Kinderbetreuung und fehlendes Personal

Der Spiegel berichtet über Personalprobleme bei der Kinderbetreuung:

Eine flächendeckende Ganztagsbetreuung für Kinder werde an fehlendem Personal scheitern, warnen die Kommunen. Ihre Lösung: Erst mal die Ansprüche herunterschrauben.

Wer will, dass beide Eltern arbeiten, der wird um eine Ganztagsbetreuung der Kinder nicht herum kommen, um so mehr wenn Leute örtlich mobil sind und nicht unbedingt Großeltern in der Nähe haben.

Eine funktionierende Ganztagsbetreuung gilt als einer der Schlüssel, um den Fachkräftemangel zu lösen. Denn wenn Beruf und Familie leichter zu vereinbaren sind, können mehr Mütter und Väter einen Job annehmen – so die Theorie. In der Praxis sieht es so aus, dass schon die Betreuung von Kindern an fehlendem Personal scheitert, schildern die Kommunen.

Wäre doch eigentlich ideal für Hausfrauen mit Kindererfahrung, die wieder in den Beruf einsteigen können. Die haben zwar die Ausbildung nicht, aber ich halte Kindergärtnerin durchaus für einen Beruf in denen man nicht unbedingt nur Betreuer mit Ausbildung/Studium braucht.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht ein massives Personalproblem auf die Kommunen zukommen und erwartet deshalb mittelfristig Leistungskürzungen. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg hält insbesondere den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule nicht flächendeckend für umsetzbar.

Ich hoffe dann sind bei uns die Kinder schon aus dem gröbsten raus, aber Schmidt Junior hat ja zumindest noch 4 Jahre bis zur Schule.

»In den nächsten zehn Jahren scheiden 573.890 Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Kommunen aus«, sagte er der »Bild«-Zeitung. »Das entspricht etwa 30 Prozent des Personals.«

Selbst mit Werbungs- und Bonus-Programmen sei diese Lücke nicht zu schließen, »das Problem nicht zu lösen«. Es gebe nicht genügend junge Menschen.

»Manche Regelungen und Leistungen sowie Rechtsansprüche müssen ausgesetzt oder gegebenenfalls aufgehoben werden«, sagte Landsberg. Tabu-Brüche seien daher unumgänglich.

Die schöne neue Welt braucht eben einen erheblichen Unterbau. Das Baby/Kinder sind keine Feministen. Sie nehmen Zeit weg, wollen Aufmerksamkeit und Betreuung.

»Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule wird flächendeckend nicht umgesetzt werden können. Die mehr als 100.000 erforderlichen Erzieherinnen und Erzieher gibt es nicht und sie können auch nicht kurzfristig eingestellt werden.« Landsberg sagte, das Ziel sei richtig, die Kommunen würden das weiter vorantreiben, »aber wir lösen das Problem nicht im Gerichtssaal«.

Langfristig werden wir, wenn wir möglichst beide Eltern bei der Arbeit haben wollen, umfassende Ganztagsschulen benötigen. Wahrscheinlich wird die Tradition des gemeinsamen Mittagsessens in der Familie, die ja eh viele nicht umsetzen können, eher einem Abendbrot weichen müssen. Dafür eben Mensen

Bund und Länder hatten im vergangenen Jahr einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule beschlossen, der schrittweise eingeführt wird. Ab dem Schuljahr 2026/2027 greift die Regelung bei Kindern der 1. Klasse, ab 2029/2030 bei allen Klassen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hatte im Sommer ergeben, dass für die Umsetzung bis Ende des Jahrzehnts mehr als 100.000 pädagogische Fachkräfte fehlen könnten.

Wegen des erwarteten Personalmangels in den Kommunen forderte Landsberg, es müsse mehr Standardleistungen statt Einzelfallbetreuung geben. Außerdem müsse das Angebot an digitalen Leistungen in den Behörden steigen.

Mal sehen was aus den Programmen wird.