Abgrenzung des alten Feminismus vom intersektionalen Feminismus

Ich hatte mich in dem Artikel über den Streit zwischen Schwarzer und den intersektionalen Feminismus, der unter dem Stichwort „Hetzfeminismus“ lief, einmal an einem Vergleich mit einem Spiel versucht, den ich noch einmal etwas ausbauen möchte.

  • Der „alte Feminismus“ (2.Welle?) ist recht einfach gehalten: Männer und Frauen befinden sich in einem Nullsummenspiel um Macht, welches man insofern mit Fußball vergleichen kann. Die Männer sind die gegnerische Mannschaft, man gewinnt das Spiel, wenn man Tore schießt und Gegentore verhindert.
  • Der „intersektionale Feminismus“ (3. Welle?) spielt hingegen ein gänzlich anderes Spiel: Sie sammeln Punkte, die man auf vielfältige Weise gewinnen kann und auch wieder verlieren kann. Der mit den meisten Punkten gewinnt.Dabei sieht es teilweise so aus als würden sie das gleiche Spiel spielen, weil man auch dadurch Punkte machen kann, dass man gegen die andere Mannschaft (die Männer) ein Tor schießt oder eines von diesen verhindert.  Gleichzeitig kann man in diesem Spiel aber auch dann Punkte gut machen, wenn ganz andere Leute ein Tor schießen und Punkte verlieren, wenn man diesen ein Tor verhindert oder gar gegen sie ein Tor schießt.

    Auf Fußball übertragen bedeutet das beispielsweise, dass die Mannschaft der intersektionalen Feministen einen Punkt bekommt, wenn sie einen schwarzen Spieler der Gegenmannschaft ein Tor machen lässt und ihnen ein Punkt abgezogen werden kann, wenn sie ein Tor von diesem verhindern. Genauso gewinnen sie Punkte, wenn sie zu einem behinderten Mitspieler oder Gegenspieler abspielen und dieser ein Tor macht. Sie bekommen bereits Punkte, wenn sie in ihre Mannschaft PoCs aufnehmen oder Dicke oder muslimische Mitspieler oder anführen, dass sie nicht in der Frauenmannschaft spielen, sondern in der neutralen Mannschaft und das es eigentlich gar keine Mannschaften  gibt, weil einige Trikots der Mannschaften schon ganz ausgewaschen sind und man damit die Mannschaften gar nicht mehr zuordnen kann. Oder sie gewinnen einen Punkt, wenn sie auch den Schiedsrichter mal den Ball ins Tor schießen lassen.

    Und es gibt auch Punkte für den einzelnen Spieler, wenn er anderen aus „seiner“ oder der gegnerischen Mannschaft Regelverstöße nachweist. Was das Spiel von einem Mannschaftsspiel zu einem Einzelspiel macht.

Es ist dann verständlich, warum sich der alte Feminismus und der neue Feminismus nicht verstehen. Beide spielen schlicht nicht das gleiche Spiel.

Und es wird auch deutlich, warum vieles im intersektionalen Feminismus so irrational wirkt: Die meisten Leute gehen nach wie vor davon aus, dass sie Fußball spielen, während sie ein ganz anderes Spiel spielen, welches nur entfernt mit Fußball zu tun hat und bei dem es mehr darum geht, strikte Regeln um Punkte einzuhalten und selbst Punkte zu sammeln als ein bestimmtes Ergebnis für die Mannschaft zu erzielen.

Guter Vergleich oder nicht?

Was wäre gegebenfalls ein besserer?

„Emma-Feminismus“ vs „Netzfeminismus“: EMMA bezeichnet Anne Wizorek, Jasna Strick, Teresa Bücker etc als Hetzfeministen

Die EMMA hat einen bemerkenswerten Artikel über den „Netzfeminismus“, dort als Hetzfeminismus bezeichnet, geschrieben:

Es gibt eine Welt, in der eine Minderheit agiert und von der die Mehrheit nichts ahnt. Das ist die Welt der so genannten Netzfeministinnen. Es ist gar nicht so leicht, sich in dieser Welt zurechtzufinden. Denn dort spricht frau in Dogmen und Rätseln, Sternchen und Unterstrichen. Die Sprache dieser Netzfeministinnen ist so normiert und spezialisiert, dass auch Akademikerinnen kaum folgen können.

Es wundert mich immer wieder, wie wenig Feministinnen an der Darstellung der anderen Meinungen aus dem Feminismus interessiert sind. Der tatsächliche Unterschied in den jeweiligen Theorien wird kaum benannt, es werden eher die Folgen, die Begleitumstände genannt statt mal ganz deutlich die Unterschiede darzustellen:

Der Feminismus nach Schwarzer baut auf Beauvoir und später dann Dworkin und Co auf, er sieht Frauen und Männer als gleich an und meint, dass sie ich in einem Machtkampf befinden, bei dem die Frau gegenwärtig unterdrückt wird un aus dem sie sich befreien möchte. Agierende sind im wesentlichen Männer und Frauen, Transsexuelle oder Homosexuelle oder Hautfarben spielen für diesen Kampf nur sehr eingeschränkt eine Rolle.

Im intersektionalen Feminismus findet sich hingegen eine Einteilung in Privilegierte und Unterdrückte, wobei diese Einteilung in ihrer binären Form über alle Kategorien vollzogen wird und daher in einer Person in der Kategorie Geschlecht eine Unterdrückung vorliegen kann (etwa: Frau), in einer anderen Kategorie wie zB Rasse aber eine Privilegierung (etwa: Weiß). Diese verschiedenen Unterdrückungen können sich gegenseitig beeinflussen, eine schwarze Behinderte Frau kann also durch das Zusammentreffen der Nachteile noch anders betroffen sein als bei der Einzelbetrachtung der Merkmale.

Die Idee im Schwarzer Feminimus ist, dass man sich die Macht erkämpfen muss, die Idee im intersektionalen Feminismus ist, dass man die Gesellschaft so ändern muss, dass die Gesellschaft bestimmte Privilegierungen nicht mehr zuweist. Das soll unter anderem auch dadurch erreicht werden, dass man die Kategorien an sich angreift und etwas „Geschlechterverwirrung“ stiftet.

In der ersten Ausrichtung nach Schwarzer ist die Welt recht klar: Man gewinnt den Kampf gegen den Mann nicht, wenn man Sternchen und Unterstriche verwendet und es macht keinen Sinn sich gegenüber fremden Kulturen zurückzuhalten, wenn Männer sich dort schlecht gegenüber Frauen benehmen, weil der Kampf ja weltweit zwischen Männern und Frauen geführt wird.

In der zweiten Ausrichtung bringen Sternchen und Unterstriche hingegen eben Verwirrung, weil Sprache die Kategorien schafft und man ja umerziehen möchte, die Leute aus den Kategorien befreien möchte. Der Vorwurf in einer der anderen Kategorien selbst Schuld an einer Unterdrückung zu sein, gerade wenn man in dieser Privilegiert ist oder jemanden verletzt zu haben wiegt zudem schwerer, weil Leute mit Privilegien eben nichts zu sagen haben. Leute ohne Privilegien in der Kategorie hingegen geben sich der Identitätspolitik hin und stellen darauf ab, dass nicht sie sich ändern müssen, sondern die anderen eben ihre Privilegien abgeben müssen.

Es ist eine geschlossene und begrenzte Welt. Eine coole, hippe Welt. Doch die Regeln in dieser Welt sind uncool. „Sprachverstöße“ werden erbarmungslos geahndet. Wer Sprachverstöße „bei anderen“ auch nur ignoriert, wird zur „Mittäter_in“. Artikel werden mit „Triggerwarnungen“ versehen, um die „Leser_in“ darauf vorzubereiten, dass es gleich um etwas Heikles geht, wie zum Beispiel eine V*rg*w*lt*g*ng. Manchmal wird „Unangenehmes“ auch gar nicht erst erwähnt – um den Vorfall nicht zu „reproduzieren“.

Es ist schon amüsant, wenn die EMMA Leuten vorwirft zu radikal zu sein: Denn auch bei ihnen werden Verstöße gegen Regeln erbarmungslos geahndet, sie haben nur andere Tabus aufgestellt. Mit jemanden aus dem EMMA-Bereich wird man eben nicht darüber reden können, dass es „Sexarbeit“ gibt und das eine Frau sich für die Prostitution freiwillig entscheiden kann.

Vor allem, wenn es sich um „Rassismen“ gegen PoC bzw. WoC handelt (das ist die Abkürzung für „People of Colour“ bzw. „Women of Colour“), also Menschen, die „nicht-weiß“ sind. Im Gegensatz zu „weiß Positionierten“. Und weiß schreibt frau jetzt auch kursiv, „da gesellschaftlich wirkungsvolle Kategorien beschrieben werden sollen und keine äußerlichen Zuschreibungen“. Das weiß inzwischen sogar Wikipedia.

Das Thema „Rasse“ könnte in der momentanen Situation neben vielleicht noch der Transsexualität in der Tat das sein, welches diese beiden Arten des Feminismus am meisten spaltet. Denn über die anderen Kategorien macht es im intersektionalen Feminismus den Kampf gegen den Sexismus zu etwas anderem, bei dem man plötzlich selbst aufpassen muss nicht der Böse zu sein, weil man andere Kulturen nicht respektiert und seine eigene privilegierte Stellung nicht erkennt. Wo ein Schwarzer-Feminismus sagt, dass es doch ganz egal ist, ob ein Mann, der sich nicht richtig verhält, schwarz oder weiß ist, wirft der intersektionale Feminismus ein, dass dort doch irgendwie alles aufgrund des Zusammenspiels zweier Kriterien ganz anders sein und man als Weißer ja auch mit Schuld daran sei, dass der PoC sich so verhalte, weil diese toxische Männlichkeit eben nur Folge des Kolonialismus ist. Worauf der Schwarzer-Feminismus sagen würde, dass ihm doch egal ist, wo es herkommt, solange der Typ sich falsch verhält. Woraufhin der intersektionale Feminismus einschreiten muss, weil Kategorien mißachtet werden und der Vorwurf des Rassismus droht und so weiter.

Geht es in dieser kleinen – aber medial sehr präsenten – Welt also nur um Formalitäten? Oh nein! Es geht auch um Inhalte, um Politik. Es geht um Deutungshoheit, nicht nur gegenüber den Medien, sondern auch innerhalb der feministischen Szene.

Wenn man totalitäre Ideologien, die sich eine logischen Überprüfung verschließen, errichtet, dann ist es eben nicht verwunderlich, wenn dort verschiedene Strömungen entstehen, die beide jeweils keine Abweichungen vom richtigen Weg akzeptieren. Schwarzer verkennt aber, dass die intersektionale Szene nicht um Macht kämpft, sondern schlicht missachtet und ignoriert – hier gilt noch stärker als im eher streitbaren Schwarzer-Feminismus, dass man nicht mit den Schmuddelkindern spielt und ihnen daher auch keinen Raum gibt, indem man auf sie erwidert. In der Hinsicht sind intersektionale Feministen in der Tat noch ausgrenzender als Schwarzerfeministen, weil sie es nach ihrer eigenen Ideologie sein müssen.

Diesem „liberalen Feminismus“, der aus Amerika zu uns geschwappt ist, geht es in erster Linie um persönlichen Erfolg, Anti-Rassismus und die Vielfalt der sexuellen Identitäten. Die Klassenfrage, die heute so genannte soziale Frage, spielt in diesen Kreisen kaum eine Rolle. Zumindest in der Praxis nicht, auch wenn theoretisch gerne vom „Klassismus“ geredet wird.

Den intersektionalen Feminismus als „liberal“ zu bezeichnen hat etwas ironisches. Es muss dem Schwarzer-Feminismus vielleicht so vorkommen, weil er viele Beschränkungen ablehnt, doch eben nur in bestimmte Richtungen. In der Tat ist der intersektionale Feminismus liberaler, was den größten Feind des Schwarzer-Feminismus, die Prostitution angeht, aber das folgt eben daraus, dass er lediglich Verhaltensvorschriften für Frauen, was Sexualität angeht, ablehnt, es sei denn man propagiert so etwas wie eine monogame Beziehung mit einem Mann. In dem Bereich muss man sich dann schon bewußt machen, dass man privilegiert ist und andere es schwerer haben und sein Leben bitte darauf ausrichten, die eigene Privilegierung abzubauen und der Mann muss eben auch lernen, wie er sich da richtig verhält und auf wie viele Arten er dabei sexistisch sein kann.

Und wenn diese Netzfeministinnen finden, dass die anderen die falsche Position haben, dann verbieten sie ihnen eben einfach den Mund, mehr noch: Sie diskreditieren sie. Am liebsten als „Rassistinnen“. Die Femen zum Beispiel. Die haben die falsche Position. Und vielleicht haben sie in den Augen der Netzfeministinnen auch zu viel Aufmerksamkeit erregt.

„Die Blackfacing-Aktion der Femen hat uns endgültig gezeigt, dass wir keine Slutwalks mehr organisieren wollen.“

Zum Beispiel 2012 auf dem so genannten Slutwalk, diese aus Kanada herüber­geschwappte „Schlampen“-Demo gegen sexu­elle Gewalt. Die Proteste waren 2011 in Toronto gestartet. Ausgelöst von dem Polizeibeamten Michael Sanguinetti, der in einem Vortrag vor StudentInnen erklärt hatte: „Frauen sollten vermeiden, sich als Schlampen zu kleiden, um nicht zu Opfern zu werden.“ Aus Protest gingen am 3. April 2011 über 3.000 Frauen (und einige Männer) auf die Straße, Motto: „My dress doesn’t mean yes!“ Mein Kleid ist keine Einladung. Die Kanadierinnen hatten einen Nerv getroffen. In den folgenden Monaten : Slutwalks weltweit.

Bei dem Slutwalk am 15. September 2012 in Berlin marschierten mehrere Femen mit. Sie hatten sich das Gesicht und den bloßen Oberkörper schwarz angemalt, um so gegen die Verschleierung und Unterdrückung von Frauen in den islamistischen Ländern zu protestieren.

Als Fotos von dem Slutwalk auf Facebook erschienen, darunter die schwarz angemalten Femen, brach ein Sturm der Empörung, ein Shitstorm los. „Blackfacing!“ lautete der Vorwurf. Blackfacing. So nannte man das früher am Theater: Weiße Darsteller malten ihre Gesichter schwarz an und gaben so den – meist lächerlichen – Schwarzen. Diese Praxis ist heute geächtet.

Den Femen allerdings war es gar nicht um schwarze Frauen gegangen, sondern um schwarz verschleierte Frauen. Doch da die ­Organisatorinnen des Slutwalks den Femen-Auftritt „nicht verhindert“ hatten, folgte ­umgehend eine Abmahnung auf der Fünf-Jahres-Feier des Bloggerinnen-Kollektivs Mädchenmannschaft.

Doch auch bei diesem Tribunal hätten sich „die Organisator_innen von Slutwalk Berlin wiederholt rassistisch geäußert“ und „weiße Dominanz und Abwehr reproduziert“, rügte die Mädchenmannschaft. Im Januar 2013 schrieb EMMA, das Tribunal erinnere sie an „Schauprozesse in der stalinistischen und maoistischen Ära“.

Das war der letzte Slutwalk in Berlin. Im Sommer 2013 erschien auf der Slutwalk-­Facebook-Seite das reuige Statement: „Die ‚Blackfacing-Aktion‘ der Femen auf dem Slutwalk 2012, von der wir uns leider nicht rechtzeitig distanziert haben; die wir am Anfang sogar noch in Schutz genommen haben, weil wir sie nicht verstanden haben – obwohl wir Blackfacing jetzt erst recht schlimm finden! – und die zu Recht zu vielen Diskussionen und zu einer harschen Kritik auch am Slutwalk Berlin führte, hat uns endgültig gezeigt, dass wir keinen Slutwalk mehr organisieren wollen.“ Damit war der einzige organisierte, feministische Protest beerdigt. Von linken Rechtgläubigen.

Ach ja, dass war auch ein schöner Krieg, der mal wieder deutlich macht, dass intersektionaler Feminismus einfach nicht funktionieren kann, weil er dazu einlädt, dass Leute sich gegenseitig zerfleischen und sich vorhalten, dass sie Nicht gut genug sind.

Wiederum ist es aus der Sicht des intersektionalen Feminismus ganz klar: Das Gesicht schwarz anmalen geht als weißer nicht, was man auch immer damit bezwecken will, Denn ihr erster Augenmerk muss nicht auf einer potentiell anderen Aussage liegen, sondern darauf, ob es Gefühle Nichtprivilegierter verletzen kann und das ist aufgrund des Umstandes, dass mit Blackface früher Schwarze ausgeblendet und als Stereotype dargestellt worden sind, eben der Fall. Aus Sicht des Schwarzerfeminismus spielt das keine Rolle, viel wichtiger ist, dass man damit im Kampf um Frauenrechte weiterkommt, weil die Burka in der Hinsicht nicht hinzunehmen ist.

Und heute, vier Jahre später? Die derzeit medial präsenteste Netzfeministin heißt Anne Wizorek. Sie war beim Start der Slutwalks dabei, hat 2013 den Hashtag #aufschrei erfunden und gilt als „Gesicht des neuen Feminismus“ (Kölner Stadt-Anzeiger). Mit ihrem Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht – für einen Feminismus von heute“ tourt die Studienabbrecherin, die auf ihrer Website als Beruf „Digital Media Consultant“ und „Speaker“ angibt, durch linke und liberale Medien und Parteiveranstaltungen: von der SPD, über den Deutschen Gewerkschaftsbund und die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) bis hin zur Rosa-Luxemburg-Stiftung (Die Linke) und Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne).

Das muss Schwarzer schmerzen. Der Staat verrät sie und unterstützt großzügig eine andere, die aus ihrer Sicht nichts kann. Interessiert hat mich als ich das gelesen habe, was Schwarzer eigentlich für einen Abschluss hat:

Schwarzer besuchte die Handelsschule und arbeitete einige Jahre im kaufmännischen Bereich. 1963 ging sie nach Paris, wo sie die französische Sprache erlernte, und kehrte 1965 nach Deutschland zurück. Sie volontierte bei den Düsseldorfer Nachrichten und ging 1969 als Reporterin zur Zeitschrift Pardon. Von 1970 bis 1974 arbeitete sie in Paris als freie politische Korrespondentin für Radio, Fernsehen und Zeitschriften. Ihr Spezialgebiet waren „die Folgen von 68 im politischen, sozialen und kulturellen Bereich“. An der Universität Vincennes, die auch Studenten ohne Hochschulreife aufnahm,[2] studierte sie von 1970 bis 1974 ohne Abschluss Psychologie und Soziologie,[3] unter anderem bei Michel Foucault.

Also auch eine „Studienabbrecherin“, die dann Journalistin geworden ist. Sie sieht sich aber wahrscheinlich vollkommen anders.

„Rechtskonservative und einige Feministinnen nutzen die Geschehnisse von Köln für rassistische Hetze.“ (Anne Wizorek)

Was die 35-jährige Wizorek zu sagen hat? Über die Burka zum Beispiel das: „Ich finde es immer schwierig, wenn westliche Feministinnen ihre Vorstellung von Befreiung auf Frauen übertragen, von deren Lebensrealität sie wenig wissen (…) Kleidungsstücke sind eigentlich nicht der Punkt.“ (Stern, 2014). Und ein Burkaverbot? Das findet Wizorek einfach nur „kontraproduktiv“, denn das nähme den Frauen ja die Möglichkeit, „sich emanzipieren zu können“. Der Burkini, diese Bade-Burka, ist für Wizorek gar ein regelrechtes „Emanzipationswerkzeug“ (N24, 2016).

Da ist der intersektionale Feminismus in der Tat mit am schwächsten ausgestellt: Er schafft es nicht einheitliche Bewertungen anzustellen, verurteilt im Westen, dass man nicht nackt rumlaufen darf, in anderen Kulturen aber scheut er sich davor, wesentlich striktere Kleidungsvorschriften und deren kulturelle und religiöse zwangsweise Durchsetzung als Problem zu benennen, weil diejenigen Angst haben, dass sie damit rassistisch sein könnten. Eine einfache Abgrenzung wie „Jede Frau hat das Recht eine Burka zu tragen, man sollte aber gegen jeden, auch kulturellen oder religiösen Zwang vorgehen eine solche tragen zu müssen“ würde ihnen nie über die Lippen kommen. Das ist um so verwunderlicher, wenn sie ansonsten überall Unfreiwilligkeit annehmen, nur eben dann nicht bei anderen Kulturen, bei denen dann anscheinend internalisierte Frauenfeindlichkeit keine Rolle mehr spielt und man die Frauen nicht unterstützen darf.

Ähnlich tönte das #ausnahmslos-Bündnis, das Wizorek u.a. zusammen mit der orthodox-muslimischen Bloggerin Kübra Gümüşay im Januar 2016, ein paar Wochen nach der Kölner Silvesternacht, initiiert hatte. Motto: „Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus.“ Darin heißt es: „Sexualisierte Gewalt darf nicht nur dann thematisiert werden, wenn die Täter die vermeintlich ‚Anderen‘ sind: die muslimischen, arabischen, schwarzen oder nordafrikanischen Männer – kurzum, all jene, die rechte Populist_innen als ‚nicht deutsch‘ verstehen.“

Wie bitte? Ausgerechnet Feministinnen hätten bisher nichts gesagt über die sexuelle Gewalt der weißen oder gar eigenen Männer? Die 1981 in der DDR geborene Wizorek scheint wenig zu wissen von dem Kampf der Feministinnen im Westen gegen männliche Gewalt seit Mitte der 1970er Jahre. Oder weiß sie es besser und hat Gründe, es zu ignorieren?

Auch interessant: Die Autorin greift lediglich die Botschaft auf, dass man nicht genug protestiert hat. Die Unterscheidung, die eigentlich im Kern des Vorwurfs des intersektionalen Feminismus steht, nämlich das weiße Männer privilegiert werden und deren Taten verschwiegen werden, lässt man unangetastet. Natürlich darf aber auch der Schwarzer-Feminismus hier die Lage vorher nicht als unbedrohlich ansehen, denn auch dieser Feminismus arbeitet ja mit besonders hohen Opferzahlen, die seine Existenz rechtfertigen.

Das #ausnahmslos-Bündnis apropos Silvester belehrend weiter: Die sexuelle Gewalt dürfe „auch nicht nur dann Aufmerksamkeit finden, wenn die Opfer (vermeintlich) weiße Cis-Frauen sind“. Für Nicht-Eingeweihte: Cis-Menschen sind alle, bei denen das biologische Geschlecht und die Geschlechterrolle übereinstimmen, also Sex gleich Gender – im Gegensatz zu manchen Homosexuellen oder transsexuellen Menschen.

„Rechtskonservative, und leider auch einige Feministinnen, nutzen die Geschehnisse in Köln für rassistische Hetze“, erklärte Anne Wizorek in der Frankfurter Rundschau. Für alle, die noch nicht verstanden haben: Mit den „einige Feministinnen“ ist Alice Schwarzer gemeint, die laut Wizorek die „rassistische Grundstimmung anheizt“. Und das vor allem, seit sie gewagt hat, öffentlich eine Evidenz zu sahen: Nämlich, dass die Täter der Kölner Silvesternacht überwiegend Marokkaner und Algerier waren.

Und das ist im intersektionalen Feminismus eben bereits Rassismus (es kann auch abseits davon Rassismus sein, wenn man zB alle Marokkaner oder Algerier zu Vergewaltigern erklärt oder ähnliches). Im intersektionalen Feminismus muss eben immer der weiße Mann der Böse sein, über ihn dürfte man entsprechendes problemlos behaupten, im Schwarzer-Feminismus reicht es, wenn der Böse männlich ist.

„Ich muss sagen, dass mich Alice Schwarzer nicht beeinflusst hat“, erzählt die 35-Jährige JournalistInnen neuerdings gerne. Früher tönte das anders. Als der Kölner Stadt-Anzeiger im Januar 2013 auf dem Höhepunkt der #aufschrei-Debatte Wizorek gegen Schwarzer ausspielte, hatte Anne noch an die „liebe Alice“ geschrieben: „Über diesen unsäglichen Artikel habe ich mich bereits bei der Autorin beschwert. Sie hat Aussagen von mir verdreht und war ganz offensichtlich bereits mit einer fertigen Story im Kopf zum Interview gekommen. Bitte lass durch diesen Artikel keinen falschen Eindruck entstehen.“ Und weiter: „Mir liegt hier auch jeglicher Genera­tionsgrabenkampf fern, und ich finde es so unglaublich billig, dass einige ihn nun wieder herbei inszenieren wollen.“

Auch das wird innerhalb der Emma schwer verdaulich gewesen sein: Eine deutsche Feministin erklärt, dass Schwarzer sie nicht beeinflusst hat? Schwarzer, die im wesentlichen über lange Zeit alleine DER Feminismus in Deutschland war. Das muss undankbar und in der Sicht auch unvorstellbar wirken, als Angriff über eine Lüge, wie sie frecher nicht sein kann. Deswegen empfindet man dort auch die nachfolgenden Sätze als so falsch, weil sie ja hier erkennbar mit falschen Mitteln einen Generationsgrabenkampf führen möchte, indem sie die Verdienste von Schwarzer, die aus Emma-Sicht gar nicht nicht der wesentliche Einfluss sein können, leugnet. Das Beauvoir und Co, auf denen Schwarzer aufbaut, inzwischen im modernen Feminismus in der Tat kaum noch eine Rolle spielen, selbst der Einfluss Butlers, der bei Schwarzer schon keine Rolle spielt,  zugunsten anderer intersektionaler Theorien zurücktritt und damit diese Theorien tatsächlich kein wesentlicher Einfluss sind geht versteht man da wohl auch nicht.

„Der Schock“ von Alice Schwarzer ist eine rassistische Hass-Schrift“, ist Hatespeech im Feminismus-Mantel“. (Missy)

Ein erstaunlicher Gesinnungswandel. Was mag dahinter stecken?

Ähnlich verlief auch der Gesinnungswandel des Missy Magazine. Beim Start 2008 verstand sich das Blatt noch als Organ „feministischer Popkultur“; inzwischen hat es den Anspruch, auch die „Politik“ abzudecken und gilt als das Verlautbarungsorgan des „jungen Feminismus“.

Im Sommer 2016 bezeichnete Missy Online das von Alice Schwarzer apropos der Kölner Silvesternacht herausgegebene Buch „Der Schock“ als „rassistische Hassschrift“ und „Hatespeech im Feminismus-Mantel“. Gelesen haben kann die Missy-Autorin Mithu Sanyal das Buch nicht. Sonst könnte sie nicht übersehen haben, dass vier der acht AutorInnen in dem Buch MuslimInnen sind, darunter auch solche, deren Leben Islamisten mit Todes-Fatwas bedrohen. Und dass alle vier, ganz wie Herausgeberin Schwarzer, der Überzeugung sind, dass die islamistische Verhetzung der Männer – nicht der Islam! – an diesem Abend eine Rolle gespielt hat.

Der Vorwurf, dass sie das Buch nicht gelesen hat, mag richtig sein, aber die Autorin hat anscheinend auch nichts über den intersektionalen Feminismus gelesen: Denn natürlich kann ein Buch auch eine rassistische Hassschrift gegen Muslime sein, wenn es von Musliminen geschrieben wird, weil diese dann eben einer Gehirnwäsche unterliegen, leider nicht die Wurzel der Unterdrückung erkennen, was eben am kolonialen Einfluss oder an den Weißen oder an internalisierten Muslimenhass liegt. Den auch hier gilt, dass man nicht irgendwelchen Muslimen zuhören soll, sondern den ideologisch richtigen, die die kulturelle Eigenständigkeit betonen und anführen, dass Weiße (oder von diesen beeinflusste Leute) sich da nicht einzumischen haben.

Doch auch bei Missy hatte das schon mal ganz anders geklungen. „Liebe Frau Schwarzer“, hatte Missy-Gründerin Chris Köver anno 2008 geschrieben apropos der Hetze in den Medien über „Jung-Feministinnen versus Alt-Feministinnen“: „Das ist eine Scheindebatte, bei der es vor allem darum geht, feministisch denkende Frauen gegeneinander auszuspielen. Wir möchten da nicht mitspielen. Die EMMA und die gesamte zweite Welle des Feminismus hat uns stark geprägt. Wir sehen unseren Feminismus und unser Magazin als eine Fortsetzung Ihrer Arbeit, nicht als Gegenentwurf (…) Wir stehen auch in Kontakt mit zwei der Autorinnen des Buches ‚Wir Alphamädchen‘. Wir haben alle das Gefühl, dass es viele Missverständnisse gibt.“

2008 ist ja auch Ewigkeiten her. Gerade im Internetzeitalter. 2008 befand sich der intersektionale Feminismus noch in seinen Anfängen. Heute ist die diesbezügliche Theorie ganz anders aufgebaut und die Szene radikalisiert. Und demzufolge tritt man natürlich auch ganz anders auf: Wo man vorher noch der Underdog war ist man nunmehr der Favorit. Inzwischen haben sich die Theorien weiterentwickelt, die Fehler des „alten“ Feminismus gegenüber dem intersektionalen Feminismus sind dort deutlich geworden und der Vorwurf der Nichtbeachtung der anderen Kategorien hat wesentlich mehr Gewicht erhalten.

Es ist in Hinblick auf den Vorwurf, dass die EMMA längste veraltet und nicht mehr auf dem Stand der Zeit ist, nicht mehr maßgeblich für den Feminismus ist, interessant, dass die Verteidigung der EMMA im wesentlichen „Aber vor 8 (!) Jahren fandet ihr mich doch auch noch toll“ ist. Besser kann man eigentlich kaum betonen, dass man in der Vergangenheit lebt.

Das Gefühl hatte EMMA auch. Und schon bei den Alphamädchen, die die Medien nach den Girlies und vor den Netzfeministinnen gefeiert hatten, hatten auch wir die ­innerfeministischen Misstöne bedauert. Wir gaben den Missys also verlegerische Tipps und luden Chris Köver und Kolleginnen ein.

Irgendwann kamen die Missy-Macherinnen nach Köln. Das an diesem Tag geführte Gespräch schaffte es im März 2011 auf den EMMA-Titel, Schlagzeile: „Kein Bock auf Spaltung!“ Auf dem Cover: Chris Köver, Stefanie Lohaus und Katrin Rönicke (die damals noch für die Mädchenmannschaft bloggte). Schulter an Schulter mit den EMMAs.

Dazu hatte ich sogar etwas geschrieben. Da war es noch ein Komplott, mit dem die Feministinnen gegeneinander ausgespielt werden sollten. Ich fand damals (in einem Kommentar unter dem Beitrag) das mit dem Artikel verlinkte Bild interessant:

Ich finde in dieser Hinsicht auch das Foto recht interessant. Schwarzer natürlich in der Mitte, wie es ihrem Stand als ungekrönte Königin des Feminismus gebührt, lässig den Arm auf eine der anderen Frauen gestützt (übrigens auch eine nette Dominanzgeste). Die beiden Frauen links und recht sind auf sie bezogen, rahmen sie ein, weil sie ihr zugewandt sind, die unteren gucken bis auf die Linke (auch von der Emma) nicht in die Kamera, das ganze Foto ist auf Schwarzer zentriert. Hat sie gut gemacht/ausgesucht.

Auch damals war es eine Audienz bei der Königin, die jungen Feministinnen kamen zu ihr und sie gab huldvoll Tipps. So hätte es Schwarzer sicherlich gerne wieder. Denn das sind auch ihre Bedingungen dafür, dass man keinen Streit hat: Man erkennt ihren Status an. Da wird sie inzwischen schlechte Karten haben.

Wir EMMAs fanden das gut. Die Missys aber bekamen noch vor Erscheinen der EMMA-Ausgabe kalte Füße. Was war der Grund? Über die Facebook-Seite des Magazins ergossen sich Hasstiraden. Tenor: „Wie könnt ihr euch mit diesen Rassistinnen verbünden?“

Mit „Rassistinnen“ waren wir EMMAs gemeint. Grund: Unsere seit 1979 veröffentlichte Kritik am Islamismus, dem politisierten Islam. Doch die BefürworterInnen des Islamismus sind seit Jahrzehnten sehr präsent an den deutschen Universitäten und in der Internet-Szene, vor allem die KonvertitInnen. Jede Kritik am Islamismus wird von ihnen mit dem Rassismus-Hammer erschlagen. Das scheint Wirkung zu zeigen.

Ich habe es oben schon einmal angesprochen, dass ich es erstaunlich finde, dass die EMMA-Feministinnen anscheinend das Konzept, dass dahinter steckt, nicht verstehen oder nicht ansprechen können. Es sind nicht schlicht Islambefürworter und KonvertitInnen, die zuschlagen, der intersektionale Feminismus selbst hat es die Unfähigkeit, Leute aus nichtweißen, nichtwestlichen Staaten zu kritisieren, als festen Bestandteil seiner Theorien eingebunden, weil es als etwas verstanden wird, was weißen nicht zusteht und was PoCs nicht gegen sich selbst richten, weil sie ja schon Weiße als Sündenböcke haben. In diesen Theorien kann man virtue Signalling damit betreiben, dass man alle Kritik von Nichtweißen fernhält, also wird niemand selbst Kritik an Nichtweißen vorbringen (allenfalls an Nichtweißen, die Weiße Theorien vertreten).

Neulich hat Stefanie Lohaus von Missy, ebenfalls im #ausnahmslos-Bündnis, mal wieder jemand die „Alice-Schwarzer-Frage“ gestellt. Die bekommen „Feministinnen alle sehr häufig gestellt“, klagt die Interviewte in einem Video auf YouTube. Um sodann in aller Ausführlichkeit zu erklären, warum Schwarzer für sie „kein Vorbild“ sei: „Da ist zum einen ihre Haltung zum Kopftuch, auch ihre Haltung zur Sexarbeit, das sehe ich ganz anders als sie. Auch ihre Position zu Hausfrauen … Sie verfolgt eben einen sehr universalistischen Feminismus, wo sie ansagt, wie Frauen sich verhalten sollen. Und mein Ansatz ist eher, Frauen zu ermächtigen, eigene Entscheidungen zu treffen, freiwillig.“

Und auch dort kann man die Unterschiede nicht wirklich benennen. Denn auch der intersektionale Feminismus sagt ja Frauen und Männern, wie sie sich verhalten sollen, er hat nur in Teilen breitere Möglichkeiten korrekten Verhaltens. Mit universalistisch ist wohl der Punkt gemeint, dass man anderen Kulturen nicht vorschreiben darf, was richtig und falsch ist, was allerdings auch nur bei bestimmten Kulturen praktiziert wird, die „Nichtwestlich“ und „nichtweiß“ sein müssen. Die Idee, dass der intersektionale Feminismus Frauen ermächtigen will, eigene Entscheidungen zu treffen, ist auch ein Euphemismus, denn „eigene Entscheidung“ bedeutet dort ja, dass sie die Entscheidung treffen, die der Feminismus als einzige richtige Antwort einer freien Entscheidung anerkennt. Bei allem anderen gilt es „Privilegien zu hinterfragen“ oder „toxische Maskulinität“ oder „internalisierte Frauenfeindlichkeit“ oder was auch immer der passende Begriff ist.

Allerdings haben sie recht, wenn sie feststellen, dass Schwarzer in diesen Theorien schlicht keine Rolle spielt und sogar schädlich ist.

Ermächtigen. Freiwillig. Auch so Zauberformeln. Mit diesen Positionen weist Lohaus sich als Vertreterin des so genannten „liberalen Feminismus“ aus. Der besteht im Kern darin, dass alles, was eine Frau „freiwillig“ tut, gut ist. Die Analyse der Kausalität zwischen ­äußeren und inneren Zwängen, die zu Beginn der Frauenbewegung selbstverständlich war, scheint für diese Feministinnen verloren gegangen zu sein (siehe auch Meghan Murphy).

Diese Analyse hat der Feminismus immer willkürlich vorgenommen: Frei war, was ins Dogma passte, unfrei war alles andere. Aber andere Dogmen bedingen andere Vorstellungen des richtigen Verhaltens.

„Ich bin sicher: Einige dieser Musliminnen können Kaffee durch den Schleier trinken.“ (Stevie Schmiedel von Pinkstinks über die Burka)

Und dann ist da auch noch Stevie Schmiedel von Pinkstinks. Schmiedel hatte im Jahr 2012 die Initiative gegen sexistische Werbung aus Großbritannien nach Deutschland geholt. Inzwischen ist Schmiedel nicht nur Pro-Prostitution, O-Ton: „Es muss möglich sein, selbst zu entscheiden, ob man lieber als Escort oder als Putzhilfe sein Studium finanziert.“ Sie ist auch pro Vollverschleierung, O-Ton: „Ich bin sicher: Einige dieser Muslim*innen können Kaffee durch den Schleier trinken. Sie können sogar selbst entscheiden, handeln und bestimmen, wie Feminismus für sie aussieht und aussehen wird.“

Prostitution ist beispielsweise ein Beispiel dafür: In Schwarzers Welt ist eine freiwillige Prostitution unvorstellbar. In der Welt des intersektionalen Feminismus nicht. In der Welt des intersektionalen Feminismus muss auch der Schleier dem Grunde nach freiwillig sein, wäre er es nicht, dann müsste der intersektionale Feminist ja gegen ihn sein und das kann er nicht.

Im Jahr 2015 wurde Pinkstinks mit 64.000 Euro vom Frauenministerium gefördert. Anne Wizorek wurde in die „Sachverständigenkommission für den 2. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung“ berufen.

Und Schwarzer hat auch genug Geld vom Staat erhalten, man denke nur an den Frauenmediaturm:

Die Zuschüsse der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen für das Feminismus-Archiv betrugen ab 2008 210.000 Euro jährlich aus dem Etat von drei Ministerien. 2011 wurden sie auf 70.000 Euro gekürzt. Die rot-grüne Landesregierung begründete das unter anderem damit, dass ein öffentlich gefördertes Archiv „öffentlich zugänglich“ sein müsse.[11] 2012 sagte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Projekt-Förderung von 150.000 Euro jährlich für vier Jahre zu.[12] Im Oktober 2013 wurde bekannt, dass 2014 sämtliche Zuschüsse des Landes Nordrhein-Westfalen für das Archiv gestrichen werden.[13]

Ich nehme an, dass Schwarzer ihre Forderung als hoch berechtigt ansieht, andere Projekte oder andere Einsetzungen in Kommissionen gerade dann, wenn das Geld an sie nicht mehr fließt, als falsch.

Wer in der politisch korrekten, häufig mit Posten und Subventionen bedachten Berliner Feminismus-Szene agieren darf und wer nicht, darüber herrscht in der Hauptstadt allerdings ein strenges Regiment. Zum Beispiel im Fall Gina-Lisa Lohfink, der im Sommer 2016 einen kleinen feministischen Frühling ausgelöst hatte. Alle, wirklich alle waren im #TeamGinaLisa. Sogar die Frauenministerin. Manche aber waren nicht erwünscht.

So sollte die „Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt“, die Prozessbeobachtung bei Vergewaltigungsfällen betreibt, nach Meinung dieser Wortführerinnen nicht mit von der Partie sein. Und das, obwohl diese Initiative die Solidaritäts-Aktion für Gina-Lisa überhaupt erst initiiert hatte. Die #ausnahmslos-Frauen waren erst später auf den bereits fahrenden Zug aufgesprungen.

Fünf Tage vor der Demo meldete sich ­Wizoreks „#ausnahmslos-Bündnis“ zu Wort: „Wir werden uns bei der Solikundgebung am 27. Juni vor dem Amtsgericht in Berlin be­teiligen, machen jedoch darauf aufmerksam, dass wir die Sexarbeiter_innen- und trans*feindlichen Positionen der Organisator_innen der ‚Intiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt‘ ebenso wie etwaiger weiterer Solidaritätsbekunder_innen ablehnen.“

Dieser Vorwurf war in den Tagen zuvor quasi wortwörtlich bei den Pro-Prostitu­tions-Lobbyistinnen von Hydra erschienen. Was wiederum Anne Wizorek auf Twitter wohlwollend zur Kenntnis nahm: „Wichtiges Statement von @hydra_berlin, die auch ihre Solidarität mit Gina-Lisa Lohfink aussprechen.“ Von da wanderte die gerechte Sicht auf die #ausnahmslos-Webseite. So läuft das.

Hydra ist quasi die Erfinderin der „Prostitution als Beruf wie jeder andere“. Seit nunmehr drei Jahrzehnten klüngeln die Hydra-Frauen mit der Berliner Politik, vornehmlich SPD und Grüne, für eine noch weitergehende Deregulierung der Prostitution in Deutschland – zur Freude von Menschenhändlern und Zuhältern und auf Kosten von hunderttausenden Armuts-Prostituierten. Hydra muss das nicht scheren. Sowohl der Berliner Senat als auch der Bund subventionieren die Pro-Prostitutions-Organisation seit Jahrzehnten mit Millionenbeträgen.

Auch interessant, dass sie hier den Fall Gina Lisa darstellen, ohne das sie Zweifel in irgendeiner Form an der damaligen Aktion anspricht, obwohl der Prozessverlauf nahe legt, dass es sich um eine Falschbeschuldigung handelte.

Und natürlich wird der intersektionale Feminismus alles ablehnen, was gegen seine Dogmen verstößt. Dass ist vielleicht sogar der Grund, aus dem heraus er groß geworden ist: Er hat die meisten Dogmen, die sich teilweise als Kampf für Freiheiten verkleiden: Als Kampf gegen Rassismus, gegen Abwertung von freier Sexualität, als Kampf gegen die Diskrimierung Behinderter. Tatsächlich ist es ein totalitäres Denken, welches aus Nichts (noch nicht einmal einer Mücke) einen Elefanten macht, der dann nicht im Raum geduldet werden kann. Der intersektionale Feminismus ist damit ideal für eine Verdrängung anderer Meinungen, weil er er die schärferen Bedingungen aufstellt, wofür er aber auch eine gewisse Anzahl an Handelnden braucht, damit man ihn selbst nicht ausbremst.

„Die innerfeministischen Angriffe hatten existenzgefährdende Auswirkungen für uns.“ (Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt)

Die „Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt“ dagegen setzt sich für die Freier-Bestrafung ein. Damit stehen sie für Anne, Stefanie, Kübra & Freundinnen auf der Abschuss-Liste. Die Folge: „Engagierte Personen aus der Orga-Gruppe zogen sich aus der Demo-Organisation heraus. Ihnen folgten Rednerinnen, die sie eingeladen hatten“, klagt die Initiative. „Hauptgrund für den Rückzug war, dass sie bei anderen feministischen Events bereits innerfeministische Angriffe und Shitstorms erfahren hatten und diese teils existenzgefährdende Auswirkungen auf sie gehabt hatten“.

Es wäre ein interessantes Studienfeld die Art und Weise zu untersuchen, auf der es intersektionalen Feministen gelingt, solche Macht auszuüben und sich durchzusetzen. Eine Vermutung ist, dass viele andere Gruppen die Aufgabe an sich wesentlich wichtiger finden während die intersektionalen Feministinnen weit aus eher das Wie und das Warum kontrollieren wollen. Sie haben das perfektioniert, indem sie jede Kleinigkeit ungeheuerlich aufblasen können, über Punkte wie Mikroaggressionen oder andere Punkte, bei dem jede Kleinigkeit Teil des grossen Unterdrückungssystem ist und daher nicht geduldet werden kann und genau so schlimm ist wie eine große Unterdrückung.

Es fügt sich wahrscheinlich auch ganz gut in „prosoziale Dominanz“ ein: Wem es gelingt die Regeln des Wie und dessen, was nicht geht, anhand von Kleinigkeiten vorzugeben, der übernimmt die Gruppe. Während andere der Auffassung sind, dass es sinnlose Kleinigkeiten und unwichtige Punkte sind, ist es für die anderen die Welt und deswegen müssen die Nachgeben, für die es nur eine Kleinigkeit ist. Bis sie irgendwann entnervt aufgeben, weil es nie gut genug ist und die anderen zu dogmatisch sind.

Und was hatten die Organisatorinnen der Gina-Lisa-Demo noch verbrochen, dass sie nicht nur als „sexarbeiter_innenfeindlich“, sondern auch als „trans*feindlich“ und als „Rassistinnen“ bezeichnet wurden? Sie hatten in ihren Texten das Venuszeichen verwendet, das seit Ende der 1960er Jahre international für die Frauenbewegung steht (und auch das Symbol von EMMA ist). Damit schließen sie angeblich „alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt aus, die sich nicht als Frauen definieren“ (so die Netzfeministin Cat vom „Kampagnenbündnis #NeinheißtNein“).

Das ist eigentlich ein gutes Beispiel dafür: Es ist eine vollkommene Übertreibung, die das Ziel der Gina-Lisa-Demo nicht voranbringt, aber es behindert die ganze Arbeit, wenn ein Teil der Gruppe es zu einem Problem macht. Da die anderen entsprechende Kleinigkeiten nicht in ihrer Theorie haben gewinnen die, die sich über so etwas aufregen die Oberhand. Es fehlt anscheinend der Mut oder sie sind zahlenmäßig zu stark um sie selbst auszuschließen. Der intersektionale Feminismus behindert damit jede konstruktive Arbeit, weil er sich in einer Abwärtsspirale, einem race to the bottom befindet, indem die großen Probleme immer unwichtiger werden, weil die Kleinigkeiten nicht übergangen werden dürfen.

Und: Sie hatten den EMMA-Appell unterzeichnet, in dem der international für Prostitution gebräuchliche Begriff „white slavery“ auftaucht. „An rassistischer Ignoranz“ sei das „kaum zu übertreffen“, beschied Mädchenmannschafts-Bloggerin Magda Albrecht.

Natürlich wird es dadurch unterstützt, dass die anderen Feministinnen nicht bereit sind, sich mit der intersektionalen Theorie zu befassen. Es scheint tatsächlich Unverständnis zu bestehen, warum „white slavery“ für eine intersektionale Feministin nicht hinzunehmen ist: Die Kombination von „weiß“ mit etwas was „Opfer“ bedeutet, ist eine Kategorievermischung: Weiß ist etwas, was privilegiert ist, damit kein Opfer. Sklaverei ist hingegen einer der wesentlichen Elemente auf denen sich historisch die Diskriminierung von Schwarzen begründete. Anzuführen, dass Weiße etwas erleiden, was mit dem Opferstatus der Schwarzen in Verbindung steht, ist nach dieser Vorstellung dann eine Auflösung dieser binären Einteilung in Gut und Böse und eine Aneignung eines Opferstatus in der falschen Kategorie. Natürlich ist das dort Sexismus. Hinzu kommt natürlich, dass damit „PoC-Prostituierte“ unsichtbar gemacht würden. Was – auch wenn Sexarbeit freiwillig ist – nicht geht.

Der Schwarzer-Feminismus sieht es natürlich anders: Um Prostitution ist das schlimmste, was einer Frau passieren kann, ein Sinnbild der Unterdrückung, so dass man dafür auch nur die stärksten Bilder verwenden kann, also eben die einer absoluten Unterordnung und damit der Sklaverei.

Im September 2016 schließlich fand im SchwuZ, ein lesbisch-schwuler Szenetreff in Berlin, eine Diskussion über „die Sichtbarkeit von lesbischen Frauen“ statt. „Es meldeten sich viele Frauen zu Wort. Doch die beschwerten sich vor allem darüber, dass keine Transsexuelle auf der Bühne saß“, erzählt Gudrun von der Feministischen Partei. Und keine Schwarze. Und keine Nicht-Akademikerin. Und keine Bisexuelle.

Bereits im Vorfeld hatte die sich als „queerfeministisch“ verstehende Rapperin Sookee ihre Teilnahme abgesagt, verschreckt durch einen Shitstorm im Netz. Sookee, Mitglied im #ausnahmslos-Bündnis, stehe „Transweiblichkeiten aktiv feindselig und abwertend“ gegenüber, hatte es da geheißen. Der Beweis: ihr Song „If I had a dick“.

Die Kritik las sich auf Facebook so: In dem Lied mache sich Sookee „Gedanken darüber, wie es wäre, wenn sie einen ‚Schwanz‘ hätte. Ihr imaginierter Penis wäre ein ‚guter, ein entspannter, kein aggressiver Schwanz‘.“ Aber Achtung: „Penisse (oder das, was allgemein darunter verstanden wird) mit dem Wort ‚aggressiv‘ zu beschreiben, ist transmisogyn, weil es unterstellt, dass Transfrauen und andere transweibliche Personen aufgrund ihrer (vermeintlichen) Genitalien aggressiv seien, was in einem feministischen Kontext unterschwellig bedeutet, dass sie männlich seien.“

Eingeschüchtert bekennt die Rapperin Sookee sich schuldig: „Dass ich als cisgeschlechtliche Person in den letzten 32 Jahren einen cisnormativen Habitus erworben habe, will ich mit keiner Silbe bestreiten. Ich bin seit geraumer Zeit daran, dies aktiv zu reflektieren und zu verlernen.“

Der intersektionale Feminismus ist in der Tat lustig, zumindest wäre er dass, wenn er nicht so viel Einfluss hätte. Und das Beispiel ist auch ein gutes, denn es zeigt seine Verrücktheit auch ganz gut. Einen Penis als aggressiv zu beschreiben ist nicht etwas männerfeindlich, aber transsexuellenfeindlich, aber nicht weil man ihnen Aggressivität mit einem Lied über einen Penis, der nicht aggressiv ist, unterstellt, sondern weil man M-F-Transsexuellen damit vorhält, dass sie männlich seien. Der intersektionale Transsexuellenfeminismus ist ohnehin einer der radikalsten, den es überhaupt gibt: Jede Behauptung, dass überhaupt irgendein Merkmal ein Kennzeichen für ein Geschlecht sei oder irgendwie typisch für ein Geschlecht sei, wird dort als Angriff verstanden, weil es die gewählte Identität anderer verletzt. Das ist in der Tat Wahnsinn, in seiner reinsten Form.

Wieviele junge Frauen an der Uni und in der Szene werden eigentlich von dem Dogmatismus dieser Netzfeministinnen abgeschreckt?

Sie können nicht folgen? Nicht schlimm, wir auch nicht. Was allerdings keine Generationenfrage ist. Denn es handelt sich hier um einen selbstreferentiellen Diskurs eines sektenartigen Milieus. Und es gibt zum Glück viele junge Feministinnen, die ganz anders drauf sind. Allerdings müssen wir uns fragen, wie viele engagierte junge Frauen an den Universitäten und in der Szene abgeschreckt sind und verstummen von der Rigidität und dem Terror dieser Politisch Korrekten?! Und so für die Sache der Frauen verloren sind.

Denn die Rechtgläubigen drücken ihre Dogmen inzwischen so rigoros durch – per Shitstorm, Tribunal oder Ausschluss –, dass Aktivistinnen zugeben, dass sie Angst vor ihnen haben, wenn auch hinter vorgehaltener Hand. Dass sie gar nicht mehr wissen, was sie sagen dürfen und was nicht. Und deshalb in vorauseilendem Gehorsam lieber schweigen. Die von den Medien gehätschelten Netzfeministinnen sind dabei nur die öffentlichen Gesichter dieses rigiden Klimas. Hinter ihnen steht eine schwer fassbare Armee anonymer Gesinnungspolizist_*innen, die Frauen im Netz oder in der „real world“ mit Hohn überschütten.

Herrlich, da liegt die EMMA in der Tat mal richtig. Es ist etwas, was hier auch schon häufiger anhand von verschiedensten Beispielen aufgezeigt worden ist und was wirklich beängstigend ist.

Natürlich verkennt die EMMA, dass sie in vielen Fällen nicht besser ist und die dortigen Feministinnen häufig nur eine andere Form von Hass verbreiten, ihre eigenen Dogmas haben und auch ihre eigene Form der Gesinnungspolizei. Auch Schwarzer-Feministinnen können nicht wirklich diskutieren, kommen nicht mit anderen Meinungen zurecht und grenzen andere aus. Sie haben eine etwas offenere Form des Hasses hervorgebracht, in dem man eher anführt, dass  man Männer in Lager stecken muss oder sie alle kastrieren muss oder in dem man Männer vorwirft, dass jede Form des Geschlechtsverkehr eine Vergewaltigung ist. Schwarzer, die meines Wissens nach vieles von Dworkin übernommen hat und in deren Zeiten die politische Lesbe gefordert wurde, weil ein Zusammenleben mit einem Mann immer Unterdrückung sein muss, sollte sich sich da nicht zu einfach freisprechen.

Die einzige wahre Wahrheit wird vorgegeben. Diskussionen sind nicht erlaubt. Unabgesichertes Denken schon gar nicht. Jede noch so geringe Abweichung wird im Keim erstickt. Was bedeutet: Stagnation und Sterilität.

Sogar noch mehr: Ein Spirale nach unten, in der immer neue Mikroaggressionen gefunden werden müssen.

Das alles ist nicht neu. In den 1970er Jahren hieß diese Art von Stellvertreter-Politik „Klassenwiderspruch geht vor Geschlechterwiderspruch“ und lautete die ultimative Disqualifizierung „bürgerliche Feministin“ oder „Reformistin“. In den 1990er Jahren hießen dann die von Medien gegen die „Altfeministinnen“ in Stellung gebrachten „jungen Feministinnen“ zunächst Girlies (damit waren diverse Künstlerinnen gemeint, die sich entschieden gegen das Etikett wehrten). Dann kamen die Alphamädchen (ein Autorinnen-Team). In den Nullerjahren folgte die Mädchenmannschaft (ein Bloggerinnen-Kollektiv). Jetzt also die Netzfeministinnen.

Überraschung: Eine totalitäre Bewegung wird sich immer gegen sich selbst wenden und veränderte Zeiten bringen veränderte Ansichten.

Früher hieß es bei den linken Frauen: Klassenwiderspruch first! Jetzt heißen sie Netzfeministinnen und deklarieren: Rassismus first!

Das Phänomen ist nicht so kurzlebig, wie es auf den ersten Blick scheint. Es taucht nur immer wieder unter neuen Labeln auf. Erkennungszeichen: Gegen die Falschmeinenden und die „Altfeministinnen“. Und pro Pornografie, pro Prostitution, pro Kopftuch, ja pro Burka. Statt wie die Alt-Feministinnen „klassenkämpferisch“, sind die Jung-Feministinnen jetzt „intersektional“. Was damit gemeint ist? Dass sie sich angeblich nicht „nur“ für die Probleme von Frauen interessieren, sondern für die aller Geschlechter und Identitäten, aller Rassen und Klassen.

Geschenkt. Für die aus dem linken Aufbruch der 68er kommende Neue Frauenbewegung war und ist der konkrete Kampf gegen Sexismus, Rassismus und Antisemitismus eine Selbstverständlichkeit. Und ebenso das Eintreten für soziale Gerechtigkeit und gegen Machtmissbrauch.

Ich glaube dort erkennt man den Unterschied tatsächlich nicht. Sie erkennen das starre Gerüst, welches der intersektionale Feminismus aufgebaut hat nicht und erkennen damit auch nicht, dass es nicht darum geht, dass man sich auch für andere Sachen einsetzt, sondern dass man es auf eine ganz bestimmte Art und Weise macht, die strengen Formvorschriften genügen muss: In dem intersektionalen Feminismus ist Rassismus nicht etwas was man nebenbei auch bekämpft, es ist ein feines System voller Tretminen, zwischen welchen man einen festen Platz hat, bei dem man gleichzeitig Buße für seine Privilegien tun muss und von anderen Buße verlangen kann. Es ist ein fein ausgearbeitetes System, in dem man Benachteilungspunkte genauso sammelt wie Punkte für den Kampf in den verschiedenen Theorien und wo nur wer alles beachtet virtue signalling betreiben kann. Deswegen musste Sokee in dem Beispiel oben sofort ihre Schuld eingestehen und Besserung geloben, denn sie bewegte sich auf einem Gebiet, auf dem sie privilegiert war, also Buße tun musste.

In den (post)akademischen Kreisen der Hetzfeministinnen ist das aber leider nicht so. Zumindest nicht in der Praxis. Da üben sie mit Macht Bevormundung aus: für ihren – in der Regel eins zu eins aus Amerika übernommenen – Right-Feminism. Sie tun das zwar nur in ihrer kleinen Welt, die mit der realen Welt wenig zu tun hat, aber an den Universitäten und in der Szene spielen ihre Denkverbote eine bedrückende Rolle. Die Political Correctness hat auch im Feminismus längst groteske, reaktionäre Züge angenommen. Zeit, darüber zu reden.

„Zeit darüber zu reden“. Aber nicht mit dem intersektionalen Feminismus. Denn dort gilt mit einer Rassistin wie Schwarzer reden bereits als grober Verstoß. Punkte bringt es, sich von ihr abzugrenzen und die einzige erlaubte Form der Gesprächsführung wäre die Belehrung.

Der intersektionale Feminismus und der Schwarzer-Feminismus verfolgen nur scheinbar gleiche Ziele. Sie spielen noch nicht einmal wirklich das gleiche Spiel. Wo Schwarzer meint, dass man gemeinsam auf ein Tor schießen sollte, mit ihr als Stürmer und wichtigsten Teil der Mannschaft natürlich, um einen Punkt zu machen, bekommen die Spieler aus dem intersektionalen Team jeweils einen Punkt, wenn sie nicht zu einer Rassistin wie Schwarzer abspielen, sondern zu einem PoC, auch wenn der dann plant auf das eigene Tor zu schießen, oder wenn sie erklären, dass zu schnell mit dem Ball zu laufen unfair gegenüber Behinderten ist und die Mannschaftsaufstellung daraufhin kritisieren, dass sie zuviel Weiße enthält. Dass evtl jemand ein Gegentor schießt kann den intersektionalen Feministinnen egal sein, weil das in ihrer Zählweise gar keine Punkte gibt. Im Gegenteil, einen Spieler der Gegenmannschaft, der ein behinderter PoC ist, ein Tor schießen zu lassen, wäre auch ein Punkt für sie.

Für eine Schwarzer-Feministin erscheint das bizarr. Ebenso wie für eine intersektionale Feministin das Verhalten der Schwarzer-Feministin unverständlich und mannschaftsschädigend ist, weil sie sich beständig Minuspunkte verursacht.

Diese Erkenntnis, dass man nicht zusammenspielen kann, wird wohl noch etwas dauern, bis sie bei allen angekommen ist.

Kais Blogstöckchen: Sag, wie hältst du es mit dem Feminismus?

Kai hat sich ein paar Fragen ausgedacht, die das Verhältnis zum Feminismus betreffen

Also los:

1. Welche große Errungenschaft der letzten Welle des Feminismus empfindest Du als wichtig?

Ich wollte ja schon länger mal einen Artikel zu „feministischen Wellen“ schreiben, weil ich da selbst nicht sicher bin, welche Forderungen da genau wie diesen Wellen zuzuordnen sind. Sind wir noch in der dritten Welle? Oder gibt es schon eine vierte, die interesektionalistisch ist und Frauenrechte quasi nur noch als Randthema hat? Ich bin  da ehrlich gesagt etwas unsicher.

Ich bin auch etwas unsicher, welche Errungenschaften man tatsächlich dem Feminismus anrechnen kann und welche einfach gesellschaftliche Entwicklungen sind.

Grundsätzlich bin ich aber ein Freund emanzipierter Frauen, bin für eine Auflockerung von Geschlechterrollen und dafür, dass beide Geschlechter nicht essentialistisch denken.
Eine Frau, die sich zu oft darauf beruft, dass sie etwas nicht kann, weil sie eine Frau ist stört mich. Nochmehr stört mich das bei einem Mann, der das ernst meint (Aus Spass
sage ich das durchaus auch ganz gerne, der Unterschied wird aber dann deutlich, es ist eher ein aufziehen).
Eine Kollegin erzählte mir, dass es in ihrer damaligen Schulzeit einmal so gewesen wäre, dass alle Jungs ihrer Klasse Freikarten für ein Fußballspiel bekommen hätten.
Daraufhin hätten sie sich beschwert, dass es ja wohl nicht anginge, dass die nur die Jungs bekommen hätten und die Mädchen nichts. Woraufhin auch die Mädchen Karten bekommen  hätten. Jetzt hätten sie das Problem gehabt, dass sie das Fußballspiel nicht interessiert hat, aber sie aus Prinzip hin mussten. Ich finde das richtig und bin froh, dass so  etwas heute nicht mehr passiert.

Ich bin auch froh, dass die meisten jüngeren Leute eine gewisse „Awareness“ haben und sich durchaus als emanzipiert wahrnehmen. Alles, was der  Feminismus in Richtung Gleichberechtigung und Auflösung zu essentialistischer Betrachtungen gemacht hat, finde ich gut

 

„Welche als überzogen?“

Überzogen finde ich so ziemlich alles, was mit den Privilegientheorien, der Deutungshoheit und der Verteufelung von Männern zu tun hat. Die Vorstellung, dass man Geschlecht
quasi ausblenden und beliebig machen können soll, ist schlichtweg nicht realistisch und schlägt über IDPOL und die daraus folgende Spirale hin zu einem „Nicht gut genug“
Feminismus schlicht in eine totalitäre und wissenschaftsfeindliche Ideologie um

2. Welche feministische Forderung (z. B. einer politischen Partei) der letzten 10 Jahre hättest Du auch noch aus heutiger Sicht voll und ganz unterstützen können?

Welche gab es denn da in den letzten Jahren? Alles zur Quote finde ich nicht sehr überzeugend muss ich sagen. Eigentlich fallen mir wenig explizit feministische Aktionen ein.
Innerhalb dieser Zeit hat die Emanzipation denke ich auf alle Fälle zugenommen. Ob dazu aber gerade der Feminismus beigetragen hat und dies in einem positiven Sinne? Ich stehe
etwas auf dem Schlauch.Es wird sicherlich Aktionen gegeben haben, die ich gut heißen kann. Um so feministischer die Gruppe allerdings, die eine Forderung für Frauen
formuliert, um so eher spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die zu dogmatisch im Sinne einer Privilegientheorie formuliert ist.

3. Welche aktuellen feministischen Forderungen findest Du richtig?“

Gleichstellung der Homosexuellen, wenn man das unter Feminismus und nicht Humanismus verbuchen will. Den Gedanken, dass man aufklären muss, dass es auch Lebensformen und  Geschlechteridentitäten neben dem, was man als normal wahrnimmt, gibt und ein werben für diesbezüglicher Toleranz. In der Umsetzung des Feminismus allerdings kann ich mich  damit nicht anfreunden. Allerdings habe ich da auch den reichlich überzogenen Genderfeminismus a la Piratenparteifeministinnen vor Augen.

Gibt es etwas das der Feminismus Deiner Meinung nach noch für Frauen fordern sollte/könnte und was natürlich für Dich gerechtfertigt ist?

Ja, einiges. Die meisten Genderfeministinnen würden es aber nicht als feministische Forderungen wahrnehmen. Ich würde für Frauen fordern, dass ihnen deutlich gemacht wird,  dass sie keine Opfer sind, dass sie nicht 23% weniger verdienen, dass sie weit weniger diskriminiert sind als es ihnen vorgemacht wird.

4. Mit welcher bekannten Feministin glaubst Du, könntest Du ein Bier trinken gehen und Dich mit ihr zivilisiert über Männerpolitik zu unterhalten?

Das ist natürlich eine Frage, wie man bekannt definiert.

Ich glaube, ich könnte mit Alice Schwarzer ein Bier trinken, sie wirkt in Talkshows ja durchaus locker und ihre Zusammenarbeit mit der Bild spricht auch dafür, dass sie im Alter in vielen Punkten nicht so dogmatisch ist, wie früher. Würde ich interessant finden, wie sie da bestimmte  Themen aufnimmt, aber sie hat ihre Millionen, sie ist berühmt, ich traue ihr zu, dass sie abseits der Kamera ein Gespräch führen kann. Ein klassischer Beauvoir-Feminismus hat  ja auch durchaus Ansatzpunkte für eine Männerpolitik („Kinder haben das Pech, dass sie von Frauen erzogen werden“), jedenfalls mehr als der radikale Genderfeminismus, indem  eine Diskriminierung von Männern bereits per se nicht möglich ist.

Ansonsten gibt es ja nicht mehr viele bekannte Feministinnen.

Mit Zana Ramadani könnte ich auch problemlos ein Bier trinken, wenn sie inzwischen nicht radikaler geworden ist. Ich traue ihr zu, dass sie eine Gegenmeinung akzeptiert und als  Herausforderung behandeln kann, sie schien Humor zu haben, aber so gut kenne ich sie auch nicht, da ich sie nur einmal getroffen habe.

Mit welcher Feministin könntest Du das garantiert nicht? Ein Beispiel reicht, gerne aber auch mehr.“

Mit Lantzschi, Wizorek und Co. wäre es denke ich schwieriger. Sie wären denke ich dogmatischer und gerade der Genderfeminismus ist ja schnell beleidigt.

5. Gibt es feministische Gruppe die Du, evtl. auch nur in Teilen, unterstützen könntest?“

Alles im Equityfeminismus, aber der zählt ja nicht. Ansonsten gibt es aus meiner Sicht keinen gemäßigten Feminismus, wohl aber Gruppen emanzipierter Frauen. Dazu muss man in der Regel nur in die Wirtschaft gehen. Vielleicht Gruppen, die sich für Frauen in der dritten Welt einsetzen oder in sehr konservativen Ländern. Wenn eine Gruppe zB Bildung für Mädchen gegenüber der Einstellung, dass sie diese nicht brauchen, weil sie in die Küche gehören und Kinder bekommen sollen, unterstützt, dann würde ich das  unterstützenswert finden

6. Was ist Deiner Meinung nach der größte Fehler des Feminismus gewesen?

Die Abwendung von der Wissenschaft und der Aufbau als Ideologie. Daraus folgen die meisten Fehler des Feminismus.

7. Welche Änderungen im Feminismus würdest Du vornehmen, damit er für Dich „akzeptabler“ erscheint?“

Er müßte sich einer Diskussion öffnen und neuere Forschung aufnehmen. Ich vermute, dass man dann die gängigen Feindbilder nicht mehr aufrecht erhalten könnte. Rape Culture, Privilegientheorie, das Patriarchat, dass müsste man aufgeben.

Interessant wäre ein Wandel, der Männer und Frauen weniger im Gegensatz, also Täter – Opfer oder ein anderes Nullsummenspiel, sieht, sondern eher berücksichtigt, welche kooperativen Ansätze die Geschlechter eigentlich verfolgen könnten und wie man die modellieren müsste damit es für beide klappt.

Mitgemacht haben bisher (wird fortlaufend ergänzt):

Ich denke die üblichen Verdächtigen werden sich sowieso melden, ich bin gespannt, was dabei rauskommt.
Es würde mich aber freuen, wenn Achdomina so wieder aus dem Winterschlaf erwacht, Martins Ansicht würde mich interessieren, ein (zu)langer Text wäre schön oder einer von LoMi wäre schön (bereits ergänzt) und wenn weitere Autoren bei Geschlechterallerlei den Stock auch aufnehmen würde ich mich auch freuen

Alice Schwarzer zum Queerfeminismus, Mädchenmannschaft, Femen und Co

Alice Schwarzer stellt sich auf Seiten von Femen und gegen den Queerfeminismus

Die Femen liegen mit ihren Methoden und Zielen im Kern des Feminismus! Auch, ja wie sie sich ausziehen! Sie führen mit ihren Aktionen den Status der Frau als Objekt ad absurdum und werden zum handelnden Subjekt. Sie entblößen ironisch ihre Busen und schon klicken die Kameras – die jedoch gleichzeitig mit der nackten Haut zwangsläufig die handfesten Slogans im Bild haben: Gegen Prostitution und Islamismus, oder auch gegen die „Heidi Horror Picture Show“ in Germanys Next Top Model! Das verstehen nicht nur die Medien, das verstehen auch die Menschen. Und es vermutlich kein Zufall, dass die so kreativen wie radikalen Femen aus einem Land kommen, in dem das Wort „Sexarbeiterinnen“ unbekannt, der brutalste Frauenhandel aber allgegenwärtig ist.

Ideologisch passt es schon, dass Schwarzer näher an den Femen steht als an dem „neuen Feminismus“ aka dem Queerfeminismus. Schwarzers Feminismus ist ein Feminismus, der ein direktes Feindbild Patriarchat hat, der Queerfeminismus befasst sich mittelbarer mit dem Patriarchat, will eher Rollen dekonstruieren, hat insoweit ein etwas indirekteres Feindbild Mann. Femen kämpfen insoweit aus dieser Sicht gegen die Unterdrückung, wollen aber nicht großartig dekonstruieren, sondern schlicht das Patriarchat abschaffen.

Nur die Berliner Szene-Feministinnen von #aufschrei oder „Mädchenmannschaft“ scheinen es nicht zu verstehen. Oder wollen sie es nicht verstehen? Sie überziehen jedenfalls die Femen seit Wochen mit Nörgeleien und Distanzierungen, würden sie wohl am liebsten umerziehen: Die Methoden seien peinlich und ihre Ziele politisch nicht korrekt. Konkurrenz? Neid? Sprachverwirrung? Die Femen sprechen in der Tat die Sprache des Lebens, diese Szene-Feministinnen das entpolitisierte Kauderwelsch ihrer Gender-Seminare, das das Leben eher verdeckt als benennt. Und es ist vor allem eine Frage der Inhalte. Klar, dass es zwischen Anti-Prostitutions-Aktivistinnen und Pro-Porno-Befürworterinnen oder Kritikerinnen des Islamismus und Kopftuch-Befürworterinnen nicht nur wenig Gemeinsamkeiten gibt, sie stehen sich politisch diametral gegenüber.

Ich finde es ja erstaunlich, dass innerfeministische Kritik sich so wenig Mühe gibt, die Gründe für Differenzen nachzuvollziehen und einmal sauber abzugleichen. Die Kritik verbleibt bei Einzelbeispielen, der verschiedene Ansatz wird nicht dargestellt. Es ist insoweit aus meiner Sicht keine Frage der Inhalte, sondern eine Frage der verschiedenen Ansätze: Auf der einen Seite „Die Männer“ auf der anderen Seite „Männlichkeit“ als Feindbild,

Längst sind die Wortführerinnen dieser Szene-Feministinnen in eine Art political correctness abgedriftet, mit der sie andere Feministinnen, unabhängig von der Generationszugehörigkeit, einzuschüchtern versuchen. In ihrer Welt gilt es z.B. schon als unkorrekt, von „Frauen“ und „Männern“ zu reden, „Gender“ ist angesagt. Ein Muss ist der Unterstrich – statt des Binnen Is oder der männlichen und weiblichen Form – damit soll Raum sein für alles, was sich zwischen den Geschlechtern bewegt.

Schwarzer braucht die Political Correctness weniger, weil sie ja eh in einem Kampf gegen das Patriarchat ist. Vom Feind erwartet man nicht, dass er sich politisch korrekt verhält. Im Queerfeminismus ist aber der Ansatz, dass die GEsellschaft selbst von ihren Strukturen befreit werden muss und das nicht direkt, sondern durch subversives Infragestellen der Rollen und sprachliche Ansätze. In Schwarzers Welt ist für viele Geschlechter weniger Platz, weil es eben ein Kampf Männer gegen Frauen ist. Im Queerfeminismus hingegen sollen alle Rollen abgeschafft werden

Überhaupt ist es sowieso daneben, sich als „weiße, privilegierte Mittelschichtsfrau“ über irgendwas zu äußern, ohne nicht im gleichen Atemzug die „people of colour“ sowie alle Benachteiligten der Welt mitzunennen. Es hat groteskte Formen angenommen und vor allem: Es verdeckt die eigentlichen feministischen Anliegen. Inna Shevchenko, eine der Initiatorinnen der Femen, hält dem entgegen: „Es gibt keinen ‚weißen Feminismus’. Die Menschenrechte sind universell. Warum sollten die Rechte der Frauen in Nordafrika sich unterscheiden von denen der Amerikanerinnen oder Europäerinnen?“

In einem Kampf aller Frauen gegen alle Männer ist die Hautfarbe relativ egal. Sie wird es eher als Bremse des Kampfes für die Frauen sehen, wenn man sich mit Intersektionalität selbst behindert und das eigentlich Ziel aus den Augen verliert.

 

 

Maischberger: Die Sexismus-Debatte: Was hat sie gebracht?

Kleiner Hinweis auf die Talkshow heute Abend: Maischberger diskutiert über Sexismusdebatte und Aufschrei:

Dazu hatte ich ja auch einige Artikel:

Die Besetzung verspricht eine durchaus interessante Diskussion:

  • Alice Schwarzer (Publizistin)
  • Heiner Lauterbach (Schauspieler)
  • Birgit Schrowange (Moderatorin)
  • Jan Fleischhauer (Journalist)
  • Anna-Katharina Meßmer („Aufschrei“-Aktivistin)
  • Birgit Kelle („Frau 2000plus“-Vorsitzende)
  • Klara Martens („Femen„-Aktivistin)
  • Anna K. (Hotelangestellte und Sexismusopfer)

Bei Frau Meßmer handelt es sich um „Totalreflektion

Es wurde auch schon von den Vorbereitungen getwittert:

Ich werde zumindest versuchen, heute Abend, 22:45 auf ARD mal reinzuschauen. Wer was interessantes sieht, kann ja gerne in den Kommentaren was dazu schreiben.

 

Alice Schwarzer: Eine kleine Presseschau

Eine kleine Presseschau anlässlich des 70. Geburtstags von Alice Schwarzer:

Überschwänglich ist man in der FAZ:

Wie gratuliert man Alice Schwarzer angemessen zum Geburtstag? Mit einem Artikel? Oder besser mit einer Festschrift? Oder am besten mit der Gründung eines nach ihr benannten Instituts – zur Erforschung der Geschichte der Frauenbewegung? Übertrieben wäre das nicht, denn kaum eine einzelne Person hat in der Geschichte der Bundesrepublik so viel bewegt, verändert und erreicht wie Alice Schwarzer. Und wenn man umgekehrt den Geburtstagsgruß so knapp wie möglich halten müsste und nur ein einziges Wort zur Verfügung hätte, um die herausragendste Eigenschaft von Schwarzer zu benennen, dann brauchte man nicht mehr als drei Buchstaben: Mut. Denn das ist die andere Seite ihres Erfolgs. Kaum eine einzelne Person in der Geschichte der Bundesrepublik wurde so geschnitten, ausgegrenzt, ignoriert, beschimpft und beleidigt wie Schwarzer.

Im Tagesspiegel wird es schon etwas kritischer: Sie stehe für einen heute nicht mehr zu vertretenen Feminismus:

Wir, das sind aber auch die Verräterinnen. Machen wir uns nichts vor, wir sind keine Freundinnen. Das liegt nicht nur daran, dass du letzthin zu oft mit den falschen Leuten falsche Sachen gemacht hast (mit Sarkozy gegen das Kopftuch, mit „Bild“ gegen Kachelmann). Ihr, die Feministinnen der ersten Stunde, seid uns fremd. Eure Lieder, eure Klamotten, das Vermessen der Schwellkörper der Klitoris, das Herbeidichten eines historischen Matriarchats, überhaupt das ganze Pathos, all das geht uns, postideologisch wie wir sind, gegen den Strich.

Wir sehen uns nicht als Opfer. Wir vertrauen Männern. Ihr habt sie als „Zipfelträger“ bezeichnet. Vielen von uns, die wir unsere Männer und Freunde und Söhne lieben, widerstrebt die Herabwürdigung. Rechtlich und materiell gestärkt, nehmen wir Männer als Partner wahr, auch im Kampf gegen die Verhältnisse.

Nadine Lantzsch mag sie gar nicht:

Vor kurzem wurde mir während eines Vortrages wieder einmal vorgehalten, dass ich Alice Schwarzer nicht dankbar bin. Wieso auch? Sie vertritt ein Lebensmodell, das nicht meines ist. Politiken, die ich ablehne. Ihr Feminismus ist androzentrisch, heterosexistisch, sexarbeitsfeindlich, transphob und rassistisch. Die von ihr initiierte PorNo-Kampagne kann ich historisch einbetten, um sie nachzuvollziehen, muss mich aber nicht automatisch ihrer Position anschließen, wenn ich Machtgefälle und Frauenfeindlichkeit in der Pornoindustrie anprangern will. Abgesehen davon kann ich mir ebenso andere feministische Perspektiven auf Porno anlesen, um mich zu vergewissern, dass es mehr gibt als diese Binaritäten, die weder von Schwarzer noch vom Mainstream jemals als solche markiert und hinterfragt werden. Ohne mich anschlussfähig zu machen für den Diskurs der lust- und sexfeindlichen Emanze. Wieso muss ich denn einen Personenkult befördern, der nicht viel mehr bringt, als Feminismen und ihre Vertreter_innen unsichtbar zu machen?

Wo wir gerade bei dem Artikel von Nadine sind: Interessanterweise scheint Lantzschi auch eher an andere Feministinnen erinnern zu wollen:

Ich bin dankbar, dass es widerständige Aktivist_innen, Theoretiker_innen, Feminist_innen, feministische Bewegungen einen Teil dazu beigetragen haben, dass ich heute Freiheiten genieße, die andere vor mir nicht hatten (…) Übrigens: Valerie Solanas wäre letztes Jahr 75 geworden

Die Süddeutsche stellt eine kleine Zitatesammlung zusammen, darunter auch:

„Eine der enervierendsten Frauen der Gegenwart“, „Sie hat wirklich keine Ahnung. Sie spinnt.“

(Journalist Kay Sokolowsky in seinem Buch „Who the fuck is Alice“ 2000)

„Wie immer schließt Schwarzer alle aus, die sich arrangieren. Doch ist ihre unzeitgemäße Erinnerung an eine Struktur, die das postmoderne Spiel mit den Rollen unterläuft, notwendig. Wer sonst würde fragen, warum bei Gewaltpornos eigentlich so selten Männer zerstückelt werden?“

(Heide Oestreich am 24. Oktober 2000 in der taz über Schwarzers „Der große Unterschied“)

Bei der Mädchenmannschaft sieht man in der Gleichsetzung von Schwarzer mit dem Feminismus eine fiese Strategie um die anderen Feminismen auszublenden:

Doch welchen besseren Anlass hätten die Medien finden können als den Geburtstag “der deutschen Feministin”, um alle anderen Feminist_innen wegzuschreiben und wegzureden. Eine Taktik, die ja sowieso nicht unbeliebt ist: Alice Schwarzer wird zu einem Thema interviewt und schon ist die feministische Perspektive da.

DRadio schreibt etwa über das Buch von Miram Gebhardt:

Das Manko des deutschen Feminismus im 20. Jahrhundert im Vergleich etwa zu den einflussreichen französischen oder amerikanischen Emanzipationsbewegungen sieht die Historikerin vor allem in der Trennung zwischen akademischer und politischer Bewegung. Während an Universitäten theoretische Seminare über „Gender Studies“ abgehalten würden, werde in der Öffentlichkeit undifferenziert gegen das Patriarchat polemisiert – hauptsächlich von Alice Schwarzer. Frauenrechtlerinnen wie Simone de Beauvoir oder Susan Sontag, die sowohl akademisch als auch öffentlich wirkten, gäbe es nicht. Dem Feminismus in Deutschland fehle es deshalb an Breite und vor allem an Vielstimmigkeit. Alice Schwarzers stets gleiche Kritik etwa an der Pornografie befremdet, so Gebhardt, gerade junge Frauen zunehmend. Und die eigentlichen Probleme, etwa die Tatsache, dass Deutschland im internationalen Vergleich in vielen Bereichen, etwa beim Anteil der Frauen an Universitäten, in Medien oder in wirtschaftlichen Führungspositionen, weit hinten steht, würden damit nicht angegangen. Miriam Gebhardt fordert deshalb eine Abkehr vom „Schwarzer-Feminismus“ und plädiert dezidiert für eine echte Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Problemen.

The European kritisiert die Vorherrschaft von Schwarzer mit einem weiteren Zitat von Gebhardt:

Es gibt nur eine Alice Schwarzer. […] Allerdings gefährdet die Nach-mir-die-Sintflut-Rhetorik ihre Lebensleistung. Schwarzer legt die (klassisch männliche) Einstellung eines Familienpatriarchen an den Tag, der die Früchte seines Lebenswerks opfert, nur um sie keinem Jüngeren zu überlassen.

Und weiter:

Einerseits behauptet Schwarzer, sie sei nicht die „Präsidentin der deutschen Frauenbewegung“, schließlich habe sie niemand gewählt. Andererseits verhält sie sich aber faktisch so – eine Haltung, die den Feminismus in Deutschland blockiert und ihm nachhaltig schadet. Das liegt in der Art von Feminismus begründet, die Schwarzer vertritt. Miriam Gebhardt bezeichnet ihn als „Ändere dich gefälligst“-Feminismus: Frauen müssen zu „Menschen“ werden, indem sie sich von den Männern emanzipieren. Die konträre Position, der „Werde, die du bist“-Feminismus, verlangt hingegen von den Frauen, zu ihrer wahren Weiblichkeit zu finden. Gebhardt, das macht sie deutlich, hält von beiden Positionen nicht viel. Dadurch, dass Schwarzer sozusagen das Feminismus-Monopol in Deutschland hält, wird ihre Art des Feminismus als universell empfunden.

Dort findet sich auch noch ein Schwarzer Zitat zu dem Verhältnis von Männern und Frauen:

Mann-Frau-Beziehung (sic!) sind – unabhängig vom Willen des einzelnen Individuums – qua Funktion in dieser Gesellschaft Herrschaftsverhältnisse. Frauen sind unterlegen, Männer überlegen. Diese Machtstrukturen spiegeln sich in der Sexualität. Die herrschenden sexuellen Normen, und damit die Sexualität selbst, sind Instrument zur Etablierung dieser Machtbeziehung zwischen Mann und Frau.

Bettina Röhl schildert noch einmal genau den David Reimer Fall und hält dazu fest:

Die aberwitzigen Thesen von Money, Schwarzer und Schmidt sind durch David Reimer nicht bewiesen worden, sondern endeten in der Katastrophe eines Selbstmordes, Endpunkt eines Lebens, das 38 Jahre lang Folter und Seelenqual bedeutete.

(…) Weder die Feministin Alice Schwarzer noch der beliebte und von vielen Mainstream-Medien gern zitierte Hamburger Sexologe Schmidt haben ihren Irrtum öffentlich zugegeben. Damit verweigern sie uneinsichtig einem Opfer ideologischer Verblendung ihre letzte Ehre.

Der Stern verweist unter anderem auch auf Kritik an ihr:

Es gibt aber auch das andere, wenig schmeichelhafte Bild: Schwarzer als autoritäre Figur, besserwisserisch, machtbesessen – ein weiblicher Macho. Zu ihren Kritikern gehören die frühere „taz“-Chefredakteurin Bascha Mika oder auch die Journalistin Lisa Ortgies, die im Jahr 2008 kurz als „Emma“-Chefredakteurin amtierte, dann aber schnell wieder den Posten räumte. Viele junge Autorinnen wie Charlotte Roche oder Forscherinnen halten Schwarzers Themen für nicht mehr aktuell, manche meinen, es sei Zeit abzutreten.

Schwarzer selbst in der Frankfurter Rundschau zu ihren Zielen:

Ich möchte, dass Emma so lebendig und aktuell bleibt, wie sie in ihrem 35. Jahr ist. Und ich hoffe, dass irgendwann auch in Deutschland jeder und jede begreift, dass Prostitution kein „Beruf wie jeder andere“ ist und dass es Männern peinlich ist, sich für ein paar Scheine den Körper und die Seele einer Frau zu kaufen, und Kölner Taxifahrern, mit einer Werbung fürs Pascha durch die Stadt zu fahren. Auch möchte ich den Musliminnen in Deutschland und der Welt beistehen, damit sie nicht von den Islamisten, die den Glauben für ihre Machtstrategien missbrauchen, zurück ins Mittelalter getrieben werden.

Die Gelegenheit nutzt Schwarzer auch gleich um gegen den neuen Feminismus zu wettern:

Muss der Feminismus heute nicht notwendig anders sein als früher? Braucht es nicht den von Ihnen gegeißelten „neuen Feminismus“?

Geißeln? So als wäre der Feminismus eine Sünde? Nein, ich erlaube mir lediglich, eine gewisse Variante des Feminismus zu kritisieren.

Nämlich welchen?

Den, der sich mit der eigenen Karriere begnügt. Es gibt Millionen Frauen in Deutschland und auf der Welt, denen es bedeutend schlechter geht als diesem Dutzend „neuer Feministinnen“ in den Medien – und die wollen wir doch nicht vergessen. Wir müssen auch den Feminismus nicht alle 30 Jahre neu erfinden. Der Kerngedanke – gleiche Chancen und Rechte sowie Pflichten für Frauen wie Männer – muss einfach angepasst werden an die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung.

Das Schwarzer und der „neue Feminismus“ nicht zusammenpassen ist recht klar – beide sind Dogmatikerinnen, die keine Abweichung von der jeweiligen Meinung dulden. Während Schwarzer eher an Beauvoir orientiert ist und insoweit noch einen tatsächlichen Kampf Männer gegen Frauen vor Augen hat, bei dem die Männer als Gruppe die Frauen unterdrücken ist dies bei dem neuen Feminismus nunmehr etwas weniger unmittelbar, Geschlechterrollen sind der Feind und Männer nur Nutznießer dieser. Während sich der „alte Feminismus“ auf den Geschlechterkampf konzentriert, sieht der neue Feminismus überall Normen, die zu einem bestimmten Verhalten führen und bekämpft werden müssen., wobei Selbstbestimmung der Opfer eine große Rolle spielt. Deswegen wird dort Schwarzers Kampf gegen den islamische Männlichkeit als Eingriff in fremde Kulturen gedeutet, während Schwarzer es als Ausbremsen des Kampfes gegen patriarchische Strukturen deutet. Deswegen kann Schwarzer Pornos nicht differenziert sehen, sondern nur als Machtmittel im Kampf Männer gegen Frauen, während Teile des neuen Feminismus eben betonen, dass es auch eine Selbstbestimmung in der Sexarbeit geben kann.

Auch wenn es die Mädchenmannschaft nicht einsehen wird: Ihre Seite ist in der allgemeinen Bevölkerung nicht bekannt, die von ihnen veranstalteten feministischen Konzerte, Demonstrationen und sonstigen Aktionen werden nicht wahrgenommen. Wenn jemand in einer Talkshow eine feministische Perspektive haben möchte, dann lädt er Schwarzer ein, weil ihre Bekanntheit sehr hoch ist. Andere Meinungen spielen in der öffentlichen Wahrnehmung quasi keine Rolle.

Weil Schwarzer ein Machtmensch ist, wird sie auch nicht daran arbeiten können, eine Frau als Nachfolgerin auszubauen. Nach ihr wird also ersteinmal ein Vakuum vorhanden sein.

Ich bin gespannt, ob man es füllen kann.

Alice Schwarzer zur Frage, warum emanzipierten Frauen die Männer weglaufen

Alice Schwarzer schreibt in der Emma über die Probleme emanzipierter Frauen  bei der Liebe:

Je emanzipierter die Frauen sind, umso schwerer scheinen sie sich heute zu tun mit der Liebe.

Sie schildert wie einige Frauen ihr berichten, dass die Männer heute Angst hätten vor den Frauen, weil diese zu emanzipiert sind.

Und dann scheint sie sogar so etwas wie Macht von Frauen anzunehmen:

Sie ist nicht die erste, die den Verdacht hegt, dass die einstige ökonomische und rechtliche Herrschaft von Männern über Frauen abgelöst wurde von einer subtileren und darum sehr viel gefährlicheren, von einer „emotionalen Dominanz“. Eine Dominanz, bei der die Frauen selbst in größerem Ausmaß denn je Mittäterinnen sind.

Frauen Mittäter bei einer emotionalen Dominanz? Hört, hört. Ihre weitere Schilderung der heutigen Lage:

Wo aber stehen wir heute? In der letzten Zeit häufen sich in meiner Umgebung diese Fälle durchaus emanzipierter junger bis mitteljunger Frauen, irgendwo zwischen 20 und 40, die allesamt darüber klagen, dass sie „keinen Mann finden“, beziehungsweise die „Männer keine echten Männer“ mehr seien. Was immer auch ein echter Mann sein mag in der Vorstellung dieser Töchter der Emanzen und Enkelinnen der „echten“ Männer, in der Tat belegen zahlreiche Studien: Die Männer sind irritiert. Und sie zeigen Fluchttendenzen. Was nicht weiter verwunderlich ist.

Es ist interessant, wie sie über diesen aus meiner Sicht sehr wichtigen Punkt hinweggeht. Da beschweren sich Frauen, dass Männer keine „echten Männer“ mehr sind und sie lässt es einfach unter den Tisch fallen. Was soll schon echte Männlichkeit heißen? Eben nicht, dass er zuhause bleibt und die Kinder pflegt, während sie das Geld verdient, sondern wohl eher ein selbstbewusstes, positive dominantes Auftreten. Männlich sein ist eben für viele Frauen nach wie vor sexy, egal, was Gender Mainstreaming und Genderfeminismus an Rollenaufgaben planen. Gut, Emma ist eher 2. Welle als 3. Welle, sie vertritt ja keinen modernen Genderfeminismus, sondern eher einen Beauovirfeminismus, aber dennoch eine Aussage, die so bei genug Feministinnen auf Protest stoßen würde, ganz zu schweigen von Profeministen.

Es ist verständlich, dass viele Frauen das so sehen. Denn das klassisch männliches Verhalten, sexy ist passt eben gut zu unseren eingespeicherten Attraktivitätsmerkmalen, von denen wir Menschen nicht so schnell weg kommen werden. Das zeigt auch schön, wie die Geschlechterrollen sich gegenseitig erzeugen und es keineswegs damit getan ist, dass die Männer sich einfach ihrer Privilegien entledigen.

Schwarzer trauert dann noch etwas den alten Zeiten nach:

In den 1970er Jahren, als wir Feministinnen den Männern die Liebeshörigkeit aufkündigten und so die wahre sexuelle Revolution anzettelten, da hatten wir immerhin die Verdopplung der Möglichkeiten durch die Öffnung für homosexuelle Beziehungen zur Verfügung. Du hast keine Lust mehr? Macht nichts, ich habe mich eh gerade in eine Frau verliebt. Doch die Zeiten sind vorbei.

Ach ja, die gute alte Zeit des politischen Lesbischseins. Ich würde ja vermuten, dass diejenigen, die da tatsächlich gewechselt sind entweder nicht wirklich glücklich gewesen sind, weil sie ihre Heterosexualität verleugnet haben oder bereits lesbisch oder bi waren. Gibt es da eigentlich Langzeiterfahrungen zu?

Die Kritik an der (kulturellen) „Zwangsheterosexualität“ inklusive ihrer Sexualpraktiken ist passé, ja verpönt. Und zu der einen Schublade ist jetzt eine zweite hinzugekommen: die Zwangshomosexualität. Man bzw. frau ist so oder so, dazwischen gibt es nichts (sehen wir von der auf die Queer-Szene begrenzten „Multisexualität“ ab). Sogar die homosexuell lebenden Frauen und Männer argumentieren heute mehrheitlich nicht minder biologistisch als ihr heterosexuelles Pendant: alles angeboren! Oder aber frühkindlich und irreversibel geprägt. Keine Rede mehr von Freuds „polymorpher Sexualität“, die nicht ausgerichtet ist auf ein bestimmtes Geschlecht, sondern individuell je nach Lust und Interesse gelebt werden kann.

Tja, Freud ist in der Tat nicht mehr aktuell. Hauptsächlich, weil seine Theorien wenig überzeugend und durch weitere Forschung hinfällig geworden sind. Wir haben keine polymorphe Sexualität, wir sind eher auf ein bestimmtes Geschlecht, meist das Andere, ausgerichtet.

Um aber zur Ursprungsfrage zurückzukehren: Ich glaube nicht, dass Männer per se Angst vor emanzipierten Frauen haben. Mitunter ist es vielleicht auch einfach nur die Frau, die emanzipiert mit dominant und unnötig fordernd verbindet. Natürlich: Eine Frau mit hohem Status hat das Problem, dass viele Männer annehmen werden, dass sie für sie nicht interessant sind und das ist eine Form der Angst. Ein weiterer Nachteil ist, dass Status Frauen weit weniger interessant macht als Männer. Ein anderer Punkt ist eben, dass auch die Frauen noch nicht herausgefunden haben, was sie wollen. Der „echte Mann“ ist begehrt, aber er lässt sich eben auch nicht alles gefallen und stellt selbst Forderungen an die Frau.

Vielleicht sollten sich auch einige Frauen eingestehen, dass es weniger ein Weglaufen als ein Hinlaufen zu anderen Frauen ist.