„Maternal Gatekeeping“ oder das „Mütterliche Türstehen“

Die Zeitschrift Eltern hat einen Artikel zum „Maternal Gatekeeping“. Darunter versteht man, dass die Mutter quasi die Tür zu bestimmten Tätigkeiten für den Vater blockiert und sich in diesem Bereich die höhere Kompetenz zuweist bzw diese Arbeiten selbst erledigen will.

Jetzt mal Hand aufs Herz, liebe Mütter: Wie machen sich Eure Partner in den Punkten Haushalt und Erziehung?
Könnte mehr sein, oder?
Könnte intensiver sein, oder?
Könnte … es aber auch sein, dass ihr das gar nicht wollt?

Ich glaube, dass Frauen in der Tat häufig weniger abgeben wollen und mehr Zeit mit den Kindern haben wollen, selbst wenn sie einen arbeitsintensiven Job haben. Ich meine ich hatte auch einen Artikel über Frauen mit sehr guten Jobs, die ihren Männer vorwerfen, dass sie alles mit den Kindern nicht richtig machen und es daher selbst machen, finde ihn aber gerade nicht.

Wie Soziologen feststellten, spielen viele Mütter ihren natürlichen Kompetenzvorsprung aus. Und den gefühlten sowieso. Damit nehmen sie den Vätern oft mehr Arbeit im Haushalt ab, als ihnen selbst bewusst ist.
Warum auch nicht, sind wir doch fast alle so er- und großgezogen worden.
Wer kümmert sich um den Haushalt? Mama.
Wer übernimmt die Kindererziehung? Mama.
Da erscheint es fast schon logisch, dass die Herren der Schöpfung genau in diesen Bereichen Kompetenzpunkte verlieren. Und die Chancen, sie durch tatkräftige Beweise wieder zu gewinnen, sind bei vielen Müttern heutzutage eher gering.

ich muss mal nach Studien suchen, dazu gibt es bestimmt einiges.

„Maternal Gatekeeping“ nennt sich dieses Phänomen. Genau, immer schön die Oberaufsicht behalten. Mütter haben oft ein unterbewusstes Ur-Misstrauen gegenüber ihren Partnern entwickelt, in vielen Fällen ist es auch schlichtweg einfach angeboren. Sie trauen den Vätern wenig zu, weder was die Haushaltsführung, noch was die Kindererziehung betrifft – und regen sich im Umkehrschluss darüber auf, wenn der Partner dann tatsächlich keinen Finger mehr rührt. Verrückt, oder?
Natürlich will jedes Paar nur das Beste für sein Baby. Aber was ist, wenn ein Elternteil denkt, es sei absolut unentbehrlich und wichtiger als der andere? Was ist, wenn das soweit geht, dass Mütter ihre Kinder kaum noch aus den Augen lassen und jeden Handgriff des Partners mit Argwohn betrachten, weil er ja etwas „falsch“ machen könnte? Keine einfache Situation. 

Haben glaube ich viele Väter schon erlebt. Und vielleicht haben auch viele Mütter schon gedacht „warum macht er es denn nicht richtig?“ ohne ihm zuzugestehen da einen eigenen Weg zu haben.

Oft entsteht die Idee der Unentbehrlichkeit, weil Mütter ihre Schwerpunkte verlagern. Ist das Kind da, bleiben sie meist erst einmal zu Hause und nehmen ihre Elternzeit in Anspruch. Die Wichtigkeit eines Jobs, das gute Gefühl, etwas leisten zu können, die Sicherheit des ausgefüllten Tagesplans: All das zieht nun um in die heimischen vier Wände und fängt an, um einen neuen Mittelpunkt zu kreisen: um das Baby. „Mutter“ wird zum neuen Jobtitel und „Erziehung“ die Profession. Da fällt es vielen Frauen schwer, loszulassen und Aufgaben auch mal abzugeben. Vor allem, wenn der Vater diese übernehmen soll. Denn wenn man selbst schon zweihundert Mal die Windeln gewechselt hat, ist man eh einfach besser, routinierter und überhaupt …“ach komm, lass mal – ich mach das schon!“ Oder?

Das ist sicherlich ein Aspekt, wobei ich das Windelwechseln in der heutigen Zeit nicht mehr für ein gutes Beispiel halte, das haben – so jedenfalls meine Erfahrung – heutige Väter eigentlich drauf.

Aber natürlich bleibt in vielen Fällen und gerade bei jüngeren Kindern die Person, die das Kind hauptsächlich betreut die Hauptbezugsperson. Und das ist dann eben die Mutter und wenn man sich weh getan hat, dann rennt man eben zu dieser.

Aber sicherlich kann auch das kontrollierende etc teilweise abschrecken oder sehr störend sein.

Dass sich viele Väter an genau diesem Punkt dann schlussendlich zurückziehen, ist den meisten Müttern gar nicht bewusst. Auf der anderen Seite aber leben sie in dem miesen Gefühl, ganz allein mit Haushalt und Erziehung zu sein, alles selbst wuppen und managen zu müssen…Eine blöde Situation. Denn moderne Väter möchten gern nah dran sein an ihrem Kind. Kein Wunder also, wenn die Frustration auf beiden Seiten immer weiter steigt.

Wäre interessant, ob es bei einer „Rollenumkehr“ auch so läuft, also wenn ein Mann ausgesetzt hat und die Frau Vollzeit arbeitet.

Erinnert euch mal zurück: Wie war das damals, vor der Schwangerschaft?
Habt ihr nicht alles zusammen geplant, wolltet ihr nicht euer Kind gleichberechtigt erziehen und es gemeinsam aufwachsen sehen?
Wenn es davor kein „besser“ oder „schlechter“ gab, warum wird dann jetzt differenziert?

Wäre interessant wie viele das vorher so planen. Bei vielen die ich kenne ist eigentlich ganz klar, dass die Frau eher bzw mehr aussetzen wird.

Auch Väter sind fähig, ein Kind zu wickeln, es zu füttern, zu baden, anzuziehen. Auch sie können ganz für das Kleine da sein. Ok, das Stillen fällt den meisten Männern dann doch etwas schwer, aber darum geht es in diesem Fall auch gar nicht. Vertraut den Vätern. Euer Kind braucht euch beide – Mama UND Papa. Es denkt nicht „Oh, ich möchte aber lieber, dass Mama die Windeln wechselt.“ oder „Mama ist eh viel besser, als der bärtige Typ mit der tiefen Stimme.“ – NEIN. IHR seid die Eltern und beide verantwortlich. Liebt euch so, wie euer Baby es tut. Bedingungslos.

Dann braucht es auch keinen mütterlichen Türsteher mehr vor Babys Herzchen.
Und das ist doch einen Versuch wert, oder?

ein guter Appell der nicht schaden kann. Aber alles eben leichter gesagt als getan in vielen Fällen. Viele Mütter haben ja auch dieses „es ist mein Kind, ich bin die Mutter, ich habe es auf die Welt gebracht, also zählt meine Meinung mehr“ Denkweise.

25 Gedanken zu “„Maternal Gatekeeping“ oder das „Mütterliche Türstehen“

  1. Ok, das Stillen fällt den meisten Männern dann doch etwas schwer,

    Dafür kann Frau abpumpen, wodurch auch Mann mit Muttermilch füttern kann. Und mal ehrlich, Nachts geht es doch vor allem um das Aufstehen. Der Mutter das quengelnde Kind ins Bett bringen funktioniert ggf. so gut, dass die Mutter es höchstens an den nicht so vollen Brüsten am Morgen merkt.

    • Selbst Flaschennahrung halte ich (Nach dem Stillen bei meiner dritten nicht geklappt hat) nicht mehr für so ein Sakrileg, wie früher. Wenn die WHO da manchmal katholischer als der Papst ist, bin ich mir sicher, hat das auch damit zu tun, dass es in vielen Gegenden der Welt einfach kein taugliches Trinkwasser für Neugeborene gibt. Aber bei uns hat das sehr gut geklappt und auch wenn es in Suche sicherlich aufwändiger als Stillen ist, der Nutzen, dass alles nicht so auf die Mutter fixiert läuft durchaus ein Vorteil. Meine Frau hatte während der Geburt viel Blut verloren. Da war es sehr hilfreich, dass die kleine im Familienzimmer die ersten Nächte auf meiner Brust geschlafen und vor mir die Flasche bekommen hat, und auch wenn das Krankenhaus das Etikett »Stillfreundlich« hat, wurde das sehr freundlich unterstützt. Die Welt ist manchmal halt kein Wünsch dir was, auch wenn meine Frau gerne ihr einziges Kind gestillt hätte. für mich was das mit zwei voll gestillten Kindern eine ganz neue Erfahrung, von Anfang an so eingebunden zu sein.

  2. Ich kenne das stark. Das ewige Gemecker, wenn man Dinge nicht genau so macht, wie ihre Hoheit das möchte.
    Bin da schon massiv mit meiner Frau aneinandergeraten. Aber beim Kind ist das natürlich nochmal was anderes als im Haushalt. Im Haushalt hat man selber auch Dinge, die einen am anderen nerven.

    Besonders bitter ist das dann, wenn man in etwas diametral anderer Ansicht ist als seine Frau. Ist bei mir z. B. beim Thema Geld so. Ich will ihr beibringen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen (20% Sparen, Investieren). Meine Frau bringt ihr bei, alles auf den Kopf zu hauen.

    • Ja, klingt vertraut.

      „Warum hast du den Topf oben in die Spülmaschine eingeräumt?“
      „Da war Platz.“
      „Die müssen aber nach unten!“, ätzend genervt.

      „Warum hast du den Topf unten in die Spülmaschine eingeräumt?“
      „Du hast letztes mal gesagt, die müssen nach unten!“
      „Ja, aber auf die andere Seite!“, ätzend genervt.

      Mittlerweile sind wir bei:
      „Warum hast du den Topf nicht in die Spülmaschine eingeräumt?!?“
      „Ich mache es eh wieder falsch. Also mache ich es lieber gar nicht, damit ich den Anschiss wenigstens verdient habe.“
      Gefällt ihr zwar auch nicht, aber sie hat (zumindest in diesem Punkt) gemerkt, daß sie mit ihrem Gemecker selbst dran Schuld ist.

      • Du kennst meine Ex? 1,5 Jahre ging das so, dann durfte sie aus meinem schönen Haus wieder ausziehen. Sie hatte ein riesen Zimmer nur für sich und allen Komfort, nebst einer tollen Küche. Und das fast für Lau.
        Aber ohne Meckern ging es bei ihr nicht. Zu kalt, zu warm, es zieht, Pflanzen brauchen Wasser, nein jetzt darf man die nicht wässern, es ist zu früh, oder zu spät. Da wird man irre.
        Jetzt lebt sie in einem kleinen Zimmer und darf die WG Küche benutzen. Wie blöd kann Frau sein?

        • Den Frauen, die mir diesbezüglich negativ aufgefallen sind (es waren mehr als 50% meiner Hörigen, die so tickten), fehlt das Reflexionsvermögen. Sie erkennen gar nicht, daß es gar nicht um den Topf geht, sondern darum, daß sie nörgeln will, weil ihr was Anderes nicht paßt, was Du ihr aber noch nicht aus der Nase ziehen durftest.
          Jedoch muß ich eine schwache Fürsprache hinterherschicken: Dem Fass den Boden bezüglich Gemecker und Gezicke ausgeschlagen hat ein naher Verwandter männlichen Geschlechts. Altersnarzissmus ist grauenhaft. Vom Verblödungsgrad toppt das noch die Meckerliesen.

          Auch kann man sich im Kontext mit ‚Meckern und Nörgeln‘ mit Dominanz beschäftigen. Die kann zu den dümmsten Machtspielchen führen, die unbewußt vom limbischen System und den Stressreaktionen gesteuert werden. Da ist kein rationale, kognitive Verhaltenskorrektur im Spiel. Die wollen dieses Machtspielchen gewinnen – koste es, was es wolle (im wahrsten Sinn). Und das Dominanzstreben hört nie auf. Man kann immer nur die Machtwippe kurz runterdrücken, dann geht es wieder von vorn los.

    • „Besonders bitter ist das dann, wenn man in etwas diametral anderer Ansicht ist als seine Frau. Ist bei mir z. B. beim Thema Geld so. Ich will ihr beibringen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen (20% Sparen, Investieren). Meine Frau bringt ihr bei, alles auf den Kopf zu hauen.“

      Bei solchen Sachen versuche ich mich immer daran zu erinnern, dass das Kind sein eigenes Leben lebt und zwar genau so, wie es das will. Man hat viel weniger Einfluß als man denkt, viel schauen sich die Kinder aber von den Erwachsenen ab (leider weiß man vorher nie, was genau, und es kann bei jedem Kind was anderes sein 🙂 )

      Wenn deine Tochter bei dir mitbekommt, dass es sinnvoll sein kann, Geld nicht auszugeben, damit man sich später was Größeres kaufen kann (du kannst sie im entsprechenden Fall ja darauf hinweisen, dass du darauf gespart hast), wird sie es höchstwahrscheinlich irgendwann praktizieren, außer sie findet jemanden, der alles bezahlt, verdient selbst genug oder sie hat kein Problem mit der Unstetigkeit und ihrem „von der Hand in den Mund“-Leben.

      Letztendlich wählt sie aus den Möglichkeiten, die sie kennengelernt hat. Deshalb finde ich es gut, wenn die Kinder bei ihren Eltern auch mit unterschiedlichen Herangehensweisen konfrontiert sind, die lernen auch daraus und machen sich ihre eigenen Gedanken.

      Meine Eltern waren arm, als ich klein war. Ich habe die dadurch ausgelöste Sparsamkeit (um nicht Geiz zu sagen) erst abgelegt, als ich ein regelmäßiges Einkommen hatte. Im Nachhinein betrachtet, habe ich mir dadurch viele Chancen versaut, Bildungschancen, potentielle Freund- und Partnerschaften usw. dafür war ich nie wirklich blank oder musste mir Geld leihen. Es gibt m.E. nicht DIE alles abdeckende richtige Verhaltensweise, das ist immer ein persönlicher Lernprozess.

  3. „Wer kümmert sich um den Haushalt? Mama.
    Wer übernimmt die Kindererziehung? Mama.“

    Der Klassiker…
    Wer ist der Meinung, dass „wir“ unbedingt das Haus im Speckgürtel kaufen müssen? Mama
    Wer ist bereit, dafür die nächsten 20 Jahre in Vollzeit+ zu arbeiten, damit der Kredit nicht platzt und trotzdem noch Urlaub, Thermomix und Boogaboo-Kinderwagen drin sind? Mama???

    Meiner Erfahrung und Beobachtung nach, ist das Maternal Gatekeeping eine Technik, um sich vor Letzterem zu drücken.

    • Dachte das sehe nur ich so?

      Wobei gemeinsames Konto mit Frauen eh irre ist. Habe mit meiner Freundin nur einen Teil des Geldes für Lebensmittel. Typiscj Frau kann man davon Alkohol kaufen. Ansonsten Dinge, die ich nicht vertrage oder Eistee. Kartoffeln sind eher meine seltsamen Luxusbedürfnisse, wenn man sie fragt.

      Da ist auch klar, wieso gemeinsames Wohnen die Kosten senkt. Das gilt nur für Frauen.

    • Es ist ein Ausbeutungsverhältnis. Vertauschte Rollen würden nicht funktionieren.

      Da kann man auch den MGTOWs sehr dankbar sein, was sie an Forschung und Veröffentlichung geleistet haben.

      Eigentlich kommt man an den Punkt schon mit Esther Vilar und den tatäschlichen Besitzverhältnissen. Und wer dse knallharte Kapitalist in dem Game ist – solche Frauen sind auch beim Verluste sozialisieren, Gewinne privatisieren ganz vorn dabei. Also wenn’s um die Scheidung geht.

  4. Aber was ist, wenn ein Elternteil denkt, es sei absolut unentbehrlich und wichtiger als der andere?

    Und was ist, wenn alle anderen das selbstverständlich auch so sehen, wenn daraus Rechtsgrundsätze abgeleitet werden? Wenn Vaterschaft als überflüssig erklärt und teilweise bekämpft wird? Wenn Solo-Mutterschaft für Kinder auszureichen hat?
    Wenn nur ein Geschlecht über die Ressource Zukunft in Form des Nachwuchses bestimmt und diesen mehr oder minder alleine erzieht und prägt?
    Wenn sie darüber entscheidet, wann er die Windel zu wechseln hat, den Müll nach unten bringt, ihren Ohrring aus dem Abfluss montieren und den komplizierten Antrag für einen Kindergartenplatz ausfüllen soll?

    Das ist doch im Kern Herrschsucht, wie ich sie selbst mehrfach erlebt habe und immer und immer wieder in meinem Umfeld sehe. Wenn es um das Wichtigste geht, die Familie, dann sind Männer nur Lakeien und Windelwechsler, die alles gemäß den Vorgaben und unter Aufsicht der matriarchalen Führungskraft machen.
    Emanzipation, Gleichberechtigung? Pustekuchen. Das gibt es nur in eine Richtung.

    Väter können wunderbar sog. Care-Arbeit verrichten, oft besser als die Mütter. Bloß sie nennen es nicht Care-„Arbeit“, sie jammern nicht darüber, wenn sie diese schönen und wichtigen Aufgaben souverän entscheiden und verrichten können. Dann gibt es halt mal Mittag um 13 Uhr statt um 12:30 Uhr, dann wird eine zerrissene Hose nicht beanstandet, dann darf das Kind halt auch mal selbständig die scharfe Schere zum Basteln benutzen und nachher gibt‘s vielleicht ein Pflaster. Dann bleibt der Helikopter mal auf dem Boden.

    Ich habe inzwischen einige Leute kennengelernt, die nur von ihren Vätern großgezogen wurden. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber ich habe sie als langmütiger, toleranter und weniger dogmatisch erlebt.

    Mit dem immer weiteren Ausbau des Matriarchats tut sich diese Welt keinen Gefallen.

      • Für 65.000 Euro (biotexcom, Kiev, all-inclusive Paket mit Auswahloptionen …geht auch preiswerter) kann sich jeder Mann von einer Ukrainerin ein Designerkind austragen lassen. Wer bisschen mehr ausgeben kann, wird da sicherlich auch nochmal eine israelische Klinik drüberschauen lassen und genetisches Optimierungspotential ausschöpfen lassen können. Für erwerbstätigen Männer ist das kein sonderlich hoher Betrag.
        Allgemein vermute ich, dass mit zunehmender Verarmung der Gesellschaft, zunehmender Entfremund der Geschlechter die Optionen für Männer mit Kinderwunsch zunehmen werden, da Frauen in armen Gesellschaften dazu tendieren ihre Körper zur Geldgenerierung zu verwenden. Natürlich wird dann das Matriachat versuchen ein soziales Stigma um diese Männer aufzubauen. Ich finde es einen begrüßenwerter Schritt in Richtung reproduktiver Gerechtigkeit. Mir ist erst beim Ukrainekonflikt aufgefallen, dass die Ukraine bei Leihmutterschaften scheinbar „Vorreiter“ ist.
        Die Frage wäre, ob alleinerziehende Väter genauso zu Armut tendieren wie Alleinerziehende Mütter, was dann natürlich wieder nicht im Sinne des Kindes wäre. Aber die Männer die 65.000 für sowas locker machen, werden sicherlich nicht so schnell in die Armut geraten, wodurch dem Kind zumindest in der Hinsicht nichts fehlt.

        • „Die Frage wäre, ob alleinerziehende Väter genauso zu Armut tendieren wie Alleinerziehende Mütter,“ Höchstwahrscheinlich nicht. Aber die Ursache, dass das im Schnitt so ist, sehe ich hier nicht in der höheren allgemeinen Leistungsfähigkeit von Männern sondern in einer statistischen Verzerrung.

          Eine Frau kommt auch aus Versehen an ein Kind. Als Mann wird man vielleicht aus Versehen Vater, aber die Betreuung nicht übernehmen zu müssen ist ja nicht schwer. Man muss sie dann bezahlen und ist trotzdem arm – aber ja nicht alleinerziehend, sondern alleinstehend.
          Also alles eine Frage der Darstellung der Statistiken.

        • Dem Kind fehlt dann aber wieder die Mutter.
          Der junge Mensch ist evolutionär auf Eltern und Großeltern (je Plural) eingerichtet, plus genügend Spielgefährten.
          Wir mißachten das und bezahlen dafür.

          • Ja sicher, schon richtig.

            Aber Kinder ohne Mutter oder ohne Vater werden nicht zwangsläufig zu totalen emotionalen Krüppeln. Das kann auch gut gehen. Die Wahrscheinlichkeit ist halt geringer.

            Genauso wie Kinder, die beide Eltern haben trotzdem Probleme haben können (die dann andere Ursachen haben).

            Ist halt alles nicht schwarz weiß…

        • Is ja spooky:

          via https://leihmutterschaft-zentrum.de/kosten.php

          Was ich aber nicht verstehe: Wie kommt ein deutscher Mann dann mit Sicherheit und verlässlich an das Kind? Ein entsprechender Vertrag gilt ja wohl in Deutschland nicht, weil sittenwidrig.
          Vielleicht reist die ukrainische Leihmutter hier an, lässt sich vom Gerichtsvollzieher „ihr“ Kind holen, stellt dann Unterhaltsansprüche gegen den Vater und jammert über Mental Load und Care-Arbeit (nach entsprechendem Sprachkurs).

          Dann hätte der Mann für 65.000 mit Zitronen gehandelt – und wäre womöglich so richtig arm.

  5. Ich weiß nicht, ob „Gatekeeping“ immer das richtige Wort dafür ist (abgesehen davon, dass es englisch ist 🙂 ). Gibt es natürlich, habe ich auch schon erlebt, aber oft ist es einfach eine Unreflektiertheit gegenüber eigenen Wünschen und Gewohnheiten, vermischt mit Ungeduld, nicht selten wird das auch Kindern gegenüber ausgelebt. Eine Art Betriebsblindheit, bei der man sich leicht gestört fühlt.

    Meines Erachtens hilft es nicht, sich darüber zu beschweren, man muss das mit seinem Partner klären. Im Normalfall hilft es, die Aufgabenbereiche zu trennen und sich gegenseitig nicht reinzureden. Blöd wird es nur dann, wenn einer immer übermäßig pingelig ist und der andere ziemlich grob gestrickt (tritt zwischen Männern und Frauen vermutlich öfter auf 🙂 ).

    Ein Minimum an Rücksichtnahme gegenüber den Wünschen des Partners ist also ebenso gefragt, wie ein gelegentliches Herunterschlucken des eigenen Ärgers.

    Gegenüber Kindern gilt das in besonderem Maße. Meine Frau kocht z.B. nicht gern mit den Kindern, weil ihr die Geduld dazu fehlt. Mir macht das nichts aus, ich buche einfach die zusätzlich für mich anfallende Arbeit als Lehrkosten und akzeptiere auch, dass die mal was kaputt machen oder ein Gericht ruinieren etc. Dafür kochen meine Frau und ich nie zusammen, weil wir uns da immer gegenseitig im Weg stehen und jeder seine Sachen anders macht, aber das ist Ok, wenn sie in der Küche ist, bleibe ich weg und umgekehrt, klappt eigentlich ganz gut 🙂

  6. „All das zieht nun um in die heimischen vier Wände und fängt an, um einen neuen Mittelpunkt zu kreisen: um das Baby. „Mutter“ wird zum neuen Jobtitel und „Erziehung“ die Profession.“

    Ein Baby „erziehen“?! … Was in deren Köpfen abgeht …

  7. Praktisches beispiel.

    Frau packt die Tasche für den Ausflug.

    Kind wird nass oder was auch immer.
    Mutter: „oh nein, ich hab vergessen dir Wechselhose einzupacken“
    Vater: „ach, nicht schlimm, das trocknet wieder“

    Mann packt die Tasche für den Ausflug
    Kind wird nass.

    Mutter: „Du hast vergessen die Wechselhose einzupacken. jetzt muss das Kind die nassen Sachen anbehalten und wird sich erkälten.“

    Auch die Mutter. Immer muss ich an alles Denken.

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