Der Versuch, mit dem „Antifeminismus“ einen Straftatbestand des Denkens zu etablieren zeigt, wie rasch dem Feminismus die Felle davon geschwommen sind“

In der Cicero wird der Emma-Artikel von Luise Pusch kommentiert. Der wesentliche Rant-Teil:

Feministinnen: Das waren einmal Frauen, die sich sehr für die Sache ihres Geschlechts einsetzten, Frauen, die hartnäckig und mitunter gewitzt und manchmal gelehrt dafür warben, die Hälfte von allem zu bekommen, weil sie nun einmal die Hälfte der Weltbevölkerung stellten. Ich gestehe, dass ich mir bis zuletzt Sympathien für diesen Menschenschlag bewahrt habe. Warum, dachte ich bis zuletzt, sollen kämpferische Frauen sich nicht über alles beschweren, was ihnen der Beschwerde wert erscheint? Feministinnen haben gerade so ein Recht, mir auf die Nerven zu gehen, wie es Veganer, Castingshow-Moderatoren oder Topmodels haben.

Das viele mit einer gewissen Sympathie zum Feminismus starten, die dann bei näherer Beschäftigung verfliegt, ist ja nichts neues. Es ist aus meiner Sicht auch ein gutes Argument dafür, warum man auf konkrete feministische Theorie eingehen sollte und sie entsprechend darstellen sollte: Sie ist leider viel zu unbekannt und das kommt ihr zugute, weil viele eben mit dem gegenwärtig betriebenen Feminismus immer noch ein berechtigtes Einsetzen für Frauenrechte verbinden.

Seit der vergangenen Woche aber ist der Feminismus in seine historische Phase eingetreten. Nur im Museum (und an manchen Universitäten, was manchmal dasselbe ist) können wir ihm künftig begegnen. Er hat sich aus der Gegenwart ebenso entschlossen verabschiedet wie aus dem Raum des Argumentierens und Räsonierens. Er hat nur Ressentiments und Rückzugsgefechte zu bieten. Der mittlerweile berüchtigte, bei der „Emma“ veröffentlichte, Kommentar zur „Germanwings“-Katastrophe und eine Notiz aus der akademischen Welt der Berliner Freien Universität lassen kaum einen Zweifel: Feminismus, das war einmal. Ihn heute noch ernstnehmen, hieße bei den Kelten anfragen, wie man zum Mars gelangt.

 Das ist ja mal eine durchaus positive Sicht der Dinge, wobei das „Rückzugsgefecht“ mir da nicht so klar erscheint. Der Genderfeminismus ist eben auch zu einem gewissen Teil etabliert, mit Gender Studies existiert ein eigener Studiengang, an dem entsprechendes gelehrt wird. Und der Genderfeminismus kann sich auch relativ leicht von dem EMMA-Artikel distanzieren, den die EMMA wird als Vertreterin eines alten Feminismus gesehen, der noch nicht hinreichend Intersektionalismus und Privilegientheorie etc berücksichtigt, der bei Beauvoir stehengeblieben ist, die einen unmittelbareren Kampf der Männer gegen die Frauen sieht, wo der moderne Genderfeminismus einen Kampf gegen gesellschaftliche Regeln sieht, der weiter gefasst ist.

Dass ein solcher Setzkasten-Feminismus, der selbst tragischste Phänomene durch die Brille des Geschlechtermachtkampfes betrachtet, der die Gegenwart also einteilt in Geländegewinne und Geländeverluste, dieser Gegenwart keine Fingerzeige geben kann, liegt auf der Hand. So ist es vielleicht logisch, dass die Freie Universität Berlin zum feministischen Rückzug auf Raten bläst. Eine 1981 gegründete „Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung“ (ZEFG) hat ein neues, ein letztes Arbeitsfeld entdeckt: den Kampf gegen den „Antifeminismus“.

Das ist ein interessanter Schwenk hin zu neuen Beschäftigungsfeldern. In der Tat braucht der Feminismus neue Feinde, an denen er sich abarbeiten kann, denn der Feminismus braucht ein Bedrohungsszenario. Es ist insofern kein Wunder, dass sich viele Shitstorms an immer neuen Kleinigkeiten entzünden, an Hemden, an Smoothies, aber auch eben an Gruppen wie „Gamern“ oder noch besser an direkt kritischen Gruppen wie Antifeministen. Wer einen Feind hat, der hat Bedeutung, der kann zudem über eine Darstellung der Schlechtigkeit des Feindes deutlich machen, dass man dann wohl im Umkehrschluss der Gute sein muss, was eben, wenn man kaum andere Inhalte hat, die für Frauen ansonsten relevant sind, wichtig ist.

Nicht mehr also soll konstruktiv und staatlich alimentiert eine „gerechtere Partizipation von Wissenschaftlerinnen“ – ohne Binnen-I, versteht sich – an der Universität erreicht werden. So steht es als Reminiszenz im Selbstbild des ZEFG. Defensive ist jetzt angesagt und Destruktion. Die „Antifeministen“ werden als der neue Feind ausgemacht. Ihnen, den Kritikern von Gender und Gleichstellung,widmet das ZEFG ein „Werkstattgespräch“ mit klarer Zielsetzung: Feministische „Gegenstrategien“ sollen gefunden werden, denn „Antifeministen“ tun schlimme Dinge.

Mit dem „Antifeminismus“ hat der akademische Feminismus, noch immer staatlich alimentiert, eine finale Spielwiese gefunden. Er definiert sich nun im Gegenüber, im Kontra, im Ablehnen, nicht länger im Aufbauen und Fordern. Er kapituliert vor seinen eigenen Ansprüchen. Der Versuch, mit dem „Antifeminismus“ einen Straftatbestand des Denkens zu etablieren, ein künftiges hate crime, zeigt, wie rasch und endgültig dem Feminismus die Felle davon geschwommen sind. Er will drohen statt argumentieren, netzwerken statt aufklären. Die Rückverwandlung feministischer Wissenschaft ins Parolen- und Radaumachen, in den kommunardenhaften Agitprop also, ist der eine Knall zu viel, mit dem nun der ganze Luftballon zerstiebt. Friede seinen Fetzinnen.

Feministisch würde man wohl sagen, dass es eben ganz nach der feministisch-poststrukturalistischen Interpretation nach Derrida um Raumeinnahme geht. Es ist nicht wichtig, was man sagt, es geht darum, Positionen zu beziehen und die andere Position auszugrenzen. In einem theoretischen Gerüst, welches Inhalte egal sein lässt, solange sie mehr Raum einnehmen, in dem die Annahme besteht, dass Menschen reine soziale Schwämme sind, die aufsaugen, was immer ihnen die Gesellschaft vorgibt, ist es logisch, dass man, wenn man erst einmal die Deutungshoheit hat, alles daran setzt, dass der andere nicht zu Wort kommt, ihn gar nicht erst hochkommen lassen will.

Um so mehr der Feminismus so agiert, um so mehr ist es angezeigt ihn entsprechend darzustellen. Irgendwann werden die Tabus den Leuten zu albern.

Kann es einen humanistischen Feminismus geben?

Eine Abgrenzung im Maskulismus scheint es mir bei der Frage zu geben, ob der Feminismus per se schlecht ist und schlecht sein muss oder ob es einen „gemäßigten Feminismus“ oder einen „humanistischen Feminismus“ geben kann.

Ich hatte dazu schon verschiedene Artikel, die dies aufgegriffen haben:

Ich bin der Meinung, dass die Antwort hier eigentlich fast zwingend „Ja, das ist natürlich vorstellbar“ heißen muss. Andere finden bereits diesen Gedanken als geradezu selbst feministisch.

1. „Feminismus ist immer schlecht“ vs. „Feminismus kann auch gut sein“ als semantisches Problem

Die Hauptfrage scheint mir hier zu sein, wie man Feminismus definiert.

Die Fraktion, die darauf abstellt, dass der Feminismus schlecht ist, scheint mir hier eine sehr enge, essentialistische Definition von Feminismus zu verstehen: Der gegenwärtig vorherrschende poststrukturalistische Feminismus und die weiter vertretenen Spielarten würden bereits auf misandrischen Elementen und einer Opferhaltung aufbauen, so dass diese nicht „kurierbar“ sind. Die Umstellung wäre so enorm, dass man das nicht mehr als Feminismus bezeichnen könnte und daher der Begriff an sich tot ist. Es ist damit eine Argumentation vom „Jetzt“ und ein Ausschluss einer Änderung, die nicht zu einem „Aliud“, also etwas anderen, statt etwas verbesserten, führt.

Ich definiere Feminismus offener über das Anliegen und nicht die gegenwärtigen Theorien: Er betrifft die Vertretung von Frauenrechten. Das ist grundsätzlich in einer humanistischen Ausrichtung möglich, genau wie bei einem humanistischen Maskulismus. Momentan mag es nur Ausrichtungen in den Hauptströmungen geben, die unter einer Vertretung von Frauenrechten die Befreiung von einer Unterdrückung durch den Mann/Männlichkeit/hegenomialer Männlichkeit sehen, dass bedeutet aber nicht, dass man Feminismus, wenn man als Minimalanforderung die (vermeintliche) Vertretung von Fraueninteressen sieht, nicht zukünftig auch anders ausgestalten kann.

Ein vernünftiger und sachlicher Feminismus ist natürlich denkbar. Es ist möglich, Regeln für Frauen und Männer als Vertreter der Frauen oder mit einem besonderen Augenmerk auf Frauen auszuhandeln und solche Lobbyarbeit ist auch üblicherweise bei Gruppenkonflikten notwendig, da ein neutrales Vertreten erfahrungsgemäß kaum denkbar ist. Man kann hinterfragen, ob bestimmte Zustände auf Diskriminierung von Frauen beruhen, etwa im Arbeitsbereich, man kann aushandeln, welche Regeln für Schwangere im Arbeitsrecht und in den Rentenversicherungen gelten, man kann Unterhalts- und sonstige familienrechtliche Regelungen aushandeln und dabei insbesondere auf Fraueninteressen abstellen. Dies würde man dann nach allgemeinen Sprachgebrauch auch nicht „Humanismus“ nennen, sondern Feminismus. Der Begriff ist aus meiner Sicht zu eingeführt, um ihn durch einen anderen zu ersetzen und ich würde die Schaffung eines neuen Kunstwortes auch für eher wenig erfolgsversprechend halten (und so gesehen auch witzigerweise für einen Rückgriff auf feministische Theorie, wonach das Wort den Inhalt bestimmt und nicht umgekehrt

2. Reicht Humanismus und macht Feminismus unnötig?

Aus dem oben gesagten wird aus meiner Sicht bereits deutlich, dass ein Interesse an einer Vertretung einer bestimmten Gruppe besteht. Es ist auch das Recht jeder Gruppe, sich für seine Interessen eine Lobby zu schaffen, die die eigenen Interessen wahrt. Wir haben in Zivilprozessen Richter und Rechtsanwälte für jede Seite und würden es unfair finden, wenn der eine sich keinen Rechtsanwalt nehmen dürfte oder aber der Richter gleichzeitig der Rechtsanwalt der anderen Seite wäre. Wir fänden es bereits unfair, wenn Richter und Staatsanwalt in einer Person zusammenfallen würde.

Zwischen den Geschlechtern besteht bedarf für ein Aushandeln von Regeln. Dies kann auch, wenn das das Ergebnis des Aushandlungsprozesses ist, dadurch geschehen, dass man keine gesetzlichen Regeln vorgibt. Aber dennoch erfordert eine Einigung darüber, dass beide Parteien sich in den Prozess einbringen können.

Es ist eher einer der Missstände der gegenwärtigen Geschlechterdebatte, dass es kaum tatsächliche Lobbyisten für die Männerseite gibt bzw. die feministische Lobby wesentlich besser ausgestaltet ist. Wer dies als Problem wahrnimmt, der kann aus meiner Sicht kaum anführen, dass man auf einen „Humanismus“ vertrauen soll: Der Feminismus beruft sich ja gerade immer wieder darauf, dass er auch die Männerinteressen vertritt, indem er die Geschlechterrollen auflöst und damit auch die Männer befreit. Er sieht sich also als humanistisch, auch wenn es die gegenwärtige Ausrichtung gar nicht ist. Das macht deutlich, dass solche abstrakten Forderungen wenig bringen.

Natürlich sollte aus meiner Sicht jeder gleichzeitig die Anforderung an sich stellen, dass er nicht radikale, sondern humanistische Positionen vertritt, sich also auch die Sicht der anderen Seite bewusst macht und versucht nicht unfair zu sein. Aber was genau fair ist, ist ja immer eine schwierige Frage.

3. Unnötige Opposition gegen den praktizierten Wortsinn

Ich hatte schon in den oben verlinkten Artikeln ausgeführt, dass ich der Meinung bin, dass man mit Sprüchen wie „es gibt keinen guten Feminismus“ üblicherweise umfangreich erklären muss, dass man nicht Frauen per se die Möglichkeit abspricht, sich für ihre Rechte einzusetzen. Dies wird nämlich häufig das sein, was man versteht, wenn man Antifeminismus hört.

Ich finde es wesentlich einfacher und auch verständlicher, darauf abzustellen, dass ich nichts gegen einen humanistischen Feminismus hätte, dieser aber gegenwärtig kaum in Erscheinung tritt. Man kann damit auch eine Aufforderung an Frauen verbinden, sich für einen humanistischen Feminismus oder jedenfalls einen gemäßigten Feminismus einzusetzen. Man kann aus meiner Sicht auch betonen, dass man gegen einen solchen Feminismus nichts hätte und ihn in Zielen, die man teilt auch durchaus unterstützt, etwa gegen zu konservative Rollenvorstellungen, die essentialistische Vorstellungen ausleben, wie Männer und Frauen sein müssen, ohne dabei Häufungen oder Betrachtungen im Schnitt vor Augen zu haben und die sich insoweit gegen Abweichungen sperren. Auch ein Recht auf Abtreibung oder gegen Beschneidungen kann natürlich gerade etwas sein, für das sich gerade Frauenvertreter stark machen, wenn es auch ebenso ein Männerrecht ist (in beiden Fällen, ich bin ebenso als Mann interessiert daran, dass Frauen abtreiben können und ihnen dies nicht verboten wird).

Hier kann man deutlich machen, dass man berechtigte Anliegen auf beiden Seiten unterstützen kann und dies gleichzeitig dann auch von der anderen Seite erwartet.

4. Wer die Gegenseite verbietet, setzt sich selbst absolut

Dagegen wird gerne angeführt, dass dies zwangsläufig bedeutet, dass man Zugeständnisse machen muss, also letztendlich dem „Feind“ nachgeben muss. Was aus meiner Sicht nicht der Fall ist. Wenn ich ein Frauenanliegen als gerechtfertigt betrachte, dann muss es einer humanistischen Position entsprechen, sich dafür einzusetzen, ob es nun von einer Feministin vorgebracht wird oder nicht. Sehe ich ein Anliegen nicht als gerechtfertigt an, dann kann ich es dementsprechend auch ablehnen und darauf verweisen, dass wir in diesem Fall nicht zusammen kommen.

Man kann eben auch Bedingungen vorgeben, mit welcher Form des Feminismus man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann und mit welcher nicht. Dazu muss man sich nicht verbiegen. Von vorneherein zu sagen, dass alles, was das Label Feminismus trägt, per se schlecht ist und damit eine Verhandlung ablehnen ist dagegen ein reines Lagerdenken, welches nicht auf den eigentlichen Inhalt, sondern auf Zugehörigkeiten abstellt.

Es ist insofern in gewisser Weise eher eine Übernahme von Teilen genau der Theorien, die ich im Feminismus kritisiere: Es ist eben ein Fundamentalismus, der auf Gruppenzugehörigkeit setzt und Abweichler bestrafen will. Es ist eine Ablehnung des Arguments zugunsten der Position. Ich möchte nicht ein maskulistisches „IDPOL“ und auch keine maskulistische Filterblase, ich möchte keine Disziplinierung durch Einfordern einer strikten Linie mit der Androhung, dass jede Abweichung als Übertritt zum Feind gesehen wird .

Ein Maskulismus, den ich unterstützenswert finde, sollte nicht die Fehler des radikalen Feminismus wiederholen und sich absolut setzen. Das bedeutet auch, dass er eine „Opposition“ zulassen muss.

Männerrechte

Männerrechte sind erstaunlicherweise ein heikles Thema. Dies wohl, weil sie als Opposition zu Frauenrechten gesehen werden und insofern als Versuch, seine Machtposition als Gruppe Mann auszubauen. Dabei könnte man sich hier den Spruch aus dem Feminismus zu eigen machen, dass es in den Männerrechten auch nur um die Vorstellung geht, dass Männer Menschen sind und insofern Beeinträchtigungen aufgrund ihres Geschlechts auch ihnen gegenüber abzulehnen sind.

Dabei werden Männerrechte insbesondere in den Bereichen diskutiert, in denen

  • Männern besondere Pflichten auferlegt werden
  • Männern bestimmte Rechte nicht oder nur eingeschränkt gewährt werden
  • Männer abgewertet werden.

Dies scheinen mir die drei Hauptbereiche zu sein, in denen eine Diskussion um Männerrechte stattfindet und sinnvoll ist.

a) Männerrechte und auferlegte Pflichten

Bei der Auferlegung von bestimmten Pflichten können Männerrechte beeinträchtigt sein, weil ein mehr an Pflichten eben eine zusätzliche Belastung von Männern ist. Typische Pflichten sind dabei:

  • Schutzpflichten gegenüber Frauen, Kindern oder der Gemeinschaft an sich
  • Versorgerpflichten gegenüber Frauen, Kindern oder der Gemeinschaft an sich

Die Schutzpflichten können dabei gesetzlich geregelt sein und insofern „echte Pflichten“ darstellen, wie etwa ein Wehrdienst oder eine Feuerwehrpflicht oder sie können aus bestimmten Geschlechterrollen kommen, etwa indem von „echten Männern“ erwartet wird, dass sie bestimmte Schutzaufgaben übernehmen, sei es indem sie einer frierenden Frau eher den eigenen Mantel geben, auch wenn sie dann selbst frieren oder sich bei Gefahr schützend vor sie stellen oder eben in dem sie Frauen sonst von den Unbillen des Lebens abschirmen. Regeln wie „Frauen und Kinder zuerst“ sind eine Ausprägung solcher Pflichten, ebenso wie Anforderungen Leuten beizustehen. Das kann sich auch daran zeigen, dass Frauen, die Schutzpflichten übernehmen, als besonders heldenhaft angesehen werden, während es bei Männern als normaler und damit weniger besonders angesehen wird.

Die Versorgerpflichten können ebenfalls gesetzlich geregelt sein, zB indem über gesetzliche Regelungen zum Unterhalt und zu sonstigen Folgen einer Ehe eine Versorgung meist der Frau erzwingen. Sie können auch aus reinen Geschlechterrollen kommen, indem vom Mann erwartet wird, dass er eine Familie ernähren kann und daran auch seine Attraktivität bemessen wird.

Gründe dafür, dass solche Rollen auferlegt werden können vielfältig sein: Es können konservative Vorstellungen sein, man kann diese als Ausgestaltung biologischer Vorgänge sehen, man kann die Erwartungshaltungen der Frauen hier als ursächlich sehen, es können feministische Forderungen mit hineinspielen, es kann eine Mischung aus allem sein, die diese Pflichten hier auferlegen und die Frage, inwieweit dies berechtigt ist, damit zu einer Frage um Männerrechte macht.

b) Männerrechte und Einschränkung von Rechten

Auch in der Einschränkung von Rechten bzw. deren Nichtgewährung kann ein männerrechtliches Problem liegen. Diese Rechte können Männern durch Gesetz vorenthalten werden, beispielsweise indem sie das Sorgerecht nicht automatisch erhalten oder wiederum aus den Geschlechterrollen kommen, etwa indem an Männer andere Anforderungen gestellt werden, was das Eingehen von Risiken oder den Umgang mit Kritik oder Schmerzen angeht (ein Mann, der nach Kritik seines Chefs heult wird weit mehr Abzug erleiden als eine Frau, ebenso wird ein bei schmerzen jammernder Mann weniger Verständnis erhalten).

Die Gründe, aus denen diese Einschränkungen von Männerrechten erfolgen, können ebenso wie bei den Pflichten aus den gleichen Gründen auftreten: Konservative Vorstellungen, was ein Mann aushalten muss oder was sein Platz ist, Vorstellungen davon, dass bestimmte Rechte Frauen zustehen, Vorstellungen davon, dass Männer in bestimmten Bereichen mehr leisten müssen etc.

c) Männerrechte als Abwehr von Abwertungen

Ein dritter Bereich ist aus meiner Sicht die Abwehr von Abwertungen. Männer sind keine schlechteren Menschen, sie sind vielleicht anderes als Frauen, aber das rechtfertigt es nicht, ihre Art und Weise als moralisch verwerflich darzustellen. Natürlich ergibt sich daraus auch nicht, dass diese moralisch richtig ist. 

Häufige Bereiche, in denen Männerrechte durch Abwertungen beeinträchtigt sind, sind:

  • Die Sexualität: Der Mann als Schwein, die Abwertung von männlichen Interessen an schönen Frauen, Busen, schnellen Sex, als primitiv und verachtenswert. Die Dämonisierung männlicher Sexualität
  • Die Einordnung von Männern als Unterdrücker von Frauen

In diesem Bereich ist eine Überschneidung von Männerrechten mit einem Antifeminismus vorhanden, nämlich insoweit als im (radikalen) Feminismus diese Abwertungen gegenüber Männern erfolgt, indem Männern hier wie oben dargestellt abgewertet werden. Ein Einsatz für Männerrechte erfordert insofern, diesen einseitigen Abwertungen eigene Positionen gegenüber zu stellen und deutlich zu machen, dass Unterschiede nicht per se eine Unterdrückung als Grund haben müssen. Es ist aus meiner Sicht auch eine männerrechtliche Position darzustellen, dass männliche Sexualität ihre eigenen Rechte hat und hier die weiblichen Vorstellungen keinen Deutungsvorgang in moralischer Hinsicht haben.

„Im Wörterbuch steht doch, dass Feminismus für Gleichberechtigung ist, also ist das richtig“

Ein beliebtes Argument von Feministinnen ist, bei Anschuldigungen gegen den Feminismus darauf hinzuweisen, dass man anscheinend den Feminismus nicht verstanden habe, man könne doch einfach im Lexikon nachschlagen, da stehe doch folgendes:

The advocacy of women’s rights on the grounds of political, social, and economic equality to men.

Eine gute Erwiderung scheint mir zu sein, einfach mal andere Positionen aus dem Lexikon nachzuschlagen:

Sex (im Sinne von Geschlecht)

Either of the two main categories (male and female) into which humans and many other living things are divided on the basisof their reproductive functions:adults of both sexes

Male („Männlich“)

Of or denoting the sex that produces small, typically motile gametes, especially spermatozoa, with which a female may be fertilized or inseminated to produce offspring:

Female („Weiblich“)

Of or denoting the sex that can bear offspring or produce eggs, distinguished biologically by theproduction of gametes (ova) that can be fertilized by male gametes:a herd of female deer

Das sich daraus ergebende Argument ist: „wenn ich Feminismus nach dieser Definition akzeptieren soll, dann akzeptiere du auch den Rest“, was die meisten (Gender-)Feministinnen nicht machen können, da zwei Kategorien oder diese Definitionen von männlich und Weiblich nicht dem poststrukturalistischen Feminismus und schon gar nicht dem Netzfeminismus entsprechen

Im deutschen ist es sogar noch einfacher. Dort heißt es im Duden:

  • Richtung der Frauenbewegung, die, von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z. B. der traditionellen Rollenverteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt

Da steht schlicht nichts von Gleichberechtigung, sondern eher davon, dass auf (vermeintliche) Bedürfnisse der Frau abgestellt wird.

Auch dort finden sich aber entgegenstehende Angaben:

Geschlecht:

(von Lebewesen, besonders dem Menschen und höheren Tieren) Gesamtheit der Merkmale, wonach ein Lebewesen in Bezug auf seine Funktion bei der Fortpflanzung als männlich oder weiblich zu bestimmen ist die Gesamtheit der Lebewesen, die entweder männliches oder weibliches Geschlecht haben

 Also auch hier eine unfeministische Binarität.
Insofern scheint mir der Hinweis darauf, Feminismus einfach mal nachzuschlagen, schnell ein Eigentor für Feministinnen sein zu können

Women against Feminism – Frauen gegen den Feminismus

Women against Feminsm oder Frauen gegen Feminismus ist eine Aktion, die ich sehr schön finde. Darin stellen Frauen dar, warum sie gegen den (vorherrschenden) Feminismus sind.

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Dabei scheinen mir insbesondere die folgenden Argumente häufig vorzukommen

  • Ich bin nicht unterdrückt
  • ich mag Männer und sehe sie nicht als Feind
  • Ich möchte kein Opfer sein
  • Ich fühle mich in traditionellen Geschlechterrollen wohl und möchte deswegen nicht angefeindet werden
  • mir nahestehende Männer wie mein Sohn etc sind nicht der Feind
  • Feminismus ist nicht mehr auf gleiche Rechte ausgerichtet, sondern auf Frauenbevorzugung
  • Es ist unlogisch und geht von Unterdrückung/Diskriminierung aus, wo keine ist.
  • Feministinnen sind zu intolerant und beleidigen einen /greifen einen an, wenn man ihnen nicht zustimmt.

Zudem finden sich auch einige andere schöne Grafiken dort:

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Das traurige Gegenargument des Feminismus ist in der Regel lediglich:

  • Feminismus ist laut Lexikon für Gleichheit und Gerechtigkeit, also sind wir die Guten. Was wir darüber hinaus vertreten ist unbeachtlich
  • Ihr braucht Feminismus, ihr seid Opfer, ihr bemerkt es nur nicht
  • All das könnt ihr überhaupt nur sagen /haben, weil wir Feminsten für eure Rechte kämpfen
  • Wir mögen Männer doch!

Das verkennt natürlich, dass sich Feminismus inzwischen in vielen Ausrichtungen weit von dieser Definition entfernt hat. Es geht eben um eine ganz spezielle Form von Gleichheit und Gerechtigkeit, die stark auf Annahmen einer Unterdrückung von Frauen durch Männer aufbaut und erfordert, dass man Konstruktionen wie das Patriarchat, die Rape Culture, die Privilegierung aller Männer und die Opferrolle aller Frauen ebenso akzeptiert wie solche totalitären Konzepte wie Definitionsmacht etc.

Auf eine echte Argumentation lässt sich der Feminismus nicht ein, er verweist eher trotzig darauf, dass der Feminismus gut, gut, gut ist. Und eben auch darauf, dass man Männer nicht hasst, auch wenn man sie oder eben ihr Verhalten für alles schlechte verantwortlich macht, was auf dieser Welt geschieht. Eigentlich sagen die oben dargestellten Bilder genug aus und wiederlegen diese Argumente hinreichend.

Frauen, die sich gegen den modernen Feminismus aussprechen, werden anscheinend wesentlich mehr wahrgenommen als Männer. Deren Vorteil ist, dass sie der angeblich „unterdrückten Gruppe“ zugehören und insoweit nicht in Verdacht stehen, dass sie direkt davon profitieren. Sich Frauen anzuschließen, die sagen, dass etwas frauenfeindlich ist, ist insofern unverdächtiger.

Aus meiner Sicht schadet das aber nicht. Um so mehr Leute erkennen, dass Feminismus eben nicht einfach nur Gleichberechtigung ist, um so besser. Aktionen dieser Art zeigen insofern auch, warum es sich lohnt, Frauen nicht als Feinde wahrzunehmen.

Weitere Artikel dazu:

(Wer weitere hat: gerne in den Kommentaren was dazu schreiben, ich ergänze dann)

Vernetzung innerhalb feminismuskritischer und männerrechtlicher Blogs

Nachdem es neulich um eine Bestandaufnahme zum Maskulismus ging wäre es interessant auch noch einmal etwas zur Möglichkeit einer besseren Vernetzung zu diskutieren.

1. Wachstum

Erst einmal ist es erfreulich, dass sich seit dem Artikel schon wieder einiges getan hat. Damals schrieb ich noch, dass einige Blogs mehr, die regelmäßig Beiträge schreiben würden, sehr begrüßenswert wären Inzwischen sind zumindest vier neue Blogs dazugekommen, die ich sehr vielversprechend finde und daher noch einmal ausdrücklich erwähnen will:

2. Veränderung

Insgesamt, ich hatte es schon in dem Bestandsaufnahmeartikel angesprochen, hat sich die Szene verändert. Es gibt viel mehr Blogs, auf die ich auch verlinken will. Dabei freut mich auch, dass zB  mit Heroinefor1day auch Frauen einen Blog mit Schwerpunkt „Kritik am radikalen Genderfeminismus“ betreiben. Dazu rechnen muss man, auch wenn der Blog insgesamt breiter angelegt ist, aus meiner Sicht auch Erzählmirnix, die mit kritischen, aber satirischen Texten wie etwa Eklat beim Grimme Online Award aber hauptsächlich mit Comics wie diesem:

Erzählmirnix Privilegien

Erzählmirnix Privilegien

 

einem viel breiteren Publikum zugänglich ist und einen höheren Verlinkungsfaktor hat, weil es eben Humor ist. Natürlich bekommen bei ihr auch Maskulisten und andere Gruppen etwas ab, ich halte sie jedoch für einen der besten feminismuskritischen Blogs.

3. Weitere Blogs

Es gibt zudem eine Vielzahl weiterer Blogs, die immer mal wieder Artikel zu dem Thema haben, allerdings in unregelmäßigeren Abständen, wenn ich das richtig sehe. Elysium scheint zB keine klare Ausrichtung auf Geschlechterthemen zu haben, aber immer wieder interessante Artikel, zB zum Thema „feministischer Ally“ oder „Gender und Lebensrealität„. Georg Jähnig hatte einen schönen Artikel über Google Autocomplete, der Pelzblog hat häufig kurze Statements, aber auch längere Artikel, etwa zu dem Thema „Warum Männerrechtler negativ wahrgenommen werden„. Und auch in Stadtfuchens Bau finden sich immer wieder interessante Artikel, etwa zum Gender-Gap-Bullshit des World Economic Forums. Auch Mädchen und Jungs bringt jetzt sehr regelmäßig Artikel, etwa dazu, warum es keine Maskutrolle gibt.  Selbst auf sich eher als feministisch sehenden Blogs wie bei Robin kommen auch interessante Artikel, etwa zur Beschneidung

4. Übersicht und bessere Vernetzung

Ich habe selbst gemerkt, dass ich vieles nicht mitbekommen habe, was in anderen Blogs an guten Artikeln erscheint. Ich denke vielen anderen wird es auch so gehen. Gerade bei Blogs, dies sehr unregelmäßig passende Artikel veröffentlichen geht so etwas schnell unter.

Meine Idee war zumindest etwas zu schaffen, was auch Leuten, die relativ neu dazukommen schnell einen Überblick über die Szene verschafft. Deswegen habe ich zunächst bei Twitter den Account „Das Patriarchat“ erstellt, der automatisch die Feeds der passenden Blogs auslist und daraus Tweets macht. Der dazugehörige Blog ist „Patriarchat„, eigentlich hatte ich vor, dass dort die ersten drei Zeilen jedes Blogbeitrags erscheinen, damit man anlesen kann, aber dazu reichte mein gewähltes System nicht aus.

5- Verlinkung der Blogs untereinander

Gut wäre es, wenn sich die Blogs auch untereinander durch Links in den Blogrolls verlinken würden. Bekanntlich werden Blogs besser gefunden um so mehr andere Blogs auf sie verlinken, wer also andere Blogs der Szene verlinkt, der erreicht so eine bessere Präsenz bei Google und Co und damit insgesamt eine stärkere Wahrnehmung von entsprechenden Positionen. Dabei sehe ich auch größere Blogs, die schon etwas etablierter sind, in der Verantwortung: Motivation zum Bloggen entsteht, wenn man merkt, dass Leute es auch lesen und das ist eben dann der Fall, wenn auch bereits bestehende Blogs grundsätzlich verlinken, aber auch auf andere Artikel Bezug nehmen. Ich denke jeder Blogbetreiber merkt den Zuwachs, wenn zB Arne, der auch ein sehr eifriger Verlinker ist, auf einen Artikel aufmerksam macht. Andere größere Blogs wie etwa Cuncti halten sich da sehr zurück: Obwohl dort beispielsweise immer wieder Artikel von Lucas Schoppe eingestellt werden gibt es nur eine sehr eingeschränkte Blogroll, man hält sich hier wohl vornehm zurück, ebenso wie bei Danish, der eine hochinteressante Klage gegen die Uni Berlin richtet und sich bemüht den dortigen Gender Studies Sumpf zu katografieren und zu erforschen.

Wenn in der nächsten zeit die bestehenden Blogs weiter publizieren und sich das Wachstum an Blogs weiter fortsetzt, dann wäre dies aus meiner Sicht sehr begrüßenswert. Der Szene sollte aber auch bewusst werden, dass sie sich gegenseitig unterstützen und sich besser vernetzen kann.

„Der Antifeminismus ist eben nicht der Maskulismus, sondern höchstens eine ekelhafte Facette davon“

Robin nutzt die Aufforderung eine Linkliste zu verbreiten für eine Stellungnahme zu Antifeminismus und Maskulismus:

Ich bin es leid. Ich bin es leid, dass jede blöde Äußerung von Alice Schwarzer am nächsten Tag in allen Gazetten verrissen wird, ich bin es leid, dass in der Uni jeder bei der Erwähnung des Wortes “Feministin” kichert, ich bin es leid, dass sich aus diesem Grund kaum eine traut, sich Feministin zu nennen, auch wenn es tausend Überschneidungen mit der eigenen Überzeugung gibt, ich bin es leid, mich für jede verbale Bösartigkeit, die sich irgendeine Feministin jemals geleistet hat, rechtfertigen zu müssen, auch wenn sowas nie über MEINE Lippen gekommen wäre, ich bin es leid, als männerhassende Täterin da zu stehen,

Da mache ich mal den Cut, weil es hier um die Darstellung des Feminismus geht. Und hier ist es eben so, dass im Feminismus in den allermeisten Strömmungen inzwischen eine Menge Mist erzählt wird. Weil die Selbstbezeichnung als „Feminist“ eben meist schon deutlich macht, dass man extremer ist (sonst würde wohl eher die Bezeichnung als emanzipiert oder „für Gleichberechtigung“ verwendet werden). Wer den Feminismus vor sich her trägt, der wird eben mit den eher extremen Ideen in Verbindung gebracht. Das Schwarzer zerrissen wird  mag daran liegen, was sie sagt, wobei sie aus meiner Sicht auch gar nicht zerrissen, sondern eher recht wohlwollend behandelt wird. Wenn die Leute kichern, dann mag das daran liegen, dass sie einen mit allerlei unsinnigen Theorien in Verbindung bringen, die eben nicht sehr überzeugend sind.

Das ist mit dem Maskulismus nicht anders, mit dem Unterschied, dass die Leute den Begriff nicht kennen. Aber auch sich als Männerrechtler vorzustellen, wird die Sache nicht besser machen. Weswegen ich so etwas auch sein lasse. Ich würde eher sagen, dass ich zB für Gleichberechtigung bin und das diese dann eben auch in beide Richtungen bestehen muss.

Natürlich hängt das von der Extremität der eigenen Positionen ab: Wer als Feministin das Patriarchat ins Spiel bringt und das mit diesem Grundton des „Wir werden alle unterdrückt“ der wird zurecht bekichert. Weil es eben ein vollkommen überzogenes Konzept ist.

während die ganzen ach so lammfrommen Antifeministen sich als Verteidiger des Abendlandes profilieren und gleichzeitig rumjammern können, ja so dermaßen von ach so diabolischen Frauen ausgebeutet zu werden.

Da ist eine interessante Umkehr hin: In ihrer eigenen Wahrnehmung sind die Feministinnen ja schließlich auch die Befreier der Frauen und die Errichter einer besseren Welt. Nur eben in der Aussenwahrnehmung, also durch andere nicht. Wer eine Unterdrückung durch die Frau behauptet wird ebenso bekichert werden und die Wahrnehmung ist eher wesentlich schlechter-.

Das heißt jedoch nicht, dass mir sämtliche männerrechtlichen Anliegen am Arsch vorbei gehen, im Gegenteil. Männer waren und sind in vielen Bereichen benachteiligt, wofür ich maßgeblich das verkrustete Rollenverständnis verantwortlich mache, welches mein Feminismus kritisiert und bekämpft. Zwangsläufig entstehen dadurch Überschneidungen zwischen meinem Feminismus und meinem Maskulismus, denn dieser ist auf gar keinen Fall per se schlecht!!

Das ist ja durchaus ein positiver Ansatz, dem Grunde nach. Ich teile allerdings Ansicht nicht, dass der Feminismus genau dies zum Vorteil der Männer will (wobei ja unklar bleibt, was genau „ihr Feminismus“ ist. Die Befreiung von den Geschlechterrollen ist in großen Teilen des Feminismus aus meiner Sicht eher so angelegt, dass der Mann bestimmte Verhalten nicht mehr zeigen darf und ansonsten den Mund zu halten hat.

vgl:

Aber da mag Robins Feminismus ja anders sein, sie hat ja auch ansonsten einen radikalen Feminismus durchaus abgelehnt. Schön finde ich den folgenden Absatz:

Ich denke, ich habe schon oft genug meinen Willen demonstriert, gegen idiotische Auswüchse des Feminismus anzugehen, genauso, wie ich verständliche Anliegen des Maskulismus jederzeit unterstütze, ohne mich dabei im Geringsten in meinem Feminismus gestört zu fühlen. Denn ich mag Männer und möchte beide Geschlechter in einem respektvollen, liebevollen Umgang miteinander sehen.

Das man auf einen respektvollen, liebvollen Umgang der Geschlechter miteinander hinarbeiten möchte finde ich einen sehr positiven Ansatz. Ich wünschte er würde so oder in ähnlicher Form in Maskulismus und Feminismus mehr umgesetzt werden.

Dann zu dem, was sie nicht mag:

Was ich NICHT mag, sind Antifeministen – frauenhassende Arschlöcher, ignorante Scheuklappenträger, die jegliche Benachteiligung gegen Frauen in sämtlichen Epochen der Weltgeschichte leugnen und daher dem Feminismus, egal in welcher Ausprägung, jeden auch noch so zarten Hauch Legitimität absprechen.

Ich finde es auch keine verständliche Position, jeder Form von Feminismus, auch in einer vernünftigen, auf Gleichberechtigung ausgerichteten Form, die Darseinsberechtigung abzusprechen. Allerdings kann man aus meiner Sicht schon eine reine Feminismuskritik betreiben, ob da dann Antifeminismus der passende Begriff zu ist, hatte ich hier bereits behandelt

Männer, die im selben Atemzug den Wunsch einer Frau, Karriere zu machen, verdammen können und gleichzeitig süffisant feststellen, dass Frauen spätestens ab 35 ja eh sämtliche Attraktivität und damit Daseinsberechtigung flöten gegangen ist.

Das ist sehr viel in einem Satz. Aus meiner Sicht ist es in der Tat sehr merkwürdig, Frauen das recht auf Karriere oder berufliche Entfaltung abzusprechen, als krasseres Gegensatzpaar empfinde ich aber den gleichzeitigen Vorhalt, dass sie dann „weniger beitragen zum Staat“ oder „den Mann nur ausbeuten“. Ich hatte das in dem Artikel „“Frauen gehören in den Haushalt und zu den Kindern” vs. “Frauen sollen ihren Unterhalt selbst verdienen”“ schon mal diskutiert. Das Jugend und Schönheit zusammenhängen halte ich auch für wenig überraschend, wenn man sich die Entwicklung der weiblichen Fruchtbarkeit mit dem Alter anschaut. Schönheitschirugie und Botox mag das tatsächliche Alter, bis zu dem heute eine Frau konkurrieren kann, höher gesetzt haben, aber nur, weil sie länger jung aussieht, nicht weil sie altersgerecht aussieht. Natürlich ist es übertrieben zu sagen, dass eine Frau alle Attraktivität verliert. Sie kann natürlich für ihr Alter hoch attraktiv sein. Aber in der Regel wird eine Frau, die im Alter von 25 eine optische 8 ist, eine Frau schlagen, die mit 40 eine optische 8 ist.  Um so mehr, wenn nicht nachgeholfen wurde.

Ganz falsch wäre es natürlich, ihr deswegen ihre Daseinsberechtigung abzusprechen.

Leute wie der gute (Name editiert) oben, die meinen, Frauen wären intrigante Ausbeuterinnen, die kein anderes Ziel haben, als sich irgendeinen Kerl mit Kohle zu krallen und sich von ihm ein Nest bauen zu lassen, wo sie ihren fetter werdenden Arsch parken und den Rest ihres Lebens darauf verwenden, ihm aus reinem Kalkül und nur, weil es ihnen einen perversen Spaß bereitet, Männer leiden zu sehen, Zärtlichkeit und Sex vorzuenthalten, während sie andererseits ständig auf der Pirsch nach einem Seitensprung sind, denn Frauen sind ja grundsätzlich untreu und können ein Kind wohl nur lieben, wenn es von einem Mann groß gezogen wird, der unwissentlich nicht der biologische Vater ist.

Ja, die „Frauen sind Ausbeuter“ Fraktion des (radikalen) Maskulismus ist mir auch höchst suspekt. Ich teile diese Einschätzung nicht.
Dazu hatte ich ebenfalls diverse Artikel:

Diese Art von Maskulismus sollte man konsequent ablehnen, sie ist auch nur auf der Suche nach einem Sündenbock und betreibt einseitige (und teilweise essentialistische) Schuldzuweisung.

Trotzdem es einige Antifeministen gibt, die so oder ähnlich denken, ist immer nur von bescheuerten Feministinnen die Rede, die schon eine geschlechtsspezifische Anrede als Gewalt empfinden und die Farbe Rosa am liebsten aus Gottes Tuschkasten verbannen wollen – weil eine Meinung wie obige eben höchstens im Netz, aber niemals in einer ernsthaften Zeitschrift oder TV-Format kursiert.

Was schlicht daran liegt, dass es

  • diese Feministinnen gibt
  • feministische Positionen dieser Art wesentlich größere Verbreitung haben, ebenso wie der Feminismus selbst
  • der Radikalmaskulismus bisher ein Randphänomen ist, dem keine weitere Beachtung geschenkt wird

Allerdings schreiben ja durchaus Feministinnen, die Rape Culture vertreten oder an das Patriarchat glauben, für größere Zeitungen oder können – wie jüngst bei #Aufschrei Platz in Talkshows.

Tja, aber nur, weil diese Leute im echten Leben vermutlich SO klein mit Hut sind, ändert das leider nichts daran, dass solche Meinungen existieren! Und so lange kaum einer weiß, dass sie es tun, kann ich vollkommen nachvollziehen, warum viele die Augen verdrehen, wenn sie eine Feministin reden hören. Wo augenscheinlich kein Problem, da kein Grund zur Aufregung!

Meiner Meinung nach ist es vollkommen berechtigt, bei beiden Radikalpositionen die Augen zu verdrehen. Ich bezweifele auch, dass es wesentlich besser wäre, wenn die Leute wüßten, dass es auch radikale Männerrechtler gibt. Eher würde man wohl dazu neigen, dass man alle in einen Sack steckt und es darum nicht schade ist. Ein „Angriff von außen“, also das Patriarchat als Bedrohung kann zwar dazu führen, dass man sich nach innen dichter aufstellt, aber das macht die radikalfeministischen Ideen ja nicht weniger bescheuert und insofern den Ruf des Feminismus nicht besser. Man würde immer noch annehmen, dass es sich um eine Person handelt, die mit der anderen Seite einen Privatkrieg ausfechten will, der sie alleine betrifft, weil der überwiegende Teil der Menschen relativ vernünftig ist. Wer eine positivere Sicht des Feminismus oder des Maskulismus will, der muss sich eben von den dortigen radikalen Stimmen abgrenzen

Gut, dass Robin sich insoweit erneut eine gemäßigte Position einnimmt:

Ich habe nicht jeden Link überprüft. Auch möchte ich, um das nochmals zu betonen, dem Maskulismus nicht die Existenzberechtigung absprechen, da es männerrechtlich gesehen einige eindeutige Baustellen gibt (zu einer liefere ich nächste Woche schon einen lange in Arbeit befindlichen Beitrag – man darf gespannt sein). Ich gehe davon aus, dass viele dieser Links völlig in Ordnung sind und nachvollziehbare Forderungen stellen.

Da hat sie ja auch durchaus recht. Arne, Schoppe und – natürlich – mein Blog sind zB Blogs der letztgenannten Art. Ich hoffe, dass davon immer mehr auftauchen und auch im Feminismus die radikaleren Stimmen immer mehr Gesellschaft von weniger radikalen Stimmen bekommen.

Aber der Antifeminismus ist eben nicht der Maskulismus, sondern höchstens eine ekelhafte Facette davon. Und Links mit solchen Inhalten verbreite ich nur zu gerne. Denn die Abartigkeiten, die Antifeministen von sich geben, sollen gehört und gelesen werden, damit die Menschen sehen, wie nötig der Feminismus auch heute noch ist.

Da wird sie nur einen sehr eingeschränkten Erfolg haben. Denn die radikaleren Seiten wie etwa das Gelbe Forum oder Frauenhaus fehlen ja in der Liste und es sind viele Seiten dabei, die eben gerade diese „Abartigkeiten“ nicht verbreiten (wenn ich es richtig gesehen habe).

Recht hat sie aber, dass es viele sehr abwertende Blogs gibt. Und ich teile auch ihre Meinung, dass diese es sehr einfach machen, einen schlechten Ruf aufzubauen.

Auch das war ja schon häufiger Thema hier:

Wobei Vorwürfe, dass alle Männerrechtler rechts und Frauenfeindlich sind, wie die Vergangenheit am Beispiel von Rosenbrock und Kemper gezeigt hat, auch keine besonderen Fakten braucht.

Dennoch: Hier wenig Angriffsfläche zu zeigen ist aus meiner Sicht sehr sinnvoll, eine Bewegung, die gesellschaftliche Akzeptanz und Breite erhalten möchte, muss eben auch als rational und wichtige Anliegen vertretend wahrgenommen werden.