„Colorblindness“ – ich sehe keine Hautfarbe bzw für mich sind alle Hautfarben gleich

In den intersektionalen Theorien gibt es bekanntlich strikte Hierarchien, eine ist „Weiße vs „People of Color“ bzw als Kategoriebegriff „Race“.

Nach der dortigen Vorstellungen müssen Nichtfarbige eine Art Schuld abtragen, weil sie alle rassistisch sind und müssen alles tun um den in der Gesellschaft bestehenden Rassismus abzubauen, während PoCs sich gegen die Unterdrückung wehren und das implizit, dass sie im Recht sind und die Unterdrücker nicht mit Samthandschuhen anfassen müssen.
Um es mit Robin DiAngelo zu sagen:

“It is white people’s responsibility to be less fragile; people of color don’t need to twist themselves into knots trying to navigate us as painlessly as possible.”

Und gleich noch ein Zitat hinterher:

“I believe that white progressives cause the most daily damage to people of color. I define a white progressive as any white person who thinks he or she is not racist, or is less racist, or in the “choir,” or already “gets it.” White progressives can be the most difficult for people of color because, to the degree that we think we have arrived, we will put our energy into making sure that others see us as having arrived. None of our energy will go into what we need to be doing for the rest of our lives: engaging in ongoing self-awareness, continuing education, relationship building, and actual antiracist practice. White progressives do indeed uphold and perpetrate racism, but our defensiveness and certitude make it virtually impossible to explain to us how we do so.”

Also ist da keiner Unschuldig. Das Konzept setzt aber voraus, dass man Race beachtet, eben als Sonderposition, die besonderes Verhalten verlangt.

Dagegen steht die Idee jeden Menschen gleich zu behandeln und  die Hautfarbe auszublenden. Es dürfte der Weg sein, wie jeder normale Mensch mit einer Person mit anderer Hautfarbe agiert, die zu seinem Freundeskreis gehört: Die Persönlichkeit und die Person wird wichtiger, die Hautfarbe wird unwichtiger.

Es ist dann natürlich auch ein Weg hin zu einem „Wirgefühl“ also zur Bildung einer Ingroup, dass was letztendlich Frieden und Verständnis erschafft.

Aber es geht eben nicht, wenn man eigentlich eine Ingroup und eine Outgroup nach der eigenen Ideologie schaffen will, die den Vorteil hat klare Hierarchien zu enthalten.

Deswegen dazu bei DiAngelo:

“I was co-leading a workshop with an African American man. A white participant said to him, „I don’t see race; I don’t see you as black.“ My co-trainer’s response was, „Then how will you see racism?“ He then explained to her that he was black, he was confident that she could see this, and that his race meant that he had a very different experience in life than she did. If she were ever going to understand or challenge racism, she would need to acknowledge this difference. Pretending that she did not noticed that he was black was not helpful to him in any way, as it denied his reality – indeed, it refused his reality – and kept hers insular and unchallenged. This pretense that she did not notice his race assumed that he was „just like her,“ and in so doing, she projected her reality onto him. For example, I feel welcome at work so you must too; I have never felt that my race mattered, so you must feel that yours doesn’t either. But of course, we do see the race of other people, and race holds deep social meaning for us.”

Schöne Formulierung „he was just like her“ und das kann nicht sein. Schöner kann man den Unwillen eine Ingroup zu bilden ja eigentlich nicht darstellen.

Man kann jemanden sicherlich vorwerfen, dass er „ich sehe keine Hautfarbe“ nicht hinbekommt. Aber wer jemanden ansonsten gleich behandelt der macht etwas gutes. Er kann ihn immer noch als Individuum wahrnehmen und dort natürlich auch besondere Lebensumstände. Aber wichtig ist erst einmal, dass er ihn wie jeden anderen behandelt.
Mehr kann man nicht verlangen.