Wahrheiten aus Sicht einer radikalen Transaktivistin

Hier einfach mal einen Thread von Twitter, der so viel merkwürdiges enthält, dass ich ihn interessant für eine Diskussion halte:

In freundlichem, ruhigem, wenngleich langsam die Geduld verlierendem Tonfall: 1) Frauentoiletten/-Umkleiden sind keine Schutzräume. Geschlechtertrennung für diese Orte wurde eingeführt, um Frauen daheim und fern vom öffentlichen Leben zu halten.

Die Idee ist glaube ich, dass es nur öffentliche Männertoiletten gab und Frauen daher erheblich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren, sie konnten nicht einfach losziehen, sondern mussten einplanen, dass sie allenfalls bei Bekannten oder Zuhause auf Toiletten konnten.

Ich vermute eher, dass es andersrum war: Öffentliche Toiletten galten als viel zu unsicher und unanständig für Frauen und erst mit der passenden Sicherheit konnten Frauen auch auf eigenständige Toiletten hoffen. Aber ich bin auch kein Toilettenhistoriker.

2) Frauensport ist historisch keine hart erkämpfte emanzipatorische Errungenschaft, sondern ein Machtmechanismus auf Basis der Furcht davor, Frauen könnten Männer „besiegen“ (Spoiler: das können sie sehr gut)

Nein, das können sie nicht. In den meisten Disziplinen würden sich Frauen noch nicht einmal qualifizieren.

3) Es gibt *signifikant* mehr als 2 Geschlechter, die exklusive Aufteilung in männlich und weiblich ist eine historisch kontingente, sehr junge Funktion modernen westlichen Christentums und frühkapitalistisch-bürgerlicher Machtverhältnisse und Aufgabenteilung.

Merkwürdig, dass wir sie in nahezu allen historischen Texten finden. Und das es sie auch bei allen anderen Säugetieren mit ihren 2 Gameten gibt.

4) Transgeschlechtlichkeit ist biologisch, kulturhistorisch, psychologisch, soziologisch, ethisch und philosophisch plausibel, valide und letztendlich einfach da ob ihr wollt oder nicht, eure genozidalen Geifereien in allen Ehren.

Da würde ich noch nicht mal widersprechen. Wobei genozidale Geiferei wohl etwas übertrieben ist. Die wenigsten wollen da Leute umbringen. Sie wollen nur unoperierte Transfrauen mit schlechten Passing nicht in bestimmten Räumen oder erkennen, dass Personen, die durch eine männliche Pubertät gegangen sind, einen erheblichen Kraftvorteil gegenüber Personen haben, die das nicht gemacht haben. Und natürlich stören viele radikale Forderungen der radikalen Transszene, etwa die, dass es transfeindlich ist, wenn eine Lesbe nicht mit einer umoperierten Transfrau Sex haben will.

5) Soziale oder rechtliche Beschränkung auf 2 Geschlechter und Trennung dieser voneinander ist ein Werkzeug des Patriarchats und bevorzugt IMMER weiße dya cis hetero Männer. Die Einheit der Differenz von Männlichkeit und Weiblichkeit ist Männlichkeit.

Was auch sonst. Wobei ja gerade Frauen dagegen Sturm laufen. Was Transpersonen allerdings an Zweigeschlechtlichkeit ändern, wenn Transfrauen Frauen sind überzeugt nicht wirklich.

Ich wüßte auch nicht, welche Vorteile Männer davon haben sollten. Aber es wird ja gerne behauptet.

Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie man das alles wirklich glauben kann.

70 Gedanken zu “Wahrheiten aus Sicht einer radikalen Transaktivistin

  1. Man kann an Gott glauben. Da ist es zu mindestens schwierig seine Nicht-Existenz zu beweisen. Aber bei dieser Trans-Religion stimmt gar nichts und es gibt sogar Beweise dafür. Die Anhänger haben sich also entschieden etwas zu glauben das nachweislich nicht stimmt. Und sie wollen das alle anderen diese Unwahrheiten auch glauben.

    • Man muss in der Tat einen ziemlichen Gehirnknacks haben, um zu glauben, dass Frauen von der Öffentlichkeit ferngehalten werden sollen, weil dort Toiletten und Umkleideräume für sie bereitstehen.

      • Umgekehrt. Sie meint, dass der Umstand, dass Frauen keine Männer Toiletten benutzen konnten und es keine Frauen Toiletten gab Frauen ferngehalten hat. Frauen von Anfang an die Männer Toiletten benutzen dürfen, dann hätten sie sogleich eine größere Freiheit gehabt.

        • Wenn es nur eine Wissenschaft gäbe, die so objektiv wie möglich untersuchen würde, wie sich die Gesellschaft damals gestaltet hat. Leider ist das Wissen über die Zeit der Aufkloung in unserem Wisseneschatz recht gering.

        • Ist das überhaupt wahr? Gab es irgendwann (in der Neuzeit) öffentliche Herren-, aber keine Damentoiletten? Wenn ja: Für wie lange?

          Bei feministischen Behauptungen gibt es ja die goldene Regel, dass am wahrscheinlichsten das Gegenteil wahr ist…

          • Hab mal recherchiert: Ich bin mir recht sicher, dass antike öffentliche Latrinen unisex waren, aber nachdem es eh überall gestunken hat wie blöde, war das ein Ort für Business-Meetings. Ist ja auch praktisch, wenn mitten in der Verhandlung nicht jemand sagt „tschuldigung, ich muss mal“. Zudem kosteten die Eintritt („penucia non olet“). Das wurde also fast nur von Männern genutzt.

            Die Gratis-Version hieß „necessarium“, das ist mehr oder weniger ein Balken über einem Bach. War auch Unisex. Das war aber noch Zivilisation; dann kam Mittelalter. Da haben alle auf die Straße gekackt, auch Unisex. Erst so im 19. Jahrhundert gab es dann irgendeine Form von öffentlichen Toiletten (wohlgemerkt: Private gab es nicht, wenn Du jetzt nicht gerade der Kaiser warst), und die waren die tatsächlich nur für Männer. *Weil die für Frauen erst ein paar Wochen später eröffnet wurden* (London 2. und 11. Februar 1852, Dresden Oktober 1877 und März 1878).

            Fazit: völliger Schwachsinn.

      • „Man muss in der Tat einen ziemlichen Gehirnknacks haben…“

        Danisch schreibt ja auch immer, dass er den Eindruck hat, dass gewissen Leuten ein Teil ihres Gehirns fehlt.

        • Der Danisch hat in letzter Zeit diese Theorie verfeinert, danach gibt es offenbar zwei „Betriebsmodi“ des Gehirns: den „Einzelgängermodus“ und den „Rudelmodus“.
          Im „Rudelmodus“ versucht man den entsprechenden Rudelvorgaben zu folgen, egal wie hirnlos diese sind und schaltet hier quasi seine Ratio ab (um nur ja nicht vom Rudel ausgestossen zu werden) . Im „Einzelgängermodus“ muss man leider selber denken.
          Diese Idee kommt mir sehr plausibel vor.

          • Danisch hat ja durchaus manchmal einen gewissen Unterhaltungswert, auf seine Thesen im Bereich Psychologie und Neurologie würde ich mich aber weniger verlassen, der sind ein wenig arg unterkomplex und beißen sich manchmal gewaltig mit der Realität

  2. Also, nennt mich effizient, aber wenn ich Frauen daheim und fern vom öffentlichen Leben halten wollte, hätte ich einfach gar keine öffentlichen Toiletten und Umkleiden für Frauen erfunden.

    • Das ist ja der Ansatz, den sie da verfolgt. Man hatte zunächst nur männertoiletten und für Frauen was unanständig diese zu benutzen. Meinung nach erfolgt die jetzt bestehende Trennung nur aus den Umstand, dass man dann zögerlich frauentoiletten eingeführt hat, was eigentlich gar nicht notwendig lesen wäre, wenn man von Anfang an Toiletten für alle geschaffen hätte. Wollte dir noch eine gewisse Privatsphäre wollen, wenn Sie die Hosen runterlassen, sieht sie anscheinend nicht

        • in Mexico City bekommen Touristen häufig einen heftigen Durchfall (nennt sich Montezumas Rache). Kommt daher, dass es zu wenig öffentliche Klos gibt und Millionen Menschen einfach in die Parks oder in irgendwelche Ecken scheißen, das trocknet und sich irgendwann in der Luft verteilt. Die Einheimischen sind dagegen abgehärtet, unsereiner nicht.

      • Kommt danvon wenn man zu früh abschickt.

        Ist ja auch interessant Sport, Umkleiden, öffentlich Toiletten alles doch eher moderne Dinge.
        Denn wer hatte historisch bzw. in früheren Zeiten überhaupt die Möglichkeit Sport zu treiben?
        Ab wann war es überhaupt der breiten Bevölkerung möglich Sport zu treiben?

        • Mit Geschichte haben es die Wolken überhaupt nicht. Sie bewerten regelmäßig die angebliche Vergangenheit nach moralischen Vorstellungen von heute.

          • nicht nur nach m o r a l i s c h en Vorstellungen von heute, sondern tendenziell generell nach dem Maßstab heutigen Wissens (insbes. über die Entwicklung seitdem bis heute) und heutiger Vorstellungen. Aber das geht vielen (gar den meisten?) Leuten hierzulande heutzutage ab. Das ist ein großer Mangel an Fähigkeit, sich in die Lage von jemand anderem hineinzuversetzen. So fällt es dann auch so leicht, die Deutschen des Dritten Reichs so hart zu verurteilen und zu verachten – so als ob sie vorher hätten wissen müssen, was nachher alles bei rauskam und was wir heute davon „wissen“.

  3. Christian, was sollen diese Beiträge über Bekloppte? Früher haben die vom Ehemann Dresche bekommen, wurden ins Kloster gesteckt, verbrannt, oder eingesperrt. Heute bekommen die eine Bühne.
    Was soll das?

    • Was soll dieser Hinweis auf ein angebliches früher?
      Ich fand gestern diese anreihung von blödsinnigen tweets so faszinierend, dass ich erstmal schauen musste, ob es auch wirklich kein Satire Account ist. Aber Argumente scheint tatsächlich zu zirkulieren. Jede Ideologie braucht halt etwas, was Sie gegen andere Ansichten anführen kann und es ist dann eine Frage der ideologisierung wie klein der Bezug zur Realität sein muss

      • Du kannst ja machen, was du willst, aber du förderst mit deinen Beiträgen nur die Bekloppten. Ich hätte von dem Mist nie was gelesen, wenn ich hier nicht lesen würde.
        Manchmal hast du echt interessante Beiträge, aber das hier? Richtig gut laufen die Selbermach Tage, Ukraine und Corona. Demnächst auch Taiwan? nutze die Zeit, im Winter kann es eng werden, Strom und so 🙂

        • Mir war es anfangs auch zuwider, was diese intersektionalen Geschichten angeht.
          Aus einem anderen Grund ist es aber gut, die Auseinandersetzungen und „Argumentationen“ zu verfolgen und zu kennen: Damit man nicht ins Fettnäpfchen tritt und vor die Gleichstellungsbeauftragte zitiert wird, weil irgendein Frettchen einen heimtückisch und hinterrücks dort anschwärzt.

          Das läuft dann genauso wie mit Horst Arnold. Nur daß man heute schon für Gedanken- und Meinungs“verbrechen“ in Verdacht gerät; es braucht keine erfundene Vergewaltigung mehr – ein Genderwitz reicht.

    • > was sollen diese Beiträge über Bekloppte

      Im Gegensatz zu anderen Sorten von Bekloppten (Flacherdlern, Wünschelrutengängern usw.) hat diese Sorte einen parlamentarischen Arm, B90/Grüne, deren Vertreter ähnlichen Irrsinn verbreiten. Und die 2000+ Follower deuten darauf hin, daß diese Blase durchaus Einfluß nehmen kann.

  4. Die „Wahrheiten aus Sicht einer radikalen Transaktivistin“ beruhen zunächst auf der „Gewissheit“, die Existenz von „2 Geschlechter(n) und Trennung dieser voneinander ist ein Werkzeug des Patriarchat“, die „Aufteilung in männlich und weiblich ist eine historisch kontingente, sehr junge Funktion“ oder auch „Erfindung“ eben dieses, welche „IMMER weiße dya cis hetero Männer“ bevorzugt.

    Womit man „subtil“ andeutet, allein die Behauptung der biologischen Existenz von zwei Geschlechtern diene letztlich der Stabilisierung von patriarchalen Verhältnissen, die allein weißen (!) hetero (!) etc. Männern diene. Wenn es einfach allen Männern dienen würde, wäre es nicht „woke“ genug.
    Deshalb: Don´t give it a second thought!

    Weiter in „woke“ ist „die exklusive Aufteilung in männlich und weiblich“ lediglich „eine (…) sehr junge Funktion modernen westlichen Christentums und frühkapitalistisch-bürgerlicher Machtverhältnisse und Aufgabenteilung.“
    Womit sich die Frage stellt, warum sich sich Aufgabenteilung nach Geschlecht und auf diesen beruhenden „Machtverhältnisse“ in allen Kulturen und Religionen spätestens seit der neolithischen Revolution haben finden lassen. Aber diese Einsicht wäre eben nicht „woke“ genug.
    Deshalb: Don´t give it a second thought!

    Aus der Sicht des intersektionalen, „woken“ Trans-Aktivismus muss Wissenschaft und Geschichte gemäß dieser Bedürfnisse „passend gemacht“ werden, weil die Basis ihrer Ideologie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und geschichtlichen Tatsachen inkompatibel ist.
    Der Vorteil der Idee, alles sei bloß ein den „Machtverhältnissen“ folgendes „Narrativ“ liegt in der Vorstellung, man könne Wahrheit und Wirklichkeit „produzieren“, bzw. herbeiquatschen, wenn sich nur die „Machtverhältnisse“ ändern. Magisches Wunschdenken.

    Seit mit der fortschreitenden Akademisierung eine Überproduktion von potentiellen Eliten eingesetzt hat, haben sie sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einer Arbeitszeit sparenden „Theorie“ für Deppen geeinigt.

    • „Womit sich die Frage stellt, warum sich sich Aufgabenteilung nach Geschlecht und auf diesen beruhenden „Machtverhältnisse“ in allen Kulturen und Religionen spätestens seit der neolithischen Revolution haben finden lassen. “

      Werter Crumar, du denkst nicht paranoid genug.
      Selbstverständlich sind alle diese „Quellen “ von der Kirche gefälscht worden. So steht im Buch Genesis (1 Mose) bestimmt ursprünglich was anderes als „als Mann und Frau“ (Ijsch und Ischah) erschuf er sie“…

      • Deshalb muss die Bibel auch von lesbischen schwarzen Behindert*innen neu geschrieben werden.
        In verständlicher, X-Geschlechtergeschlechtergerechter beinhaltende Sprach_x.
        Das wird eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bis ans Ende aller Zeiten.
        Amen!

        • Es gibt ja schon die „Bibel in gerechter Sprache“, aber die ist so unbeliebt, dass sie außerhalb von Kirchentagen praktisch nicht verwendet wird.

    • „Wenn es einfach allen Männern dienen würde, wäre es nicht „woke“ genug.“

      Ja, ein Trend, der sich gut erkennbar über die letzten zwanzig Jahre erfolgreich ausbreiten konnte. Der „nur“ sexistische Männerhass traditioneller Feministinnen ist längst im Mainstream einer „Spezifizierung“ gewichen, weil es nach Pomoli-Lesart ja voll rassistisch und homophob wäre, mit dem pauschalen Sammelbegriff „Männer“ Gefahr zu laufen auch Nichtweiße und Homosexuelle mitzumeinen. Darum ist es sooo richtig und wichtig und vor allem voll antirassistisch und gar kein Bisschen heterophob, alles Schlechte dieser Welt einseitig und exklusiv dem weißen, heterosexuellen Mann in die Schuhe zu schieben.

      Und natürlich wurde von diesen weißen, heterosexuellen Männern all das entworfen zu stets dem Vorteil ihresgleichen…
      https://www.bpb.de/cache/images/2/202272_dossier_1240.jpg?7C050

      Hmmm… Alles Männer, alle weiß… Aaaah, ich hab’s: die Fotografierten waren oder sind sicher allesamt schwul!!! Ha, nimm das Patriarchat! Trotz deiner billigen Ablenkungsmanöver wurdest du wieder mal Schachmatt gesetzt! 😀

      • „Der „nur“ sexistische Männerhass traditioneller Feministinnen ist längst im Mainstream einer „Spezifizierung“ gewichen“ – einverstanden.
        Aber letztlich bieten sich diese weißen cis Dingens doch zum Hass an und haben ihn verdient.
        Schau doch bitte mal auf das zweite Bild, da blackfacen diese Arbeiter was das Zeug hält und lachen sogar noch dabei! Voll rassistisch.

        • Das Traurige an deiner Satire ist, dass sie längst von der Realität überholt wurde. Ich erinnere mich an Berichte über ein Restaurant das Fotos von Kumpels beim Feierabendbier an der Wand hängen hatte, welche nach dem Willen irgendwelcher Aktivistenabgenommen werden sollten, weil „Blackfacing“…

          Man kann diese Trottel einfach nicht mehr parodieren…

          • Wusste ich nicht – vielen Dank für die Info.
            Die Twitterei von Andrew Doyle als woke Kunstfigur Titania McGrath galt auch als völlig überspitzte Satire und er konnte zeigen, wenig später wurden daraus Überschriften von Artikeln in den MSM.
            Ich habe keine Ahnung, ob die überhaupt wahrnehmen, dass sie sich blamieren und immer massiver an Vertrauen beim Publikum verlieren.

    • Warum überhaupt eine christliche Erfindung? Glauben die Juden und Muslime nicht auch an das alte Testament und Adam und Eva?

      Es sind anti-westliche Spackosistinnen.

  5. Der nur mühsam unterdrückte, immer wieder hervorschimmernde und schlussendlich sich doch Bahn brechende giftige Hass auf alle, die nicht mit ihr übereinstimmen, ist gruselig.

  6. Beweist eigentlich nur wie weit man Menschen das Gehirn waschen kann. Da gibt es vermutlich bis zur kompletten Selbstzerstörung keine Grenze, wenn man bedenkt, dass sie da mit der Selbststerilisation schon recht nah dran sind. Auch faszinierend ist, dass sie es auf die Kinder Dritter abgesehen haben, was ich auf irgendeinen (sexuellen) Fortpflanzungsfetisch zurückführen würde. Sie rauben sich selbst die Fortfplanzunsfähgikeit und kompensieren das auf irgendeine Art bei ihrem Umgang mit den geschlechtlichen Umgestaltung der Kinder anderer. Auch das wirkt irgendwie Fetischarti und nicht unebdingt „unschuldig“.
    Wie bei vielen Religionen (Judentum, Islam…) ist auch beim Transgedöns das Geschlecht ein wichtiger Aspekt. Warum wollen die Gläubigen eigentlich immer an den Unterleib im Namen irgendeneines Gottes oder Glaubens? Finde ich befremdlich, da es sich doch um eine eher private Region handelt.

    Leider kann man mit derartig Gehirngewaschenen Personen keine vernünftige Debatte bis zu den tiefsten Abgründen führen, da sie von sich aus vorher abbrechen. Aber wäre schon mal interessant einen zu hören, der ganz offen deren Ziele formuliert.

  7. Als radikale Transaktivistin kommt sie für mich nicht authentisch rüber. Ich habe eher den Eindruck, sie hat sich an ein kontroverses Thema gehängt um ihrer Existenz eine Bedeutung verleihen zu können. Und spult da einfach nur auswendig gelernte Phrasen ab.

    Immerhin, sie hat auch noch genuin weibliche Interessen. Aus einem anderen Thread von ihr:

    „Bin ich für euch eigentlich mehr oder weniger attraktiv wenn ihr wisst, dass ich manchmal einen leichten Münchner Dialekt hab?“

    https://pbs.twimg.com/media/FZvsbTfXEAAzp-g?format=jpg&name=large

    Hach, wie kokett… 😀

  8. „Die Einheit der Differenz von Männlichkeit und Weiblichkeit ist Männlichkeit.“

    Klingt sehr nach dem pseudointellektuellen Geschwätz von Luhmann.
    Ich halte dagegen: Alle Embryonen sind ursprünglich weiblich, also ist die Einheit der Differenz die Weiblichkeit.

    • „Alle Embryonen sind ursprünglich weiblich, also ist die Einheit der Differenz die Weiblichkeit.“
      Falls das nicht ironisch gemeint ist, dann bin ich der Ansicht, dass das eine falsche Aussage ist. Wie soll denn ein weiblicher Embryo irgendwann seine genetische XX Ausstattung in XY ändern? Die Embryos sind meiner Ansicht nach von dem Moment der Befruchtung eindeutig männlich oder weiblich.

      • Wie kann ein angeblich eindeutiger XY Embryo eine komplett weibliche Form erzeugen?

        Technisch gesehen sind Männer eine Untergruppe der Frauen, und nicht ihr Gegenteil.

        • Männer sind eine Weiterentwicklung, keine Untergruppe 😉

          Wird die embryonale Weiterentwicklung nicht aus dem genetischen Programm heraus aktiviert, kommt ein Mädchen raus. Unabhängig vom Chromosomensatz.

    • „Die Einheit der Differenz von Männlichkeit und Weiblichkeit ist Männlichkeit.“

      da kommt mir nur noch der alte Geheimrat in den Sinn

      Faust:
      Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.

      Mephistopheles:
      Das ist noch lange nicht vorüber,
      Ich kenn es wohl, so klingt das ganze Buch;
      Ich habe manche Zeit damit verloren,
      Denn ein vollkommner Widerspruch
      Bleibt gleich geheimnisvoll für Kluge wie für Toren.
      Mein Freund, die Kunst ist alt und neu.
      Es war die Art zu allen Zeiten,
      Durch Drei und Eins, und Eins und Drei
      Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
      So schwätzt und lehrt man ungestört;
      Wer will sich mit den Narrn befassen?
      Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
      Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

  9. Das ganze Denkgebäude bassiert auf der nicht existenz der Zweigeschlechtlichkeit.
    Da die Zweigeschlechtlichkeit aber wissenschaftlich eine Tatsache ist, ist jede weiter Diskussion sinnfrei, da schon die Grundannahme falsch ist und somit alle Behauptungen die darauf aufbauen nicht richtig seien können.

    • Äh, nein. „Ex falso quotlibet“, d.h. Aus falschen Voraussetzungen kannst du folgern, was du willst. Da kannst du auch Wahres und Richtiges „folgern“.
      Das ist ja gerade die Krux an der Logik…

      • Das ist zwar formal korrekt, aber in der Realiät enorm unwahrscheinlich, aus einer falschen Prämisse korrekte Schlüsse zu ziehen. Ist hier aber vor allem irrelevant, weil die Transe nichts argumentiert, sondern nur wüste Behauptungen aneinanderreiht. Siehe Andreas Faust-Zitat oben: Muss man sich keinen Kopf drum machen.

        • Auch korrekt. Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis 😉

          Allerdings kann es trotzdem noch vorkommen, dass jemand ausgehend von hanebüchenem Unsinn etwas Richtiges und Korrektes „folgert“ (und dann steht man als der Trottel da, wenn das unbesehen ablehnt).

  10. Und diese antiwissenschaftliche und zutiefst irrationale Doktrin ist jetzt bald Regierungs- und Staatsdoktrin …. What could go wrong?

    Erst waren die Frauen die „besseren Menschen“, jetzt ist es der (de facto) ungeschlechtliche Übermensch…. was kommt als nächstes?

  11. Da fehlte aber noch der 6. Tweet in dem Thread:

    „6) Wenn ihr zu diesen Themen cis-, TERF-, Nazi- oder Trolltränen dalassen wollt dann macht halt, aber ich kann euch nicht hören, mein Kopf ist zwischen den Schenkeln eurer Mutter und liebe Güte, sie ist LAUT 🥰“

    Was ich nicht verstanden habe: Ist das nur eine Transaktivistin oder auch eine Transperson?

    Denn die Behauptungen ergeben einen vollkommen anderen Sinn, wenn sie von einem als Mann geborenen Menschen geäußert werden.
    Der kann zum Beispiel locker gegen andere Männer im Sport antreten. Auch das Schießen auf Männlichkeit und das Patriarchat ist anders zu bewerten, wenn es aus der Tastatur eines Ex-Manns kommt.
    Da ist es verständlich, dass man sich bei radikalen Feministen anbiedert.

    Und dass Mutter sich von einem eigentlichen Mann lecken lässt, ist auch wahrscheinlicher, als das von einer Frau erledigen zu lassen.

  12. Zitat aus dem Thread: „Adelsgeschlechter gibt es viele, biologische nur zwei.“

    Das wäre doch mal ein terminologisches Friedensangebot. Aber Frieden muss man erst mal wollen.

  13. Noch etwas. Inspiriert von dem Titel dieses Blogs „Allesevolution“ könnte ich der Autorin der Thesen versuchsweise zugestehen, dass es irgendwo auf der Welt immer mal wieder Gesellschaften gegeben haben könnte, die positiv im Sinne ihrer Thesen strukturiert waren. Wo es keine binäre Teilung gab und sexuelle Partnerschaften völlig unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung eingegangen wurden.

    Aber ist es denn so schwer zu verstehen, dass diese Gesellschaften, wenn es sie denn gab, keine drei Generationen Bestand hatten, weil einfach die Reproduktionsrate im Vergleich zu Konkurrenzgesellschaften geringer war? Jedenfalls vor dem Auftreten alter, weißer Männer wie Semmelweis, Pasteur oder Fleming, die Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Infektionsbekämpfung geleistet haben.

    „Es gibt *signifikant* mehr als 2 Geschlechter, die exklusive Aufteilung in männlich und weiblich ist eine historisch kontingente, sehr junge Funktion modernen westlichen Christentums und frühkapitalistisch-bürgerlicher Machtverhältnisse und Aufgabenteilung.“

    Welche historische Unbildung muss man mit sich herumtragen, um so einen Quatsch zu behaupten? Dafür reicht kein Hessen-Abitur. Weder die hebräische Bibel noch die griechische oder germanische Mythologie stützt diese Behauptung. In schriftlose Kulturen kann man natürlich alles hineininterpretieren, sie können sich nicht wehren.

    „… dass die geschlechtstypischen Unterschiede vor gut 30.000 Jahren offenbar noch deutlicher ausgeprägt waren als heute.“ (Bild der Wissenschaft)

    „Generell scheint in der Steinzeit „Geschlechteregalität“ geherrscht zu haben: Frauen und Männer haben dasselbe gegessen, wurden in ähnlichen Gräbern beerdigt und so weiter. Der Umschlag in Richtung Patriarchat geschah im Neolithikum und in der Bronzezeit, vor ungefähr 4000 Jahren.“ (Antje Schrupp).

    • „dass es irgendwo auf der Welt immer mal wieder Gesellschaften gegeben haben könnte, die positiv im Sinne ihrer Thesen strukturiert waren“

      Die verweisen in ihren Texten meist auf sowas wie die Hijra/Hidschra:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Hijra

      Die waren aber nicht wirklich anerkannt, aber wohl entsprechend in Gemeinschaften organisiert. Die wechselten auch nicht ständig ihr Geschlecht, sondern fühlten (zumindest einige) sich in ihrem eigenem Körper falsch, wie viele sexuell Identitätsgestörte.

      Es ist natürlich Wikipedia und bei ideologischen Themen ist das bekanntlich nicht neutral und vollständig. Wenn ich lese:

      „Diese Gemeinschaften haben sich über Generationen hinweg erhalten durch die „Adoption“ von biologisch männlichen Jugendlichen oder Kindern, die von ihrer Herkunftsfamilie und anderen Personen wegen ihres femininen Verhaltens abgelehnt wurden und zu den Hijras fliehen… oder die in bitterster Armut leben, manchmal nach einer Periode homosexueller Prostitution. Um zu überleben arbeiten viele Hijra als Sexarbeiter.“

      „Die meisten sind physisch männlich geboren, viele haben jedoch eine weibliche Geschlechtsidentität im Sinne einer Transsexualität oder anderer Transgenderformen. Nicht selten unterziehen sie sich einer Nirwaan genannten Totalkastration,[21] oft schon in jugendlichem Alter, um eine weitere Vermännlichung ihres Körpers zu verhindern.“

      (Hervorhebungen von mir) dann erweckt das bei mir sehr ungute Assoziationen. Für mich klingt das absolut nicht nach einem selbstbestimmten Leben, sondern eher nach homosexueller Kinder-Armuts-Zuhälterei, für die bei Bedarf auch der Körper noch pubertierender (!) Jungen zurechtgeschnitzt wurde. Das passt vom Gefühl her viel besser in die primitive und harte Zeit. Sicher war da auch hin- und wieder eine Transe dabei oder halt Schwule, aber als Vorbild taugt das sicherlich kaum…

      • „Die waren aber nicht wirklich anerkannt“

        Das ist der Punkt, weshalb die die Hijras umgebende Gesellschaft der Wokeria nicht als Vorbild dienen kann.

          • Damit rührst Du an ein grundsätzliches Problem der Geistes- und Sozialwissenschaften. Naive Menschen neigen dazu, etwas zu glauben aus dem einzigen Grunde, dass es irgendwo geschrieben steht. Ich hatte mal einen Chef, für den habe ich ein Computerprogramm erstellt, welches aufgrund eines Programmierfehles einen falschen Zahlenwert ausgab. Als ich ihn darauf hinwies, dass der Wert falsch sei, meinte er: „aber wieso? Da steht es doch.“

            Diese Naivität ist bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern besonders ausgeprägt, besonders dann, wenn der behandelte Text zur eigenen Ideologie passt. Ich darf das sagen, ich war selbst mal in dem Bereich unterwegs, sogar mit Abschluss, und ich war auch nicht besser.

            Während man von einer Untersuchung im Pharmabereich erwartet, dass sie durch eine weitere Untersuchung bestätigt wurde, ist das in der Soziologie nicht zwingend. Hingegen ist es üblich, voneinander abzuschreiben, sofern das Ergebnis genehm ist.

            Einem Kommilitonen ging es einmal auf die Nerven, dass überall Alexander von Humboldt (oder war’s der Bruder) als der Erfinder des Begriffs „Ökologie“ gepriesen wurde. Er hat dann seinen Prof gefragt, wo denn die Belegstelle sei, und der Prof wurde dann ziemlich kleinlaut.

          • @Andy
            „Damit rührst Du an ein grundsätzliches Problem der Geistes- und Sozialwissenschaften.“

            Die Studie wurde veröffentlicht vom „Department of Molecular and Cell Biology and Biochemistry, Brown University, Providence, Rhode Island“.
            Das ist der Witz.

            „Diese Naivität ist bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern besonders ausgeprägt, besonders dann, wenn der behandelte Text zur eigenen Ideologie passt.“

            Er passte zur eigenen Ideologie UND wurde von „seriösen“ Wissenschaftlern verfasst.
            Wobei Anne Fausto-Sterling (als Mitverfasserin) bereits als Gewährsfrau für die Thesen von J. Butler herhalten konnte und „Gender Trouble“ erschien zehn Jahre vorher.

            D.h. die feministische Unterwanderung der Biologie fand vor der Formulierung der Gender-Ideologie statt, wonach nicht nur „gender“ eine „soziale Konstruktion“ ist, sondern auch „sex“.
            Zu dem „Ping-Pong“ der Politaktivisten in diesen Bereichen hört man immer nur Kritik von „Pong“.
            Die Denunzierung von Sozialwissenschaften basiert auf Amnesie.

    • „Geschlechteregalität“
      Weil die nur so wenig hatten, dass es keine Vorratshaltung gab und gegessen wurde was da war. Und Materialien waren auch so knapp dass die Beigaben minimal waren. Man könnte anhand der Isotopenzusammensetzung der Überreste messen ob Männer mehr (oder weniger) Fleisch gegessen haben.

  14. Interessant ist die Geschichte zu dem Thema schon, man kann es an der Geschichte verschiedener Städte nachspüren. Es gab, zumindest in einigen Städten, vermutlich zuerst Pissoirs, ich schätze aus Kostengründen und weil Männer halt sonst irgendwo hinschiffen.

    Für Dresden wird das hier nachgezeichnet:
    „In Form eines Briefes an die Stadtverordneten hatte am 23. Oktober 1877 eine Unbekannte ihrem Unmut Luft gemacht. „Im Interesse der Frauen unserer Stadt erlaube ich mir anzufragen, warum haben die Herren öffentliche Retiraden (Toiletten)? Und die Frauen nicht?“, klagte sie. Früher hätten sie in Restaurants austreten gehen können. Doch die seien jetzt verschlossen. „Und wir Frauen sehen uns ratlos um.“

    Unklar bleibt leider, welcher Art die „Retiraden“ für Männer waren und warum Frauen plötzlich nicht mehr in Restaurants austreten gehen konnten. Jedenfalls wurde daraufhin ein Frauen-WC eingerichtet (man muss bedenken, dass WCs zur damaligen Zeit Luxus waren, Zitat: „Die erste öffentliche Frauen-Toilette war mithin auch das erste öffentliche Wasser-Klosett in Dresden überhaupt.“) mit angeschlossener Wohnung für die Klofrau:

    „Was die Verfasserin wohl nicht wusste – die Stadt hatte vier Jahre zuvor schon einmal über einen öffentlichen Abort für Frauen beraten und dafür sogar 1 200 Mark in den Haushalt eingestellt. Doch die Planungen waren im Sande verlaufen. Eine Anfrage des Bezirksvereins Wilsdruffer Vorstadt und Friedrichtstadt brachte 1876 wieder Bewegung in die Sache und die Stadt erkundigte sich in Leipzig und Wien, wo es solche Bedürfnissanstalten schon gab, nach deren Erfahrungen. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen erarbeitete das Stadtbauamt schließlich eine Vorlage, die 1876 von Oberbürgermeister Wilhelm Pfotenhauer (1812 – 1877) den Stadtverordneten zur Genehmigung vorgelegt wurde.

    Das Frauen-Klo sollte zunächst nicht ins Stadtzentrum. Deshalb wurde die äußere Bürgerwiese nahe dem Zoo als Standort festgelegt. Nach längeren Debatten wurde schließlich beschlossen, eine Toilette zu bauen, die durchgängig geöffnet sein sollte. Zudem war eine Wohnung für die Wärterin vorgesehen. An den Seiten gab es einen Geräteraum und ein Pissoir. Einer der Stadtverordneten empörte sich denn auch wegen der angeblich immer luxuriöser werdenden Abortanlage und wegen der ständigen Beaufsichtigung durch die Wärterin. Dennoch wurde im Mai 1877 der Bau endgültig beschlossen.

    Die Ausführung als Wasser-Klosett war schon deshalb bemerkenswert, weil die WCs in Dresden damals heftig umstritten waren. Um 1874 existierte Angaben zufolge in rund 300 der etwa 7 500 Häuser ein solches WC. Es wurde gar empfohlen, den Bau von Wasser-Klosetts generell zu verbieten. Neben einer Verminderung des Dungwertes der Fäkalien bei der Verwendung in der Landwirtschaft gab es vonseiten des Stadtbezirksarztes Niedner Bedenken, dass bei einer Cholera- oder Typhusepedemie die Krankheitserreger mit dem Wasser der Toiletten unkontrolliert in die Kanalisation gelangen könnten und diese dann nicht mehr beherrscht werden könnten. Die Bauordnung von 1878 gestattete schließlich den Bau von WCs – sofern von der Baubehörde genehmigt.“

    https://www.saechsische.de/erstes-oeffentliches-oertchen-fuer-frauen-3868650.html

    • Die Berliner und die Wiener waren ein bisschen früher, aber am zeitigsten waren die Pariser:

      „In Paris waren bereits seit der Französischen Revolution öffentliche Toilettenanstalten und „Pissoirs“ errichtet wurden. Auch in Zentraleuropa wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts diskutiert, entsprechende Einrichtungen in den Städten zu errichten. Mit der Entwicklung von Abwassersystemen wurden zunehmend Anstalten gebaut und betrieben. Ab 1860 waren etwa in Berlin öffentliche Pissoirs installiert wurden; Wien folgte einige Jahre später. Da dort allerdings (ohne eine zentrale Wasserversorgung) der Urin nicht mit Wasser über eine Kanalisation weggespült werden konnte, kam es zu erheblichen Geruchsproblemen und einer mangelnden Akzeptanz sowohl der potenziellen Nutzer als auch der benachbarten Anwohner. Daher gab es in Wien zunächst nur wenige Pissoirs, die von der Gemeinde errichtet worden waren.

      Die künftige Bedeutung der Bedürfnisanstalt als Sanitärmaßnahme vorausschauend, beschloss der Unternehmer Wilhelm Beetz, sich auf die Errichtung und den Betrieb von öffentlichen Toilettenanstalten zu spezialisieren. Zunächst ersuchte er 1880 den Magistrat von Wien, ihm den Bau und Betrieb von „Bedürfniß-Anstalten für Personen beiderlei Geschlechts“ zu genehmigen. Obgleich die sanitären Zustände im öffentlichen Raum Wiens katastrophal waren und im öffentlichen Diskurs auf entsprechende Lösungen gedrungen wurde, lehnte der Magistrat das Ansuchen mit der Begründung ab, dass die Stadt solche Anlagen in Eigenregie zu erstellen und zu betreiben beabsichtige. Nachdem jedoch nichts dergleichen geschah, stellte Beetz zwei Jahre später einen neuerlichen Antrag mit dem Hinweis, dass in anderen Städten wie Paris, Berlin, Breslau oder Brüssel öffentliche Toiletten von Privatunternehmen mit Erfolg betrieben wurden.

      1883 erteilte die Gemeinde Wien schließlich die Bewilligung, nachdem durch eine Choleraepidemie der Handlungsbedarf weiter zunahm und sie einen für sich „äußerst günstigen Vertrag“ ausgehandelt hatte:[3] Beetz hatte eine Kaution zu erlegen, die Aufstellung und den Betrieb selbst zu finanzieren, die Kosten für Gas, Wasser und Aufsichtspersonal zu bestreiten, weiterhin eine Platzmiete zu bezahlen und drei Prozent der Bruttoeinnahmen an die Stadt Wien zu entrichten. Die Vertragsdauer wurde zunächst auf zehn Jahre festgelegt. Ende 1903 betrieb Beetz mit seiner Firma bereits 93 Pissoirs sowie 58 Bedürfnisanstalten, und 1904 wurde die erste unterirdische Bedürfnisanstalt am Graben errichtet. (Im Jahr 1939 betrieb Beetz in Wien 112 Bedürfnisanstalten – davon 7 unterirdische – sowie 117 Pissoirs.) Im Jahr 1895 schloss Beetz mit der Stadtverwaltung von Budapest einen ähnlichen Vertrag ab und eröffnete in dort einen weiteren Betrieb. 1907 wurde der Vertrag mit der Stadt Wien bis 1940 verlängert, zugleich wurden sämtliche Anlagen in den Besitz der Gemeinde übertragen.“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Bed%C3%BCrfnisanstalt#Geschichte

      In Wien scheint es das (abgesehen von wenigen Pissoirs) also von Anfang an für beiderlei Geschlecht gegeben zu haben. Abgesehen davon dass die Etablierung in erster Linie für Städter interessant war, denn die Dörfler (von denen es relativ mehr gab, als heutzutage) gingen vermutlich einfach ins nächste Gebüsch. Und all das ist so ca. 140 Jahre her, also brennend aktuell 🙂

    • Im Sinne der Gleichstellung sollte jedes Geschlecht seine Toiletten einfach selbst bauen.

      Finde ich auch. So wie seine Parkplätze, seine Straßen für den feministischen Stadtumbau, die schweren Waffen für die feministische Außenpolitik.

      Kann doch nicht sein, dass immer nur Männer der rbb-Chefin Schlesinger das Loft ausbauen, damit sie dann darin mit ihrem feministischen Empowerment prahlen kann.

      Und der Bauerbeiter kriegt dann vom ÖRR auch noch mitgeteilt, wie teuer er als toxischer Mann ist, wenn kaputte Knie und Rücken vom Bückling ihn zum Arzt treiben.

  15. Noch einmal zu „… die exklusive Aufteilung in männlich und weiblich ist eine historisch kontingente, sehr junge Funktion modernen westlichen Christentums …“.

    Mit „modern“ meint sie sicherlich irgendetwas nach der Reformation, sonst ergibt der Begriff keinen Sinn. Wenn man aber berücksichtigt, dass der Apostel Paulus durchaus von Männern und Frauen redet und dass im Katholizismus Frauen nicht zum Priesteramt zugelassen sind, wenn man weiterhin auf den Islam schaut, der ja in seinen Schriften ebenfalls deutliche geschlechtsbinäre Unterscheidungen trifft, und wenn man schließlich afrikanische Dörfer mit ihren Jungmänner- und Mädchenhäusern in den Blick nimmt – welchen Schluss darf man aus dem oben stehenden Zitat ziehen?

    Entweder, dass es sich um eine bewusst dick aufgetragene Satire handelt, oder – da Satire oft nicht sicher erkennbar ist – dass da jemand ganz gewaltig gehirngewaschen wurde.

  16. Ja, passend zum Thema:

    Die Regisseurin von „She-Hulk: Attorney at Law“, Kat Coiro, hat behauptet, dass die weit verbreitete Kritik an den CGI-Figuren der Disney-Plus-Serie nichts mit deren Qualität zu tun hat, sondern vielmehr mit „dem Glauben unserer Kultur an den Besitz von Frauenkörpern“, was als eine der verblüffendsten Verteidigungen eines Marvel-Produkts in die Geschichte eingehen dürfte.

    „Ich denke, ein großer Teil der Kritik kommt von dem Gefühl, die CGI-Frau zerreißen zu können“, so Coiro. (…) „Wir sind so sehr auf Frauenkörper fixiert, sei es in ästhetischer oder politischer Hinsicht oder in Bezug auf Rechte oder Autonomie, und ich denke, dass das, was wir in dieser Show machen, mit all diesen Konzepten zu tun hat.“

    https://genderama.blogspot.com/2022/08/edition-f-meldet-insolvenz-news-vom-10.html

    • Ja, das scheinen schon größere Teile der Jugend zu denken. Es gibt da so eine asiatische erfolgreiche Youtuberin mit deutscher Staatsbürgerschaft und, ich glaub, auch FUNK-Mitglied (mir ist ihr Name entfallen), die mal ein Video veröffentlichte, wo sie sich über Rassismus in Deutschland (meint: von „Biodeutschen“) beschwerte und dann das einzige vermeintliche Beispiel von selbst erlebtem Rassismus so schilderte, dass ihr asiatischer Vater als Verkäufer in einem Laden/Kiosk(?) mal überfallen wurde. – Ja, das war’s schon. Kein Hinweis darauf, warum das rassistisch motiviert gewesen sein soll.
      Die empfehlenswerte Youtuberin Charlotte Chorday hat das Video dann mal genüsslich seziert und ihr Video dazu wurde zum Glück auch relativ gut besucht.

  17. “ 4) Transgeschlechtlichkeit ist biologisch, kulturhistorisch, psychologisch, soziologisch, ethisch und philosophisch plausibel, valide und letztendlich einfach da ob ihr wollt oder nicht, eure genozidalen Geifereien in allen Ehren.

    Da würde ich noch nicht mal widersprechen. Wobei genozidale Geiferei wohl etwas übertrieben ist. Die wenigsten wollen da Leute umbringen. Sie wollen nur unoperierte Transfrauen mit schlechten Passing nicht in bestimmten Räumen […].“

    Schon allein die Formulierung „genozidale Geiferei“ ergibt keinen Sinn, denn eine Geiferei kann nicht genozidal (d.h. völker-/populationsmörderisch) sein; sie kann allenfalls andere dazu animieren, so zu handeln.

    Aber „Transgeschlechtlichkeit“ ist noch eine Stufe härter in der Sinnlosigkeit, da man nur einem Geschlecht angehören kann und dieses auch nicht wechseln kann (lat. „trans-„: „hinüber“, „auf die andere Seite“, „auf der anderen Seite“; Geschlecht: Anlage zur Produktion von spezifisch männlichen (kleineren) oder spezifisch weiblichen (größeren) Keimzellen, also Spermien oder Eizellen).

    Ihr braucht euch nicht aufzuregen, wenn/dass diese Leute immer mehr Macht bekommen, solange ihr politisch so naiv und auf der politischen Metaebene hörig bleibt, sodass ihr deren verlogene Terminologie übernehmt und so die darin angelegten Täuschungen, Lügen, Vermeidungsmöglichkeiten und das totalitäres Sprache-Engeneering (Sprachmatrix-Manipulation) entweder übernehmt oder zumindest verbreiten und Legitimierung verschaffen helft – Christian hier bspw. mit seiner Verwendung des unsinnigen, irreführend angelegten Wortes „Transfrau“. Schön bequem, gell? Apropos bequem: Christian, meinst du „unoperiert“ oder „umoperiert“? Falls Letzteres: Warum bist du zu faul, deinen Blogeintrag vor der Veröffentlichung korrekturzulesen, und darum bereit, enorme Missverständnisse oder Unwahrheitenverbreitung zu riskieren? Falls aber Ersteres: Wo hast du das denn her, dass „unoperierte Transfrauen“ – im Gegensatz zu operierten „Transfrauen“ (d.h. Männern mit Geschlechtsidentitätsstörung*) – von „den wenigsten“ (oder doch eher gemeint: „den meisten“?) Leuten in bestimmten Räumen nicht gewollt sind (also operierte „Transfrauen“ dann im Gegensatz zu „unoperierten Transfrauen“ dort gewollt sind)?

    * = Man könnte „Mann mit Geschlechtsidentitätsstörung“ abkürzen als „Mann m. GIS“ oder „GIS-Mann“. Alternativ könnte man bei Männern, die sich primäre und/oder sekundäre Geschlechtsmerkmale wegnehmen bzw. optisch zum andern Geschlecht hin ändern lassen haben, natürlich auch sagen: „Frauenfake-Mann“, abgekürzt: „Ff-Mann“ (oder „frauvortäuschender Mann“, abgekürzt: „f.v. Mann“, „Fv.-Mann“) – oder wenn man die kulturelle Herkunft dieses(/-r) geschlechtsbezogenen Verstümmelungswunsch(erfüllung) mehr kenntlich machen will, kann man es auch ganz in Englisch fassen: „man with sexual identity disorder“ („man with SID“, „MWSID“) oder „sexual identity-disordered man“ („SID man“; gleich wieder eingedeutscht: „SID-Mann“) – bzw. „man faking women“ („MFW“) oder „man faking real women in relation to appearance“ („man FRWIRTA“, „MFRWIRTA“, direkt wieder eingedeutscht: „FRWIRTA-Mann“ oder akronym ausgesprochen und dementsprechend schriftlich dargestellt: „Frwirta-Mann“, – hier ist schön die phonetische Nähe zu „verwirrter Mann“ gegeben 😀 aber leider geht das dann nicht umgekehrt bei: „woman faking real men in relation to appearance“ („woman FRMIRTA“, „WFRMIRTA“; eingedeutscht: „FRMIRTA-Frau“, „Frmirta-Frau“), denn hier ist dann nur die weniger starke phonetische Nähe zu „firmierte Frau“ gegeben, was aber dann inhaltlich genau falsch herum gelagert ist …).

    Das ist jetzt erst mal ein einziger Begriff (oder mit gegengeschlechtlichem Pendant: ein Begriffspaar), den ich hier rausgepickt habe. Da gibt es in dem Bereich natürlich noch sehr viel mehr, was man ebenso einer Wortfassungsprüfung und Terminologieneuschöpfung unterziehen kann.

    Darüber könntest du, Christian, doch mal einen Blogartikel verfassen und zur Diskussion über passende Terminologie anregen sowie auf den dortigen Ergebnissen/Vorschlägen basierend in einem nachfolgenden Artikel einige Tage später eine Multiple-choice-Umfrage machen, um zu ermitteln/zeigen, für welche Termini (& Abk.) in der hiesigen Leserschaft Verwendungsbereitschaft bestehen würde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..