Seitdem die Opferrolle über das Heldentum triumphiert hat, verkünden die Tyrannen unserer Welt stattdessen die Sprache der Verletzten und Verstörten, der Schwachen und Leidenden

Ich wurde auf ein Zitat von Douglas Murry  hingewiesen, welches ich ganz interessant finde:

The bullies of the era do not come shouting foul epithets and derogatory names. They do not come proclaiming their strength. Ever since victimhood triumphed over heroism, the bullies of our world have instead come proclaiming the language of the hurt and upset, of weakness and suffering. It’s become such a tried and tested tactic we barely even notice it anymore.

Where once a person would have assaulted another person, verbally or otherwise, to win in the era of “oppression” the would-be victor must claim that they themselves are the ones who have been assaulted. Where once the loser would have wept, today the would-be winner must weep: very early, very fast and as insincerely as occasion necessitates.

Durch Deepl gejagt:

Die Tyrannen dieser Zeit kommen nicht und schreien üble Bezeichnungen und abfällige Namen. Sie kommen nicht, um ihre Stärke zu verkünden. Seitdem die Opferrolle über das Heldentum triumphiert hat, kommen die Tyrannen unserer Welt und verkünden stattdessen die Sprache der Verletzten und Verärgerten, der Schwachen und Leidenden. Diese Taktik hat sich so gut bewährt, dass wir sie kaum noch wahrnehmen.

Wo früher eine Person eine andere angegriffen hätte, sei es verbal oder anderweitig, muss in der Ära der „Unterdrückung“ der vermeintliche Sieger behaupten, dass er selbst derjenige ist, der angegriffen wurde. Wo früher der Verlierer weinte, muss heute der vermeintliche Sieger weinen: sehr früh, sehr schnell und so unaufrichtig, wie es der Anlass erfordert.

Das passt zu vielem innerhalb der intersektionalen Theorien.

Die Einschränkung wäre vielleicht, dass SJWs natürlich angreifen, aber es eben so darstellen, dass sie damit für die Opfer auftreten, gegen das Unrecht kämpfen. Und es ist üblicherweise mit einer Darstellung verbunden, dass sie die Ungerechtigkeit gegen die Opfer nicht ertragen und für diese in die Bresche springen.

 

21 Gedanken zu “Seitdem die Opferrolle über das Heldentum triumphiert hat, verkünden die Tyrannen unserer Welt stattdessen die Sprache der Verletzten und Verstörten, der Schwachen und Leidenden

  1. Es ist in der Tat auffällig, dass innerhalb der woken Ideologie die angeblichen Opfer mehr Rechte und Privilegien haben, als die angeblich Mächtigen. So seien weiße, heterosexuelle Cis-Männer zwar die Herrschenden über alle anderen, aber sie haben nirgends Mitspracherecht und ihr Standpunkt zählt nicht.

  2. „und so unaufrichtig, wie es der Anlass erfordert“

    Ausgerechnet Douglas Murray fordert also mehr „Aufrichtigkeit“.

    Douglas Murray hatte in seinem Buch „“The Madness of Crowds“ doch z.B. verkündigt, die postmoderne Political Correctness gehe auf das Werk der beiden linken Theoretiker Chantal Mouffe und Ernesto Laclau zurück.

    Chantal Mouffe und Ernesto Laclau gehören in Wahrheit der nicht-politisch-korrekten Variante des Postmodernismus an und politisch korrekte postmoderne Linke beziehen sich überhaupt nicht auf sie.
    Auch der Rest des entsprechenden Kapitels von Douglas Murrays Buch strotzt nur so vor falschen Behauptungen und Propagandalügen. (Ernesto Laclau ist übrigens verstorben, aber Chantal Mouffe erhält seit der Veröffentlichung von Douglas Murrays Buch Beleidigungen und Drohungen.)

    Douglas Murray sollte m.E. für seine zahlreichen Propagandalügen deutlich stärker als bisher von traditionellen Linken begründet kritisiert werden.

    Der Experte für Politische Philosophie Matt McManus hat eine lesenswerte Kritik von Douglas Murrays Buch „The Madness of Crowds“ verfasst, die den von mir genannten Kritikpunkt zwar leider nicht erwähnt, aber andere Schwächen seines Buches benennt, die Kritik sei an dieser Stelle verlinkt:

    Matt McManus – What Douglas Murray’s Book Does Well And Where It Falters

    https://merionwest.com/2020/02/21/what-douglas-murrays-book-does-well-and-where-it-falters/

    • Und was ist jetzt deine Meinung zu Murray’s Aussage hier in diesem Blogbeitrag… ganz unabhängig davon das er vorher eine Bewegung den falschen Leuten zugeordnet hat? Oder kannst du sowas nicht voneinander trennen?

    • Was wären wir nur ohne Leszek ihm seine Literaturhinweise, die uns über mehr als unwichtige Mikrodetails in noch unwichtigeren akademischen Debatten aufklären, die keinerlei Auswirkung auf den Fortgang des Weltgeschehens haben? (Im Gegensatz z.B. zum Konsum von Fairtrade- und Bio-Produkten, die es nur im bösen Kapitalismus gibt.)

      Leszek sollte mal einen Gastartikel über anarchosyndikalistischen Linkshegelianismus schreiben.

      Das ist wichtig.

      Wir alle wollen schließlich wissen, in was für einer Gesellschaft wir leben, wenn die antikapitalistische Weltrevolution gesiegt hat und dann die wirklich richtige Weltanschauung durchgesetzt wurde, die alle glücklich macht.

      PS: Wenn du schon so viel liest, Leszek, dann nimm dir doch noch mal ein paar Bücher von meiner Göttin zur Brust und lies sie ohne deinen inflationären, größenwahnsinnigen Intellekt. Dann verstehst du sie vielleicht auch. 🙂

  3. Ich warte ja gespannt auf die Gegenbewegung, ob nun kulturell oder politisch, wos dann wieder heisst „Lerne leiden ohne zu klagen“.
    Politisch wird ja tatsächlich eine massive Absenkung des Lebensstandards angestrebt, wir erleben bestimmt noch die Grünen, wie sie dem Ideal von Leder, Windhund, und Kruppstahl huldigen, bloss nicht rumheulen wegen ein bisschen Kälte und Hunger.

  4. Gutes Zitat. Vielleicht geht die Umkehrung noch weiter: Nicht nur Opfer werden zu Helden. Leistungserbringer werden geächtet, Leistungsempfänger glorifiziert.
    Leistung ist inzwischen ein Makel. Die Gesellschaft orientiert sich maßgeblich an den Schwächsten, den Langsamsten. Man suhlt sich in Gerechtigkeitsgefühlen und signalisiert überall die eigene Moralität und numerisches Mitgefühl.

    Wer ein Haus baut, vergreift sich an der Welt, er verbraucht Ressourcen, betoniert die Lebensgrundlage für Gänseblümchen weg und vertreibt mit dem Bagger das brütende Spatzenpaar.
    Früher wurde der Hausbauer geachtet, beneidet. Wohlstand und Komfort wurden angestrebt, Kühe zur Gabe von viel Milch gezüchtet. Der Festtagsbraten war ein Highlight, heute ist er eine Gewebehaufen der Schande mit CO2-Fußabdruck.
    Wer nicht friert, ist unsolidarisch. Wer Produktivität und Arbeitsplätze schafft, ist ein Fossil-Patriarch.
    Die ganze Welt hört auf zu pulsieren, um schwerkranken in Heime abgeschobenen Alten noch ein halbes Jahr mit Flüssignahrung zu verschaffen.

    All das ist nicht in erster Linie rücksichtsvoll, mitmenschlich und hilfreich, das ist in diesem Ausmaß vor allem selbstzerstörerisch. Die ausufernde Moralität mit ihrem Gerechtigkeitswahn verschlingt mittlerweile die ganze Welt.

  5. Neulich hatte hier jemand die sinngemäße Frage gepostet: Wann sind wir eigentlich dazu übergegangen, Angst als Tugend anzusehen? Ich möchte ergänzen: Auch Unvermögen gilt inzwischen als Tugend. Und die (Teil-)Antwort lautet: Jedenfalls nicht erst seit Corona, soviel steht fest.

    • Das ist schon so seit dem Unterschiede zwischen bestimmten Gruppen als Diskriminierung erklärt wurden und nicht etwa als Ergebnis unterschiedlicher Interessen, Prioritäten und Leistungsbereitschaft.

    • Auch Unvermögen gilt inzwischen als Tugend.

      Renton ist einer der glühendsten Anhänger dieser neuen Tugend. Man denke nur an sein völliges Unvermögen, den Begriff der Transzendenz zu verstehen. Oder sich mal seriös mit Alice Miller auseinanderzusetzen. Und das als Lehrer.

        • Hast du Belege für deine Behauptung?

          Oder gefallen dir einfach meine Meinungen nicht aufgrund einer totalitären Geisteshaltung und mangelnder Auffassungsgabe?

          Der Vorwurf des Trollens wird übrigens in 98% der Fälle immer dann ausgesprochen, wenn Menschen sich nicht ihre eigenen Defizite eingestehen wollen.

          Ich spreche solch einen Vorwurf daher nie aus und mobbe auch keine anderen Kommentatoren oder fordere ihren Abgang.

          Daß einzige, was ich mir hin und wieder erlaube, ist, dem einen oder anderen zu sagen, daß er strunzdumm ist. Mache ich aber nur bei Indikation und wenn diese Leute entsprechend vorgelegt haben.

          Leider fehlt diesen Leuten meist die Fähigkeit, dieses Verhalten selbstkritisch zu reflektieren.

          Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

          • Hast du toll gesagt.

            Leider wieder ohne Belege oder etwas dergleichen.

            Gib doch mal Belege für meine angeblich völlige Verzichtbarkeit.

            Leute, die mit solchen pauschalen Maximalvorwürfen aus der Hüfte geschossen kommen, wissen sich meist nicht anders zu helfen.

            Ich habe so einen Vorwurf noch nie ausgesprochen. Obwohl hier bereits einige Leute extrem dummes Zeug gefaselt haben.

            Bisher hat sich noch niemand von den Mobbern hier ensthaft mit meinen Argumenten oder denen von Alice Miller auseinandergesetzt. Aber von Mobbern ist eigentlich auch nichts anderes zu erwarten.

            Erschreckend finde ich, wie Leute wie du, MieSEBeter und Rentonbetrug sich derartig selbst belügen können.

            Ich nehme immer gerne Belege für angeblich falsche Argumentationen und dergleichen entgegen. Leider kommt da nie etwas. Und ich antworte auch icht auf alles, wo sich die Leute jetzt zum zehnten Mal einbilden, sie hätten etwas Plausibles gesagt, und auf dicke Hose machen.

            Ist man nur dumm genug, kann man sich schnell einbilden, klüger als andere zu sein.

            PS: Beim Thema des Transzendenzbegriffes ist dies ja nur zu offensichtlich. Da kriege ich ja durchaus auch Unterstützung von anderen.

            Ist man nur dumm genug, kann man das aber vermutlich gut ausblenden.

      • @Gendern, bis der Arzt kommt

        Ständig greifst du Leute persönlich an, deine Argumente sind meist unterkomplex, ohne Begründungen, Quellen und Fakten. Keywörter und Autoren in den Raum zu werfen sind keine Argumente.

        Du unterstellst deinen Diskussionsteilnehmern Unwissen, bist aber nicht bereit bei Nachfragen deine Position zu erklären oder das Wissen zu liefern.

        • Kommt einem immer so vor, wie in einem Progrock-Forum, wo man sich streitet, wer die meisten Riffs in 10 Sekunden spielt und und er so dazwischen grätscht: Scooter machen geile Musik und die Texte sind auch sehr deep.

          • Könntest du ein Beispiel für deine These angeben? Die diesen Vorwurf also illustriert?

            Oder fühlst du dich argumentativ unterlegen und willst einfach mal ein bißchen austeilen?

            Vorsicht! Möglicherweise ereilt dich bald der Vorwurf von bobm, daß du deine Behauptungen nicht mit Quellen, Fakten und Begründungen ausstaffierst. Ich warne dich. Er beurteilt hier jeden gleich.

            Deshalb liefere doch bitte ein Beispiel.

            Und hier noch ein bißchen Progrock für dich:

            https://musikmuseum.home.blog/2019/10/03/kayleigh-marillion/

            PS: Ich bin schon total gespannt auf all eure Beispiele. Ist bestimmt alles hieb- und stichfest belegt.

        • Soll ich dir jetzt belegen, daß Renton den Begriff der Transzendenz nicht versteht?

          Ich fürchte, deine Wahrnehmung basiert auf Unkenntnis der Situation und Belastungseifer.

          Wenn ich Leute „angreife“, tue ich das für gewöhnllich, nachdem diese Leute mich unzählige Male bereits angegriffen und dummes Zeug erzählt haben.

          Wenn du meine Argumente als „unterkomplex“ bezeichnest, könnte das auch daran liegen, daß du ihnen einfach nicht gewachsen bist.

          Du unterstellst deinen Diskussionsteilnehmern Unwissen, bist aber nicht bereit bei Nachfragen deine Position zu erklären oder das Wissen zu liefern.

          Diese Positionen wurden schon unzählige Mal erklärt, auch von anderen, und verlinkt.

          Du scheinst einer der ca. 80% funktionalen Analphabeten zu sein, die sich hier tummeln.

          An Leuten wie dir finde ich immer wieder interessant, daß sie sich zwar über angebliche Verfehlungen von mir aufregen, aber nicht das geringste kritische Wort übrig haben für all die Verbalinjurien, die ich hier z.B. von Leuten wie Renton oder Seb erhalte. Deren Niveau ist unter aller Sau.

          Das sagt eigentlich schon alles.

          PS: Wo sind denn meine Argumente angeblich „unterkomplex“. Das würde mich sehr interessieren. Vielleicht bist du ja moralisch viel integerer als ich und gehst mal auf Nachfragen ein und gibst Fakten, Quellen und Begründungen an.

          Mit mir kann man übrigens gut diskutieren. Wäre dein Blick nicht von Belastungseifer und Selektivität getrieben, könntest du hier durchaus auch solche Diskussionen finden. Nicht alle Leute pöbeln mich hier auf unterstem Niveau an wie z.B. Seb oder Renton.

    • Wann sind wir eigentlich dazu übergegangen, Angst als Tugend anzusehen?

      Meiner Ansicht nach ist das die logische Folge der inzwischen umgesetzten universellen Deutungshoheit des Feminismus, der die weiter gefasste Wokeness nach sich gezogen hat.

      Es ist sehr einfach, sich über Menschengruppen zu erheben,
      – die Krieg machen, ohne selbst daran teilnehmen zu müssen.
      – die Versorgungssicherheit gewährleisten, ohne selbst in diesem Bereich Verantwortung zu übernehmen.
      – die für Sicherheit und Schutz sorgen, ohne dass man das selbst übernehmen muss.
      – die nicht sofort kommen, wenn der Abfluss verstopft ist.

      Im Feminismus erwachsen für diejenigen Vorteile, die Angst überzeugend artikulieren. Und Angst wird halt nur Frauen abgenommen.
      Das manifestiert sich in Frauenparkplätzen, Schutzräumen, Frauenhäusern, Frauenbaden etc. pp.
      Angst ist der weibliche Joker. Hat sie Angst vor ihrem Partner, wird der des Zuhauses verwiesen. Hat sie Angst im Dunklen, wird beleuchtet oder Wachschutz aufgestellt.

      Das ist zwar nicht per se Tugend, aber die Angst wird kultiviert und die Früchte gerne entgegengenommen.

      Alle erstarren in Ehrfurcht, wenn sie Angst artikuliert. Und keiner traut sich mehr ihr zu sagen, sie müsse halt manchmal auch die Pobacken zusammenkneifen. Das ist die Ehrfurcht vor dem Weiblichen im Feminismus.

  6. Erinnert an das Aufkommen des Christentums mit seiner Betonung der Tugenden des Leidens anstelle der Tugenden der aktiven Männlichkeit die das alte Rom bevorzugte.
    Ich darf daran erinnern dass unter „dekadenten“ Kaisern wie Nero, Claudius oder Tiberius die Legionen ihre Gegner niedermähten während unter den christlichen Kaisern die kritischen Schlachten von Adrianopel oder Yarmouk verloren gingen.

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