Kinderbetreuung und ihre Unzulänglichkeiten

Momentan geht Schmidt Junior in eine Kinderbetreuung bei Tagesmüttern und Fräulein Schmidt in den Kindergarten. Da merkt man aber immer wieder, dass die Kinderbetreuung in Deutschland noch stark ausbaufähig ist.

Bei den Tagesmüttern klappt es ganz gut, die sind relativ flexibel und auch wenn einer mal länger machen muss kann man spontan das Kind etwas länger dort lassen (wir haben eh relativ viel Stunden genommen, die wir in den meisten Wochen nicht voll ausbrauchen müssen)

Beim Kindergarten ist es schon schwieriger. Man muss vorher festlegen, wie man die Betreuung genau möchte und die „Längeren Zeiten“ müssen auch relativ unflexibel festgelegt werden. Ich kann verstehen,  dass man da nicht absolute Flexibilität geben kann, da man ja auch eine gewissen Personalplanung betreiben muss, aber etwas mehr Flexibilität wäre schon eine sehr gute Sache. Zudem ist die Anzahl der Vollzeitplätze auch begrenzt und mir haben schon einige Eltern berichtet, dass sie erst einmal nur niedrigere Stunden nehmen konnten, da keine Vollzeit verfügbar war.

Dabei scheint mir ein Ausbau der Kindergärten einer der wichtigsten Faktoren zu sein, wenn man die Berufsfähigkeit von Frauen fördern will. Am besten wäre es, die Betreuung bereits sehr junger Kinder auszubauen, evtl sogar eine Kindergartenpflicht  und eine Ganztagsschule einzuführen.

Das wäre auch der effektivste Weg dem „Rabenmuttervorwurf“ vorzubeugen und würde zudem die Mutter / Väter auch davon frei machen, dass sie Teilzeit arbeiten, weil sie ja spätestens um 12 nach Hause müssen um noch einzukaufen und das Mittagessen vorzubereiten.

48 Gedanken zu “Kinderbetreuung und ihre Unzulänglichkeiten

  1. Kinder, Kleinkinder brauchen verlässliche Betreuung durch eine Bezugsperson, die Mutter, den Vater. Durch Fremdbetreuung können sie nicht die so wichtige Urbindung und Urvertrauen aufbauen, die aus Kindern starke Persönlichkeiten machen.

    • Das sehe ich gar nicht so eng. Wichtig ist das vor allem bei Säuglingen, dass die immer den beruhigenden Geruch der Mutter und ein schönes gefülltes Euter haben 🙂

      Sobald sie laufen können und zu sprechen anfangen, können sie sich auch auf verschiedene Leute einstellen, sofern die nicht ständig ausgetauscht werden. Allerdings muss halt das Betreuungsverhältnis bei kleinen Kindern gut sein, sonst kann es passieren, dass wichtige Entwicklungschancen einfach verpasst werden. Hängt aber auch sehr vom Naturell des Kindes ab, es gibt Kinder die tun sich sehr schwer und es gibt Kinder, die drängt es raus. Ganztagskindergarten wäre für uns nie in Frage gekommen, aber bei dem Bub war ich froh, dass ich den mit zwei Jahren vormittags abgeben konnte, der war einfach nicht mehr ausgelastet.

    • Sehe ich auch so. Abgesehen von den individuellen Nachteilen für Kinder halte ich auch eine verstaatlichte Rundumbetreuung und damit auch Prägung der Kinder für falsch.

      Das ist genau der matriarchal-feministische Komplex, der sich immer mehr ausweitet und durch allgemeinfinanzierte Erwerbsarbeit von Erzieherinnen und Tagesmüttern die zentralen Aspekte der Menschwerdung übernimmt. Tagsüber die Tagesmütter, nachts mal die Eltern – wenn die Kinder schlafen.
      Erst nimmt man ihnen (häufig) die Väter, dann verklappt man sie in frühfeministischen Kaderschmieden.

      Was ich aber für noch wichtiger halte, sind genau die Urbindung und das Urvertrauen: Der zentrale Unterschied zwischen Tagesmüttern und echten Eltern ist, dass die einen das als Erwerbsarbeit und das Kind zwangsläufig als „Werkstück“ sehen, die anderen aber eine elementare Beziehung haben. Wenn das eigene Kind einer Tagesmutter krank ist oder Probleme hat, wird sie ihm immer den Vorzug geben vor den kommerziell betreuten. Und sowas spüren Kinder schon sehr früh und sehr gut. Das heißt, letztlich werden ihnen Urvertrauen und Urbindung vorenthalten. Durch eine „Kindergartenpflicht“ (endlich mal wieder eine Pflicht!) würde sie staatlicherseits sogar unterbunden (wie hoch wären die Bußgelder bei Verstoß?).

      Gegen die frühkindliche Verklappung steht meiner Ansicht nach, dass Kinder erst etwa im Alter von drei oder vier Jahren beginnen, zwischen sich selbst und der Umwelt zu unterscheiden. Vorher sind sie in der Regel damit eins und gar nicht sozialisationsfähig. Sie werden also von häufig wechselnden Frauen gepflegt, gewindelt und können so gar nicht die Gerüche, die Berührungen, die Stimmen und die Herzschläge ihrer leiblichen Eltern aufnehmen.

      All das in Kauf zu nehmen, damit die Mütter feministische Außenpolitik ausfeilen oder zwischen Nagelstudio und aryuvedischem Grundlagenseminar pendeln können, zeigt mir, um was es unserer Gesellschaft inzwischen geht:

      Um zufriedene Frauen. Und erst ganz weit später um die Kinder.
      Und damit verklappen wir die Zukunft.

    • Zu DDR-Zeiten waren fast alle im Kindergarten und die Leute dort waren alle lebensfähiger als heute. Kein Wunder: Wenn man bis zum 6. Lebensjahr nur Mama um sich hat, wird man verwöhnt, narzisstisch und antisozial. Siehe unsere FfF-Generation.

      • Jaja, früher war sogar die Zukunft besser.
        Die konformistische Staatserziehung gemäß der vorherrschenden Ideologie (damals Sozialismus, heute Feminismus) bringt natürlich eine frühe emotionale Selbständigkeit – schlicht, weil wirklich enge Bezugs- und Orientierungspersonen nicht wirklich vorhanden sind.
        Hinsichtlich der Lebensfähigkeit bin ich aber skeptisch. Als die Ossis nach der Grenzöffnung massenweise übers kapitalistische Ohr gehauen wurden, sah das wirklich anders aus. Die hatten in ihrer Konformität nie eine gesunde Skepsis erlernt. Die standen wie der Ochs vor dem Berg des Kapitals.

        Ähnlich ist es mit den jungen Leuten heute, die mit I’m-a-feminist-Shrit aus dem matriarchal-feministischen Komplex entlassen werden und sehen, dass sie als Jungs oder Männer nur gekniffen sind. So hatte man ihnen das nicht schmackhaft gemacht.
        Vaterschaft nur als Almosen der Frauen – jederzeit entziehbar, miese Jobaussichten wegen Quoten und weiblicher Glorifizierung, aber gerne als Kanonenfutter für den Schutz der Frauen, wahlweise als Paketbote zur Auslieferung der Zalando-HighHeels…

    • @YX

      Kinder, Kleinkinder brauchen verlässliche Betreuung durch eine Bezugsperson, die Mutter, den Vater. Durch Fremdbetreuung können sie nicht die so wichtige Urbindung und Urvertrauen aufbauen, die aus Kindern starke Persönlichkeiten machen.

      Das ist epochaler Unsinn. Kinder ohne Kindergarten wachsen zu sozialen Autisten heran. Und genau das geschah in Westdeutschland. Ich weiß, wovon ich rede. Ich bin sehr gerne in den Kindergarten gegangen.

      Der einzig berechtigte Kritikpunkt betrifft das Säuglingsalter, meinetwegen die ersten zwei, drei Jahre. Darüber kann man streiten. Und hier ist Kritik am DDR-Krippensystem auch angebracht.

      Ab dem Alter von zwei bis drei Jahren ist „Fremdbetreuung“ nicht nur okay, sondern auch angebracht – für die soziale und intellektuelle Entwicklung des Kindes.

      An dieser Diskussion sieht man mal wieder schön, wie die Vernunft zwischen konservativen und progressiven Extrempositionen zerrieben wird.

      Die eine Seite will das Positive der Fremdbetreuung nicht wahrhaben. Die andere das Positive der Mutter-Kind-Bindung, die in der Tat wichtig ist.

      Bin immer wieder fassungslos über solch primitive Polarisierungen, die wir ja auch bei der Markt-Marx-Debatte haben. Da haben wir auch zwei Extrempositionen – den Marxismus und den Marktismus. Beide haben aber recht, wenn sie sich etwas bescheiden und den komplementären Gegenpol anerkennen würden.

      Die Mutter-Kind-Bindung ist in den ersten zwei, drei Jahren wichtig. Spätestens ab vier sollte es eine Kindergartenpflicht geben, damit aus den armen Kindern nicht solch sozial autistische Wessis werden, wie ich sie immer wieder erlebe. 🙂

      Man sieht an diesen Debatten schön, wie das Gute zerrieben wird zwischen zwei Extrempositionen.

      PS: YX ihm sein Kommentar ist auch deshalb epochaler Blödsinn, weil für das sogenannte Urvertrauen viel entscheidender ist, ob das Kind respektvolle Eltern hat, die sich selbst kritisch mit ihrer Kindheit auseinandersetzen.

      Mehr dazu hier: http://alice-miller.com/de

    • Das sehe ich anders. Kinder werden seit Jahrhunderttausenden nicht ausschließlich von Vater und Mutter betreut.
      Dieses „cooperative breeding“ ist eines der großen Erfolgsgeheimnisse des Menschen. Unser Hirnwachstum hätte gar nicht stattfinden können, da eine einzelne Mutter in der Savanne nicht genügend Nahrung gefunden hätte.

      Außerdem weiß ich nicht, ob man Kindergärten „Fremdbetreuung“ nennen sollte. Also ich hatte über 3 Jahre dieselben Erzieherinnen, das waren bestimmt keine Fremden für mich.

  2. Ganz ehrlich, dann soll das mehr Angebot von den Eltern und nicht von der Allgemenheit/dem Staat finanziert werden.
    Insbesondere wenn es um dinge wie Spät oder Nachtbetreuung geht und die Mutter nur im Niedriglohnsektor arbeitet. Denn die Kosten für die Allgemeinheit sind dann höher als der Nutzen durch die Berufstätigkeit der Mutter.

    Wenn man sich anschaut was so ein Kitaplatz mit allem drum und drann kostet wäre es oft für die Allgemeinheit günstiger/ Volkswirtschaftlich sinnvoller den Müttern Geld zu geben damit sie Zuhause bleiben und sich um ihre Kinder kümmern als einen Kita zu finanzieren.

      • Niemand, aber gerade im Niedriglohnsektor steht der Mehrwert durch Arbeiten im Krassen missverhältnis zu den Kosten der Betreung selbst bei Normalen Arbeitsverhältnissen ist das eher ne Nullsumme.

        • Sollen die Leute dann hartzen? Klar gibt Leute, wo der Partner gut verdient und das Gehalt der Frau keinen Mehrwert hat. Die Regel ist das aber nicht.

  3. Dabei scheint mir ein Ausbau der Kindergärten einer der wichtigsten Faktoren zu sein, wenn man die Berufsfähigkeit von Frauen fördern will.

    Was aber impliziert, dass viele Frauen berufstätig sein wollen, es wegen der Kinder aber nicht können, auch später wenn diese schon groß sind. Das müsstest du dann schon belegen.

    Am besten wäre es, die Betreuung bereits sehr junger Kinder auszubauen, evtl sogar eine Kindergartenpflicht und eine Ganztagsschule einzuführen. Das wäre auch der effektivste Weg dem „Rabenmuttervorwurf“ vorzubeugen und würde zudem die Mutter / Väter auch davon frei machen, dass sie Teilzeit arbeiten, weil sie ja spätestens um 12 nach Hause müssen um noch einzukaufen und das Mittagessen vorzubereiten.

    Sollten Lebensentwürfe nicht generell die freie Entscheidung eines jeden Individuums sein? Oder entgeht mir bei den Absätzen eine leichte Ironie im Sinne von „das wäre auch der effektivste Weg, um schon Kleinkinder mit der CRT in Berührung zu bringen“?

    • „Sollten Lebensentwürfe nicht generell die freie Entscheidung eines jeden Individuums sein?“

      Du kannst auch nicht frei entscheiden, ob deine Kinder in die Schule gehen.

      Aber auch wenn man über die Pflicht diskutieren kann muss aus meiner Sicht das Angebot verbessert werden.

      • Du kannst auch nicht frei entscheiden, ob deine Kinder in die Schule gehen.

        Ja ich wusste, dass dieses Gegenargument kommt. Aber die emotionale Bindung eines Kindes zu seinen Eltern, speziell zur Mutter, ist im Schulalter schon gefestigt.

          • Es kommt ja immer auf die konkreten Umstände an. Ich persönlich bin gerne in den Kindergarten gegangen, war die Jahre davor aber ausschließlich bei meiner Mutter, die Hausfrau war. Damit habe ich auch kein Problem. Ein Freund von mir in meinem Alter, der mit einem halben Jahr in Betreuung gegeben wurde, weil die Mutter weiter arbeiten wollte, hat aber darunter gelitten und heute emotional leicht einen weg, wie er sagt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, warum man ein Kind, das man nur um seiner selbst Willen liebt, einfach so nach kurzer Zeit weggibt, und aus Sicht des Kindes kann ich mir nicht vorstellen, warum Eltern so etwas tun sollten.

  4. „Dabei scheint mir ein Ausbau der Kindergärten einer der wichtigsten Faktoren zu sein, wenn man die Berufsfähigkeit von Frauen fördern will. Am besten wäre es, die Betreuung bereits sehr junger Kinder auszubauen, evtl sogar eine Kindergartenpflicht und eine Ganztagsschule einzuführen.“

    Also ich bin entschieden gegen eine Kindergartenpflicht, sowas braucht man eigentlich nur für diejenigen Ausländer, die ihren Kindern kein gescheites Deutsch beibringen können und diese dann mit diesem Defizit eingeschult werden. Ganztagsschulen können eine Option sein, aber ich würde mein Kind nicht hinschicken, außer es will unbedingt (ich hätte das wie Gefängnis empfunden).

    Klar muss man die Betreuungskapazitäten ausbauen, wenn man es als anstrebenswertes Ziel sieht, dass beide Ehepartner Vollzeit arbeiten. Auch das teile ich nicht, hatten wir in der Zone (inkl. Kindergrippe für alle und Nachmittagsbetreuung in der Schule), fand ich richtig Schei*e (damit bin ich aber offenbar allein auf weiter Flur, die meisten Ossis kennen und wollen das nicht mehr anders). Ich habe aber auch nichts dagegen, solange es kein Zwang ist. Wer bin ich, dass ich Leute, die ihre Arbeit als die große Lebenserfülllung empfinden, davon abhalte?

    Allerdings frage ich mich, ob das alles volkswirtschaftlich noch Sinn macht. Erwirtschaften die meisten Eltern genug, um damit die anfallenden Kosten zu rechtfertigen? Und vergessen wir auch nicht den ganzen „Pandemie“-Quark der letzten zwei Jahre, der für erhebliche zusätzliche Orga-Probleme gesorgt hat. Ein krisenstabiles System ist das jedenfalls nicht und Covid war m.E. nur die Probe aufs Exempel, wer tatsächlich hofft, das sei jetzt auf ewig ausgestanden, wird ziemlich sicher noch böse überrascht werden.

    Um auf die, in der Überschrift erwähnten, Unzulänglichkeiten zurückzukommen:
    1) die Kindergärten sind m.E. tendentiell zu klein, von der Fläche pro Kind her
    2) das Betreuungsverhältnis ist nicht optimal
    3) es fehlt der männliche Faktor (der aber auch zu Hause oft zu kurz kommt)
    4) nicht flexibel genug (wobei man auch mal fragen darf, was denn jetzt Prio hat, das Kind oder die Arbeit, als Eltern ist man halt gebunden und muss ein bisschen planen können)
    5) alltägliche Arbeiten, etwa Essen zubereiten, Geschirr ausräumen usw. kommen i.d.R. zu kurz, die Kinder lernen es nicht oder halt nur am Wochenende bei den Eltern

    Bei Tagesmüttern sieht es m.E. besser aus (meine Mutter hat damit bis zur Rente überbrückt und Kinder betreut), man muss halt eine erwischen, die gut ist, ich finde das Konzept an sich kinderfreundlicher als Kindergarten, weniger Bürokratie, besseres Betreuungsverhältnis und viel familienähnlicher.

    Leider muss man auch sagen: bei der deutschen Besiedlungsdichte, geht es den meisten Kindern im Kiga wahrscheinlich sogar besser als zu Hause, wo im besten Fall mal ein kleiner Balkon ist und man die Kinder wegen des Verkehrs auch bis zur Schulzeit nicht alleine vor die Tür lassen kann. Deutschland ist in der Hinsicht sehr deprimierend… und es sieht nicht aus, als ob das demnächst besser würde.

    • Allerdings frage ich mich, ob das alles volkswirtschaftlich noch Sinn macht. Erwirtschaften die meisten Eltern genug, um damit die anfallenden Kosten zu rechtfertigen?

      Volkswirtschaft? Geht es nicht auch um die konformistische Prägung der Kinder? Die Amis sagen doch zu recht: „Wer die Hand an der Wiege hat, bestimmt die Zukunft der Gesellschaft“. Da spielt doch Geld eine eher nebensächliche Rolle. Drucken wir halt einfach noch ein paar Scheine oder zwacken sie aus irgendeinem Etat ab.
      Dafür kriegen wir dann geschlechtsverwirrten Nachwuchs, der sich aus Angst vor mangelndem Gemüse mit Superkleber auf die Autobahn fixiert…

      • Klar geht es auch um die „konformistische Prägung“. Allerdings darf man das auch nicht überschätzen. Die Wende kam trotz rund-um-die Uhr-Indoktrination und wenn wir ehrlich sind: gut mehr als die Hälfte der Eltern sind sowieso voll in der Spur, weil die ohnehin nichts groß hinterfragen.

        Für mich selbst ist das aber schon ein entscheidender Faktor die Kinder nicht ganztags wegzugeben und ein bisschen darauf zu achten, wie die Einrichtung gestrickt ist. Daher lehne ich eine Pflicht ab. Es gibt aber auch definitiv unfähige Eltern oder Wohnumstände, bei denen Kindergarten für die Kinder die bessere Alternative ist. Man kann das halt nicht übers Knie brechen. Von daher: als Option immer, als Pflicht nimmer.

        Was den Kindergarten angeht, hatten wir hier Glück, in der Schule habe ich meinen Sohn mal aus einem Theaterstück genommen, welches ich furchtbar fand, aber ansonsten läuft es da auch noch alles sehr sachlich und man verliert sowieso sukzessive den Einfluß aufs Kind (muss ja auch so sein, wenn die größer werden).

        „Dafür kriegen wir dann geschlechtsverwirrten Nachwuchs, der sich aus Angst vor mangelndem Gemüse mit Superkleber auf die Autobahn fixiert…“

        Mich würde tatsächlich interessieren, wie da die persönlichen Hintergründe sind, irgendeine psychische Störung scheinen die zu haben, auf die Ursache würde ich aber keine Wetten abschließen.

        • irgendeine psychische Störung scheinen die zu haben, auf die Ursache würde ich aber keine Wetten abschließen.

          In der Kriminalistik gilt ja bei Gewalttaten „Cherchez la femme“. Vielleicht sollte man bei den „letzten Generationen“ mal einen Blick auf ihre Bezugspersonen werfen.
          Vielleicht sind die ja von Ängsten und Benachteiligungsgefühlen dominiert und geben das an die Kinder und Jugendlichen weiter?
          Wäre noch ein Argument, dass feministische Monopol auf den Erziehungsbetrieb abzubauen.

          • Ja, müsste man zumindest mal ergebnisoffen analysieren. Psychische Erkrankungen setzen sich in manchen Familien ja auch über Generationen fort, seien sie nun vererbt oder weitergegeben.

            „Wäre noch ein Argument, dass feministische Monopol auf den Erziehungsbetrieb abzubauen.“

            Meines Erachtens ist es aber eher ein weibliches Monopol (noch kein feministisches im Sinne des Feminismus), zumindest hier in Süddeutschland.

            Aber das ist halt wirklich nicht so einfach, bzw. kann man das als Vater am ehesten selbst brechen, indem man einen Teil der eigenen Kinderbetreuung übernimmt, sofern man das organisiert bekommt und die Frau mitspielt (manche freuen sich darüber, andere sind beleidigt).

          • Die „letzte Generation“ würde ich gar nicht als psychisch krank einordnen. Was von der Mehrheit unterstützt und gedeckt wird, kann keine psychische Krankheit sein, lehrte schon überzeugend die Sozialpsychiatrie. Die sind einfach nur fehlgeleitet und dann durchgeknallt. Den müsste mal einer mit männlicher Entschlossenheit und Langmut ehrlich die Welt erklären.

            Du hast Recht, bei der Kindererziehung und -formung verschwimmen Mütterlichkeit, Weiblichkeit und Feminismus. Ist ja auch nicht wirklich trennscharf, seit der Feminismus als Querschnittsaufgabe in allen Ebenen eingesickert ist.

            Man kann das als Vater brechen, wenn die Mutter es erlaubt (dafür muss ich schon seit Jahren kämpfen). Man kann es aber auch als Mann oder als Frau mit entsprechender Überzeugung brechen. Indem man in diesem zentralen gesellschaftlichen Bereich mit dem Instrumentarium des Feminismus Gleichberechtigung und -stellung einfordert. Warum gibt es da keine Quoten, keine bevorzugte Einstellung von Männern und entsprechende Förderungen? Einen väterlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit? Wechselmodell as default?

            Da kommt immer nur die feministisch-weibische Argumentation, die Männer würden da nicht arbeiten wollen. Das ist der gleiche Mechanismus, wie dass Frauen nicht MINT machen wollen. Den wird es allerdings mit Goldstaub in den Allerwertesten gepustet – den Männern nicht.

          • Und noch was: Je umfassender die staatliche Kinderbetreuung und -versorgung gesichert ist, desto leichter lassen sich Väter entsorgen. Denn sie verlieren ihren Nutzen für die Frau, wenn Betreuung und Versorgung durch die Allgemeinheit übernommen werden.
            Dass die Kinder so ihre Väter verlieren, sieht kaum jemand in dieser femozentrischen Welt. Die müssen sich schon festkleben, um Halt zu bekommen – vor allem die Jungs.

    • Also beim Punkt 5 muss ich wiedersprechen, ist zwar nur anekdotische Evidenz aber in den Kitas in die mein Kind und die Kinder meiner Geschwister gegangen sind mussten die größeren von den kleinen mithelfen beim Tischdecken, abräumen, pflanzen gießen u.ä.

  5. Sorry, aber mein archaisches Weltbild lässt nur Vater und Mutter als verlässliche Bezugsperson bei der Betreuung und Erziehung von kleinen Kindern zu. Zumindest in einem gewissen Umfang und Lebensalter ist Fremdbetreuung nicht ideal und ein Ausbau der Angebote ist nicht nötig. Stattdessen braucht es bessere Modelle zur Betreuung der Kinder durch die Eltern, Teilzeitmodelle etc. Selbstverständlich respektiere ich den Wunsch der Eltern auch von ihrem Kind eine Auszeit zu haben, das macht sie nicht zu Rabeneltern, aber die Vorderung nach noch mehr Abhängigkeiten von Dritten und die Abgabe von Verantwortung an Dritte unterstütze ich nicht. Kinder bekommen heißt Verantwortung zu übernehmen.

    • Sorry, aber mein archaisches Weltbild

      Das Schöne am archaischen Weltbild ist doch, dass es sich an den Kindern orientiert und nicht an den feministischen Gelüsten der Frauen, die heutzutage das Maß aller Dinge sind.

      • Die sozialistischen Träumereien gibt’s vielleicht auf dem Land oder in Berlin. In der Gegend um München ist man entweder reich oder hat ein double income. Oder wohnt zu dritt in einer 50qm Zweizimmerwohnung.

  6. evtl sogar eine Kindergartenpflicht und eine Ganztagsschule einzuführen

    Was tut man damit den Kindern an, die in eine permanent laute Umgebung ohne Rückzugsmöglichkeit und Privatsphäre gezwungen werden, der Willkür gelangweilter oder übereifriger Erzieherinnen ausgeliefert.
    Insbesondere ältere Schulkinder werden vor allem Freizeit und Freiräume vermissen, in denen sie ungestört ihren eigenen Interessen nachgehen könnten.

    • Ja, das Problem sehe ich auch. Insbesondere wenn man selbst eher introvertiert ist, ist das eine Horrorvorstellung. Manche brauchen das vielleicht, für mich wäre es nichts gewesen. Ich hab mich lieber mit einem Buch ins Kinderzimmer verzogen, wenn es mir zuviel wurde.

  7. Flexibilität ist ja seit einigen Jahren ein wichtiges Schlagwort im Berufsleben wie im privaten Bereich. Wenn hier von Eltern mehr oder weniger maximale Flexibilität auf Seiten der staatlich bereitgestellten Versorgungsinfrastruktur für Kinder oder privaten Kinderbetreuung erwartet wird, sollen die Eltern dafür gefälligst auch (gut) zahlen.

    Eltern sollten immer daran denken, welche Flexibilität mute ich anderen Menschen/Dienstleistern zu, damit diese mir meine/unsere erwartete/gewünschte Flexibilität ermöglichen? Die von der Kinderbetreuung gewünschte Flexibilität geht ja meistens dann doch zu Lasten der Menschen, die die Kinderbetreuung erbringen. Und es sind ja nicht nur Erzieher, die sich der gewünschten Flexibilität beugen (müssen). Da hängt ja ein Rattenschwanz weitererAkteure darn, die auch zu berücksichtigen sind. Und, wie viel Flexibilität ist dem Kleinkind/Kind zuzumuten? Wann gleitet die Flexibilität ins Chaos ab?

  8. Flexibilität? Hahaha ha! Im Ki… Im kihihi… Im Kihindergahahaharten…..

    Lustig.

    Seit Kindergartenzeit müssen wir in den Sommerferien Urlaub machen, weil der Kindergarten 3 Wochen Betriebsurlaub in der Hauptsaison macht. Kannst Dir gar nicht ausdenken so einen Blödsinn. Hat uns sicher über die 3 Jahre Kindergarten um die 3000 bis 4000 Euro gekostet. Anstatt gemütlich im frühen September oder späten Juni zu fahren, 3 Jahre Hauptsaison. Bin sicher, die Erzieherinnen und Erzieher finden das genauso mies, sind ja nicht grad Grossverdiener.

    Je länger und öfter ich mit Kindergarten und Schule zu tun hab, desto mehr graust es mich vor der Inkompetenz der öffentlichen Hand. Hatte schon ganz verdrängt, wie die da alle drauf sind. In der freien Wirtschaft gibt’s auch ne Menge Pfeifen und Arschlöcher, aber diese Inkompetenzdichte völlig ahnungsloser Flachpfeifen wie im öffentlichen Dienst, die sucht schon ihresgleichen.

    • Wobei die Sommerschließzeit des Kindergartens bloß ein leichtes Warm-Up ist zu dem was einem zu Schulzeiten blüht… immerhin sind es da NUR diese 3 Wochen + zwischen Weihnachten und Neujahr (wo quasi Alle, die können, eh frei nehmen).
      Da bleiben an sich noch genügend Urlaubstage, um außerhalb der Hauptsaison zu verreisen, insofern: selber Schuld.

      Was wollt ihr denn machen, wenn sich die Sommerferienzeit zwingend verdoppelt und zusätzlich auch noch 4 Wochen in den Oster- & Herbstferien abzudecken sind (plus Brückentage)? Ich versteh ehrlich gesagt null, wie das 2 x Vollzeitbeschäftigte (Nicht-Lehrer) gesamt-gesellschaftlich gesehen so geräuschlos stemmen…

      • Hab ich doch glatt vergessen, dass das OGS-Angebot der Grundschulen auch hier aushilft: vor jedem freien Tag, vor sämtlichen Ferien, kam ein Zettelchen, das abfragte, ob man Betreuungsbedarf habe. So geht das also… bis zur Weiterführenden (wo die Meisten dann argumentieren würden, dass das Kind alt genug sei, um selbst über Wochen tagsüber weitgehend unbeaufsichtigt zu bleiben).

        Also mir als Kind hätte das wohl richtig gestunken, aber wer keine Wahl hat…

  9. Man muss erstmal anerkennen, dass hier schon wahnsinnig viel passiert ist in den Merkel-Jahren.

    Als unsere Große geboren wurde, gab es in meiner Ecke der Republik noch keinerlei Ganztags-Grundschulen. Und das bedeutete, dass jedenfalls in der 1. und 2. Klasse der Nachwuchs typischerweise um kurz nach halb 12 (!) auf der Matte stand (ist heute immernoch so, wenn man keinen Platz in der OGS bekommen konnte bzw. will).

    Kindergartenplätze für U3-jährige gabs auch nicht; dass der Zögling tagsüber trocken war, war eine der Eingangsbedingungen (Wickeltische wurden nachgerüstet zu der Zeit, wo wir erstmals eine Einrichtung in Anspruch nahmen).
    Der Kindergarten, auf den wir eigentlich gehofft hatten (aufgrund des Konzepts), bot noch nichtmal Essen an, d.h. da musste man sein Kind auch um spätestens 11:30 Uhr abholen (durfte es aber, wenn man mehr Stunden gebucht hat, anschließend nochmal bringen *lol*). Ich wundere mich immernoch, dass das damals für uns kein Ausschlußkriterium war…

    Jedenfalls wurden wir dort nicht genommen (und nichtmal darüber benachrichtigt!) und also zu unserem Glück quasi gezwungen in die Kita, mit der wir immernoch sehr zufrieden sind, die schon damals eine Köchin angestellt hatte. Da gab es die ersten Jahre auch ein (platzmäßig arg begrenztes) Angebot für bereits Eingeschulte, im Anschluß an den Unterricht dort hinzukommen um zu Essen, Hausaufgaben zu machen sowie u.U. noch etwas mit den Jüngeren zu spielen (wurde im Zuge des OGS-Ausbaus eingestellt, natürlich).

    • Das hat man aber auch so ca. vor der Wiedervereinigung nicht gebraucht da da oft 1 Gehalt oder 1 1/2 Gehälter ausgereicht haben und dann war die Mutti zuhause wenn die kleinen um 13Uhr heimgekommen sind.

      • Knapp jede 5. verheiratete Frau (zwischen 35 und 50 Jahren) hat _gar kein_ eigenes Einkommen; weit über die Hälfte verdient unter 1000 Euro (netto); 10 % liegt bei oder jenseits 2000 Euro Monatsverdienst; weniger noch kriegen irgendwas dazwischen raus.
        So das Ergebnis einer Untersuchung im Jahr vor der Pandemie.

      • Bei mir wars in den 80ern&90ern btw nicht die Mutter (die war berufstätig als Verkäuferin im Einzelhandel und damit an Arbeitstagen deutlich später noch zuhause als mein Vater), sondern die Oma, die mich mit Essen versorgt und beaufsichtigt hat. Meine Ma hat bloß ein Jahr Babypause eingelegt, war deutlich über 40 Jahre berufstätig und hat natürlich dennoch nur eine Mini-Rente eingefahren.

  10. Interessant auch der ausgewiesene IST-Zustand fürs erste Pandemie-Jahr (*lol*):

    „Während Kleinkinder seltener ganztätig betreut werden – zuletzt traf dies auf 20 % der unter 3-jährigen Kinder zu – lag die Ganztagsbetreuungsquote bei den 3- bis unter 6-Jährigen bei 48 %.

    Innerhalb der letzten zehn Jahre hat die Ganztagsbetreuung über alle Altersgruppen hinweg zugenommen: 2010 wurden noch 12 % der unter 3-Jährigen sowie 32 % der 3- bis unter 6-Jährigen ganztätig betreut.

    Der Umfang der Kinderbetreuung in Deutschland gestaltet sich nach wie vor heterogen – dies wird besonders mit Blick auf die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern deutlich. So hat Thüringen mit 73 % die bundesweit höchste Ganztagsbetreuungsquote bei der Betreuung von Kindern unter 6 Jahren. In Sachsen-Anhalt lag die Quote bei 66 %, in Sachsen bei 65 %. Auch bei der Betreuung der unter 3-Jährigen liegt Thüringen mit einer Ganztagsbetreuungsquote von 52 % an der Spitze, gefolgt von Sachsen-Anhalt (49 %) und Mecklenburg-Vorpommern (46 %).

    Zum Vergleich: In Baden-Württemberg und in Bayern wurden im Jahr 2020 lediglich 11 % der unter 3-Jährigen ganztags betreut. Auch bei den Kindern unter 6 Jahren war die Ganztagsbetreuungsquote in Baden-Württemberg (18 %) und Bayern (24 %) am niedrigsten, gefolgt von Niedersachsen (26 %). Ein Grund für die regionalen Unterschiede könnte unter anderem darin liegen, dass die Kosten für Kindertagesbetreuung in den einzelnen Bundesländern und Kommunen unterschiedlich ausfallen.“

    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2021/PD21_35_p002.html;jsessionid=D1964DF8E236BA6BEF853EF4AB6A7B1C.live711

    Darf man fragen: wieviel bezahlt ihr monatlich für die Betreuung eurer beiden Kinder (inkl. Essen), Christian?
    Wieviel an Plus in der Tasche bringt Südländerins Erwerbstätigkeit da letztlich in etwa, schonmal grob durchgerechnet?

    • Ich weiß, Du wirst sagen: es geht ja nichtnur darum, sondern auch um Rentenanwartschaften. Und darum, dass sich ihr Berufswissen nicht „entwertet“ über die Zeit, um Betriebszugehörigkeit, evtl. gar um ihre Selbstverwirklichung.

      Sieht sie das so?

      Ist sie vollends glücklich damit, nun schon zum zweiten und wahrscheinlich letzten Mal ein (wahrscheinlich noch) weder sprechendes, noch laufendes Kind in die Tagesbetreuung gegeben zu haben?

    • „Wieviel an Plus in der Tasche bringt Südländerins Erwerbstätigkeit da letztlich in etwa, schonmal grob durchgerechnet?“

      Das holen wir über den Lohn und die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten ganz locker wieder rein bzw machen ein Plus, Südländerin verdient ganz okay. Rechnet man noch die Rentenbeiträge, die für die Zeit eingezahlt werden dazu wird es noch besser. Es geht aber auch darum, dass sie gerne wieder arbeiten wollte, einfach weil es etwas anderes als die ganze zeit nur auf kleine Kinder aufzupassen.

          • Hattest Du überhaupt selbst die Notwendigkeit (für sie) gesehen, schon mit nur einem Kind & trotz Tagesbetreuung auf Teilzeit runterzustufen? Oder siehst Du das als Luxus, den Du gern respektive widerwillig finanzierst?

            Ich hatte vor Fräulein Schmidts Geburt den Eindruck, der (geteilte) Plan sei ein anderer gewesen, täuscht das?

          • „Hattest Du überhaupt selbst die Notwendigkeit (für sie) gesehen, schon mit nur einem Kind & trotz Tagesbetreuung auf Teilzeit runterzustufen? Oder siehst Du das als Luxus, den Du gern respektive widerwillig finanzierst?“

            Wir haben eben das Pech, dass wir keine Großeltern in der Nähe haben, da haben wir eine geringe Flexibilität und bekommen diese etwas mehr mit Teilzeit. Wir sind sicherlich in einer vergleichsweise konfortablen finanziellen Situation, das ist sicherlich ein Luxus. Ich habe aber insofern auch kein Problem mit ihrer Teilzeit. Es schränkt mich nicht ein.

            „Ich hatte vor Fräulein Schmidts Geburt den Eindruck, der (geteilte) Plan sei ein anderer gewesen, täuscht das?“

            Nein, das Südländerin in eine gewisse Teilzeit gehen würde, wenn die Kinder klein sind, war eigentlich immer klar.

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