Rom (TV Serie): Markus Antonius verhandelt mit den Verschwörern nach Cäsars Tod

Ich habe noch einmal in die HBO Serie „Rom“ reingeschaut, die ich gut gemacht finde. Dabei fand ich unter anderem die Figur des Markus Antonius (Mark Antony im englischen) interessant, aus „Gamegesichtspunkten“.

„Alpha“ oder nicht? Wenn ja, was macht ihn aus eurer Sicht dazu?

Macht-Status-Theorie

Status ist aus meiner Sicht ein sehr wichtiger Begriff zum Verstehen des menschlichen Handelns und der menschlichen Gesellschaft.

In den biologischen Theorien spielt Status eine große Rolle im Bereich der intrasexuellen Konkurrenz und vermindert dort üblicherweise zu hohe Kosten von Konkurrenzkämpfen, indem man sich in ein System einordnet, statt mit jedem einzelnen einen Kampf auszutragen. Es kann zudem eine hohe Bedeutung innerhalb der sexuellen Selektion haben, wenn Status als Auswahlkriterium für die Partnerwahl herangezogen wird, weil die Fähigkeit, sich gegen andere des gleichen Geschlechts durchzusetzen besondere Fähigkeiten voraussetzt.

Abgesehen davon spielt Status und Hierarchie aber auch in vielen (vermutlich sogar in allen) anderen Theorien zu menschlichen Gesellschaft eine gewisse Rolle. Sei es über eine grobe Einteilung in soziale Schichten als auch bei der Betrachtung menschlicher Interaktionen.

Interessant fand ich dabei die soziologische Macht-Status Theorie:

Deren Grundlagen aus der Wikipedia:

Wenn man in sozialen Beziehungen sein Handeln an dem Verhalten des Anderen orientiert, geschieht dies in zwei Dimensionen – der Macht- und der Statusdimension. Dabei entstehen durch diese beiden Dimensionen und die persönliche Bewertung, Emotionen. Erlangt ein Akteur Macht, ist das gleichbedeutend mit einem Machtverlust für einen anderen Akteur. Kemper unterscheidet bei den Akteuren zwischen:

  • Ego, also die Selbstperspektive des Akteurs
  • Alter, also die Sicht von anderen Akteuren
  • Der dritten Partei, hier kann es sich um Aspekte wie Gott, Schicksal oder Ungreifbares handeln

Die drei möglichen Akteure sind gleichzeitig auch diejenigen, an die sich die Emotionen richten können.

Sein Verhalten an dem Verhalten der anderen orientieren ist etwas, was man bei einer Interaktion fast zwangsweise in einem bestimmten Umfang machen muss, da man die Aktionen der Gegenseite mit einplanen und berücksichtigen muss.

Die Bedeutung von Macht und Status[Bearbeiten]
Macht bedeutet nach Weber „jede Chance innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance besteht.“ Diese Macht kann man zum Beispiel in Form von physischer Gewalt, Maßnahmen wie Hausarrest oder emotionaler Gewalt aber auch durch indirekte Machtformen wie Manipulation, Betrug und Gerüchte, ausgeübt werden. Sobald sich ein Machtgefüge gefestigt hat, kann derjenige mit der größten Macht sicher sein, dass sein Wille befolgt wird, während dem Akteur mit geringer Macht klar ist, dass ein Verstoß gegen das Machtgefüges Bestrafung bedeutet.

Status hingegen wird von den Akteuren freiwillig erteilt. Dies geschieht etwa durch Akzeptanz, Unterstützung und Liebe. Besitzt man einen hohen Status erhält man auch größere Vorzüge von den anderen Akteuren. In kleineren Gruppen sind große Statusunterschiede zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern unwahrscheinlicher, in großen Gruppen gibt es „zentrale“ und „periphere“ Mitglieder. All diese Macht-Status-Beziehungen kann man in einem zweidimensionalen Achsenkreuz abbilden.

Macht und Status spielt auch in der Makroebene eine Rolle, hier spricht man aber von Freiheit (als Adäquat zur Macht) und Gerechtigkeit (als Adäquat zum Status). Als Beispiel hierfür kann man soziale Bewegungen ansehen, die freiheits- und gerechtigkeitsmotiviert sind. Auch innerhalb der Gruppen gibt es Metaprozesse, um Macht und Status zu erlangen, bzw. zu verringern.

Demnach wäre Macht etwas tatsächliches, Status etwas was zwischenmenschlich ausgehandelt oder angenommen wird. Natürlich kann die Akzeptanz eines hohen Status dann auch wieder Macht schaffen. Und Macht wiederum eine Akzeptanz, dass man den eigenen Willen durchsetzen könnte und man dies besser freiwillig zugesteht. Die beiden Verhältnisse beeinflussen sich demnach gegenseitig.

Zu den Zusammenspiel beider:

In jeder sozialen Interaktion spielen Macht und Status entscheidende Rollen: Ist man mit seinem aktuellen Macht oder Status-Rang nicht einverstanden, führt das Neidgefühlen, zu Frustrationen und Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit führt zu einem Veränderungsprozesse im Macht-Status-Gefälle. Man kann diese Unzufriedenheit aber nicht nur für die eigene Situation empfinden, sondern auch wenn ein anderer Akteur nicht angemessen Macht bzw. Status erhält.

Das wäre ja eine Darstellung einer Konkurrenzsituation auf das das Modell ja auch wohl mehr zugeschnitten ist. Hier kommen Macht und Status und Gerechtigkeit zusammen, der Wunsch anerkannt zu werden und der Wunsch in der Hierarchie aufzurücken. Wir messen uns nicht unbedingt an einem objektiven Maßstab, sondern an unser direkten Umgebung oder unseren Bekannten, weswegen sich ein Millionär herabgesetzt und schlecht fühlen kann, wenn sein Nachbar die schickere Yacht hat, obwohl er mehr hat als die meisten Leute. Und wenn wir uns einer Gruppe zuordnen, dann wollen wir auch, dass diese Anerkennung erfährt und ihre Leistung (und damit indirekt unsere) gerecht bewertet wird, soweit es Vorteile bringt.

Statusdefizit
Ein Statusdefizit entsteht, wenn man der Ansicht ist, ein ungenügendes bzw. unangemessenes Statuslevel zu besitzen. Dies kann zu verschiedenen Reaktionen führen:

Um mehr Status zu erlangen, werden hohe Risiken aufgenommen. Man setzt zum Beispiel sein gesamtes Erspartes im Spielcasino ein, in der Hoffnung zu mehr Geld zu kommen und dadurch auch an Prestige zu gewinnen.
Man versucht in der Gruppe Aufmerksamkeit zu bekommen, indem man sich selbst in einer Opferrolle präsentiert. Dieses Verhalten hat eine höhere Erfolgschance, wenn man den anderen Gruppenmitgliedern seine vermeintliche Opferrolle genau darlegen kann. Um seinen Status zu sichern wird oft die Beschwerde über ungerechte, schreckliche oder aufreibende Ereignisse berichtet. Innerhalb einer Beziehung gibt es diesbezüglich eine Reziprozität: Mal beschwert man sich bei anderen, ein anderes Mal hört man sich die Beschwerden anderer an.
Man kann innerhalb einer Gruppe auch an Status gewinnen, indem man Witze erzählt und den Kasper spielt. Man erhält dadurch Aufmerksamkeit und in gewisser Weise auch Zuspruch. Durch gemeinsames Lachen befinden sich für kurze Zeit alle Beteiligten auf derselben Statusebene gestellt.

Auch diese Theorien betonen die Wichtigkeit von Status für Menschen. Ein Status, der als unverdient niedrig wahrgenommen wird, wird als ungerecht angesehen (im Feminismus wohl auch gerne aufgrund einer Apex-Fallacy), wir versuchen Verbündete zu gewinnen etc. Zudem gibt es Praktiken wie das Lachen, die Statusunterschiede verwischen um das Gruppengefühl zu stärken und zu erleichtern.

Machtdefizit

Wenn ein „Ego“ seine eigene Macht als ungenügend betrachtet, fühlt es sich in gewisser Weise verwundbar und empfindet Angst. Um die dabei entstehenden Emotionen nun genauer beschreiben zu können, muss man bei einem Machtdefizit unterscheiden, ob Ego dieses Defizit auf sich selbst zurückführt oder auf Alter, einen anderen. Führt „Ego“ das Machtdefizit auf sich selbst zurück, fühlt er neben der Angst auch Hilflosigkeit und Unsicherheit; . „Ego“ versucht nun seine Macht wiederzuerlangen, bzw. die Macht von „Alter“ zu verringern, indem es die Abhängigkeit von der machthabenden Person zu verringern versucht, indem es sich Verbündete sucht oder Propaganda betreibt.

Ein Defizit an Macht, gerade im Verhältnis zum eigenen Status, bedeutet innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz und der allgemeinen Konkurrenz, dass andere geneigt sein könnten, sich des eigenen Status zu bemächtigen. Insofern schaltet der Körper wohl um auf erhöhte Wachsamkeit und erhöhte Aufmerksamkeit für Gefahren und besondere Vorsicht, also Angst und Unsicherheit und eine gewisse Hilflosigkeit. Wenn man einen Feind ausgemacht hat, also den Alter, der einem die Macht nimmt, dann wird evtl auf Angriff umgeschaltet oder versucht sich anderweitig von dessen Einfluss frei zu machen.

Bei jeder sozialen Interaktion spielen Macht und Status eine tragende Rolle und es entstehen Emotionen. Kemper unterscheidet hierbei zwischen drei Typen: Strukturell, antizipatorisch und resultierende Emotionen.

Strukturelle Emotionen leiten sich aus stabilen Macht- und Statusbeziehung ab, sie bilden sich also nicht direkt aus Interaktionen. In dyadischen Beziehungen empfindet jeder Akteur, entsprechend seiner Macht bzw. seinem Status oder der Macht bzw. dem Status anderer, Emotionen. Um die Entstehung von strukturellen Emotionen genauer betrachten zu können, schlüsselt Kemper zuerst zwischen Ego und Alter auf und dann noch einmal, ob die jeweiligen Macht- / Status-Verhältnisse mangelnd, angemessen oder überhöhte sind.
Nimmt man zum Beispiel adäquate eigene Macht, so fühlt Ego Sicherheit; hat Alter zu viel Macht, fühlt Ego aufgrund der Reziprozität und dem damit einhergehenden eigenen Machtverlust, Angst. Bei zu viel zugesprochenem eigenen Status empfindet Ego Scham. Dies geschieht, weil man, nach Goffman, eine Rolle spielt und so versucht sich in einem guten Licht darzustellen, erhält man aber mehr Status, als man selbst für angemessen erachtet, empfindet man Scham und in besonderen Fällen auch Schuld.

Antizipatorische Emotionen (auch vorausschauende Emotionen) können die Folge eines geplanten Interaktionsprozesses sein. Sie ergeben sich aus im Voraus erdachten strukturellen Veränderungen in Beziehungen und sind, je nachdem ob man von Grund auf optimistisch bzw. pessimistisch eingestellt ist und ob man viel bzw. wenig Selbstbewusstsein besitzt, ausgeprägt.
Resultierende Emotionen sind das Ergebnis von tatsächlich durchgeführten Interaktionen und den Auswirkungen auf die Macht-Status-Beziehungen. Erhält man zum Beispiel ein Lob von jemandem, ergibt sich daraus Freude.
Kemper versucht, das Modell an manchen Stellen zu vereinfachen und geht deshalb auch bei den strukturellen Aspekten einer Beziehung vornehmlich von den Emotionen Mögen und Nicht Mögen aus; also einem zusammenfassenden Urteil, ob die gesamte Macht-Beziehung angemessen ist.

Ich würde das so beschreiben, dass wir jeweils die Auswirkungen auf Status und Macht bzw. deren Anzeichen prüfen, sowohl bei uns als auch bei anderen bzw. bei den verschiedenen Handlungen. Der König kann insoweit aufgrund seines Amtes eine hohe Sicherheit verspüren, wird sein Kanzler stärker oder ein anderer König baut sein Heer auf, dann mag dies Unsicherheit in Vorbereitung auf die Auseinandersetzung mit einem anderen „Alpha“ bewirken, während er seinem Leiddiener gegenüber immer noch einen sicheren Status hat, hier also der „Silberrücken“ ist. Wer einen Status als der beste Fechter der Stadt hat, der wird selbstbewußter in ein Duell gehen als jemand, der sich eher für einen mittelmäßigen Fechter hält und weiß, dass er gegen jemanden mit einem hohen Status in dem Bereich antritt. Er mag auch bereits deswegen Angst haben, weil der andere ein schlechter Fechter ist, aber der Sohn eines statushohen Mannes, der ihn töten wird, wenn er seinem Sohn etwas tut oder der seinen Einfluss nutzen wird, seine Karriere zu zerstören.

Dazu habe ich neulich auch einen interessanten anderen Gedanken gelesen: Der Umstand, dass man bei jemanden mit hohem Status, sagen wir einem Promi oder einer ganz besonderen Autorität auf einem Gebiet oder auch nur einem Prüfer bei einem Test, nervös wird und das Gefühl hat, schlechter zu sein und auf dessen Wohlwollen angewiesen zu sein, könnte auch ein Schutzmechanismus sein, dem anderen den umfassenden Status deutlich sichtbar zuzugestehen um Statuskämpfe zu vermeiden.

Kemper geht davon aus, dass in jeder sozialen Interaktion Macht und Status eine entscheidende Rolle spielen und man mit ihnen die Entstehung von Emotionen erklären kann. Auch Liebe und Mögen sind Emotionen, wobei man sagen muss, dass es schwer ist, den Unterschied zwischen beiden klar zu definieren. Bei den sieben idealen Beziehungstypen greift Kemper daher wieder auf die zwei Dimensionen Macht und Status zurück: Bei einer Liebesbeziehung muss mindestens einer der Akteure extrem viel Status an einen anderen Akteur erteilen, während die Machtverteilung variabel ist. Mögen sich die Akteure besteht ein angemessener Status bei ihnen und ein geringes Machtdifferential. Anhand dieser Definitionen und den Macht- /Statusdimensionen entwickelte er die idealen Beziehungstypen:

  • Anhimmelung durch Fans: Ein Akteur, der Fan, findet, dass der andere Akteur es Wert ist, viel Status zu empfangen. Der Fan empfindet viel Zuneigung zu dieser Person, während die angehimmelte Person oft noch gar nichts davon weiß.
  • Ideelle Liebe: Beide Akteure empfinden gegenseitig eine hohe Zuneigung, geben sich also viel Status, haben aber keine Macht übereinander. Dieser Beziehungstyp ist oft nur kurzlebig, oft geht die Ideelle Liebe weiter in die Romantische Liebe über.
  • Romantische Liebe: Es findet eine hohe Statuszuschreibung bei beiden Akteuren statt. Gerade durch das „nicht mehr ohne den anderen können“ und das gute Gefühl entsteht zudem auch noch viel Macht zwischen den beiden Akteuren. Idealerweise sollte die Statuszuschreibung hoch bleiben, während die Macht langsam wieder sinkt. Nach der ersten Anhimmelungsphase in diesem Beziehungstyp treten oft Probleme auf, die aber in der Phase der „Aufrechterhaltung“ auch angesprochen werden müssen.
  • Göttliche, Elterliche oder Mentoren-Liebe: Beide Akteure haben einen hohen Status, aber nur einer von ihnen (das Göttliche, die Eltern oder der Mentor) hat viel macht über den anderen Akteur. Kemper führt das Beispiel der Göttlichen Liebe noch einmal genauer aus: Gott liebt die Menschen und hat dennoch extrem viel Macht über sie und bekommt zudem extremen Statuszuspruch. Die anderen Beziehungstypen sind in abgeschwächter Form auch so strukturiert.
  • Untreue Liebe: Beide haben zwar viel Macht übereinander, aber nur einer der Akteure empfängt hohen Status. In diesem Beziehungstyp hat der Betrogene an Status verloren, während der Betrüger sein Geheimnis wahren will und weiterhin Status empfängt.
  • Unerwiderte Liebe: Der Akteur, dem die Liebe zugesprochen wird empfängt auch viel Status und hat zeitgleich auch viel Macht über den Akteur, der ihm den Status zuspricht. Der Akteur ohne Macht und Status gibt dem anderen viel, weil er hofft, dass es erwidert wird. Dieser Beziehungstyp kommt oft bei Heranwachsenden vor, die Blind vor Liebe sind.
  • Eltern-Kind-Liebe: Man kann hier zwischen zwei Liebestypen unterscheiden – zum Einen die bei Nummer 4 beschrieben elterliche Liebe und zum andern der elterlichen Liebe bei Kleinkindern. Bei letzterem bekommt das Neugeborene extrem viel Status zugeschrieben, was immer es braucht, um zu überleben, bekommt es auch, obwohl es nichts zurückgibt. Und obwohl die Eltern keinen Status zurückbekommen haben sie die komplette Macht über das Neugeborene.

Hier finde ich das Modell nicht so stark, weil Liebe eine andere Chemie hat als Status (und das sogar im Sinne der Körperchemie). Aber sicherlich spielen auch in solche Beziehungen Status und Macht mit hinein. Ich würde auch vermuten, dass Kinder ein anderes Verhältnis zu Autorität und Status haben.

Zuzustimmen ist aber, dass in all diese Bereiche auch leicht eine Statusfrage hineinspielen kann – weil wir eben eine hierachisch denkende Spezies sind.

Das königliche Baby hat einen Penis

Das „Royal Baby“ ist auf der Welt und weil das Leben von statushohen Menschen, wie sie durch das englische Königshaus repräsentiert werden, stark interessiert, wird überall berichtet.Es ist ein Junge. Herzlichen Glückwunsch an Kate Middleton und Prinz William

William Kate Baby

William Kate Baby

Über den Amazing Atheist fand ich bei Entropy die folgenden Reaktionen dazu

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Entropy selbst kommentiert dazu:

Okay but seriously, I’m pissed.

Do people not realize what they’re saying? Saying it’s a shame for the feminist movement that the baby is a boy is just about as bad as back when they were upset that royal offspring were girls when there is literally nothing that Kate or Will or anyone else could do to change that.

Then there’s those people wishing that the baby turns out to be gay or trans— you’re seriously going to wish that kind of thing on a child that’s going to be under that much media attention? Not only are you fetishizing a baby’s sexuality, but this is disgusting. Being part of the LGBT movement is great, but the struggles that we face growing up trying to figure out who we are are nothing to laugh about or use to further a cause. Especially not when you’re growing up in the spotlight. There would be nothing lucky about this.

Never mind that no one is imposing gender roles on this child. The whole thing about it being a boy is a biological fact. The baby’s sex has been decided because the baby has a penis. The end.

It’s a baby. It doesn’t even understand the word gender. It can’t name itself. And this is absolutely disgusting.

Passender kann man es nicht ausdrücken. Die Aufregung, dass man mitteilt, dass es ein Junge ist, ist schon irgendwie bezeichnend. Es ist ein Junge. Selbst wenn es transsexuell ist, ist es erst einmal ein Junge, selbst wenn er später in rosa Kleidern herumlaufen will, ist es ein Junge und wenn es später lieber mit Männer schläft, dann ist es immer noch ein Junge. Anzeichen für Intersexualität scheinen ja nicht vorgelegen zu haben.

Das feministische Unbehagen mit Geschlechterzuweisungen bei Kindern zeigt sich auch schön bei einem Artikel von VonHorst auf kleiner Drei:

Ich habe mich selber beim ersten Ultraschall in Schwangerschaftsmitte dabei erwischt, doch neugierig zu sein, ein Geschlecht gesagt zu bekommen, damit ich mir etwas vorstellen kann. Und ja, so aufgeklärt ich darüber bin, wie Geschlecht gemacht ist, gab es da ein Gefühl von “mit Jungs kann man x machen, mit Mädchen kann man y machen”. Das war gruselig. Und ist wichtig. Denn selbst wenn ich mir vornehme, dieses Kind geschlechtsoffen zu erziehen, ihm keinen eindeutigen Namen zu geben, anderen Leuten nicht zu “verraten”, was ich eh nicht genau weiß, sondern nur projiziere, es ist nicht so einfach. Ich bin selbst nicht geschlechtslos, mein Umfeld ist es nicht, ich hab an Bildern über Gender internalisiert, was man so internalisieren kann. Es ist und bleibt ein Sichselbstinfragestellen. Es wird Fragen in diese Familie regnen.

Im Moment geht es in meinem Kopf vor allem um die Frage, wie ich den Gegensatz von “das soll es uns selbst verraten” und “das will ich nicht verraten”/”das will ich nicht wissen” auflöse, also wie ich Menschen, die mich nach einem Geschlecht fragen, mehr Komplexität zutraue, und, statt mit innerem Augenrollen ihr Narrativ zu übernehmen, darüber spreche, was ich mir wünsche und denke.

Da wird bestimmt noch viel Praktisches an Fragen und Zweifeln noch mit dem Kind in die Welt kommen. Wenn ich andere Menschen das Kind wickeln oder baden lassen möchte, werde nicht verhindern können, dass sie von Genitalien auf ein Geschlecht schließen. Oder dass fremde Menschen von Kleidung auf ein Geschlecht schließen und sich entsprechend verhalten. Darin immer ein Abwägen, welche Kämpfe man ausficht, was man ignoriert, weil man die Kraft an anderer Stelle braucht. There‘s no (easy) way out.

Irgendwie wünscht man ja jeder Feministin einen Sohn aber keinem Sohn eine Feministin. Der Wunsch beständig das Geschlecht seines Kindes zu verstecken, wenn man die Kraft dazu hat, immer wissend, dass jede kleine Unachtsamkeit das Kind gefährlichen Geschlechterrollen aussetzt, erscheint mir nicht sehr produktiv. Bei einem Baby wird man kurz nach der Geburt zwangsläufig wissen, welches Geschlecht es hat und man kann es auch nicht von allem geschlechtlichen fern halten.