Patricia Schlesinger, der feministische Kampf und die Einsicht, dass Fraue sich oft genug genauso beschissen verhalten wie Männer

Arne hat schon auf einen interessanten Artikel über die ehemalige RBB Vorsitzende Patricia Schlesinger angeführt, der insbesondere auf den Schaden hinweist, der dadurch entsteht, dass Frauen sich als gierig und auf ihren Vorteil bedacht zeigen. (Von der Autorin Silke Burmester hatte ich auch hier schon mal einen Artikel besprochen)

Zunächst zu den Vorfällen an sich aus der Wikipedia:

Der Verwaltungsrat des RBB genehmigte unter Führung von Wolf-Dieter Wolf der Intendantin 2021 eine Erhöhung ihres Gehalts um 16 Prozent auf 303.000 Euro, zusätzlich soll sie 2021 einen Bonus von „mehr als 20.000 Euro“ erhalten haben.[17] (Zum Vergleich: Die anderen ARD-Intendanten erhalten zum Zeitpunkt der Recherchen zur Affäre zwischen 281.000 Euro (Radio Bremen) und 413.000 Euro (WDR)[18] und jeweils keine Boni.[17])

Als dies im Sommer 2022 bekannt wurde, wurde Unmut unter den Freien Mitarbeitern des Senders laut, bei denen gespart worden war.[19] Außerdem wurden geschäftliche Verbindungen zwischen Schlesingers Ehemann und dem Verwaltungsratschef des RBB kritisiert und ihr Vetternwirtschaft vorgeworfen.[20]

Mitte Juli 2022 gaben die RBB-Revision und die Compliance-Beauftragte des RBB eine externe Prüfung durch die Kanzlei Lutz Abel in Auftrag. Die Landesrechnungshöfe von Berlin und Brandenburg teilten mit, dass sie beabsichtigen, den RBB gemeinsam zu prüfen. Der Rechnungshof Berlin hatte den RBB zuletzt 2018 geprüft. In dessen Jahresbericht 2018 kritisierte man den RBB unter anderem für übermäßige Gehaltserhöhungen und Sonderzahlungen.[21]

Der Hauptausschuss des Brandenburger Landtages führte am 19. Juli eine Sondersitzung mit dem Tagesordnungspunkt Beraterverträge und Spesenaffäre im Zusammenhang mit der RBB-Intendantin durch. Dazu war die RBB-Führung mit Intendantin, Friederike von Kirchbach als Vorsitzende des Rundfunkrates, Wolf-Dieter Wolf als Verwaltungsratschef bzw. Dorette König als Vizechefin des Verwaltungsrats geladen. Die RBB-Führung erschien nicht zur Sondersitzung. Dies führte zu massiver Kritik im Parlament.[22]

Kurze Zeit später wurde bekannt, dass Schlesinger einen luxuriösen Miet-Dienstwagen vom Typ Audi A8 mit Sonderausstattung wie Massagesitzen hatte – Listenpreis rund 145.000 Euro. Der Hersteller hatte ihr dafür einen Rabatt von 70 Prozent eingeräumt. Schlesinger durfte ihren Dienstwagen und die Leistungen der beiden Chauffeure auch privat nutzen; andere ARD-Intendanten hingegen nicht. Auch Freunde und Familienangehörige nutzten den Wagen. Auch die Abrechnung von dienstlichen Abendessen in ihrer Berliner Privatwohnung wird inzwischen geprüft.

Am 4. August 2022 trat Schlesinger mit sofortiger Wirkung als ARD-Vorsitzende zurück.[24] Sie hatte das Amt am 1. Januar 2022 angetreten; die Amtszeit dauert in der Regel zwei Jahre. Ihre Geschäfte übernahm vorübergehend der Intendant des WDR, Tom Buhrow.[25] Am 7. August 2022 trat sie auch als RBB-Intendantin zurück.[26][27] Am 8. August 2022 gab die Staatsanwaltschaft Berlin bekannt, dass sie Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue (§ 266 StGB) und der Vorteilsannahme (§ 331 StGB) gegen Schlesinger aufgenommen hat.[28] Am 11. August 2022 wurde gemeldet, dass die Generalstaatsanwaltschaft wegen der „Bedeutung der Sache“ die Ermittlungen übernommen habe.[29]

Nach ihrem Rücktritt ist Schlesinger nach wie vor Intendantin, ist jedoch bis zur endgültigen Beendigung des Dienstverhältnisses beurlaubt und nimmt keine Aufgaben für den Sender mehr wahr

Der RBB ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg, eine Anstalt bei der man sich fragen kann, warum es sie überhaupt gibt und was man da leistet. Aber ich bin ja auch ein alter ÖRR-Hasser.

Nun aber zu dem Artikel:

Im Jahr 2016 wurde Patricia Schlesinger Intendantin des RBB. Sie war damit erst die vierte Frau, die einen solchen Posten übernahm, aus 92 Intendantenpositionen innerhalb der ARD seit 1947. Und die dritte Frau, die den ARD-Vorsitz führte, gegenüber 39 Männern. Pro Quote und ich haben gejubelt. Zusammen mit unzähligen anderen Frauen und Männern, die die männliche Dominanz in der Führung der Gesellschaft und der Medien für unzeitgemäß halten. Patricia Schlesinger ist eine hervorragende Journalistin, sie steht für gesellschaftliche Veränderung und erschien offen und sympathisch. Bingo.

„Die männliche Dominanz aufbrechen“ ist eben auch nur eine leere Phrase ohne wirklichen Inhalt. Leute in Machtpositionen sind eben häufig Leute in Machtpositionen.

Bereits am Freitag ist sie vom ARD-Vorsitz zurückgetreten, Sonntagabend auch als Intendantin des RBB. Sie habe in Sachen Finanzen nicht ausreichend zwischen Geschäftlichem und Privatem unterschieden, heißt es. Der Verdacht von Vetternwirtschaft liegt schwer in der Luft, am Wochenende wurde bekannt, dass sie rund 650.000 Euro für die Neugestaltung ihrer Büroräume ausgegeben haben soll. Von italienischem Parkett ist die Rede und einer begrünten Wand für knapp 8.000 Euro. Gebührengelder. Nicht ihr eigenes. Erinnerungen an den Bischof von Limburg werden wach.

Der eigentliche Skandal ist, dass sie das in Auftrag geben konnte und anscheinend so wenig Kontrolle vorhanden ist, dass sie noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hatte. Warum muss jemand im öffentlichen Dienst überhaupt derart viel Geld dafür ausgeben? Gut, hier kennt man die Einzelheiten nicht, aber es erschreckt.

Die Frau, die so viel Richtiges für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wollte, die seine Modernisierung innen wie außen vorangetrieben hat, hat ihm den wohl größtmöglichen Bärendienst erwiesen. Eine bessere Vorlage hätte man den Zersetzern der Demokratie, den Kri­ti­ke­r*in­nen des öffentlich-rechtlichen Systems, denen, die es anfeinden und abschaffen wollen und die in „denen da oben“ ein grundsätzliches Problem ausmachen, nicht erweisen können. Sie fühlen sich in all ihrer – freundlich ausgedrückt – Abneigung bestätigt. Häme ist da noch ihr harmlosester Ausdruck.

Starke Worte. Den „Zersetzern der Demokratie“ und die „Kritiker des öffentlich rechtlichen Systems“ haben erst einmal recht, dass man da anscheinend nicht vernünftig wirtschaftet.  Aber ich finde diese Abwertungen auch immer sehr übertrieben: Viele demokratische Länder haben keinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und niemand spricht ihnen ihre Demokratie ab.

Man schaut mit ungläubigem und fasziniertem Grausen auf das Debakel, auf eine Verfehlungsliste, die nach der Gier der Macht riecht. Danach, das Maß verloren zu haben, aber auch Einschätzungsvermögen und Anstand. Es ist der gleiche Ekel, der einen beschleicht, wenn man von den Millionenboni der Vorstände erfährt, die gerade ein Werk dichtgemacht haben, oder von Christian Lindner hört, der eine „Gratismentalität“ ausmacht, wenn Menschen die Fortführung des 9-Euro-Tickets fordern. Die Enthüllungen werden vermutlich die nächsten Tage weitergehen. Ebenso die Empörung.

Dabei ist Gier nach Macht doch etwas ganz männliches. Eine Frau macht so etwas auch? Wer hätte das jemals gedacht.

Es schmerzt alle, die dafür kämpfen, dass Frauen alle Positionen in diesem Land offenstehen
Und die Hassgülle wird das Netz weiter schwemmen. Was aber auch da ist, ist die Enttäuschung. Eine unglaubliche Enttäuschung über ein unglaubliches Versagen. Patricia Schlesingers falsches Handeln, das zu dem richtigen Schluss – der Aufgabe ihrer Ämter – führt, macht mehr kaputt als nur ihre Karriere. Es schmerzt alle, die seit Jahrzehnten dafür kämpfen, dass Frauen alle Positionen in diesem Land offenstehen. Die dafür kämpfen, dass Frauen an die Macht kommen. Nicht nur, weil Frauen dieses Recht zusteht, sondern auch, weil es den Gedanken gibt, Frauen würden die Gesellschaft, die Welt gerechter gestalten.

Tja schade. Da ist eine eh nicht wirklich rationale Position, der Glaube an das bessere in der Frau, dieser Essentialismus über das Gute in der Frau und das toxische im Mann nicht begründet. In der Tat ist es eines der bescheuersten Argumente für eine „Geschlechterparität“. Frauen sind nicht die besseren Menschen. Sie sind auch Menschen, mit allen Fehlern die das beinhaltet.

Was nun?
Was nun sagen, Patricia, wenn der Einwurf kommt, nein, die sind genauso gierig, egoistisch wie Männer? Kann man ein „Ja, aber …“ begründen, wenn Patricia Schlesinger Gelder, die Beitragzahler und -zahlerinnen oft mühsam erarbeiten, für ihr überbordendes Wohl verwendet?

Hat Schlesinger eine Ahnung, wie dumm wir Kämp­fe­r*in­nen jetzt dastehen, wie dünn unsere Argumente werden, wenn wir die Notwendigkeit von Frauen in Führung mit einem anderen Führungsstil und einem anderen Blick für und auf die Gesellschaft begründen?

Irgendwie ja bizarr. Da merkt sie wie schlecht ihre Argumente sind und beschwert sich, dass sie sie in Zukunft nicht mehr bringen kann. Sie sind eben schlecht. Sie waren auch schon vorher schlecht. Sie hat die Argumente nicht beschädigt, sondern nur den Schein dieser Pseudoargumente zerstört.

Was man über Patricia Schlesinger liest, ist äußerst unangenehm. Sie habe auf die Erhöhung ihres ohnehin hohen Gehaltes gedrängt, das nun bei rund 300.000 Euro liegt. Außerdem auf die heimliche Auszahlung eines Bonus. Ihren Abgang inszeniert sie als Opfererzählung. Ihre Bezüge möchte sie weiterhin erhalten.

Vielleicht ist auch das Teil des feministischen Kampfes: zu verstehen, es geht nicht nur darum, Frauen die Möglichkeit zu erstreiten, genauso scheitern zu können wie Männer. Es geht auch darum zu akzeptieren, dass sie sich oft genug genauso beschissen verhalten.

Auch lustig, dass sie ihr die Opfererzählung vorwirft, die sie mit ihrem „Frauen werden nicht nach oben gelassen“ ja auch bedient.

Das ist ja das Schöne an Frauen in hohen Positionen: Sicherlich machen auch viele ihre Sache gut, genauso wie Männer. Aber es kommen eben auch die, die deutlich machen, dass Frauen nicht besser sind.

Anne Spiegel hat uns gezeigt, dass Frauen auch meinen können alles zu schaffen, dass Spitzenjobs über die Verantwortung und den Einsatz auch große Schattenseiten haben, dass die Familie kürzer treten muss.

Patricia Schlesinger zeigt uns jetzt, dass Frauen knallhart auf ihren eigenen finanziellen Vorteil bedacht sein können und sich hemmungslos an Geldern anderer bedienen können, auch wenn sie anderen ein Sparen aufzwingen.

Mal sehen, was noch alles kommt (oder was schon gekommen ist und man hier noch aufzählen könnte, gerne ergänzen)

 

55 Gedanken zu “Patricia Schlesinger, der feministische Kampf und die Einsicht, dass Fraue sich oft genug genauso beschissen verhalten wie Männer

  1. Vor dem Hintergrund im Grunde mafiöser GEZ-Eintreibungsmechanismen samt Erzwingungshaft ist das alles nicht im Ansatz nachzuvollziehen. Ganz davon abgesehen, dass skrupellose Gier geschlechtsunabhängig funktioniert.

    • Vor dem Hintergrund mafiöser GEZ-Eintreibungsmechanismen samt Erzwingungshaft sowie dem Selbstbild des ÖRR als unverzichtbar Säule der Demokratie, der Moral und allem Edlen und Guten und des ist das alles sehr wohl nachzuvollziehen.

        • Eine Spur. Aber es ist durchaus ernst gemeint. Menschen, die glauben, für das Gute zu streiten und die Welt zu verbessern, haben wenig Gespür dafür etwas falsch zu machen. Denn sie sind ja die Guten.

          • Die moralische Erosion der herrschenden Kaste passt aber ganz gut zum kontinuierlich steigenden Totalitarismuspegel.

          • Ich meine Martenstein schrieb mal so ungefähr, es gäbe nichts enthemmenderes als das stete Gefühl, einer von den Guten zu sein.

          • @Billy @Tristan

            Lustiger Hintergrund Silke Burmester hat jahrelang in der „taz“ gegen den Springer-Verlag gewettert und wohin hat es sie 2018 verschlagen? Kurz zitiert: „Von der taz zu Springer (…). Silke Burmester übernimmt die Redaktionsleitung der Dame. Die 52-Jährige schrieb viele Jahre (bis Sommer 2016) die Medienkolumne der taz und ging dabei oft nicht gerade zimperlich mit ihrem neuen Arbeitgeber um. Doch die Chance, solch ein “extrem schönes, anspruchsvolles Magazin mit großem feministischem Wumms” zu machen, wollte sie sich offenbar nicht nehmen lassen.“
            https://meedia.de/2018/01/09/magazin-mit-grossem-feministischem-wumms-medienkritikerin-silke-burmester-uebernimmt-springers-dame/

            Erst die überlegene feministische Moral ausstellen und in „Pro Quote“ den biologischen Klientelismus zu fordern, dann „Feminismus“ als Ausrede für den eigenen Opportunismus verwenden, um sich schließlich an alter Wirkungsstätte über die Auswirkungen dieses Klientelismus und Opportunismus der Anderen zu echauffieren.
            Im Gestus der überlegenen Moral.
            Chapeau!
            Hätte ich nicht geschafft.

          • @Tristan

            Na klar, stimme ich dir zu.
            Mich interessiert generell der Zusammenhang zwischen individueller Verfasstheit und Wahl einer Theorie. Als Beispiel: Auffällig ist, dass viele Feministinnen gewisse mentale Probleme haben. Haben sie diese wegen des Feminismus oder haben sie deshalb zum Feminismus gefunden?

        • Der Zynismus liegt nicht in der Schilderung des Geschehens sondern im geschilderten Geschehen selbst, wie so oft.
          Man muss sich wohl damit abfinden, daß sich diese und andere Schaltstellen der Macht immer mehr zu Sammelbecken des absoluten charakterlichen, moralischen und intellektuellen Bodensatzes der Gesellschaft entwickeln, mangels Interesse breiter Bevölkerungsschichten dem entgegenzuwirken.

  2. Zu hoffen ist, dass die Affäre eine Diskussion über Delegitimierung der ÖR und der Zwangsgebühren einleitet. Das versuchen sie natürlich zu verhindern. Es kann auch dazu führen dass nur eine neue Riege von korrupten Machtmenschen drankommt, ohne dass sich was ändert.

    • Die werden ein paar teure Kontrollgremien aufbauen und damit die Zweifel zu beerdigen versuchen. Dann kostet der Mist halt 9,5 statt 8,5 Mrd. Euro pro Jahr. Der ÖR-Meinungsapparat sieht sich als Teil der moralischen Elite und ist komplett mit Politik und Wirtschaft verquickt. Systemisch wird sich da nichts ändern.
      Isch schwör…

    • Den ÖR kann man nur abwählen und es gibt m.W. nur eine Partei, die ihm den Geldfluß zudrehen will, die wird aber (in erster Linie wegen der ÖR-Propaganda) kaum gewählt. Das verdeutlicht vielleicht das Demokratie-Problem, welches wir haben. Der ÖR muss sich oft nichtmal an Gesetze halten und seit der widerlichen Grinsebacke Harbarth (Danke Merkel!) ist auch ein Anlauf beim Verfassungsgericht sinnlos, der hat ja sogar die Gebührenerhöhung durchgewunken, obwohl die (siehe Danisch) nichtmal formell richtig begründet war.

      Ich habe mich damit abgefunden, dass ich die verdammte, selbstgerechte und vollkommen überbezahlte Erziehungspropaganda bis zu meinem Dahinscheiden ertragen und mitfinanzieren muss. Wenigstens fallen hin- und wieder auch einige Krümel für gescheite Dokus usw. ab, wenn auch immer seltener (mindestens der Klimawandel wird seit gut einem Jahrzehnt in jeder Doku mitbejammert, ob es um Schwäne in Schweden geht oder um Schlittenhunde in Alaska, es quillt mir zu beiden Ohren raus).

      Ich war eigentlich mal ein Freund des Konzeptes ÖR, aber die Besatzeridioten haben uns ein System installiert, welches immer weiter wuchert, seine Abschaffung verhindert und der Demokratie massiv schadet, also eigentlich genau das Gegenteil von dem tut, was es angeblich tun sollte. Gut gemeint ist halt allzu oft das Gegenteil von gut gemacht.

    • „Zu hoffen ist, dass die Affäre eine Diskussion über Delegitimierung der ÖR und der Zwangsgebühren einleitet.“

      Klaro. Und ab morgen bin ich hetero 🤣

      • Du willst hetero werden? Ich kann Exorzismus anbieten, alternativ Voodoo. Exorzismus ist aber besser, wenn es nämlich nicht klappt, darfst du den Priester vernaschen.
        An deiner Stelle würde ich mir das aber sehr genau überlegen, als Hetero hast du dann die Weiber an der Backe.

  3. An dem Sachverhalt stinkt alles. Vorteilsannahme beim Auto. Aufträge ohne Ausschreibung beim Büro. Vetternwirtschaft bei den Beraterverträgen.

    Und das wird nicht weniger werden. Je mehr Frauen in Führungspositionen kommen, desto mehr solche Fälle wird es geben. Weil Frauen weder besser noch schlechter sind Männer.

    • Mein subjektiver Eindruck ist, das Menschen, die emotionaler sind auch böser sind – wenn sie die Mittel dafür eingeräumt bekommen. Der logische Verstand gebiert die Fairness, nicht der lodernde „gerechte“ Hass der Gefühlsmenschen.

      • Der logische Verstand gebiert die Fairness nicht, Fairness bzw. das Gespür dafür ist beim Menschen fest mit eingebaut. Aber der logische Verstand ermöglicht die Übertragung der Fairness auch auf Außenstehende, auf Mitglieder von Outgroups. Das gefühlsmäßige menschliche Verständnis für Fairness ist nämlich auf die Ingroup beschränkt.

        So jedenfalls meine These 😉

        • Fairness bzw. das Gespür dafür ist beim Menschen fest mit eingebaut.

          Da kenne ich aber etliche Exemplare bei denen ist das nicht eingebaut.
          Unklar ob das einfach Sparversionen sind, wo man auf die Installation verzichtet hat, oder schlicht Ausschuss.
          Daneben gibt es zudem auch ein Unfairnessmodul. Das ist bei den meisten Frauen fest eingebaut. Die Aktivierung ist automatisiert, und wird bei Umgang mit Männern direkt, d.h. ohne Beteiligung des Großhirns ausgelöst. Es ist ein recht ausgereiftes Modul, das meist problemlos und fehlerfrei funktioniert.

      • Empfinde ich auch oft so. Liebe und Hass sind sich nunmal näher als Liebe und Nüchternheit oder Hass und Nüchternheit.

        Meine Schwester, eine Ärztin, fragte sich letztens mal laut, warum sie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen so viel Menschenhass und Sadismus antrifft. Das müsste doch genau andersrum sein. Die Einrichtungen müssten doch eigentlich ein besonderer Hort der Menschlichkeit sein mit engelsgleichen Personen als Arbeitskräften.

        Eine Vorzeige-Journalistin, die sich in ihrer Laufbahn jahrelang lauthals gegen Korruption und Vorteilsnahme gestellt hatte, lässt sich von Audi das A8-Massagemodell fast schenken.
        Das lässt sich doch rational gar nicht nachvollziehen. Da müssen emotionale Aspekte wirken.

        Meiner Meinung nach, und das ist natürlich für Feministen ein No Go und wird gerne gegenteilig verargumentiert, spielt hinsichtlich Fairness und Nüchternheit der Testosteronlevel eine wichtige Rolle:

        https://www.spektrum.de/pdf/62-67-gug-09-2014-pdf/1303290?file

        Vielleicht richtet auch deswegen der Feminismus so viel Unheil an.

      • >Mein subjektiver Eindruck ist, das Menschen, die emotionaler sind auch böser sind – wenn sie die Mittel dafür eingeräumt bekommen.
        Die emotional instabile Persönlichkeit (aka Boderliner) macht gerne Schwarz-Weiß-Umschaltung in ihrer Haltung zu nahestehenden Personen. Mit viel kognitiver und auch affektiver Empathie gesegnet, kann sie die Schwachstellen eines Gegenübers erkennen und reinhacken.
        Ähnlich beim Narzissten, der verfügt zwar über kognitive (beobachtende) Empathie, braucht aber zwecks Erhalt seines Scheinselbst die Emotionen und Bestätigung von aussen – positive oder negative.
        Borderliner und Narzisst haben viel mit Emotion zu tun, und beide können sehr boshaft sein.

        Es hängt auch davon ab, wie und warum man Emotionen von anderen wahrnimmt. Wenn jemand seine Emotionen nicht regulieren kann, oder seine Impulskontrolle nicht funktioniert, kann man den Eindruck bekommen, es mit dem Teufel persönlich zu tun zu haben. Ratio/Logik hat bei bei diesen emotionalen Prozessen keinen Platz.
        Ein Mensch, der ausgeglichen mit seinen Emotionen lebt bzw. leben kann, wird im Gegensatz auch das Böse nicht so sehr verkörpern wollen oder können.

  4. Aus dem taz-Artikel:

    „Patricia Schlesinger ist eine hervorragende Journalistin… Die Frau, die so viel Richtiges für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wollte, die seine Modernisierung innen wie außen vorangetrieben hat“

    Interessehalber: Kennt jemand Belege für diese Behauptungen? Die taz-Autorin meint ja anscheinend, Begründungen für diese Behauptungen seien überflüssig.

    Naja. Sie schreibt auch: „Sie war damit erst die vierte Frau, die einen solchen Posten übernahm“. Wahrscheinlich wird sie es auch bei der vierzigsten Frau noch für bemerkenswert halten.

    • Interessehalber: Kennt jemand Belege für diese Behauptungen?

      Hast Du überlesen, steht doch drin: Sie ist eine FRAU, JournalisTIN, das ist doch Beleg genug.

    • Meine Antwort ist verrutscht, hier nochmals:

      Um die Nullerjahre herum war ich auch noch ein großer Fan von Panorama, wo viele Korruptionsfälle aufgedeckt und kritisiert wurden. Ich hätte auch gedacht eine Person die aus diesem Umfeld kommt wäre besser „gepanzert“. Aber heute denke ich nicht mehr so, ich weiß nicht warum aber in meiner Lebenserfahrung sind viele Fälle ehemals sehr linker Vorkämpfer aufgetaucht, welche im fortgeschrittenem Alter nach Luxus und Vorteilen gieren.

      Als Entschuldigung fällt mir nur ein, dass davor Jahrzehnte an unterbezahlter Mehrarbeit standen die dann irgendwie vergeltet werden müssen. Aber im ÖRR war sie bei Panorama sicher nicht wirklich unterbezahlt.

    • Um die Nullerjahre herum war ich auch noch ein großer Fan von Panorama, wo viele Korruptionsfälle aufgedeckt und kritisiert wurden. Ich hätte auch gedacht eine Person die aus diesem Umfeld kommt wäre besser „gepanzert“. Aber heute denke ich nicht mehr so, ich weiß nicht warum aber in meiner Lebenserfahrung sind viele Fälle ehemals sehr linker Vorkämpfer aufgetaucht, welche im fortgeschrittenem Alter nach Luxus und Vorteilen gieren.

      Als Entschuldigung fällt mir nur ein, dass davor Jahrzehnte an unterbezahlter Mehrarbeit standen die dann irgendwie vergeltet werden müssen. Aber im ÖRR war sie bei Panorama sicher nicht wirklich unterbezahlt.

      • Wer Korruption aufdeckt, weiß dadurch, wie „der Hase läuft“. Folglich sollte man dann sein totsicheres System haben, das nicht aufzudecken ist. Hat hier wohl nicht geklappt.

  5. Der eigentliche Skandal ist doch, dass sie indirekt zugibt Frauen als die besseren Menschen zu sehen. Mehr Frauen an der Macht würden in ihrer Vorstellung die Welt besser machen. Damit gibt sie zu Frauen einen Vertrauensvorsprung zuzusprechen, den Männer nicht bekommen. Sie und ihres Gleichen vereinfachen es Frauen in Machtpositionen korrupt zu agieren.

    Dies hat nichts mit Parität, Gleichstellung oder Gleichberechtigung zu tun, durch die Hintertür hat sie einen weiblichen,moralischen Überlegenheitsanspruch offenbart, der für sie natürlich gegeben ist. Das bleibt für sie auch so, für sie ein Naturgesetz, diese „eine“ Frau ist nur „eine“ Verräterin, die Ausnahme die die Regel bestätigt.

    Sie gibt zu Angehörige eines Systems zu sein, welches Frauen die Korruption erleichtert. Beschwert sich aber mehr über „Demokratiezersetzer“ und „ÖRR-Abschaffer“ als über ihre eigene Kaste.

    Da ist ein riesengroßer Blinder Fleck bei keinem geringen Teil unserer Journalisten, aber wir konnten hier live und in Farbe zusehen, wie er weiterhin unerkannt bleibt. Nein, die demokratiezersetzenden Wirkungen dieser einseitigen und unsachlichen Weltsichten werden aktiv verleumdet, und den „wahren“ Feinden angedichtet, den Querdenkern und der „rechten“ Basis, welche unaufhörlich einseitige Berichterstattung mit großen Blinden Flecken lautstark bemängeln. Unten ist Oben und Oben ist Unten.

    Sie hat sich unwillentlich als Verquerdenker geoutet, und offenbart das Fakten und harte Realität sie nicht von diesem Denken abhalten können, sie sogar aktiv Ausflüchte und Bestätigungen sucht, um ihr brüchiges Weltbild zu erhalten.

    • durch die Hintertür hat sie einen weiblichen,moralischen Überlegenheitsanspruch offenbart

      Das ist der Markenkern des modernen Feminismus. Diese feministische Selbstherrlichkeit hört man inzwischen an jeder Ecke.
      Männer kapieren das nur noch nicht hinsichtlich seiner Tragweite, weil sie vom Feminismus zu Charmeuren, zu In-den-Mantel-Helfern und Schnee-vom-Dach-Schippern erzogen werden neben ihrer klassischen Aufgabe als Versorger und Beschützer.

    • „Nein, die demokratiezersetzenden Wirkungen dieser einseitigen und unsachlichen Weltsichten werden aktiv verleumdet, und den „wahren“ Feinden angedichtet“

      Die Linksalternativen waren immer die ärgsten und unversöhnlichsten Feinde unserer freien und auf dem Rationalismus aufgebauten demokratischen Gesellschaft und die Taz war und ist ihr Zentralorgan. Da braucht man natürlich einen Südenbock, um von sich abzulenken. Und was käme dafür besser in Frage als den zutiefst verhassten Normalobürger zu nehmen, den man in seinem enthemmten politischen Hass nur als die Verkörperung des Bösen schlechthin, als Nazi, begreifen kann?!

      Aber jetzt haben sie es ja geschafft, unsere Gesellschaft vor die Wand zu fahren und an Russland zu verraten. Leider fällt ihnen jetzt, wo alle ihres Wohlstands beraubt werden, ihre mit dem ÖRR jahrzehntelang gezüchtete Neidkultur auf die Füsse, so dass sie ihre ganzen Tribut, den sie von der Gesellachaft abziehen, gar nicht mehr ungeniert geniessen können. Wie traurig aber auch.

  6. Die Chefin meiner Frau war auch so, kaum mal im Büro, unerlaubte Überweisungen an ihren Mann, kein erkennbares Engagement, eigentlich nicht qualifiziert für ihren Job und dicke mit ihrer Stellvertreterin, die alles deckte.

    Dann massenweise Krokodilstränen, als es herauskam. Natürlich keine Strafe, m.W. hat sie nichtmal das veruntreute Geld zurückgezahlt, was aber ein Problem der Gesellschafter ist, die das hätten einfordern müssen, aber scheinbar ein Auge zudrückten.

    Seitdem macht ein junger Mann den Job und der Laden brummt.

  7. Der ÖRR sollte endlich sich vollends autonom finanzieren und dann können alle Chefs und Chefinnen sich ungeniert in einem Rolls-Royce umherkutschieren lassen und sich goldene Wasserhähne fürs Gästeklo anschaffen …. und keinen kann es mehr stören!

    • Das halte ich auch für unausweichlich. Mit automatisch garantierter Finanzierung gibt es keine Motivation zur Leistung. Damit sammeln sich dort Leute an, die einfach nur einen gut bezahlten Posten wollen. Fachliche Eignungen sind irrelevant. Skrupellosigkeit, Egoismus, usw. nur von Vorteil.
      Kandidaten, die tatsächlich gesellschaftlich positive Ambitionen haben, sind in solchen Umgebungen angreifbar, während charakterlose Opportunisten einfach immer die für sie beste Option wählen können.

  8. „Patricia Schlesinger, der feministische Kampf und die Einsicht, dass Fraue sich oft genug genauso beschissen verhalten wie Männer.“

    Klar sind Frauen in einer Chefposition genauso oft oder selten einfach Kotzbrocken wie Männer.

    Wer ist auf die Idee gekommen zu denken, Frauen wären weniger anfällig für Korruption und Machtmissbrauch? Und dass sich weibliche Chefs genauso scheiße gegenüber ihren Untergebenen verhalten können wie diverse männliche Chefs war doch auch absehbar? Da ist doch pure Verblendung am Werk, siehe dazu auch hier:
    https://taz.de/Schlesinger-Feminismus-und-der-RBB/!5870451&s=Schlesinger/

    • Ganz ehrlich? Antifeminismus wird von dem sozialistischen Dreck bekämpft. Ganz einfach. Geh mal in die Psychotherapie. Kein Therapeut sagt dir such im Ausland. Alle sind felsenfest überzeugt, dass es nichts besseres auf der Welt gibt als die deutsche femifaschistische F****. Nein sie untergraben sogar deine Wahrnehmung. Kannst ja schließlich nicht pauschalisieren. Vertraue nicht deiner Wahrnehmung, wehe du unterjochst dich nicht der feministischen Knute. Wenn du Antifeminist bist hast du es sogar schwer Therapeut zu werden. Der letzte sozialistische Ossi Dreck. Wehe man ist Individuum. Verlogener geht es nicht

  9. Jeder Quatsch muss schließlich auch verifiziert werden. Mit Frauen wird angeblich alles besser. Paus, Faeser und die Madame der 5000 Stahlhelme, medial unterfüttert von Schlesinger et.al. Und heute morgen lese ich von einer BR Dame, die ebenfalls rund 300.000€ in den Rachen gestopft bekommt und gleich zwei Dienstwagen mit Fahrer ( selbstverständlich Verbrenner, wegen Wasser/Wein) zur Verfügung hat. Das sind die inkarnierten Beweise! Und dann noch der erzieherische Versuch mit Plan B und anderem grünideologischen Quatsch reichlich auf allen Kanälen mittels kenntnisfreien Quietscherles das leistungsfreie CO²freie Gutmenschentum in die Köpfe zu hämmern. Schließlich noch so etwas wie ‚Gundula‘ ‚Benner‘, deren Sommerinterview mit Weidel eine unzumutbare Unverschämtheit war. So etwas Unterirdisches habe ich bisher nur einmal gesehen, als das Frey’s Peterle seinerzeit den Lafontaine in Form des Selbstgespräches interviewte. Gebührenfinanzierter ÖR – das Ekelhafteste, was einem unterkommen kann.

        • nicht nur das ständige und dreiste Unterbrechen war als Absicht erkennbar …
          Das geht schon seit vielen Jahren, mglw. seit Anfang an so mit AfD-Vertretern (aber ähnlich z.B. auch mit S. Wagenknecht). Ich kann da den YT-Kanal „Politik, Psychologie und anderes“ empfehlen. Da wird das analysiert.

  10. dass Fraue sich oft genug genauso beschissen verhalten wie Männer

    Ich muss schon wieder nörgeln: Was ist denn das für eine feministisch getriebene Formulierung?
    Was hat es mit Männern zu tun, wenn eine Feministin in Habgier ersäuft?

    Ein solches in diesem Fall weibliches Verhalten kann nicht dadurch relativiert werden, dass man einfach anfügt, Männer würden sich anscheinend öfter beschissen verhalten. Denn das legt aber die Formulierung „oft genug genauso“ nahe.

    Männliche Selbstgeißelung macht schon lange keinen wirklichen Spaß mehr. Vor allem im Kontext mit einer gierigen Feministin.

  11. Die Korruption beim ÖRR ist folgerichtig. Ein System, das ohne Rücksicht auf Kunden am Markt vorbei und mit Unterstützung der Staatsmacht Geld einsacken darf und zugleich gesetzlich als moralische, gesellschaftliche und politische Institution wirken soll – ein solches System muss zum Missbrauch einladen.

    Wir Liberalen haben dafür die Lösung: ÖRR abschaffen und das Medienangebot dem Markt überlassen. Das ist für uns auch eine ethische Frage.

    Die linke Lösung heißt mehr Staat, mehr Bürokratie, mehr Geldverschwendung.

    • Er macht ein paar Punkte, insbesondere bei der Instrumentalisierung von Kindern, um politische Ziele einzelner Randgruppen sozial alternativlos erscheinen zu lassen, schießt dann aber mit der Dauer des Kommentars mehr und mehr übers Ziel hinaus.

      Die ersten Falten auf der Stirn hatte ich bei seiner Deutung von „Big Bang Theory“. Die Jungs da wurden nie als eine Art infantilisierte Musterbürger dargeboten und auch nie glorifiziert. Es sind einfach nur recht klischeehaft aber auch erstmals durchaus liebenswert dargestellte Nerds – Außenseiter. Die spielen nicht Videospiele und lesen Comics, weil das dem zu infantilisierenden Bürger so als Lifestyle vorgegeben werden soll, sondern weil es so typisch klischeehaft für Nerds ist. Punkt!

      Und beim Thema Superhelden fliegt er komplett aus der Kurve. Zum einen ist es strange, sich beim Thema der derzeitigen Infantilisierung des Diskurses Beispiele rauszugreifen, deren Schöpfung viele Jahrzehnte zurückliegt. Und die auf einer erzählerischen Praxis fußen, die sich bis in die frühesten Zeiten, in denen Menschen begannen, Geschichten auch niederzuschreiben, zurückverfolgen lässt: der Erzählung eines „larger than life“-Helden, der das Böse besiegt. Das Gefallen an solchen Geschichten ist nicht infantil, solange es nicht genutzt wird, um das dort vorherrschende simple Schema in die Realität zu übertragen. Dass das heutzutage vermehrt geschieht, ist nicht Schuld von Superheldengeschichten, die es schon viel länger gibt, als diese gesellschaftliche Entwicklung. Eine rein fiktive Geschichte ist sicher nicht Schuld, wenn Idioten glauben, dass die Welt tatsächlich so einfach funktioniert, wie in der Fiktion.

      Und wie zum Henker kommt man zu einer derartigen Deutung dieser Geschichten, wie seiner exemplarischen Interpretation von Batman? Der reiche Oligarch, der ein krankes System verteidigt und seine Feinde sind jene, die dagegen aufbegehren? Da hätte es mir ja echt die Schuhe ausgezogen, säße ich nicht eh schon barfüßig hier. Gotham City ist eine Stadt, in der gewissenlose Oligarchen Geschäfte mit der Mafia machen und ein komplett korruptes politischen System und beinahe ausnahmslos korrupte Polizisten decken die ganze Scheiße. Das ist das dort gezeigte System. Bruce Wayne ist somit nicht dessen Verteidiger gegen die Gefährder, er selbst ist der Gefährder. Und er wird bekämpft von Leuten wie dem Pinguin, einem stinkreichen Kriminellen, der seine Finger in so ziemlich jedem illegalen Geschäft in der Stadt hat. Er ist also quasi eine Ausgeburt und Verkörperung des in der Batman-Lore von Bruce Wayne bekämpften Systems. Um nun aus einem Typen wie dem Pinguin den Revoluzzer zu machen, den Batman zum Schutz eines kranken Systems zu bekämpfen und kleinzuhalten versucht, muss man schon nen ziemlichen Spin hinlegen – oder von Batman noch nie mehr gesehen haben, als ein paar Comicdeckblätter und Filmplakate…

      Dass Bruce Wayne, wie unter anderem auch Johnny Stark, stinkreich ist, dürfte einfach nur dem Umstand geschuldet sein, dass die Erfinder und ersten Autoren eine plausible Basis brauchten, wie zum Henker die sich all dieses High-Tech-Schnickschnack beschafft haben sollen. Diese Beschaffungsfrage ist dem Leser erzählerisch wesentlich einfacher zu verklickern, als wenn Arnold der arme Arbeiterjunge von jetzt auf gleich auf einmal mit gepanzerten Turbofahrzeugen oder Düsenjets zum Schutze seiner Stadt durch die Gegend heizt. Hier sollte man nicht mehr Elitismus reininterpretieren, als es je ein Autor ernsthaft bezweckt hat. Zumal die Mehrheit der Superhelden aus normalen bis ärmlichen Verhältnissen stammen, so dass sich dieses nur auf einige ausgewählte Helden vermeintlich andwendbare Argument spätestens da komplett selbst zerlegt.

      Also kurzum: Schade! Ein Kommentar, der durchaus vielversprechend begann, auch immer mal wieder seine Punkte macht, sich aber zunehmend in wilden bis haarsträubenden Thesen verirrt und sich dadurch teils liest wie das wirre Geschreibsel einer Person, die glaubt, gerade bei einem etwas längerwierigen Stuhlgang die Weltformel – in diesem Falle der gezielten Infantilisierung der Menschheit – gefunden zu haben und dann direkt alles, aber auch wirklich alles, was sie beim Schreiben sieht oder hört sofort in diese Formel reinpresst.

        • Noch ein Gedanke dazu :Leider ein häufig zu beobachtendes Phänomen, das berechtigte und auch
          richtige Kritik sich verrennt und genau den Fehler macht, den sie kritisiert, nämlich versucht die ganze Realität in ein Narrativ zu drücken. Beispielhaft sieht ,man das auch an Kritikern der Corona-Maßnahmen und der Klimawandel-Problematik. Die sind dann selbst oft ähnlich absurd in ihrer Kritik, wie die, welche sie kritisieren. Es scheint Menschen unheimlich schwer zu fallen die Realität einfach so wahrzunehmen wie sie ist, ohne das Bild gleich durch eigenes Wunschdenken zu verzerren.

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