Intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, Verminderung dieser durch verschiedene Kompetenzhierarchien und das Patriarchat

Ich höre gerade ein Interview von Jordan Peterson mit dem Evolutionsbiologen David Buss. Dort sprechen sie darüber, dass sexuelle Selektion insbesondere auch bewirkt hat, dass Männer einen hohen Status haben wollen, weil Männer mit hohem Status eben eher von Frauen als Partner gewählt worden sind und damit ein evolutionärer Druck entstand.

Soweit nichts neues für jeden, der sich einmal mit evolutionärer Psychologie beschäftigt hat.

Jordan Peterson führte an, dass dieses Streben nach hohem Status gerne mit dem Patriarchat verbunden wird und er daher statt Statushierarchien lieber davon spricht, dass Männer Kompetenzhierarchien ausbilden, weil das eher zu dem passt, was eigentlich passiert: Es geht darum besondere Fähigkeiten auszubilden und in bestimmten Bereichen als besonders kompetent wahrgenommen zu werden. Daran werde auch deutlich, dass es eben gerade nicht das Patriarchat ist, weil es ganz verschiedene Bereiche gibt, in denen Männer Kompetenzhierarchien ausbilden, von einem Hobbybereich (hier könnte man alles anführen, vom Wissen über sagen wir Star Trek bis zu Modelbau etc) über den Klempner bis zum Politiker. Zu sagen, dass Männer das Patriarchat errichten, weil sie die meisten Klempner stellen macht aber wenig Sinn.

In der Hinsicht kommen sie dann auch noch einmal darauf zu sprechen, dass diese breite Auffächerung von Tätigkeiten, in denen man gut und damit für die Gesellschaft nützlich sein kann, auch erlaubt die intrasexuelle Konkurrenz kleiner zu halten, weil eben viele verschiedene Bereiche nebeneinander stehen und sich jeder auf etwas spezialisieren kann.

Gleichzeitig erklärt das eben auch, warum in vielen Spitzenpositionen Männer vorhanden sind, ohne das man eine nebelhafte und unbestimmte Figur wie das Patriarchat braucht.

31 Gedanken zu “Intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, Verminderung dieser durch verschiedene Kompetenzhierarchien und das Patriarchat

  1. Was ist wahrscheinlicher?

    a) Männer erreichen Höchstleistungen, weil hohe Kompetenz -> hoher Status -> bessere Chancen bei den attraktiven Frauen

    b) Männer hassen Frauen und sowieso alles Weibliche, inklusive ihrer Mutter, von klein auf an, weswegen sie sich einstimmig zusammentun, um mit Gewalt ein über Jahrtausende stabiles System durchzudrücken, das Frauen daran hindert, ihr Potential zu entwickeln. Gleichzeitig können Frauen aber alles besser als Männer, obwohl sie nie Gelegenheit hatten, etwas zu lernen oder zu entwickeln, weil sie ja vom Patriarchat daran gehindert wurden, Genau genommen müsste man sagen „Frauen können alles besser, außer sich gegen das System zu wehren“, aber darauf kommen wir morgen™ zurück.

    Nehmen wir den ersten Satz der Holmeschen Welterklärung: „Wenn alle Erklärungen bis auf eine unmöglich sind, muss diese letzte, egal wie unwahrscheinlich, die richtige sein.“

    a) ist offensichtlich unmöglich. Also b)

    • Ganz genau. Patriarchat ist in Wirklichkeit die Zusammenfassung für die durch Männer erbrachte Kompetenz, Leistung und Produktivität.
      Eigentlich müsste man es jeden Tag global feiern als Motor der Zivilisation, des Fortschritts und als Basis des menschlichen Wohlstands.

      Dass Patriarchat weitgehend überall als das Böse schlechthin definiert wird, zeigt im Grunde nur, wer in Wirklichkeit die Bestimmungshoheit hat.
      Durch die Ächtung des Patriarchats, die durch den feministisch-pädagogischen Komplex immer weitere Verbreitung findet, vernichtet der Feminismus Kompetenz, Leistung und Produktivität, die er selbst nicht in der Lage ist zu erbringen.

      Zurück bleibt eine Welt der konformistischen Mittelmäßigkeit und Antriebslosigkeit.

  2. Dort sprechen sie darüber, dass sexuelle Selektion insbesondere auch bewirkt hat, dass Männer einen hohen Status haben wollen

    Stimmt etwas mit mir nicht? Ich will nämlich keinen hohen Status haben.

    „Sexuelle Selektion“ als Denkfigur kann man auch hinterfragen.

    Denn zunächst geht es erst mal darum, daß das Individuum überlebensfähiger ist. Ist es das aufgrund einer zufälligen Mutation, hat es auch aller Wahrscheinlichkeit nach im Schnitt mehr Kinder und paart sich auch leichter. Ganz ohne Statusgehabe.

    Man sollte also das Momentum der innergeschlechtlichen Konkurrenz nicht überhöhen oder mystifizieren – gerade dann nicht, wenn man der neoliberalen Ideologie nahesteht. Bei solchen abstrakten spekulativen Theorien muß man immer die politische Zweckgerichtetheit im Blick haben.

    Davon abgesehen muß man allen Gender-Begeisterten sagen, daß es null Sinn ergibt, wenn Mütter miteinander konkurrieren, wer am besten sein Kind säugt oder Ähnliches.

    Männer sind nun einmal deutlich stärker auf die physische Dimension des Lebens ausgerichtet, wo es viel um Geschicklichkeit geht (Waffen, Werkzeuge, Kraft, Schnelligkeit etc.).

    Das Patriarchat gibt es nicht. Politik ist auch im Tierreich Männersache. Das Problem war nur die normative Zementierung dieses Grundarrangements. Wenn man diese Zementierung auflöst, wie das seit dem 19. Jahrhundert geschehen ist, heißt das eben nicht, daß auf einmal Frauen begeistert in die Politik gehen und in Parteien eintreten.

    Die Strunzschwachsinnigkeit des Patriarchatsbegriffs ergibt sich u.a. daraus, daß Feministinnen das Ergebnis gewisser normativer Einengungen als „Patriarchat“ bezeichnen und nicht diese Einengungen an sich. Jetzt sind diese Einengungen weg, es gibt sogar neue entgegengesetzte Einengungen, die nun Männern das Leben schwerer machen (offizielle und inoffizielle Quoten, Gesinnungsdruck etc.) – tja, und trotzdem liegt der Frauenanteil in Parteien nur bei 30%. Trotzdem sind Nichtwähler häufiger weiblich. Trotzdem wird man eher selten eine Frauenrunde über Poltitik reden hören als eine Männergruppe.

    Für Feministinnen ist also immer noch Patriarchat angesagt, obwohl Frauen nun bevorteilt werden.

    Nur deshalb gibt es auch die Gender-„Theorie“. Wie sonst ließen sich die schönen, narzißtischen Ungerechtigkeitsphantasien aufrechterhalten, wenn man nicht jegliche Biologie von vornherein ausschließt? Feminismus und Patriarchatsgefasel basieren also auf einer Reihe von unbelegten Grundannahmen und dem unbedingten Willen, Frauen als benachteiligt anzusehen.

    Das „Patriarchat“ ist eigentlich weg, ein neues Quotenmatriarchat ist da. Und Frauen werden immer noch benachteiligt. Welch Ungemach.

    Warum? Weil es natürlich keine Unterschiede zwischen Mann und Weib gibt. Das hat die Gender-Theorie bewiesen.

    Ist schon absurd, wie man in einem gebildeten Land nicht in der Lage ist, zwischen normativen Zwängen und den daraus eventuell resultierenden Folgen zu unterscheiden. Und weil man dafür zu doof ist, errichtet man neue normative Zwänge (z.B. Paritätsgesetze).

    Und das Patriarchat ist immer noch da! Weil Frauen schließlich total geil auf den zeitintensiven Wellness–Job des Politikers sind. Dasselbe Patriarchat zwingt auch kinderlose Frauen öfter dazu Teilzeit zu arbeiten.

    Das hat die Gender-Theorie bewiesen.

    Der Frauenanteil in den gendertheologischen Fakultäten liegt zwar bei nahezu 95% Lesben.

    Aber daran ist auch das doowe Patriarchat schuld! Die doowen Männer interessieren sich nicht für so eine tolle „Wissenschaft“ und gehen lieber in die Politik, wo sie dann Frauenquoten beschließen. Das ist positiver Sexismus!

    Auch das hat die Gender-Theorie bewiesen.

    http://gender-ideologie.de/artikel/gender-ideologie-eine-kurzeinfuehrung.html

    • Denn zunächst geht es erst mal darum, daß das Individuum überlebensfähiger ist. Ist es das aufgrund einer zufälligen Mutation, hat es auch aller Wahrscheinlichkeit nach im Schnitt mehr Kinder und paart sich auch leichter. Ganz ohne Statusgehabe.

      Die Überlebensfähigkeit korreliert aber positiv mit dem Status des Mannes, da Männer mit hohem Status über mehr Ressourcen verfügen. Eine zufällige Mutation würde erst mal nur bei einem einzelnen Individuum auftreten und wenn dieses nicht dazu in der Lage ist, diese weiterzugeben (durch entsprechenden Status), dann bringt die Mutation auch nichts. Außerdem reden wir über den Menschen, der sich in den letzten paar Tausend Jahren genetisch wohl kaum verändert hat. Dass viel über den Status läuft, ist aber damals wie heute der Fall.

      • Eine zufällige Mutation würde erst mal nur bei einem einzelnen Individuum auftreten und wenn dieses nicht dazu in der Lage ist, diese weiterzugeben (durch entsprechenden Status), dann bringt die Mutation auch nichts.

        Warum braucht es für die Weitergabe „Status“? Allein die Mutation, die ja eine bessere Anpassung an die Umwelt ermöglicht, führt (im Schnitt) zu einer vermehrten Weitergabe. Da muß ich nicht mit Statusgehabe kommen, das auch deshalb fragwürdig ist, weil der Autor des Artikels der Pickup-Szene nahesteht.

        Zudem muß man noch anmerken, wie absurd diese Statusfixierung ist angesichts der Tatsache romantischer Liebesbeziehungen.

        Ich finde es etwas albern, wie hier immer wieder 08/15-Geschlechterbeziehungen postuliert werden. Es leugnet niemand, daß es auch schlicht strukturierte Männer und Frauen gibt, die nach einem evolutionsbiologischen Muster funktionieren.

        Je intelligenter und emotional gesünder Männer und Frauen aber sind und je fortschrittlicher die Gesellschaft, desto weniger spielen diese Dinge eine Rolle.

        Wir essen heutzutage auch nicht mehr Massen an Spanferkeln und dergleichen. Der Endsieg des Veganismus steht bevor.

        Welche emotional gesunde Frau will den Chef der Deutschen Bank daten, nur weil er so einen tollen „Status“ hat?

        Was ist überhaupt „Status“? Auch darüber kann man streiten. Das kann jeder Mensch ja durchaus subjektiv anders sehen.

        Ich denke, es ist offensichtlich, daß dieses allzu plumpe Weltbild allzu plump ist.

        Und es ist bezeichnend, daß eher rechtsgedrehte Leute solchen 08/15-Theorien anhängen, die damit ihren ökonomistischen, angepaßten Lebensentwurf legitimieren.

        Solche Theorien sind nur zu offensichtlich Projektionsflächen und sagen mitunter mehr über deren Anhänger als über die Prähistorie aus.

        Männern, die glauben, sie müßten unbedingt einen „Status“ erreichen, kann hier geholfen werden: http://alice-miller.com/de

        Vielleicht haben die Eltern einfach nur allzu sehr einen „Status“ verlangt, als das Kind wirklich zu lieben.

        • Es leugnet niemand, daß es auch schlicht strukturierte Männer und Frauen gibt, die nach einem evolutionsbiologischen Muster funktionieren. Je intelligenter und emotional gesünder Männer und Frauen aber sind und je fortschrittlicher die Gesellschaft, desto weniger spielen diese Dinge eine Rolle.

          Also in erster Linie funktionieren wir alle nach evolutionsbiologischen Mustern, da wir nun mal so „programmiert“ sind. Die Frage ist halt, ob man ein Bewusstsein für diese Muster entwickelt. Und dafür braucht es eine gewisse Grundintelligenz (da fallen wohl schon viele raus), Neugierde und den Willen zu wissen. Und schon bleibt kaum noch einer übrig. Mal im Ernst: wie viele Menschen in deinem Umfeld haben sich wirklich mit der Art und Weise, wie sie als Mensch funktionieren, auseinandergesetzt? Bei mir vielleicht maximal eine Handvoll, alles Männer, wobei ich Frauen auch nie danach gefragt habe, ob sie eigentlich wissen, dass sie während ihres Eisprungs sich schon mehr zu Karl Donnerlörres hingezogen fühlen als zum netten Peter.

          • „wobei ich Frauen auch nie danach gefragt habe, ob sie eigentlich wissen, dass sie während ihres Eisprungs sich schon mehr zu Karl Donnerlörres hingezogen fühlen als zum netten Peter.“

            Sie fühlen es. Und es verwirrt sie. Wie so viele andere Widersprüche zwischen ihrem Kopf und ihrem Körper. Kognitive Dissonanz ist weiblich 😉

      • @Mispel

        „Außerdem reden wir über den Menschen, der sich in den letzten paar Tausend Jahren genetisch wohl kaum verändert hat. Dass viel über den Status läuft, ist aber damals wie heute der Fall.“

        Wenn man „Status“ als „soziales Ansehen in einer existierenden Gruppe/Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit“ übersetzt, dann macht der Begriff mehr Sinn.
        „Status Hausbesitz“ wäre bei den Wildbeutern aber unsinnig, Schuhe mit roten Absätzen sind heute merkwürdig, die Bedeutung der Farbe Purpur sagt uns gar nichts.
        Die Relevanz und die Marker von „Status“ können nicht biologisch „festverdrahtet“ sein, denn sie haben sich historisch verändert und machen nur sozialen Sinn. Ändert sich die Gesellschaft, dann ändert sich auch das, was als „Status“ gilt.
        Ebenso verhält es sich mit „Kompetenzhierarchien“.
        An diesem Punkt wird es ohne die inhaltliche Bestimmung von dem, in was man aus welchem Grund (neumodisch!) „kompetent“ ist oder sein muss annähernd sinnlos.
        Denn „kompetent“ zu sein, bedeutet lediglich, eine gesellschaftlich gefragte Fähigkeit zu besitzen bzw. erworben zu haben, die natürlich zeitabhängig ist. D.h. es werden einmal erworbene „Kompetenzen“ auch entwertet oder gänzlich sinnlos und das durch gesellschaftliche Selektionsprozesse, keine biologischen.

        Die Grenzen von dem, was eine evolutionspsychologische Erklärung hergibt, sind m.E. offensichtlich.

        • Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, worauf du hinaus willst.

          Wenn man „Status“ als „soziales Ansehen in einer existierenden Gruppe/Gesellschaft zu einer bestimmten Zeit“ übersetzt, dann macht der Begriff mehr Sinn.

          Aber genau das bedeutet doch Status. Oder nenne es Hierarchie.

          • Wenn Adel, als Statushierarchie im Feudalismus nicht mehr existiert, dann werden auch Statussignale, die auf Adel (z.B. rote Absätze an Schuhen) hinweisen sinnlos.
            D.h. Statussignale des Feudalismus und dessen Geschmack funktionieren in unserer Zeit nicht mehr: Um eine Hierarchie über Statussignale herzustellen muss es einen „gesellschaftlichen Konsens“ über die Hierarchie der Statussignale geben, bzw. er muss durchgesetzt werden.
            Wenn man etwas nach Statussignalen differenzieren und schichten (Hierarchie) möchte, muss das Statussignal gesellschaftlich als solches erkannt und anerkannt werden.

            Als neuzeitliches Beispiel: Wenn niemand die Marke „Louis Vuitton“ kennt und daher die Kosten nicht einschätzen kann, wird ein Koffer dieser Marke als Statussignal nicht wahrgenommen werden. Der Koffer von „Louis Vuitton“ hat als Statussignal erst eine Bedeutung, wenn klar ist „Louis Vuitton“ bedeutet Status. Demzufolge ist der Lerneffekt ein miteinander gekoppelter Prozess: Man kann mit der Marke den eigenen Status darstellen, weil diejenigen, die die Marke als Statussignal wahrnehmen, gelernt haben, dass es sich um ein solches handelt. Für alle anderen wäre es sonst bloß ein Koffer.

          • Das ist mir ja alles klar. Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass Status eine große Rolle spielt. Wie der nun hergestellt wird, ist doch egal.

          • @mispel

            „Das ist mir ja alles klar. Aber das ändert doch nichts an der Tatsache, dass Status eine große Rolle spielt. Wie der nun hergestellt wird, ist doch egal.“

            Wenn der Inhalt, die Konstruktion, Durchsetzung und die Bedeutung von „Status“ beliebig ist, dann bedeutet das, „Status“ wird ein ahistorischer und inhaltsleerer Begriff, der nichts erklärt.

            Das ist mein Problem mit „Erklärungsansätzen“, die Ex-Post an alles „Status“ anhängen und erklären, es handle sich um eine „Evolution“ von „Statussignalen“.
            Damit verleiht man einer solchen „Evolution“ das Ziel, von roten Absätzen auf Koffer mit Markenlabel zu kommen.
            Von diesem Ansatz bis zur Erklärung, eine höhere Macht hätte entschieden, dass die Koffer mit Markenlabel sich in einem naturwüchsigen Prozess gegen die Schuhe mit roten Absätzen entschieden haben ist es nur ein kleiner Schritt.
            Weil eben beides „Statussignale“ sind. QED (Kreationismus)

            „Status“ oder „soziales Ansehen“ ohne die Berücksichtigung der konkreten Geschichte ist die Behauptung der Existenz einer Form ohne Inhalt und wechselt historisch der Inhalt, so behauptet man, dies hätte keine Auswirkung auf die Form. Funktioniert nicht.

            Dass „Status“ vererbbar ist, hat in der Neuzeit (überwiegend) nichts mit den Genen zu tun, sondern mit der Tatsache, Besitz wird vererbbar.
            Damit wird zwingend notwendig der Eigentumstitel und die Sicherheit der Erbfolge und hier gilt: ohne gesellschaftliche Anerkennung von Besitz gibt es keinen Besitz. Ebenso: Ursache und Wirkung von Zeugung und Geburt = Erbfolge müssen bekannt sein. Ansonsten macht der Austausch von Vatersicherheit gegen Versorgungssicherheit keinen Sinn.

          • Wenn der Inhalt, die Konstruktion, Durchsetzung und die Bedeutung von „Status“ beliebig ist,

            Statussignale sind aber nicht beliebig (was ich auch nie behauptet habe), sondern von der jeweiligen Zeit abhängig.

            dann bedeutet das, „Status“ wird ein ahistorischer und inhaltsleerer Begriff, der nichts erklärt.

            Ein Mann mit hohem Status steht über einem Mann mit niedrigem Status und wird deswegen von mehr Frauen begehrt. Und das gilt in der gesamten Historie/Evolution.

            Das ist mein Problem mit „Erklärungsansätzen“, die Ex-Post an alles „Status“ anhängen und erklären, es handle sich um eine „Evolution“ von „Statussignalen“.

            Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Statussignale einer Evolution unterliegen, sondern das hoher Status mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Sex einhergeht. Ich verstehe immer noch nicht dein Problem.

          • „Wenn der Inhalt, die Konstruktion, Durchsetzung und die Bedeutung von „Status“ beliebig ist“

            Nicht Status ist beliebig, Statussymbole sind es. Großer Unterschied.

            (Vergleiche mit Geld: Die Form des Geldes ist (fast) beliebig, Geld ist es nicht. Ich möchte hier aber nicht näher auf Geld als soziale Konstruktion eingehen.)

            „Status wird ein ahistorischer und inhaltsleerer Begriff, der nichts erklärt.“

            Status ist ahistorisch in dem Sinne, als er als Phänomen weit über die Menschheitsgeschichte und sogar die Spezies Mensch hinausreicht. Inhaltsleer ist der Begriff nicht.

            „Damit verleiht man einer solchen „Evolution“ das Ziel, von roten Absätzen auf Koffer mit Markenlabel zu kommen.“

            Also bitte, wir sind hier auf AE, und Du sprichst von Zielen der Evolution? Evolution ist ein Prinzip wie die Schwerkraft und als solches ziellos.

            „„Status“ oder „soziales Ansehen“ ohne die Berücksichtigung der konkreten Geschichte ist die Behauptung der Existenz einer Form ohne Inhalt“

            Nein, es ist eine Abstraktion von der konkreten Form, um das Phänomen Status allgemein zu beschreiben. Dass genauere Analysen der konkreten Form nützlich sein können (z.B. die von Dir angeführte Vererbbarkeit von Status mithilfe von Privateigentum), steht dem nicht entgegen.

            Zitat @mispel, gerichtet an @crumar:
            „Ich verstehe immer noch nicht dein Problem.“

            Das hat man bei crumar öfters. Er schreibt manchmal zu abgehoben. Ich habe das Problem auch nicht verstanden.

          • @Renton

            Ich schrieb oben und alle weiteren Ausführungen sind eine Wiederholung des Themas: „Die Relevanz und die Marker von „Status“ können nicht biologisch „festverdrahtet“ sein, denn sie haben sich historisch verändert und machen nur sozialen Sinn. Ändert sich die Gesellschaft, dann ändert sich auch das, was als „Status“ gilt. Ebenso verhält es sich mit „Kompetenzhierarchien“.“

            Was daran ist zu „abgehoben“ und für dich nicht verständlich?

            Dass es sich um „Statussymbole“ handelt muss erlernt werden. Sowohl von denen, die die Symbole nutzen, um ihren Status herauszustellen, als auch von denjenigen, die sie als Statussymbole überhaupt erst wahrnehmen können.

          • @crumar

            Danke für die pointierte Wiederholung. Die weiteren Ausführungen waren für mich in ihrer Zielsetzung unverständlich. Die Wiederholung verstehe ich, sie ist schlicht falsch.

            „Die Relevanz und die Marker von „Status“ können nicht biologisch „festverdrahtet“ sein, denn sie haben sich historisch verändert und machen nur sozialen Sinn.“

            Die Relevanz hat sich nicht verändert, nur die Marker. Die Relevanz ist biologisch festverdrahtet.

          • @Renton

            „Die Relevanz hat sich nicht verändert, nur die Marker. Die Relevanz ist biologisch festverdrahtet.“

            Das unterstreicht meine Aussage: „Status wird ein ahistorischer und inhaltsleerer Begriff, der nichts erklärt.“
            Wenn man fair ist, kann eine Aufmerksamkeit für die soziale Positionierung in einer Gruppe „festverdrahtet“ sein, insofern sie sich auf Körpergröße, Alter, Geschlecht beziehen.
            Die „Relevanz“ der Statussignale in jeder Gesellschaftsform und in jeder Epoche jedoch nicht.
            Der „Festverdrahtung“ aufzuhalsen, nach Statussignalen zu suchen, die relevant sind für Status in einer Gesellschaftsform und Epoche mutet der erforderlichen Flexibilität zu viel „Festverdrahtung“ zu.

          • Das unterstreicht meine Aussage: „Status wird ein ahistorischer und inhaltsleerer Begriff, der nichts erklärt.“

            Warum muss er denn etwas erklären? Ich kann ja auch sagen, dass jemand reich ist, ohne genau zu erörtern weshalb.

            Wenn man fair ist, kann eine Aufmerksamkeit für die soziale Positionierung in einer Gruppe „festverdrahtet“ sein, insofern sie sich auf Körpergröße, Alter, Geschlecht beziehen.
            Die „Relevanz“ der Statussignale in jeder Gesellschaftsform und in jeder Epoche jedoch nicht.

            Das hat ja auch keiner behauptet. Du wiederholst es trotzdem ständig.

            Der „Festverdrahtung“ aufzuhalsen, nach Statussignalen zu suchen, die relevant sind für Status in einer Gesellschaftsform und Epoche mutet der erforderlichen Flexibilität zu viel „Festverdrahtung“ zu.

            Warum muss man danach suchen? Man lernt ja, was Statussignale sind. So weit waren wir auch schon. Ich verstehe dein Problem weiterhin nicht 🙂

        • Das Problem mit „der Gesellschaft“ als Erklärungsansätzen ist jedoch, dass es immer die Emergenz unterschlägt. Also die Effekte, welche die vielen, individuellen Wahlen erzeugen und zwar bottom-up statt top-down. Natürlich *gibt* es auch einen top-down Effekt, der sich einstellt und das Status-System (eine Zeit lang) stabilisiert und formt.

          Bezüglich Status ist es umso wichtiger zu verstehen, dass ein Mensch nicht einen Status besitzt, sondern mehrere Status (langes „u“), abhängig der jeweiligen Gruppe und im besten Fall Kompetenzen, Charakteristika und Genetik, die ihn dabei unterstützen, Status zu erhalten (und danach weiter zu erhalten). Insofern sind die Marker selbst weniger bis gar nicht evolutionär verdrahtet, ja: *Was* Status ausmacht. Die Auswirkungen von Status (oder dem Fehlen selbigen) sind jedoch schon deutlich evolutionärer gefestigt, denn Angst vor Gruppenausschluss und Eifersucht sind keine rein gelernten Muster. Insofern ist der tatsächliche Status-Mechanismus – *wie* erlangt ein Mensch *welchen* Status in *welcher Gruppe* nach *welchen* Regeln – von dem generalisierten Status-Mechanismus – Ein Mensch erlangt Status in Gruppen durch costly signaling seiner Fähigkeiten und beginnt diesen Status zu signalisieren – zu unterscheiden, vor allem hinsichtlich genetischer und evolutionärpsychologischer Einflussfaktoren.

          Dennoch sind Menschen stets sehr interessiert daran, neue Status-Spiele und Kompetenz-Felder für sich zu erschließen, was sich dann besonders in Trend-Sportarten, Mode, etc. widerspiegelt. Strittig wäre jetzt, inwiefern die „gesellschaftlich gefragte Fähigkeit“ durch evolutionäre Mechanismen und Prozesse „gesellschaftlich gefragt“ wird: eine evolutionspsychologisch-soziologische Grauzone, die man erschließen könnte, wenn man kompetente Soziologen zur Hand hätte.

    • Stimmt etwas mit mir nicht?

      Es wäre um Größenordnungen schwieriger, etwas zu finden, das mit dir stimmt, und daraus eine Aufzählung zu machen, dürfte unmöglich sein.
      Das einzige, das mir einfällt, ist dass du immerhin ab und zu schlafen scheinst, zumindest gibt es immer mal mehrstündige Phasen in denen du nicht den üblichen dämlichen/megalomanischen/rassistischen/anderweitig widerwärtigen Stuss absonderst (um kein Missverständnis zu aufkommen zu lassen: Natürlich kommt es niemals vor, dass du etwas schreibst, dass nicht der übliche Stuss wäre – es sind also vollständige Ruhephasen 😉 )

      Hatte ich schon erwähnt, dass du weggehen sollst? Für immer?

  3. Randbemerkung:
    Buss hat eines der Standardwerke zum Thema geschrieben, „Evolutionary Psychology“, das wird ständig neu aufgelegt, und hat auch speziell zur Problematik Männlein-Weiblein Beiträge geliefert, siehe sein „The Evolution of Desire – Strategies of Human Mating“.
    Ist zusammen mit Stanfords Robert Sapolsky der bekannteste Mann in dem Bereich (wobei sich Sapolsky mehr als Biologen sieht, für Ihn ist menschliches Verhalten und Psychologie nur ein Aspekt bzw Blickwinkel unter mehreren möglichen).

    Wer Peterson aus welchen Gründen auch immer nicht mag, dem kann ich Lex Fridman empfehlen. Der ist allerdings Russe, nobody is perfect 😉
    https://youtu.be/sndW9hzX-wA (ist nix zum schnell reinpfeipfen, 3.5h)

  4. Pingback: Nochmal: Status, sexuelle Selektion, intrasexuelle Konkurrenz und Evolution | Alles Evolution

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