„Dass ich als queere Person ohne Brüste, aber dafür mit Brusthaar auf dem Cover des Playboy zu sehen bin, ist wahnsinnig empowernd.“

2015 hatten wir noch eine Patriarchatssondersitzung, weil der Playboy angekündigt hatte zumindest in den USA keine Nacktbilder mehr zu veröffentlichen, wobei man sich das Ergebnis immer noch anschauen konnte und es für den … ursprünglichen Zweck solcher Bilder… geeignet war.

Gestern machte der Playboy Schlagzeilen damit, dass er für seine „50 Jahre Playboy“-Ausgabe in Deutschland 50 Cover erstellt hat und man das bestellen kann, welches einem am besten gefällt:

50 Jahre. Fünf Jahrzehnte. Ein halbes Jahrhundert. Wir feiern unser Jubiläum auf eine Art, die es so noch nie gegeben hat: Unsere August-Ausgabe 2022 erscheint mit 50 unterschiedlichen Covern – gestaltet von namhaften Künstlern aller Metiers, von Fotografie über Malerei bis Performance Art. Diese hatten dabei nur eine Vorgabe: Mit ihrer Idee den deutschen Playboy zu feiern. So entstanden einzigartige Kunstwerke, die eine Symbiose aus der Handschrift des Künstlers oder der Künstlerin und dem, was er oder sie mit Playboy verbindet sind.

Soweit, so gut. Das, was eigentlich Schlagzeilen machte, waren Motive wie dieses:

Aus dem Text:

„Ich freue mich über die Chance, für queere Sichtbarkeit zu sorgen! Dass ich als queere Person ohne Brüste, aber dafür mit Brusthaar auf dem Cover des Playboy zu sehen bin, ist wahnsinnig empowernd.“

Wahnsinnig empowernd sicherlich, aber die HardcoreFans des Produkts würden  vermutlich sagen, dass  Brusthaare nicht gerade dem entsprechen, was sie wollen. Es fehlen auch Brüste und, noch einfacher gesagt, eine Frau.

Aber wer weiß, vielleicht ist die Suche nach einer neuen Zielgruppe besser. Pornografie und die Möglichkeit sie unproblematisch und in unendlicher Vielfalt aus dem Internet zu bekommen, dürfte den Sinn des Playboys erheblich reduziert haben. Es gab zwar immer den Spruch, dass man ihn ja wegen der Interviews liest, aber auch da scheint es mir unwahrscheinlich, dass Themen um Geraldine viele bisherige Leser ansprechen werden.

Als Hobbyfotograf finde ich die meisten Cover, die man über den Link oben anschauen kann, relativ langweilig. Vielleicht noch dies oder das.  Das hier setzt die Jubiläumsidee am besten um, aber die Frau wäre auch nicht so mein Geschmack, zu viele Tattoos

Aber wie gesagt, der Playboy ist bereits so lange unbedeutend und uninteressant, dass es eigentlich keine große Sache ist, wenn er jetzt auch noch halb woke abdriftet.  Interessieren würden mich allenfalls die Frage, welches Cover wie oft bestellt worden ist und die Frage, warum jemand überhaupt eine solche Bestellung tätigt, bei der er sich ein Cover aussuchen muss für eine solche Zeitschrift.

Und natürlich: Werden die noch an Kiosken verkauft und welche werden dahin geliefert?

64 Gedanken zu “„Dass ich als queere Person ohne Brüste, aber dafür mit Brusthaar auf dem Cover des Playboy zu sehen bin, ist wahnsinnig empowernd.“

  1. Man muss schon ziemlich dämlich sein, seine Zielgruppe dermaßen vor den Kopf zu stoßen. Was ist eigentlich mit den ganzen Marketing-Abteilungen in den Unternehmen los? Sind das alles Ideologen oder schlicht überflüssige Nichtsnutze?

    • Inzwischen sind doch Menschen wie du die Zielgruppe. Uns Heten hat der Playboy doch schon lange nicht mehr im Blick und auch längst verloren.
      Aber vermutlich ist der Playboy generell so ein Relikt aus der Vergangenheit, so wie Droschken oder Musketen.

        • Nicht direkt, aber du bist ja (unfreiwillig) Teil der LGBTXYZ-Gruppe. Und dieses Cover ist für diese Gruppe kreiert worden. Dass es auch konservative Schwule gibt, scheint den Entscheidern in solchen Verlagen offenbar gar nicht bewusst zu sein.

          • Es geht hier gar nicht mal um konservativ oder nicht. Der/die/das auf dem Cover ist maximal unattraktiv gestyled und in Szene gesetzt. „Queer“
            halt: Absichtlicher Abtörn im Sinne der Revolution. Niemand findet das attraktiv.

          • @Adrian, also ist das Coverbild als Provokation im Sinne der Revolution gedacht?
            Wenn es tatsächlich so ist, und niemand findet das sonderlich attraktiv (was ich mir gut vorstellen kann), dann kommt es auf etwas Anderes an.
            Nämlich uns etwas Seltsames vor die Nase setzen, und dann „Nazi“ plärren, wenn einer sagt: Uh, das ist ja seltsam.
            Das ist also der Trick, mit dem uns die Woken permanent verarschen.

    • Das hier sind die Egebnisse unserer Marktstudie!
      Aber meine Praktikantin ist viel in den Social Media unterwegs und die sagt, dass ihre Follower das nicht gut fänden. Daher machen wir was anderes.

    • Widerstand gegen die heteronormative, weiße Cis-Bevölkerung. Diese stellt noch die Mehrheit, insofern wird dieser Widerstand noch eine Weile andauern.

  2. Eine abnippelnde Zeitung auf der Suche nach kostenfreier Werbung.
    Funktioniert vermutlich genauso gut wie wenn Daimler sagen würde „lass mal mit Pauken und Trompeten durch die Crashtests fallen, das gibt massenweise Gratis Artikel von Bild bis Washington Post“.
    Oder anders gesagt:
    Die Botschaft: „Kauf mich besser nicht“ wurde erfolgreich kostengünstig platziert.

  3. Danke für die Aufklärung. Hatte das Cover auch gesehen, und mich gewundert. Als ehemaliger Playboyleser (Anfang 20) fand ich das irritierend. Aber ok, wenn man das bestellen kann, wenn man will, und es einem ansonsten nicht aufs Auge gedrückt wird, dann passt das für mich.

    Typisch übrigens das Interview. Es ist für ihn/sie empowerend. Die Zielgruppe und die Kunden spielen keine Rolle. Der typische Bauchnabelblick des selbstverliebten Hedonisten.

  4. Der Playboy ist tot.
    War ja mal eine Institution, die unter Jugendlichen abgegriffen rumgereicht wurde.
    Jetzt kriegt man ihn im Jahresabo inkl. Zustellung für 19 Euro (15 Ausgaben).
    https://presseshop.news/sommer/?showdet=215&xh=fe6376500dff
    Und das bei der Papierknappheit.

    Der Verleger (Burda) sollte sich fragen, warum er die Zeitschrift so stark subventioniert. Weder die woke, noch die feministische Szene wird sich mit einem Playboy erwischen lassen wollen. Die queere wohl auch nicht.

    Also entweder einstampfen oder frech der ebenfalls in die Tage gekommenen „Emma“ als maskulistische Variante gegenüberstellen. Und dann mit prallen Frauenbrüsten, strammen Hintern und antifeministischen Texten auftrumpfen. Emanzipation eben.

    Also Burda, wenn ihr das lest: Ich mache den Job für euch. Schon nach einem Jahr wird der vulnerable Playboy vor Kraft und Potenz nur so strotzen. Dann ist der Playboy wieder ein Statement, wenn er auf der Hutablage eines Tesla liegt.

    Dumm nur, dass dann immer wieder die Reifen des Autos zerstochen sind.

        • Vielen Dank. Hier schon mal ein Inhaltsverzeichnis für den ersten Dummy:

          – Editorial

          – Report: Standesamt intim – so werde ich für ein Jahr zur Frau

          – Gesellschaft: Wollen sie nicht oder können sie nicht? Was hinter dem Geburteneinbruch steckt.

          – Mobilität: Porsche, Lastenfahrrad oder E-Scooter: Mit welchem Schlitten komme ich am besten von München nach Hamburg?

          – Fotostrecke: Freude komplett. Schöne Körper mit fröhlichen Gesichtern.

          – Serie: Aus den feministischen Planungsbüros – Folge 1: Neues Geschlechter-Strafrecht. Das droht Männern künftig nach einem Klaps auf den Frauen-Po. Zum Herausnehmen: Bußgeldkatalog für Anmachsprüche.

          – Fotostrecke: Oben-ohne im Freibad. Das kann sogar richtig schön sein.

          – Playboy im Fadenkreuz: Die heftigsten Beschimpfungen unserer letzten Ausgabe

          – Psychologie: Wie weich werden Männerherzen unter den Rücktrittstränen feministischer Politikerinnen?

          – Quiz: Foto-Suchmosaik. Wer gehört zu welchem Geschlecht/Gender?

          – Glauben: Vulvenmalerei. Unsere Top-Ten vom Kirchentag.

          – Crossmediales Voting: Der Pudel des Monats.

    • „Der Playboy ist tot. War ja mal eine Institution, die unter Jugendlichen abgegriffen rumgereicht wurde. (…) Der Verleger (Burda) sollte sich fragen, warum er die Zeitschrift so stark subventioniert. Weder die woke, noch die feministische Szene wird sich mit einem Playboy erwischen lassen wollen. Die queere wohl auch nicht.“

      ich finde es in der Tat eine interessante Frage, wie man so eine Zeitschrift am Leben hält. Der Verkaufspreis ist ja nur eine Seite der Medaille, Werbekunden muss man da mit hinein nehmen. Playboy hat den Vorteil einer männlichen Leserschaft, die gleichzeitig einen erhöhten Testosteronspiegel beim Lesen bekommt und vielleicht ist das ganz gut für einige sehr maskuline Produkte. Vielleicht wollen solche Werbetreibenden auch etwas „wokeness“, damit sie eine Platzierung dort eher rechtfertigen können. Und natürlich erhöht ein niedriger Preis die Verkaufszahlen und steigert die Auflage, was dann höhere Werbeeinnahmen bedeutet.

      Evtl also nur der leider immer typisch werdende Spagat zwischen „Anbiederung an den markt, der seine Vorgaben beachten muss, in was er seine Werbung schaltet (ESC-Ratings? keine ahnung ob es da vorgaben gibt oder es irgendwo einfließt, in was man Werbung schalten darf? oder nur deren interne Abteilung?) beachten muss vs was kommt beim Kunden an, der dann die Produkte noch kaufen muss“?

      • Gibt ja nur drei Varianten und die entsprechenden Mischungen:
        – Verkaufspreis via Auflage
        – Anzeigenerlöse via Auflage
        – Quersubventionierung durch Gebühren (wie ÖRR oder ADAC-Motorwelt)

        Am besten ist natürlich eine inhaltliche Attraktivität, die Lesern Euros abtrotzt und auch noch die ehrliche Auflage steigert. Denn die Anzeigenkunden merken auch irgendwann, dass das Produkt am Markt nicht mehr wertig ist und verschenkt werden muss.

        Beim Playboy gibt es sicher noch Besonderheiten hinsichtlich der Lizenz. Und es gibt internationale Anzeigenkunden, die halt auch Deutschland im Bundle mit buchen wollen und sollen.

        Daher ist die einzige sinnhafte unternehmerische Entscheidung, einen Relaunch durchzuführen und dem Produkt eine öffentlichkeitswirksame Ausrichtung zu verschaffen. Das geht heutzutage nur noch durch Polarisierung.

        Kolumnen wie „Schlüsselloch-Blick in den Abgrund einer feministischen Seele“ oder „Vater sein – aber richtig“ oder ein internationales Voting „Playboy wählt die schönste Frau der Welt“ oder einfach der erotische „Hingucker des Monats“.

        Ja zu Schönheit, ja zu Erotik, ja zu Sexualität, ja zu Freude und Lust. Nein zu feministischer Neo-Prüderie, zu geschlechtlicher Beliebigkeit und matriarchaler Herrschsucht.

        Ich denke wirklich, aus der Marke könnte man was machen, für das Menschen zum Kiosk gehen.

      • Laut AWA hat der Playboy 730.000 unmittelbare Leser und wird dann durchgereicht (3,45 Mio weitester Leserkreis)…also so richtig plausibel sind die Zahlen im Jahr 2022 nicht, dafür hat sich die Mediennutzung (gerade in dem Marktsegment) doch stark verändert.

        https://www.ifd-allensbach.de/awa/medien/printmedien.html#c1590

        Ich denke, da wird ein Zeitschriften-Zombie aus Tradition bzw anderen Motiven am siechen gehalten. Was ja dann zu dem Cover passt…

      • Der Leser interessiert schon lange nicht mehr, generell sind Zeitungen heutzutage nur noch ein Propagandainstrument der Mächtigen, um ihre Meinung unter das Volk zu bringen. Schau dir an, wer die Besitzer dieser Medien sind und dir wird die Aufgabe klar, die sie erfüllen. Deswegen haben die auch immer weniger Leser und die alternativen Medien immer mehr. Die ganze Zeit offensichtliche Propaganda lesen ist halt langweilig, denn man bekommt weder Unterhaltung noch Information. Das ist so wie täglich den Werbeprospekt von einer Firma zu lesen, nur dass das Produkt die neoliberale Ideologie ist. Deswegen wundert es mich auch, wenn die stärksten Kapitalismusbefürworter so gegen die Woke Ideologie sind, welche 110% hinter diesem steht. Vermutlich müsste man die mal darüber aufklären, dass sie mit ihrer Ablehnung des Woken ihrer gewählten Ideologie schaden.

          • Bei den meisten Medien steht dabei wem sie gehören. Wikipedia hilft da ein bisschen weiter. Überwiegend sind die Medien in Deutschland Teil einer Holding die dann von den entsprechenden Gesellschaftern kontrolliert wird. In den USA ist das viel direkter, da gehören die Verlage direkt zum Mutterkonzern.
            Im modernen Kapitalismus muss keiner etwas verheimlichen was er macht aber ändern tut das trotzdem nichts.

    • Burda ist schon seit längerer Zeit nicht mehr der deutsche Playboy-Verlag, die wollten das Heft nicht mehr. Dann hat die Redaktion sich selbstständig gemacht, einen eigenen Verlag gegründet und die deutsche Lizenz übernommen. Offenbar ist man gar nicht so unerfolgreich; gerade das Sonderheft mit der Wendler-Freundin hat sich extrem gut verkauft. Inzwischen verlegt man auch die deutsche Ausgabe der Sports Illustrated.

      Was das Cover angeht: Meh. Gibt’s überhaupt Hefte, bei denen es das Cover in groß gibt? Ich hab das Heft nur online gesehen, und da ist das Cover schwarz mit den ganzen kleinen Coverbildern drauf. Eins davon ist Marisa Papen’s blumenbedeckte Möse, insofern würde ich da jetzt auch nicht so groß rumbrüllen, wie erledigt der Playboy wäre, zumal der deutsche Playboy international einen wirklich guten Ruf hat.
      Ein bisschen wundert mich auch, wieso das jetzt so große Kreise zieht, die Ausgabe wurde vor knapp einem Monat veröffentlicht. Und vor einiger Zeit hatten sie schon mal eine Transfrau, die bei GNTM mitmachte, als Promi im Heft.

      Der US-Playboy, den es inzwischen ja nur noch als E-Paper gibt, hatte vor einiger Zeit auch Schlagzeilen gemacht, weil sie irgendeinen schwarzen Typen im Bunny-Kostüm aufs Cover gehievt haben. War dann aber in groß und auch wirklich kein schöner Anblick.

      PS: In seinem Newsletter hat der deutsche Playboy-Chefredakteur erst vor einer Woche über die Woke-Generation und das Gejammer über „kulturelle Aneignung“ gelästert. Ein bisschen Hoffnung kann man da also haben.

      • Vielen Dank für die Details. Beinahe hätte ich die 15 Ausgaben für 19 Euronen gebucht, um mir ein zeitgemäßes Bild zu verschaffen.

        Aber die Knitter-Lesbe auf der neuen Ausgabe und ihre Fotos online haben mich dann doch zu sehr abgeschreckt.
        Es geht offenbar wirklich darum, was Männer sehen sollen – und nicht, was sie sehen wollen. Damit ist der Playboy ein Teil des Feminats.

        Eine wichtige Frage in dem Kontext:
        Warum sollen Männer Lesben geil finden?

          • „Warum sollen Männer Lesben geil finden?“
            Warum nicht? Ist doch nicht so, als wenn der durchschnittliche Leser bei den Hetero-Frauen im Heft bessere Chancen hätte, persönlich was mit denen anzufangen. Ob die Frau, auf deren nackten Leib ich mir einen schrubbe, nun auf Kerle oder auf Frauen steht, ist daher unerheblich. Dann gibt’s halt statt 100 Gründen 101, wieso die Ferkelfantasie ein Traum bleiben wird.

            „Oder besser gefragt: Warum ziehen Lesben vor einem männlichen Publikum blank?“
            Ich schätze, der Playboy spricht mit seinen Bildern auch Lesben an, zumindest diejenigen, die gerne nackte Frauen sehen.

  5. Nicht nur auf und für den Playboy wirkt dieses Bild auf mich abstoßend.
    Zu haarig, zu dünn, zu blaß, zu viele Tatoos, der Blick zu blasiert. Zu wenig Frau, zu viel Mann.
    Wenn ich nackte Männer sehen will, dann nicht im Playboy.

    Eigentlich hätte der Playboy gerade in einer immer mehr verblassenden Männerwelt die besten Chancen mit Männlichkeit einen Kontrapunkt zu setzen. Dazu gehört eben auch die anziehende Ästhetik sich ausziehender Frauen. In einer feministisch geprägten Gesellschaft (vielleicht auch nur einer feministische geprägten Medienwelt) wird eine Frau als Objekt nicht mehr gewürdigt. Die Bilderstürmerinnen lassen das nicht zu. Verpasste Chancen für den Playboy.

  6. Eigentlich sollte die Wokisierung der Medienlandschaft dem Playboy eine fette Marktnische eröffnen. Harte Männerthemen (e.g. Waffen, Outdoor, Sport, Autos, DIY, Alkoholika, Antifeminismus) müssten genügend Männer ansprechen und da die Betreffenden genug Testosteron haben dürften sollten sie auch zahlungskräftig sein, also gute Zielgruppe für Firmen die Geld für Werbung raushauen.
    Nackedeis sind dann nur die Zugabe. Könnte mir vorstellen, dass ab und an ein paar gutaussehende Männer in männlicher Tätigkeit dann auch genügend Nicht-Heteros anlocken.

    • Wofür braucht man den Playboy überhaupt noch, selbst ohne das sie auf diesen woken Bockmist aufspringen? Wegen der Texte? Wegen der sexuelle Revolution? Nackte oder leicht bekleidete Frauen kann man sich wahrscheinlich auch auf Instagram oder sowas anschauen, wenn man unbedingt will. Da zeigen Frauen ihren nackten Hintern als Protest gegen Sexismus.

      • Im Playboy könnten Anleitungen stehen, wie man woke Biester rumkriegt: Vollgendern, bis der Arzt kommt. Oder politisch korrigieren, bis sie sich entnervt hinwirft und „nimm mich endlich“ schreit.
        Wobei das aber auch keinen Sinn macht, denn wer will sich schon mit einer Woken herumschlagen, selbst wenn es nur für eine Nacht ist? *schauder*

        Anderseits wäre das dummy-Editorial von beweis weiter oben gar nicht mal schlecht. Nur muß man die ganzen Geschichten zu den Überschriften halt auch noch texten. Und einer allein schafft das nicht, wenn es auch noch halbwegs humorvoll aufbereitet und monatlich erscheinen soll.

      • Wozu „braucht“ man eine Illustrierte? Für nichts. Und sie werden doch gekauft. Warum nicht eine Männerillustrierte, halt mit ohne Tratsch über B-Promis (das ist Frauenthema) dafür ein Bericht über korrekte Pflege einer AR-15 oder wie man einen Bunker baut oder einen Feminazi ins Bett kriegt. Plus ein paar Nackedeis als Dreingabe. Braucht auch keiner, aber viele hätten Spass dran.

  7. Wie lest ihr „empowerend“

    Nach meinem Sprachgefühl kann dass doch eigentlich nur etwas sein, dass ich mache, und nicht was mit mir gemacht wird? Fotographiert werden und abgedruckt werden ist doch schon sehr passiv?

    • Wenn es kein deutsches Wort dafür gibt, existiert es nicht. Ganz einfache Regel. Muss man nicht drüber nachdenken. Ist wie mit „Gender“.

      Die deutsche Übersetzung ist hier „Ermächtigung“, respektive als Adjektiv „ermächtigungend“, das klingt ja schon dämlich und ist auch nicht wirklich ein Wort. „Bestärkend“ wäre ein Wort, aber das macht halt in dem Satz von Gerald keinen Sinn, oder doch?

    • „Wie lest ihr „empowerend“ Nach meinem Sprachgefühl kann dass doch eigentlich nur etwas sein, dass ich mache, und nicht was mit mir gemacht wird? Fotographiert werden und abgedruckt werden ist doch schon sehr passiv?“

      die Zeitschrift empowered hier Personen wie ihn (und damit auch ihn) indem sie für „würdig“ gehalten werden auf dem Cover einer Zeitschrift wie dem Playboy zu sein, auf welches sonst eigentlich nur sexy Cis-Frauen kommen. Ihm wird damit eine Stellung als sexy und ansprechend, vergleichbar den anderen Coverfrauen, zugewiesen (in dieser Theorie).

    • Vielleicht muss man das eigentlich lesen wie ausgepowert – was ursprünglich nicht englisch betont wurde (wie in power (Leistung, etc.)) sondern französische wie in pauvre – arm. https://www.spiegel.de/kultur/literatur/fragen-an-den-zwiebelfisch-kommt-ausgepowert-aus-dem-franzoesischen-a-372394.html

      Dann würde ich empowernd (da ist ein e zu viel, aber egal) lesen wie auspowern, das ursprünglich die Bedeutung hatte ausbeuten, jemanden arm machen.
      Vielleicht ist dann empowernd dann sich bereichern indem man jemand anderen arm macht. 😉

      • Wenn die Empowerten mal den Tatsachen bei ihrer Identitätsfindung realitätsnah ins Auge blicken würden, kämen sie auf den Trichter, daß mit ihrem Selbstwert was nicht stimmt. Deshalb müssen sie auf anderen herumhacken, ständig belehren, und Fehler bei anderen suchen. Dann fühlen sie sich besser.
        Das dürfte die wahre Ursache für viele sein, sich dem Mainstream- oder meinetwegen auch Elite-Rudel anzuschließen und auf andere zu zeigen. Den Selbstwert kann man aber effizienter erhöhen, wenn man an sich selbst arbeitet.
        In diesem Sinne würde ich empowernd als „sich aufbauen lassend“ übersetzen. Und der Aufbauende ist leider nicht man selbst, wie es zielführend wäre, sondern wird von Coach$innen und – aussen betrieben.

  8. > Es gab zwar immer den Spruch, dass man ihn ja wegen der Interviews liest, aber auch da scheint es mir unwahrscheinlich, dass Themen um Geraldine viele bisherige Leser ansprechen werden.

    Das, Christian, sind gleich zwei sehr großer Irrtümer auf einmal. Ich hatte in den späten Teenager-Jahren ein Abo der britischen FHM und der amerikanischen Stuff, und das wirklich wegen der Artikel. Weil sexy Bilder von schönen Frauen hingen damals an jeder Straßenbahnhaltestelle; durchaus in der Ästhetik von hier #21. Der amerikanische Playboy hatte derweil eh immer mehr die „Obszönität“ eines Quelle-Katalogs.

    Zweitens war „jetzt mach halt mal die Beine breit vor der Kamera“ auch mehr ein Marketing-Gag für den Hustler, was ja eigentlich auch vorher schon ein Textmagazin war. Da man aber, wie Du korrekt sagst, dank Internet mit nackten Frauen heutzutage keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, braucht man eben vor allem: *Themen*.

    Der oben abgebildete, psychisch kranke Gerald (einfach Tattoos zählen, das korreliert mit der Schwere des Dachschadens) *ist* ein Thema, für das sich ein Publikum findet. Du hast ja Matt Walsh schon mal verlinkt; der redet fast nur über solche Themen, und verdient damit Geld wie blöde. Jedenfalls mehr als Frauen, die sich ausziehen.

    Die Frage nach dem zahlenden *Publikum* ist halt, _wie_ man das Thema angeht. Ich kenne zumidnest kein Beispiel, was gegen den Spruch „go woke, go broke“ verstößt.

      • ‚Türlich, aber was will man denn da schreiben? _Ein_ Tattoo bei Frauen heißt Schlampe, sonst würde sie es ja nicht draufschreiben lassen; mehrere bedeuten zunehmenden Dachschaden. Bei Männern ist die Grenze Null. Die haben zwar ggf. ihre Kriegstraumata als „Grund“ für ein Tattoo, aber davon nicht weniger Dachschaden.

        Die relevantere Frage ist: Wie gehen die damit um? Sind die auch noch stolz drauf? Auf was? Ihren Kriegseinsatz, oder ihren ex-ante Dachschaden? Aber auch dazu kann ich nicht mehr gehaltvolles schreiben.

    • dank Internet mit nackten Frauen heutzutage keinen Blumentopf mehr gewinnen kann

      Das sehe ich anders. Klar dienen sie eher selten als Wichsvorlage, aber gerade auf Hochglanz gedruckte, also in Printform haptische nackte Frauen stimulieren noch immer in hohem Maße feministische Missgunst.
      Und die ist der Blumentopf, den man damit gewinnt. Der Feminismus muss seine Neo-Prüderie zeigen. Denn sie wollen, dass Männer nur das sehen, was sie sollen – und nicht das, was sie wollen.
      Mann reicht das Heft rum und betont, die auf Seite 24 sei viel geiler als die auf 36.

      Ehrlicher Antifeminismus funktioniert am besten mit schönen nackten Frauen und männlicher Freude beim Anschauen. Das juckt die richtig.

      • Ein nackter Frauenkörper alleine dürfte in abgestumpften Zeiten wohl wirklich nicht mehr für einen Blumentopf ausreichen. Dafür ist die Konkurrenz einfach zu groß. Ich glaube die Feministen (auch die hässlichen) stört auch nicht, wenn Frauen mit ihrer Nacktheit Geld verdienen, solange es das Geld von Männern ist. Siehe das Simpbecken onlyfans. Die wehren sich dort mit Händen und Füßen gegen jede noch so kleine Züchtigkeit. Man braucht als „Künstlerin“ das volle Körperrepertoire um Konsumenten zu locken. Tiefer Ausschnitt + irgendein PC-Spiel zieht wohl nicht mehr so, wenn die Konkurrentin blank zieht.
        Pornöse Nacktheit ist auf Onlyfans angeblich auch „empowernd“ und die Simps kriegen nie genug. Immer ein neuer Körper einen Klick weiter. Dank Biologie dürfte das auch nicht so schnell langweilig werden. Es ist erstaunlich, wie gut das Konzept der „virtual girlfriendexperience“ funktioniert.

        • Aber das findet doch alles in abgeschiedener virtueller Intimität statt.
          Ich meine, wenn eine wunderschöne nackte Frau auf einem riesigen Blow-Up an einem großen Platz einer Stadt prangt, dann gibt es ziemlich Alarm.

          Die feministische Neo-Keuschheit ist weit verbreitet. Fotografiere mal einer hübschen Frau auf der Rolltreppe unter den Rock. Dann bist du dran, obwohl die sich auf dem Foto im Zweifel nicht mal selbst erkennen würde, geschweige dann, dass sie es merkt.

          Was meinst du, wie die feministische Welt tobt, wenn Männer vor dem Blow-Up anerkennende Pfiffe absondern, oder andächtig-wollüstig verharren und genießen. Die sind sogar angepisst, wenn man im Zug lächelnd und mit glänzenden Augen den Playboy studiert.

          Ich halte Missgunst für eine sehr starke Kraft – und für die dritte Säule des modernen Feminismus.

          • Ich würde im Leben nicht auf die Idee kommen, eine fremde Frau auf der Rolltreppe unterm Rock zu fotografieren. Das halte ich schon für einen ziemlich drastischen Eingriff in die Privatsphäre und angetörnt werde ich davon auch nicht. Gucken würde ich aber schon, wenn sich da wer vorbeugt und mehr rauslunscht, aber das reicht dann auch.

          • Klar machen das nur (meist pubertäre) Spinner. Aber es gibt ja inzwischen für Upskirting entsprechende Strafverschärfungen, die auch gelten, wenn die Frau das weder bemerkt noch auf dem Foto identifizierbar ist.

            Das ist schon ein Beispiel für feministische Neo-Prüderie. Wenn sie könnten, würden sie sogar dein Gucken unter Strafe stellen.

          • Wenn man Singapur als Beispiel nimmt bzw. wohl größere Teile SO-Asiens, so haben die einen Polizeistaat aufgebaut, der genau dieses Fotografieren unter den Röcken im Supermarkt oder anderswo sehr früh unter Strafe gestellt hat.
            Ich will darauf hinaus, daß unter die Röcke fotografieren zwar bescheuert ist. Die Verschärfung der Strafbarkeit aber nicht nur mit Neo-Prüderie zu tun haben muß, sondern mit einem zunehmendem Kontrollbegehren der Obrigkeit. Da tun sich die Femis und der Staat zusammen.
            Kann man auch beobachten, als die erste Verschärfung nach der Tamirplatzveranstaltung auf der Domplatte an Silvester 2015 war, und die zweite Verschärfung nach dem Aufmarsch von Team Gina-Lisa. Hatte nichts mit (alten), weißen Männern zu tun – die werden aber trotzdem penetrant von einer Strotzdoofski und anderen wegen „Sexismus“ und Patriarchat angekackt.

  9. Was habe ich bei meinen Kindern nur falsch gemacht?

    Die haben ordentliche Berufe.
    Sind verheiratet bzw. in Partnerschaft
    Enkel gibt es auch schon
    nicht tätowiert
    Mit ihren Frisuren wären die damals in jede Disco gekommen
    Ordentlich angezogen
    keine Drogen
    was vergessen?

    Ich habe versagt 😦

  10. Gibt es da keine speziellen Hefte für die Klientel, die das sehen will? Muss man auch noch die „letzte“ Männerbastion schleifen. Interessant wäre ja wirklich zu wissen, wie viel Prozent der Käufer sich für dieses Motiv entschieden haben.
    Wenn ich mir ein Heavymetalmagazin kaufe, will ich auch kein koreanische Boyband auf dem Titel. Nach der Wende habe ich mir direkt mal ein paar Playboys gekauft, aber man merkte auch an der Werbung, die Zielgruppe war man nicht unbedingt.

    • „Gibt es da keine speziellen Hefte für die Klientel, die das sehen will?“

      Es will ja niemand sehen. Dummerweise hat irgendjemand entschieden, dass man das sexy finden muss. Ist wie beim Gendern: Geht allen auf den Sack, aber alle Politiker und jedes Unternehmen tut es. Warum auch immer.

      • „Geht allen auf den Sack“
        Gesellschaftliche Veränderungen werden aber nicht von „allen“ initiiert sondern von den wenigen Zeloten die die Eliten manipulieren. Schon das Christentum wurde nicht von „allen“ im römischen Imperium verbreitet sondern von ganz wenigen.
        Es war der Fehler der „allen“ die Fanatiker nicht von Anfang zu unterdrücken.
        Und nein, die Christenverfolgungen waren keine imperiumsweiten Massaker á la Hollywood. Was die fanatisierten Christen mit Andersgläubigen oder gar Ungläubigen anstellten das waren Massaker.

    • Zumindest die Zahl der „Likes“ auf Instagram deutet darauf hin, dass zumindest einige dieses Cover gutheißen. Allerdings deutlich weniger als z.B. das Cover mit dem Maurerinnendekolleté; und die Kommentare sind auch nicht alle besonders wohlwollend.

    • „Muss man auch noch die „letzte“ Männerbastion schleifen.“

      Na klar, selbst wenn es niemanden hilft und nur Männern schadet, wobei der Playboy da nicht in diese Kategorie fällt. Frauen bekommen ihre Save Spaces und sie Save Spaces von Männern müssen tolerant und für jedermenschix offen sein, ansonsten wird das Patriarchat perpetuiert!
      So sieht es in einer Gesellschaft aus in der Männer angeblich die Macht haben.

  11. Irgendwie fallen dieses wie auch viele der Covers unter „Themaverfehlung“. So als ob man auf dem Titelbild einer Pferdezeitschrift einen leckeren Pferdeleberkäse oder einen Hund auf dem Cover einer Zeitung für Katzenfans abbilden würde. Nicht wirklich für die Zielgruppe konzipiert.

  12. Die Qualität vom Playboy lässt auch von jahr zu Jahr nach, z.B. die Bilder von Anna Dias, die Dame mag eine gefeierte Fotografin sein aber die Aktaufnahmen die sie für den Playboy macht sind meiner Meinung mittelmäßig bzw. langweilig, da fehlt die Erotik, da knistert nichts.

    Höchstwahrscheinlich will man mit den woken Covern mehr Auflage machen, wird aber wohl eher die letzten Stammleser verscheuchen.

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