Ist es strafbar, wenn die Frau Löcher in das Kondom sticht um schwanger werden zu können?

Das Amtsgericht Bielefeld hatte einen Fall zu entscheiden, in dem eine Frau Löcher in ein Kondom gestochen hat um schwanger werden zu können:

„Dieser Fall ist einmalig. Wir haben hier heute Rechtsgeschichte geschrieben”, lautet das Fazit der Richterin des Amtsgerichts Bielefeld

Manche Frauen wünschen sich nichts sehnlicher, als ein Kind zu haben. Eine Frau aus NRW hoffte nur durch eine Schwangerschaft, ihren Sexpartner an sich binden zu können. Um endlich schwanger zu werden, traf sie eine Entscheidung, die definitiv zu weit ging. Nun wurde sie deshalb verurteilt.

Anfang 2021 lernt Melanie T. aus Bad Salzuflen (NRW) über ein Datingportal im Internet Florian S. kennen. Zunächst trafen sich die beiden zumeist nur in seiner Wohnung in Bielefeld, um Sex zu haben. Doch bei Melanie entwickelten sich schnell auch Gefühle. Doch ihre Internetbekannschaft hatte wohl von Anfang an klar gemacht, dass er keine Beziehung wollte.

Um ihn dennoch nicht zu verlieren, traf sie eine folgenschwere Entscheidung: Sie wollte ohne sein Wissen schwanger werden, damit er bei ihr blieb. Wie „Bild“ berichtet, nahm sie deshalb seine Kondome und bohrte kleine Löcher in die Gummis. Immer und immer wieder. Doch der Plan schien zu scheitern. Denn nach ein paar Wochen kriselte es.

Florian S. habe den Kontakt dann abgebrochen. Plötzlich gestand ihm die 39-Jährige via Whatsapp: „Ich habe Löcher in unsere Kondome gestochen. Ich glaube, ich bin schwanger.” Ihr ehemaliger Lover reagierte geschockt und zeigte sie umgehend an. Sie gestand sie ihre Missetaten vor Gericht. Offensichtlich landen Frauen wegen solchen Fällen selten vor Gericht, sondern eher Männer.

Die Richterin bezog sich deshalb auf den Tatbestand des sogenannten „Stealthing”. Dabei sind Männer die Übeltäter, indem sie während des Geschlechtsverkehrs einfach das Kondom abziehen. „Diese Vorschrift gilt auch im umgekehrten Fall. Die Kondome wurden ohne Wissen und gegen den Willen des Mannes unbrauchbar gemacht”, begründete die Richterin und verurteilte Melanie T. laut „Bild“ zu sechs Monaten Haft auf Bewährung wegen sexueller Nötigung.

Angewendet wird der § 177 StGB und es wird einfach das Einverständnis sehr eng ausglegt. Hier zB aus einem jüngeren Urteil des OLG Hamm (OLG Hamm, Urteil vom 01. März 2022 – 5 RVs 124/21), welches nicht um das Abziehen eines Kondoms ging, sondern darum, dass die Absprache getroffen worden war, dass er nicht in ihr kommt, sondern den Penis vor dem Samenerguss herauszieht, welches er bewusst nicht gemacht hat.

Durch § 177 Abs. 1 StGB in der seit dem 10.11.2016 geltenden Fassung wird das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung durch die sogenannte „Nein-heißt-Nein-Lösung“ umfassend, d.h. unabhängig von einem Nötigungselement geschützt (BT-Drs. 18/9097 S. 21 ff.). Wegen sexuellen Übergriffs macht sich dementsprechend unter anderem strafbar, wer an einer anderen Person gegen deren erkennbaren Willen sexuelle Handlungen vornimmt. Anknüpfungspunkt für die Strafbarkeit ist dabei – wie sich aus den Gesetzesmaterialien (BT-Drs. 18/9097 S. 23) sowie der systematischen Zusammenschau mit Abs. 2 (OLG Schleswig, Urteil vom 19.03.2021 – 2 OLG 4 Ss 13/21 -, Rn. 22, juris; Renzikowski, in: MünchKomm, 4. Aufl. 2021, § 177 StGB Rn. 50) ergibt – nicht der rechtsgeschäftliche, sondern der natürliche Wille des Opfers. Willensbedingte Mängel hindern ein tatbestandsausschließendes Einverständnis daher auch dann nicht, wenn das Einverständnis des Opfers durch Täuschung erschlichen wurde (Ziegler, in: Beck´scherOK, Stand: 01.11.2021, StGB § 177 Rn. 1, Eisele, in: Schönke/Schröder, 30. Aufl. 2019, StGB § 177 Rn. 20). Erforderlich, aber auch ausreichend für das Einverständnis ist, dass die betroffene Person die sexuelle Bedeutung der entsprechenden sexuellen Handlung kennt (Renzikowski, in: MünchKomm, a.a.O., § 177 StGB Rn. 50). Lehnt das Opfer die sexuelle Handlung hingegen ab, ist es gleichgültig aus welchen Gründen sie dies tut (Ziegler, in: Beck´scherOK, a.a.O., § 177 Rn. 11).

bb)

Ausgehend von den soeben dargelegten Grundsätzen wurde die hier maßgebliche Frage, unter welchen Voraussetzungen ein tatbestandsausschließendes Einverständnis des Opfers anzunehmen ist, in der letzten Zeit intensiv bezüglich des heimlichen Abziehens des Kondoms während des Geschlechtsverkehrs (sog. „Stealthing„) diskutiert. Die mit dieser Fragestellung befassten Obergerichte – KG Berlin (Beschluss vom 27.07.2020 – (4) 161 Ss 48/20 (58/20) -, juris); OLG Schleswig (Urteil vom 19.03.2021 – 2 OLG 4 Ss 13/21 -, Rn. 22, juris); Bayerisches Oberstes Landesgericht (Beschluss vom 20.08.2021 – 206 StRR 87/21 -, juris) – sind der herrschenden Meinung (s. die Nachweise bei Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluss vom 20.08.2021 – 206 StRR 87/21 -, juris) gefolgt und haben einheitlich und mit überzeugender Begründung die Strafbarkeit des „Stealthing“ nach § 177 Abs. 1 StGB jedenfalls dann bejaht, wenn der Täter in den Körper des Opfers absprachewidrig ejakuliert.

cc)

Die in den vorgenannten Entscheidungen aufgestellten Maßstäbe können auch vorliegend herangezogen werden. Danach ist davon auszugehen, dass das von § 177 StGB geschützte Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung die Freiheit der Person beinhaltet, über Zeitpunkt, Art, Form und Partner sexueller Betätigung nach eigenem Belieben zu entscheiden (KG Berlin, Beschluss vom 27.07.2020 – (4) 161 Ss 48/20 (58/20) -, Rn. 22, juris). Nach dem Schutzzweck der Norm kann der Rechtsgutinhaber daher nicht nur darüber bestimmen, ob überhaupt Geschlechtsverkehr stattfinden soll, sondern auch darüber, unter welchen Voraussetzungen er mit einer sexuellen Handlung einverstanden ist (KG Berlin, Beschluss vom 27. Juli 2020 – (4) 161 Ss 48/20 (58/20) -, Rn. 22, juris). Somit kann sich das Einvernehmen des Sexualpartners konkret sehr wohl nur auf bestimmte sexuelle Handlungen – beispielsweise Geschlechtsverkehr ausschließlich unter Verwendung eines Kondoms – beziehen, während gleichzeitig anderen sexuellen Handlungen ein erkennbarer Wille entgegenstehen kann (OLG Schleswig, Urteil vom 19. März 2021 – 2 OLG 4 Ss 13/21 -, Rn. 16, juris).

In der vorliegenden Fallgestaltung ist hierbei insbesondere von Bedeutung, dass dem Samenerguss in der Vagina in sexualstrafrechtlicher Hinsicht eine andere Handlungsqualität als der „bloßen“ vaginalen Penetration zukommt (KG Berlin, Beschluss vom 27.07.2020 – (4) 161 Ss 48/20 (58/20) -, Rn. 25, juris; Bayerisches Oberstes Landesgericht; Beschluss vom 20.08.2021 – 206 StRR 87/21 -, Rn. 17). Dies wird allein schon im Hinblick auf den ungewollten Kontakt mit dem Sperma des Sexualpartners sowie dem damit verbundenen erhöhten Risiko einer ungewollten Schwangerschaft deutlich, auch wenn dies nicht die Motive des Opfers für die ablehnende Haltung sein müssen (Bayerisches Oberstes Landesgericht; Beschluss vom 20.08.2021 – 206 StRR 87/21 -, Rn. 17; juris; KG Berlin, Beschluss vom 27.07,2020 – (4) 161 Ss 48/20 (58/20) -, Rn. 25, juris). Ebenso wie nach der vorzitierten obergerichtlichen Rechtsprechung die Verwendung eines Kondoms konstitutiver Bestandteil für das Einverständnis mit der sexuellen Aktivität sein kann, kann dies genauso auch die Bedingung des Opfers sein, den vaginalen Geschlechtsverkehr vor dem Samenerguss zu beenden. Dass diese Art der Empfängnisverhütung im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden deutlich unsicherer ist, ändert nichts an der Beachtlichkeit des Opferwillens. Setzt sich der Sexualpartner bewusst absprachewidrig über diese vom Opfer gesetzte Grenze hinweg, stellt dies eine so erhebliche Abweichung vom konsentierten sexuellen Handlungsgeschehen dar, dass die sexuelle Handlung nicht mehr vom tatbestandsausschließenden Einverständnis gedeckt und damit regelmäßig nach § 177 Abs. 1 StGB strafbar ist.

Wenn das Kondom abziehen zumindest beim Ejakulieren strafbar ist und das Ejakulieren in ihr ohne Absprache, dann sollte in der Tat ein durchlöchteres Kondom auch darunter fallen.
Allerdings dürfte dann da auch das Absetzen der Pille drunter fallen, denn da ist ja die Zustimmung auch nur unter dieser Bedingung erteilt worden. Mal sehen, ob da dann entsprechende Urteile folgen werden.

35 Gedanken zu “Ist es strafbar, wenn die Frau Löcher in das Kondom sticht um schwanger werden zu können?

    • Das Problem ist, das heutzutage (aufgrund der Verhütungsmittelverfügbarkeit) unterschieden werden sollte zwischen sexuellen Handlungen ohne und mit Zeugungsmöglichkeit. Eine ungewollte Schwangerschaft hat historisch extreme Folgen für Frauen, in unserer Zeit aber auch für die Männer.

      Es stimmt, einen einvernehmlichen GV aufgrund einer Lüge hinsichtlich der Zeugungswahrscheinlichkeit zu einer sexuellen Gewalttat umzudeuten ist falsch. Es ist einfach ein anderes Vergehen und bräuchte eine gesonderte Betrachtung. Damit will ich es nicht hinsichtlich der Schwere des Vergehens einordnen, aber es ist kein Gewaltvergehen.

      Betrug ist ja auch kein Raub.

  1. „Wenn das Kondom abziehen zumindest beim Ejakulieren strafbar ist und das Ejakulieren in ihr ohne Absprache, dann sollte in der Tat ein durchlöchteres Kondom auch darunter fallen.“

    Ja

    „Allerdings dürfte dann da auch das Absetzen der Pille drunter fallen, denn da ist ja die Zustimmung auch nur unter dieser Bedingung erteilt worden.“

    Der Unterschied zu den Fällen oben sind hier dann die übertragbaren Krankenheiten. Aber auch hier wird der Mann dem Sex in den meisten Fällen nicht zustimmen, wenn er vorher wüsste das daraus ein Kind entstehen kann.

    Frauen argumentieren hier sehr oft das ein Mann immer davon ausgehen muss, das aus Sex ein Kind entsteht und sowas kommt zu der Frage was ein Mann denn tun soll wenn die Frau heimlich die Pille absetzt. Mann soll Frauen also auch in der Beziehung nicht trauen… gem. den Aussagen von Frauen.

    Und wenn die Frau dann durch solche Tricks schwanger geworden ist, dann soll der Mann natürlich Verantwortung übernehmen und zwar genau so wie die Mutter das will.
    Wird hingegen eine Frau ungewollt schwanger .. dann gelten natürlich ganze andere Regeln, die nicht auf Verpflichtungen abzielen, sondern auf Freiheiten.

  2. Wie war das mit Assange in Schweden, wollten sie dem nicht einen Strick draus drehen das er angeblich das Verhüterli abgestreift habt und dass dann als Vergewaltigung gewertet werden sollte?

    • Wer sind „sie“? Der tiefe Staat nebst willfähriger Presse usw.? Ja, die schon. Von den zwei Frauen wollte mindestens die eine nur, dass Assange einen HIV-Test macht, und explizit(!) nicht, dass er wegen Vergewaltigung zur Verantwortung gezogen wird. Bei der anderen Frau erinnere ich mich nicht mehr sicher.

      • Europäischer Haftbefehl und Auslieferungsgesuche an Equador wegen „ich hätte gern das er einen HIV Test macht“ … ich glaub das solltest du nochmal nachlesen.

        Wenn du mir verrätst, was du unter „Deep State“ verstehst, dann verrate ich dir ob ich glaube dass der dran beteiligt war. Ich formuliere es mal so: ich will gern glauben dass das von dir erwähnte Mädel wirklich nur einen HIV Test sehen wollte, die war nicht die treibende Kraft, dass Schweden alle Hebel in Bewegung setzte, Assange habhaft zu werden.

        • „Europäischer Haftbefehl und Auslieferungsgesuche an Equador“

          Weiß ich alles. Aber wie Du schreibst, das ging nicht von den Frauen aus. Das haben die schwedische Staatsanwaltschaft und die britische Justiz verbrochen, und die sowie ihre amerikanischen Kontakte, mit denen das zweifellos irgendwie abgesprochen war, meine ich in dem Fall mit dem Deep State.

  3. Ein Cum-Ex-Skandal!

    Das Urteil ist zu milde. Wie yx oben schon impliziert, hat das aber nichts mit sexueller Gewalt zu tun. Das ist versuchte Erpressung mit Schaden im 5stelligen Bereich und würde in einem Rechtsstaat auch als solche verfolgt. Haben wir aber nicht. Wir haben dieses Kasperletheater.

  4. Es ist meiner Ansicht nach nicht vergleichbar, ob ein Mann Stealthing durchführt oder eine Frau einen Mann heimlich abzapft.

    Denn in beiden Fällen hat die Frau die alleinige Entscheidungshoheit über die Folgen. Sie kann das Kind abtreiben, es gebären und weggeben, sie kann es auch behalten.
    Diese Möglichkeiten hat der Mann nicht. Die Konsequenzen für sein Leben ergeben sich ausschließlich aus der von der Frau gewählten Option.

    Mit dem Abzapfen und vom Mann ungewollten Nachwuchs kann sich dieser nicht aus den väterlichen Verpflichtungen befreien, die Frau hingegen kann jederzeit ihre Verpflichtungen abstreifen, weil sie über das Kind frei verfügen kann.

    Er muss Unterhaltsverpflichtungen nachkommen, wenn er das nicht macht oder kann, werden ihm erhöhte Erwerbsobliegenheiten auferlegt – er wird in gewisser Weise versklavt.

    Bei der Betrachtung dieses Themas geht es eben nicht nur um den konkreten Akt der Zeugung, sondern auch um die mittel- und langfristigen Folgen für die Beteiligten. Es müsste also in diesem Fall für den Mann die Möglichkeit einer „juristischen Abreibung“ eröffnet werden, mit der er sämtlichen Verpflichtungen als Vater enthoben wird, jedoch seine entsprechenden Rechte behält.

    • Da kommt man, denke ich, in das schwierige Fahrwasser des §218, wonach Abtreibungen immer noch verboten sind, wenn auch in vielen Fällen straffrei gestellt.
      Aber mit der prinzipiellen Strafbarkeit im Rücken kann man schlecht argumentieren, dass das eine reine Auswahl aus Optionen ist. Das ist natürlich ziemlich verlogen.

      • Ist das echt noch ein schwieriges Fahrwasser? Wenn eine Frau heutzutage nach Stealthing angibt, das sei zu hart, zu schwer, unzumutbar für sie, das Kind zu gebären, dann wird sie doch von allen bei der Abtreibung unterstützt. Vor allem in den ersten drei Monaten. Zahlt sogar die Kasse.
        Das ungeborene Kind wird heutzutage immer der weiblichen Befindlichkeit nachgeordnet.
        §218 ist doch ein Alibi-Paragraph, der nur noch dokumentieren soll, dass der Gesetzgeber die Entsorgung von Ungeborenen grundsätzlich nicht dufte findet. Das war‘s aber auch.

    • „Es müsste also in diesem Fall für den Mann die Möglichkeit einer „juristischen Abreibung“ eröffnet werden, mit der er sämtlichen Verpflichtungen als Vater enthoben wird, jedoch seine entsprechenden Rechte behält.“

      Wat? Nee, wenn, dann gibt er mit der juristischen Abtreibung Pflichten und Rechte ab. Fände ich sonst unfair. Oder behält man etwa seine Rechte, wenn man ein Kind zur Adoption freigibt, bzw. nach erfolgter Adoption? (Würde mich jetzt wundern.) Wenn man sich vom Kind lossagt, dann richtig.

      • Nö. Was kann denn das Kind dafür, wenn die Mutter den Vater abgezapft hat und ihn dann ausnimmt? Dadurch hat das Kind doch nicht sein Recht auf beide Eltern verwirkt.

        • Hä? Wir waren bei den Rechten des Vaters, nicht des Kindes. Wenn diese Kindesrechte ungeschmälert sehen möchtest, musst Du auch Adoptionsfreigaben, Babyklappen und anonyme Geburten verbieten.

          Jedenfalls: Wenn jemand – egal ob Mann oder Frau – sich durch Adoptionsfreigabe, Babyklappe, anonyme Geburt oder juristische Abtreibung der Pflichten für sein Kind entledigt, sollte er auch die Rechte der Elternschaft verlieren. Alles andere ist Banane. Man stelle sich vor, erst geben Eltern ihr Kind kurz nach der Geburt ab, es wird adoptiert, wächst ein paar Jahre bei Adoptiveltern auf, und dann können die Ursprungseltern trotzdem jederzeit wieder ihr Sorgerecht geltend machen? Bitte?!?

          Ein Recht auf simple Information über die eigene Herkunft, dass sollen Kinder gerne haben.

          • Wir waren nicht bei Rechten von Vätern, sondern bei der Geschichte, dass eine Frau den Samen eines Mannes abzapft und damit ein Kind für sich selbst macht.
            Damit haben drei Menschen zu tun: Die Frau, die gesetzeswidrig den Samen raubt, der Mann, dem sein Samen in gutem Glauben auf die eigene Verhütung durch Durchlöcherung des Kondoms geraubt wird – und das daraus resultierende Kind.

            Wenn eine Frau sich auf diese illegale Weise ein Kind macht, kann es doch nicht sein, dass der Mann das Kind und damit indirekt sie finanzieren muss. Sie also auch noch durch den Mann, den sie beraubt hat, belohnt und durchgefüttert wird. Also sollte meiner Ansicht nach der Mann dieser Pflichten enthoben werden.

            Jetzt das Kind: Was kann es dafür, dass es eine Samenräuberin zur Mutter hat? Warum soll das Kind bestraft werden durch den Entzug eines Elternteils und dann auch noch des rechtschaffenen?

            Da es nichts dafür kann, ist es unzumutbar, ihm den leiblichen Vater vorzuenthalten. Daher muss der Vater seine Vaterrechte behalten können, wenn er sie denn wahrnimmt, wozu ihn keiner verpflichten kann/sollte.

          • Keine Rechte ohne Pflichten. Auch wenn die Mutter unrecht gehandelt hat, kann das kein Grund sein, dem Vater nur Rechte zu geben und keine Pflichten. Beides – oder keines.

  5. Ich begrüße dieses Urteil im Grundsatz.

    Bezeichnend ist, dass es eine Richterin war. Die sind gegenüber Frauen gerne mal nüchtern und frei von Mama-Komplexen und hormoneller Befangenheit. Im Gegensatz zu männlichen Richtern…

    Das Strafmaß scheint mir allerdings zu gering bemessen, dafür ist zuviel Heimtücke im Spiel. Kondome zu durchlöchern hat schon eine deutliche Planungstiefe mit logistischem Aufwand und langem Vorlauf. Das wird sie nicht schnell und spontan kurz vorher auf dem Klo gemacht haben.

    Und zudem war es nicht nur einmal sondern wiederholt Auch erfolgte das Geständnis nicht aus Reue heraus, sondern berechnend auf eine Schockwirkung beim Opfer abzielend. Allerdings kann es ja sein, dass die Angeklagte vor Gericht Einsicht und Reue zeigte. Was dann strafmildernd wirken könnte.

    Aus der oben beschriebenen Sicht heraus würde ich ein Jahr auf Bewährung für angemessen halten.

    „Allerdings dürfte dann da auch das Absetzen der Pille drunter fallen, denn da ist ja die Zustimmung auch nur unter dieser Bedingung erteilt worden. Mal sehen, ob da dann entsprechende Urteile folgen werden.“

    Denke ich auch. Aber wie immer in dem Bereich ist die Beweisführung schwierig bis unmöglich, wenn nicht – wie in dem diesem Fall – ein klares Geständnis vorliegt.

    .

    • „wie immer in dem Bereich ist die Beweisführung schwierig bis unmöglich“

      Entgegen eine Abmachen vor dem Abspritzen nicht rauszuziehen scheint mir dann aber auch schwierig und dort hat man eine Regelung gefunden. Aber wenn er das nicht gesteht oder sie das nicht schriftlich festgehalten haben und die Frau kurz danach zum Arzt läuft, wie will man das denn nachweisen? Was Sie behauptet gilt?

      • Ich denke, in den Fällen wo es zu einer Verurteilung kommt liegt jeweils ein Geständnis vor. Oder der Angeklagte hat sich im Laufe der Vernehmung oder Verhandlung verdächtig verhalten (In Widersprüche verstrickt o.ä.).

        Wobei es natürlich auch pudelige Richter geben kann, die hier „Schuldig durch Anschuldigung“ praktizieren. Weil männlicher Sex ja per se böse ist und die keusche Reinheit der heiligen Frau zerstört 😉

    • Was ist denn mit den Unterhaltspflichten, die sich durch die Tat der Frau Jahrzehnte lang für den Mann ergeben?
      Er hat im Unterschied zu einer Frau bei Stealthing nicht die Möglichkeit, das Kind abtreiben zu lassen oder es wegzugeben.
      Wird denn strafrechtlich die Auswirkung auf das Restleben des Vaters bei der Urteilsfindung gewürdigt? Und kann er zivilrechtlich gegen die Unterhaltspflichten vorgehen mit einer gewissen Aussicht auf Erfolg?

      Oder läuft das wieder unter der matriarchalen Devise „selber schuld“ ins Leere. Hättest du dich mal mit der nicht ins Bett gelegt…

  6. Der Weg ist lang, bis Frauen wieder wie erwachsene Menschen behandelt werden.

    Und die Feminat-Hypochonder hier können vielleicht ihr Weltbild etwas justieren, daß der Rechtsstaat und die ethische Integrität unserer Gesellschaft langfristig keinen Schaden nehmen werden – bei aller berechtigten Kritik am Feminismus.

    Man sollte den Selbstheilungsmechanismen der Gesellschaft vertrauen.

    Wäre mal interessant, was passiert, wenn jemand gegen das feministische Prostitutionsverbot klagt, welches besagt, daß Frauen sich zwar prostituieren dürfen, Männer, die solche Dienste in Anspruch nehmen, aber eine Straftat begehen.

    Klassischer Fall von Infantilisierung der Frauen – und meines Erachtens verfassungswidirig. Aber diese juristische Praxis bzw. Gesetzgebung scheint auf dem Vormarsch zu sein. Hat es da schon Klagen in Schweden oder anderswo gegeben?

    Nach demselben infantilen Muster wäre ein Dealer, der Drogen offeriert, ein armes Opfer, der Käufer aber der Täter.

    Ist schon erschreckend, wie unglaublich dumm all die wohlmeinenden feministischen Politiker sind und was für eine Generation von infantilisierten Frauen da herangezüchtet wird. Solche Ironien und Dialektiken sind aber typisch für Ideologien.

    Habe gerade ein Buch vor mir liegen, das „Wir sind die Besseren“ heißt – es geht um Frauen in der Politik. Ist von 2002 und es geht um die SPD-Tante Ute Voigt aus’m Ländle, die ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwand und in dem Buch als künftige Kanzlerin imaginiert wird.

    Ich liebe solche Bücher, weil die Frauen sich selbst da genauso vorführen wie die männlichen Chauvinisten vor 120 Jahren, die sich für etwas Besseres hielten. Schon wieder eine Dialektik. 🙂

      • Ich bin „totalitär sozialisiert“. Daher kenne ich im Gegensatz zu den Lutscherinnen und Lutschern hier den Unterschied zwischen einer Diktatur und einem Rechtsstaat mit garantierter Meinungsfreiheit.

        Natürlich hat der Rechtsstaat Mängel. Das ist aber immer noch deutlich besser als gar kein Rechtsstaat.

        Mit ethischer Integrität meinte ich kein moralisches Paradies, sondern die Tatsache, daß diverse Verwerfungen durch Ideologien – seien sie links oder rechts – langfristig aufgefangen werden.

        Trotz des feministischen Zeitgeistes werden entsprechende Vorhaben immer wieder von Gerichten kassiert. Und langfristig wird das Bewußtsein für die Perversität von Feminismus, Gender-Schei* und woker Mischpoke zunehmen. 🙂

        PS: Jeder sollte es sich gut überlegen, ob er mich argumentativ herausfordern möchte. Sonst endet er womöglich noch wie Adrian, Drißtan oder Seb. Die winseln nur noch weinerlich und fordern meine Sperrung.

        • Jeder sollte es sich gut überlegen, ob er mich argumentativ herausfordern möchte.

          Danke, der hat mir den Tag gerettet. Ich hoffe ich hab keinen erschreckt mit meinem Gelächter.

        • Oh, keine Sorgen; ich würde niemals Deine Sperrung fordern. Ich finde Deine Alice Miller zwar dämlich und Deine ununterbrochenen Hinweise darauf zwar nervig, aber ich finde es sehr wichtig, dass Du das sagen darfst.

          Andernfalls würde ich und andere Leser hier ja nicht in den Genuss eines Deinerseitigen Links zum Thema „Überheblichkeit“ kommen, nachdem Du mit „argumentativer Herausforderung“ ankommst, während Du mir eine sehr simple Frage explizit nicht beantwortet hast.

          Deine Kindheit in Nordkorea oder Bhutan oder wo auch immer Du totalitär sozialisiert wurdest ist jedenfalls kein Argument für Deine (blöde) Behauptung, dass der Rechtsstaat „natürlich“ Mängel hätte.

          Der Unterschied zwischen einem Hauch von Rechtsstaat und einer Diktatur ist Januar versus Juni 1933, und das fängt beides mit „j“an. Ganz natürlich. Ist aber halt kein Argument.

          Und dann wagst Du noch die Implikation (da Du nichts sagst, muss ich raten), es gäbe auch noch Meinungsfreiheit.

          Geh doch mal bitte einfach vor Dein nähestes Parlamentsgebäude, und äußere da Deine freie Meinung über die Dir unbeliebteste Politikerin. _Kannst_ Du das – _weiterhin_ frei, wohlgemerkt?

          Gaddafi garantierte auch freedom of speech, in seiner Diktatur; halt nur nicht danach.

          Muss ich nicht prima finden. Solltest auch Du entsetzlich finden.

          Wenn Du ein Argument hast, sag es, bitte. Das kann ich aber nicht mal raten, mit fällt beim besten Willen keines ein. „Woanders isses schlimmer“ ist nämlich definitiv keines; ich bin nämlich gerade „woanders“. 15 km südlich von mir sorgen pickelige 18jährige Soldaten dafür, dass ihnen der Alkohol nicht ausgeht, weil sie beim besten Willen nicht wissen (oder gar wissen können), was sie da sonst sollen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Demarkationslinie ist das nicht anders, aber de facto bin ich gerade nichtmal in einem Land (!).

          Das macht Deutschland nicht zu einem Rechtsstaat, und ganz sicher nicht besser. Hier isses wunderschön.

          (Und bevor jetzt jemand „bleib halt weg“ sagt: meine Frau mag ihren Job, und die sind hier zivilisatorisch noch nicht so weit, als würde es das hier geben, zu unseren Lebzeiten. Und so reich bin ich auch noch nicht).

        • @ Shitlord & Drißtan

          Ich danke Euch für Eure hochwertige Kritik, die unglaublich sachlich ist und jede Auseinandersetzung lohnt. Sie ist auch sehr dialogisch und impliziert, daß man auch unrecht haben könnte. Nicht wahr?

          Es gibt einen Index für Meinungsfreiheit, wo Deutschland vermutlich recht gut abschneidet. Und als Ossi kann ich sagen, daß selbige im heutigen Deutschland wesentlich besser geschützt ist als in der DDR.

          Vor dem Parlament ist eine Bannmeile. Du kannst sonst überall demonstrieren, wo du willst.

          Und das tun die Leute auch.

          Du kannst deine Meinung auch hier oder sonstwo ins Internet schreiben.

          Ich empfehle dir eine Psychotherapie für die Behandlung deiner Paranoia und deines totalitären Weltbildes.

          Welche Meinungen darfst du denn nicht vertreten? Was würdest du gerne tun, um die von dir angestrebte Meinungsfreiheit zu haben? Auf welche Frage habe ich dir nicht geantwortet?

          Wenn ich Beiträge lese, die offenkundig inkonsistent sind und andere Mängel haben, reagiere ich nicht unbedingt auf alles. Hier hängen ja eine Menge Soziopathen herum, die es selbst nicht merken.

          Was genau findest du denn an Alice Miller doof? Bisher kam von dir nur eine extrem dümmliche und ignorante Polemik ohne jegliche inhaltliche Auseinandersetzung.

          PS: Es kostet mich eine enorme Beherrschung, solche Beiträge zu schreiben. 🙂

          Du scheinst mir ein intellektueller Falschfahrer zu sein. Wie viele hier. Das erkennt man vor allem an der völligen Unfähigkeit, halbwegs konsistent zu kommunizieren.

          Tristan, du solltest echt mal eine Therapie machen.

          PPS: Auf deine Frage, Shitlord, bin ich übrigens eingegangen, wie ich mir selbst soeben versicherte. Ich kann nichts dafür, daß hier einige Leute komplett abgedriftet sind und jegliche Kontrolle über sich verloren haben. Ich empfehle dir mehr Selbstreflexion. Du wirkst wie ein kleines Kind, das weiter herumschreit, wenn man ihm nachgewiesen hat, daß es sich irrt.

          • Das durchaus unterhaltsame Phänomen an Dir ist, dass Du im Grunde ununterbrochen projizierst und den reinen Narzissmus fährst. Das ist auch der Grund, dass ich mit Dir nicht über Bloginhalte diskutiere. Es führt schlicht zu nichts. Narzissten WOLLEN ihre Abgründe, ihre gefühlte Wertlosigkeit nicht sehen, ihre Überlebensstrategie erschöpft sich im qualvollen Erhöhen an Menschen, denen sie sich nicht gewachsen sehen.

          • @ Drißtan

            Narzissten WOLLEN ihre Abgründe, ihre gefühlte Wertlosigkeit nicht sehen, ihre Überlebensstrategie erschöpft sich im qualvollen Erhöhen an Menschen, denen sie sich nicht gewachsen sehen.

            @Genderhonk

            Du bist so ein Winzling, dass es fast schon an Comedy grenzt, wie Du Dich hier windest.

            Tristan Rosenkranz
            4. Mai 2022 um 3:48 pm

            Das ist n Mann. N kleiner Mann. Weil wegen Kleine-Mann-Syndrom und so…

            Tristan Rosenkranz
            23. April 2022 um 2:26 pm

            Der einzige Effekt Deines Getrolls ist das redundante Aufzeigen Deiner inhaltlich vollumfänglichen Verzichtbarkeit.

            Christian sollte sich wirklich mal langsam Gedanken darüber machen, was für Leute hier mittlerweile aufschlagen.

            https://umgang-mit-narzissten.de/der-narzisst-ist-selbst-bestens-ueber-die-nps-informiert/#comment-38613

            Woher willst du eigentlich wissen, daß ich ein kleiner Mann bin? Und was ist das für ein Niveau?

            Lieber Drißtan, du sagst deshalb nichts inhaltlich zu meinen Beiträgen, weil du offenkundig mehrere Ligen tiefer spielst. Aber du kannst mir gerne das Gegenteil beweisen. Bisher fällst du nur mit Luftblasen auf.

            Ich bezeichne tatsächlich manchmal Leute als begriffsstutzig, aber nicht um mich aufzuwerten. Ich mache das nur, nachdem ich das auch argumentativ ausgeführt und belegt habe – und wenn zuvor einiges an sozialen und intellektuellen Zumutungen geschehen ist, also zum Beispiel aggressives Sich-Dummstellen, Beleidigen, Verzerren, Verachtung oder fortgeschrittener funktionaler Analphabetismus.

            Aber ich versuche mich zu bessern.

            Die infantile Luftblasenhaftigkeit deiner Beiträge ist schon grotesk. Wenn du den Vorwurf der Projektion machst, dann mußt du das schon halbwegs auch belegen.

            Du solltest etwas gegen deinen Narzißmus tun. Narzißmus ist etwas ganz Normales und bei nahezu jedem Menschen zu finden. Problematisch sind eher Leute wie du, die praktisch kein Bewußtsein von ihren Problemen haben.

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