Anforderungen an Führungspersonen, hier beim Spiegel, und Agreeableness

Ein interessanter Artikel beleuchtet Führungspositionen beim Spiegel:

Brinkbäumers Kritiker sollen dem 51-Jährigen vorgeworfen haben, dass er die Reform des Hauses nicht mit der nötigen Willensstärke betreibe. Print- und Online-Redaktionen arbeiten beim «Spiegel» zwar enger zusammen als früher, aber es sind nach wie vor getrennte Welten mit unterschiedlichen Gehaltsstrukturen und Kulturen. Dazu kommt der Rückgang der Auflage. Gedruckte Medien verlieren überall Leser, aber beim «Spiegel» ist die Entwicklung dramatisch. Im zweiten Quartal lag die harte Auflage (Einzelverkauf plus Abonnements) nur noch bei rund 530 000 Exemplaren. Das entspricht einem Minus von fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Brinkbäumer habe Eigenschaften, die einen angenehmen Kollegen, aber nicht unbedingt einen guten Chefredaktor ausmachten, hört man aus der Redaktion. Der hochgewachsene Journalist sei im Umgang nett und sanft. Daran, dass er mal gebrüllt hätte, kann sich niemand erinnern. Wohl auch aufgrund solcher Eigenschaften hat sich Brinkbäumer lange in der zweiten Reihe der Chefredaktion halten können.

Jetzt weiß man natürlich nicht, ob es stimmt. Aber es passt wunderbar dazu, dass man ein gewisses Maß an „Disagreeablness“ braucht, um oben mitzuspielen bzw das dies eine sehr gewünschte Führungseigenschaft sein kann.

Das sie gerade beim Spiegel gesucht wird, der damit gewissermaßen eine gewisse „Toxische Männlichkeit“ fordert, hat eine gewisse Ironie