Dinge vs. Menschen: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Berufsinteressen und Berufspräferenzen

Ein interessante Studie zu Berufsinteressen und Berufspräferenzen und deren geschlechtliche Unterschiede:

Things versus People: Gender Differences in Vocational
Interests and in Occupational Preferences
Abstract
Occupational choices remain strongly segregated by gender, for reasons not yet fully understood. In this paper, we use detailed information on the cognitive requirements in 130 distinct learnable occupations in the Swiss apprenticeship system to describe the broad job content in these occupations along the things-versus-people dimension. We first show that our occupational classification along this dimension closely aligns with actual job tasks, taken from an independent data source on employers’ job advertisements. We then document that female apprentices tend to choose occupations that are oriented towards working with people, while male apprentices tend to favor occupations that involve working with things. In fact, our analysis suggests that this variable is by any statistical measure among the most important proximate predictors of occupational gender segregation. In a further step, we replicate this finding using individual-level data on both occupational aspirations and actual occupational choices for a sample of adolescents at the start of 8th grade and the end of 9th grade, respectively. Using these additional data, we finally also show that the gender difference in occupational preferences is largely independent of individual, parental, and regional controls.
Also aus dem Abstract herausgegriffen:

Wir belegen dann, dass weibliche Auszubildende eher Berufe wählen, die auf die Arbeit mit Menschen ausgerichtet sind, während männliche Auszubildende eher Berufe bevorzugen, die mit Dingen zu tun haben. Unsere Analyse deutet darauf hin, dass diese Variable statistisch gesehen zu den wichtigsten proximalen Prädiktoren für die berufliche Geschlechtersegregation gehört.
Aus der Studie:
Auf der  Y-Achse wäre der Anteil der Frauen, auf der X-Achse die Frage ob die Tätigkeit eher Rersonen (nach Links bzw ins negative) oder Dinge (nach Rechts oder positive Zahlen) intensiv ist. Ganz oben in der linken Ecke wäre demnach Eine Tätigkeit, die von sehr vielen Frauen ausgeübt wird und sehr auf Personen Bezogen ist und ganz recht unten wäre demnach eine Tätigkeit, die von sehr wenigen Frauen ausgeübt wird und sehr Dingebezogen ist.
Wie man sieht ist die Ecke Links unten quasi leer, weil es wenig ganz auf Personen bezogene Tätigkeiten gibt, die einen niedrigen Frauenanteil haben. Und die Ecke Rechts oben ist ebenfalls quasi leer, weil es wenige Tätigkeiten gibt, die sehr Dinge bezogen sind, aber einen hohen Frauenanteil haben.
Die Größe des Kreises zeigt an wie viele Angebote für die entsprechende Tätigkeit auf dem Markt sind.
Die Trennung ist insofern in der Tat sehr deutlich.
Weiter aus der Studie:
Aus der Studie:
Again, the first specification of table 5 simply regresses the things orientation of an adoles- cent’s actual occupational choice on the female dummy. This yields an estimate of b β=−1.691 with an standard error of 0.068; somewhat smaller, though not significantly so, than the corre- sponding estimate from table 4. Thus, in the unconditional case we find a similar sized gender difference along the things-versus-people dimension for occupational aspirations as well as occupational choices. As evident from column 2, adding individual-level controls has only a small impact on the estimate of β, which becomes somewhat smaller than in the unconditional case (b β=−1.664, robust standard error of 0.070). Again, this parallels the corresponding result related to occupational aspirations from table 4.
Results differ somewhat between occupational choices and aspirations when we further add parental-level controls and the corresponding interaction terms with the female dummy, as done in column 3 of table 5. In the case of actual occupational choices, both the F-test associated with the interaction terms between the female dummy and parents’ education
(F= 2.437, p = 0.024) and with the interaction terms between the female dummy and parental occupation (F= 2.921, p < 0.001) turns out to be statistically significant, suggesting that parental background does have some differential impact on the things-intensity of actual occupational choices between girls and boys.
In general, however, the impact of parental background remains very limited, as the gender difference in occupational choices along the things-people dimension shows up across most attributes characterizing parental background. Thus one main conclusion from the analysis using individual-level data is that the gender difference in vocational interests is not driven by any of the controls at the individual or at the parental level, and that it already shows up in adolescents’ aspirations
Das lässt aber natürlich trotzdem die Frage offen worauf der Dinge – Personen Unterschied beruht. Ich würde sagen „prenatales Testosteron“, andere werden sagen Geschlechterrollen.

12 Gedanken zu “Dinge vs. Menschen: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Berufsinteressen und Berufspräferenzen

  1. Das Thema ist ausgelutscht. Die Femi-Fetischten werden weiterhin etwas behaupten, was sie nicht beweisen und vielen jungen Menschen ihre Behauptungen als Fakten verkaufen.

  2. Das lässt aber natürlich trotzdem die Frage offen worauf der Dinge – Personen Unterschied beruht. Ich würde sagen „prenatales Testosteron“, andere werden sagen Geschlechterrollen.

    Dann stellt sich aber die Frage, warum sich im Laufe der Evolution entschieden hat, daß Männer so werden sollten, wie sie nun einmal sind. Es stellt sich also die Frage, warum pränatales Testosteron so unterschiedlich auf männliche und weibliche Föten abgefeuert wird, daß sie eben typisch männlich und weiblich werden.

    Die Frage nach dem Sinn und den tieferen Gründen der Geschlechtsunterschiede ist ja mit dem Hinweis auf pränatales Testosteron nicht beantwortet.

    Wer diese Frage gerne beantwortet haben möchte, sollte diesen genialen Text von mir lesen:

    Die Polarität Mann-Frau

    Darin beschreibe ich die mehr als offensichtlichen evolutionären Zusammenhänge.

    Man sollte sich fragen, wie diese ganzen Gender-Trottel unsere Universitäten besetzen konnten. Darunter sind ja auch studierte Biologen wie Sigrid Schmitz und dieser komische Heinz-Jürgen Voß.

    Letzterer zumindest ist schwul. Die Schmitzen kann auch durchaus als Lesbe durchgehen. Die ist übrigens auch ein gutes Beispiel dafür, was für Leute heute an unseren Universitäten abhängen. (http://gender-ideologie.de/artikel/gender-forscherin-sigrid-schmitz.html)

    Wären wir eine Kulturnation, würden sich Soziologen mit der Frage auseinandersetzen, warum so viele homo- und transverirrte Leute unter den Gender-Trotteln sind. Die prominenten Figuren wie z.B. Judith Butler oder Sabine Hark sind alle vom anderen Ufer. Aber dann hätte der Soziologe womöglich Angst, seinen Job zu verlieren, weil er einfach in die falsche Richtung forscht. Wollen wir nicht alle in die richtige Richtung forschen?

    Ich immer mit meiner Tiefenpsychologie. Könnten die Lesbizität und der paranoide Blick auf alles Männliche im Gender-Milieu vielleicht etwas mit Kindheitserfahrungen zu tun haben? Womöglich gar mit dem eigenen Vater?

    Ach iwo. Die Menschen denken sich so was alles einfach zum Spaß aus. Da stehen keine tragischen Komplexe dahinter.

    http://alice-miller.com/de

    PS: Wer sich an Alice-Miller-Links stört, kann gerne sachliche Argumente gegen ihre Ansichten darlegen und darf ruhig auch mal gewissen- und ernsthaft einen der Texte dort lesen.

    • „Dann stellt sich aber die Frage, warum sich im Laufe der Evolution entschieden hat, daß Männer so werden sollten, wie sie nun einmal sind. Es stellt sich also die Frage, warum pränatales Testosteron so unterschiedlich auf männliche und weibliche Föten abgefeuert wird, daß sie eben typisch männlich und weiblich werden.“

      Es wirkt nicht unterschiedlich, sondern Hoden produzieren schlicht mehr prenatales Testosteron als die Eierstöcke und die Nebennierenrinde.

      Und der Grund ist ja auch recht einfach: Bei einem Säugetier mit einer enorm langen Tragzeit und sehr sehr lange unselbständigen Kindern bei dem die Frau zudem noch Status und Ressourcen in die Partnerwahl einfließen lässt wirken auf die Geschlechter unterschiedliche Selektionsdrücke

      • Das ist leider eine typische Nonsens-Antwort von Evochris.

        Denn es stellt sich natürlich genauso die Frage, warum sich im Laufe der Evolution entschieden hat, daß Hoden mehr Testosteron produzieren und Testosteron eben genau die Wirkungen hat, die es nun einmal hat.

        Es stellt sich also auch hier die Frage nach dem evolutionären Sinn. Die wird im zweiten Teil der Antwort nur gestreift: Richtig, es herrschen unterschiedliche Selektionsdrücke. Aber es ist eben ein Momentum der Ganzheit bzw. der Komplementarität.

        Und darauf gehe ich in meinem verlinkten Artikel ein.

        Der Sinn hinter den Selektionsdrücken besteht einfach darin, daß das Leben unterschiedliche Aufgaben stellt, die grob gesagt gegensätzlich und komplementär sind. Man kann regelrecht von Hemisphären sprechen.

        Und Männer und Frauen haben sich eben auf jeweils eine Hemisphäre spezialisiert (eher harte, physische Probleme – eher weiche, psychische Probleme). Schon der Körperbau legt von dieser Spezialisierung Zeugnis ab.

        Welche Hormone da nun was leisten, ist relativ egal, wenn der Sinn dahinter nicht verstanden wird. Und der besteht in einer „hemisphärischen“ Arbeitsteilung.

        Jetzt müssen nur noch unsere Gender-Trottel checken, daß sie ihr monströses, paranoides und größenwahnsinniges Postulat der kulturellen Bedingtheit der Geschlechtsunterschiede auch minutiös belegen müssen – und daß ihre Forschungsergebnisse keinerlei politische Implikationen haben. Egal, was dabei herauskommt.

        Aber es hat schon seinen Grund, warum diese Leute „Gleichstellung“ statt Gleichberechtigung wollen.

  3. Was mich mal interessieren würde , wäre eine Studie, die nicht nach Sachen und Menschen unterscheidet, sondern nach Abstraktionsinteresse.
    Ich könnte mir vorstellen, dass auch ein Interessensunterschied besteht sich um Wirkprinzipien und deren Verallgemeinerung zu kümmern (=um nutzbares Wissen) statt um Einzelfälle.
    So vermute ich dass eine Gruppe z.B. bei der Arbeit in der Soziologie gerne mit Leuten redet und dann am Ende einfach alles was so gesagt wurde nach eigenem Gusto zusammenzufassen und eine andere Gruppe eher versucht z. B.über gleiche Fragebögen objektivere (und reproduzierbare) Erkenntnisse zu gewinnen.

    • „Was mich mal interessieren würde , wäre eine Studie, die nicht nach Sachen und Menschen unterscheidet, sondern nach Abstraktionsinteresse.“

      Wäre bestimmt eine interessante Unterscheidung.
      „Abstracting interest“ hat bei google Scholar allerdings nicht viel interessantes gebracht.

      Diese Studie war in den Ergebnissen, die klingt noch ganz interessant:

      https://kops.uni-konstanz.de/bitstream/handle/123456789/13734/preckel_137340.pdf?sequence=2&isAllowed=y

      Abstract: This article investigates gender differences in 181 gifted and 181 average-ability sixth graders in achievement, academic self-concept, interest, and motivation in mathematics. Giftedness was conceptualized as nonverbal reasoning ability and defined by a rank of at least 95% on a nonverbal reasoning subscale of the German Cognitive Abilities Test. Mathematical achievement was measured by teacher-assigned grades and a standardized mathematics test. Self-concept, interest, and motivation were assessed by questionnaire. In both ability groups, boys earned significantly higher test scores but there were no gender differences in grades. Girls scored lower on measures of academic self-concept, interest, and motivation. Gender differences were larger in gifted than in average-ability students.
      Ability group differences for self-concept and interest were only found for boys in favor of the gifted. Results support the assumption that gender differences in self-concept, interest, and motivation in mathematics are more prevalent in gifted than in average-ability students.

  4. Wir belegen dann, dass weibliche Auszubildende eher Berufe wählen, die auf die Arbeit mit Menschen ausgerichtet sind, während männliche Auszubildende eher Berufe bevorzugen, die mit Dingen zu tun haben. ….

    Kennen die Verfasser der Studie nicht mal die Studien mit Säuglingen/Kleinstkindern, wo genau dieses schon vor Jahren beobachtet wurde?

    Von Forschern muß ich erwarten, das Ihnen die entsprechenden Studien ihres Fachgebietes bekannt sind.

    • Es gibt die Studien ja sogar schon mit Menschen-Affen. Klar, die wählen keine Berufsausbildung, aber die jungen Weibchen spielen mit Stöckern wie Mädchen es mit Puppen tun und die jungen Männchen benutzen die Stöcker als Waffen.

      • „Stöcker“ erinnert mich an meine eigene Kindheit.
        Du kommst nicht zufällig aus Westfalen oder konkreter entweder dem Ruhrgebiet oder dem Münsterland? Ausnahmslos alle, die ich kenne und die diese Form kennen oder sogar noch nutzen, kommen da her 😉

    • „Kennen die Verfasser der Studie nicht mal die Studien mit Säuglingen/Kleinstkindern“

      Erkenntnisse mit Säuglingen kann man nicht ohne weiteres auf Heranwachsende Übertragen, und selbst wenn das ansatzweise möglich wäre, weiß man – Stichwort Replikationskrise -, daß solche Studien erst dann glaubhaft sind, wenn man sie mehrfach wiederholt hat und das gleiche dabei herausgekommen ist.

  5. Christian schreibt richtig, dass die Unterschiede von den pränatalen Hormonen herrühren. Es ist auch nicht eine Folge von irgendwelchen Massnahmen in der Erziehung in den ersten Monaten. Das haben all die Studien mit CAH und CAIS-Mädchen gezeigt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Christian all diese Themen in früheren Beiträgen präsentiert. Es ist zwar unschön, auf eigene Papiere zu verweisen, aber hier erwähne ich einen eigenen Vortrag zu einem ähnlichen Thema und da sind viele Literaturhinweise zu finden.
    Die zentrale Frage aber ist, wieso sich evolutionär eine Adaption durchgesetzt hat, die bei Männern und Frauen zu unterschiedlichen Verhaltensweisen und letztlich zu Unterschieden in der Dinge-Menschen Orientierung geführt hat. Auch hier gibt Christian den vermutlich richtigen Hinweis: Es hängt mit Selektionsdrücken. Offensichtlich ist/war eine starke Menschenorientierung («Pflege») insbesondere bei Frauen hilfreich für das Überleben von mehr Kindern. In dem Sinne ist die Segregation «People – Things» auch ein direkter Effekt bzw. ein Nebeneffekt der evolutionären Adaption. Die pränatalen Unterschiede zeigen sich im Übrigen auch bei vielen Säugern.

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