Die weibliche Brust als sexuelles Signal, welches durch sexuelle Selektion entstanden ist

Ich hatte hier schon einen Artikel dazu, dass weibliche Brüste beim Menschen ein Produkt sexueller Selektion sind.

Dagegen wird ja gerne behauptet, dass sie eben zum stillen notwendig sind. Aber Säugtiere haben üblicherweise keine Brüste, sie sind relativ exklusiv bei Menschen vorhanden. Allenfalls zeigen sich bei Tieren, die Stillen gewisse Brüste, die dann wieder verschwinden, wie ja auch die Brüste bei Frauen unter Milcheinschuß zulegen.

Zum Stillen benötigt werden im wesentlichen Milchdrüsengewebe:

Weibliche Brust, Milchdrüsengewebe

Das Anschwellen des Milchdrüsengewebes sorgt entsprechende für mehr Milch. Haben nun große Brüste mehr Milchdrüsengewebe?:
Ein paar Fundstellen:

1

Für das Stil­len ist das Milch­drü­sen­ge­we­be ent­schei­dend. Grös­se­re Brüs­te ha­ben zwar mehr Fett­ge­we­be, nicht aber in je­dem Fall mehr Milch­drü­sen­ge­we­be. Die Grös­se der Brust hat also kei­nen Ein­fluss dar­auf, wie viel Milch pro­du­ziert wird.

2

Wenn es ums Stillen geht, gibt es keine Zweifel – die Größe ist nicht entscheidend. Kleiner heißt daher nicht schlechter oder weniger.

Die Größe der Brust einer Frau wird hauptsächlich durch die enthaltene Menge von Fettgewebe bestimmt. Aber dieses Gewebe hat mit der Menge oder der Qualität der Milch nichts zu tun.

Wenn die Zeit gekommen ist Milch zu produzieren, stimulieren Hormone – angeregt durch die Geburt des Kindes und durch das Stillen – die Milchdrüsen in der Brust, Milch abzusondern und sie in die Milchgänge unter der Brustwarze und dem Brustwarzenhof (das dunkle Feld um die Brustwarze) zu schieben. Wenn ein Baby saugt, fließt die Milch in seinen Mund. (Mehr Einzelheiten erfahren Sie in unseren Artikeln rund ums Stillen)

Die Brüste einer stillenden Mutter werden größer, wenn sie sich mit Milch füllen – und sogar während der Schwangerschaft, weil die Milchdrüsen sich auf ihre Aufgabe vorbereiten. Das kann bedeuten, dass Sie sich schon während der Schwangerschaft einen Still-BH kaufen müssen. Aber egal, wie groß die Brust ist: Die Menge der Milch, die produziert wird, wird von dem Baby bestimmt.

Es ist ein raffiniertes System: Wenn ein Baby mehr trinkt, produziert die Mutter mehr Milch. Wenn es weniger trinkt, geht die Milchproduktion der Mutter zurück.
„Fast alle Mütter können viel Milch herstellen,“ sagt der Stillberater Jan Barger. „In den seltenen Fällen, in denen die Milchproduktion ein Problem ist, kann ein Stillberater / eine Stillberaterin eine entsprechende Analyse machen und helfen.“

3

Ganz egal wie große Deine Brüste sind, die Milchmenge ist davon völlig unabhängig. 31% der Frauen in Deutschland tragen die BH-Größe 75B, was noch nicht wirklich zu “großen Brüsten” zählt. Wie viel Milch produziert wird, hängt vom Drüsengewebe ab. Die Größe einer Brust ist von der Menge des Fettgewebes abhängig. So kann eine kleine Brust genauso viel Drüsengewebe enthalten wie eine große Brust. Wenn die Milchproduktion nicht so richtig in Schwung kommen will, helfen häufiges Anlegen und sogenannte Still-Tees.

Alles natürlich keine Studien, also habe ich noch mal gesucht:

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The aim of study was to determine if there is any relationship between breast size and the quantity of milk produced during sucking in 57 primiparas who practiced exclusive breast –feeding. The infants‘ ages range between 6 and 24 weeks with a mean age of 8.13 (5.2) weeks. There were 31 male and 26 female infants. Both babies and their mothers were apparently well and were not on any drug that could affect fluid balance or breast milk production. The means breast volume (standard deviation) was 660.51(245.60) cm3 while the mean breast milk volume (standard deviation) produced was 131.75(58.82) mls. The breast volume of 15 mothers was less than 500 cm3 while the volume of 5 mothers was more than 1000 cm3. There was no correlation between breast size and breast milk production .The conclusion was that breast size does not determine the quantity of milk produced in the study subjects.

5

Objective: To evaluate the correlation between lactating womenûs breast size and breast milk production.

Methods: 53 normal primiparous women with neither breastfeeding problems nor having drugs that affected milk production who delivered vaginally at Siriraj Hospital, Bangkok, Thailand were enrolled. On the 3rd day after delivery, breast size and breast milk volume were recorded by the same investigator at 3 hr after the last breastfeeding.

Results: The means of breast size and breast milk volume in this study were 13.5 ± 3.7 cm and 47.8 ± 18.3 ml, respectively. Regarding to the Pearson correlation test, breast milk volume had no significant correlation with breast size (rs= -0.112, p > 0.05), but showed a negative correlation with the maternal age (rs= -0.27, p < 0.05).

Conclusion: There is no significant correlation between breast milk volume and breast size. The small breast size woman should be counseled and reassured to get more confidence in breast feeding.

Für das Stillen wird die Größe der Brust also nicht gebraucht. Was sexuelle Selektion wahrscheinlicher macht.

63 Gedanken zu “Die weibliche Brust als sexuelles Signal, welches durch sexuelle Selektion entstanden ist

  1. Man kann die Frage auch einfacher beantworten: Wenn sich heterosexuelle Männer Brüsten anschauen, werden sie dann scharf oder bekommen sie Hunger?

      • „und in vielen Naturvölkern wo die Frauen oben ohne herum laufen die Brust nicht sexuell besetzt sei“

        Das ist eine absurde Annahme. Genau so gut könnte man behaupten, weil draußen Frauen rumlaufen, seien Frauen nicht sexuell attraktiv.

        • Japp.

          Ich kenne zwar folgendes Phänomen: Nach einem Tag in der Sauna, umgeben von nackten Brüsten, lässt der Impuls, sie unbedingt anschauen zu wollen, deutlich nach. Es stellt sich quasi eine Sättigung ein. Aber deshalb werden Brüste nicht unattraktiv.

          • Die Herleitung, was frei gezeigt wird, ist nicht sexuell belegt, ist eh erkennbarer Bullshit. Es gab mal Zeiten, da haben unsere Vorfahren gar nichts an sich verhüllt. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es Naturvölker gibt, die auch heute noch keinerlei Kleidungsstücke verwenden.

            Würde man etwas, was man ständig vor Augen hat, automatisch nicht mehr als etwas Sexuelles empfinden, hätten Säugetiere recht schnell Probleme bekommen, ihre Art zu erhalten – spätestens dann, wenn bei einem Männchen eine ihm paarungsbereit entgegengereckte Vagina keinen Stimulus mehr auslöst.

    • Sorry, aber dann hast du noch nie mitbekommen, wie eine Hundin „Bauchstreicheln“ genießt, oder wie ruhig und genießend eine Kuh beim Melken ist.

      • Die Hündin genießt das, ähnlich wie sie jedes andere Streicheln auch genießen würde.
        Die Kuh ist einfach nur erleichtert, dass der Druck nachlässt.
        Beides hat keinerlei sexuelle Konnotation. Weder die Hündin noch die Kuh werden dadurch erregt. Sonst würden stillende Frauen dauernd Orgasmen bekommen.

          • Wenn du das sagst.
            Wird die Hündin davon geil? Ist die Reaktion eines Rüden auf Bauchstreicheln genauso?
            Bei der typisch hündischen „Doggy“-Kopulation a tergo wird das Gesäuge nicht stimuliert.

            Meine Erfahrung mit Hunden ist ja denkbar gering, dafür kenne ich Katzen umso besser.
            Die lassen sich schon mal gerne das Bäuchlein kraulen. Aber irgendwann haben sie genug, und dann kann’s auch mal eine gewischt geben.
            Nach meinen Beobachtungen mögen es viele Katzen besonders, unter dem Kinn gestreichelt zu werden. Aber das sind Individualisten. Da hat jede ihre eigenen Vorlieben.

          • Aber umgekehrt gilt es: Der Mensch ist die einzige Spezies, bei der sich die (erwachsenen) Männchen für das Gesäuge der Weibchen interessieren.

  2. Egal was da oben steht, liebe Frauen, glaubt es nicht! Es sind alles DESINFORMATIONEN! Die Brust ist Brust! Nichts, auch wirklich gar nichts sollte euch davor abhalten oben Ohne zum Baden zu gehen.

    Over und out.

      • Da habe ich jetzt null dran gedacht. Freud hat das mit dieser angeblichen Regression ja auch nur auf Individuen bezogen, ich auf die ganze menschliche Art.

        Ein weiterer Beleg für eine allgemeine Regression und deren Vorteilhaftigkeit ist die Fähigkeit zum lebenslangen Milchtrinken, was immerhin in grossen Teilen der Menschheit sich entwickelt hat! Diese Regression einfach gut für den Menschen als soziales und vor allem kopflastiges Wesen! Wie sollte der Mensch seine einmaligen intellektuellen Fähigkeiten auch anders herausbilden können als im grossen herdenhaften Sozialverband?! Intellektualität brauch Holz vor der Hütte, um den Bogen zum Thema zu kratzen! 😉

  3. „es ist kein Überlebensvorteil, also muss es sexuelle Selektion sein“ ist mir etwas zu dünn. Ich würde mitgehen zu sagen, es ist (zusammen mit vielen anderen) ein Marker für Fitness, sowohl generelle als auch -Fortpflanzung, und fließt damit in den SMV ein. Für sexuelle Selektion wäre aber zu zeigen dass Größe (und wahrscheinlich auch Form) der Brüste irgendwie Einfluß auf die Wahrscheinlichkeit der Fortpflanzung haben (oder mal hatten). Ich denke das wird schwierig. Insbesondere weil bei unserer Spezies das Weibchen selektiert.

    • „Insbesondere weil bei unserer Spezies das Weibchen selektiert.“

      Das ist nur die eine Hälfte der Wahheit! Oder selektieren Frauen Männer mit möglichst grossen Titten und das treibt dann auch die Grösse bei den Frauen?

      • Das ist genau der Knackpunkt … wenn es denn eine sexuelle Selektion in Richtigung große Titten GÄBE, wäre das klar und deutlich zu sehen. Gibt es aber nicht wirklich, es gibt große und kleine (und manchmal zwei Erbsen, auf ein Brett genagelt), feste, schwabbelige und hängende .. und Männer vögeln alles, was nicht bei drei auf dem baum ist (und sie ranlässt).

        Okay, man könnte argumentieren, das wir die Evolution ausgeschaltet haben, selbst der unfitteste 200kg-Bierbüchsen-Couch-Proll es noch bis 50 schafft, und natürlich vor dem Ableben mit seiner (ebenso hässlichen) Alten vorher noch 5 Kinder in die Welt gesetzt hat.

        • „Sexuelle Selektion in Richtung weibliche Titten“ und „Sexuelle Selektion in Richtung große Titten“ sind zwei unterschiedliche Sachen.

        • „wenn es denn eine sexuelle Selektion in Richtigung große Titten GÄBE, wäre das klar und deutlich zu sehen.“

          Da denkst du zu sehr nach dem alles-oder-nichts-Prinzip. Wir wollen aber wissen, warum es überhaupt weibliche Brüste gibt, die sich über das flache Brustflächenniveau abheben! Weil es eben immer wieder Männer gab, die diese besser ausgestatteten Varianten bevorzugten, immer und immer wieder und über lange Zeit hinweg. Bevorzugen ist ja nicht gleich so zu deuten, dass das andere links liegen gelassen würde!

          • vielleicht seh ich das zu absolut, ja. Vielleicht ist das ne Entwicklung der jüngsten Vergangenheit, sagen wir der letzten 10000 Jahre, evolutionär also „gerade eben“, und die sich aus der Selektion ergebenden Konsequenzen (mehr und mehr Frauen mit schönen Brüsten) sind noch nicht zum tragen gekommen.
            Ich denke, es ist wahrscheinlicher dass es eine genetische Variation im Pool ist, so wie Haarfarbe

          • Jede genetische Variation wird aber nur dann erhalten, wenn sie Vorteile bringt oder gewünscht ist (durch sexuelle Selektion etwa)! 😉

            Bei den Brüsten ist es doch unzweifelhaft, dass Männer, auch wenn es nicht alle sind, das mögen. Also ist der Verdacht, dass hier ein Merkmal aktiv herangezüchtet worden ist, doch mehr als naheliegend. Vor allem, wenn klar ist/wäre, dass die Brustgrösse nichts mit einer Verbesserung der Säugerfunktion zu tun hat.

          • Jede genetische Variation wird aber nur dann erhalten, wenn sie Vorteile bringt oder gewünscht ist (durch sexuelle Selektion etwa)! 😉

            Jetzt bist du aber am verabsolutieren. Natürlich fluktuiert das Genom, aber es ist primär statisch. Eine Variation, die sich erfolgreich durchsetzt, weil sie einen wie immer gearteten Vorteil beim Überleben und/oder Fortpflanzung, also eine Adaption, darstellt, kann 100Mio Jahre später immer noch existieren, auch wenn der Vorteil schon lange weg ist. Unser Genom ist voll davon.

          • @ Alex,
            Nicht zwingend, eine Variation kann auch nur deswegen bestehen bleiben weil sie keine Nachteile bringt.
            Und gewünscht… Menschen werden ja normalerweise nicht gezielt gezüchtet
            Und es gibt nirgendwo ein Gesetz das z.B. Frauen mit kleinen Brüsten verbietet Kinder zu bekommen.
            Ist auch eher unwahrscheinlich das Man(n) lieber komplett auf die Fotpflanzung verzichtet als mit einer Frau mit kleinen Brüsten regelmäßig Sex zu haben.

          • @St. Elmo
            Es ist vor allem vollkommen verfehlt anzunehmen, jeder Mann stünde auf große Brüste. Tue ich z.B. nicht und ich kenne etliche, denen es genau so geht. Und mir scheint, dass hier vergessen wird, dass es auf der Erde Milliarden Asiatinnen gibt, bei denen, etwas überspitzt gesagt, „große Brüste“ dem entspricht was in Europa als „gerade mal vorhanden“ gilt.

          • @Andreas
            „kann 100Mio Jahre später immer noch existieren, auch wenn der Vorteil schon lange weg ist.“

            Aber: Viele Linien laufen vollig unverschuldet ins Abseits, sterben aus!

            Dass unser Genom auf der anderen Seite voll mit irgendeinem Müll ist, mag daran liegen, dass dieser doch wichtig ist, doch nicht gut erkennbar — die DNA leifert ja auch eine bestimmte Rauminformation für die sog. „Superstruktur“, die wichtig sein könnte!

            @St Elmo
            „Nicht zwingend, eine Variation kann auch nur deswegen bestehen bleiben weil sie keine Nachteile bringt.“

            Das reicht eigentlich nicht! Es sind vielmehr Leute wie der @Captain Covid — die sind verantwortlich für den Erhalt der kleinen Brüste! 😉

          • Aber: Viele Linien laufen vollig unverschuldet ins Abseits, sterben aus!

            Natürlich. Und nicht nur „viele“, sondern „fast alle“. Das ändert aber nichts daran, dass der weitaus größte Teil unserer Gene seit Ewigkeiten existiert, und nur punktuelle Änderungen erfahren hat. Der Knochenbau ist ein gutes Beispiel, der existiert schon ewig, auch wenn es Varianz gibt, groß und klein, leicht und schwer, ein paar „Finger“ zurückgebildet, oder in ganz seltenen Fällen einer dazugekommen (Maulwurf) .. aber die Struktur bleibt erhalten. Oder nimm Jordan Petersons Hummer: der im Revierkampf unterlegene Hummer zieht sich zurück, wird „depressiv“ .. verpasst man dem „menschliche“ Antidepressiva, Serotonin-Aufnahme-Hemmer (SSRIs), die in seinem archaischen Strickleiternervensystem die Serotonin-Konzentration anheben, dann fasst unser Hummer neuen Mut und zieht erneut in die Schlacht. Für JBP ist das vor allem ein Hinweis darauf, daß diese Hierarchie-Geschichte schon sehr lange existiert (womit er sicher nicht unrecht hat), ich würde hinzufügen, dass unsere Gehirnchemie, Neurotransmitter etc. auch schon ein verdammt alter Bauplan sind.

  4. „Insbesondere weil bei unserer Spezies das Weibchen selektiert.“
    — Stimmt so nicht ganz, weil es mindestens drei Phasen der Partnerwahl gibt. Ganz grob und polemisch:
    (1) Der Mann entscheidet, welche Frau er anspricht.
    (2) Die Frau entscheidet unter allen Kandidaten, wen sie ranlässt.
    (3) Der oder die Rangelassenen entscheiden sich dann für oder gegen eine langfristige Beziehung.
    (Aus Miller & Tucker, „Mate“)

    Ich hab leider das Buch gerade nicht zur Hand, aber Miller beschreibt in seinem Buch „The Mating Mind“ einige Indikatoren, die mit weiblichen Brüsten zusammenhängen, z.B.:

    „Females who concentrated their fatdisplays in breast and buttocks could attract male interest without overheating. […] Breasts appear to have evolved as highly condition-dependent indicators of a woman’s nutritional state.“ (S.236)

    Aber Brüste lassen auch Jugendlichkeit, Geschlechtsreife, gute Gene durch Symmetrie erkennen… Dass die Brüste aus den Frontstellungen dem Hintern gleichen (sexuelles Signal) aber dadurch Augenkontakt und dadurch mehr Oxytocin möglich war hab ich auch schon gelesen.

    • — Stimmt so nicht ganz, weil es mindestens drei Phasen der Partnerwahl gibt. Ganz grob und polemisch:

      Natürlich, „das Weib selektiert“ war verkürzt und zugespitzt, die Realität ist komplizierter. Mir gings mehr um die prinzipielle Ausrichtung …

    • „Breasts appear to have evolved as highly condition-dependent indicators of a woman’s nutritional state.“

      Wäre auch eine prima Erklärung für die grosteske Hypertrophie der Brüste bei den berühmten Steinzeitfrauenfiguren! Dass diese ausgehungerten Gestalten damals auf sowas aufgefahren sind, kann man sich leicht vorstellen!

  5. Die Brust ist nur ein sexuelles Signal, wenn sie als solches wahrgenommen wird. Und dieses Signal ist überhaupt nur dann relevant, wenn das Männchen sexuelles Interesse hat.
    Ist das Männchen ausreichend versorgt und hat adäquate Triebabfuhr, müssen die Brüste schon sehr wohlgeformt und straff sein, um als sexuelles Signal wirksam zu sein.

    Warum sollte jemand, der pappsatt ist, Lust auf Essen empfinden?
    Das passiert nur durch Furcht vor Verknappung oder durch besonders stimulierende Leckereien.

    Dadurch, dass die weibliche Brust nicht normal sichtbar ist wie die Nasen der Frauen, entwickelt sie überhaupt eine gewisse Besonderheit. Wenn einer Frau mal aus Versehen die Glocken aus dem Bikini rutschen, ist das sofort ein Hingucker. Wenn alle die Glocken frei läuten lassen, haben die keine Exklusivität mehr.
    Nur die schönsten sind für das Männchen sexuell relevant. Und oft auch nur, wenn der Sexualtrieb im Männchen gerade stark wirkt. An einem FKK-Strand sind die meisten Brüste keine Hingucker, in einem Göttinger Freibad sorgt schon ein Paar für mediale Aufruhr.

    Um also die Brust als sexuelles Signal wirksam werden zu lassen, bedarf es eines Gegenübers, das einem aktuellen Sexualtrieb unterliegt und/oder muss als Stimulanz empfunden werden.

    Diese Stimulanz kann erzeugt werden, indem die Triebhaftigkeit des Männchens stark gehalten und die Triebabfuhr limitiert wird („Ich hab Kopfschmerzen“, NoPorn, Nein heißt Nein, FSK18) oder/und durch Schaffung von besonderer Attraktivität der Brust (Silikoneinsatz, PushUp, Dekolleté, Nippelgate, Atombusen etc.).

    Weibliche Brüste sind also kein sexuelles Signal, sondern sie werden von Frauen entsprechend instrumentalisiert, um die Männchen zu steuern.

    • „Weibliche Brüste sind also kein sexuelles Signal, sondern sie werden von Frauen entsprechend instrumentalisiert, um die Männchen zu steuern.“

      Jein. Beides stimmt.

      • Habe ich blöd ausgedrückt. Ich meine, sie sind nicht per se ein sexuelles Signal.

        Denn beim Brustkrebs-Screening oder am FKK-Strand haben sie nicht diese Signalwirkung.
        Die sexuelle Signalwirkung muss inszeniert werden. Durch Verstecken, durch Keuschheit, durch Exklusivität, durch PushUp, durch Präsentation eines „Ausschnitts“.

        Der Esel sieht die Möhre nicht, er erahnt sie, wenn er nur den grünen Ansatz sieht. Er malt sich die Möhre aus – und seine Libido hilft ihm, sie in den saftigsten und leckersten Formen anzunehmen.

        Also trottelt er bis zum Umfallen der Möhre hinterher und wird nicht störrisch, wie es ein Esel eigentlich von Natur aus sein könnte.

        • „Der Esel sieht die Möhre nicht, er erahnt sie, wenn er nur den grünen Ansatz sieht. Er malt sich die Möhre aus – und seine Libido hilft ihm, sie in den saftigsten und leckersten Formen anzunehmen.“

          — Talking about carrots and asses … 😉

        • „Habe ich blöd ausgedrückt. Ich meine, sie sind nicht per se ein sexuelles Signal.“

          Das hat hier auch keiner behauptet. Die gesamte nackte Frau ist ja auch per se kein sexuelles Signal.

    • Nun haben unsere Steinzeitvorfahren (die sicher nicht per se Hungerleider waren) ständig nackte Brüste um sich gehabt. Es kann also vermutet werden, das die schon zuerst ein sexuelles Attraktivitätsmerkmal waren, das die Frauen mit dem Aufkommen von Kleidung durch Verhüllen/Entblößen bewusst zu steuern lernten und damit in der Wirkung zu steigern wussten.
      Bei ständig nackten Völkern wird es wohl so sein, daß die Brust bei Trieb des Mannes Lust erweckt. Ist ja bei allen Signalen so. Habe ich Hunger, fange ich beim Anblick von Essen an zu sabbern, habe ich keinen gehe ich achtlos daran vorbei, dito Brüste.

      • Aber warum die Brust? Die sagt doch nicht mal etwas über die Versorgung des Säuglings aus.
        Eigentlich müsste primär die Vagina stimulieren, oder vielleicht ein gebärfreudiges Becken und hormonelle Gerüche.

        Ich denke, die Sexualisierung der weiblichen Brust ist ähnlich komisch wie Küsse. Die hat damals ja schon Freud als Perversionen definiert. Schließlich haben sie auch nichts mit der Fortpflanzung zu tun.

        Vielleicht sind weibliche Brüste aber auch einfach ein matriarchales Statussymbol, dessen Sexualisierung gezielt betrieben wird, um die männliche Abhängigkeit über den Stillprozess hinaus zu stabilisieren.

        • Ich tippe mal auf den aufrechten Gang.
          Der Pavian Hintern als sexuelles Signal macht nur Sinn solange man auf allen vieren geht. Wenn man aber aufrecht geht und somit die Primären geschlechtsorgane nicht mehr Im Blickfeld sind muss man was anderes nutzen um sexelle Signale zu senden.

  6. Ich denke, das steht für jugend und zwar insofern. Wenn eine Frau große Brüste hat, hängen diese oft sehr früh. Solche A-Körbchen eher nicht, selbst wenn man die Luft rauslässt.
    Daher ist das ein Indikator für jugend, den man kaum fälschen kann. Daher pushen Bhs die Brust ja auch hoch und versuchen nicht, Fußbälle auf hüfthöhe vorzutäuschen.

    • „Ich denke, das steht für jugend und zwar insofern. Wenn eine Frau große Brüste hat, hängen diese oft sehr früh“

      ja, in der tat. Ein gutes Signal muss eben auch schwer zu unterhalten sein, sonst ist es kein gutes Signal. Jugend ist eine Sache, Fettreserven am Körper sind auch positiv, vielleicht sogar „hat noch keine Kinder mit jemanden anders“.

      • Es gab irgendwo doch mal einen Kommentar / eine Studie, dass es im Grunde zwei verschiedene „Archetypen“ gibt, „worauf Männer stehen“:

        (1) sehr schlank + kleine Brüste -> Jugendlichkeit
        (2) kurvenreich, (aber nicht dick) -> Gebärfreudigkeit

        War das hier bei Dir im Blog?

  7. Brüste signalisieren per se m.E. simpel sexuelle Reife. Form, Größe etc. sind sekundär.
    Üppige Brüste deuten darauf hin, das das Weibchen genügend Nahrung bekommen hat was ein Zeichen ist, dass etwaige Kinder auch gut versorgt wären.
    Schlaffe Brüste deuten auf Menopause hin, also ein Weibchen in das zu investieren eine schlechte Investition wäre.

  8. Wird Ästhetik von Funktion erzeugt, oder manifestiert sie sich von selbst?
    Anders gefragt: Wie konnte sich bei der Urfrau ein schöne Brust bilden, wenn gar niemand eine Vorstellung von einer schönen Brust hatte?

    Ich las mal, die flache Schnauze des Menschen wäre ursprünglich eine Missbildung gewesen, so wie eine Hasenscharte, und die ersten Flachschnauzer waren hässlich unter den anderen. Woher kam die Ästhetik? Waren Brüste am Anfang womöglich auch nur hässliche Missbildungen?

    • Es könnte auch sein dass es eine politische Selektion war, und keine Sexuelle. Das Szenario dazu:

      Ein Stamm von Urmenschen, irgendwo in Afrika, vor langer Zeit, dessen Schicksal es ist, dass alle zukünftigen Menschen von ihm abstammen werden. Lucy’s Stamm. Der Stamm ist mächtig und dominiert alle Nachbarstämme. Frauen haben noch keine Brüste und gehen zusammen mit den Männern jagen.

      Dann das Unglück: Eine Erbkrankheit breitet sich aus, riesige hässliche Beulen um die Zitzen der Frauen herum. Die Fortpflanzungsfähigkeit des Stammes wird nicht beeinträchtigt, aber die betroffenen Frauen können nicht mehr so gut jagen und bleiben lieber zu Hause. Was zu intensiverer Pflege des Nachwuchses führt, und die Herrschaft des Stammes über die anderen Stämme festigt.

    • „Wird Ästhetik von Funktion erzeugt, oder manifestiert sie sich von selbst?“

      Warum finden wir überhaupt etwas schön oder sexy – oder eben nicht? Eine interessante Frage.

      • Die eigentliche Frage ist:
        Gibt es absolute Schönheit, die in der Evolution vorgegeben ist, oder kann die Evolution uns dazu bringen, das Hässliche schön zu finden?

        Eigentlich hätten die ersten Flachschnauzer doch aussterben müssen, sie haben sich aber irgendwie durchgesetzt.

        Genauso könnte die weibliche Brust als ursprüngliche Missbildung der eigentliche Grund für den durchschlagenden Erfolg unserer Spezies sein.

        • Was wir als hässlich oder schön empfinden ist ja das Ergebnis der Evolution,
          von daher ist die einzig mögliche Antwort auf die Frage: Nein, gibt es nicht
          Eine Kuh wird andere Dinge als schön empfinden als ein Mensch, wenn eine Kuh überhaupt einen sinn für Schönheit hat.

        • Für Schönheit gibt es schon Vorgaben, etwa Symmetrie und Vitalität:
          https://www.spektrum.de/news/symmetrische-schoenheit/964893

          Aber solange die Pheromone passen und die Hormone sprudeln, sind viele der Vorgaben nicht allzu streng und können auch zu diversen Fetischen führen. Kam erst neulich eine Doku zu Sumo-Ringern, die haben tatsächlich auch eine Menge weibliche Fans, obwohl die nach westlichem Verständnis vor allem fett sind.

          Eine frühere Bekannte von mir, hat mal über Nacht ihre Vorliebe von weißer zu schwarzer Hautfarbe geändert, der einzige Grund: ein feuchter Traum 🙂 denn davor konnte sie sich das nicht vorstellen. Das (Unter-)Bewusstsein macht manchmal seltsame Sachen.

  9. Nun ist mir alles sonnenklar: Niemand kann recht erklären warum es die Brust nicht auch bei anderen Primaten gibt, und warum die Brust so anfällig ist für Krebs. Wenn die Brust aber als Erbkrankheit spontan erschienen ist, erklärt sich das alles von selbst.

    Die anderen Tiere stecken ja nur soviel Zeit und Energie in den Nachwuchs, bis dieser selbst Überlebensfähig ist. Die erbgeschädigten Frauen mit den ersten Brüsten haben diese Regel aber gebrochen, und viel mehr Zeit und Energie in den Nachwuchs gesteckt als nötig.

    Das war die Basis für die Überlegenheit unserer Spezies gegenüber allen anderen.

  10. „Für das Stil­len ist das Milch­drü­sen­ge­we­be ent­schei­dend. Grös­se­re Brüs­te ha­ben zwar mehr Fett­ge­we­be, nicht aber in je­dem Fall mehr Milch­drü­sen­ge­we­be. Die Grös­se der Brust hat also kei­nen Ein­fluss dar­auf, wie viel Milch pro­du­ziert wird.“

    Der Zusammenhang kann sogar negativ sein, meine Frau kennt einige „Donnerbusen“ die gar nicht stillen konnten, die Körperfülle belastet das wohl allgemein. Meine hat kaum Busen, aber nach der Geburt, Holla!, modellhaft, mindestens dreimal so groß wie vorher (ich hatte nur nicht viel davon 🙂 ) und unglaublich produktiv.

  11. Die Problemerf:inder$innen und -außen (ß wegen Diphthong!) wollen doch nur Aufmerksamkeit.

    1.) Erf:inde ein Problem
    2.) Schiebe es aufs Patriarchat
    3.) Tu so, als fühlest Du Dich diskrim:iniert
    4.) Trompete bei jeder Gelegenheit oder dann, wenn e:in Krieg in der Ukraine ist, dieses imposante und weltbeherrschende Problem auf Twitter und im Kreise aller Soziopathen auf, die Du auftreiben kannst
    5. Versuche, De:in Aufmerksamkeitsdefizit zu kaschieren, :indem Du „die Debatte intellektualisierst“ und alles, was h:inkt, als Vergleich heranziehst
    6.) Benenne es als Fem:inismus, damit nicht jedem auffällt, daß es das Verhalten e:ines trotzigen Kle:ink:inds ist
    7.) Wärme das Problem bei Gelegenheit immer wieder auf (auch bekannt als quengeln)

    Fange wieder bei 1.) an.

    Und so geht das tage:in, tagaus :in der Öffentlichkeit um irgendwelche dämlichen Frauenbelange, weil viele auch ke:ine Männer mehr f:inden, denen sie damit auf den Sack gehen können.
    Gut ist, man nimmt diese Idiot$innen und -außen nicht mehr ernst. Besser wäre, daß es ür die Watschen hagelt, um diesen idiokratischen Äff$innen und -außen-Zirkus endlich zu beenden. Anders kommen die aus der Schleife nicht mehr raus, die sind längst zwanghaft.

  12. So viel ich weiß, hat die Evolution Brüste immer größer und attraktiver werden lassen, da sich der Mensch immer weiter aufgerichtet hat und der Po somit immer unsichtbarer wurde.

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