„Dass ich als queere Person ohne Brüste, aber dafür mit Brusthaar auf dem Cover des Playboy zu sehen bin, ist wahnsinnig empowernd.“

2015 hatten wir noch eine Patriarchatssondersitzung, weil der Playboy angekündigt hatte zumindest in den USA keine Nacktbilder mehr zu veröffentlichen, wobei man sich das Ergebnis immer noch anschauen konnte und es für den … ursprünglichen Zweck solcher Bilder… geeignet war.

Gestern machte der Playboy Schlagzeilen damit, dass er für seine „50 Jahre Playboy“-Ausgabe in Deutschland 50 Cover erstellt hat und man das bestellen kann, welches einem am besten gefällt:

50 Jahre. Fünf Jahrzehnte. Ein halbes Jahrhundert. Wir feiern unser Jubiläum auf eine Art, die es so noch nie gegeben hat: Unsere August-Ausgabe 2022 erscheint mit 50 unterschiedlichen Covern – gestaltet von namhaften Künstlern aller Metiers, von Fotografie über Malerei bis Performance Art. Diese hatten dabei nur eine Vorgabe: Mit ihrer Idee den deutschen Playboy zu feiern. So entstanden einzigartige Kunstwerke, die eine Symbiose aus der Handschrift des Künstlers oder der Künstlerin und dem, was er oder sie mit Playboy verbindet sind.

Soweit, so gut. Das, was eigentlich Schlagzeilen machte, waren Motive wie dieses:

Aus dem Text:

„Ich freue mich über die Chance, für queere Sichtbarkeit zu sorgen! Dass ich als queere Person ohne Brüste, aber dafür mit Brusthaar auf dem Cover des Playboy zu sehen bin, ist wahnsinnig empowernd.“

Wahnsinnig empowernd sicherlich, aber die HardcoreFans des Produkts würden  vermutlich sagen, dass  Brusthaare nicht gerade dem entsprechen, was sie wollen. Es fehlen auch Brüste und, noch einfacher gesagt, eine Frau.

Aber wer weiß, vielleicht ist die Suche nach einer neuen Zielgruppe besser. Pornografie und die Möglichkeit sie unproblematisch und in unendlicher Vielfalt aus dem Internet zu bekommen, dürfte den Sinn des Playboys erheblich reduziert haben. Es gab zwar immer den Spruch, dass man ihn ja wegen der Interviews liest, aber auch da scheint es mir unwahrscheinlich, dass Themen um Geraldine viele bisherige Leser ansprechen werden.

Als Hobbyfotograf finde ich die meisten Cover, die man über den Link oben anschauen kann, relativ langweilig. Vielleicht noch dies oder das.  Das hier setzt die Jubiläumsidee am besten um, aber die Frau wäre auch nicht so mein Geschmack, zu viele Tattoos

Aber wie gesagt, der Playboy ist bereits so lange unbedeutend und uninteressant, dass es eigentlich keine große Sache ist, wenn er jetzt auch noch halb woke abdriftet.  Interessieren würden mich allenfalls die Frage, welches Cover wie oft bestellt worden ist und die Frage, warum jemand überhaupt eine solche Bestellung tätigt, bei der er sich ein Cover aussuchen muss für eine solche Zeitschrift.

Und natürlich: Werden die noch an Kiosken verkauft und welche werden dahin geliefert?