Pläne der spanischen Regierung zu arbeitsrechtlichen Regelungen bei Menstruationsbeschwerden, dem Zugang zu Menstruationsprodukten und der Pille für den Mann

In den Kommentaren wurde auf Pläne der spanischen Regierung aufmerksam gemacht:

Spain is to become the first Western country to offer ‚menstrual leave‘ for women suffering period pain while at work, set to be capped at three days per month.

The Spanish government is due to approve the measure next week, announced the Cadena Ser radio station.

Other countries in the world already grant menstrual leave, including Japan, South Korea, Indonesia and Zambia.

Under the reform package set to pass at Spain’s next cabinet meeting on Tuesday, schools will also be required to provide sanitary pads for girls who need them.

The Secretary of State for Equality and against Gender Violence, Ángela Rodríguez, announced a package of measures to guarantee menstrual health and recovery of reproductive health on March 3, including giving leave to women who have an abortion.

‚The rights related to menstrual health have never been discussed and the data is chilling,‘ Rodríguez told El Periodico. ‚One in four women cannot choose the feminine hygiene products she wants to buy for financial reasons. That is why we propose that they can be dispensed free of charge in educational and social centers.‘

The time off is intended to benefit women who suffer from particularly painful periods.

Many women who menstruate suffer from severe pain known as dysmenorrhea, which can be debilitating in severe cases.

‚It is important to clarify what a painful period is, we are not talking about a slight discomfort, but about serious symptoms such as diarrhoea, severe headaches, fever,‘ said Rodríguez.

‚Symptoms that when there is a disease that entails them, a temporary disability is granted, therefore the same should happen with menstruation and that there is the possibility that if a woman has a very painful period, she can stay home.‘

Sanitary pads and tampons will have VAT removed from their sale price in supermarkets – as well as being provided free of charge to women in marginalised social circumstances.

The Spanish government also plans to remove the requirement for 16 and 17-year-olds seeking an abortion to ask parental permission.

Rodríguez has also announced her plans for Spain to become a leader in developing the male contraceptive pill, which could begin human trials as soon as July, according to Researchers at the University of Minnesota.

The ministry also intends to pass a law targeting the trafficking of women for prostitution in Spain.

Einmal durch Deepl:

Spanien soll das erste westliche Land werden, das Frauen, die während der Arbeit unter Menstruationsschmerzen leiden, einen „Menstruationsurlaub“ anbietet, der auf drei Tage pro Monat begrenzt sein soll.

Die spanische Regierung soll die Maßnahme nächste Woche genehmigen, kündigte der Radiosender Cadena Ser an.

Andere Länder in der Welt gewähren bereits Menstruationsurlaub, darunter Japan, Südkorea, Indonesien und Sambia.

Wäre ja dann eher kein Urlaub, sondern eine Form der Krankschreibung?
Interessanterweise gibt es einen Wikipediaartikel zu „Menstrual Leave“:

Asia[edit]
In Indonesia, under the Labor Act No. 13 in 2003, women have a right to two days of menstrual leave per month though these are not additional leaves.

Also sie verbrauchen Urlaubstage, wenn ich das richtig verstehe?

In Japan, since 1947, Article 68 of the Labour Standards Law states „When a woman for whom work during menstrual periods would be specially difficult has requested leave, the employer shall not employ such woman on days of the menstrual period.“[16][17] While Japanese law requires that a woman going through especially difficult menstruation be allowed to take leave, it does not require companies to provide paid leave or extra pay for women who choose to work during menstruation.

Also sie können an dem Tag freigestellt werden, aber bekommen das dann nicht bezahlt?

In South Korea, female employees are entitled to menstrual leave according to the Article 71 of the Labour Standards Law,[18] and are ensured additional pay if they do not take the menstrual leave that they are entitled to.[19]

Südkorea scheint da besonders weit zu gehen, sie bekommen sogar extrageld, wenn sie trotz ihrer Tage zur Arbeit kommen. Hier eine interessante Anekdote dazu:

Since 1953, women in South Korea have been permitted to take one day off a month due to painful menstruation. Between 2014 and 2015, Former CEO of Asiana Airlines, Kim Soo-cheon, received over 138 employee requests for a day off due to painful menstruation. The former CEO said that he began to get suspicious when large amounts of employees attempted to take off for painful menstruation near the holidays. Kim Soo-cheon asked the women to provide proof of painful menstruation. The South Korean court found that providing this proof infringed upon the individual’s privacy and human rights.

Aber weiter im Text:

In Taiwan, the Act of Gender Equality in Employment gives women three days of „menstrual leave“ per year, which will not be calculated toward the 30 days of „common sick leave“, giving women up to 33 days of „health-related leaves“ per year. The extra three days do not come with half-pays once a woman employee exceeds the regulated 30.

Da wird ja eigentlich deutlich, dass in Deutschland die Regelung eh weiter ist, weil wir keine Beschränkung bei der Zahl der Krankheitstage haben.

Europe[edit]
In Europe, as of 2021, there is no country with a national menstrual leave.[1] A proposal by the Italian Parliament to introduce a menstrual leave policy in 2017 sparked debate in Europe on how menstrual health impacts women in the workforce. The bill would have introduced a policy for companies to offer three days paid leave for women who suffer severe menstrual cramps; the policy was not enacted.[1]

Africa[edit]
In Zambia, as of 2015, women are legally entitled to a day off each month due to their menstrual leave policy, known as „Mother’s Day“.[21] If a woman employee is denied this entitlement, she can rightfully prosecute her employer.

Endet das eigentlich irgendwann? Da wäre ja eine Alterbeschränkung eigentlich sehr sinnvoll.

Aber weiter im Text:

Im Rahmen des Reformpakets, das auf der nächsten spanischen Kabinettssitzung am Dienstag verabschiedet werden soll, werden die Schulen auch verpflichtet, Mädchen, die Binden benötigen, diese zur Verfügung zu stellen.

 

Die Staatssekretärin für Gleichstellung und gegen geschlechtsspezifische Gewalt, Ángela Rodríguez, kündigte am 3. März ein Maßnahmenpaket zur Gewährleistung der Menstruationsgesundheit und der Wiederherstellung der reproduktiven Gesundheit an, das auch die Freistellung von Frauen nach einer Abtreibung vorsieht.

Die Rechte im Zusammenhang mit der Menstruationsgesundheit wurden noch nie diskutiert und die Daten sind erschreckend“, sagte Rodríguez gegenüber El Periodico. Eine von vier Frauen kann sich aus finanziellen Gründen nicht die Damenhygieneprodukte aussuchen, die sie kaufen möchte. Deshalb schlagen wir vor, dass sie in Bildungs- und Sozialzentren kostenlos abgegeben werden können“.

Wir haben hier sicherlich eine Übersetzung vom spanischen ins englische (und dann noch ins Deutsche) aber dennoch eine interessante Formulierung, bei der ich gerne wüßte, wie sie gemeint ist: Kann sich eine von vier spanischen Frauen keine Menstruationsprodukte leisten oder hätte sie lieber „OB Tampons extraweich“ und muss statt dessen „DM Tampons noname“ nehmen? Zweiteres erschiene mir eher als Luxusproblem

Die Auszeit soll Frauen zugute kommen, die unter besonders schmerzhaften Perioden leiden.

Viele Frauen, die ihre Menstruation haben, leiden unter starken Schmerzen, der so genannten Dysmenorrhoe, die in schweren Fällen zu einer Entkräftung führen kann.

Es ist wichtig zu klären, was eine schmerzhafte Periode ist, wir sprechen nicht von einem leichten Unwohlsein, sondern von ernsthaften Symptomen wie Durchfall, starken Kopfschmerzen und Fieber“, sagte Rodríguez.

Ein Menstruationsurlaub bei starken Regelschmerzen. Ich glaube man wird diese Menstruationsregelungen nie abseits der sonstigen Regelungen zum Umgang mit Krankheit betrachten können (was deutsche Feministinnen nicht abhalten wird entsprechende Forderungen zu stellen).
Für Spanien gilt:

Bei einem Arbeitsunfall oder auch bei einer gewöhnlichen Krankheit, muss der Arbeitgeber vom 1. Arbeitstag an, den Lohn fortzahlen, wobei bei einem Arbeitsunfall die Lohnfortzahlung durch die Sozialversicherung (pago delegado) vom ersten Krankheitstag zurückvergütet wird, und bei einer gewöhnlichen Krankheit ab dem 16. Krankheitstag anteilsmässig. Diese Lohnfortzahlung gilt für die ersten 365 Tage Krankheitsstand.

Kleine Unternehmen, die bis zu 10 Arbeitnehmer beschäftigen, können von der Lohnfortzahlung befreit werden, wenn der Krankenstand des Arbeitnehmers schon mehr als 6 Monate andauert.

Die ersten 3 Krankheitstage eines Arbeitnehmers werden in der Regel nicht bezahlt, soweit die weitverbreitete spanische Tarifvertragsregelung. Ab dem 4 bis zum 20. Arbeitstag im Krankenstand zahlt der Arbeitgeber den Lohn in Höhe von 60% fort, und erhält den Betrag von der Sozialversicherung zurück. Vom 21. Arbeitstag in die Zukunft werden 75% des normalen Bruttolohnes vom Arbeitgeber bezahlt.

Bei einem Arbeitsunfall erfolgt vom ersten Tag an 75% Lohnfortzahlung.

Da mag eine solche Regelung dann durchaus Sinn machen, wobei natürlich die Überprüfung unmöglich sein wird.

Symptome, die bei einer Krankheit, die sie mit sich bringen, zu einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führen, sollten auch bei der Menstruation auftreten, und es sollte die Möglichkeit bestehen, dass eine Frau, die eine sehr schmerzhafte Periode hat, zu Hause bleiben kann.

Damenbinden und Tampons werden in den Supermärkten ohne Mehrwertsteuer verkauft und Frauen aus sozial schwachen Verhältnissen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Kostenlose Tampons und Mehrwertsteuersenkungen hatten wir auch schon als Thema:

Die spanische Regierung plant außerdem die Abschaffung der Vorschrift, dass 16- und 17-Jährige, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, die Erlaubnis ihrer Eltern einholen müssen.

Das kann durchaus sinnvoll sein um eine frühe Abtreibung zu ermöglichen.

Rodríguez hat außerdem angekündigt, dass Spanien eine führende Rolle bei der Entwicklung der Pille für den Mann einnehmen will, die nach Angaben von Forschern der Universität von Minnesota bereits im Juli an Menschen getestet werden könnte.

Vermutlich auch um die Hormonbelastung für Frauen zu senken und nicht um Männern Verhütungsmöglichkeiten zu geben

Das Ministerium beabsichtigt außerdem, ein Gesetz zu verabschieden, das den Frauenhandel zum Zwecke der Prostitution in Spanien bekämpfen soll.

Etwas vage.

23 Gedanken zu “Pläne der spanischen Regierung zu arbeitsrechtlichen Regelungen bei Menstruationsbeschwerden, dem Zugang zu Menstruationsprodukten und der Pille für den Mann

  1. „Eine von vier Frauen kann sich aus finanziellen Gründen nicht die Damenhygieneprodukte aussuchen, die sie kaufen möchte“

    Die müssen sich einfach einen Kerl suchen und den dann der häuslichen Gewalt beschuldigen. Als Frau in Spanien bekommen sie dann die nächsten 11 Monate jeden Monat 400€. Nach diesen 11 Monaten können sie den Mann dann wieder beschuldigen und bekommen nochmal 11 Monate lang 700€. Beweisen müssen sie nichts und wenn sie sogar noch gemeinsam Kinder haben, verliert der Mann umstandslos das Sorgerecht.

    https://honeybadgerbrigade.com/2016/02/18/spain-gender-laws-a-country-against-men/

    Mit diesen 8800€ zusätzlich sollten sie dann für die nächsten Jahrzehnte genug finanzielle Mittel für ihre Lieblinggsdamenhygieneprodukte haben.
    In Deutschland müssen sie sich nur einen Kerl angeln. Diese bezahlen im Schnitt 78% der Ausgaben in der Beziehung. Also nicht nur komplett ihre eigenen Augaben, sondern auch noch über die Hälfte von den Kosten der Frau. Wenn da das Geld dann immer noch nicht reicht, sollen die Frauen einen Erziehungsberechtigen für sich selbst beantragen.

  2. So ein Blödsinn. Angefangen bei „Als erstes Land“ bis hin zu „können sich nicht die Produkte kaufen, die sie wollen“.

    Ich bin mir sicher, dass man in Deutschland bei Fieber und Durchfall zu Hause bleiben kann. Und auch darf.

    Und „die sie wollen“, was ist denn das für ein Maßstab? Ich kann man mir auch den Wein nicht kaufen, den ich will. Oder das Fleisch vom Kobe oder Wagyu Rind.

    • Aber Du bist ein Mann und hast strukturelle Privilegien. Rechtliche und finanzielle Vorteile bekommen im Patriarchat nur die Unterdrückten.

    • Ich bin mir sicher, dass man in Deutschland bei Fieber und Durchfall zu Hause bleiben kann.

      http://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__5.html sagt:

      Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen.

      D.h. bei Erkrankungen bis zu drei Tagen kann man sich sozusagen selber krankschreiben, man braucht keinen Arzt.

      • Gem. § 5 Abs. 1 Satz 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) kann der AG aber auch eine AU ab dem ersten Tag verlangen, was er vmtl. alleine schon wegen der Versicherungen die er selber für solche Fälle hat, verlangen wird, wenn ein Arbeitnehmer monatlich und auch noch zur selben Zeit ausfällt.

        Und wenn berechtigte Zweifel an den AUs / Krankmeldungen bestehen, kann der AG zudem eine Begutachtung durch einen Amtsarzt verlangen.

        Natürlich ist das in den wenigsten Fällen erforderlich und wird selten gemacht, aber wenn jemand (deutlich) mehr unzusammenhängende(!) Krankheitstage als Urlaubstage ansammelt, dann kann derjenige sich darüber kaum beklagen.

        Wobei sich natürlich kein Amtsarzt in diesem Land trauen würde, den selbstbeschriebenen Menstruationssymptomen einer Frau zu widersprechen, was wiederum bedeuten würde, dass über kurz oder lang keine Frauen mehrt eingestellt werden, wenn sie nicht per Attest nachweisen können, die Menopause erreicht zu haben. Alle anderen Frauen kriegen nur dann eine Stelle, wenn sie per Default 3 Tage weniger Bezahlung akzeptiere, die sie sich durch Erscheinen dann als Bonus verdienen können. Naja, sagen wir mal: In einer Gesellschaft, die nicht vollkommen den Verstand verloren hat, würde das dann so laufen wenn ein Teil eines Teils der Bevölkerung sogar ganz offiziell einen Freifahrtschein für 15% weniger Arbeit bei selber Bezahlung hätte (in der Praxis wären wir dann zumindest in weiten Teilen des ÖD eher so bei 30-50%) 😉

  3. Frauen sind wirklich ein sehr kostspieliges Produkt. Die laufenden Unterhaltskosten sind hoch und der Nutzen, naja, oft nur schmückender Natur und wenig produktiv. Die Frage, was Frauen kosten und wie hoch der Preis des Feminismus ist, drängt sich auf. Schade, auf ein solches Buch werden wir lange warten.

    • Hatten wir nicht gerade die gesellschaftlichen Kosten am Beispiel Neuseeland?
      Was mich so irritiert ist, dass unheimlich viele Feministen und Journalisten Ideen nicht zu Ende denken können.
      Mal abgesehen davon, dass Arbeitgeber mit so einer Regelung Frauen eher ungern einstellen würden (und das würde vermutlich zu einer messbaren Diskriminierung führen), würde es sicher auch Frauen als Kollegen absolut unbeliebt machen. Die Arbeit muss dann ja jemand anders machen. Wenn eine Frau in der Industrie das ausnutzt ist sie statt 30 Tagen 66 Tage nicht da. Das muss für Unmut sorgen und es wird nicht selten simulieren vermutet werden. Mit allen negativen Folgen für das Arbeitsumfeld (Mobbing usw.). Außerdem übersehen die Feministen einen wesentlichen Punkt. Nämlich, dass das dazu führt, dass der Partner einer Frau (die Mehrarbeit werden bei den deutschen Teilzeitquoten vor allem die Männer stemmen müssen) seine Arbeitskraft in Form von Mehrarbeit, seien es Überstunden oder mehr Leistung, in die Versorgung einer fremden Frau steckt. Das bedeutet mittelfristig einfach, dass der eigenen Frau weniger Ressourcen zur Verfügung stehen. Das wird zu Unmut führen.

      • „würde es sicher auch Frauen als Kollegen absolut unbeliebt machen“

        Wahrscheinlich werden sie das durch die Kolleginnen ohne Beschwerden auch als erstes zu spüren bekommen.
        Btw. haben Frauen heute schon so mehr Krankheitstage als Männer und fallen dadurch öfter aus, so dass andere ihre Arbeit zusätzlich mit übernehmen müssen.

      • Das würde voraussetzen, dass die individuelle Frau überhaupt erst mal in der Lage ist zu erkennen, dass die Steuern die ihr Mann leisten muss im Wesentlichen anderen Frauen zu Gute kommen. Sie wird in ersten Linie das Netto sehen und sich wenig dafür interessieren, welche Abgaben noch wo zu leisten sind. Der Unmut entsteht momentan wohl eher dadurch, dass sich nicht mehr genügend Männer mit attraktivem Netto finden lassen.

  4. Hier gibt es mehr Information dazu: https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/spanien-recht-auf-freie-tage-bei-menstruation-18027771.html

    „Spanien will Rücksicht auf Frauen mit schmerzhaften Menstruationsbeschwerden nehmen. Ein Gesetzentwurf gibt ihnen das Recht, jeden Monat drei Tage lang zu Hause zu bleiben, während sie ihr Gehalt weiter erhalten. Es müsse sich aber um ernsthafte Symptome handeln, die ärztlich mit einer Krankschreibung bestätigt werden müssten, heißt es im zuständigen Gleichstellungsministerium; ein leichteres Unbehagen reiche dafür nicht aus.
    […]
    In Spanien können Angestellte der Stadtverwaltungen von Girona und Castellón seit einiger Zeit freinehmen, wenn sie heftig ihre Tage haben; sie müssen aber die Stunden später nacharbeiten. In diesem Jahr haben in Girona laut Presseberichten nur acht Frauen diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Die niedrige Zahl wird auch darauf zurückgeführt, dass bis vor Kurzem wegen der Pandemie die meisten Frauen im Homeoffice arbeiteten.

    Der endgültige Gesetzentwurf ist noch nicht fertiggestellt, da sich die linke Minderheitsregierung noch darüber streitet. Einigen Kabinettsmitgliedern gehen die Pläne der linksalternativen Gleichstellungsministerin Irene Montero zu weit. So warnt Wirtschaftsministerin Nadia Calviño davor, sie könnten Frauen „stigmatisieren“. Die Gewerkschaft UGT befürchtet, dass das Gesetzesprojekt die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt schmälern könnte. Die Arbeitgeber haben sich noch nicht positioniert.“

    „Die Arbeitgeber haben sich noch nicht positioniert“ – vielleicht sind die noch am durchrechnen, was sie diese Regelung kosten wird.

    Kommentar darunter:
    „Bis zu 36 Tagen Sonderurlaub p.a. wegen Regelbeschwerden. Ist ca. 15% zusätzlicher Ausfall der Regelarbeitszeit. Zusätzlich zu den sonstigen Ausfallrisiken, die eine Einstellung von Frauen so mit sich bringt. Soso.
    Was kommt als nächstes?
    – Drei Jahre Menopausen-Zeit in den Wechseljahren?
    – 6 Monate Post-OP-Urlaub bei Trans-Identitären nach Geschlechtsangleichung?

    Es wird immer doller. Solche Forderungen sind für die Sache der Frauen ein riesiger Bärendienst, und der Gender-Pay Gap wird dadurch nur noch größer. Arbeitgeber werden das beim Gehalt der Frauen todsicher einpreisen.“

    • „Es müsse sich aber um ernsthafte Symptome handeln, die ärztlich mit einer Krankschreibung bestätigt werden müssten“

      Da wird es sicherlich keinen Missbrauch geben und da es sich um Frauen handelt, sind Lügen ausgeschlossen. Ganz anders bei Männern, die haben nur eine Männergrippen und sind wehleidig. Die können ruhig weiter arbeiten.

      „während sie ihr Gehalt weiter erhalten“

      Von wem? Vom Arbeitgeber? Der sollen Frauen einen Monat im Jahr, in dem sie nicht arbeiten, volles Gehalt bezahlen. Und ich nehme mal an die Frage nach Menstruationsbeschwerden beim Bewerbungsgespräch werden verboten oder es wird als große Diskriminierung hingestellt, weil man diese Frage Männern nicht stellt.

      „für die Sache der Frauen ein riesiger Bärendienst“

      Das sehen einige ältere Frau auch so. Habe ich dazu schon gelesen, das sie damals zeigen wollten, das sie genau so belastbar sind wie Männer. Pustekuchen.

      Vielleicht müssen Firmen demnächst zusätzlich zu den Behindertenparkplätzen auch noch Frauenparkplätze einrichten.

  5. Ist in Spanien die Eigenschaft „Frau“ denn definiert, oder kann sich dort jeder als Frau identifizieren und Menstruationsbeschwerden haben?

  6. Fazit: Eigentlich reichen die Gesetze bereits für alle Frauenmalaisen. Aber: Man will Planübererfüllung, feministisches Strebertum.

    Auch beim Gewaltschutz oder beim Thema Vergewaltigung reichten die bisherigen Gesetze aus. Die Verschärfung in Sachen sexueller Gewalt war ja das Resultat dieses komischen Prozesses, wo meines Wissens ein Richter einfach nur ein dummes Urteil gefällt hat, was damals auch von Fachkundigen kritisiert wurde. Tenor: Die Rechtslage hätte ausgereicht für eine Verurteilung des Täters.

    Überall frönt man der Gewissensonanie und will sich als Vorzeigefeminist gerieren. Aus tiefenpsychologischer Sicht ist das schon ziemlich irre. Also daß man dieses pathologische Grundmomentum nicht realisiert und die damit verbundenen immer neurotischeren und zwanghafteren Maßnahmen zum Schutz des Weibes vor dem schlümmen Patriarchat.

    Dieser Hang zum Pharisäertum ist ja universell und findet sich überall, egal ob bei Konservativen oder Progressiven. In unseren Qualitätsmedien wird das allenfalls zaghaft kritsiert. In der Regel gar nicht.

    Ich stelle mir manchmal vor, einer dieser alten Hasen wie Rudolf Augstein, Helmut Schmidt und dergleichen, also klassische Linke ohne Dachschaden, würde diesen ganzen Wahnsinn mal gepfeffert kommentieren.

    Pille für den Mann: Überflüssig. Er wird ja nicht schwanger. 🙂

    Die Femipharisäer haben offenbar noch nicht mitbekommen, daß es bereits Verhütungsmittel für Männer gibt. Und daß man fundamentale psychische Gegebenheiten wie das Mann- und Frausein und die damit verbundenen Unterschiede nicht einfach ignorieren kann. Auch beim softesten Frauenversteher wird der Antrieb, eine Pille zu nehmen, geringer sein als bei einer Frau.

    Die ganzen Gender-Seminare haben ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt. Man glaubt mittlerweile tatsächlich eine Pille für den Mann an selbigen bringen zu können.

    Ein weiterer Beleg dafür, wie unnütz und weltfremd das Konzept „Gleichstellung“ ist.

  7. Irgendwie verstehe ich nicht, was das soll. Wenn jemand aufgrund von Schmerzen, Dünnpfiff oder sonst was arbeitsunfähig ist, dann kann er halt nicht arbeiten und meldet sich krank.
    Für die Gesellschaft und die Produktivität steht doch im Mittelpunkt, ob jemand arbeiten kann oder nicht. Alles andere wäre sexistischer Sonderurlaub.

    Ich könnte ja nachvollziehen, wenn man manche Frauen in schlimmen Phasen von PMS oder gar PMDS vom Arbeitplatz fernhält, weil das einhergehende sozial- und psychointeressante Verhalten das Arbeitsklima und damit die Produktivität empfindlich beeinrächtigen kann. Aber das ist ja in Spanien wohl nicht gemeint.

    In meinen Augen ist das wieder eine Ausgeburt der neuesten feministischen Strömung. Der geht es eben nicht um Gleichberechtigung, nicht mal mehr um Gleichstellung – es geht um den Ausbau der Privilegien für Frauen mit Gebärapparat und die damit einhergehende und dokumentierte gesellschaftliche Höherwertigkeit des Weiblichen.
    Und das stets – wie seit Jahrtausenden gelernt – unter Vorspiegelung angeblicher Benachteiligung und Unterjochung von Frauen. Deswegen wird auch schnell noch reingerührt, dass sich viele Frauen nicht ihre Wunschmenstruationsartikel leisten können oder wollen.

    Meine Güte, ich leiste mir auch keinen YouPorn-Premiumaccount, um meine geschlechtsspezifischen Bedürfnisse durchzustehen und die Samenzellen ins Leere laufen zu lassen, so wie Frauen ihre unbefruchteten Eier abstoßen. Vor allem käme ich nie auf die Idee, es der Gesellschaft oder dem Arbeitgeber aufzuhalsen, wenn ich weitgehend zyklisch Samenstau vorbeugen muss.
    Hey Chef, ich geh mir mal zwei Stunden einen runterholen. Schreibst es bitte als Sonderurlaub auf.

  8. Menstruationsbeschwerden können heftig sein, und somit zu Arbeitsunfähigkeit führen.
    Aber mit den beschriebenen Regelungen schüttet man das Kind mit dem Bade aus.
    Was spricht dagegen, dass sich die tatsächlich betroffenen Frauen an einzelnen Tagen krankmelden? Da muss man diesen „Urlaub“ doch nicht pauschal und ungeprüft für alle Frauen (von denen die meisten das gar nicht nötig haben) festschreiben.
    Dies führt dann dazu, dass Frauen die Konkurrenzfähigkeit weiter reduziert wird, vielleicht sogar zur Stigmatisierung derer, die den Menstruationsurlaub regelmäßig wahrnehmen.

    Was die kostenlosen Monatshygieneprodukte betrifft, so wird das nicht funktionieren.
    Aus dem zwangsläufig begrenzten Angebot wäre das Produkt der Wahl (Tampons in verschiedenen Größe, mit oder ohne Rillen, Binden in verschiedenen Längen und Dicken, mit oder ohne Flügel, mit oder ohne Deo, etc. etc. etc.) sicherlich nicht dabei.
    Dazu kommt, dass die Entnahme irgendwie kontrolliert werden muss, sonst bedienen sich die ersten und stopfen sich die Taschen voll, bis nichts mehr da ist.
    Jede Kontrolle andererseits ist ein Eingriff in die Privatsphäre.

    • Wahrscheinlich wird man versuchen, die Stigmatisierenden zu stigmatisieren, um den negativen Folgen entgegenzuwirken… Was beim gegenwärtigen gesellschaftlichen Klima sogar funktionieren könnte….

    • „Menstruationsbeschwerden können heftig sein, und somit zu Arbeitsunfähigkeit führen.“
      Diese Aussage bestreitet keiner. Aber es ist egal was die Ursache für körperliche Beschwerden sind, wenn die Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist wird zuhause geblieben.
      Erstaunlich nur, dass der „Männerschnupfen“ und das Männer-Mimimi immer so verächtlich von Feministinnen gemacht wird.
      Auch die um mehrere Jahre kürzere Lebenszeit von Männer oder die höhere Anzahl tödlicher Arbeitsunfälle wird nicht durch ähnliche Gesetzesentwürfe verhindert.

      Das feministische Mimosentum ist schon beachtlich, wenn es darum geht all die weiblichen Klischees zu bestätigen.

    • Der Begriff „Leave“ ist nicht mit Urlaub gleichzusetzen. Vielmehr ist leave im angloamerikanischen Raum jede Form der Abwesenheit, der Grund wird gerne vorangestellt. Sick leave, bereavement leave, maternal leave etc. Daher ist auch menstrual leave in diesem Kontext zu sehen.

      Durchaus üblich ist es, per Arbeitsvertrag dem Arbeitnehmer eine gewisse Anzahl an bezahlten leave Tagen (meist 5 pro Jahr) pauschal zuzusagen. Unbezahlte leaves sind ebenfalls und einfacher möglich als in DE.

      Wer sich da aber zu großzügig bedient und unangenehm auffällt, bekommt schnell einen „pink slip“ (Kündigung, meist mit 5-Tage-Frist bzw. Ende der nächsten Arbeitswoche und sofortiger Freistellung).

    • „Was spricht dagegen, dass sich die tatsächlich betroffenen Frauen an einzelnen Tagen krankmelden?“

      Ich sage ja man kann diese Regelungen nur im Zusammenhang mit dem Krankschreibungsregelungen sehen. Anscheinend gibt es die ersten drei Tage in Spanien nichts wenn ich es richtig verstehe

  9. Was noch nicht erwähnt wurde:

    Die Stärke von Menstruationsschmerzen hängt mit dem Lebenswandel zusammen.
    Das ist genauso wie mit der Lebenserwartung bei Männern 8)

    Deshalb sollte man auch etwaige Mehrkosten durch Menstruationsschmerzen über erhöhte Versicherungsbeiträge von Frauen wieder einspielen.

  10. Wie groß ist denn der prozentuale Anteil betroffener Frauen? Sind das 1%, 10%, 30%? Da das Thema an Tabus rührt maße ich mir da kein Urteil an.

    Desweiteren wäre interessant, wie regelmäßig sie bei einzelnen Frauen sind. Ist es so, dass die meisten, die es mindestens einmal haben/hatten, es jeden Monat haben? Oder ist das mehr gaußverteilt mit wenigen Frauen, die nie welche haben, wenigen, die es monatlich haben, und vielen, die es mal haben und mal nicht?

    Wenn viele der betroffenen Frauen das monatlich haben, und eigentlich auf einen Arztbesuch verzichten würden, weil der auch nichts neues sagen kann – nur krankschreiben, dann spricht das vielleicht dafür, das nicht jedesmal begutachten zu lassen.

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