Antifeministische Widersprüche: Messen mit zweierlei Maß und sachliche Diskussionen

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-allgemeines Diskussionsverhalten

Während im Antifeminismus selbst unterirdischste frauen- und männerfeindliche Anfeindungen als Meinungsfreiheit oder schlimmstenfalls als „unglückliche Formulierungen“ schöngeredet werden, ist bereits jede weit harmlosere feministische Äußerung, der kleinste Widerspruch, die kleinste Abweichung ihres Weltbildes ein „Beweis“ für üblen Männerhass. Eigene Verhaltensweisen werden auf das Gegenüber projeziert, und die eigene feindselige Filterbubble wird alle Ernstes als „sachlicher Austausch“ wahrgenommen.

Auch hier wird schon wieder wild vieles durcheinandergewürfelt. Die Erwiderung, dass etwas der Meinungsfreiheit unterfällt bedeutet nicht, dass es nicht gleichzeitig Hass sein kann, auf wen auch immer.

Und natürlich kann eine einzelne Formulierung auch etwas anderes sein als ein Satz, den man ausdrücklich einer feministischen Theorie zuordnen kann, die in sich eben sehr schnell Männerhass zulässt: Sie sind in dieser eben die Unterdrücker oder die Privilegierten, die, die sich ändern müssen, damit Frauen gleiche Rechte haben, die, die alle Vorteile haben, einfach nur weil sie Männer sind.

Nimmt man die feministische Theorie ernst, dass Männer eine Rape Culture unterhalten, dann wäre es schon fast erstaunlich, wenn man sie dafür nicht hassen würde. Es gibt so unendlich viele Beispiele, wo dieser Hass offen zu Tage tritt. Aber dazu wird sich Onyx niemals wirklich äußern. Sie macht die Augen zu und sagt, dass alle Kritiker böse sind. Was wagen sie es auch ihren Feminismus zu kritisieren?

Man muss auch geradezu blind sein, um nicht wahrzunehmen, dass der Feminismus wesentlich abgeschlossener ist und Abweichler geradezu brutal angeht.

Jüngstes Beispiel wäre Laci Green:

Onyx wird es auch wesentlich leichter haben auf antifeministischen Blogs zu diskutieren als ein sachlicher Antifeminist auf feministischen Blogs. Vielleicht verwechselt sie Sachlichkeit damit, dass man ihr zustimmen oder bestimmte Punkte zugestehen muss, oder das man dann auch nicht hart in der Sache diskutieren darf. Aber ich glaube ein Test wäre da sehr eindeutig.

Vielleicht verkennt aber Onyx auch, dass sie selbst nicht sachlich ist, weil sie auf Meinungen, die ihr nicht gefallen oder eben auch Leute mit anderen Ansichten sehr schnell sehr allergisch reagiert.
Sie wertet üblicherweise sehr schnell ab und beleidigt, beispielsweise liebt sie Tiervergleiche:

1

Mir kleben seit Jahren pöbelnde, beleidigende, trollende, bedrohende und geifernde Antifeministen wie Hundescheiße am Schuh

2

Das scheinen Lemminge zu sein, die ihr aus der Hand fressen und alles schlucken, was einfach behauptet wird.

3

Auch wenn genau das natürlich zu erwarten war, sobald die übliche Meute den Text entdeckt und wie die getroffenen Hunde in Verteidigungsgekläffe verfällt.

Ganz zu schweigen davon, dass sie unredlich alle in einen Topf wirft und ihre Vergleiche oft wenig Sinn machen. Dafür, dass sie selbst extrem unsachlich ist sind ihre Gesprächspartner aus meiner Sicht noch sehr sachlich. Sie beschwert sich hier, dass sie wütend in einen Wald hineinruft und es dann nicht immer sachlich zurückschallt.

Im Gegensatz dazu kann man hier und in vielen anderen auch antifeministischen Blogs gut auch einen abweichenden Standpunkt vertreten. Natürlich nicht in allen, aber ich kenne keinen einzigen feministischen Blog, der Diskussionen wie hier überhaupt zulassen würde oder Leuten mit abweichender Ansicht sogar anbieten würde, Gastartikel bei sich einzustellen.

Antifeministische Widersprüche: Rassismus und sexuelle Übergriffe

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-Sexismus/Rassismus

Hier wurden Widersprüche ganz besonders nach den Silvestervorfällen in Köln deutlich. Während bis dato Antifeministen in schöner Regelmäßigkeit ihre hämischen Shitstorms über Feministinnen ausgossen, die über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller/sexualisierter Gewalt berichteten, war ihnen plötzlich der Schutz von Frauen und deren Rechten ein großes Anliegen. „Dann mach doch die Bluse zu!“- Kelle – ja genau, die, die meinte, dass sich Frauen doch einfach züchtiger kleiden sollten, wenn sie nicht belästigt werden wollen – fand plötzlich wenige Jahre nach Erscheinen ihres gleichnamigen Buches, dass Frauen gefälligst anziehen können was sie wollen, ohne dafür in Gefahr zu geraten. Björn Höcke (AfD) verlangte konkret den „Schutz blonder deutscher Frauen“ vor übergriffigen Gewalttätern. Und diese beiden reihen sich nahtlos in de antifeministischen Chor derer, die allesamt plötzlich sexuelle Übergriffe ganz schlimm fanden und jegliche Versuche der Relativierung aufs schärfste verurteilten.
Weil ihnen ein feministisches Licht aufgegangen war? Nein, weil die Täter Migranten waren.
Wo war die Empörung VOR den Kölner Vorkommnissen? Den #Aufschrei haben sie lächerlich gemacht, getrollt, und als „männerfeindlich“ abgestempelt. Aber bei „fremden“ Tätern springt man gern auf den schon jahrzehntelang rollenden feministischen Zug.

Auch hier scheint mir Onyx einiges zu vermischen.

Es ist vollkommen gerechtfertigt über Feministinnen herzuziehen, die Begriffe wie Stare Rape oder ähnliches anführen oder sich eben, wenn sie mit einem Dirndl herum laufen, bei dem es einen großen Ausschnitt gibt und das die Brüste betont, beschweren, dass ihnen Leute auf die Brüste schauen und jammern, dass diese Belästigung für sie nicht auszuhalten sind. Denn in der Tat kann man dann erwarten, dass die Leute intelligent genug sind, die Bluse zuzumachen.

Etwas anderes ist es, wenn Leuten wie wohl in Köln der Fall Leuten beim Verlassen des Bahnhofes massiv anfallen. Denn solche Übergriffe bei einer solchen Situation hat glaube ich soweit noch niemand für richtig befunden.

Sprich: Die Situationen, die Onyx hier vergleichen will, sind mal wieder schlicht nicht vergleichbar.

VOR Köln war es eben nie zu solchen Szenen gekommen, wenn man nicht die „Oktoberfestlüge“ anführen möchte. Die angespannte Lage entwickelte sich nicht, weil man davon ausging, dass es jetzt andere machten, sondern weil man davon ausging, dass die Zahl und die Art der Übergriffe ganz enorm zugenommen hat und ein Maß erreicht hat, welches es bisher nicht gab.

Onyx scheint hier die Folge von Stokowski getätigte Aussage stützen zu wollen:

Überall werden nun aus besorgten Bürgern edle Ritter, die „unsere“ – also „ihre“ – Frauen beschützen wollen. Die eigenen Frauen will der gute Deutsche immer noch selbst belästigen dürfen.

Was aus meiner Sicht ein gehöriges Maß an Männerfeindlichkeit offenbaren würde.

Und natürlich betrifft die Kritik allenfalls Teile des Antifeminismus.

Was sagt ihr zu diesem Kritikpunkt von Onyx?

Antifeministische Widersprüche: Sexualaufklärung vs. die übersexualisierte Gesellschaft

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-Sexualerziehung

Die sexuelle Aufklärung an Schulen wird von vielen Antifeministen torpediert, seit der Bildungsplan 2015 in konservativen Kreisen für große Aufregung gesorgt hat. Mit Schlachtrufen wie „Frühsexualisierung! Umerziehung! Gender-Gehirnwäsche! Verschwulung! schützt unsere Kinder!“ versucht die homofeindliche und antifeministische „Demo für Alle“, Aufklärung um sexuelle Vielfalt sogar als „Kindesmißbrauch“ zu kriminialisieren.
Gleichzeitig sieht man im Antifeminismus aber kein größeres Problem dabei, wenn Kinder ohne pädagogisch fachliche Unterstützung in eine völlig oversexte Gesellschaft hineinwachsen, ungefiltert mit Sexualisierungen jeglicher Coleur berieselt werden und problemlos Zugang zu Pornographie haben und bezeichnet Feministinnen, die Pornographie und Prostitution kritisch sehen, als „sexfeindlich“.

Vieles an Onyx Widersprüchen würde sich bereits auflösen, wenn sie aufhören könnte, Antifeministinnen als einheitliche Gruppe zu sehen, sondern dem Antifeminismus zugestehen würde, dass er sich aus verschiedenen Gruppen und Theorien zusammensetzt.

Klar: Christlich-konservative Antifeministen erfüllen die erste Beschreibung sehr gut. Sie gehen davon aus, dass Sex etwas ist, was sich in der Ehe, also zwischen Mann und Frau abspielen sollte und was zudem ins private gehört und nicht für Kinder bestimmt ist. Sie schützen ihre Kinder natürlich auch vor der „oversexten“ Gesellschaft, etwa indem sie auf entsprechende Literatur achten, die Kirchen besuchen, „brave und anständige“ Kleidung wichtig finden und Freunde, die das nicht vertreten, als schlechten Einfluss behandeln.

Aber auch abseits des konservativen kann man dagegen sein, dass Kinder Sexpraktiken an der Schule durchgehen müssen. Einmal weil man es für nicht kindergerecht hält, dann weil man der Auffassung ist, das ein Klassenraum dafür nicht die richtige vertraute Atmosphäre bildet, in der man solche privaten Punkte besprechen möchte (es ist aus meiner Sicht vergleichbar damit, dass man als Erwachsener mit seinen Arbeitskollegen einschließlich Chef über Sex reden soll) und auch, weil es zusätzlichen Druck erzeugen kann („du hast doch gehört, dass Analsex normal ist und wie es geht, also los“). Man kann auch akzeptieren, dass Leute verschiedene Vorstellungen von Sexualität haben und es schlicht für falsch halten, wenn der Staat in der Hinsicht eine Meinung vorgibt.

Natürlich kann auch ein Sexualunterricht Mißbrauch sein, etwa wenn man konkrete sexuelle Handlungen beschreibt, übt oder im Detail bespricht.

Die Haltung, dass der Staat sich aus so etwas rauszuhalten hat und die Grundlagen der Verhütung und der Fortpflanzung beizubringen ausreicht, muss nichts damit zu tun haben, dass man gegen Abtreibungen ist oder verklemmt. Es ist schlicht eine Grenzziehung dem Staat gegenüber.

Der Gegensatz dazu ist anscheinend die Übersexualisierung, mit der man kein Problem hat. Hier errichtet Onyx den Strohmann, dass Kinder damit nicht zurecht kommen, wenn sie keine „pädagogisch fachliche Unterstützung“ bekommen. Das ist aus meiner Sicht schlicht falsch, eben weil es etwas ist, bei dem man Vertrauen braucht. Kinder und Erwachsene wollen beide nicht mit ihnen vorgesetzen Fremden über Sex reden, in Anwesenheit ihrer Peergroup. Es kann wesentlich angebrachter sein, Fragen zu beantworten die kommen, Bücher oder altergerechte Videos bereit zu stellen, die Fragen beantworten oder den Kindern mit passenden Alter die Möglichkeit zu geben, das alles in ihrem Tempo zu entdecken.

Von einer radikalen Feministin über Rape Culture aufgeklärt zu werden bringt da gar nichts, sondern schafft eher Probleme. Jungs vorzuhalten, dass sie Bestien sind, die mit einem Fuss im Knast stehen, bringt auch nichts.

Und natürlich ist es auch schlicht unmöglich Kinder ab einem gewissen Alter von Pornographie fernzuhalten. Einfach weil man das Internet nur sehr eingeschränkt kontrollieren kann. Auch hier sehe ich nicht, was es bringen soll, wenn ein Fremder mit ihnen darüber redet, was sie dort schauen sollen und wie sie es besser machen. Denn das wird die Sache nicht verbessern und dürfte auch den meisten klar sein. Man braucht keine pädagogische fachliche Unterstützung um zu begreifen, dass Analsex Gleitmittel und Vorsicht erfordert. Das einzige, was man damit erreicht, ist eher, dass die Leute, die es bisher noch nicht gemacht haben, danach nach den passenden Pornos suchen.

Ich glaube auch es wird unterschätzt, dass das Internet nicht nur Schweinerei, sondern auch Wissensdatenbank ist. Man kann sich dort nicht nur Pornos anschauen, sondern sich auch informieren, wie man gewisse Praktiken durchführt und was dabei zu beachten ist. Und das besser als bei einer Fachkraft.

Sprich: Entweder man ist für einen Sexunterricht an der Schule oder man überlässt Kinder schutzlos der übersexualisierten Gesellschaft ist kein Widerspruch, sondern eine falsche Dichotomie. Es gibt viele Möglichkeiten abseits der Schule.

Was sagt ihr zu dem Widerspruch?

Antifeministische Widersprüche: Frauenquote schlecht, Männerquote gut

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-Quoten

Während Frauenquoten grundsätzlich als Diskriminierung verstanden werden, werden Männerquoten in Bildungseinrichtungen gefordert („liberale Männer der FDP“), oder wahlweise auch Frauenquoten in dreckigen Männerjobs.

Ich kenne niemanden, der ernsthaft Frauenquoten in „dreckigen Männerjobs“ (eine Bezeichnung, die auch schon tief blicken lässt) fordert. Üblicherweise wird eher in der folgenden Weise gebraucht:

„Frauen wollen  sich Quoten in den guten Jobs sichern, weil sie angeblich benachteiligt sind. Damit betreiben sie Rosinenpicken. Sie wollen nur Quoten in den Jobs, die sich lohnen, die ungefährlich sind und nicht in den schlechten, die auch überwiegend von Männern angeführt sind. Natürlich erscheinen Männer privilegiert, wenn man nur den Job, aber nicht die Arbeit und den Wettbewerb dahinter sieht und dann auch noch die nachteiligen Jobs außer acht lässt.

Wir werden ihnen das deutlich machen, in dem wir sie fragen, ob sie auch eine Quote als Kanalarbeiter haben wollen oder bei Toten bei der Arbeit.

Und das ist aus meiner Sicht durchaus ein faires Argument.

Und natürlich kann man auch bei Quoten an sich differenzieren, und zwar nach dem zu erreichenden Ziel.

Man kann also beispielsweise anführen, dass Kindergärten einen Erziehungsauftrag haben und das man beiden Geschlechtern dazu die Möglichkeit geben muss, dass sie eine Identifikationsfigur gleichen Geschlechts haben, der ihnen eher das für ihr Geschlecht notwendige Feedback geben kann.

Demgegenüber sind Aufsichtsratspositionen und auch sonstige Führungspositionen nicht auf Erziehung von Kindern ausgerichtet, sondern auf die Überwachung einer Firma bzw. das Erzielen eines kaufmännischen Gewinns bzw. zur Erledigung einer Aufgabe. Hier stellt eine Frauenquote erst einmal einen Eingriff in Unternehmerrechte dar, die nicht durch Schutzrechte für Kinder aufgewogen werden können. Geht man davon aus, dass Männer eher nach oben kommen, weil sie im Schnitt  eher am Aufbau von Status interessiert sind und eher zu Überstunden etc bereit sind, während im Schnitt Frauen es vorziehen, dass sie mehr Zeit mit der Familie und Kindern zu verbringen, dann gibt es auch keinen Grund für diesen Ausgleich. Dazu kommt der Effekt, dass man um eine bestimmte Frauenquote in kurzer Zeit erreichen muss, evtl. nicht nur einen Anteil der Stellen, sondern alle freiwerdenden Führungsstellen mit Frauen besetzen muss. Und das dann noch Frauen befördert werden, bei denen alle in den Firmen davon ausgehen, dass sie eben nur weil man eine Frau brauchte, die Position erhalten haben, während andere, die sich in der Zeit übermäßig eingesetzt haben, wegen ihres Geschlechts übergangen werden. Es ist dann schlicht ungerecht gegenüber den Männern, die dann wegen ihres Geschlechts Beförderungsstaus oder -stopps hinnehmen müssen bzw. für die für Männer verbleibenden Stellen noch härter in Konkurrenz treten müssen.

Man kann also einmal einen berechtigten Vorteil für Kinder (nicht für Männer) sehen und einmal keinen berechtigen Vorteil für Frauen.

Ich sage dabei noch nicht einmal, dass ich mich Forderungen anschließe, die eine Quote in Kindergärten oder an Schulen fordern. Ich finde generell Quoten wenig hilfreich. Was der zweite in den meisten Punkten immer wiederkehrende Strohmann ist: Es sind eben häufig Leute mit verschiedenen Ansichten.

Dazu auch noch etwas weiteres als Exkurs: Onyx in einem Kommentar:

Was soll ich dazu sagen?

Weiß nicht. Einsehen, dass Antifeminismus nichts anderes als eine Trotz- und Hassideologie ist, die weder Inhalte, noch Ziele hat? Leugnen und Runterspielen ist jedenfalls nicht optimal.

Auch wenn genau das natürlich zu erwarten war, sobald die übliche Meute den Text entdeckt und wie die getroffenen Hunde in Verteidigungsgekläffe verfällt. Witzigerweise auch gerade jene, die sonst im Brustton der Empörung weit von sich gewiesen haben, Antifeministen zu sein, weil Antifeminismus scheiße ist, sondern „Männerrechtler“. Aber auf einmal haben sie ein Problem mit Antifeminismus-Kritik. Es ist schon erstaunlich, wie leicht man sich ohne Rückgrat drehen kann… ^^

Das finde ich schon witzig. Sie hetzt, reduziert Kritiker sogar auf Tiere und wertet sie ab.

Dann führt sie an, dass sie ja nur „Antifeminismus“-Kritik betreibt. In einem Artikel, in dem sie ausdrücklich auch die „liberalen Männer in der FDP“ als Beispiel anführt.

Und dann beschwert sie als jemand, der anscheinend keine andere Möglichkeit mehr weiß, den Feminismus zu verteidigen, als zu sagen, dass die Kritiker noch viel schlimmer sind (das Argument wunderbar besprochen von Resolute Nuss) darüber das, „Leugnen und herunterspielen“ nicht optimal ist.

Es wäre schön, wenn man mal eine halbwegs sachliche Kritik hätte. Wo jemand zumindest mal versucht zu verstehen, warum der andere eine Position vertritt und was dafür spricht. Darf man aber von Onyx nicht erwarten.

Wie seht ihr die Kritik von Onyx?

Antifeministische Widersprüche: Familie und Wertschätzung von Arbeit

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-Familienbild

Während IN einer Ehe so getan wird, als würde man eine Hausfrau und Mutter besonders schätzen und nur Feministinnen diese heile Welt zerstören, kann man nicht bis 3 zählen, bis NACH einer Ehe genau die gleiche Tätigkeit als faules Schmarotzertum diffamiert wird. (siehe auch nächster Punkt)

-Wertschätzung von Arbeit

Hier gibt es mehrere in sich widersprüchliche Mythen, die im antifeministischen Weltbild unverrückbare Dogmen darstellen.

1. So sind es ja zB prinzipiell immer Männer, die schwere, anstrengende, unangenehme oder gefährliche Berufe und jede Menge Überstunden ausüben müssen, während Frauen den Luxus der Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter gemütlich zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Das wird selbstverständlich als Männerdiskriminierung interpretiert. Reden wir dagegen zB über das 50/50-Modell, sind sie ganz schnell dabei, dass die Aufgabenverteilung jedes Paar für sich selbst vereinbaren muß und da hat sich doch bitteschön niemand einzumischen. Männer werden hier also ganz klar aufgefordert, ihre Wahl selbstbestimmt, individuell und gemeinsam mit der Partnerin zu treffen. Wo ist dann also plötzlich das Problem, wenn sich Paare für ebendiese Aufgabenverteilung entscheiden?

2. Ein uralter hartnäckiger antifeministischer Mythos behauptet, dass es Feministinnen wären, die bestimmte Tätigkeiten geringschätzen. Klassischerweise Erziehungs- und Familienarbeit oder soziale Arbeit. Das ist eine der größten Lügen schlechthin. Es sind nicht Feministinnen, die Hausfrauen als Schmarotzerinnen oder Unterhaltsprostituierte bezeichnen. Es sind nicht Feministinnen, die behaupten, dass Kindererziehung keine richtige Arbeit wäre. Es sind nicht Feministinnen, die soziale Berufe als „nicht anspruchsvoll“ herabsetzen. Und es wird als große Unverschämtheit verstanden, wie Frauen in solchen Berufen zum Streik um bessere Bezahlung aufrufen. „Was machen die denn schon? Die verdienen doch besser als so manche Männer!!“
Gleichzeitig aber wird es aber als große Diskriminierung verstanden, wenn am Boys Day Jungen dazu eingeladen werden, einen Einblick in ebensolche Berufsfelder zu bekommen. Dann kommt nämlich der spontane Reflex, wie diskriminierend es doch sei, Jungen gezielt in schlecht bezahlte und schlecht angesehene Frauenberufe „drängeln“ zu wollen. Dann wird plötzlich gesehen, dass Frauen sehr wohl harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten. Und das will man den Jungs ja nicht zumuten.

Teilweise sind es schlicht unterschiedliche Ansichten innerhalb der Szene, so als würde man sagen, dass Differenzfeminismus und Gleichheitsfeminismus ein Widerspruch sind und nicht schlicht unterschiedlich.

Aus meiner Sicht steht es natürlich jeder Ehe frei, diese so zu führen wie man will. man kann auch der Auffassung sein, dass man diese Aufgabenverteilung in der Ehe gut findet, aber die gesetzlichen Folgen bei Trennung kritisieren (man kann es beispielsweise okay finden, dass eine Frau innerhalb der Ehe von dem Mann freigestellt wird, weil man da ein Team ist, danach aber – im Rahmen ihrer Fähigkeiten – eben auf sich selbst gestellt sein muss und diesen Luxus nicht mehr hat, weil man eben kein Team mehr ist, dass ist schicht eine Frage, wer die Kosten der Unsicherheit einer Ehe zu tragen hat).

Meine Form der Beziehung wäre aber die Hausfrauenehe nicht. Einfach weil ich nicht alleiniger Versorger sein will und mir auch die Risiken bei einer Trennung zu groß wären.

Und natürlich gibt es Feministinnen, die Hausfrauen hassen. Es ist der Zweig der Feministinnen, die die Hausfrau als eine unselbständige Frau ansehen, die von ihrem Mann abhängig ist und ihr Potential verschenkt. Sie sehen die Frau nicht als selbständig handelnde, sondern als von dem Patriarchat gehirngewaschene und Verurteilen einen „Choice Feminism“, der nichts dagegen hat.

Siehe etwa hier:

Und dazu auch:

the focus on women’s choices as the be-all and end-all of feminism has resulted in in a perverse kind of victim-blaming and a distraction from the real problems women still face. If you’re not happy with the way things are, don’t blame misogyny and sexism, the pay gap, entrenched gender roles, women’s lack of representation on boards or in parliament, or an epidemic of violence against women. Blame yourself. You obviously made the wrong choice.

Sie sehen dann eben die Entscheidung zur Hausfrau als Teil eines „internalisierten Frauenhasses“ an, als Unterwerfung unter den Mann.

Siehe auch diesen Text:

But it’s time for a serious rethink of this kid-glove approach to women of child-bearing and child-rearing age. Holding us less accountable when it comes to our employment responsibilities is not doing anyone any favours. Not children, not fathers, not bosses — and certainly not women.

Only when the female half of the population is expected to hold down a job and earn money to pay the bills in the same way that men are routinely expected to do will we see things change for the better for either gender.

Only when it becomes the norm for all families to have both parents in paid employment, and sharing the stress of the work-home juggle, will we finally have a serious conversation about how to achieve a more balanced modern workplace.

Only when the tiresome and completely unfounded claim that “feminism is about choice” is dead and buried (it’s not about choice, it’s about equality) will we consign restrictive gender stereotypes to history.

So long as we as a nation cling to the lie that only a stay-at-home mum is best placed to assume the responsibilities of caregiver then working fathers will continue to feel insecure about stepping off the corporate treadmill to spend more time with their children.

Das es Männer gibt, die eine Hausfrau wollen, die voll aussetzt, danach aber keinen Unterhalt gelten machen kann, ist sicherlich richtig. Ich würde sie eher im gelben Forum verorten, es aber nicht als generelle Ansicht des Antifeminismus sehen. Es ist wie gesagt von der Auffassung abzugrenzen, dass die Frau sich auch dann, wenn sie passendes Geld verdienen kann, was auf den Unterhalt anzurechnen wäre, auf die Mutterrolle nach Trennung zurückziehen kann.

Im übrigen verweise ich auf diesen Artikel

Zu der Wertschätzung sozialer Berufe sei angemerkt, dass es eben immer die Frage ist, womit man sie vergleicht. Vergleicht man die Krankenschwester mit dem Industriemechaniker/Dreher im Schichtdienst einer großen Firma, dann steht sie vielleicht eher schlecht dar. Vergleicht man sie mit einem Dachdecker, dann steht sie etwa genauso gut dar. Die Kritik ist aus meiner Sicht insbesondere, dass zu schnell auf eine Diskriminierung als Frau abgestellt wird und zuwenig hinterfragt wird, warum diese Bereiche angesehen davon schlechter bezahlt sind als andere: Sie machen eben keinen Gewinn und Ausgaben im Gesundheitswesen sind hoch politisch.

Aber ich schreibe schon wieder zuviel: Was sagt ihr zu den Widersprüchen?

Antifeministische Widersprüche: Das Männlichkeitsbild

Onyx hat eine Vielzahl antifeministischer Widersprüche ausfindig gemacht. Mal sehen was sie gefunden hat:

-Männlichkeitsbild

Antifeministen beklagen seit Jahren (nicht zu Unrecht), dass der Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland bisher eher ein stiefkindliches Dasein fristet und nicht wirklich beachtet wird. Was sie dabei natürlich nicht erkennen, ist die Tatsache, dass sie die Ursachen dafür meist gleich selbst mitliefern. Denn wie oft vernimmt man die Häme im Antifeminismus über den „neuen Mann“, der weichgepült, unmännlich, pudelig, devot und betamäßig den Hausmann spielt und nicht den Mumm hat, sich gegen seine schrecklich feministisch verseuchte Umwelt zur Wehr zu setzen. Womöglich ist er sogar noch ernsthaft in eine Frau verliebt, für die er alles tut. Auweia, dann gehts aber los. Dann wird ganz schnell der harte Steinzeitmann glorifiziert. Der keine Gefühle, keine Schwäche, keine Sorgen zeigen darf. Der über allem stehen muß und alles mannhaft zu ertragen hat. Der andere Menschen (bes. Frauen) scheiße behandeln darf (sogar muß). Es ist wahrlich kein Zufall, dass die menschenverachtende Pick up-Sekte, wo genau dieser Schwachsinn als Heilslehre verkauft wird, regen Zulauf aus antifeministischen Kreisen hat.
Und dann werden bittere Tränen geweint, wenn Männer als Opfer nicht ernstgenommen werden.

So voller Strohmänner, und das an diesen heißen Tages des Jahres.

Der erste wäre, dass der staatliche Opferschutz nichts damit zu tun haben darf, ob das Opfer sich als besonders männlich und hart ansieht. Er muss davon vollkommen unabhängig sein.

Und natürlich darf auch ein Mann Gefühle, Schwäche und Sorgen zeigen. Pickup weißt erst einmal nur darauf hin, dass Frauen keine „Weicheier“ mögen, was aber nichts mit Gefühlen, Verletzbarkeit und Sorgen zu tun haben muss und insbesondere die „Attractionphase“ betrifft und außerhalb dieses Kontextes auch relativ egal ist.

Sie verwechselt hier vielleicht Pickup mit Neomännlichkeit.

Aber ich will gar nicht zu viel dazu schreiben: Wie seht ihr das?