Kochen und dadurch erforderlicher Schutz

Und noch mal aus dem Interview mit dem Primatologen: Er führte an, dass der Einsatz von Feuer in Bezug auf Nahrungsmittel, also kochen oder braten, eine sehr wichtige Sache in Bezug auf die Menschwerdung gewesen sei, weil es dem Menschen ermöglichte wesentlich effektiver Nahrung zu sich zu nehmen und die Kau- und Verdaudauer deutlich zu reduzieren.

Dass dies uns möglicherweise auch ein größeres Gehirn ermöglicht hat, hatte ich hier schon mal in einem Artikel behandelt.

Interessanterweise führte er an, dass wohl alle Tiere zubereitete Nahrung  (kochen, braten etc) unzubereitete Nahrung vorziehen würden, was erstaunlich ist, weil es im Leben anderer Tiere üblicherweise keine zubereitete Nahrung gibt, vielleicht abgesehen von Tieren, die bei einem Wald- oder Steppenbrand Hitze abbekommen haben. Vielleicht gibt es irgend einen Mechanismus, der uns leichter konsumierbare Kalorien bevorzugen lässt, sei es Geruch oder Geschmack.

Er führte dann weiter an, dass aber kochen und braten es wesentlich schwieriger machen würden Essen zu verbergen. Wo man sonst sich einfach mit dem Essen zurückziehen kann erzeugt Feuer Rauch und Geruch, ebenso wie das zB gebratene Fleisch. Das wiederum mach diese Form der Zubereitung zu etwas, was Leute anlockt, die einen entweder selbst fressen oder anderweitig ausnutzen wollen oder aber zumindest am Essen interessiert sind.

Wer kocht muss also eher eine Entdeckung einkalkulieren und für einen entsprechenden Schutz mit einplanen. Und Schutz ist in prähistorischen Zeiten letztendlich nur über Männer möglich gewesen.

Da haben wir gleich die Ursprünge des Patriarchats: Kochende Frauen brauchen Schutz durch Männer. Wirft auch gleich Licht auf den Umstand, warum Männer gerne grillen: Es ist quasi eine gefährliche Tätigkeit im Freien, bei der man die Sicherheit aller als Mann garantieren muss.  😉