Transsexualität als Unterfall der Intersexualität?

Der Streit darum, was eigentlich ein Transsexueller geschlechtlich ist, ist von beiden Seiten von dem „Gebot der geschlechtlichen Einheitlichkeit“ geprägt:

  • für die Transaktivisten ist eine Transfrau eine Frau, ein Transmann ein Mann
  • für die Radfems auf der anderen Seite ist eine Transfrau ein Mann, ein Transmann eine Frau.

Der einfachste Weg diese Streitigkeiten beizulegen wäre zuzugestehen, dass Transsexualität eine Form der Intersexualität ist.

Die Definition aus der Wikipedia:

Intersex people are individuals born with any of several sex characteristics including chromosome patterns, gonads, or genitals that, according to the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights, „do not fit typical binary notions of male or female bodies“

Transsexualität lässt sich dann einfach definieren als ein Mensch, bei dem das Körpergeschlecht von dem Gehirngeschlecht oder dem „biologischen Bodyplan“ abweicht und der daher seinen Körper nicht in dieser Form akzeptiert, sondern ihm dem anderen Geschlecht angleichen will.

Die bisherige Definition müsste insoweit das Gehirn lediglich als besonderes Körperteil akzeptieren, dann wäre die Einbeziehung als Unterfall eigentlich kein Problem.

Das würde, wenn akzeptiert, was unwahrscheinlich ist, beiden Seiten erlauben, ihre Radikalität zurückzuschrauben.

Die eine Seite könnte aufhören von anderen zu fordern, dass sie einen Penis oder einen Bart als weiblich ansehen, was schlicht Widerspruch hervorruft, die andere Seite könnte anerkennen, dass einige Leute eben ein abweichendes Gehirngeschlecht haben.

Natürlich raubt das auch beiden Seiten von dort als wichtig angesehene Positionen: die Transaktivistinnen würden den Anspruch auf bedingungslose Akzeptanz verlieren und ihre Position als wichtige Bezugspersonen für Virtue Signalling und die andere Seite ihr Feindbild der Männer, die sich in Frauenumkleiden einschleichen um sie zu belästigen.

Und in der Tat löst es die Probleme nicht auf: Man müsste dann immer noch Lösungen finden, die sich vielleicht nach „Passing“, also der Frage, wie gut man als das andere Geschlecht durchgeht richten, was aber immer eine Einzelfall Abgrenzung verlangt. Ich vermute mal so machen es die meisten Transsexuellen, die nicht auf Konfrontation aus sind eh schon aber es ist dann natürlich immer einfacher als generelle Verbote oder Erlaubnisse.

44 Gedanken zu “Transsexualität als Unterfall der Intersexualität?

  1. Ich akzeptiere diese Lösung nicht, weil „Transsexuelle“ körperlich klar einem Geschlecht zuzuordnen sind und das „Gehirngeschlecht“ lediglich eine These darstellt.

    • Naja, bei den „echten“ Transsexuellen – also nicht bei denen, für die das ein Lifestyle ist – glaube ich schon, dass das abweichende Geschlecht im Hirn fest verdrahtet ist – was übrigens die These vom Geschlecht als bloßes soziales und formbares Konstrukt widerlegt.

      • Homosexualität wird m.W. nicht im Ausweis eingetragen und zieht auch keine kostspieligen Operationen nach sich, von daher spielt es kein Rolle, ob das jemand akzeptiert oder nicht und welche Theorien er zur Entstehung hat. Solange Homosexuelle nicht ständig ihre Orientierung vor sich hertragen, sondern sich im Alltag wie ganz normale Menschen benehmen, ist das vollkommen wurscht (für eine Kriminalisierung, wie sie früher bestand, gibt es keinen Grund, weil ja niemand zu Schaden kommt).

        Bei Transen ist das nicht so einfach, weil sie mit ihren Verkleidungen als etwas angesehen werden wollen, was sie körperlich eben nicht sind. Damit sie selbst sich wohlfühlen können, nehmen sie in Kauf, dass alle anderen sich bei ihrem Anblick irritiert und befangen fühlen oder (wenn sie umoperiert sind bzw. überzeugend genug aussehen) auf ihre Maskerade hereinfallen. Es mag Leute geben, die mit sowas klarkommen und vielleicht sogar eine Partnerschaft haben würden, aber ich wäre echt sauer gewesen, wenn ich auf einen als Frau verkleideten Mann hereingefallen wäre und ihm Avancen gemacht hätte. Eine solche Beziehung wäre auch mit OP nie für mich in Frage gekommen, schon weil ich eigene Kinder haben wollte. Last but not least spielen da auch Sachen wie die Kriminalistik mit herein, wenn die Polizei Genspuren von einem Mann hat, dann müsste sie künftig die Daten von Männern und Frauen auswerten und Männer und Frauen kontrollieren (was die entsprechende Arbeit verdoppelt), nur weil einige nicht mit ihrem genetischen Geschlecht klarkommen und das im Ausweis haben ändern lassen.

        • „Homosexualität wird m.W. nicht im Ausweis eingetragen und zieht auch keine kostspieligen Operationen nach sich, von daher spielt es kein Rolle, ob das jemand akzeptiert oder nicht und welche Theorien er zur Entstehung hat.“

          Das ist für meine Frage relativ egal.

          • Für deine Frage ja, aber nicht für die Konsequenzen, die sich aus der Antwort u.U. ergeben würden…

            Da die Beantwortung der Frage aktuell m.E. reine Glaubenssache wäre, interessiert mich der evtl. Impact sehr viel mehr.

      • „Ich akzeptiere eine nicht sozial begründete homosexualität nicht, weil eine biologisch verankerte Sexualität lediglich eine These ist“

        Die Ursache der Homosexualität ist noch nicht eindeutig geklärt.

        „Wie entsteht den deiner Meinung nach Transsexualität?“

        Ich weiß es nicht.

      • Nein es ist die Frage wer ggf. Macht und Vorteile verlieren würde. Und das wären beide Seiten (Transen und Terfs).
        Die vorgetragenen Konflikte sind Zeichen für die Streitbarkeit (Costly Signals).
        Und mit dieser Streitbarkeit nehmen sie die Normies aus. Wenn sie sich konziliant verhalten besteht die Möglichkeit/Gefahr, materielle Vorteile (Staatsjobs) und Definitionsmacht zu verlieren weil die Normies die beiden Gruppen nicht mehr ernst nehmen.
        Wieso sollte ein kleines Kind das mit Schreien und Füßestampfen immer die gewünschten Dinge bekommen hat mit einem Mal damit aufhören nur weil die Eltern genervt sind?

        • Volle Zustimmung. Der von Christian gemachte Vorschlag ist zu einfach und zu vernünftig, als das er in absehbarer Zeit umsetzbar erscheint.

          Die Fragen, die sich bei mir bei diesen Themen eher stellen sind eher folgende:
          Eine Transfrau ist erstmal ein Mann, fühlt sich aber als Frau. Wie fühlt man sich denn als Frau? Umgekehrt genauso. Wie fühlt man sich als Mann? Wieso fühlt sich das eigene Geschlecht falsch an und wieso das andere dann richtig, welches aber doch nie vollständig erreicht werden kann.

          Auch wenn LSBTQI*-Gruppen das selbst gerne alles in einen Topf werfen, müsste man meiner Meinung nach LSB einen Cut machen. Bei den ersten drei dreht es sich doch nur um die Frage, wen sie begehren, nicht wer sie sind. Warum wird das immer zusammen gebracht?

          (Manchmal wird auch noch A (für Asexuell) rein gebracht. Sollten die nicht komplett außen vor sein und sich aus dem ganzen scheiß raus halten wollen (wollen, nicht sollen!), so wie Atheisten ja auch keine Religion haben und nicht die „Nicht-Religion“, damit also eben gerade nicht Teil der religiösen Menscehn sind.)

          • „Auch wenn LSBTQI*-Gruppen das selbst gerne alles in einen Topf werfen“

            Durchaus nicht alle.

            „nach LSB einen Cut machen“

            Genau

            *Warum wird das immer zusammen gebracht?*

            Weil beides „irgendwie Minderheit“ ist und „irgendwie mit Geschlecht zu tun“ hat. Und weil die politischen Ziele sich teilweise überschneiden.

            Macht ja auch Sinn soweit.

            Da Trans inzwischen eine teilweise intolerante Ideologie ist, die den LGB auch schadet, bin ich auch für den Cut.

          • „Da Trans inzwischen eine teilweise intolerante Ideologie ist, die den LGB auch schadet, bin ich auch für den Cut.“

            Das wäre auch mein nächste Gedanke gewesen. Irgendwie sieht man das in meinem Umfeld (soweit ich drüber geredet hab) aber irgendwie nicht.
            Irgendwie könnte es mir auch egal sein, da ich nicht Teil der Alphabet-Gruppe (kleiner Scherz, den ich mir nur hier erlaube) bin und nur durch meinen Bruder (B) und besten Freund (S/G) überhaupt in der Wirklichkeit Berührungspunkte habe.

            Wenn nun aber der T Teil, oder viel mehr dessen lautstarke Unterstützer, für Gegenwind sorgen, es keinen Cut gibt, dann bekommen nachher wieder Menschen Probleme, weil sie schwul sind?! Ich hoffe nicht, aber ganz unrealistisch erscheint mir das nicht.

            (Nur zur Klarstellung: Nicht, dass ich Menschen die sich als Trans (oder so) bezeichnen was schlechtes wünsche. Meinetwegen kann jeder tun und lassen was er will. Ich würde mich insgesamt als sehr liberal bezeichnen. Aber die Rechte des einzelnen hören dort auf, wo die Rechte anderer anfangen. Diese Grenze wird halt gerade von Aktivisten versucht zu verschieben.)

          • Bei den ersten drei dreht es sich doch nur um die Frage, wen sie begehren, nicht wer sie sind.

            So sehe ich das auch. Hier wird sexuelle Ausrichtung zum gesellschaftlichen Kriterium gemacht, obwohl es nichts Eigeneres, Individuelleres und Subjektiveres gibt als das Triebleben.

            Die anderen hingegen möchten als Menschen gesellschaftlich anders gesehen und „gelesen“ werden. Und leiten daraus ein Recht ab, wie sie gelesen werden sollen.
            Das ist an sich schon grenzwertig. Denn wenn ich eine Herrenfrau erleben, dann lese ich sie, wie ich will. Auch bei einem Transmensch steht meine eigene Einschätzung im Vordergrund, auch wenn der Gesetzgeber es unter Strafandrohung verbietet, den vorigen Vornamen dieser Transperson zu kolportieren.

            Und ich empfinde es im Übrigen auch als vorsätzliche Täuschung, wenn mir ein ehemals männlicher Transmensch zu nahe kommen will, nachdem ich mich als ausschließlich heteronormativer Mann zu erkennen gegeben haben.

            Ich akzeptiere jede Besonderheit, dass jemand so oder so sein will oder sich fühlt. Aber er soll ehrlich sein, wenn er sexuelles Interesse hat.
            Ich will wissen, woher diese fucking Bartstoppeln stammen.

            Denn nicht nur die sexuell Besonderen haben Rechte, sondern auch ich (wenigstens ein paar).

  2. Prof. Milton Diamond gilt als der Experte mit den wohl umfangreichsten wissenschaftlichen Untersuchungs-Erfahrungen zum Themenbereich „Transsexualität und Intersexualität“, worüber er u.a. hier berichtet:
    https://www.researchgate.net/publication/TRANSSEXUALISM AS AN INTERSEX CONDITION.

    Unabhängig davon wird man aber weder TERFs, noch „Tans*:Aktivist_Innen“, und ebenso wenig einige bekannte Experten, die auch hier im Forum gerne diesbezüglich aus einer Haltung heraus „argumentieren“, wonach nicht sein kann, was nicht sein darf, für vernünftige, wissenschaftlich basierte Einstellungen zu diesem Thema gewinnen können.

    So bleibt es bei dem, was Christian als lebensrealistisches Fazit festgehalten hat:
    „Und in der Tat löst es die Probleme nicht auf: Man müsste dann immer noch Lösungen finden, die sich vielleicht nach „Passing“, also der Frage, wie gut man als das andere Geschlecht durchgeht richten, was aber immer eine Einzelfall Abgrenzung verlangt. Ich vermute mal so machen es die meisten Transsexuellen, die nicht auf Konfrontation aus sind eh schon aber es ist dann natürlich immer einfacher als generelle Verbote oder Erlaubnisse.“

  3. „Die eine Seite könnte aufhören von anderen zu fordern, dass sie einen Penis oder einen Bart als weiblich ansehen, was schlicht Widerspruch hervorruft, die andere Seite könnte anerkennen, dass einige Leute eben ein abweichendes Gehirngeschlecht haben.“

    Wer behauptet, sich weiblich zu fühlen, dann aber mit Bart rumläuft, ist ein Lügner.

    Das Problem bei der Sache ist die Subjektivität. Meines Wissens kann man nicht ins Gehirn schauen und daran das „Gehirngeschlecht“ erkennen (falls doch, könnte man Christians Vorschlag folgen).

    Man kann aber auch nicht jedem einfach nach Belieben erlauben, sich das Geschlecht auszusuchen, wie die Grünen das gerne hätten. Das wäre schon deshalb absurd, weil das Geschlecht eben genetisch vorgegeben ist! Eine entsprechende Umgestaltung“geschlechtsangleichende OP“ zu nennen, ist schon ein Euphemismus, man kann das Geschlecht NICHT angleichen! Das muss man auch ganz klar so kommunizieren, man kann sich lediglich äußerlich umgestalten lassen und mit entsprechenden Hormonen nachhelfen. Aber man hat (solange die humane Gentechnik in den Kinderschuhen steckt) immer das Geschlecht, mit dem man geboren wurde. So hart das im Einzelfall sein mag.

    Um den Konflikt zu lösen, würde ich im Ausweis das genetische Geschlecht angeben (bei genetisch nachweisbaren Intersex schreibt man das halt hin) und zusätzlich das psychologische Wunschgeschlecht, damit jemand, der die ganze Zeit verkleidet herumläuft, nicht in jeder Polizeikontrolle hängen bleibt. Letzteres kann man dann meinetwegen beliebig ändern.

    Wäre damit Ruhe? Natürlich nicht. Weil natürlich jede Schneeflocke ein eigenes Geschlecht braucht und weil es den Ideologen nicht anerkannt genug wäre, es musste ja auch unbedingt Homo-Ehe heißen und konnte nicht nur eine eingetragene Partnerschaft oder sowas sein. Mit jeder Regenbogenfahne und jeder Diskussion um das Thema, finde ich die (Nicht)-Lösungsansätze von Orban und Putin irgendwie attraktiver, diese bekloppten Nischenthemen winziger Minderheiten, für die alles umgestaltet werden soll, was Jahrzehnte lang funktioniert hat, nervt mich nur noch, vor allem weil ich keinerlei „Maß halten“ erkennen kann, es wird immer mehr, immer aufdringlicher und immer versponnener.

      • Ja, das wäre interessant. Davon abgesehen, würde ich aber aus rein praktischen Erwägungen, das genetische Geschlecht trotzdem (meinetwegen zusätzlich) im Ausweis eintragen.

        Man hätte damit aber zumindest so etwas, wie eine medizinische Indikation für die Behauptungen der Person, was der vollkommenen Beliebigkeit einen Riegel vorschieben würde.

        Andererseits: wenn eh alles den Bach runtergeht (wonach es ja mal wieder aussieht) dann hat Beliebigkeit auch ihre Vorteile. Sollten die Nato-Grünen die Mobilmachung ausrufen, dann werde ich auch beim Amt vorstellig und wechsele ins priviligierte Geschlecht 🙂

        • „würde ich aber aus rein praktischen Erwägungen, das genetische Geschlecht trotzdem (meinetwegen zusätzlich) im Ausweis eintragen“

          Dafür müsste man das genetische Geschlecht bei Geburt auch bestimmen. Klar, in >99% reicht ein Blick zwischen die Beine des Neugeborenen, aber es gibt halt Ausnahmefälle, nur ein X-Chromosom etwa.

          Bei der Gelegenheit könnte man ja gleich auch einen Vaterschaftstest machen, sozusagen in einem Aufwasch 😉

          • Ja, stimmt, das müsste man machen, aber ich schätze da lässt sich sowas wie die Corona-Schnelltests entwickeln. Aber keine Ahnung.

            Wichtig wäre es vor allem bei denen, die an sich herumschnippeln lassen, für den Rest dürfte erstmal Bestandsschutz ausreichen, so dass man sowas sukzessive nachtragen kann. Hat ja eigentlich auch keine Eile.

        • Da bin ich sehr unsicher, wie ich das Thema finde.

          Fangen wir beim Status Quo an: Jeder Mensch hat ein Geschlecht. Es gibt zwei nicht wählbare Möglichkeiten und ein paar sehr seltene (ebenfalls nicht wählbare) Fälle, die nicht so eindeutig sind. Das Geschlecht wird spätestens bei der Geburt bestimmt und kommt dann in alle möglichen Dokumente.

          Früher hingen daran noch sehr viel mehr auch rechtliche Konsequenzen (Wehrdienst, Renteneintrittsalter, Name bei Eheschließung etc.). Das meiste davon ist obsolet (nicht vollständig und auch nicht perfekt umgesetzt, das ist ja hier immer Thema).

          Angenommen alles davon ist obsolet, also es herrscht perfekte rechtliche Gleichbehandlung (also so wie in Art. 3 Abs. 2 S. 1 GG vorgesehen – wozu brauchen wir das dann im Rechtsverkehr?

          Lassen wir es halt weg. Oder nur bei denen die es weg lassen wollen. (Viel Spaß bei Fernreisen 😉 )
          Dann bezeichnen sich 99% der Menschen immer noch als Mann/Junge oder Frau/Mädchen. Der Rest kann machen was er will, aber ohne jede Auswirkung. Wenn sie sich dann gegenseitig andere Pronomen geben, egal. Die 99% machen bei dem Teil mit so weit sie wollen oder eben nicht.
          Wenn ich jetzt jemanden subtil beleidige (also nicht strafbewehrt) kann ich das auch machen und derjenige redet nicht mehr mit mir. Wenn Menschen beleidigt sein wollen, weil falsches Pronomen – gut, warum nicht.

          Und manche Gynäkologen (Andrologen gibt’s ja nicht so viele) nennen sich dann entweder um und locken dadurch Patienten an oder sie lassen es und behandeln weiter nur Frauen, die auch biologisch Frauen sind.

          Aber ich fürchte auch das ist viel zu wenig aufregend.

          • Stimmt, Militärdienst ist eine interessante Frage. Kann man jemanden, der sich umoperieren lassen hat in einer Männerbaracke unterbringen? Eher nicht. Solche Leute müsste man bei der Musterung aussortieren.

            „Angenommen alles davon ist obsolet, also es herrscht perfekte rechtliche Gleichbehandlung (also so wie in Art. 3 Abs. 2 S. 1 GG vorgesehen – wozu brauchen wir das dann im Rechtsverkehr? Lassen wir es halt weg. Oder nur bei denen die es weg lassen wollen. (Viel Spaß bei Fernreisen 😉 )“

            Perfekte Gleichbehandlung wird es nie geben, weil es unpraktisch ist. Überall wo man versucht Ungleiche gleich zu behandeln, führt das zu Kostensteigerungen und oft auch zu Problemen. Der Versuch „barrierefrei“ zu sein, ist z.B. auch sowas. Man kann es nachvollziehen, aber im Prinzip wird da bautechnisch/planerisch massenweise Geld ausgegeben, um einer winzigen Minderheit den Zugang zu erleichtern.

            Bei Frauen und Männern wird es schon aufgrund der sexuellen Diskrepanzen niemals Gleichheit geben, es wird immer Männer- und Frauenumkleiden geben, Männer- und Frauentoiletten usw. außer man macht wirklich für jeden nur noch Einzelkabinen (was dann halt auf die Kosten schlägt).

      • Wer „transsexuell“ ohne distanzierende Kennzeichnung (und sei es wenigsten durch Intonation oder Anführungszeichen) gebraucht, macht sich eigentlich lächerlich und hilft, eine Lüge aufrechtzuerhalten und zu zementieren, die durch die Wortbestandteile lateinischen Ursprungs zustandekommt, denn die Silbe „trans“ bedeutet „hinüber“ und „sexuell“ bedeutet „(fortpflanzungs)geschlechtlich“. Das Geschlecht (sexus) ist biologisch definiert* durch die Anlage zur Produktion der größeren Keimzellen (Ovarien; weiblich) oder der kleineren Keimzellen (Spermien; männlich). Da ändern weder eine als unpassend empfundene eigene Geschlechtlichkeit noch mögliche neuronale Besonderheiten irgendwas dran, ganz zu schweigen von einer sog. „Geschlechtsumwandlung“ oder sog. „geschlechtsangleichenden OP“ (GaOP). Für diese Begriffe gilt in Bezug auf sog. „Transsexuelle“ dasselbe wie für dieses Wort selber (s.o.). Nur bei bestimmten Formen von Intersexualität (sog. unechte Zwitter) könnte der Begriff der GaOP halbwegs sinnvoll verwendet werden, wenn sie sich ihrem (biologisch definierten) Geschlecht im Phänotyp angleichen lassen (wie das bei sog. echten Zwittern ist, weiß ich zwar nicht genau, aber aufgrund meines Verständnisses der biologischen Definition von echten Zwittern – Zweigeschlechtlichkeit in sich vereinend – , müsste dort noch etwas dem Terminus „GaOP“ hinzugefügt werden, etwa: „ein-geschlechtsangleichende OP“). In Bezug auf alle anderen Menschen macht man sich lächerlich mit der Verwendung dieses Terminus und hilft, eine Lüge zu etablieren/aufrechtzuerhalten – wie gesagt. Denn dort findet keine Angleichung an ein Geschlecht – und schon gar nicht an das komplementäre – statt. Die eigene Anlage zur Produktion von Ovarien oder Spermien wird bei der sog. „GaOP“ nicht zur gegenteiligen hin geändert. Lediglich das äußere Erscheinungsbild wird geändert (inkl. einiger sekundärer Geschlechtsmerkmale), so dass es für Menschen, die sich da leicht täuschen lassen oder die sich leicht was vormachen können, wie eine Geschlechtstransition/-angleichung aussehen kann.
        Wenn diese sog. „Transsexuellen“ nun ein Unterfall von Intersexuellen sein sollen – mir wäre neu, dass das Gehirn als Träger (sekundärer) Geschlechtsmerkmale angesehen wird ^^ – und dies an der geschlechtlich atypischen Strukturierung des Gehirns liegt, dann käme dort lediglich eine Hormonbehandlung (keine OP) in Betracht, um das Gehirn an das tatsächliche eigene Geschlecht anzugleichen und das Phänomen der Fehlwahrnehmung der eigenen Geschlechtszugehörigkeit zu reduzieren/eliminieren. Dass das gehen müsste, ist m.E. klar, wenn man sich die Studienergebnisse zur Hormonbehandlung von sog. „Transsexuellen“ anschaut, die hier auf dem Blog von Christian vor einigen Tagen zitiert wurden (s. dort den mit einer mir nicht mehr erinnerbaren Zwischenüberschrift versehenen Abschnitt vor dem letzten Abschnitt mit der Zwischenüberschrift „Discussion“).

        (* = Und so wird es auch im herkömmlichen allgemeinkonventionellen Sprachgebrauch verstanden.)

        PS: Ähnliches trifft m.E. auch auf das Wort „asexuell“ zu, denn nur weil man freiwillig geschlechtlich nicht aktiv ist, heißt das nicht, dass man ungeschlechtlich ist/lebt. Und der Knaller bei diesem Begriff ist auch noch, wie ich hier und da mal mitbekommen habe, dass noch nicht mal kein Interesse an Sexualität besteht oder man geschlechtlich inaktiv bleibt, sondern dass das sehr wohl vorkommen kann („sehr selten mal Sex haben [wollen[(?)]]“). Da kommt mir doch – insbesondere unter dem Eindruck des beim letzten Selbermach-Samstag in einen Kommentar eingebetteten Videos von Tamara Wernli – leicht der Verdacht, dass das von Menschen als Selbstbezeichnung gewählt wird, die andern und evtl. auch sich selbst vormachen wollen, dass ihr geringes oder nicht vorhandenes Ausmaß an sexuellen Kontakten mit andern Menschen freiwillig und ohne Mangelempfinden gewählt sei (so, wie es sich einige Männer mit dem Konzept MenGoingTheirOwnWay vormachen, das ich sowieso schon im Namen entlarvend finde, da eine Selbstverständlichkeit und Voraussetzung für eine stabile glückliche (Sexual-)Lebenspartnerschaft hier als was Besonderes und dem Entgegengesetztes dargestellt wird, ganz zu schweigen von denjenigen vermeintlichen MGTOWlern, die das wie ein Banner vor sich her tragen und die Weiberwelt in Bausch und Bogen verachten und/oder durch Liebes-/Sex-/Männerentzug sanktionieren wollen :D).

        • „Wer „transsexuell“ ohne distanzierende Kennzeichnung (und sei es wenigsten durch Intonation oder Anführungszeichen) gebraucht, macht sich eigentlich lächerlich und hilft, eine Lüge aufrechtzuerhalten und zu zementieren“

          Nicht zuletzt deswegen legen ja viele Betroffene Wert darauf, Transidenten genannt zu werden.

          Transsexuell hat sich allerdings im gesellschaftlichen Bewusstsein nicht aus der reinen Ableitung aus dem Lateinischen heraus festgesetzt, sondern aus der üblichen Verwendung von „Sex“ als Kurzform von Geschlechtsverkehr.

          Da auch „Transsexuell“ in der Geschichte lange Zeit den unmittelbaren und einzigen Bezug zu Sex hatte (es war sehr lange ein nahezu ausschließliches Rotlicht-Milieu-Ding, selbst in anderen Kulturkreisen und auf junge Menschen begrenzt) ist die Konnotation geblieben.

          Faktisch hat sich der Rahmen auch erst geändert, als die Gebärfähigkeit der Frau auf gesellschaftlicher Ebene als dominantes konstituierendes Merkmal abgeschafft wurde und stattdessen die „Fickbarkeit“ (aka „optisch heterosexuelles Begehren auslösend“) konstituierend wurde.

          Weswegen übrigens in den meisten Kulturkreisen, wo die Gebärfähigkeit weiterhin der zentrale Wertmaßstab ist, Transidenten mit völligem Unverständnis oder gar massiver Ablehnung begegnet wird.

          • Nein, wenn „transsexuell“ auf die Sexualität bezogen wäre, könnte es nur entweder „heterosexuell“ bedeuten, weil „trans“ („hinüber, auf DIE andere Seite“) sich auf die jeweils eigene sexuelle Orientierung beziehen würde, die eben auf die andere Seite in orientiert ist, oder aber es würde „homosexuell“ bedeuten, weil „trans“ („hüben, auf DER anderen Seite“) dann auf die typische sexuelle Orientierung des anderen Geschlechts bezogen wäre; also wenn eine dieser beiden Bedeutungen mit dem Wort „transsexuell“ verbunden/etabliert worden wären, wäre es nicht irreführend gewesen (zumindest solange dann eben entweder „heterosexuell“ oder „homosexuell“ was anderes bedeutet hätte oder es das jew. Wort gar nicht gegeben hätte).
            Weiters hat das Wort „transsexuell“ nie was über die sexuelle Orientierung ausgesagt, denn als sog. „Transsexuelle/-r“ kann man ja weiterhin sowohl auf das eigene Geschlecht oder aufs komplementäre Geschlecht sexuell orientiert sein.
            „Transsexuell“ ist von vornherein zur Täuschung angelegt gewesen.

            „Transident“ … 😀 Danke für die Info. ^^ Aber auch das ist falsch und irreführend, denn „ident“ bedeutet ja gerade „dasselbe“ und kann nicht mit „trans“ verbunden werden, da es sonst ein Oxymoron ist, zumindest in dieser intendierten Bedeutung als Ersatz für „transsexuell“ (denn die einzig nicht widersprüchliche Bedeutung von „transident“ kann Folgendes sein: „sowohl hier als auch (später) drüben (noch) dasselbe“ – das ist auch bei Menschen, die sich einer vermeintlichen „GaOP“ oder einer Hormonbehandlung unterzogen haben, nicht der Fall, da sie ja gerade nicht mehr dasselbe, sondern abgeändert sind). „Transident“ weist selbst schon darauf hin, dass die Person, die das Wort gebraucht, gaga ist resp. an Realitätsverlust leidet, denn das Wort hat zur Voraussetzung, dass die Person un- oder halbbewusst weiß, dass sie „auf der hiesigen Seite“ ist, aber so tut, als ob sie „auf der anderen Seite“ wäre, und sich vermeintlich als dort seiend „identifiziert“ – bloßes Wunschdenken.

            „Transgender“ halte ich für die einzig passable Vokabel, die ich in dem Zusammenhang bisher gehört/gelesen habe, da „gender“ ja gerade das ausdrückt, worum es hier geht: „eigene gefühlte Geschlechtszugehörigkeit“, und „transgender“ dann eben ausdrückt, dass man weiß, dass man sich (eher) dem anderen (also dem nicht-eigenen) Geschlecht zu-/angehörig fühlt – warum auch immer.

          • Transident als verkürzte Form von Transidentitär – so gaga ist der Begriff gar nicht. Es dürfte als Gegenvorschlag zu Transsexuell auch darum gehen, die tradierte Fixierung der Kategorisierung auf rein Geschlechtsverkehr-bezogen zu durchbrechen.

            Transgender – wie von Dir vorgeschlagen – passt da natürlich schon besser. Vermutlich spielen da Eitelkeiten eine Rolle und Transidenten legen mit dem Beharren auf den eigenen Kategorie-Begriff Wert auf Darstellung ihre Anstrengungen (hinsichtlich Hormon-Therapie und Geschlechtsteil-angleichende Operationen), nicht zuletzt um sich von den Hobby- und Spaß-Crossdressern bzw. gewerblichen Travestie-Künstlern abzugrenzen.

            Alles in allem ein nettes Nischenthema in dieser unseren Gesellschaft hier und heute. Und ganz sicher nichts, was man in einem strom- und heizungslosen Winter vor der Ghetto-Tonne diskutieren würde. Und danach…nun, in einer Welt, in der Frausein bedeutet, Kinder zu gebären, haben es ja schon die Frauen mit angeborenen Eierstöcken, welche dies nicht schaffen, schwer, sich in einer Nische ihr Lebensrecht zu bewahren. Die Nische für Frauen die mit Testikeln geboren wurden, ist dann nochmal deutlich kleiner.

            Wobei – ganz ehrlich – ich gehe davon aus, dass eine Frau, die in einem Männerkörper geboren wurde, sich damit ganz gut arrangieren kann wenn sie will und muss 😉

          • „Transident als verkürzte Form von Transidentitär – so gaga ist der Begriff gar nicht.“
            — Doch, so gaga ist er – aus den genannten Gründen. Und wenn er als eine „verkürzte Form“ von „transidentitär“ verkauft werden soll, ist er einfach falsch und wiederum irreführend/täuschend, da „ident“ und „identitär“ völlig verschiedene Bedeutungen haben. Aber auch „transidentitär“ ist Nonsense, denn damit wird nur gesagt, dass man Transition (welcher Art auch immer) als Teil seiner selbst betrachtet und alles darauf ausrichtet und aufbaut. Ehrlicher wäre „transsexidentitär“, um klar zu machen, dass man vorhat, eine Lüge zu leben, indem man so tut, als ob man dem andern Geschlecht angehört.

            „Es dürfte als Gegenvorschlag zu Transsexuell auch darum gehen, die tradierte Fixierung der Kategorisierung auf rein Geschlechtsverkehr-bezogen zu durchbrechen.“
            — Das ändert allerdings nichts an dem, was ich gerade gesagt habe.

            „Vermutlich spielen da Eitelkeiten eine Rolle und Transidenten legen mit dem Beharren auf den eigenen Kategorie-Begriff Wert auf Darstellung ihre Anstrengungen (hinsichtlich Hormon-Therapie und Geschlechtsteil-angleichende Operationen)“
            — Ja, eben, sag ich ja: es geht nicht um Wahrheit und Ehrlichkeit, sondern um Täuschung und Sprachmissbrauch. Daher empfehle ich, den mittlerweile ja auch eingedeutschten und eingebürgerten Terminus „transgender“ für solche Leute zu verwenden.

            „nicht zuletzt um sich von den Hobby- und Spaß-Crossdressern bzw. gewerblichen Travestie-Künstlern abzugrenzen.“
            — Seit wann werden die denn „Transgender“ genannt? O.o Das ist mir noch nicht untergekommen. Und bei ihnen wäre es wohl auch der falsche Begriff.

  4. Für mich als Techniker ist es viel plausibler anzunehmen, dass wegen der Spaltung des Gehirns und dem Wissen über eine grundlegende Schizophrenität des Menschen da auch dann zwei Sexualitäten im Hirn sein müssen.
    Es ist also nicht das (Gehirn-)Geschlecht genetisch bestimmt, sondern welches dominant ist. Vorhanden sind sie beide. Transmenschen ändern also nicht ihr Geschlecht, sondern wechseln nur die Dominanz.

  5. Die Transfrauen, die ich kenne betrachten Bärte und Penisse definitiv als nicht weiblich, neulich ging ja Anastasia Biefang durch die Nachrichten und zumindest in meinem Umfeld fanden es die TS arg seltsam, daß Anastasia zZt wohl auch gern mit Bart und Männerfrisur rumläuft, aber 100% als Frau gesehen werden will. Es fällt dann oft der Begriff „Transtrender“ für Personen, die durch ihr Auftreten als eher schädlich für Akzeptanz von TS gesehen werden.

    In meinem Umfeld ist es auch wie du schreibst, also daß die weniger auf Konfrontation aus sind und am liebsten stealthy leben, bzw. ihre Ruhe haben wollen. Von dem her wäre dein Vorschlag schon ganz ok, die Aktivistinnen rudern zurück, die TS-Skeptiker akzeptieren die Abweichung des Geschlechts zwischen Gehirn und Körper und die TS selbst regeln das so gut es geht über ihr Passing (was sie ja normalerweise eh schon machen). Die Gesellschaft muß nur offener sein, wenn eben jenes Passing noch nicht so gut klappt.

  6. Ich bin auf einen in Teilen recht interessanten Text einer 73-jährigen Transgender-Person (die sich selbst als „Transsexuelle“ bezeichnet) gestoßen, der ein anderes Konzept vorschlägt. Er ist ein Leser-/Hörerbrief an den liberalkonservativen Michael Klonovsky anlässlich eines Vortrags von ihm auf Gettr zur Zweigeschlechtlichkeit etc. Der Brief, als Blogeintrag bei Klonovsky veröffentlicht, trägt den Titel „Transsexuell zu sein ist das exakte Gegenteil geschlechtlicher Beliebigkeit”.
    https://www.klonovsky.de/2022/07/transsexuell-zu-sein-ist-das-exakte-gegenteil-geschlechtlicher-beliebigkeit/
    Ich stelle ihn hier rein, weil er hier ganz gut rein passt, meine ich, und weil der 40-minütige Vortrag, der den Anstoß zu dem Brief gab, an einer Stelle kurz ebenfalls (wie im hiesigen Blogbeitrag zur Diskussion gestellt) Transgenderismus als Unterform von Intersexualität fasst (insgesamt geht die Genderthematik dort ab etwa Min. 26:40 los), wobei echte Zwitter nicht dazu gezählt werden.
    Bzgl. des Brieftextes will ich noch Folgendes anmerken:
    Die Behauptung, in Klonovskys Vortrag fehle das „soziale Geschlecht – Gender“ „nahezu komplett“, ist nicht richtig, es wird nur nicht im Sinne des Briefverfassers behandelt.
    Und es werden Wörter wie „Transsexualität“ und „transsexuell“ (und Ableitungen) gebraucht, die ich hier in den Kommentaren schon als irreführende Lügengebäudestützen aufgezeigt habe. Außerdem wird von „sozialem Geschlecht“ statt von „Geschlechterrolle“ gesprochen, wo sowohl der Terminus „Geschlecht“ als auch der Terminus „sozial“ falsch gebraucht wird, um ein bestimmtes Zig-soziale-Geschlechter-Konstrukt, das mit Geschlechtlichkeit nichts zu tun hat, zu bilden und dabei von „Geschlecht“ reden zu können.
    Was dann noch zu kritisieren ist, ist, dass im viertletzten Absatz „Mann“ mit „sozial – also im „Gender“ – normaler Mann“ gleichgesetzt wird und behauptet wird, dass der Verfasser des Briefes kein Mann sei, weil er „sozial – also im Gender“ kein „normaler Mann“ sei. Hier setzt wieder die „Transsexualitäts“-Unlogik/-Täuschung ein – ebenso kurz darauf, wenn dann doch wieder behauptet wird, er sei auch ein Mann, nämlich „auf der psychisch-sozialen Gender-Ebene, vermutlich aber auch biologisch in den meinem Gender zugrunde liegenden Hirnstrukturen – Mann und Frau in einer Person: beides zu stark, um eines davon ignorieren zu können, aber auch beides zu unvollständig, um mich damit sozial so eindeutig in eine der beiden Seiten einreihen zu können, wie es die allermeisten Menschen tun.“, und dann wieder: „meine Unfähigkeit, ein Mann zu sein (und vice versa meine Fähigkeit, wenigstens teilweise als Frau zu leben)“. Faktisch hat er natürlich immer „als“ Mann, nie „als“ Frau „gelebt“, denn tatsächlich kann er, Mann seiend, nicht als Frau leben; er kann nur so tun als ob. Es wird also so getan, als ob seine Geschlechtszugehörigkeit davon abhinge, ob er sich sozial irgendwo auf bestimmte Weise einreihen kann. Und er gibt zu erkennen, dass er noch nicht mal ein echter sog. „Transsexueller“ (also kein echter Transgender, wie ich sagen würde) ist. Gleichzeitig ist nach seiner These sowieso jeder irgendwie „Mann und Frau“ in seiner Genderkontinuumsvorstellung, da „[100 %] männlich“ und „[100 %] weiblich“ ja als Pole – also Extreme – eines Kontinuums gefasst werden; dann wäre jeder, der nicht gerade eines der Extreme ist, ein bisschen transgender …

    Dann wird behauptet: „Man kann das Phänomen „Transsexualität“ nicht erklären, ja nicht einmal halbwegs realistisch beschreiben, ohne von einer schicksalhaft vorgegebenen, biologisch begründeten, unveränderbaren Prädisposition auszugehen.“ – Veränderbar dürfte das mittels Hirnstrukturen verändernder Hormongabe sehr wohl sein, aber dann müsste man erst mal die eigene neuronal-psychische Störung anerkennen und dass der Leidensdruck d a m i t verbunden ist.

    Gefallen hat mir besonders der wie folgt zitierte Absatz:
    „[…] Während seriöse Wissenschaft – von Biologie und evidenzbasierter Psychologie ausgehend – sich dafür interessiert, was denn nun genau am Menschen von der Natur her individuell schicksalhaft vorgegeben ist und was dem freien Willen unterliegt und verändert werden kann, leugnet die linksfeministische Ideologie ersteres komplett (torpediert genau deshalb auch jegliche Forschung dazu) und propagiert letzteres als angeblich auf der Gender-Ebene beliebig form- und veränderbare, menschliche Geschlechtlichkeit – der Mensch als „tabula rasa“, als Rohmaterial für einen durch Erziehung und Indoktrination zu erschaffenden „neuen Menschen“.“

    • Besonders gut und wichtig fand ich bei Klonovskys kurzweiligen 40-minütigen Vortrag etwa ab Min. 18 seine folgend notierten/wiedergegebenen Ausführungen:
      Nach Hannah Ahrendt (Theorie der Elemente totalitärer Herrschaft (1951)) ist die Berufung auf die Wissenschaft ein Hauptkennzeichnung modernen Totalitarismus. „Die Gesellschaft ist atomisiert und zugleich homogenisiert.“ Das nennt sich heute „diversity“. Aus der Orientungs- und Bindungslosigkeit der Einzelnen resultiert ein kollektiver Mangel an Urteilskraft. „Die Mentalität moderner Massen beruht darauf, dass sie an die Realität der sichtbaren Welt nicht glauben, sich auf eigene kontrollierbare Erfahrungen nie verlassen, ihren fünf Sinnen misstrauen und darum eine Einbildungskraft entwickeln, die durch jegliches in Bewegung gesetzt werden kann, was scheinbar universelle Bedeutung hat.“ Die intellektuellen Eliten haben sich freiwillig gleichgeschaltet und betreiben mehrheitlich Systempropaganda. Gerade sie hegen eine „Neigung für die abstraktesten Vorstellungen, diese leidenschaftliche Vorliebe, ihr Leben nach sinnlosen Begriffen zu gestalten, wenn sie dadurch nur dem Alltag und dem gesunden Menschenverstand, den sie mehr verachten als irgendetwas sonst, entgehen konnten.“
      Alexander Wendt (gemeint ist wohl der Journalist, nicht der Politikwissenschaftler dieses Namens) definiert dieses Phänomen als „kulturelle Verachtung“. Die Mehrheit der einfachen Menschen folgt irgendwann diesen Vorstellungen/Dogmen dieser Intellektuellen. Das heißt (Ahrendt folgend), dass frei erfundene, aber in sich logische Systeme das Denken der Menschen beherrschen und eine Hyperrealität erzeugen. Deswegen ähneln sich überzeugte Kommunisten, überzeugte Nazis und überzeugte Woke in ihrem heilsdurchglühten Eskapismus auch so sehr. Es wird an vermeintliche wissenschaftliche Beweise geglaubt. Ahrendt: „Diese ideologisch verankerten Lügen sind unantastbar. Sie werden mit sorgfältig ausgearbeiteten Systemen pseudowissenschaftlicher Beweise gestützt und im Gegensatz zu älteren Formen politischer Propaganda, die dazu neigt, sich auf die Vergangenheit zu berufen, um Gegenwärtiges zu rechtfertigen, benutzt totalitäre Propaganda die Wissenschaft, um die Zukunft zu prophezeien.“ Gemäß dem strikten Determinismus jeder Ideologie steht am Ende des eingeschlagenen Weges eine Transformation der menschlichen Natur, das Erreichen einer neuen Gattungsqualität.
      Ein wesentliches Glied in der totalitären Symptomkette ist also das Misstrauen gegen die eigene Wahrnehmung und deren Ersetzung durch staatlich verbreitete sogenannte wissenschaftliche Theorien.

      https://gettr.com/streaming/p1iy074ecd4
      „Klonovsky: Acta diurna – Folge #4“

      Auch zu Klonovskys Vortrag sei noch kritisch angemerkt, dass die dort verwendeten Wörter „Transidentität“, „Transsexuelle“, „Transfrau“, „Geschlechtsumwandlung“ irreführend angelegt sind, wie ich hier in den Kommentaren bereits dargelegt habe.

  7. Warum soll der Konflikt eigentlich gelöst werden? Und wenn dann doch wohl nicht durch die hier aktiven User.
    Stattdessen würde ich mich zurücklehnen, Popcorn her und die Show genießen.

    Sollen die sich doch gegenseitig zerlegen und sich somit selbst diskreditieren.

    Besser kann man die nicht von außen bekämpfen.

  8. Erfahrungsbericht eines Transmanns:

  9. Lest mal hier, es ist so einfach:

    http://www.transsexualitaet-ngs.de/?Das_neurogenitale_Syndrom___Genderideologie_vs._NGS

    Neuronales Gehirngeschlecht, verankert im BSTc (siehe Swaab, Gooren, Hofman und Zhou) ist ab der Zeugung festgelegt. Ist es gegensätzlich zur genital-gonadalen Entwicklung, haben wir eine Diskrepanz zwischen Sexus und Sexus und damit eine Sonderform der Intersexualität.

    Gender hat damit nichts zu tun.

    Schöne Grüße von einem Mann, der sein NGS überwunden hat und beruflich wie gesellschaftlich völlig integriert ist und stealth lebt. Ich lasse andere in Ruhe und will selbst meine Ruhe haben.

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