Kochen und dadurch erforderlicher Schutz

Und noch mal aus dem Interview mit dem Primatologen: Er führte an, dass der Einsatz von Feuer in Bezug auf Nahrungsmittel, also kochen oder braten, eine sehr wichtige Sache in Bezug auf die Menschwerdung gewesen sei, weil es dem Menschen ermöglichte wesentlich effektiver Nahrung zu sich zu nehmen und die Kau- und Verdaudauer deutlich zu reduzieren.

Dass dies uns möglicherweise auch ein größeres Gehirn ermöglicht hat, hatte ich hier schon mal in einem Artikel behandelt.

Interessanterweise führte er an, dass wohl alle Tiere zubereitete Nahrung  (kochen, braten etc) unzubereitete Nahrung vorziehen würden, was erstaunlich ist, weil es im Leben anderer Tiere üblicherweise keine zubereitete Nahrung gibt, vielleicht abgesehen von Tieren, die bei einem Wald- oder Steppenbrand Hitze abbekommen haben. Vielleicht gibt es irgend einen Mechanismus, der uns leichter konsumierbare Kalorien bevorzugen lässt, sei es Geruch oder Geschmack.

Er führte dann weiter an, dass aber kochen und braten es wesentlich schwieriger machen würden Essen zu verbergen. Wo man sonst sich einfach mit dem Essen zurückziehen kann erzeugt Feuer Rauch und Geruch, ebenso wie das zB gebratene Fleisch. Das wiederum mach diese Form der Zubereitung zu etwas, was Leute anlockt, die einen entweder selbst fressen oder anderweitig ausnutzen wollen oder aber zumindest am Essen interessiert sind.

Wer kocht muss also eher eine Entdeckung einkalkulieren und für einen entsprechenden Schutz mit einplanen. Und Schutz ist in prähistorischen Zeiten letztendlich nur über Männer möglich gewesen.

Da haben wir gleich die Ursprünge des Patriarchats: Kochende Frauen brauchen Schutz durch Männer. Wirft auch gleich Licht auf den Umstand, warum Männer gerne grillen: Es ist quasi eine gefährliche Tätigkeit im Freien, bei der man die Sicherheit aller als Mann garantieren muss.  😉

 

32 Gedanken zu “Kochen und dadurch erforderlicher Schutz

  1. Könnt ihr euch an die Empörung der „Naturschützer“ vor 7 Jahren erinnern, nachdem ein amerikanischer Zahnarzt in Afrika einen Löwen („Cecil“) geschossen hatte?

    Ein Medizinstudent aus Zimbabwe notierte in der NYT (!) seine Reaktion:

    In my village in Zimbabwe, surrounded by wildlife conservation areas, no lion has ever been beloved, or granted an affectionate nickname.
    They are objects of terror.
    When I was 9 years old, a solitary lion prowled villages near my home. After it killed a few chickens, some goats and finally a cow, we were warned to walk to school in groups and stop playing outside. My sisters no longer went alone to the river to collect water or wash dishes; my mother waited for my father and older brothers, armed with machetes, axes and spears, to escort her into the bush to collect firewood.
    A week later, my mother gathered me with nine of my siblings to explain that her uncle had been attacked but escaped with nothing more than an injured leg. The lion sucked the life out of the village: No one socialized by fires at night; no one dared stroll over to a neighbor’s homestead.
    When the lion was finally killed, no one cared whether its murderer was a local person or a white trophy hunter, whether it was poached or killed legally. We danced and sang about the vanquishing of the fearsome beast and our escape from serious harm.

    Passt zum heutigen Thema, find ich.

    • Das war ja auch ein Problemlöwe, der gelernt hatte, sich in einer menschlichen Ansiedlung bequem seine Nahrung zu suchen. Einen Löwen in freier Wildbahn anzuknallen ist etwas anderes und einfach nur sinnlos.

      • Seh ich tatsächlich auch so. Wird ja sogar beschrieben, wie der Löwe schlicht nicht natürliche Verhaltensmuster bei der Beutejagd an den Tag legte und die bei Wildtieren weit verbreitete Furcht vor menschlichen Siedlungen abgelegt hat.

        Und was sollen denn Tipps bringen, man solle nur immer zu zweit zum Wasserholen gehen? Als wenn ein Löwe, der sich ohnehin schon untypisch verhält und tatsächlich mal menschliche Jungtiere kosten will, sich davon abschrecken ließe, dass diese zu zweit sind. Für die beiden gilt dann tatsächlich nur das alte jeder-ist-sich-selbst-der-nächste-Spiel: „Du wirst nicht schneller laufen können, als der Löwe. Also versuche wenigstens schneller zu sein, als dein Begleiter“.

  2. warum Männer gerne grillen: Es ist quasi eine gefährliche Tätigkeit im Freien, bei der man die Sicherheit aller als Mann garantieren muss.

    Ne. Das ist eigentlich grob fahrlässig. Denn während er mit der Grillzange die gierigen Angreifer*Innen abwehrt, würden ihm die Lammfilets a la Buyx schlicht verbrennen.
    Resultat: Keiner hat was zu essen, und es stinkt verbrannt.

    Vernünftiger wäre, sich mit einer massiven Bierflasche bewaffnet mit dem Rücken zum Grill in Späherposition zu bringen, bis die Frau das Lämmchen serviert. Während des Garprozesses könnte so die eine oder andere gierige Nachbar*In vertrieben werden.

    Man stelle sich vor, Männer und Frauen würden sich in den Aufgaben des Lebens ergänzen und nicht konkurrieren. Was für eine schöne, wenngleich heutzutage absurde Vorstellung.
    Lieber das Lamm verkohlen lassen und anschließend über die Ungerechtigkeiten jammern. Das scheint vielen besser zu schmecken.

    • „Ne. Das ist eigentlich grob fahrlässig. Denn während er mit der Grillzange die gierigen Angreifer*Innen abwehrt, würden ihm die Lammfilets a la Buyx schlicht verbrennen.
      Resultat: Keiner hat was zu essen, und es stinkt verbrannt. Ne. Das ist eigentlich grob fahrlässig. Denn während er mit der Grillzange die gierigen Angreifer*Innen abwehrt, würden ihm die Lammfilets a la Buyx schlicht verbrennen.
      Resultat: Keiner hat was zu essen, und es stinkt verbrannt.“

      Die gierigen Angreifer trauen sich ja gar nicht ran, weil DER MANN da ist. Deswegen muss er auch nicht kämpfen.

      • Also wenn das Lamm al a Buyx über den Gartenzaun duftet, kommen die Nachbarinnen wie die Schmeißfliegen, um ihrem kargen selbstverordneten Rohkostteller zu entfliehen und für gleichgestellte Teilhabe dem strammen Grillmeister zu huldigen.
        Bei einer Frau am Grill würden die sich das kaum trauen.

        Und wie wehrt ein Mann sowas heutzutage untoxisch ab? Wie macht er die Nachbarinnen wieder unsichtbar?

    • Grillen das ist Männersache!
      Kein Grillfest ohne Feuerwache.
      Es gibt viel was du wissen muasst,
      weils dir sonst dein Gsicht verruaßt.
      Benzin wird in des Feuer gschütt´,
      damit des dann auch richtig brennt.
      Aber Kinder dann schnell weg gehen!
      Weils dir sonst dein Hirn versengt!
      -Georg Ringsgwandl, „Da grillt wer“-

    • Man stelle sich vor, Männer und Frauen würden sich in den Aufgaben des Lebens ergänzen und nicht konkurrieren. Was für eine schöne, wenngleich heutzutage absurde Vorstellung.

      Na, ich hab die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben … nicht alle Weibsbilder haben einen Schlag wegbekommen. Aber es wird nicht besser, ich weiß.

      Zum Thread Thema … ja, diese Mehrfachbelastung (Verteidigung der Familie UND des Grillgutes gegen externe Agressoren, plus Überwachung der Vorgange auf dem Rost) und der daraus resultierende Mental load (!!!) wird viel zu wenig thematisiert, da gibt es noch viel zu tun. Etwas Abhilfe kann eine etwas andere Verfahrensweise und die Wahl eines passenden Sportgerätes schaffen: während hier (Thüringen) unter Eingeborenen vor allem die Hochtemperatur-Kurzzeit-Zubereitung (Grillen) favorisiert wird, gewinnt die in anderen Kulturkreisen verbreitete Niedrig-Temperatur Zubereitung (barbeque, auch „low and slow“ genannt) immer mehr Freunde. Und während sich das Grillen duch eine unerreichte Effizienz in der Proteinversorgung des Clans auszeichnet, ist beim BBQ ein deutlich geringerer Stresslevel zu beobachten, was automatisch dazu führt, das mehr mentale Resourcen für die Verteidigung von Grillgut, Sportgerät und Biervorräten zur Verfügung stehen.

      • Labbrig durchgaren statt scharf anbraten. Auch da neigt sich unsere Kultur dem Ende zu, sie wird „low und slow“.
        Ewiges Kauen für die Sicherheit – wie auch zur Vermeidung von echter Freude.

        • Zwischen Butterzart und Schuhsole gibt es jede Menge Möglichkeiten, das Fleisch zu versauen, das stimmt. Wenn du der Meinung bist, das gehört immer so rrrrrröchtig mannhaft scharf angebraten .. hey, beats me 😉

      • @Andreas In Thüringen sagt man eigentlich statt grillen „braten“. Und es heißt auch schlicht „Rost“ und niemals „Grill“. 😉

        • Ist bekannt, ich wollte bei diesem hochkomplexen Thema nicht noch zusätzliche Verwirrung stiften. Es ist auch definitiv so, dass der Eingeborene die Vokabel versteht, und sie in der Kommunikation mit Ausländern einsetzt, und umgekehrt. Beispiel: der allseits beliebte Rainald Grebe, in seiner Hymne „Thüringen“:

          …und die Männer woll‘n alle im Stillennur raus in den Garten und GRILLEN

          😉

  3. > dass wohl alle Tiere zubereitete Nahrung (kochen, braten etc) unzubereitete Nahrung vorziehen würden, was erstaunlich ist

    Mein Kater interessiert sich kein bisschen für gekochtes Essen. Insofern ist das nicht erstaunlich, sondern vor allem falsch.

  4. Also ich grille nicht gern. Und ich werde gemeinhin als Mann gelesen. Zumindest von Leuten, die keine Legastheniker sind.

    Daß Männer angeblich gerne grillen, könnte damit etwas zu tun haben, daß sie lieber und mehr Fleisch essen, und noch mehr damit, daß sie gerne mit dem Feuer spielen. Als männlich gelesenes Kind zündet man ja gerne alle Mögliche an.

    Bei weiblich gelesenen Kindern ist mir das bisher nicht aufgefallen.

    Ich finde, alle Gender-Theoretiker sollten sich mal mit diesen existentiellen Dingen befassen und mehr Gelder von den Gedöns- und Bildungsministerien eintreiben.

    Wenn die als grün gelesene Partei jetzt wieder Regierungsverantwortung im als Nordrhein-Westfalen gelesenen Bundesland übernimmt, kriegen wir vielleicht wieder ein „Emanzipationsministerium“!

    Das Ministerium könnte dann Studien finanzieren, die untersuchen, ob Weiblichkeit am Rhein anders gelesen wird als an der Ruhr. Oder ob der Begriff Emanzipationsministerium zu befriedigerenden Orgasmen bei Feministinnen führt.

      • Ja, das Potential, das darin liegt, diese ganzen Begrifflichkeiten aus Wokemenistan zu parodieren und zu ironisieren, wird weithin unterschätzt. 🙂 Man glaubt gar nicht, was sich da für Spaßdimensionen auftun. Allenfalls Harald Schmidt und Henryk M. Broder tun sich da besonders hervor.

        Toll, daß mir mal jemand nicht vorwirft, meine Kommentare seien „vollumfänglich verzichtbar“ und niemand nehme mich ernst. Wäre ja auch ziemlich narzißtisch.

  5. In irgendeiner Bildungssendung sitzen ein Moderator und eine Schimpansin.
    Er hat einen Teller mit Steak, Gemüse und Kartoffeln – alles gekocht bzw. gebraten – sie einen Teller mit Obst.
    Er referiert über Evolution – sie sieht erst seinen Teller an, dann ihren Teller, dann seinen.
    Er erklärt, dass mit Feuer zubereitete Nahrung einen weniger aufwendigen Verdauungsapperat ermöglicht und daher mehr Hirnkapazitäten – sie macht die „Bitte gib mir auch was ab“-Geste.
    Er stellt dar, dass das die Entwicklung des Menschen entscheidend vorantrieb – sie wird ignoriert.
    Am Ende dreht er sich zu ihr um und fragt: „Stimmt’s?“ Sie guckt beleidigt in die andere Richtung – wer ihr nichts abgibt, soll sich seine Zustimmung woanders abholen.

    • Du hast zu viel „Planet der Affen“ gesehen.

      Verdauungsapperat

      Und scheinst ein Fan von Chantal-Deutsch zu sein. 🙂

      Ich sage ja, es geht permanent bergab mit unserer Kultur. Wir werden alle untergehen. Das Feminat wird siegen. Meinungsfreiheit ist eine Super-Illu. 🙂

      Warst du nicht der, der hier neulich mit linksgrünversifften Angstneurosen kam?

      Sorry, aber als offizieller Tiefenpsychologe der Maskupathen Männerbewegung kann ich nicht anders und muß jeden Doppelstandard offenlegen.

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