„ich weiß, dass in unserer Gesellschaft faktisch weiße Männer die meisten bösen Dinge tun“ – Anatol Stefanowisch erklärt Robin Urban warum man Leute ruhig aufgrund ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechts abwerten darf

Robin wandte sich gegen die Abwertung von Menschen aufgrund der intersektionalen Theorien:

Ein männlicher, weißer Professor mansplaint ihr, was sie falsch verstanden hat:

Da Twitter immer noch keine gute Kopierbarkeit ganzer Threads bereit stellt, folgt der Rest als kopierter Text:

Weiße Männer haben einen Safe Space, , er nennt sich „Welt“. Und ich weiß das, weil ich ein weißer Mann bin. Und dafür bin ich jeden Tag dankbar

Ich meine es ernst, wenn ich sage: Es ist wirklich nett, dass du uns weiße Männer in Schutz nehmen willst, gegen den Vorwurf, wir seien alle böse oder gegen die Behauptung, wir könnten nicht diskriminiert werden. Es ist nett, aber zu kurz gedacht.

Erstens: Natürlich ist nicht jeder weiße Mann böse. Ich bin zum Beispiel total nett. Kann ich mir ja auch leisten, ich stehe ja in der Hierarchie ganz oben. Was mir übrigens jede Menge Gelegenheit gäbe, anderen Menschen Böses zu tun, wenn mir plötzlich danach wäre.

Und deshalb verstehe ich Leute, die mir *weil ich ein weißer Mann bin* nicht ohne Weiteres – oder überhaupt nicht – trauen. Ich würde es selbst dann verstehen, wenn ich nicht wüsste, dass in unserer Gesellschaft faktisch weiße Männer die meisten bösen Dinge tun.

Und deshalb verstehe ich Leute, die mir *weil ich ein weißer Mann bin* nicht ohne Weiteres – oder überhaupt nicht – trauen. Ich würde es selbst dann verstehen, wenn ich nicht wüsste, dass in unserer Gesellschaft faktisch weiße Männer die meisten bösen Dinge tun.

Und ich verstehe auch, dass Leute, die mir als weißem Mann nicht trauen, nicht glauben, alle Frauen und/oder PoC wären automatisch gute Menschen. Und deshalb entgegne ich dem Misstrauen auch nicht mit dem Hinweis, dass es aber auch böse Frauen und/oder PoC gibt. Das wissen die.

Zweitens: Natürlich können weiße Männer diskriminiert werden. Ich bin als Bildungsaufsteiger mit Migrationshintergrund oft an äußere und innere Grenzen gestoßen. Ich weiß also, dass weißer Mann sein keine Erfolgsgarantie ist. Aber ich werde nicht *als weißer Mann* diskriminiert:

Wenn ich außerdem noch eine Frau oder eine PoC gewesen wäre – oder Moslem oder schwul oder, oder, oder – dann hätte ich keine Chance gehabt. Und deshalb akzeptiere ich die paar Gelegenheiten und Räume, bei denen es einfach mal nicht um mich geht. Ich begrüße sie sogar.

Und ich verstehe, dass das keine Diskriminierung ist. Vielleicht, weil ich gerade genug Diskriminierung erfahren habe, um zu wissen, wie die sich anfühlen würde. Vielleicht aber auch, weil ich bereit bin, ein Minimum an Empathie aufzubringen.

Und ich verstehe, dass das keine Diskriminierung ist. Vielleicht, weil ich gerade genug Diskriminierung erfahren habe, um zu wissen, wie die sich anfühlen würde. Vielleicht aber auch, weil ich bereit bin, ein Minimum an Empathie aufzubringen.

Und ich verstehe, dass das keine Diskriminierung ist. Vielleicht, weil ich gerade genug Diskriminierung erfahren habe, um zu wissen, wie die sich anfühlen würde. Vielleicht aber auch, weil ich bereit bin, ein Minimum an Empathie aufzubringen.

Und ich verstehe, dass das keine Diskriminierung ist. Vielleicht, weil ich gerade genug Diskriminierung erfahren habe, um zu wissen, wie die sich anfühlen würde. Vielleicht aber auch, weil ich bereit bin, ein Minimum an Empathie aufzubringen.

Lukas Schoppe schreibt dazu:

„Natürlich ist nicht jeder weiße Mann böse. Ich bin zum Beispiel total nett.“ Allerdings würde er davon profitieren, „dass andere weiße Männer böse sind“. Als „Bildungsaufsteiger mit Migrationshintergrund“ sei er oft an Grenzen gestoßen, aber er werde nicht als weißer Mann diskriminert.

Dass es um all das in Robin Urbans Text gar nicht ging, kann der Professor, der sie in klassisch professoralem Habitus lediglich als Stichwortgeberin für eigene Ausgüsse braucht, gepflegt ignorieren. Die Rede vom „weißen Mann“, mit dem er sich vordergründig identifiziert und von dem er sich kokettierend unterscheidet, ist ihm lediglich Basis für eine Selbstdarstellung, in der er umso besser dasteht, je schlechter er die anderen aussehen lässt.

Endlich verstehe ich, was der Begriff Mansplainen bedeutet. Und auch das ist ein ebenso klischeehaft-typisches männliches Verhalten: Seine Privilegien ALS PROFESSOR – und eben nicht als „weißer Mann“ –  ignoriert Stefanowitsch in eben dem Maße, in dem er sie ausspielt.

Dabei verpasst er die Pointe von Robin Urbans Argumenten, hätte mit dieser Pointe aber vermutlich auch nicht anfangen können, wenn er sie bemerkt hätte. Im Mittelpunkt steht dort die ehemalige Selbstverständlichkeit, allen Menschen – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung und anderem – einen grundsätzlichen Anspruch auf Achtung und zivilen Umgang zuzugestehen.

Der NSA-Skandal lenkt Männer nur davon ab, kritisch über ihre Privilegien nachzudenken

Kerstin Ludwig von Tante Jays Café hat einen Artikel mit Feminismuskritik bei Carta eingestellt. Dabei beschwert sie sich:

Eines stört bei vielen Feministinnen sehr: Der Drang, wirklich *jedes* Thema in die Fem-Ecke zu ziehen.

Als Beispiel nimmt sie Bezug auf einen Artikel bei den Fuckermothers:

Dort heißt es in einem Artikel zu Snowden und Co:

Meine These ist, dass bei der Ikonographisierung von Snowden und Co. ein Bedürfnis nach (klassischerweise männlichen) Helden mitschwingt. Eine diffuse Sehnsucht nach ein bisschen Action, nach einer mutigen Männlichkeit, die zwar nicht wie früher für „Haus, Frau und Nation“ in den Krieg zieht, dafür aber ihr Leben im Namen einer digitalisierten Zivilcourage aufs Spiel setzt. Diese Männlichkeit steht dabei für nichts Geringeres als für die Grundrechte der gesamten westlichen Welt ein. Snowden und Co. – das sind die Helden der digital Bohème, der Netzaktivisten, der Breaking-News-Blogger und der Investigativjournalisten. Die Daten-Cowboys stehen für die Forderung nach einer freien Meinungsäußerung, die alles sagen wollen darf, ohne je wirklich darum gekämpft zu haben. Sie sind bei genauer Betrachtung die Helden einer Elite, die trotz des Überwachungs-Gaus das Privileg hatte und auch zukünftig haben wird zu definieren, welche Themen relevant sind, ohne über dieses Privileg selber kritisch nachdenken zu müssen.

Es ist erstaunlich, dass man eine Sehnsucht nach Männlichkeit schaffen muss, wenn es recht nahe liegend ist, warum diese gefeierte werden. Sie haben unter hohen persönlichen Opfern gegen einen starken Gegner gegen den Bürger gerichtete Machenschaften aufgedeckt und sich insoweit in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass dies in einer sehr gruppenbezogenen Spezies wie der unseren als lobenswert angenommen wird. Ihr Verdienst ist groß, weil sie Risiken eingegangen sind, um dunkle Machenschaften aufzudecken.

Assange kommt dabei der Verdienst zu, eine Plattform gegründet zu haben, die dies ermöglicht, Manning hat ebenfalls erhebliches aufgedeckt und Snowden ebenso.

Ich will nicht sagen, dass männliche und und weibliche Heldenrollen gleich geschrieben werden, aber Heldenrollen können bei Männern sicherlich besser ausgebaut werden. Eine mutige Frau, die entsprechende Daten freigegeben würde und verfolgt würde, würde vielleicht eher eine Heldenrolle bekommen, die ihre Taten betont, aber auch auf Schutz und Unterstützung ausgerichtet sind. Manning schwebt hier mit seiner Ankündigung vielleicht etwas zwischen den Stühlen, weil sich seine Rolle weniger klar zeichnen lässt, aber ich habe ihn durchaus als Helden in der Presse erlebt.

Dann heißt es weiter bei den Fuckermothers:

Anders gesagt beinhaltet der Staat-Bürger_innen-Antagonismus die Idee, dass bestimmte Instanzen sich doch bitte ethisch und moralisch richtig verhalten mögen, und dann ist alles gut. Dieser Wunsch nach der „guten Regierung“ oder der „ethischen Marktwirtschaft“ hat aber oft zur Folge, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse ausgeblendet werden. Und das bedeutet letztlich, dass die eigenen Anteile an dieser Gesellschaft verschleiert werden können.

Wirklich interessant würde es doch, wenn Leute wie Sascha Lobo einmal darüber nachdenken, welche Privilegien der (Überwachungs)Staat Menschen wie ihm bisher auch gesichert hat. Für Leute, die ihre Stimme in der wichtigsten Newseite Deutschlands erheben dürfen, läuft es doch nicht so schlecht mit der freien Meinungsäußerung, oder?

Also letztendlich ein: Ist doch alles nur eine Maßnahme, mit der sich die Privilegierten die Welt schön reden um das eigentliche Problem, nämlich ihre Privilegierung besser ausblenden zu können. Schon ein sehr starker Bogen, der aus meiner Sicht auch an der Sache vorbeigeht: Zum einen wegen der Schwächen der Privilegientheorien, zum anderen aber auch, weil eine Aktion wie die NSA-Affaire aufzudecken richtig und gut war und nicht nur eine Verschleierungsaktion war. Man muss schon eine unglaubliche Selbstzentrierung, eine Art Narzismus haben, um alle wichtigen Probleme dieser Welt nur bei der eigenen Gruppe zu verordnen.

Tante Jay dazu:

Es sind ja nicht nur die Fuckermothers, deren Twist in Richtung Realitätsverweigerung und Genderwahnsinn man erst mal hinbekommen muss, ohne sich dabei schwerste Verletzungen zuzuziehen. Die Rassismus-Schiene bitte nicht überbewerten. Sie dient nur der Untermauerung der eigenen Position und ist kein eigenständiges Argument.

Die Fuckermothers haben dabei die eingesprungene Schraube mit doppeltem Flip und Spagat geschafft: Marginalisierung der Abhöraktionen bei gleichzeitiger Maximierung des eigenen Stellenwerts, garniert mit einer Sprache, bei der mein Sozialpädagogen-Radar auf Vollanschlag geht.

Die Kernaussage der Fuckermothers ist, wenn man mal das Spießbürgerbildungstum abzieht: Hätte man vor 10 Jahren schon alles wissen können, wenn man die richtigen Bücher gelesen hätte.

Harte Worte. Aber durchaus treffen. Die Abhöraktion wird in der Tat fast für unbedeutend erklärt, zu einem Problemchen, welches nur der Nabelschau des Patriarchats dient und das eigene Problem wird aufgeblasen und zur absolut wichtigsten Frage erklärt – ohne das tatsächliche Probleme konkret benannt werden.

Des weiteren greift sie auf, dass der Text dann erst bei der Mädchenmannschaft erschienen ist, dann aber gelöscht (aber verlinkt) und durch einen erklärenden Text ersetzt wurde, der sich im wesentlichen darauf beruft, dass man den Namen Assange nicht aussprechen darf ohne darauf hinzuweisen, dass er ein Vergewaltiger ist (ohne das es bisher ein Urteil gab und bei einigen offenen Fragen). Die Mädchenmannschaft:

Wir halten es jedoch für problematisch und auch widersprüchlich, in einer solchen Analyse nicht auf die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Julian Assange und deren zutiefst sexistische mediale Rezeption zu verweisen. Wenn Assange sich als Whistleblower betätigt, wird das als politisch wahrgenommen und er zum Helden erklärt – auch in besagtem Blogbeitrag. Wenn er sexualisierte Gewalt ausübt, wird dem ganzen seine politische Dimension aberkannt und das Helden-Narrativ bleibt unangetastet.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man erst einen schönen Text gehabt zu haben glaubte, der den feministischen Opferanspruch selbst in der Abhöraffaire verteidigte bis dann irgendjemand damit anfing, dass jeder, der Assange ohne Vorwurf der Vergewaltigung nennt selbst zum Helden macht, der Heldengeschichte Raum gibt, also das Patriarchat unterstützt. IDPOl schlug mal wieder zu, man hatte sich nicht genug identifiziert und der Text musste daher weg.

Weiter bei der Mädchenmannschaft:

In diesem Zusammenhang kann es auch nicht unerwähnt bleiben, dass der Heldinnenstatus hier wenn dann viel eher der im Text gänzlich entwähnten Chelsea Manning zukäme, die die fraglichen Daten gesammelt und Wikileaks/Julian Assange zur Verfügung gestellt hat. Chelsea Manning wurde gerade zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt und wird während ihrer Haft umso mehr Gewalt und Übergriffen ausgesetzt sein, während Julian Assange, der Mannings Materialien lediglich veröffentlicht hat, glorifiziert und protegiert wird (u.a. erhält er Schutz in Botschaften), auf seine Staatsbürgerrechte pochen kann und sich offenbar relativ unangefochten und sicher zu fühlen scheint.

Es war schon klar, dass Manning mit dem Wunsch, eine Geschlechtsumwandlung durchzuführen, und seinen Vornamen in Chelsea zu ändern nunmehr aus Sicht des Feminismus eine Sonderrolle einnehmen musste und mehr Opfer und weniger geachtet sein muss als die anderen.

Dass Assange den weiteren Vorwürfen dieser Art nur ausgesetzt sein könnte, weil die USA seine Auslieferung will und Manning nicht unanfochten sein konnte, weil die USA ihn bereits in den Fingern hatten, dass scheinen Fakten zu sein, die keine große Rolle spielen. Dass das Urteil gegen Manning großes Interesse hervorgerufen hat und seit seiner Entscheidung als Frau zu leben schlicht nichts mehr passiert ist, was man besonders berichten könnte: Dahingestellt.

Tante Jay dazu:

Der ganze Text ist ein wirres Konglomerat von kruden Behauptungen, dummen Wertungen, unzusammenhängenden Tatsachen – um den Mangel eigener Einsichtsfähigkeit zu kaschieren, wird dann mal ein wenig geschwurbelt.

Und die Ergänzung der Mädchenmannschaft negiert (mal wieder) rechtsstaatliche Grundsätze, indem sie die Vorwürfe als bewiesen annimmt und die kritische Rezension als “sexistisch” brandmarkt.

Das ist Feminismus, Marke Bahntheorie: Rechts und links der Schienen, auf denen man rennt, darf es nichts geben. Die Bahn bestimmt, wo wir auszusteigen haben. Doch der Mensch ist keine Bahn, Gleichberechtigung keine Einbahnstraße, und die Unschuldsvermutung nicht eine Frage des Straftatbestands. Aber mach DAS mal einem dort drüben klar.

Das Bahnschienengleichnis finde ich durchaus passend: Für jede Feministin gibt es eben nur einen richtigen Weg und dieser muss gegangen werden, Abweichungen sind nicht zugelassen. Da darf man das Rechtsstaatsprinzip ruhig mal links liegen lassen.

Soviel Kritik liegt aber eben auch nicht auf dem feministischen Gleisbett und über Tante Jay brach daher ein Shitstorm zusammen. Neben allerlei Protest erklärte beispielsweise Antje Schrupp:

Seit einer Weile werden ab und zu Texte von mir auch auf carta.info veröffentlicht, worüber ich mich immer sehr gefreut habe. Doch nach diesem Text, in dem zwei feministische Blogs auf eine für mich inakzeptable Weise niedergemacht werden, werde ich keine Texte mehr für Carta zur Verfügung stellen.

Es geht mir dabei nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung mit den in Frage stehenden Texten und den darin vorgebrachten Argumenten. Da kann man mit guten Gründen Einwände haben und die Dinge anders sehen. Mehr noch: Es hätte mich sogar interessiert, wenn eine inhaltliche und ruhig auch scharfe Auseinandersetzung darüber stattgefunden hätte.

Doch dieser Text stellt eben gerade keine inhaltliche Auseinandersetzung dar, sondern baut einfach nur auf den plumpen Mainstream-Reflex, wonach Feministinnen, sobald sie mehr und Radikaleres wollen als eine bloße Gleichstellung mit den Männern, ja sowieso eine Schraube locker haben.

Ein plumper Mainstream-Reflex, wonach man „bloße Gleichstellung“ schon nicht zulässt. Bei einem Text, der die NSA-Affaire als unwichtiges Geplänkel ansieht, welches von Frauenproblemen ablenkt. Und überhaupt: „Bloße Gleichstellung“. Wo wird diese in den beiden Texten überhaupt gefordert? Ich würde sie eher als klassische Beispiele eines gynozentrischen Feminismus sehen

Anatol Stefanowitsch legt auch noch mal nach:

Die Frage ist, warum, und vor allem, warum ein relativ sichtbares Medium wie CARTA einen solchen Text veröffentlichen sollte. Natürlich ist es wichtig, die Enthüllungen und deren Konsequenzen für die Whistleblower und für die Öffentlichkeit zu diskutieren. Niemand bestreitet das, und gefühlte neunundneunzig Prozent aller Medien tun genau das, und nur das. Aber Feminismus ist kein Spartendiskurs. Feminismus beschäftigt sich mit der alle Gesellschaftsbereiche durchziehenden Ideologie geschlechtlicher Rollenbilder und der Unterdrückung bestimmter Geschlechter zugunsten anderer. Zu fordern, dass die Feministinnen sich oder den Feminismus aus bestimmten Themen herauszuhalten hätten, zeugt nur von einer Ignoranz gegenüber den Inhalten des Feminismus, und einem Wunsch, unangenehme Diskurse an den Rand zu drängen und aus ganzen Gesellschaftsbereichen herauszuhalten.

Frauen und/oder Feministinnen können und müssen es aushalten, dass ihre eigentlich so selbstverständlichen Anliegen im öffentlichen Diskurs, und erst recht in den großen Medien, so gut wie nie auch nur Erwähnung finden. Warum können Vertreter/innen der Mehrheitsgesellschaft es umgekehrt nicht aushalten, das zwei kleine bis mittelgroße Blogs, zu deren zentralen Themen der Feminismus gehört, sich überall dort mit feministischen Fragestellungen befassen, wo diese auftreten (also überall)?

Schön durchgeführt: Der Feminismus wird UNTERDRÜCKT. Er soll sich RAUSHALTEN. Er ist ein Opfer, obwohl dort nur berechtigte Interessen vertreten werden.

Dass niemand behauptet hat, dass sich der Feminismus zu solchen Themen nicht äußern soll, sondern nur, dass es hier auf eine sehr dumme Weise erfolgte, dass niemand außer Frau Schrupp selbst erklärt hat, dass sie ihre Texte nicht mehr veröffentlichen wollen, dass bestimmte Punkte keine Erwähnung finden, weil diese Sparte des Feminsmus gynozentrisch ist und in allem eine Benachteiligung von Frauen sieht, das kann ihm gar nicht in den Sinn kommen.

Wie auch?

Es ist mit der feministischen Theorie nicht vereinbar.

Und damit darf es nicht sein.