Selbermach Mittwoch

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Wahrheiten aus Sicht einer radikalen Transaktivistin

Hier einfach mal einen Thread von Twitter, der so viel merkwürdiges enthält, dass ich ihn interessant für eine Diskussion halte:

In freundlichem, ruhigem, wenngleich langsam die Geduld verlierendem Tonfall: 1) Frauentoiletten/-Umkleiden sind keine Schutzräume. Geschlechtertrennung für diese Orte wurde eingeführt, um Frauen daheim und fern vom öffentlichen Leben zu halten.

Die Idee ist glaube ich, dass es nur öffentliche Männertoiletten gab und Frauen daher erheblich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt waren, sie konnten nicht einfach losziehen, sondern mussten einplanen, dass sie allenfalls bei Bekannten oder Zuhause auf Toiletten konnten.

Ich vermute eher, dass es andersrum war: Öffentliche Toiletten galten als viel zu unsicher und unanständig für Frauen und erst mit der passenden Sicherheit konnten Frauen auch auf eigenständige Toiletten hoffen. Aber ich bin auch kein Toilettenhistoriker.

2) Frauensport ist historisch keine hart erkämpfte emanzipatorische Errungenschaft, sondern ein Machtmechanismus auf Basis der Furcht davor, Frauen könnten Männer „besiegen“ (Spoiler: das können sie sehr gut)

Nein, das können sie nicht. In den meisten Disziplinen würden sich Frauen noch nicht einmal qualifizieren.

3) Es gibt *signifikant* mehr als 2 Geschlechter, die exklusive Aufteilung in männlich und weiblich ist eine historisch kontingente, sehr junge Funktion modernen westlichen Christentums und frühkapitalistisch-bürgerlicher Machtverhältnisse und Aufgabenteilung.

Merkwürdig, dass wir sie in nahezu allen historischen Texten finden. Und das es sie auch bei allen anderen Säugetieren mit ihren 2 Gameten gibt.

4) Transgeschlechtlichkeit ist biologisch, kulturhistorisch, psychologisch, soziologisch, ethisch und philosophisch plausibel, valide und letztendlich einfach da ob ihr wollt oder nicht, eure genozidalen Geifereien in allen Ehren.

Da würde ich noch nicht mal widersprechen. Wobei genozidale Geiferei wohl etwas übertrieben ist. Die wenigsten wollen da Leute umbringen. Sie wollen nur unoperierte Transfrauen mit schlechten Passing nicht in bestimmten Räumen oder erkennen, dass Personen, die durch eine männliche Pubertät gegangen sind, einen erheblichen Kraftvorteil gegenüber Personen haben, die das nicht gemacht haben. Und natürlich stören viele radikale Forderungen der radikalen Transszene, etwa die, dass es transfeindlich ist, wenn eine Lesbe nicht mit einer umoperierten Transfrau Sex haben will.

5) Soziale oder rechtliche Beschränkung auf 2 Geschlechter und Trennung dieser voneinander ist ein Werkzeug des Patriarchats und bevorzugt IMMER weiße dya cis hetero Männer. Die Einheit der Differenz von Männlichkeit und Weiblichkeit ist Männlichkeit.

Was auch sonst. Wobei ja gerade Frauen dagegen Sturm laufen. Was Transpersonen allerdings an Zweigeschlechtlichkeit ändern, wenn Transfrauen Frauen sind überzeugt nicht wirklich.

Ich wüßte auch nicht, welche Vorteile Männer davon haben sollten. Aber es wird ja gerne behauptet.

Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie man das alles wirklich glauben kann.