. Die Wichtigkeit, „Karriere zu machen“, wird nach wie vor eher Männern (89 Prozent) als Frauen (70 Prozent) zugeschrieben. Allerdings hat sich nach Ansicht aller Befragten die Bedeutung von Karriere für Frauen deutlich erhöht, von 44 auf 70 Prozent. Auch für Männer wird die Bedeutung heute erheblich höher eingestuft: mit 89 Prozent, im Vergleich zu den früheren 65 Prozent. Damit bleibt der Abstand zwischen den Geschlechtern bestehen: Karriere machen zu wollen gilt heute noch eher als Männersache. Getrennte Welten. Es gibt auch Merkmale, die Frauen und Männern zugeschrieben, von diesen aber nicht geteilt werden: Nach Ansicht der befragten Männer legen Frauen in unserer Gesellschaft großen Wert auf das Heiraten. Frauen selbst sehen das jedoch anders. 45 Prozent der Männer meinen, dass eine Heirat für Frauen wichtig ist, aber nur 35 Prozent der Frauen sagen dies über ihre Geschlechtsgenossinnen. Ähnlich auch beim Geld. Die Wichtigkeit von Geld für Frauen wird von Frauen (76 Prozent) deutlich höher eingeschätzt als von Männern (65 Prozent). Überspitzt könnte man sagen, dass Männer Frauen falsch lesen und Einstellungen wahrnehmen, die diese in der eigenen Wahrnehmung gar nicht besitzen.

Zur Arbeitsteilung aus Sicht der Frauen:

Die Aufteilung von Beruf und Familie betrachten wir zunächst aus Sicht der Frauen. Der traditionellen Rollenaufteilung „Mein Partner soll für die Existenzsicherung der Familie zuständig sein, ich für Haushalt und Kinder“ stimmen 6 Prozent der Frauen zu. Damit gehen 94 Prozent der Frauen davon aus, zur Existenzsicherung der Familie beizutragen. „Beitragen“ ist das richtige Wort, denn Frauen sehen sich selbst nicht als Alleinverdienerin. Die Aussage „Ich werde für die Existenzsicherung der Familie verantwortlich sein, mein Partner für Haushalt und Kinder“ unterstützen ein Prozent der Frauen. Die Mehrheit der Frauen (62 Prozent) wünscht ein Modell, das sich folgendermaßen umreißen lässt: „Ich strebe einen gelungenen Ausgleich zwischen Beruf und Familie an, ohne dass einer der beiden Bereiche vernachlässigt wird.“

Und aus Sicht der Männer:

Männer haben ähnliche Vorstellungen. Zwar meint immerhin noch jeder fünfte Mann, dass er für die Existenzsicherung der Familie verantwortlich ist und seine Partnerin für Haushalt und Kinder. Die Mehrheit der Männer wünscht sich allerdings auch einen gelungenen Ausgleich zwischen Beruf und Familie. Kein Bereich soll zu kurz kommen. Die Befragten konnten auch angeben, dass der Beruf bzw. die Familie klar im Vordergrund stehen. Eine solche Dominanz des Berufs geben nur wenige Befragte an (2 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer). Der Aussage „Meine Familie steht klar im Vordergrund. Ich werde meine Kinder nicht für den Beruf zurückstellen“ stimmen dagegen 17 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer zu

Hier finde ich die Frage sehr vage gestellt. Denn was ein angemessener Ausgleich zwischen Beruf und Familie ist, dass kann ja zwischen den Geschlechtern schwanken. Hier hätte man vielleicht eher mit Stunden im Verhältnis zum Kindesalter arbeiten sollen.

Interessant insofern die Frage danach, wie für die Kinderbetreuung ausgesetzt werden soll:

2012 fragten wir wieder, wie lange die jungen Menschen für ein Kind ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen würden.15 Die meisten Frauen (37 Prozent) würden zwölf Monate zu Hause bleiben, 16 Prozent 2 Jahre und 30 Prozent drei Jahre (Abbildung 7). Weniger als ein Jahr aussetzen würden 7 Prozent. Im Vergleich zu 2009 (2007 haben wir diesen Wert nicht erhoben) wollen die Frauen damit etwas früher ins Erwerbsleben zurück. Dieser Trend zeichnet sich umso stärker ab, je höher die Bildung der Frauen ist. Gut gebildete Frauen planen zu 55 Prozent eine Unterbrechung von einem Jahr. Weiterhin unterscheiden sich Frauen in West- und Ostdeutschland nach wie vor deutlich voneinander. Nach einem Jahr würden 22 Prozent der westdeutschen Frauen und 55 Prozent der ostdeutschen Frauen wieder arbeiten gehen. Wir haben auch erhoben, inwieweit ein Kitaplatz einen Unterschied im Entscheidungsverhalten machen würde.

Und bei den Männern:

Und was wollen die Männer selbst? Hier ist zu beachten, dass das Elterngeld 14 Monate lang gezahlt wird, wenn mindestens zwei Monate vom Vater beansprucht werden. Auf die Frage: „Wie lange würden Sie selbst Elternzeit nehmen?“, schließen 33 Prozent der westdeutschen Männer (2009: 32 Prozent) und 29 Prozent der ostdeutschen Männer (2009: 12 Prozent) jede eigene Inanspruchnahme einer Elternzeit für sich komplett aus. In Ostdeutschland steigt also die Ablehnung deutlich. Allerdings sind 23 Prozent der Männer im Westen und 6 Prozent der Männer im Osten unentschieden und antworten mit „weiß nicht“. Insbesondere westdeutsche Männer zeigen eine zunehmende Unsicherheit. 2007 hatten nur 16 Prozent mit „weiß nicht“ geantwortet. Hier könnte auf Seiten von Politik und Betrieben noch um Akzeptanz von Männern in Elternzeit geworben werden. Zwei Monate Elternzeit würden 19 Prozent der Männer im Westen und 21 Prozent der Männer im Osten nehmen. Zu sechs Monaten tendieren 12 Prozent der westdeutschen Väter und 26 Prozent der ostdeutschen Väter. Ein Jahr möchten nur wenige Väter unterbrechen: 8 Prozent im Westen und 13 Prozent im Osten (2009 waren es noch 36 Prozent). Bereits hier ist zu fragen, wie das mehrheitlich gewünschte Rollenmodell „Ich strebe einen gelungenen Ausgleich zwischen Beruf und Familie an, ohne dass einer der beiden Bereich vernachlässigt wird“ denn umgesetzt werden kann. Die persönliche Kinderbetreuung im ersten Lebensjahr unterstützen Männer viel weniger als Frauen.

Männer wollen also zu einem weitaus größeren Teil als Frauen nicht aussetzen. Interessant auch dazu, wie die Frauen die Männer einschätzen:

Fragen wir dazu die Frauen, wie lange ihr Partner wohl Elternzeit nehmen würde. Die Antworten der westdeutschen Frauen stimmen weitgehend mit den Willensbekundungen der westdeutschen Männer überein. Frauen unterbrechen im Westen also so lange, wie Männer es von ihnen erwarten, und Männer unterbrechen so lange, wie Frauen das von ihnen annehmen. Im Osten dagegen stoßen wir auf eine unerwartete Konstellation. Die Frauen unterschätzen, wie viele Männer Elternzeit nehmen würden, ebenso die Dauer der geplanten Elternzeit: 37 Prozent der Frauen gehen davon aus, dass Männer keine Elternzeit nehmen, bei den Männern selbst waren es 26 Prozent. 17 Prozent der Frauen rechnen mit vier Monaten, aber 26 Prozent der Männer.

Man hat also anscheinend zumindest im Westen eine gewisse Abstimmung miteinander gefunden.

Zur Verwaltung des Geldes innerhalb der Familie:

Untersuchungen zur Geldverteilung in Paarhaushalten zeigen immer wieder, dass die meisten Paare ihr Geld zusammenlegen und gemeinsam verwalten. Dies ist auch bei den befragten jungen Frauen und Männern so. Der Anteil jener, die getrennt verwalten, liegt aber konstant über 30 Prozent und ist damit recht hoch. Die getrennte Verwaltung wird dabei viel häufiger von Männern (46 Prozent) als von Frauen (27 Prozent) genannt, ebenfalls häufiger von gut Gebildeten als von niedrig Gebildeten. Zudem ist in den ostdeutschen Bundesländern die gemeinsame Geldverteilung wesentlich seltener als die getrennte

70% der Paare legen ihr Geld zusammen und verwalten es gemeinsam. Auch interessant in Bezug darauf, inwiefern Frauen über Geld verfügen können-

Zu den geleisteten Arbeitsstunden:

Im Schnitt beträgt die vertragliche Arbeitszeit bei Männern 37 Stunden und bei Frauen 32 Stunden in der Woche. Die gewünschte Arbeitszeit geben die Männer mit 36 Stunden an und Frauen mit 32 Stunden. Bei den Frauen entspricht somit durchschnittlich die gewünschte Arbeitszeit auch der vertraglich fixierten. Daraus zu schließen, dass alle Frauen ihrer Wunscharbeitszeit nachgehen, wäre jedoch falsch. Werfen wir einen Blick auf die individuellen Wünsche: 46 Prozent der Frauen wollen weniger arbeiten, als es ihrer vertraglich geregelten Arbeitszeit entspricht. 29 Prozent streben mehr Arbeitsstunden an, und 25 Prozent möchten bei ihrer Arbeitszeit bleiben. Frauen, die ihre Arbeitszeit reduzieren möchten, sind überwiegend Vollzeit tätig (68 Prozent). Sie sind gut gebildet und haben keine Kinder. Frauen, die mehr arbeiten wollen, sind meist in Teilzeit beschäftigt. Viele haben Kinder und streben eine niedrige Vollzeitstelle an, also eine Wochenarbeitszeit zwischen 30 und 34 Stunden. Einige von ihnen haben eine geringe Bildung und bräuchten eine längere Arbeitszeit, um ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften. Über die Hälfte (55 Prozent) der Männer wollen weniger Stunden arbeiten. Dies gilt insbesondere für Väter. Von ihnen wünschen sich 73 Prozent eine Arbeitszeit, die unter ihrer vertraglich geregelten Arbeitszeit liegt. Die aktuelle Erwerbssituation der jungen Frauen und Männer zeigt somit die bekannten Schieflagen. Das Arbeitsvolumen von Frauen und Männern unterscheidet sich erheblich voneinander. Es entspricht häufig nicht ihren Bedürfnissen. Insbesondere die familiäre Situation spielt hier eine Rolle: Mütter würden gern etwas mehr, Väter etwas weniger lange arbeiten

Hier zeigt sich, dass viele Frauen die Verteilung von Arbeitszeit und Familie eher bei einer 3/4 bis Halbtagsstelle sehen, Männer bei einer Vollzeitstelle.

Auch interessant, wie sich Männer und Frauen in der Familie positionieren:

Anschließend baten wir die Befragten, sich anhand des Bildes auch im familiären Kreis einzuordnen. 2009 sahen sich je 47 Prozent der Männer und Frauen vorne. 2012 sind es noch immer 47 Prozent der Männer, aber 57 Prozent der Frauen. Von diesen verorten sich 16 Prozent ganz an der Spitze, bei den Männern sind es 8 Prozent. In der Mitte positionieren sich 29 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer, hinten 2 Prozent der Frauen und 4 Prozent der Männer

Hier findet sich auch keine Unterordnung der Frau, im Gegenteil, viele sehen sich an der Spitze der Familie.

Zur Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt:

Ich bin wütend, dass Frauen diskriminiert werden“, sagen 71 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer (Abbildung 15). „Ich bin besorgt, da die deutsche Wirtschaft die Produktivität von Frauen nicht nutzt“, erklären 80 Prozent der Frauen und 64 Prozent der Männer. Radikal anders antworten 40 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen: „Ich bin heilfroh, da sich Frauen in erster Linie um Haushalt und Familie kümmern sollen.“ Ernüchterung macht sich breit. Zwar werden Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt rein rational festgestellt, doch zu einer Auflehnung dagegen führt dies noch lange nicht. Wütend sind nur wenige Männer, beinahe die Hälfte von ihnen ist aber froh, dass Frauen in ihrem traditionellen Aufgabenbereich bleiben müssen. Es überrascht daher auch nicht, dass eine „verbindliche Frauenquote“ nur von 36 Prozent der Männer unterstützt wird. Die Mehrheit der Frauen (62 Prozent) ist da ganz anderer Meinung. (…) Der Aussage „Frauen und Männer haben dieselben Chancen. Ich weiß gar nicht, worüber man sich eigentlich aufregt“  stimmen 43 Prozent der Männer zu, bei Frauen sind es 24 Prozent.

Es sind allerdings merkwürdig formulierte Fragen. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede. Frauen meinen weitaus eher, dass sie diskriminiert werden als Männer

Frauen in der Wissenschaft und die biologischen Faktoren

Ein interessanter Aufsatz behandelt Unterschiede in der Wissenschaft zwischen Männern und Frauen und die dabei zugrunde liegenden biologischen Faktoren (via):

Beispielsweise spielen eben verschiedene Ausprägungen von Fähigkeiten im Schnitt eine Rolle:

Dabei wird dargestellt, dass Männer gerade im Bereich räumliches Denken besser abschneiden und dies eine gerade in vielen Naturwissenschaften ein Vorteil ist

A variety of differences between the sexes in cognitive and temperamental traits almost certainly affect occupational distributions.17 Scientific fields like physics, mathematics, and engineering require very high levels of both mathematical and spatial ability, and males predominate at the highest levels of both. For example, among perfect scorers on the mathematics portion of the SAT, the ratio of males to females is about three to one.18 Even that statistic is misleading, however, as the “ceiling effect” of the SAT is substantial. That is, there are relatively large numbers of test-takers who receive perfect scores (around 5,000 per year), so the SAT fails to discriminate well at the very high end. When the SAT is given to seventh-graders, however, the ceiling effect is less pronounced, so that the sex ratio among those who score over 760 is approximately seven boys for each girl.19 Although spatial ability is not typically screened for in admission to science programs, it is an important predictor of success in scientific fields.20 Males outperform females on most spatial tasks, with three-dimensional mental rotation showing the largest and most reliable sex difference.21 A review of mental-rotation studies found that the male mean exceeded the female mean by approximately twothirds of a standard deviation, and in many studies, it approached or exceeded a full standard deviation.22 Because males tend to be more variable than females on most traits, even if males and females scored the same on average, there would be more males at the extreme high end (and at the low end, as well). A higher male mean combined with greater male variability means that the sex ratio at the extreme high end of the distribution is especially skewed. There is sometimes a tendency to view the gifted as a relatively homogeneous group, but they are actually highly diverse in ability. For example, in a typical IQ test with a mean of 100 and a standard deviation of 15, the ability range of the top 1%—the extreme right tail of the distribution—is as broad as the range from the bottom 2% to the top 2%. The middle 96% of the range runs from about 66 to 134, while the top 1% ranges from about 135 to over 200.23 Males especially outnumber females in the top quarter of the top 1% of mathematical ability. Although one might suppose that there is a point of diminishing returns beyond which additional ability has no payoff, that does not appear to be the case in science. For example, Camilla Benbow and David Lubinski have found significant differences between those individuals in the top and bottom quarters of the top 1% on measures such as earning a degree in science, level of college attended, grade-point average, and intensity of involvement in math and science.24 Indeed, individuals in the top quarter of the top 1% are four times as likely as individuals in the bottom quarter of the top 1% to earn math-science Ph.Ds.25 Thus, it is simply erroneous to assert, as 79 signatories to a letter to Science magazine did, that “there is little evidence that those scoring at the very top of the range in standardized tests are likely to have more successful careers in the sciences.”26 On the contrary, as Wai, Lubinski and Benbow put it, these data “falsify the idea that after a certain point more ability does not matter” and show that “[m]ore ability always seems to matter.”27

Dagegen haben anscheinend Frauen im sprachlichen Bereich Vorteile, wobei sich hier eine höhere Variabilität der Männer auswirkt:

In contrast to the better performance of males on tests of mathematical and spatial ability, females tend to outperform males on a number of measures of verbal ability, including spelling, grammar, and verbal memory. In fact, in broad samples, the female advantage in verbal abilities exceeds the male advantage in mathematical ability. In 1996, for example, male eleventh-graders scored at about the same level as female eighth-graders on the National Assessment of Educational Progress (NAEP).28 In more select samples, however, the female verbal advantage often declines or disappears, because of greater male variability. Males consistently outscore females on the verbal portion of the SAT, for example, though by only a small margin.29 On the other hand, on the ACT, which tends to focus on curriculum-based knowledge rather than on the verbal reasoning emphasized by the SAT, girls outperform boys.30 The lower male mean for verbal ability, coupled with greater male variability, translates into a substantial disproportion of males at the very lowest levels of verbal ability.

Auch anderer Motivationen sind anders:

Apart from cognitive differences, the sexes also differ in temperament and personality. On most measures of direct competitiveness, for example, males score higher than females.32 Competition tends to be a more positive experience for males, and adding a competitive element to a task increases the intrinsic motivation of males but does not do so for females.33 The perception that an academic program is competitive tends to result in improved performance by males but decreased performance by females.34 Relatedly, males also engage more than females in dominance behaviors—that is, behaviors intended to achieve or maintain a position of high relative status—in order to obtain power, influence, or resources.35 The sexes also vary in risk preference, with males exhibiting a greater preference for both physical and nonphysical risks. Indeed, sex is the variable most predictive of the extent of participation in high-risk recreation.36 Men are also disproportionately represented in physically risky employment, as reflected in the fact that over 90% of all workplace deaths in the U.S. are males.37 Commenting on their study of female executives, Margaret Hennig and Anne Jardim observed that “men see risk as loss or gain; winning or losing; danger or opportunity,” while “women see risk as entirely negative. It is loss, danger, injury, ruin, hurt.”38 Females also tend to exhibit more nurturing behavior than males, both inside and outside the family. The greater female interest in infants—present from childhood39—increases at puberty.40 The more social orientation of females is reflected in a consistently found sex difference in “object versus person” orientation, with females tending to be more “person-oriented” and males tending to be more “object-oriented.”

Also verschiedene Motivationen, insbesondere was Konkurrenz, Risikobereitschaft und Versorgen angeht.

Das wirkt sich dann auch bei der Arbeitsstelle aus:

Sex differences are consistently found on measures of occupational interest such as the Strong Interest Inventory and the Self-Directed Search, which measure occupationally relevant aspects of personality. Men tend to score higher on the “Realistic” (enjoying building and outdoor work and working with “things”) and “Investigative” dimensions (interested in abstract problems and understanding the physical world), and women score higher on the “Artistic” (enjoying creating or experiencing art, music, and writing) and “Social” dimensions (enjoy interacting with people, helping, and instructing).42 35

Klassische Unterschiede also

Gesamtarbeitszeit Männer Frauen

Eine Metastudie behandelt die Frage, wie viel Männer und Frauen insgesamt arbeiten:

Time-diary data from 27 countries show a negative relationship between real GDP per capita and female-male differences in total work time—work for pay and work at home. In rich non-Catholic countries on four continents men and women do about the same average amount of total work. Survey results demonstrate, however, that labor economists, macroeconomists, sociologists and the general public believe that women work more. The widespread average equality does not arise from gender differences in the price of time, from intra-family bargaining or from spousal complementarity. Several theories, including ones based on social norms, might explain these findings and are consistent with cross-national evidence from the World Values Surveys and sets of microeconomic data from Australia and Germany.

Quelle: Total Work and Gender

Frauen und Männer arbeiten also etwas gleich. Zu den Zahlen:

Among the 27 countries women’s (unweighted) average total work is 446.4 minutes per day (s.e. = 8.6), men’s is 421.7 minutes (s.e. = 8.9). Women’s total work significantly exceeds men’s in this sample, albeit not by a huge amount. If we restrict the sample to the 14 wealthy non-Catholic countries (2002 real GDP/capita above $15,000, from Heston et al 2006), the averages are 440.1 (s.e. = 7.4) and 431.4 (s.e. = 7.5) respectively, a statistically insignificant gender difference in total work.

 

Aus der weiteren Besprechung:

The first implication of our findings and attempts at explanation is linked to economic development. Our evidence documents convergence of total work across gender with GDP per capita. We show in Section 4 that this convergence can derive either from increasingly genderblind assignment to reference clusters with strong norms, or from a convergence of gender wageoffer distributions to a common one. The past half century has also seen secular, albeit slow convergence in gender wage differentials. These two phenomena are probably related, but what is their source? Has technical change augmented female market production relative to that of men? Is technical change in home production generally labor-saving (see Greenwood et al, 2005)? How have interactions of these two types of innovation combined to generate convergence in total work and the returns to market work? Examining these interactions without considering gender roles (e.g., Ngai and Pissarides, 2008) is a useful step; but given the significant differences in gender roles in less developed countries, understanding growth and development requires 18 accounting better for the convergence of total work and changes in the relative amounts of market and household work performed by men and women. This is especially true considering the different roles played by physical and intellectual attributes during economic development (Clark, 1940).

Also ein Angleichen der Arbeitszeiten bei besserer Wirtschaft

Second, household models typically assume that a spouse’s bargaining power is a function of her/his market earnings. Yet we have shown here, at least for most rich economies, that gender differences in the amounts of non-work time are tiny. How can this be true if, as is still the case, men have substantially higher wage rates and market earnings? Three logical possibilities present themselves. Men have more power, but are altruistic toward their spouses and toward women generally, and do not take advantage of it. Another is that economists’ modeling of the household has been incorrect, and market earnings do not generate power in the household. A final alternative is that earnings do generate power, men are not altruistic, but the average man’s utility from his market and home work exceeds that of the average woman’s from the same total amount of work. This last possibility would formalize ideas of the few sociologists who have confronted the issue (e.g., Mattingly and Bianchi, 2003). Yet this possibility shifts the discussion to why women find their work more onerous than men find theirs. Why, e.g., is the marginal minute spent in an office dealing with recalcitrant colleagues and supervisors more pleasurable than the marginal minute spent baking a cake?

Dieser Absatz zeigt meiner Meinung nach eher, dass eine rein ökonomische Betrachtung in der Sache nicht weiterhilft, sondern verschiedene Faktoren zu berücksichtigen sind: Die Statusorientierung der Männer, die verschiedenen Interessen der Geschlechter, Sex, Kinder etc.