Veränderbarkeit der „Toxischen Männlichkeit“ und kulturelle Unterschiede in deren Stärke als zwangsläufige Folge

ich hatte neulich schon Kemper mit seiner Aussage verlinkt, dass das verbindende Element diverser Attentäter ihre Männlichkeit ist. Das wurde so nach dem Vorfall an den Bahngleisen von verschiedenen Stellen angeführt, üblicherweise als Gegengewicht zu dem Vorwurf, dass es eine Tat eines Ausländers war. Die Männlichkeit soll dann „weniger Toxisch“ werden oder anderweitig verändert werden

Mir scheint als würden sie da häufig eine sehr widersprüchliche Position vertreten.

Die Aussage erfordert aus meiner Sicht bestimmte Annahmen:

  1. Es liegt an der Männlichkeit
  2. Männlichkeit kann „verbessert“ oder „abgeschwächt“  werde, so dass dieses Risiko vermindert wird

Wenn diese „Verbesserung“ oder „Abschwächung“ aber möglich ist, dann kann es auch kulturelle Unterschiede in „toxischer Männlichkeit“ geben.

Und wenn dann Ausländer eher proportional zu ihren Anteil an der Gesellschaft bestimmte Taten begehen, dann müsste man annehmen, dass ihre Männlichkeit „toxischer“ ist. Weswegen sie dann besonders „umgeschult“ werden müssten bzw man besonders gegen diese Kulturen sein müsste.

Was natürlich innerhalb des intersektionalen Feminismus nicht möglich ist, weil es rassistisch wäre. Ein Ausweg ist natürlich die „Oktoberfestlegende“ a la Wizorek und Co (Auf dem Oktoberfest werden pausenlos durch Weiße Frauen vergewaltigt, deswegen ist das weitaus mehr Teil der Kultur der Weißen).

Aber ansonsten scheint mir die Möglichkeit, dass man Männlichkeit abschwächen oder verbessern kann zwangsläufig den Weg dahin zu ebnen, dass eine Gesellschaft toxischer sein kann als die andere. Und das dann der Hinweis, dass es an „Machotum“,  „Männlichkeit“ etc liegt eher andere Nationen und Glaubensgemeinschaften in den Focus bringt, die in der Hinsicht eher eine deutlichere Kultur haben.  Es ist kaum vorstellbar, dass dann ein Land, welches sagen wir kein Frauenwahlrecht hat, in dem Frauen nur verschleiert auf die Strafe gehen dürfen und teilweise nur in männlicher Begleitung in denen die Anzeige einer Vergewaltigung eher zum Auspeitschen der Frau führt nicht toxischer ist als ein Land, in dem Frauen alle Rechte haben und nahezu alle Parteien eine weibliche Führung.

Kommt man da innerhalb er feministischen Theorien (die ich für falsch halte) raus? Und wenn ja wie?

Warum ist nichts vor Babys sicher und alles droht herunter geschmissen zu werden?

Fräulein Schmidt ist wesentlich mobiler geworden. Sie zieht sich an allem hoch, steht noch mit einer Hand unterstützend und versucht mit der anderen alles zu greifen, was wir nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht haben. Ein vor ihr abgestelltes Glas ist blitzschnell vom Tisch gewischt. Ein Bild auf dem niedrigen Wohzimmertisch oder eine Tasse in erreichbarer Nähe landet ebenfalls schnell auf dem Boden. Einiges wird gegriffen und begutachtet, aber der „Falltest“ scheint dabei ein wichtiges Kriterium dieser Begutachtung zu sein.

Das ist natürlich auch nicht ungefährlich für die Kleine, man will ja nicht, dass sie sich an Scherben verletzt oder sie, weil sie versucht etwas höheres zu greifen, sich etwas direkt auf den Kopf fallen lässt oder bei dem Versuch etwas hohes zu erreichen ihre Standfestigkeit überschätzt und fällt.

Die interessante Frage natürlich: Warum ist gerade dieses Verhalten, welches ja so ziemlich alle Babys in diesem Alter zeigen, evolutionär vorteilhaft gewesen?

Sicherlich: In der Steinzeit und davor wird wesentlich weniger Glas herumgestanden haben, aber in einer Höhle rumzukrabbeln und allerlei Dinge um- und herunterzuwerfen dürfe auch damals problematisch gewesen sein.

Ein Vorteil wäre sicherlich: Es fördert den Wunsch aufzustehen und seine Geh- und Stehfähigkeiten zu enwickeln. Auch Greiffähigkeiten dürften gefördert werden.  Und Neugier fördert sicherlich auch verstehen etc. Wobei diese Neugier ja nur bedingt produktiv und eher gefährlich ist. Denn dem „Falltest“ geht meist der „Geschmackstest“ voraus, es wird also alles erst einmal in den Mund genommen.

Was ich mir auch vorstellen könnte: Es macht eine gute Betreuung des Kindes erforderlich, wenn sie sich so verhalten. Dann wäre das Verhalten vorteilhaft, weil es die Eltern zu einer Betreuung animiert und man die Kinder nicht alleine lassen kann. Quasi die Gefährlichkeit für das Baby selbst als Druckmittel es besser zu beschützen.

Das wäre der gleiche Grund, warum einige Vogelbabys lautstark essen fordern: Sie machen damit zwar Fressfeinde auf sich aufmerksam aber die Eltern, die ja auch ihre Gene in die nächste Generation bringen müssen, sind um so motivierter sie so mit Essen zu versorgen, dass sie ruhig sind.

Dann wäre auch die Gefährlichkeit eher ein Bonus – sehr zu unserem Leidwesen.

„Die größte gemeinsame Schnittmenge der Eigenschaften der mordenden Menschen ist Männlichkeit“

Nochmal zu Privilegien

In der gestrigen Diskussion hab es Kommentare, die ich interessant fand:

Fiete schrieb:

Ein Privileg, bzw. eine Diskriminierung kann sich auschließlich auf ein Individualrecht beziehen.
Einfaches Beispiel: Niemand wird durch Regen diskriminiert und dementsprechen kann auch niemand ein Privileg auf Sonnenschein.

Klingt erst einmal logisch. Was würde daraus für die feministischen Interpretationen folgen? Inwiefern sind da Individualrechte betroffen?

Only me schreibt:

Vielleicht sollte man aber für die nächste Diskussion wenigstens die Begriffe definieren.

Welche Begriffe?

Die Begriffe, die diese voneinenander verschiedenen Sachverhalte beschreiben:

1) Du hast aufgrund deiner Gruppenzugehörigkeit ein gesetzlich festgelegtes Recht
2) Du hast aufgrund deiner Gruppenzugehörigkeit ein sozial etabliertes Recht
3) Du hast aufgrund deiner Gruppenzugehörigkeit eine Eigenschaft, die dir zum Vorteil gereichen kann, die Nichtmitglieder nicht haben.
4) Du hast aufgrund deiner Gruppenzugehörigkeit eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Eigenschaft zu haben, die dir zum Vorteil gereichen kann. Nichtmitglieder können diese Eigenschaft auch haben, aber mit geringerer Wahrscheinlichkeit.
5) Du hast aufgrund deiner Gruppenzugehörigkeit eine Eigenschaft, die dir in manchen Kontexten zum Vorteil in anderen zum Nachteil gereichen kann
6) Du hast aufgrund deiner Gruppenzugehörigkeit eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Eigenschaft zu haben, die dir in manchen Kontexten zum Vorteil in anderen zum Nachteil gereichen kann

Beispiele für 1-6?

1) Du hast aktives und passives Wahlrecht zur Gleichstellungsbeauftragten. Für Männer kenne ich kein Beispiel
2) Du hast das Recht, allein zu entscheiden, ob du bei den Kindern bleiben willst oder den Erziehungsaufwand teilst. Für Männer: Du darfst oben ohne in der Öffentlichkeit rumlaufen.
3) Du kannst schwanger werden. (Oder gehört das zu 5) Ich neige zu 3) )
4) Du bist in erster Linie an Menschen interessiert. Bei Männern: Du bist in erster Linie an Dingen interessiert.
5) Du gehörst zu den Gatekeepern von Sex. Nachteil: Es gibt Einbrecher (um im Bild zu bleiben)
6) Du gehörst zu der Gruppe, die von der anderen Gruppe so begehrt wird, dass diese bereit sind, dich zu finanzieren. Nachteil: Das Begehren der anderen Gruppe nimmt ab, so dass das ein zeitlich befristeter Vorteil ist und in einen Nachteil umschlagen kann.

All das wird von Feministinnen als „Privileg“ bezeichnet, aber auch nur, wenn mit „Du“ ein weißer, alter oder heterosexueller Mann gemeint ist.

Identitätstheorien brauchen Uniformität in der Gruppe, die aber meist heterogen ist. Sie sehen ob der stark vereinfachten Sicht der Identität keine Normalverteilungskurve, sondern zb DEN privilegierten weißen Mann.

Und sie schaffen es nicht ohne den Trick über binäre Macht (eine Gruppe in einer Kategorie hat entweder alle Macht oder keine Macht) eine Definition von Priviligien zu liefern, bei der nicht jede Gruppe Priviligien irgendeiner Art hätte

„Privilegien“ und „Diskriminierung bzw Benachteiligung“

Der intersektionale  Feminismus stellt darauf ab, dass zum einen bestimmte Gruppen Privilegien haben und zudem andere Gruppe benachteiligt sind.

Dazu fand ich Teile dieser Diskussion interessant:

ein Privileg ist eine AUSNAHMERegelung. Eben nicht das, was die Mehrheit hat, denn dann wäre es keine AUSNAHME.

Wenn Du den Nachteil beseitigst, dann beseitigst Du je eben nicht das Privileg (den Vorteil), sondern den Nachteil. Du beseitigst die Diskriminierung. Die aktive Handlung dabei war die Diskriminierungsbeseitigung, der Wegfall des Vorteils ist nur eine indirekte Folge.

Und auch der Weg über Abschaffung des Vorteils muss bei einem Privileg möglich sein. Wenn man das angebliche Privileg nicht sinnvoll über direkte Abschaffung seines Vorteils abschaffen kann, dann ist es tendenziell nicht wirklich ein „Privileg“.

Ganz ehrlich…würde irgendwer sagen, „wir wollen das Privileg einiger gut vernetzter Leute abschaffen, dass sie umsonst in den USA über Vitamin B studieren können“, würde das dann irgendwer als „konstenloses Studium für alle“ interpretieren?

Genau das zeigt eben das Beispiel mit den Bürgerrechten. Diese als „Privileg zu entziehen“ um Gleichberechtigung herzustellen macht keinen Sinn. Anders sieht es aus bei den echten Privilegien von z.B. Feudalherren aus. Diese zu entziehen macht zur Gleichberechtigung Sinn.

Das ist etwas durcheinandergewürfelt, weil aus einigen Tweets zusammen kopiert. Aber ich denke es ist doch ganz interessant. Denn mit dem Privilegienbegriff will der Feminismus ja erst einmal erreichen, dass sie bei den anderen ansetzen kann. Diese sollen ihre Privilegien hergeben, weil „Abschaffen der Nachteile“ eben weit weniger Verantwortung auf die „Bösen“ verlagert. Dort kann man auch sagen, dass der andere daran arbeiten soll, diese Benachteiligungen zu überwinden. Aber wenn der andere an Privilegien festhält, dann kann man ihm etwas vorwerfen.
Dabei wird dort ganz richtig angemerkt, dass die Privilegien, die im Feminismus beschrieben werden, oft einen Normalzustand darstellen. Wer „ablebodied“ ist der ist nicht privilegiert, sondern schlicht normal. Er kann seine „Privilegien“ nicht abgeben, man kann nur die Benachteiligungen beseitigen. Und auch der typische weiße Mensch lebt insoweit einfach sein Leben. Er macht nichts negatives und er verhält sich nicht schädlich. Er arbeitet normal, er zieht Kinder groß etc. Auch hier kann man nichts abschaffen, man kann nur Nachteile für andere abschaffen. etc.

Selbermach Samstag 250 (10.08.2019)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen