Väter der Freundin: Was habt ihr so erlebt?

Auf Twitter gab es folgenden Tweet:

Und ich muss sagen, dass ich es verständlich finde, wenn man eine gewisse Sorge um seine Tochter hat, aber das in der Tat ein No-Go sein sollte, da irgendwelche Drohungen auszustoßen. Wenn es ein Typ ist, bei dem man berechtigte Sorgen hat, dass er was blödes macht wäre es wohl eher Zeit Gespräche mit der Tochter zu führen.

Bei mir würde, wie ich auch schon auf Twitter schrieb, auch schon an der Waffensammlung scheitern. Im Ganzen hätte ich auch eher vermutet, dass es ein amerikanischer Trope ist.

Bisher hatte ich mit Vätern oder Eltern von Freundinnen auch nie ein Problem. Jedenfalls keines, welches mir gegenüber kommuniziert worden ist.

Das verbindende Element war eher, dass ich zumindest als Volljähriger mit jedem der Väter was trinken musste. Was ich aber auch nicht sonderlich schlimm fand.

Was habt ihr so erlebt, mit Müttern oder Vätern der Freundinnen/Freunde? Was würdet ihr für Partner von Kindern davon auch machen oder auf keinen Fall machen?

34 Gedanken zu “Väter der Freundin: Was habt ihr so erlebt?

  1. Einmischung in die Beziehung der Kinder würde ich generell als Übergriffigkeit bewerten. Als Eltern sollte man nur als Berater zu Seite stehen, wenn es offensichtlich erwünscht ist. Die Grenzen der Kinder sind zu respektieren, und das den Kindern beizubringen, ist Aufgabe der Eltern.

    Um den Schwachsinn, dass Übergriffigkeit an das Geschlecht des Elternteils gebunden ist, mal in Frage zu stellen, eine Anekdote aus dem eigenen Leben.:

    Als 18-jähriger war ich in ein Mädel verknallt, dass aus religiöser Erziehung heraus keinen Sex vor der Ehe wollte. Meiner Mutter passte das irgendwie nicht, Sex gehöre in einer Beziehung dazu. Es kam von ihr die Bemerkung : „Ist die etwa noch Jungfrau? Dann kommst Du ja gar nicht rein und bist danach erstmal Impotent! (dazu hämisches Gelächter)“

    Letzlich entstehen solche Übergriffigkeiten aus einer narzistischen Selbstbezogenheit des Elternteils, die dazu führt, dass das Kind nicht mehr als eigenständige Persönlichkeit gesehen wird, sondern als verlängertes Selbst, das den Bedürfnissen des Elternteils zu dienen hat.

    • Es kam von ihr die Bemerkung : „Ist die etwa noch Jungfrau? Dann kommst Du ja gar nicht rein und bist danach erstmal Impotent! (dazu hämisches Gelächter)“

      Wobei man sich den Witz auch kumpelhaft vorstellen könnte. Und zwar mit der Prämisse, daß die Mutter klar zum Ausdruck bringt, daß sie den Lebensstil der Freundin respektiert. Und natürlich ohne hämisches Gelächter.

      Über solche Dinge sollte man aber öfter mal sprechen. Also die vielen Respektlosigkeiten der Eltern jenseits von einer offensichtlich autoritären und gewalttätigen Erziehung. Das kann man auch immer wieder in der Öffentlichkeit mit kleinen Kindern erleben, wie sie subtil unter Druck gesetzt werden oder irgendwelche Schuldkontexte konstruiert werden. Das sind die subitileren Formen des Machtmißbrauchs, die aber allgegenwärtig sind.

      Das Beispiel aus dem Tweet ist natürlich krank, emotional völlig inkompetent. Aus Angst vor Nähe und zwischenmenschlichem Respekt wird eine Machtgeste ausgeführt.

      Ist schon verrückt, wie psychisch krank der ganz normale Teil der Gesellschaft ist, ohne daß das wirklich realisiert wird.

      Letzlich entstehen solche Übergriffigkeiten aus einer narzistischen Selbstbezogenheit des Elternteils, die dazu führt, dass das Kind nicht mehr als eigenständige Persönlichkeit gesehen wird, sondern als verlängertes Selbst, das den Bedürfnissen des Elternteils zu dienen hat.

      Stellt sich die Frage, woher dieser Narzißmus, diese Grandiosität kommen. Die Mutter wird mit Sicherheit genauso als Kind behandelt worden sein, wie sie nun ihre eigenen Kinder behandelt. Absurd ist, daß dieses ganze Psychowissen schon seit über 40 Jahren in der Welt ist und die Menschen sich immer noch so schwer tun mit der Krankheitseinsicht.

    • Zustimmung, sehe ich auch so. Es mag Extremfälle geben, bei denen ein Einschreiten oder eine Warnung der Eltern sinnvoll sein mag, etwa wenn die 16jährige Tochter den städtischen Drogendealer dated, aber letztlich müssen Kinder immer ihren eigenen Weg finden, auch wenns manchmal weh tut.

  2. Nie erlebt. Die waren in jüngeren Jahren mal besorgt, aber immer freundlich.
    Später sind die froh, wenn Töchterchen versorgt ist….

  3. Hab ich auch nie erlebt.
    Wenn ich mich recht entsinne, hatte keine meiner damaligen Freundinnen einen klassischen Vater, der im selben Haushalt lebte und auf die eine oder andere Weise seine Garantenpflicht demonstrierte.
    Die elterliche Garantenpflicht ist anscheinend schon sehr lange auf den Staat und den feministisch-pädagogischen Komplex übergegangen.

      • Hmmm… ich stelle mir da z. B. gerade die Szene vor, in der sich der neue Freund des Sohnes als dieser dem Vater vorstellt und der Vater darauf hin nur mit weit aufgerissenen Augen seinen Sohn anschaut und ruft: „WAAAAS?! Du bist schwul?!“… 😉

      • Mir hat mal die Mutter meines Ex vorgeworfen, ich hätte ihn zur Homosexualität verführt.

        Ich habe ihr geantwortet, dass ich es gut fände, wenn ich das könnte.

  4. Nie nennswerte Probleme gehabt, meine Mädchenfreundschaft bewegten sich auch meist in meinem gleichen sozialen Umfeld. Lediglich als ich meine Frau in Kolumbine kennen lernte, wurde ich erstmal den Eltern vorgestellt, bevor ich bei ihr übernachten konnte. Als ich sie das erste mal zu mir nach Deutschland einlud, war auch eine spezeille Erlaubnis des Vaters notwendig, die ich persönlich erbitten musste. Eine konservativere, katholische Gesellschaft eben, aber die Leute waren alle in Ordnung.

  5. „Als ich sie das erste mal zu mir nach Deutschland einlud, war auch eine spezeille Erlaubnis des Vaters notwendig, die ich persönlich erbitten musste.“

    Echt? Wie lief das ab?
    Und zur Hochzeit dann auch noch bei dem Vater um die Hand anhalten nehme ich an?

    • So ungefähr. Wir trafen uns mit ihm und ich sagte, Don Avilio, ich möchte mit ihrer Tochter zusammen bleiben und möchte, dass sie mich in Deutschland besucht. Sind sie einverstanden? Da hatte er nichts dagegen, immerhin kannten wir uns schon ein Jahr. Später haben wir ihm dann geme4insam auch unsere Absicht zu heiraten mitgeteilt (wobei das meinerseits nur daraus folgte, dass wir anders nicht zusammen bleiben konnten, da ich in Kolumbien keine Arbeit hatte und sie nur als Gattin eines Deutschen dauerhaft nach Deutschland kommen konnte).

      Ein direktes „um die Hand anhalten“ war es sicher nicht, denn die Möglichkeit, dass er nein sagen könnte, hatten wir eigentlich nicht einkalkuliert. Aber gelerell besteht in Südamerika noch ein wesentlich größerer Resoekt gegenüber den Eltern als bei uns.

  6. So richtig schlechte Erfahrungen habe ich nicht gemacht. Mal ein wenig Gemecker von Schwiegereltern in Spe, aber das war nicht weiter wild. Kleinigkeiten.
    So mit 18 hatte ich ein tolles Erlebnis. Urlaub im Süden, Nette Tochter der Gastgeber angeflirtet, gemeinsam Eis essen und knutschen. Der Vater hat sich das angeschaut und nix gesagt. Gegen Ende des Urlaubs nahm er mich zur Seite und zeigte mir ein Grundstück. Das wäre die Mitgift meinet er. Mit Haus natürlich. er war so was wie Bauunternehmer oder so. Ich kam nach dem Urlaub nicht mehr zurück. Schön blöd, die sah aus wie Piroschka und war total lieb. Und die besten Schwiegereltern hätte es on Top gegeben.

    • Tatsächlich waren die Frauen wesentlich kritischer als die Männer in meiner Familie. Da wurde öfter mal davor gewarnt, dass einem „die fremden Frauen ja nur ein Kind anhängen“ wollen.

      Den Spruch mit der Waffensammlung halte ich für ein Ami-Klischee, z.B. aus „Bones – die Knochenjäger“, dort kommt so eine Szene vor. Ich finde es absolut widersinnig, einem Jungen entweder gleich das Allerschlimmste zu unterstellen oder, wenn er sympathisch wirkt und Töchterchen glücklich mit ihm ist, ihn künstlich runterzumachen. Schafft nur unnötig Spannung.

      • Man findet auch online ne ganze Menge Videos dazu – in einem der besonders dämlichen davon führt der Vater den Freund der Tochter kurz vor dem Schulabschlussball in seinen privaten Fitnessraum im Haus, in dem gerade sechs 1,90 m Muskelpakete im Alter zwischen 40 und 50 am Pumpen sind und den armen Jungen einkreisen, während Psychodaddy ihm eine Ansprache hält, dass er heute Abend anstelle von Papa dafür verantwortlich ist, dass es dem Töchterchen gut geht und er sich klar machen soll, wie groß die Verantwortung auf seinen Schultern ist.

        Wäre mir so was passiert, ich hätte das Haus wortlos verlassen und die Freundin sitzen gelassen, mit einer kurzen Textnachricht: „Du gehst heute alleine auf den Abschlussball. Frag deinen Vater, warum.“ Vielleicht hätte er mich wirklich dafür grün und blau geschlagen. Aber wer einen fetten privaten Fitnessraum hat, aus dem kann mein Anwalt in den USA locker ein paar Millionen rausklagen.

        • Man findet auch online ne ganze Menge Videos dazu Tweets und Videos. Offensichtlich geht es bei dem Thema zuallerst um Klischees und gestörte Fantasien (von Frauen), die durch solche Klischees getriggert werden.

  7. Klischee, in zwei relevanten Fällen nie etwas ähnliches erlebt. Die Eltern der beiden Freundinnen haben es zur Kenntnis genommen. Mich freundlich begrüßt, neben her, wenn ich mal bei den Eltern der Freundinnen was essen war dezent ausgefragt, das war’s.

  8. Naja solange die Tochter oder der Sohn unter 18 ist, sollten die Eltern doch schon mal genauer hinschauen wen sie da treffenund ggf. nicht nur mit dem Kind sondern auch mal mit dessen Partner ein Wort reden. Z.B. ist eine Teenagerschwangerschaft kein erstrebenswertes Ziel.

  9. Warum ist es anscheinend nicht normal, ähnlich auf einen Sohn achtzugeben wie auf eine Tochter?
    Wenn die Mutter das neueste Date mal ranwinkt und sagt: „Wenn du Lui ausnimmst, abzapfst und dann wegschickst, dann werde ich dafür sorgen, dass dich niemals wieder einer anschauen wird. Dann wirst du relationale Gewalt vom Feinsten erleben und kannst als Sextouristin nach Kenia fliegen und da dein Erspartes abladen.“

    Mein Neffe (22) ist gerade in die Fänge einer zehn Jahre älteren bislang kinderlosen Brasilianerin geraten. Meine Schwester rief mich verzweifelt an, weil sich ein Weg abzeichnet, auf dem er vermutlich für ihr™ Kind seinen Lebensplan aufgeben muss und gemäß der Rechtssprechung im Matriarchat versklavt wird (jaja, KÖNNTE auch gut gehen und lebenslang harmonisch verlaufen 😉 ).

    Die sollte vielleicht von meiner meine Schwester auch mal zur Brust genommen werden und das Waffenarsenal einer Frau und Mutter gezeigt bekommen.

    Was wohl das Twitter-Girl @Shitkipper dazu zwitschern würde?

  10. Ich bin eigentlich immer gut von den Vätern aufgenommen worden und hatte ein positives Verhältnis zu ihnen, zumindest haben alle versucht, das Beste draus zu machen. Ich bin nie bedroht oder belehrt worden.

    Der Vater meiner Frau ist leider schon gestorben, mit ihm war es etwas distanzierter, aber vor allem, weil er schwerhörig war (und sich erst spät ein Hörgerät besorgt hat) und man deshalb mit ihm kein normales Gespräch führen konnte.

  11. Bei mir hat in meiner ersten Beziehung eindeutig ihre Mutter sabotiert. Ich war ihr zu brav, und sowas soll nicht mit ihrer Tochter zusammen sein. Dementsprechend hat sie jede Gelegenheit genutzt, um mich niederzumachen. Zum Babysitten für die kleine Schwester war ich aber genug. Und selbst hat sie ihren Mann als Zahlschwein behandelt, hauptsache das Geld ist da und man kann gut leben.

    Vom Papa hab ich da übrigens nichts mitbekommen, der war meistens auf Arbeit und wenn er doch mal da war hatte er nichts zu sagen.

    In meiner jetzigen Beziehung verstehe ich mich sehr gut mit meiner Schwiegermama. Sie scheint ziemlich beeindruckt von mir zu sein und sagt mir das auch immer, zudem kann ich eigentlich alles mit ihr zusammen machen, auch diverse Hobbys, denen ich nachgehe. Mit dem Vater bin ich noch nicht so ganz warmgeworden, aber das liegt da vor allem an der Sprachbarriere und zu wenig Zeit, die wir zusammen verbringen konnten.

  12. Wenn es bei uns soweit sein wird, nehme ich die jeweils von Tochter bzw. Sohn „Auserwählten“ mit zu unseren Tieren. Je nachdem, was ich dabei beobachte bekommen sie dann meinen Segen (oder nicht). Und selbst wenn die Beziehung nicht halten sollte, habe ich dann im besten Fall eine qualifizierte Option für die Urlaubsvertretung…;)

      • Da ich Sachkundeprüfer / Sachverständiger für den Bereich Gifttiere bin, dürfte sich der Schwiegersohn / die Schwiegertochter in Spe auf diverse Giftschlangen (u.a. Kobras, Klapperschlangen, Taipane), giftige Amphibien, Fische und diverse Wirbellose (Schwarze Witwen, Dickschwanzskorpione etc.) freuen. 😁 Von privaten Haustieren wie Herdenschutzhund, Kaltblutpferd usw. gar nicht erst zu reden.

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