Relativ schnelle Auswirkungen von Testosteron auf die Bewertung der weiblichen Attraktivität durch Männer hängen vom Beziehungsstatus und der Attraktivität der Stimulusgesichter ab

Eine interessante Studie:

Attractiveness judgements influence desires to initiate and maintain romantic relationships. Testosterone also predicts relationship initiation and maintenance; such effects may be driven by the hormone’s modulation of attractiveness judgements, but no studies have investigated causal (and situation-dependent) effects of the hormone on these judgements.
Using a placebo-controlled cross-over design, our preregistered analyses revealed order- and relationship- dependent effects: single heterosexual men judged the women as more appealing when testosterone was administered first (and placebo second), but marginally less appealing when placebo was administered first (and testosterone second). In a more complex model incorporating the women’s attractiveness (as rated by an independent set of observers), however, we show that testosterone increases the appeal of women -but this effect depends upon the men’s relationship status and the women’s attractiveness. In partnered men (n = 53) who tend to derogate attractive alternatives (by rating them as less appealing), testosterone countered this effect, boosting the appeal of these attractive alternatives. In single men (n = 53), conversely, testosterone increased the appeal of low-attractive women. These differential effects highlight the possibility of a newly discovered mechanism whereby testosterone promotes male sexual reproduction through different routes depending on relationship status, promoting partner up- rather than down-grading when partnered and reducing choosiness when single. Further, such effects were relatively rapid [within 85 (±5) minutes], suggesting a potential non-genomic mechanism of action.

Quelle: Relatively rapid effects of testosterone on men’s ratings of female attractiveness depend on relationship status and the attractiveness of stimulus faces

Das wäre ja ein interessanter Effekt:

  • Männer mit einer Partnerin finden nach der Gabe von Testosteron hübsche Frauen hübscher,
  • Männer ohne eine Partnerin finden nach der Gabe von Testosteron zwar auch hübsche Frauen hübscher, aber die nicht so hübschen Frauen steigen noch deutlich höher in der Attraktivitätszunahme

Evolutionär ja durchaus vorstellbar:

  • Wer eine Partnerin hat für den lohnt es sich diese durch eine weniger attraktive zu ersetzen
  • wer keine Partnerin hat der ist aus Sicht der Fortpflanzung mit einer nicht so hübschen Partnerin besser bedient als mit  keiner.

Die Grafik dazu:

Wir Männer sind eben treue Seelen – wäre es nicht etwas lang in der Ausführung, dann könnte man seiner Liebsten sagen „Das ich hübschen Frauen hinterherschaue zeigt nur wie verliebt ich in dich bin, sonst würde ich hässliche Frauen interessanter finden“

Aber ernsthaft.

Man siehst das verpartnerte Männer Frauen allgemein als weniger attraktiv ansehen (was interessanterweise dazu führen könnte, dass die Männer selbst attraktiver für Frauen werden, weil sie eben souveräner reagieren) und Single weitaus eher Frauen für sehr schön halten.

Die Grafik ist aus meiner Sicht etwas irreführend gestaltet, weil sie mit verschiedenen Skalen arbeitet: Bei den „Nichtattraktiven Frauen“ geht die Skala an der Seite von 2 bis 2.6, bei den attraktiven Frauen von 3,55 bis 4, 45. Ich hätte es besser gefunden, wenn die gleiche Skala verwendet worden wäre.

Wäre interessant, wie das bei Frauen ist.

5 Gedanken zu “Relativ schnelle Auswirkungen von Testosteron auf die Bewertung der weiblichen Attraktivität durch Männer hängen vom Beziehungsstatus und der Attraktivität der Stimulusgesichter ab

  1. Müsste nicht hier „Attrraktivität“ durch den Begriff „sexuelle Anziehung“ ersetzt werden? Denn zur Attraktivität einer Frau zählt durchaus, ob sie ein gutes oder zumindest ein erträgliches Wesen hat.
    Und es gibt ja welche, da würden viele selbst nach einem Bad in Testosteron sofort Reißaus nehmen. Und das hat nichts mit Hormonen oder Sexualität zu tun.

    Die Drüse ist halt immer nur ein Teil der Erklärung, wenn auch oft ein großer.

    • Naja, das ändert jetzt nicht so viel, denn dasselbe gilt auch für sexuelle Anziehung (zumindest für Leute wie meinereins).
      Der richtige Ausdruck wäre „Aussehensattraktivität“ oder „Attraktivität des Aussehens/ der Erscheinung“ o.ä.

  2. „Man siehst das verpartnerte Männer Frauen allgemein als weniger attraktiv ansehen“

    Die sehen halt tagtäglich nicht nur die Hochglanzfassade sondern auch das dahinter…

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