Ist ein „Johnny Depp Drink“ als Hilferuf in einer Bar eine gute Idee?

Ich klaue mal wieder einfach von Arne:

Eine US-amerikanische Bar bietet Männern jetzt einen Johnny-Depp-Drink an, den ein Gast bestellen kann, wenn er sich „unsicher oder verängstigt“ fühlt. Wenn ein Kunde einen „Neat Johnny Depp Shot“ bestellt, wird er von einem Angestellten sicher aus der Bar begleitet. Bei zwei anderen Varianten, „On The Rocks“ und „With Lime“, wird das Personal entweder ein Taxi rufen oder die Polizei verständigen. Nachdem die Reklame für diesen Service online ging, erntete sie begeisterte Reaktionen. Ein Leser reagierte auf den Beitrag mit den Worten: „Wirklich toll! Misshandlung ist nicht geschlechtsspezifisch.“ Ein anderer meinte: „Das ist der richtige Schritt“

Das ist ein Umwandlung von einer ähnlichen Sache für Frauen, die sich bedroht fühlen und Hilfe brauchen.

Ich bin anscheinend zu wenig mit gefährlichen Frauen unterwegs gewesen um das für mich als etwas notwendiges anzusehen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es bei Männern eher erforderlich ist, weil eben Männer stärker sind und eher die aktive Rolle einnehmen und mitunter ein Nein nicht akzeptieren.

Sicherlich gibt es das auch bei Frauen und immerhin hat Johnny Depp ja sich einen Finger annähen lassen müssen etc. insofern wäre es bei einer durchgeknallten Amber Heart Variante vielleicht durchaus hilfreich.

Man kann sich auch die Ex Vorstellen, die ihn einfach nicht in Ruhe lassen will, wobei die Frage ist, ob man da die Heimlichkeit über die Bestellung des Drinks braucht.

Schaden kann es sicherlich nicht.

Wart ihr schon einmal in einer Situation wo ihr als Mann oder Frau ein entsprechendes Angebot gerne gehabt hättet?

43 Gedanken zu “Ist ein „Johnny Depp Drink“ als Hilferuf in einer Bar eine gute Idee?

  1. Hä? Wozu die Heimlichtuerei? Wenn ich, egal, ob Mann oder Frau, ein Taxi möchte, kann ich an der Bar auch offen sagen, dass sie mir eines rufen sollen. Ich sehe auch keinen Sinn darin, heimlich um Begleitung zu bitten. Und in eine Situation, die Polizei heimlich rufen zu müssen, dürften in ihrem Leben selbst verdeckte Ermittler nur selten kommen. Was soll der Quatsch?

    • Für Männer, die in einer toxischen Gewaltbeziehung stecken und emotional abhängig sind, macht sowas schon sehr viel Sinn.

        • Ein Paar in der Bar/Kneipe zum Beispiel, bei denen diese Konstellation zutrifft, wäre mein Gedanke. Nach außen wirken solche Beziehungen ja meist stabil.

          • Das geht schon aus personenschutzrechtlichen Gründen nicht, Dir da ein Beispiel aus meiner früheren Arbeit zu erzählen bzw hier zu posten. Man kann glauben, dass es derlei Notsituationen zur Genüge gibt, muss es aber nicht.

          • Äh… du hättest es einfach als hypothetisches Beispiel ausgeben können. Jetzt sitze ich hier und habe immer noch keinen blassen Schimmer, wann dieser Agenten-PR-Gag einmal sinnvoll, also hilfreich und notwendig, sein könnte.

            Aber dir fallen doch bestimmt auch so noch ein paar hypothetische Beispiele ein?!?

      • Wobei vermutlich genau diese emotionale Abhängigkeit dann verhindert, dass der Mann sich einen „On the rocks“ bestellt. Die beiden anderen Code-Zeichen sind sogar komplett nutzlos (die Frau wird ihm einfach folgen und wie die Polizei mit männlichen Opfern umgeht ist ja einschlägig bekannt…)

        • Wenn Du mit Deiner hochtoxischen, latent gewalttätigen Partnerin nebeneinander am Tresen sitzt, wirst Du ganz sicher nicht so offensichtlich agieren.

          • Nein. Dann sage ich auf dem Weg zum Klo einem Kellner Bescheid, dass er mir ein Taxi rufen soll und mich bitte diskret darauf hinweisen, wenn es da ist.

            Davon ab hat heute fast jeder ein Handy dabei und kann sich das Taxi vom Klo aus selber rufen.

          • Unterhalte Dich doch einfach mal mit von häuslicher Gewalt betroffenen Männern. Oder lies „Darjeeling Pur“ von Tami Wessenberg. Vielleicht schult das dann Vorstellungsvermögen und Empathie.

          • Tristan, wenn Beschämungen das einzige sind, was du zur Unterfütterung deiner Behauptungen vorbringen willst, kommentiere besser in einem feministischen Forum. Dort gilt eine solche Art der Diskursführung als angemessen.

          • Was ist daran beschämend? Was ich hier andeute, ist alltägliche Realität für viele Männer. Ebenso könnte ich Dir Leugnung vorwerfen.

          • Nur als Beispiel: Tami Wessenberg schildert in besagtem Buch explizit, wie seine damalige Lebensgefährtin allmählich alles unter ihre Kontrolle brachte, Finanzen, Handynutzung, Aufenthaltsorte, inklusive seiner schleichenden Isolation. Da wird’s dann wirklich eng, aus der Nummer rauszukommen, ohne ihre Aufmerksamkeit und erneuten Gewaltausbrüche zu provozieren.

          • „Vielleicht schult das dann Vorstellungsvermögen und Empathie.“ – „Was ist daran beschämend?“

            Das Spiel kannst du mit jemand anderem spielen.

            Zu Tami Wassenberg: Möchtest du irgendwann noch mal anschaulich werden? Wann braucht ein Mensch, mir übrigens egal, ob m oder w, solche Agentenspielchen wie das heimliche Bestellen eines Taxis durch eine Drinkorder? Brauchen bedeutet, es ist nützlich und es gibt keine anderen, simpleren Wege. Entwirf mal ein Szenario, oder am besten gleich mehrere.

  2. Ich war schon öfters Gewalt und Belästigung ausgesetzt. Allerdings würde ich mir mit solch einem Schwachsinn lächerlich vorkommen. Erstens hat man in meinen Augen eine Teilschuld, wenn man nachts große Menschenmenge und Alkohol aufsucht, zweitens sind Frauen selten gefährlich. Das Problem ist da eher der psychologische Faktor, dass Männer alles erdulden müssen. Ich würde der Dame einmal mit der Faust ins Gesicht hauen, dann wäre die Sache erledigt.

    • Kann mir nicht vorstellen, dass das in Club, Kneipe, Restaurant oder sonstwo, wo man nicht zu zweit ist ohne Konsequenzen bleibt. Egal ob sie dem Mann vorher eine knallt, wenn er die Hand erhebt stehen direkt 5 White Knights bereit. Und selbst wenn er die 5 White Knights umhaut endet es nicht, sondern es dann kommen nochmal 5 und die Polizei. So gehts dann mit dem Knast los. Die Ohrfeige zu Beginn kümmert keinen vor Gericht.
      Das dümmste was man machen kann ist in der Öffentlichkeit tagsüber körperlich einer Frau was antut.
      Nachts in einer dunklen Ecke ist das natürlich was ganz anderes.

  3. es bei Männern eher erforderlich ist, weil eben Männer stärker sind

    Was soll denn dieses feministische Stereotyp?

    Wie stark sind denn Männer, wenn sie nachts im Schlaf eine Nachttischlampe über den Schädel gezogen bekommen? Wie stark sind sie, wenn zuhause von hinten das Küchenmesser naht? Wie stark ist der kleine Horst aus dem Versicherungsbüro, wenn seine Partnerin, die ukrainische Ex-Kugelstoßerin Olga, ihre Hammerfaust walten lässt?

    Die gelten dann als stark, wenn die Polizeistreife eintrifft und der blonden Politesse rausrutscht: „Aber Sie können sich doch wehren.“

    Wehre dich mal als Mann. Dann hast du ganz schnell dein Leben verwirkt. Du wirst auf der Wache, vor Gericht und sonst wo plötzlich mit der angeblichen Angst und Hilflosigkeit, der angeborenen Schwäche der Partnerin konfrontiert. Und dann bist du eindeutig der Täter, weil sie sich bei deinem Abwehrversuch mit dem Küchenmesser womöglich in den Finger geschnitten hatte.

    Wir sollten wenigstens hier etwas bedachter mit der Mär umgehen, dass die Dimension häuslicher Gewalt etwas mit gelegentlicher männlicher Muskelkraft zu tun hat.

    • Und zu dem Drink: Hat hier jemand schon mal erlebt, was passieren kann, wenn man die falsche Frau zu nahe kommen lässt, bevor man die Abgründe ihrer Seele erkennt? Und sie dann irgendwie wieder loswerden möchte?
      Da reagieren viele Frauen, vor allem die ganz schrägen, extrem aggressiv. Um diesen deeskalierend entkommen zu können, ist der Johnny-Depp-Drink eine wunderbare Erfindung.
      Und er zeigt auch, dass es wenigstens noch eine klitzekleine Restsolidarität unter Männern gibt, wenn die keinen Ausweg mehr finden.

    • „Wie stark sind denn Männer, wenn sie nachts im Schlaf eine Nachttischlampe über den Schädel gezogen bekommen?“

      In einer Kneipe eher unwahrscheinlich. Aber ich wollte ja auch nicht sagen, dass Frauen keine Bedrohung sein können. Mit ist die Bedrohung gerade in der Öffentlichkeit einer Kneipe bei höherer Körperkraft sicherlich erst einmal in vielen Fällen geringer bzw Männer schätzen es sehr so ein, dass sie mit der Frau in den Fall fertig werden könnten

      • Und wenn dieser Mann mit der Frau fertig wird, kommen andere Männer und greifen ihn an, um der Frau zu helfen, die gerade vor ihren Augen diesen Mann attackiert hat.

      • Auch das habe ich leider komplett anders erlebt. Gibt glaube ich auch bei YT entsprechende Experimente.
        Geht eine Frau in der Öffentlichkeit oder in der Kneipe auf einen Mann los, wird sie im Zweifel von anderen eher angefeuert. Männer belächeln die Situation, Frauen denken vielleicht „Gib‘s ihm“.
        Wenn dann der Mann einen Schubser verabreicht, um die Aggressorin wegzustoßen, gehen sofort die unzähligen männlichen Frauenschützer auf ihn los und verprügeln ihn richtig.

        Um das vermeiden zu können, hilft dem Angegriffenen eigentlich nichts – außer vielleicht in Zukunft die rechtzeitige Bestellung eines „Johnny Depp on the rocks“.

          • Es geht halt niemand davon aus, dass Frauen schuldig sein könnten. Ein Mann A, der seine Frau mit einem anderen Mann B im Bett erwischt, wird ihn verprügeln, nicht sie. Obwohl rein logisch, Mann B wahrscheinlich überhaupt nicht mal weiß, dass sie mit Mann A liiert ist.

          • Männer gehen halt davon aus, dass Frauen wie Tiere sind, dumm, unschuldig und nicht zu höheren Gedanken fähig. Wäre es anders, dann würden die umstehenden Männer die Frau verprügeln. Der Feminismus würde natürlich dann sagen, dass diese Männer Frauenfeinde sind, weil sie eine Frau genauso behandeln wie einen Mann. Deswegen ist der Feminismus auch Schwachsinnig, weil er unlogisch ist.

          • Ich denke eher, dass sie Frauen pauschal so hilfsbedürftig sehen wie Kinder U10. Leider kommen aber wenige Männer einem dem entsprechenden Erziehungsauftrag nach.

          • Es ist des Pudels Kern. Es sind Männer, die sehen, dass ein anderer Mann gewalttätig ist gegenüber einer Frau. Und die greifen dann ein. Vollkommen egal, ob die Frau angefangen hat.
            Das sieht man doch überall, selbst in Hollywood-Filmen immer wieder.

            Ich verstehe ehrlich gesagt das Unverständnis darüber nicht. Männer haben gegenüber Frauen eine eingebaute und vom Matriarchat gepflegte Beißhemmung. Sie greifen Frauen nur an,
            – wenn Partnerinnen über Jahre und Jahrzehnte das Maß überspannen („mit 78 Messerstichen tötete ein Mann…“),
            – wenn sie die Beißhemmung mittels Alkohol oder Drogen außer Kraft gesetzt haben
            – und wenn sie psycho sind (s. Hitchcocks Klassiker).

            Ansonsten gehen sie _immer_ auf einen anderen Mann los, wenn der irgendwie involviert ist. Sei es der Nebenbuhler oder sonst wer.

            Es gibt in keiner Kneipe der Welt nüchterne Männer, die einer Frau ordentlich auf die Fresse geben, wenn die sie angreift.

          • Was sind das für abartige Leute, die eine Aggressorin verteidigen?
            heterosexuelle normal-Männer, also abartige Leute eben 🙂
            Nein, aus meiner Erfahrung meist schlecht sozialisierte Typen, die entweder bei hohem Status einfach zu sehr auf weißer Ritter dressiert wurden, oder umgekehrt eher mit niedrigem Status, die beweisen wollen, daß sie doch zu was taugen und von Hause auch zu sehr auf Beschützer dressiert wurden.

      • Ich habe es selbst erlebt. Beide hatten sich kurz vorher getrennt und hatten aber schon wieder neue Partner. Sind sich den ganzen Abend aus dem Weg gegangen. Auf dem Weg zum Klo zupft sie ihn an der Jacke (sie zierlich, er eher kräftig gebaut), ich stand zufällig daneben. Er fällt hin und landet mit dem Kopf vielleicht 5 cm neben der Treppenstufe. Und hatte trotzdem einen ziemlich heftig blutende Wunde. Hab den Notarzt gerufen. Wurde genäht, der Frau ist natürlich nichts passiert.

  4. Das macht ja nur Sinn, wenn die der Partner nicht um die Bedeutung dieser Code-Wörter weiß, der Besteller aber schon. Klingt wie eine ziemlich unwahrscheinliche Kombination. Wie oft wird jemand neugierig einen Jonny Depp-Drink bestellen, um dann frustriert festzustellen, dass man ihn stattdessen freundlich nach draußen geleitet? 🙂

    Was macht das überhaupt für einen Sinn? Vor der Tür hört die Gefahr doch nicht auf.

    Das eigentlich tolle an der Idee: virtue signalling als direkte Marketing-Strategie.

  5. Was ist ein Code wert, dessen Schlüssel öffentlich ist?
    Wär ich ne übergriffige Frau, würd ich den Kerl spätestens angreifen, wenn er diese Bar vorschlägt.

    • Das ist auch mein Hauptproblem an der Sache.
      Dass man es tatsächlich schwer hat, den Partner oder die Partnerin, die einen konstant fertig macht, einfach stehen zu lassen, glaube ich ja schon, aber so eine Aktion verschiebt das Problem doch nur auf den nächsten Tag.

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