Tempolimit auf Autobahnen

Gerade ist wieder ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen im Gespräch, diesmal, weil man auf diese Weise Benzin sparen würde und das angesichts des Kriegs in der Ukraine und der Umwelt wegen jetzt besonders wichtig sei.

Der Umstand, dass Deutschland weltweit relativ alleine mit diesem Recht dasteht macht deutlich, dass es natürlich auch mit einem Tempolimit gehen würde.

Und mit zunehmenden Elektroautos wird es ohnehin einen Trend zu gemächlicheren Fahren geben, zumindest bei längeren Fahrten, einfach weil der schnelle Tankstopp dort nicht möglich ist.

Ob es für Unfalltoten so reduziert? Keine Ahnung.

Was spricht letztendlich dagegen?

Natürlich auch, dass schnell fahren Spaß macht und einem erlaubt schnell an einen anderen Ort zu kommen.

Aber sicherlich auch einfach die Tradition. Deutsche Autobahnen und das Recht dort schnell zu fahren sind eine Institution für sich. Alles was man an Rechten hat und was einem gefällt und was etwas besonderes ist gibt man eben ungern auf.

Wird es kommen? Laut Koalitionsvertrag nein. Und die FDP würde dann hier aus der Umfaller dastehen. Natürlich könnten sie anderen Parteien an der FDP vorbei beschließen. Aber das gibt dann auch Koalitionsärger.

Wir steht ihr zu einem Tempolimit und wenn ja: auf welche Geschwindigkeit?

158 Gedanken zu “Tempolimit auf Autobahnen

  1. Ich bin für ein Tempolimit. Autobahnen wurden erfunden, als noch wenig Fahrzeuge unterwegs waren und die Fahrzeugtechnik noch nich so schnell fuhren wie heute. Ich erinnere mich an die Situation Mitte der 60iger Jahre noch gut, als wir mit Tempo 130 das Gefühl hatten, sehr schnell zu fahren. Bei dem damaligen Verkehrsaufkommen und der nicht so gravierenden Leistungsunterschiede unter den Fahrzeugen war eine Tempobegrenzung nicht notwendig. Heute fährt jeder Mittelklassewagen schneller als 200 km/h. Es sind aber auch Fahrzeuge unterwegs, die nicht einmal halb so schnell fahren. Schnell fahren macht dem einen Spaß, für andere ist es eine Gefährdung und Belastung, wenn sie von Rasern mit hoher Geschwindigkeit überholt werden. Nicht selten sind Raser auch Drängler. Der Gesetzgeber hat deshalb eine Richtgeschwindigkeit vorgegeben, nach der man nicht schneller als Tempo 130 fahren sollte. Leider halten sich zu wenige an dieser Geschwindigkeit. Deshalb bin ich für ein Tempo 130, das in fast allen anderen Ländern ebenfalls gilt. Die Leute werden dann immer noch mit Tempo 130 bis 150 reisen, aber die Raser mit Tempo 200 und mehr werden dann ausgebremst. Mit einem Tempolimit wird dem Auto auch ein wenig Faszination (Autokult) genommen und es wird zu einem ganz normalem Verkehrsmittel unter anderen.

    • Der „Autokult“ findet doch in der Einfahrt, vor der Kita und auf dem Firmenparkplatz statt. Auf der Autobahn begegnen mir ja nur Dritte, die ich nicht kenne. Die Orte an denen mein soziales Umfeld meine „geile Karre“ sieht, sind entscheidend. Und für das Handicap-Prinzip ist ja essenziell, wie teuer das Auto war und nicht wie schnell es fährt — sonst würde ja niemand ein SUV kaufen.
      Die Gruppe der unverantwortlichen Raser sind ja die jungen Männer U30 denen es v.a. auch um die Gefahr geht: Diesen das Rasen wegzunehmen würde vermutlich am meisten für die Sicherheit Dritter bringen. Allerdings brauchen die dann auch eine hinreichend gefährliche Ersatzbeschäftigung. Wenn die dann alle besoffen Auto fahren statt Rasen (und nicht Freeclimbing gehen), würde das ggf. sogar nach hinten losgehen. Aber das ist ja auch die Gruppe die mit 130 durch die Innenstadt fahren…

  2. Ich bin unbedingt dafür! Ein Tempolimit ist für den Sieg des feministischen Sozialismus unbedingt notwendig. Es ist der erste Schritt auf dem Weg der Abschaffung individueller, patriarchaler Mobilität. Und wer das nicht einsieht, ist halt Faschist und muss in den Gulag.

    • Aber Adrian, „Gulag“, das ist eine so verletzende und schädliche Formulierung, insbesondere für Trans-Stalinist*innen. Das Ausmaß ihrer Diskriminierung und Unterdrückung sieht man alleine daran, dass man sie in der Öffentlichkeit unsichtbar gemacht hat.
      Daher ist mangelnde Repräsentanz zugleich Beweis ihrer Existenz und Unterdrückung.
      Die korrekte Formulierung lautet demzufolge in Zukunft verbindlich: Safe Space in ländlicher Umgebung mit Permafrostboden.

  3. Wir leben doch in einer Demokratie, heißt es.
    Wieso stimmen wir nicht einfach ab?

    Aber nein, das wäre ja so was wie ein Volksentscheid und den darf es in einer Demokratie natürlich nicht geben, wo kämen wir da hin.

    • Also die Menge an Gesetzen, die gegen eine „aktuelle Stimmung“ beschlossen wurden, sind Legion. Das ist halt der Gag mit der parliamentarischen Demokratie: Es wird Wunschgesetzt 1 von Koalitionspartner A beschlossen UND Wunschgesetz 2 von Koalitionspartner B — obwohl beide keinen Volksentscheid gewinnen würden.
      Der zweite Witz ist natürlich: Wer beschließt denn, WANN abgestimmt wird? Das macht natürlich bei solchen Themen immer einen Wahnsinnsunterschied und gibt im Endeffekt dem, der das beschließen darf, eine hohe Machtfülle.

  4. Ein grundsätzliches Problem stelle meines Erachtens die Tatsache dar, dass die Geschwindigkeit nicht der einzige Gefährdungsfaktor ist und dass die Gefährdung durch die Geschwindigkeit sehr situationsabhängig sowie fahrerabhängig ist. Ich gehe also davon aus, dass es eine große Zahl von Verkehrsteilnehmern gibt, die teilweise hohe Geschwindigkeiten nutzen (aber keine sehr hohen) und trotzdem kein größeres Risiko für sich selbst und andere darstellen als andere die langsam fahren. Ein Effekt der hier eine Rolle spielt ist die Fahrerfahrung sowie die Fähigkeit die Situation richtig einzuschätzen – Ich spreche hier nicht von Rasern, die mit 240 durch die Weltgeschichte brettern – insofern fände ich persönlich eine Höchstgeschwindigkeit deutlich über den üblichen Limits überlegenswert – z.B: 160km/h. Dann hätte man einerseits etwas mehr gegen die extremen Raser in der Hand und andererseits würde man nicht auf der freien Autobahn mit 120 „dümpeln“ müssen.
    Die fortschreitende Technik erlaubt es bereits die allgemeinen Einflussfaktoren (Wetter, Verkehrsdichte, Eignung der konkreten Strasse) mit einzubeziehen. Die individuellen jedoch noch nicht – da könnte die Zukunft fragwürdige aber effektvolle Lösungen bereitstellen.

    Am Ende braucht man aber Daten, ich basiere meine Argumentation auf „gefühlten“ Daten, man bräuchte die genauen Unfallstatistiken.

    Was da rauskommt wird allerdings vermutlich auch viele verwundern, nämlich das relativ langsam fahrende Seltenfahrer ein viel höheres Risiko pro KM darstellen als zügig fahrende Vielfahrer (reine Hypothese, nicht durch Daten gedeckt)

    • Du gehörst ja auch zur Sekte der Klimaleugner. Denen paßt es einfach nicht ins Weltbild, daß E-Autos normal werden und Klimaschutz Relevanz genießt.

      Du könntest dich mit Gender-Forschern zusammentun. Hier gibt es einige Leute, die genauso sektenhaft drauf sind.

      Jeder, der nur ein bißchen zum Thema E-Autos liest, weiß, daß der Trend unumkehrbar ist und auch ohne Subventionen anhalten wird. Stichwort Batterieproduktion etc. Da muß man wirklich nur mit sehr geringer Aufmerksamkeit den Dikurs verfolgen.

      Aber das ist wohl zu viel für jemanden wie Anorak.

      Mensch, Anorak, woher kommt bloß deine paranoide Fundamentalopposition? Woher diese Angst vor der Wahrheit?

      Mach‘ dich mal hier schlauer: http://alice-miller.com/de

      PS: Davon abjesehen bin ick natürlich für ’nen Tempolimes. Schon die Römer haben damit die Germanen ausgebremst. Der Widerstand gegen ein Limit ist eine schöne Illustration der Freiheitsideologie im Westen. Und der Dialektik und Ironie von Ideologien. Denn mit einem Limit wird unsere Freiheit sogar größer sein: Weniger Staus, weniger Streß, weniger Unfälle und eventuell sogar schneller ans Ziel.

      Kann man übrigens auch auf die Regulierung von Märkten übertragen, liebe Marktisten.

      • „Du [a2] gehörst ja auch zur Sekte der Klimaleugner. “

        Immer noch besser als zur Sekte derjenigen, die an die Klimakatastrophe glauben, aber trotzdem gegen Kernkraft sind…

        PS: Oder hast du schon das Speicherproblem der Erneuerbaren gelöst?

      • „Du gehörst ja auch zur Sekte der Klimaleugner.“

        Nein

        „Denen paßt es einfach nicht ins Weltbild, daß E-Autos normal werden und Klimaschutz Relevanz genießt.“

        Käse. Der Punkt ist dass Elektroautos aus systemischen Gründen teurer sind als gleichwertige Verbrenner: Das teure Verschleißteil Akku, dessen Funktion bei Verbrennern der Tank für 50 Ocken ist.

        Deshalb können sie kein Massenprodukt werden, außer sie werden subventioniert. Der vermeintliche „Trend“ zu Elektroautos ist deshalb keiner, sondern nur eine Folge der reichlich fließenden Subventionen. Das Land mit den meisten Elektroautos (Norwegen) ist das Land wo die Subventionen am üppigsten ausfallen. Ironischerweise finanziert durch staatliche Einnahmen aus dem Erdölverkauf.

        • Experten, also Leute, die sich wirklich mit dem Thema beschäftigen und keine Gender-Forschung betreiben, sagen, daß die Subventionen verzichtbar sind und daß der Trend dadurch nicht gebrochen wird.

          Du hast hinlänglich bewiesen, daß du ein Nichtsnutz bist, den man nicht ernst nehmen kann.

          Schaun mer mal, wer recht hat.

          Die Männerbewegung könnte man ja ernst nehmen, wenn sich da nicht so viele Verschwörungs- und Putintrolle tümmeln würden..

  5. Ich fahre jeden Tag 30 km auf der Autobahn zur Arbeit. Der Abschnitt ist zum Glück meist nicht sehr stark befahren. Ich mache bei 110 den Tempomat an und mein Hörbuch. Beim Überholen geb ich schon mal Gas. Ich habe es probiert, Tempo 150 bringt nur einen kleinen Zeitgewinn, aber der Verbrauch ist deutlich höher.
    Ich wäre für ein Tempolimit 130.

  6. Ich bin gegen ein Tempolimit. Wie verlogen die Debatte ist, sieht man doch schon wieder daran, dass es ein ALLGEMEINES Tempolimit sein soll. D.h. auch wenn ich mein Elektroauto vollkommen Putin-neutral über meine eigene PV-Anlage lade, darf ich trotzdem nicht schneller als X fahren.
    Die Anzahl der Verkehrstoten auf Autobahnen durch überhöhte Geschwindigkeit ist außerdem lächerlich gering. Wenn wir das als Massstab für Gefährlichkeit nehmen würden, müssten wir vorher sehr viele andere Dinge verbieten und einschränken.
    Apropos Einschränken: Wieso fordert niemand eine Maximaltemperatur in Innenräumen? Das würde auch Energie sparen, garantiert viel mehr als ein Tempolimit. Am besten jeder würde Smart-Thermostate bekommen, die direkt aus dem Innenministerium gesteuert würden. Heizen in Räumen mit weniger Dämmung als KfW-75 wird gleich ganz verboten, da zu ineffizient.

    • Schön, daß du für uns alle illustrierst, was Ideologisierung ist und wie sie zu einer Degeneration der Intelligenz führt. 🙂

      Wir sind nämlich noch weit davon entfernt, daß jedes E-Auto mit PV-Strom geladen wird. Dein Gedankenspiel ist also Denken auf Playmobil-Niveau. 🙂

      Ein Tempolimit vermindert auch den Streß und erhöht den Fahrkomfort. So empfinden das jedenfalls viele.

      Der deutsche Sonderweg ist genauso dumm wie der amerikanische in Sachen Schußwaffen. Eine vermeintliche gesellschaftliche DNA – Traditionsbesoffenheit.

      Die Maximaltemperatur in Innenräumen gibt es nicht, weil man die nicht kontrollieren kann. Das ist ein rein praktisches Problem.

  7. Hat jemand Daten über den Wirkungsgrad gebräuchlicher Automotoren in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit?

    Wenn man davon ausgeht, dass eine feste Entfernung zurückgelegt wird, bedeutet geringere Geschwindigkeit längere Fahrdauer. Das heißt, es sind noch mehr Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs, so dass es vermehrt zu Staus kommt. Mir kann niemand erzählen, dass Stop-and-Go-Verkehr besonders sparsam im Verbrauch ist.

    • Das Problem ist nicht der Wirkungsgrad des Motors, sondern der Luftwiderstand: Der nimmt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu und nimmt ab ca. 120 km/h die dominierende Stellung ggü. dem Rollwiderstand ein.
      Das Problem mit dem Stau ist einfacher zu bestimmen: Der maximale Fluss (Durchsatz Autos pro Zeit) hängt von der Geschwindigkeit und der Dichte der Fahrzeuge ab. Letztere ist bedingt durch die Geschwindigkeit: Der Bremsweg (und damit einzuhaltender Mindestabstand) steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Das ist eine beliebte Physikaufgabe aus der Schule. Ich meine mich zu entsinnen, dass je nach eingesetzten Werten der maximale Fluss bei ca. 60 km/h erreicht wird.

      • Das ist mir schon klar.
        Dennoch werden Motoren von ihren Entwicklern so optimiert, dass bei einer bestimmten Geschwindigkeit das Maximum des Wirkungsgrades erreicht ist (hängt u.a. vom Gang ab, weswegen man z.B. im Stadtverkehr nicht im höchsten Gang fährt).
        Am leichtesten läuft der Motor bei einer bestimmten Geschwindigkeit (für den Fahrer ist diese Geschwindigkeit auch am entspannendsten, vorausgesetzt die Verkehrs- und Wetterverhältnisse lassen es zu). Der höhere Wirkungskrad kann durchaus den quadratisch mit der Geschwindigkeit steigenden Energieverbrauch zumindest teilweise kompensieren. Um zu beurteilen, inwieweit dies der Fall ist, bräuchte man aber entsprechende Daten.

        • Der Luftwiderstand ist hier nunmal die entscheidende physikalische Größe, daran wird man durch Optimierungen am Motor nicht viel ändern können. Abgesehen davon erfordern höhere Geschwindigkeiten mehr Beschleunigung. Selbst bei null Widerstand erfordert die höhere Geschwindigkeit mehr Energie (bzw. Leistung).

    • Bist Du eine Frau, anders kann ich mir so viel Unwissen nicht erklären. So ziemlich jeder Verkehrsexperte der nicht vom ADAC bezahlt wird, könnte Dir erklären:
      Wenn alle Verkehrsteilnehmer eine ähnliche Geschwindigkeit fahren, passen mehr Autos auf die gleiche Strecke. Ein Auto das 200 kmh fährt, braucht einen deutlich höheren Sicherheitsabstand als wenn es nur 120 fährt.
      Es sind ja wohl eher die Raser, die einen ruhigen Verkehrsfluss stören.

      • Halb richtig. Es gibt sehr viele Faktoren, die Verkehrsfluss stören. Auf Autobahnen wären da ebenso die berüchtigten Elefantenrennen, bei denen sich LKWs mit ungfähr 0,5 km/h Geschwindigkeitsdifferenz an den anderen Lastern vorbeiqälen. Selbst auf dreispurigen Autobahnen führt das zu Behinderungen, weil es den Verkehr auf der dritten Spur verdichtet, wo sich dann Opa Paschulke genötigt sieht, mit 100 rüberziehen, aber natürlich keine Veranlassung sieht, mal etwas Gas zu geben.

        Verkehr ist ein durch Regeln eingehegtes, aber dennoch recht chaotisches System. Ein Tempolimit reduziert zumindest einen Faktor, wobein ein Tempolimit nicht heißt, dass dann auch alle gleich schnell fahren. Besagter Opa Paschulke würde auch bei Limit 130 immer noch nicht schneller fahren als 100 – und das sicher auch weiterhin gerne beständig auf der Mittelspur, selbst wenn er auf kilometerlange Sicht nichts überholen wird.

      • Das hebt sich auf ….
        Wenn alle 100km/h fahren (50m Abstand), dann kommt alle 1,8 Sekunden ein Auto vorbei.
        50m / 100km/h = 50m / (100000m/3600s) = 50m * 3600s / 100000m = 1,8s
        Und bei 200km/h (100m Abstand) auch …
        100m / 200km/h = …… = 1,8s
        Es passen zwar doppelt so viele Autos auf die Strecke, die brauchen aber auch die doppelte Zeit auf der Stecke.
        (ist natürlich etwas ungenau, da die Fahrzeuglänge nicht mit eingerechnet wurde. Die verschiebt die Rechnung allerdings etwas zu Gunsten den 200km/h)
        Ich fahre in der Regel 140-150km/h, aber bei leerer, gerader und trockener Straße möchte ich auch mal schneller fahren können ohne gleich ein Photo zu bekommen. Es wird sonst, bei längeren Fahrten, langweilig und einschläfernd.

      • Für den maximalen Verkehrsfluß gibt es eine optimale Geschwindigkeit, die von vielen Faktoren (geometrische Abmessungen von Fahrbahn und Fahrzeugen, Straßenbelag, Sichtverhältnisse, etc.) abhängt.
        Da ist es eine Binsenweisheit, dass der Verkehr am reibungslosesten fließt, wenn alle Fahrzeuge (spurweise) die gleiche Geschwindigkeit haben.

        • Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die „optimale Geschwindigkeit“ sich gehörig unterscheidet, je nachdem, ob man eine Gruppe von (ich bin jetzt nicht so firm bei Auto-Typen) Merzedes SE, 7er BMW, Fiat 500 usw. betrachtet 😉

          • So ist es.
            Ein Kleinwagen fängt schon an, unangenehm zu vibrieren (so einen hatte ich zu Studienzeiten), wenn ein leistungsstärkerer Wagen noch weitem nicht seinen optimalen Bereich erreicht hat.

      • Richtig ist, dass die ähnliche Geschwindigkeit für den Durchsatz optimal ist. Davon kann man natürlich nicht ableiten, dass die Raser das Problem sind – mit gleichem Recht sind die Bummler das Problem.
        Aber LKWs, Busse und Fahrzeuge mit Anhänger haben natürlich schon ein Tempolimit auf der Autobahn, daher sind in der Praxis der Maximalgeschwindigkeit dann Grenzen gesetzt, sobald es dichter wird, weil auch ein PKW mit 120 will einen LKW mit 85 überholen und gar ein LKW mit 85 den mit 75, der beladen bergauf fährt, oder aus der Kurve von der Auffahrt kommt.

        Nur wäre die Konsequenz aus der Überlegung dann, dass alle so schnell fahren sollen wie der langsamste, also 80 km/h.

        Und solange es nicht dicht wird, folgt aus hohen Geschwindigkeiten eben auch kein Stau – wenn es aber dicht wird, dann spielen schnell auch geringere Geschwindigkeitsunterschiede eine Rolle.

        Es ist ja nicht das erste schnelle Auto, das von 180 auf 130 abbremsen muss, dass das Stocken bewirkt, sondern das zweite dahinter, das auch mit 180 fährt und, weil ja nicht alle gleich sind, auf 120, 110 abbremsen muss, und das dahinter bremst vielleicht schon auf 100 oder 90 runter, und diese Bremskaskade pflanzt sich nach hinten fort.

        Eine Handvoll Autos mit Spitzengeschwindigkeit leicht einzubremsen kann weder spürbare Effekte auf die Umwelt, noch auf die Unfallstatistik oder den Rohstoffverbrauch haben. Wenn man spürbare Effekte will, muss man spürbar eingreifen und dann müssen auch 25% oder mehr der Autofahrer betroffen sein, denn oft kann ja auch ein Bugatti seine 400 km/h Spitze nicht ausfahren.

        Bei dichtem Verkehr ergibt sich das Tempolimit von selbst, auch wenn man, nachdem man hinter einem Elefantenrennen festsaß, mal wieder kurz aufdrehen kann, weil davor die Strecke um so freier ist.

        Ökologisch kann man ein Tempolimit nicht gut begründen. Wie viel Prozent der Energie, die wir verbrauchen, geht auf Verkehr zurück? Welchen Anteil am Verkehr hat die Autobahn? Welchen Anteil daran der PKW-Verkehr? Und daran jetzt die Raser auf Strecken, die nicht durch Baustellen oder Dauerüberlastung eh schon in der Liga des angestrebten Limits liegen? Da kann man vielleicht ein paar Prozent Energie sparen, ich schätze im kleinen, einstelligen Bereich. Für das Klima ist das ein Witz.

        Wenn man stattdessen die Steuer auf den Sprit anhebt, dann kann jeder selbst entscheiden, ob er lieber weiterhin rast – das kostet bei höherer Geschwindigkeit ja überproportional Sprit – oder Möbel kauft, dann wird ein Sofa mehr vom LKW durch die Landschaft getuckert.

        Waren, Dienstleistungen, Wohlstand – da steckt überall auch Verkehrsleistung drin, durch die Waren selbst, durch Rohstoffe, Betriebsstoffe, Halbfertigprodukte usw. und Arbeitskräfte, die zum Arbeitsplatz pendeln, nicht zuletzt Energieträger, die selbst mittels Energie transportiert werden.

    • Wenn man davon ausgeht, dass eine feste Entfernung zurückgelegt wird, bedeutet geringere Geschwindigkeit längere Fahrdauer.

      Eine geringere Durchschnittsgeschwindigkeit für eine feste Entfernung bedeutet eine längere Fahrtdauer. Durchschnitte werden von den Extremwerten dominiert. D.h. wenn du auf deiner Strecke 7 Ampeln und 5 ungeregelte Kreuzungen hast, wo du je nach Glück und Verkehrsaufkommen einmal 30sek. Stehzeit hast (weil grüne Welle und auf den Kreuzungen nix los), ein andermal aber 6min., dann haben diese Zeiten mit Geschwindigkeit 0 (Null) km/h je nach Länge der Gesamtstrecke einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die Durchschnittsgeschwindigkeit.
      Je nachdem wie groß der Autobahnanteil an der Gesamtstrecke ist musst du u.U. auf der Autobahn unverhältnismäßig viel schneller fahren um die Stehzeiten auszugleichen, weil die wenigen Minuten mit Geschwindigkeit Null die Durchschnittsgeschwindigkeit sehr stark runterziehen.

      Mir kann niemand erzählen, dass Stop-and-Go-Verkehr besonders sparsam im Verbrauch ist.

      Bei Verbrennern nicht, bei E-Autos schon. Die sind dafür auf der Autobahn nicht so effizient.

      • Es ging aber doch gerade um die Geschwindigkeiten auf Autobahnen.
        Wenn du viel Zeit im Stadtverkehr oder auf Landstraßen verbringst, ändert sich diese Zeitdauer durch ein Autobahntempolimit überhaupt nicht. Je nach Entfernung, die du auf der Autobahn zurücklegst, kannst du dort durch eine höhere Geschwindigkeit einige Zeit einsparen.

        • Entschuldige, ich hatte den Eindruck dir ging es in deinem Ursprungspost um die Verkürzung der Reisezeit durch höhere Geschwindigkeit. Vielleicht habe ich das falsch verstanden.

          Mir ging es um den praktischen Aspekt:
          Die Reisezeit ist die Gesamtzeit „door-to-door“ von A nach B. Mitsamt allen Ampeln, Autobahnen, Kreuzungen, Pausen usw. die auf dieser Strecke leigen (oder auch nicht liegen). In der Wirklichkeit ist für die door-to-door Zeit die Autobahngeschwindigkeit lediglich ein Faktor unter vielen – und oft nicht einmal ein besonders wichtiger.

          Extrembeispiel:
          Selbstverständlich erreicht ein Flugzeug viel höhere Geschwindigkeiten als ein Zug. Wenn du von Wien nach Budapest möchtest, bist du u.U. trotzdem mit dem Zug schneller, weil check-in, check-out, Fahrt zum/vom Flughafen usw. die Geschwindigkeitsvorteile des Flugzeugs auffressen.

          Ich finde, wenn man solche lebenspraktischen Aspekte außer Acht lässt, wirkt das Aufhängen der Diskussion am Punkt „Zeitersparnis“ etwas abstrakt.

          • Für den individuellen Autofahrer bedeutet höhere Geschwindigkeit eine Zeiteinsparung. Das Ausmaß hängt davon ab, wie weit er auf der Autobahn (auf nicht begrenzten Strecken) unterwegs ist. Ja, wird sich in meisten Fällen nur um wenige Minuten handeln.
            Für die Gesamtheit aller Autofahrer, die gleichzeitig unterwegs sind, bedeutet es, dass der Verkehr weniger dicht ist, was ja ein eindeutiger Vorteil ist.

          • Für den individuellen Autofahrer bedeutet höhere Geschwindigkeit eine Zeiteinsparung.

            In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. 🙂

            Für die Gesamtheit aller Autofahrer, die gleichzeitig unterwegs sind, bedeutet es, dass der Verkehr weniger dicht ist

            Ist das so? Wenn höhere Geschwindigkeit durch das Phänomen sich aufschaukelnder stop-and-go Wellen zu einem Stau führt, dann hat die höhere Geschwindigkeit letzlich eine höhere Verkehrsdichte bewirkt – was man durch eine geringere Geschwindigkeit u.U. vermeiden hätte können.
            In realistischen Verkehrsmodellen wird nicht die Geschwindigkeit, sondern die Beschleunigung (als Funktion von Verkehrsdichte, Geschwindigkeit sowie deren Ableitungen) als wichtiger Parameter angenommen. Die Beschleunigungsfunktion sinkt bei steigender Geschwindigkeit. Je geringer die Beschleunigung, desto anfälliger ist das System dafür, dass durch kleine Störungen stop-and-go Wellen und Staus entstehen.

    • Die Anzahl der Autos, die sich gleichzeitig auf einem Stück Autobahn befinden können, hängt auch vom Abstand ab (Bremsweg/Anhalteweg). Der Abstand, denn man aus Sicherheitsgründen einhalten sollte, hängt auch, ich glaub quadratisch(?) von der Geschwindigkeit ab.

      • Das stimmt.
        Sobald der Verkehr zu dicht ist, kann man freilich nicht mehr fahren, so schnell man will.
        Es gibt ja ohnehin nur einen geringen Teil der Autobahnen, die tatsächlich keine Geschwindigkeitsbegrenzungen haben. Wenn die Verkehrs- und Wetterbedingungen dies zulassen, spricht IMHO nichts dagegen, dies dann auch auszunutzen.

    • In den 80ern hat zB Mercedes die Kennlinien noch ins Handbuch gedruckt; ich hatte in jüngeren Jahren einen 1986er Mercedes W124; cW-Wert 0,30, was dafür dass das Ding eher eckig ist, beeindruckend war. Der lief am sparsamten so bei ~90, also Landstraßen-Geschwindigkeit, da gingen sogar 6,5l. Vollgas 230 im Vierten (der 5te war untersetzt, da ging nicht max) schluckte er locker das Doppelte.

      Mit meinem aktuellen A6 Diesel (auch cW 0,30) ist es recht Wurst, ob ich den Tempomaten auf 120 oder 160 stelle, das ist kein 0,1l Unterschied. 130 ist blöde, da hat der die Eigenfrequenz. Vor allem aber hat sich der Unterschied drastisch reduziert: 90 auf Landstraße komme ich auf 5,5l, Vollgas heizen komme ich auf 9.

  8. Zuerst sollten wir die Haltung von Katzen und Pferden verbieten. Das bringt viel mehr CO2-Ersparnis ohne Leute bei der Arbeit einzuschränken.

  9. Bei meinem ersten AG war ich ein paar Jahre im Aussendienst (hauptsächlich in Süddeutschland). Überstunden wurden per Pauschale abgegolten, was die Fahrtzeit also nicht so recht zur Arbeitszeit machte.
    Es gab Wochen wo ich mit nem Tempolimit pro Tag mindestens eine Stunde länger auf der Straße gewesen wäre. Diese fünf Stunden pro Woche bekommt halt nicht wieder.

    Wenn wer langsamer fahren will gern, aber ich hab keine Lust länger als nötig auf der Straße sein zu müssen. Die Lebenszeit is einfach verloren.
    Kurioseweise haben mich die unbegrenzten Strecken auch deutlich weniger angestrengt, als wenn ich in Österreich oder der Schweiz mit aktiviertem Limiter gefahren bin.

    Was die Toten angeht sind wir unter EU-Schnitt und der Umwelteffekt ist vernachlässigbar.
    Wer langsamer fahren will darf dies ja auch gern tun, von dem her ist ein Limit unnötig und die Forderung danach nur Polemik, bzw. der Versuch den politischen Gegner zu schwächen.

    Ein Großteil der Limitbefürworter dürften auch in drei Gruppen fallen:
    1. Welche die so gut wie nie auf der Autobahn fahren, aber sich toll fühlen wenn sie durch was, von dem sie nicht betroffen sind „den Planeten retten“
    2. Leute denen schnelles Fahren Angst macht und zwar bei sich und anderen. Diese können gern langsam fahren und müssen auch nicht auf die Autobahn.
    3. Welche, denen die Konsequenzen egal sein dürften wie dieser eine grüne Umweltminister der immer pro Limit ist aber dann selbst mit 177kmh durch ne 120er Zone brettert…

    Unbegrenzte Autobahnen sind für mich also kein Freiheitsgefühl sondern gesparte Lebenszeit und die, die für ein Limit sind sollten sich eigentlich mangels (ausreichender) Betroffenheit nicht in die Diskussion einmischen.

    • Bin zwar ein Schleicher, Außendienst bin ich aber aus genau dem Grund auch gerast.
      Das Problem ist hier aber der Arbeitgeber und nicht die Gesetze.
      Nach der Theorie kannst du auch in der Spedition alle Verkehrsregeln missachten oder imvertrieb jeden Betrug damit rechtfertigen, dass der Termin ja so schneller um ist, weil der Kunde schneller unterschreibt.
      Sage klar, Außendienst ( gehe mal davon aus du warst vertriebler) ist eben Betrug und zwar nicht am Kunden, sondern am Vertriebler.

  10. Ich war schon immer für ein Tempolimit. Jetzt habe ich meine Meinung geändert.
    Die matriarchal-feministische Regelungs- und Sanktionierungswut steht mir inzwischen bis ganz oben. Die Corona-Übergriffigkeit bis hin zum Stubenarrest haben mir so derartig den Rest gegeben, dass ich inzwischen schon aus Prinzip Eigenverantwortung und Selbstbestimmung fordere und jeden entsprechenden Zipfel ergreife.

    Was spricht eigentlich wirklich dagegen, beim Stellungswechsel im Bett den Konsensbutton zu drücken?

    Ist es nicht dufte, dass mein Kind mit seiner Klasse keinen Waldtag mehr haben darf, weil Äste von Bäumen fallen könnten?

    Der Buchstabe „Z“ darf nicht mehr gezeigt werden (außer bei ZEIT-Online natürlich). Wer dem Z nicht abschwört, wird gecancelt.

    Ist es nicht sinnvoll, alle Schnellen zu bremsen, damit die Lahmen sich nicht ganz so langsam fühlen? Den Klugen das Maul zu verbieten, damit die Doofen in der Illusion leben können, auch recht schlau zu sein?

    Mit extremer Aggressivität durchgesetzte Normierung und daraus resultierende Gleichmacherei zerstören die letzten Reste der Individualität und Freiheit, die uns noch bleiben, bis die Social-Scoring-App auf unsere Handys geladen wird. Immer höhere Bußgelder, Erzwingungshaft, Pfefferspray beim Spaziergang – wo sind die Umerziehungslager?

    Ich bin im Jahr fast 20.000 Kilometer unterwegs mit max. 100 km/h (sonst ist es zu laut im Auto). Wirklich nur sehr selten jagt mal einer extrem schnell an mir vorbei. Der würde das auch mit Tempolimit tun. Dafür ein weiteres Sanktionskorsett?
    Nur weil wir uns dann besser fühlen, dass der auch wirklich was Verbotenes macht und uns darüber ereifern können?

    Wenn man sich die unbändige Maßnahmengeilheit bis ins Intimste hinein anschaut, muss man sich schon fragen, wo das herkommt. Meiner Überzeugung nach ist das ein Kern feministischer Regulierung, die uns inzwischen in Bildung, Medien und Politik beherrscht.

    Ab einem gewissen Alter war es für mich sehr befreiend, dass Mutti mir kein Taschengeld mehr streichen konnte (aka Bußgeld), dass sie nicht mehr über mich verfügen konnte mit Stubenarrest (aka Lockdown), dass sie nicht mehr darüber herrschte, was ich in meinen Körper aufzunehmen habe (aka Impfung).
    Jetzt ist sie zurück – schlimmer als früher.

  11. Auf wieviel % der Autobahnen herrscht eigentlich kein Tempolimit 15% oder sind es noch 20%?
    Es wird nichts bringen, weder für die Umwelt noch für weniger Unfälle.
    Die wenigsten Autofahrer rasen. Der Spritverbrauch von den paar Leuten ist nicht der Rede wert.

  12. Mit einem Tempolimit von 130 km/h könnte ich leben, allerdings bezweifle ich, dass es allzu viel bringen wird.
    Meiner Erfahrung nach sind Strecken, auf denen nicht ohnehin schon ein lokales Tempolimit existiert und der regelmäßige Verkehr es überhaupt zulässt, schneller zu fahren, eher dünn gesät.
    Von daher ist das Ganze aus meiner Sicht eher eine Scheindebatte.

    • Über solche Aussage wundere ich mich immer etwas. Ich wohne hier im Kölner Umland, einer Gegend, die für die zu hohe Verkehrsdichte geradezu berühmt ist. Und trotzdem komme ich auf jeder Autobahnfahrt, die jenseits des Kölner Rings (wo überall Tempolimit ist) führt, irgendwo über 200 km/h.

      Und das nicht, weil ich so ein rücksichtloser Raser wäre. Ich fahre seit 27 Jahren völlig unfallfrei und habe keine Punkte in Flensburg.

  13. Ich habe das Fahren auf der Autobahn in Dänemark mit 130km/h Höchstgeschwindigkeit als sehr viel angenehmer und entspannter empfunden als in Deutschland und hätte das hier auch gerne. Keine aggressiven Fahrer großer schneller Autos denen es offenbar Spaß macht, andere zu bedrängen.

    Hinzu kommen in Deutschland die vielen Lastwagen, die die kostenlosen deutschen Autobahnen nutzen. Plötzlich ausscherende Lastwagen, die einen zum Bremsen zwingen, sind mindestens genau so gefährlich und unangenehm wie Raser.

    Im übrigen halte ich das für eine deutsche Macke. Überall sonst gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sogar in den individualistisachen USA. Dafür müssen dort unbedingt Waffen frei verkauft werden. Jedes Volk hat so seine Macke.

    • Der Aspekt des entspannten Fahrens kam mir bisher auch zu kurz.

      Rasen zu dürfen mag Fahrspaß für die Raser bedeuten, für den Rest ist es eine Belastung. Ich habe jahrelang an der deutsch-niederländischen Grenze gewohnt und kann bestätigen, dass das Autobahnfahren direkt jenseits der Grenze wohltuend entspannend ist. Das ist für mich der Hauptgrund, aus dem ich für ein Tempolimit bin. 120 oder 130 kmh/h wäre mein bevorzugtes.

  14. Ich verstehe diesen Fetisch mit dem Tempolimit wirklich nicht.
    Für das Klima ist die CO2 Einsparung quasi nicht vorhanden. Das Einsparpotenzial wäre so bei 2 Promille. Das Gleiche dürfte in dieser Grössenordnung dann auch für den Verbrauch gelten, da die CO2 Menge ja mit dem verbrannten Kraftstoff korreliert. Zudem darf ja jetzt schon jeder langsamer fahren, wenn er Sprit sparen will. Die wenigstens fahren eh über 130.
    Auch von der Sicherheit ist kein Gewinn zu erwarten. Auf Autobahnen passieren relativ gesehen eh schon wenig Unfälle. Auch im internationalen Vergleich sind deutsche Autobahnen nicht unsicherer als in Ländern mit Tempolimit. Eien deutsche AB ist mit der sicherste Ort, an dem man eine KfZ bewegen kann.

    • Es geht ja auch nicht um die Einsparung. Das ist wie wenn „die beste Ehefrau von allen“ (E. Kishon) einem einen Fussel von der Schulter zupft oder wenn der Pfarrer von der Sündhaftigkeit aller Menschen predigt. Es geht um die permanente Kleinhaltung. Der Druck muss aufrecht erhalten werden damit die Menschen gebückt gehen und gebückt denken.

    • „Das Einsparpotenzial wäre [nur] so bei 2 Promille.“

      Aber der Aufwand ist praktisch Null. Man benötigt nur den sprichwörtlichen Federstrich. Gäbe es nur 500 solcher Möglichkeiten, hätten wir unser CO2-Problem schon längst gelöst 😉

      • „Aber der Aufwand ist praktisch Null.“
        Es kostet alle Autofahrer (und Menschen die auf sie warten) viele Stunden Lebenszeit, das kostbarste Gut das der Mensch hat.

        „Gäbe es nur 500 solcher Möglichkeiten, hätten wir unser CO2-Problem schon längst gelöst “
        Unterstellt es gäbe ein solches Problem überhaupt, ist es egal was Deutschland entscheidet: Die Wirkung würde im statistischen Rauschen untergehen.

  15. „Isch ‚abe gar keine Auto, Signorina“
    Aber mir scheint es, als solle der Thermostat im Kochtopf gerade mal wieder ein Grad höher gestellt werden.

  16. Das wird in Deutschland schon lange nicht mehr rational diskutiert, ich ahne auch warum. Es ist eine der letzten unreglementierten Möglichkeiten sich auszuleben und ein Risiko einzugehen. Und das Auto hat in Deutschland halt einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung. Was nützt ein Auto welches 200kmh machen kann und dann darf man die niemals ausfahren? Die Streckenabschnitte, wo das überhaupt noch möglich ist, werden m.E. ohnehin immer weniger.

    Mir ist es eigentlich egal, ich hatte noch nie ein Vehikel, welches wesentlich schneller als 140 fuhr, davon abgesehen, dass ich zu geizig bin, den Sprit derart zu verheizen

    Ich vermute die Raser-Zeit geht langsam zu Ende. Autoverkehr wird immer reglementierter und teurer, immer mehr Menschen leben in der Stadt und verzichten ganz auf ein Auto. Das dürfte durch „Home-Office“ nochmal an Schub gewonnen haben. Ich sprach neulich mit einem Kollegen, der sich erst schwer damit tat, sich aber jetzt daran gewöhnt hat, später aufzustehen und von zu Hause aus zu arbeiten. Viele wollen gar nicht mehr anders. Die „mir egal“-Fraktion dürfte also weiter wachsen, bis der Widerstand vernachlässigbar ist, lediglich die Automobilfirmen dürften bis zuletzt daran festhalten, weil freie Fahrt natürlich dem Absatz der gewinnbringenden hochmotoristierten Wagen fördert.

    • die Raser-Zeit geht langsam zu Ende

      Weiß nicht. Es wird immer einige geben, die ihren Gemütszustand irgendwo rauslassen müssen. Da bietet sich das Auto schon an.

      Volvo (die Marke der Herrenfrauen) hat meiner Kenntnis nach bei ihren Monster-SUV-Geschossen vor einiger Zeit die Höchstgeschwindigkeit gedrosselt. Die bauen also superschnelle Motoren und Fahrwerke und rauben ihnen anschließend die Potenz.

      Das finde ich absolut symptomatisch für unsere Zeit.

      • „Weiß nicht. Es wird immer einige geben, die ihren Gemütszustand irgendwo rauslassen müssen. Da bietet sich das Auto schon an.“

        Das schon, aber es werden nicht mehr genug sein, um die Politik zurückzuhalten.

  17. Ich bin eine Zeitlang mit Leihwagen Strecken von 250 km gefahren. Ich musste immer nehmen, was gerade da war. Irgendwas zwischen Opel Corsa und 5er BMW. Der Unterschied in der Reisezeit war gering.

    Also egal.

    Ich erinnere mich aber, dass die Grünen in den 90er Jahren auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Eisenbahn gefordert haben, und zwar auf 120 km/h. Da hört’s bei mir auf. Deutschland bekleckert sich auf diesem Sektor ohnehin nicht mit Ruhm. Die Bahn braucht für die Strecke Berlin – München mindestens 4 Stunden. Die Franzosen und Spanier legen die gleiche Entfernung in der halben Zeit zurück.

  18. Mal von Verbrauch abgesehen erwähnst du ja Verkehrstote.
    Was ich da immer interessant finde, ich kenne ein paar Leute, die gerne 180+km/h Auto fahren. Und die alle haben mal irgendwo im Gespräch dazu erwähnt, dass sie bei diesen Geschwindigkeiten sehr viel aufmerksamer und wacher sind. Soll heißen, wenn sie längere Strecken „nur“ 120km/h fahren dann bekommen sie gerne mal schnell Sekundenschlaf! Was natürlich die Gefahr für Unfälle erhöht!

    Und das finde ich ganz interessante Ansicht! Natürlich kann man jetzt kommen mit „ah, da werden die sich schon dran gewöhnen“ … aber ich bin nicht sicher! Denn ich habe nur nen Kleinwagen und meine „Standard Autobahn-Geschwindigkeit“ ist tatsächlich so um die 120km/h; und auch ich kenne diesen Sekundenschlaf! Und das hat definitiv mit der „langweiligen“ Geschwindigkeit zu tun! Manchmal fallen mir die Augen zu aber bin zum Glück kurz vor meiner Ausfahrt und wenn ich die dann nehme… dann ist der Sekundenschlaf weg! Plötzlich Bremsen und Anfahren und Ampeln usw. da hab ich was zu tun, da ist man wieder wach. Aber wenn ich auf der Autobahn weitergefahren wäre, wäre mein „Schlaf“ nur noch schlimmer geworden! (ich fahre recht oft bei Langstrecken mittendrin mal auf nen Parkplatz und mach 15min Nickerchen und bewege mich etwas. Dann geht’s wieder besser!)
    Entsprechend wäre ich vorsichtig mit „weniger Unfälle“ oder so bei Tempolimit… könnte sich wenig ändern!

    • Der Effekt der Unaufmerksamtkeit/Sekundenschlaf in diesen Beschreibungen ist oft nicht direkt auf Müdikeit sondern auf Langeweile zurückzuführen. Deswegen ist es immens viel schwerer 30min einen „Autopiloten“ zu überwachen und im Notfall einzugreifen als 30min selbst zu fahren. Das sind tatäschliche Probleme, die man beachten sollte.
      Dennoch würde ich -als Tempolimitgegener- das Argument „Bei 180 bin ich aufmerksamer“ nur bedingt aufführen. Bei 180 km/h und viel Verkehr muss ich auch viel schneller reagieren als bei niedrigeren Geschwindigkeiten. Die gefühlte Aufmerksamkeit gleicht das nicht immer aus.
      Vor allem da man bei richtiger Müdigkeit vielleicht den Eindruck hat, dass man gerade aufmerksamer ist, das aber tatsächlich gar nicht zutrifft. Sekundenschlaf kann auch genauso dabei passieren. Man entgeht nur der „Langweile“.

    • Mir ist auf der Autobahn mal einer hinten reingebrettert. Ich hatte etwas empfindlichere Sachen an Bord und bin so ca. 110 – 120 gefahren. Der Typ ist eingeschlafen ( er kam von der Nachtschicht und war schon ca. 500 km gefahren), ohne mich als Prellbock wäre er ganz sicher gestorben. Sein Auto driftete schon nach rechts. Beide Autos Schrott, ich bin zum Halten gekommen, aber er ist noch ins Grüne gedonnert. Aber wir waren beide unverletzt.

  19. Ich bin klar gegen ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen. Natürlich kann man rational argumentieren, dass es im Schnitt für alle ein ganz kleines bisschen besser wäre. Ein bisschen Umwelt, ein bisschen Verkehrssicherheit, ein bisschen Geld sparen. Man darf aber aus meiner Sicht nicht alles Handeln mit Regeln aufs Optimum lenken.
    Burger und Bier sind auch nicht gesund. Dennoch gehört es zum Leben und der eigenen Freiheit auch diese mal zu Essen. Ein Verbot wäre nicht verhätnismäßig.
    Der Nutzen des allgemeinen Tempolimits liegt aus meiner Sicht genauso deutlich unter dem Wert dieser Freiheiten.
    Vor allem da an Unfallschwerpunkten, Baustellen und bei dynamischer Verkehrsregelung ja bereits Tempolimits auf der Autobahn existieren und auch gut sind.
    Dennoch sollte es erlaubt sein am Sonntag abend auf einer fast leeren Autobahn auch mal mit 180km/h zu fahren.

    Viel wichtiger und nützlicher wäre sicherlich folgendes:
    -Häufigere Kontrolle der EInhahltung der Tempolimits, die es gibt
    -Häufigere Kontrolle der Abstände (Drängler)
    -Häufigere Kontrolle der LKWs (Ladungssicherung, Verkehrstüchtigkeit)
    -Häufigere Kontrolle der Fahrer (z.B. Ruhezeiten)

    Ggf. auch härtere Strafen in all diesen Fällen. Wichtig ist aber die Kontrolle. Denn es schreckt mehr ab, wenn die Gefahr erwischt zu werden hoch ist. Diese Gefahr ist jedoch trotz Sicherheitsrelevanz nur sehr gering.
    Im Gegensatz zur einfachen ideologischen Forderung nach einem Tempolimit mit dem „Grund des Monats“ als Begründung, müsste man hier aber für deutlich mehr Personal bei Polizei und BAG sorgen, was nicht so einfach wäre.

    Meine anekdotische Erfahrung ist nämlich auch, dass viele Fahrer, die aus Ländern mit den so angenehm zu fahrenden Autobahnen mit Tempolimit kommen, auf deutschen Autobahnen auf einmal ganz anders fahren, auch in Bereichen mit Tempolimit. Auf einmal wird gedrängelt und deutlich schneller als erlaubt gefahren.
    Die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden ist sehr gering und wenn doch, ist die Strafe dann auch nicht so groß. Punkte sind nicht toll, aber auch kein Weltuntergang.
    In anderen Ländern, in denen die Strafen deutlich höher sind, sieht das ganze schon anders aus.

    Es ist aus meiner Sicht also wieder eine pauschale einfache Forderung, die den Leuten auch wieder ein gutes „Weltenretter“-Gefühl geben kann ohne das man wirklich hilfreiche Dinge tun muss.

    • Ich persönlich würde auch das Kontrollieren des Rechtsfahrgebots äusserst positiv begrüßen.
      Mittelspurschleicher sind nun wirklich ständig zu beobachten.

      • Das Rechtsfahrgebot hatte ich vergessen. Auch da wären Kontrollen bzw. die Erhöhungen der Chancen erwischt zu werden bei Verstoß natürlich sehr hilfreich für den Verkehrsfluss und Sicherheit.

        Anekdotisch: Besonders Sonntags auf dreispurigen Autobahnen mit sehr wenig LKWs habe ich das Gefühl, dass die rechte Spur für Autos Lava ist.

      • Mittelspurschleicher sind nun wirklich ständig zu beobachten.

        Solche Leute überhole ich aus Prinzip rechts, da es mir zu dumm ist für die zweimal über die komplette Autobahn zu wechseln. Vielleicht ist das aber auch bloß ein politische Statement von denen. Man will ja nicht zu weit rechts sein.

      • Macht ja keinen Sinn, wenn rechts ein LKW am anderen ist (und vor allem dann, kann man Mittelspurfahrer beobachten).

        Ist man nur mittelmäßig motorisiert, ist man i.d.R. schneller als die Brummis, den Rasern aber zu langsam. Mit anderen Worten man fährt entweder die ganze Zeit mittig, wenn es irgendwie geht oder lässt sich von den LKW ausbremsen, mit der Folge, dass man dann u.U. nicht mehr ohne Weiteres aus der Lücke rauskommt, zumindest haufenweise Schwung einbüßt.

        Wenn es drei Spuren gibt, weshalb das Gejammere? Sollen die Raser halt links fahren. Alternativ könnte man auch gleich eine Brummi-Spur einführen, das wäre wenigstens ehrlich, wenn Deutschland schon den ganzen EU-Transitverkehr stemmen muss.

        • Wenn es drei Spuren gibt, weshalb das Gejammere? Sollen die Raser halt links fahren.

          Es gibt aber nun mal Leute, die nicht rasen und denen 100 km/h zu langsam sind. Darüber hinaus fahren nicht ständig LKW an LKW.

          • Gibts schon, beobachte ich dann aber wesentlich seltener. Die LKWs treten auch meist als Pulk auf, 5 hintereinander, der langsamste vorn. Hat man so einen Pulk überholt, sieht man einige hundert Meter weiter i.d.R. schon den nächsten, bei sowas fahre ich dann auch nicht rechts rein, denn unmittelbar vor dem nächsten Pulk wieder rauszukommen, gelingt bei heftigem Verkehr halt oft nicht. Die LKW sind also nicht zwangsweise Stoßstange an Stoßstange.

            Wenn dann jemand von hinten rangeschossen kommt, interessiert den meine Situation aber nicht bzw. kann er sie nicht erfassen, weil er sich natürlich auf was anderes konzentriert, der ärgert sich nur, dass ich im Weg bin, weils rechts ja so schön frei aussieht. Und verglichen mit seiner Geschwindigkeit nähere ich mich den LKWs nur im Schneckentempo (dürften so 30kmh sein, also meine Geschwindigkeit minus LKW-Geschwindigkeit).

            Aber mit mittelmäßiger Motorisierung macht Autobahn ohnehin keinen Spaß (mehr), längere Strecken fahre ich für gewöhnlich nachts, schon um die Stauzeit zu minimieren.

            Vielleicht wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung tatsächlich ganz sinnvoll. Zumindest dieser uralte Streit wäre damit obsolet.

        • Wenn Rechts Verkehr ist, habendie ja einen Grund auf der mittleren Spur zu sein.
          Der Punkt beim Mittelspurschleichen ist ja, dass die rechte Spur frei wäre.
          Und der Grad der Motorisierung spielt meines Wissens nach auch keine Rolle, ob man Vorschriften befolgen muss oder nicht.

        • Solange die rechte Spur nicht komplett mit LKWs belegt ist, sollte man auf dre rechten Spur fahren, auch wenn es ansonsten drei Spuren gibt. Kommt dann ein LKW/langsameres Fahrzeug in Reichweite kann man frühzeitig auf die mittlere Spur wechseln, nennt sich vorausschauendes Fahren. Bin ich auf der Autobahn unterwegs beschleicht mich bei Mittelspurschleichern das Gefühl, diese haben schlicht Angst vor einem Spurwechsel.

    • Leute, macht euch beim stärkeren Kontrollieren des Rechtsfahrgebotes keine zu großen Hoffnungen. Habt ihr euch die typischen Mittelspurschleicher mal angeguckt? (Anteile basierend auf Bauchgefühl) 20 % sind Oppas mit Hut, 70 % sind Frauen jeglichen Alters. Es sind oft Leute, die wenig fahren und/oder allgemein unsicher sind beim Fahren. Denen bereitet jeder Spurwechsel Stress und deshalb ordnen die sich auf einer Autobahn gerne gleich mittig ein und fahren stur durch. So vermeiden sie eben die Spurwechsel, wenn mal ein LKW oder ähnliches vor ihnen auftaucht.

      Wenn nun aber rauskommt, dass von Bußgeldern wegen ständiger Mittelspurfahrerei bei weithin freier rechter Spur überproportional Frauen betroffen sind, was erscheint euch vor dem Hitergrund aktuell zeitgeistlicher Politik die wahrscheinlichste Lösung:

      a) Man verschärft die Kontrollen und erhöht somit die Zahl entsprechender Strafen
      b) Man beachtet es weiterhin wenig bis gar nicht
      c) Das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen wird als patriarchales Instrument zur Frauenunterdrückung abgeschafft

      ?

      😛

      • d) man richtet eine Quote ein, nach der nicht mehr Frauen als Männer wegen Mittelspurschleicherei belangt werden dürfen -> Ergebnisgleichheit

        Dabei muß berücksichtigt werden: Frauen sind sowieso bereits die Hauptopfer des Strassenverkehrs. Weil dabei 75% Männer tödlich verunglücken, verlieren Frauen ihre Ehemänner, ihre Väter, ihre Söhne.

  20. Kein Tempolimit hingegen für russisches Gas via Ukraine …..

    Die Autobahndiskussion ist reine HEUCHELEI, widerwärtig. Eben typisch Grün.

    • Irgendwo muss das Gas ja herkommen, Nordsee und Fracking in Deutschland wollen wir nicht,
      LNG gibts so schnell nicht und auch NIederlande und Norwegen können nicht so schnell mehr liefern und eignetlich beabsichtigen die zwei ja auch weniger zu fördern was auch nicht gut ist wenn sie mehr liefern sollen.
      Also bleibt ja nur weiter russisches Gas zu kaufen.

  21. Die Diskussion eines Tempolimits (dabei ist das ja eigentlich keine Diskussion, sondern eine Forderung, die da in die Runde geworfen wird) halte ich für eine Scheindiskussion. Wie zwei Foristen schon in den Diskussionsstrang eingeworfen haben, fällt zum einen die Kraftstoffeinsparung sehr gering aus, zum zweiten überwiegen bereits jetzt die Autobahnabschnitte, die mit einem Tempolimit belegt sind, zum dritten, jeder, der auf Autobahnen kraftstoffsparend unterwegs sein möchte, kann diese bereits machen. Von daher ,eine billige Forderung, die da aufgestellt wird, und sie richtig sich mal wieder an Dritte, hinterfragt nicht das eigene Verhalten bzw. zielt wieder nur auf einen sehr kleinen, ich sag mal, Betroffenenkreis ab.

    Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, die KfZ-Steuer wesentlich stärker an Größe, Gewicht, Hubraum und Normverbrauch eines PKWs auszurichten. Auf diese Weise würde man auf längere Sicht deutlich mehr Kraftstoff einsparen, und man würde die Anschaffung kleiner Fahrzeuge günstiger machen.

    Ich werfe als relevante Maßnahme zur Einsparung von Kraftstoffen den Verzicht auf die Nutzung des Online-Handels in den Raum. Wenn man den Einzelhandel vor Ort nutzt, werden sich viele Käufer überlegen, muss ich wirklich das Haus verlassen, um diesen oder jenen Artikel zu beschaffen? Muss ich die Einkäufe jetzt wirklich selber nach Hause schleppen? Ergebnis: Etliche Einkäufe, die jetzt bequem online getätigt werden, würden auf Grund der persönlichen Bequemlichkeit einfach unterlassen werden. Und schon müssen weniger Waren durch die Bundesrepublik gefahren werden.

    • „Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, die KfZ-Steuer wesentlich stärker an Größe, Gewicht, Hubraum und Normverbrauch eines PKWs auszurichten. “
      Indirekt geschieht das über den Benzinpreis eh schon. Eigentlich wär ich dafür, die KfZ-Steuer überhaupt abzuschaffen. (Und auch die Autobahnmaut auf den Benzinpreis umzulegen 😉 )

      • Kann man so auch machen, alles über die Spritpreise abzudecken. Nur, den Schwerlastrverkehr wird das wiederum nicht treffen. LKWs aus dem Süden kommen tanken bereits in Österreich (oder aus dem Osten kommend in Polen) und brauchen in der Regel in Deutschland nicht mehr zu tanken. Der Schwerverkehr ist damit zu einem guten Teil raus.

        Nur halte ich die seit Jahren anhaltende Entwicklung der Anschaffung immer größerer Fahrzeuge auch für die Nutzung in städtischen Gebieten für problematisch, weil größere Autos im Sinne von Länge * Breite (plus Höhe) einfach mehr Raum in der Stadt verbrauchen (im fließenden, aber insbesondere im ruhenden Verkehr). Und da meines Wissens in den letzten 30 Jahren an der Normgröße der Parkplätze nichts geändert wurde, wird es auch wegen der größeren Fahrzeuge im städtischen Bereich enger.

        Von einer Autobahnmaut für Alle halte ich (auch) nichts.

        • „LKWs aus dem Süden kommen tanken bereits in Österreich (oder aus dem Osten kommend in Polen) und brauchen in der Regel in Deutschland nicht mehr zu tanken.“

          Dort zahlen sie aber auch Steuern.

          • Dafür tanken bei uns LKWs, die dann in Italien fahren. Was ist das für eine Gartenzaunmentalität?

          • @anorak2
            Eben nicht. Das hat nichts mit Gartenzaunmentalität zu tun, das ist Realität. Spediteure vermeiden es wo es geht, ihre LKWs in Deutschland betanken zu müssen.

          • @Tagedieb „Spediteure vermeiden es wo es geht, ihre LKWs in Deutschland betanken zu müssen.“

            Ja wegen den hohen Preisen in Deutschland. Einfach Ökosteuer, CO2-Steuer usw. streichen bis die deutschen Benzinpreise wieder denen in unserer Nachbarläner entsprechen, dann tanken die auch wieder hier und dann kommt auch mehr Geld in die Kassen. Du kannst nicht erst absurde Ökoabzocke implementieren und dann schmollen weil alle die dem ausweichen können es auch tun. Das ist eine geradezu kindische Einstellung.

    • „Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, die KfZ-Steuer wesentlich stärker an Größe, Gewicht, Hubraum und Normverbrauch eines PKWs auszurichten.“

      Das wird ja schon über die Mineralölsteuer direkt besteuert.

      „Etliche Einkäufe, die jetzt bequem online getätigt werden, würden auf Grund der persönlichen Bequemlichkeit einfach unterlassen werden.“

      Du möchtest also Verzicht erzwingen. Typisch Öko.

      • Ja, die KfZ-Steuer sollte wegen des damit verbundenen größeren Flächenbedarfs stärker an der Größe (neben Gewicht, Hubraum und Normverbrauch) eines PKWs ausgerichtet werden.

        „Du möchtest also Verzicht erzwingen. Typisch Öko.“ Ja klar, Verzicht ist gut! Verzicht ist reinigend!

  22. Während ich kein genereller Befürworter eines Tempolimit bin, muss ich als Klimafalke sagen, dass ein Tempolimit durchaus sinnvoll wäre.

    Zum einen sind Geschwindigkeiten über 130 oder 150 sowieso nur selten möglich. Auch auf Strecken wie der A9 München-Nürnberg. Der Verbrauch der Kfz steigt dabei signifikant an. Umso mehr da schnell Fahren eben nicht bedeutet, mit konstant 200 zu fahren, sondern eigentlich beständig auf 130-150 abzubremsen und dann erneut zu beschleunigen.

    Testfahrten des ADAC haben auch gezeigt, dass ein Zeitgewinn bei Vollgas ggü einem Tempo 130 marginal sind. Wir reden hier von um die 15% für die Strecke Berlin-Köln, bei signifikant höheren Sprit Verbrauch von 30%-40%.

    Auf der anderen Seite muss man allerdings auch sagen, dass es Menschen gibt, die im Jahr 50-80.000 Kilometer fahren. Da ist, falls man früh morgens oder spät abends unterwegs ist, so eine Beschränkung natürlich auch ein signifikanter zeitlicher Zusatzaufwand. Wenn man über 50 Arbeitstage im Jahr im Auto sitzt, freut man sich über jede Möglichkeit, das zu reduzieren oder reduzieren zu können.

    • „Während ich kein genereller Befürworter eines Tempolimit bin, muss ich als Klimafalke sagen, dass ein Tempolimit durchaus sinnvoll wäre. ….
      Zum einen sind Geschwindigkeiten über 130 oder 150 sowieso nur selten möglich.“
      Das widerspricht sich aber.

    • Wir reden hier von um die 15% für die Strecke Berlin-Köln, bei signifikant höheren Sprit Verbrauch von 30%-40%.

      Aber wenn demjenigen der Spritverbrauch egal ist, kann er das doch machen.

    • >Klima
      >Tempolimit sinnvoll
      Eben nicht. Das Einsparpotenzial liegt bei etwa 2 Promille, nicht Prozent, Promille. Das ist quasi nichts. Das kann man an anderen Stellen eine Menge grösserer Räder drehen.

        • 2 Promille vom deutschen CO2 Ausstoß.
          Quelle: Ich kann rechen.
          Zugrundeliegende Daten sind die postulierten 1,9 Mio Tonnen Einsparung bei Limit 130 in Verbindung mit dem Gesamtausstoß in D.
          Parat habe ich die Quellen gerade nicht, aber vermutlich lassen die sich relativ leicht ergooglen.

    • ALTER!!! Der Typ mag noch ein so guter Faher sein und die Autobahn noch so frei. Aber da fahren andere rum – ganz normale Verkehrsteilnehmer. Zieht da irgend nen Traumtänzer hundert Meter vor ihm mit Tempo 120 auf die dritte Spur, dann war es das; für alle Beteiligten. Der würde mit fast 300 km/h Differenz auf den auffahren und hätte keine Chance, überhaupt noch was zu machen. Bei der Geschwindigkeitsdifferenz hätte der schon innheralb seiner Reaktionszeit einen Großteil der besagten 100 Meter zurückgelegt.

      Reine Verantwortungslosigkeit!

      • Die haben das auch schon getestet. Die Menschen können solche Geschwindigkeiten gar nicht abschätzen und wenn jemand auf die linke Spur wechselt und ein Auto mit so hohen Geschwindigkeiten von hinten kommt, denkt er vielleicht er hat noch genug Platz, aber in den 2 Sekunden in denen er nachdenkt, ist der Raser schon 220 Meter näher gekommen.

        • Ja, man muss ich das nur mal durchrechnen. Zunächst die Basisgeschwingdigkeit: 3,6 km/h entsprechen 1 m/s. 360 km/h sind also 100 m/s oder anders gesagt: 1 km alle 10 Sekunden. Und der Typ fährt da mal eben noch fast 60 km mehr. Der liegt da in der Spitze bei fast 7 Kilometern pro Minute. Das sind Verhältnisse von Strecke zu Zeit, die sich vorzustellen unsere Gehirne gar nicht trainiert sind.

          Wenn jemand vorm Spurwechsel mit 117 km/h nur flüchtig in den Rückspiegel schaut und den da noch in einer Entfernung von 250 Metern sieht – also immerhin ein Viertelkilometer – dann dauert das bei gleichbleibender Geschwindigkeit exakt 3 Sekunden, bis der diese nach normalem Ermessen noch sehr großzügige Distanz zu dem Vorausfahrenden komplett aufgeholt hat.

          Das, was die da mutmaßlich veranstaltet haben (sollte das Video kein Fake sein), bewegt sich meilenweit jenseits dessen, was ein Mensch, selbst ein noch so guter und geübter Fahrer, noch zu ermessen und kontrollieren im Stande ist. Im Prinzip ist diese Nummer Russisch Roulette, nur mit dem Unterschied, dass die sich nicht nur selbst ne nur teils geladene Knarre an den Kopf halten, sondern andere dazu zwingen, bei dem Spiel mitzumachen.

      • Auf die Weise wäre ich fast mal gestorben. Ich als Beifahrer im Gefährt mit affenartiger Geschwindigkeit. Dann zog vor uns einer auf unsere Spur, der unsere Geschwindigkeit völlig falsch eingeschätzt hatte…

    • Da brauchst aber ne lange, gerade Strecke mit kaum Verkehr 😉

      Ich hab mal vor vielen Jahren (könnt noch im vorigen Jahrtausend gewesen sein …) in nem Motorradladen ein Gespräch überhört, und mir den Spruch gemerkt:
      „Man möchte nicht glauben, wie kurvig die Garmischer Autobahn (die A95) ist, wenn du die mit 300 entlang fährst“ 😉

    • Zum Vergleich eine Messerschmidt BF109 ist mit ungefähr 500km/h unterwegs gewesen. Ich glaube nicht dass der Herr die Reflexe eines Kampfpiloten hat. Eines Kampfpiloten übrigens zwischen dem und dem Boden 6km lagen und die anderen Verkehrsteilnehmer auch um einiges weiter weg waren.
      Dass man sich nicht mal zu nem 200 km/h Tempolimit durchringen konnte nacht der Nummer.

  23. Feministische Verkehrspolitik! Aber im Ernst, was bringen dann die obskuren Journalistenschulen ihren Absolventen noch bei, wenn sie ihnen diesen ekelerregten Gesichtsausdruck nicht mehr antrainieren dürfen, den die automatisch aufsetzen, wenn sie ‚Raser‘ sagen, weil einer am Blitzerday mit 60 auf einer vierspurigen Einfallstraße unterwegs war. Nur relotieren lernen ist doch langweilig!

  24. Ich bin gegen ein Tempolimit, weil ich gegen jegliche Gängelung und Bevormundung durch eine Regierung/den Staat bin.
    „Erziehung durch den Staat“ ist eine Massnahme autoritärer und totalitärer Systeme.

    Praktisch haben wir auf den meisten Autobahnen eh schon ein Tempolimit. Sinniger wäre wohl eine Verkehrsplanung, die einem erlaubt, möglichst konstant zu fahren, insb. innerorts! (das Thema „Sekundenschlaf wegen Langeweile durch langsamfahren“ von weiter oben müsste aber auch Aufmerksamkeit erfahren. Das könnte auch durch „zu konstante Geschwindigkeit“ hervorgerufen werden).

    • Gern, aber keinen Einheitspreis, ein LKW schadet der Fahrbahn 1000 mal so sehr wie ein SUV. (4-Potenz-Gesetz). Außerdem muss man sich dann drauf gefasst machen dass diese Kosten den Konsumenten auf die Preise draufgeschlagen werden. Vielleicht kriegen wir dann im Güterverkehr auch wieder 2stellige Wachstumszahlen.

      Aus Fairnessgründen müssten dann auch die Subventionen für ÖPNV (gut 1/3) und Fernverkehr der Bahn gestrichen werden.

        • Mir gehts um den Subventionsabbau, wenn man die Autobahnen privatisiert weil sie angeblich nur durch Transfers möglich sind (Bullshit) dann muss das gleiche Prinzip auch für Bahn und ÖPNV gelten. Natürlich könnte man auch einfach mal anfangen ÖPNV, Radwege und Zugfernverkehr so attraktiv zu machen dass sie gegen den Individualverkehr abstinken, aber das wäre wahrscheinlich zu schwierig Autofahrer statt dessen zu piesacken macht dagegen einer gewissen Klientel zu sehr Spass. Ganz besonders einer Klientel die gern andere als privilegiert darstellt ihre eigenen Privilegien aber gar nicht wahrnimmt.

          • „Mir gehts um den Subventionsabbau“

            Das ist kein Selbstzweck. Manche Subventionen sind ja sinnvoll, um nicht zu sagen notwendig – so zB für das Verkehrswesen, für soziale Einrichtungen usw. Andere sind es nicht. so zB für „Klimaschutz“. Man muss das getrennt bewerten.

            „wenn man die Autobahnen privatisiert weil sie angeblich nur durch Transfers möglich sind (Bullshit)“

            WTF? Mal ganz grundsätzlich: Straßen müssen gebaut werden und das kostet Geld. Die Nutzer der Straßen zahlen dafür grundsätzlich nichts, dh es muss jemand anders zuschießen. Das kann man machen, zB aus dem allgemeinen Steueraufkommen.

            Die meisten Länder haben aber eine Lösung gefunden, die Autofahrer zur Kasse zu bitten. Eine dieser Lösungen ist Steuern auf Treibstoffe und auf den Besitz eines KFZ. Eine andere ist Straßenbenutzungsgebühren. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Privatisierungen haben damit gar nichts zu tun, man kann auch Straßenbenutzungsgebühren für staatliche Straßen haben.

            „dann muss das gleiche Prinzip auch für Bahn und ÖPNV gelten“

            Zweimal falsch ergibt nicht richtig.

    • Autobahnen werden schon von den Nutzern finanziert, dafür wurde 1930 die Mineralölsteuer eingeführt. Sie wirkt genau wie Maut, nur dass die Kassenhäuschen entfallen.

      • @El Mocho
        „Die muss ich aber auch bezahlen wenn ich nie auf der Autobahn fahre.“

        Dann fährst du aber auf einer anderen Straße, die auch finanziert werden muss.

        Den Vorteil, den anorak2 genannt hat, finde ich ziemlich wichtig, weil die Kassenhäuschen den Verkehr aufhalten.

        • Das Einrichten einer Maut, welche an Kassenhäuschen gezahlt wird, ist auch nur mit sehr viel Aufwand umsetzbar. Viele unserer Abfahrten müssten komplett umgebaut wereden. Die Abfahrten in den von El Mocho angedeuteten Ländern sind nicht umsonst teils breiter als die Autobahnen selber. Wenn du nicht gleich mindestenst nen halbes dutzend Kassenhäuschen nebeinander stehen hast, bilden sich an hochfrequentierten Abfahrten täglich gigantische Staus, die sich binnen Minuten bis auf die Autobahn zurückstauen und die Folge wäre absolutes Verkehrschaos.

    • Dann müsste man aber Kfz-Steuer et al. senken. Und die Gelder der Kfz-Steuer gibt der Staat doch zu gerne nach Gutdünken aus.

      • Zweckgebundene Steuern sind ja auch der größte Unfug. Man selbst geht ja auch nicht hin und sagt, wenn man Einkommen aus mehr als einer Quelle hat: Okay, das Geld aus dem Verkauf meiner selbstgemalten VaginaBilder ist zweckgebunden ausschließlich für den Erwerb von Gartenzeitschriften…

        • Äh ja das ist was ich meinte?
          Aber Kfz-Steuern et al. plus Maut wäre eine für viele nicht mehr tragbare Belastung (Übersetzung: Schweinerei).
          Und natürlich würden viele auf Bundestraßen etc. ausweichen.

          • Ich vermeinte, in „Und die Gelder der Kfz-Steuer gibt der Staat doch zu gerne nach Gutdünken aus“ eine leise Kritik an diesem Gutdünken zu hören.

  25. Bei den Tempolimit-Forderungen ‚rieche‘ ich auch die transatlantischen Bedürfnisse nach guten Beziehungen. Außerdem grüne, feuchte Höschen, weil der Krieg benutzt werden kann, um derlei Forderungen durchzubringen. Und feministische Gängelungssucht, die einen beim Ausloten der möglichen Kurvengeschwindigkeit oft mit einem schnöden „Fahr nicht so schnell, mir wird schlecht“ nervte.
    Das Schnellfahren ist aber durch steigende Verkehrsdichte und zunehmend unaufmerksamere
    Teilnehmer riskanter geworden. Und kostet auch aufgrund von Bremsmanövern und nicht mehr so vorhersehbaren Hindernissen deshalb mehr Sprit. Das macht viel aus.
    Tatsächlich hat mir auch das Fahren in USA das Langsamfahren selbst bei leeren Autobahnen verdeutlicht, wieviel Gelassenheit man beim Fahren haben und genießen kann. Für das Auto habe ich das übernommen.
    Motorrad ist eine andere Kategorie, Autobahnheizen kann damit auch Spaß machen, aber dort, wo der Spaß normalerweise stattfindet, gibt es eh schon Tempolimits, die lokal verordnet werden.

    Ich würde einen Kompromiß wählen: Tempolimit 120km/h bundesweit, und zwar zeitlich begrenzt für erstmal 1 Jahr mit Option auf Verlängerung je nach Gemengelage.

    Was das Embargo von Gas aus RUS angeht, bin ich dagegen, das selbst einzuleiten. Allein schon wegen Schadenersatzforderungen, aber auch weil ich denke, da stellen sich ein paar Leute die Konsequenzen zu einfach vor. Luisa & Konsorten ganz vornedran, deren heiße Luft könnte man aber in schalldichten Räumen auffangen und zusammen mit einer Wärmepumpe zur Energiegewinnung verwenden.

  26. Es gibt einiges was für ein Tempolimit spricht, aber Sprit sparen weil der in Deutschland 50% teurer ist als anderswo ist das mit Abstand dämlichste Argument. Wenn es jemandem darum geht Sprit zu sparen, dann kann er auch einfach ganz von alleine max. 130 fahren. Und wer da tatsächlich aufs Geld gucken muss, weil unsere Regierung traditionell für vernünftiges Kartellrecht und dessen Anwendung zu doof ist, der wird das auch wohl oder übel tun, oder er kommt nicht mehr an.

    Andererseits wäre das als anerkanntes Argument natürlich sehr lustig, mit der selben Begründung könnte man nämlich auch Autos mit hohem Gewicht, zu hohem Verbrauch oder unsinniger Motorisierung einfach verbieten. Und wenn wir schon dabei sind, auch Heizungen, die zu viel Heizen, Durchlauferhitzer die das Duschwasser zu warm machen usw. usf.

    • P.S. natürlich ist mir klar, dass es hier auch die höchsten Steuern auf Kraftstoffe gibt. Das erklärt aber die aktuelle Preistreiberei nicht vollständig, noch nicht mal zum größten Teil.

      Was mir übrigens als „Kaum-Autofahrer“ fast egal wäre, wenn ich jetzt nicht schon wieder zur Kasse gebeten würde, um mittelbar Pendlern ihre günstige Wohnung oder ihr Haus querzufinanzieren, während ich selber Großstadtmiete zahle und die Umwelt nicht verpeste.

    • Wie kommst du auf Kartellrecht? Benzin ist hierzulande wegen der enormen Öko-Zuschläge teurer als anderswo.

      – „Ökosteuer“
      – implizite Preiserhöhung bei E10-Einführung
      – Mehrwertsteuererhöhung
      – „CO2-Steuer“

      Gibt es in anderen Ländern alles so nicht. DESWEGEN ist Benzin da billiger.

      • War klar, das sowas von dir kommt. Deshalb sagte ich bereits selber, dass ich a) weiß, dass wir hier nach den Niederlanden eh die höchsten Preise haben und dass b) die Steuern das nicht allein erklären. Natürlich ist das deswegen anderswo billiger, das erklärt aber nicht die aktuellen Preise, oder hat sich an den Steuern zwischen 02/2 und 03/22 derart viel geändert?
        Die C02-Steuer, ohnehin schon von 01/22, macht übrigens irgendwas unter 2 Cent pro Liter aus.

        Schau Dir mal die Preisentwicklung von Öl und Dollar an und dann noch die Entwicklung der Steuern, und dann erklär mir vor dem Hintergrund z.B. die letzte Preisexplosion die ganz zufällig mit einem Kriegsbeginn korreliert, der die Lieferungen von Öl zu dem Zeit überhaupt nicht sonderlich beeinflusst hat:
        https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/deutschland/kraftstoffpreisentwicklung/
        https://www.benzinpreis-aktuell.de/benzinpreise-entwicklung 1.85 auf 2.25 in 72 Stunden.

        Das ist ganz simple Abzocke, die nur funktioniert, weil die Konzerne die Preise gemeinsam „finden“, selbst wenn es wie zuletzt keinerlei sachlichen Grund für Preisänderungen gibt.

        • Also die Preise von Rohöl und Benzin/Diesel korrelieren schon recht gut. Mag sein, dass die Ölkonzerne da gerne noch was abzwacken, aber letztendlich ist der Rohölpreis einfach explodiert.

          • Vielleicht denke ich zu simpel, aber: Wenn ein Konzern wie Shell die ganze Produktionskette sein eigen nennt, von den Ölquellen über die Raffinerien bis zu den Tankstellen, sollten dann seine Gestehungskosten für Benzin nicht unabhängig von den Ausschlägen des Spotmarktes für Rohöl sein?

            Und zur Grafik: Sollte der Benzinpreis dem Rohölpreis nicht hinterherlaufen? Wie viel Zeit vergeht zwischen dem Einkaufen des Öls über die Raffinierung und dem Weiterverkauf (und der Lieferung) an die Tankstellen?

            Die Fragen sind nicht rhetorisch gemeint, vielleicht gibt es ja plausible Antworten. Nur kenne ich die nicht…

          • Wie @Renton schon anmerkt: Der Preis für Benzin ist ja nicht einfach Rohölpreis multipliziert mit x, da spielen ja noch andere Faktoren rein.

            Wenn Du mal ein bisschen in den Statistiken guckst: Der Ölpreis war von 2008-2014 deutlich höher bis ab Ende 2014 etwas so hoch wie jetzt, ohne dass das 2.25 EUR für Benzin zur Folge hatte: auf dem Öl-Preishoch von 2012 hatten wir die für Jahre nicht übertroffene Marke von 1.60 EUR als Rekordpreis an den Tankstellen. Inflation und Unterschiede in der Besteuerung machen in den paar Jahren noch keine 33% aus. Andersherum wurde es natürlich auch an der Tanke kaum günstiger, als in der Folge, u.a. um den Russen „auszuhungern“, der Ölpreis von fast 110 auf unter 50 EUR gedrückt wurde. Wie man daran sieht, kann man die Ausflüchte, dass der Spritpreis direkt am Ölpreis hinge, absolut nicht ernst nehmen, selbst wenn es akut mal kurz korreliert. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/810/umfrage/rohoelpreisentwicklung-opec-seit-1960/

        • “ b) die Steuern das nicht allein erklären. Natürlich ist das deswegen anderswo billiger, das erklärt aber nicht die aktuellen Preise, oder hat sich an den Steuern zwischen 02/2 und 03/22 derart viel geändert?“

          Das habe ich nicht behauptet. Aber in Deutschland steigen sie von einem bereits durch die Steuern hohen Niveau, und dann kommt die Erhöhung durch den Lockdown, und dann noch der Krieg noch obendrauf. Und das lässt unsere Regierung so geschehen. In manchen anderen Ländern steuert sie aktiv dagegen indem sie bestehende (sowieso schon niedrigere) Steuern auch mal temporär absenkt.

          Dass die bösen Ölkonzerne schuld sind ist dagegen unplausibel. Denn das sind überall die gleichen. Unterschiede zwischen den Nationen sind durch unterschiedliche Politik viel besser erklärbar.

  27. „Was spricht letztendlich dagegen?“

    Nicht noch mehr Gesetze die von „Machthabern“ und „Möchte-gern-Weltretterinnen“ missbraucht werden können. Dazu neigt die links-grün-feministische Widerlichkeit sehr gerne.
    Mündige Bürger wissen wie schnell sie fahren können und machen eigene Erfahrungen mit denen sie ihr Leben gestalten. Klar, dass Quotentussies und Lastenradfahrer Forderungen stellen, von denen sie eigentliche keine Ahnung haben, weil dies außerhalb ihrer Bubble stattfindet.
    Ja ich bin früher gerne mal schnell gefahren, 210 lief meine Kiste, aber so um die 160 war sinnvoll. 130 macht auch Spaß, wenn es um längere Strecken geht oder die Zeit keine Rolle spielt. Heute freue ich mich, wenn der Verbrauch im Schnitt bei 6,0 l liegt, was mit 160 nicht machbar ist. Aber ich entscheide das und keine Grüne-Quotentussi in Berlin.

  28. Ein zeitlich limitiertes Limit von 100 halte ich für sinnvoll, Es bringt eine schnelle Reduktion des Ölverbrauchs. Sollte sich die Situation entspannen, kann das Limit wieder aufgehoben werden

    • Eine zeitliche Begrenzung wäre fatal, weil wenn hier einmal nachgegeben wird, wird es bleiben.
      So wie beim Soli, welcher immer noch nicht 100% eingestampft wurde.
      Außerdem wäre es nur Symbolpolitik wie oben schon mehrmals beschrieben. Die Amerikaner steigern schön langsam den Ölimport von den Russen, wodurch unsere Ersparnis nichts bringen würde (https://www.eia.gov/dnav/pet/pet_move_wimpc_s1_w.htm).

      Und beim CO2-Verbrauch würden wir im Idealfall 0,25 % des deutschen Gesamtverbrauchs einsparen.
      (1,9 mio t bei 130kmh https://www.tagesschau.de/faktenfinder/streit-tempolimit-101.html gegen 739 mio t insgesamt https://de.statista.com/themen/2442/treibhausgasemissionen/#dossierKeyfigures) Da würde es mehr bringen, wenn wir aufhören würden bestimmte andere Güter zu importieren, da deren ökologischer Footprint eher schlecht ist, wie z.B. Kakao und Kaffee.

      Man könnte gerne ein temporäres Verbot von Kakao und damit verbundenen Produkten einführen. Wäre für’s Klima gut, nur unsere Schokohersteller würden jammern.
      Oder mal einen Monat Kaffee verbieten, samt Strafen falls doch wer einen aus Restvorräten trinken sollte. Allein die kulturelle Aneignung die damit einhergeht…
      Ich denke da wäre so richtig was los 🙂

      Das mit Kakao und Kaffee will ich natürlich niemandem verbieten, das wäre genauso bescheuert wie eine temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung, auch wenn es viel mehr für’s Klima bringen würde.

      • Die zeitliche Begrenzung bei anderen Entscheidungen – z.B. Solidaritätszuschlag, Ökosteuer, die versicherungsfremden Leistungen sind seit Jahrzehnten höher als der Bundeszuschuss in Rentenkassen – hat oft nicht wirklich funktioniert, deshalb kann man bei unseren Politikern durchaus sehr mißtrauisch sein.
        Was aber dafür spricht: Man bekommt z.B. nach einem Jahr Tempolimit neue Zahlen, was die Verbrauchseinsparung angeht. Das muß man mit den Zulassungen, E-Autos etc. verrechnen, aber man kann sicher mehr als einen Trend herauslesen, was den Verbrauch angeht. Und nur darum geht es hier – Putins Öllieferungen zu schmälern.
        Es muß ganz klar gehalten sein, daß das der Anlaß ist, und nicht der politische Wille der Klimaschützer. Denn der war zuvor auch nicht durchsetzbar. Nur wenn man die zeitliche Begrenzung ernst und den Krieg als Auslöser nimmt, kann man andere mit ins Boot nehmen.

  29. Und mit zunehmenden Elektroautos wird es ohnehin einen Trend zu gemächlicheren Fahren geben, zumindest bei längeren Fahrten, einfach weil der schnelle Tankstopp dort nicht möglich ist.

    Das glaube ich nicht.

    Ich glaube, wer sehr schnell fährt, der fährt sehr schnell weil es ihm Spaß macht. Die Zeitgewinne sind recht überschaubar, weil man doch oft ausgebremst wird vom Verkehr.

    Dann macht man eben einen etwas längeren Tankstopp.

    Unser Hirn ist in Millionen Jahren als Jäger und Sammler entwickelt, und der Jäger will die Beute schnappen, den klapprigen Opel, den Hausfrauen-SUV, den Sprinter da schaffen wir auch noch!

    In welchen Sportarten spielt Geschwindigkeit keine Rolle? Im Dressurreiten und Synchronschwimmen, aber selbst die Schachspieler haben es nicht ausgehalten und Blitzschach erfunden, einfach weil es mehr Dopamin freisetzt.

    Eine rationale Diskussion von Geschwindigkeitsbegrenzungen setzt m.E. vorraus, dass man sich rational über die irrationalen Triebkräfte in der DIskussion klar wird, und diese nicht einfach als verachtenswerte, tierische Instinkte abschiebt. Man müsste sich m.E. über den künstlichen Ausgleich für das tägliche Jagderlebnis, den man schaffen müsste, Gedanken machen. Übrigens hat die Jagd natürlich 2 Seiten – teils ist man als Primat ja auch von anderen gejagt worden und gerade noch mal entkommen – oder mit sattem Vorsprung. Jedenfalls gehen wir alle auf eine enorm lange Kette an Vorfahren zurück, die alle oft genug entkommen sind und oft genug schneller waren als die Beute, um sich zumindest vor der großen, finalen Niederlage fortzupflanzen.

    Wir haben also einen angeborenen Bias, wonach es super ist, schneller zu sein.

  30. Ich bin nicht für ein generelles Geschwindigkeitslimit. Obwohl mir Raser, egal wo, extrem auf die Nerven gehen.
    Wer aber nicht fahrtüchtig ist (Sekundenschlaf) und trotzdem Auto fährt der braucht sich über Raser nicht wirklich aufzuregen.
    Sekundenschlaf ist für die anderen Verkehrsteilnehmer ähnlich gefährlich wie überhöhte Geschwindigkeit.

  31. Man könnte das natürlich clever gestalten, und ein bundesweit elektronisch geregeltes, verkehrsdichtenabhängiges Tempolimit einführen, in der Form, daß in Ballungsgebieten und Stosszeiten de facto nie mehr als 130 erlaubt sind, in der Provinz bei leerer Bahn aber eben schon mehr.
    Die A7 hat das auf ein paar Abschnitten und es funktioniert super.

    Aber niemand kann dagegen sein, daß man nachts auf der A31 Richtung Meppen 180 fährt.
    Andersrum kann niemand abstreiten, daß Tempolimits Sinn machen. Sie machen ja jetzt schon auf gefühlt 50% aller Bahnen Sinn.

    Es sei denn natürlich, man ist entweder ein faschistoider Hanswurst, der anderen die 180 auf freier Strecke nicht gönnt, oder ein traditionsbesoffener Otto, der auf sein „Das war aber immer schon so“ besteht.

  32. Das einzig valide Argument „pro“ Tempolimit ist „die Straße ist zu schlecht“. Respektive, natürlich, gefährlich; so nen Bergpass mit 110 hochzubrettern erfordert schon ein gutes Auto und einen konzentrierten Fahrer – und ist v.a. stressig.

    Wir *haben* in Deutschland aber gute Autobahnen – wir haben sogar gute, zweispurige Landstraßen (zumindest im Süden, man fahre mal die B9 oder die B15n). „Tempolimit“ seitens der Politik ist also weitestgehend nur eine Ausrede dafür, sich _noch_ weniger um die Straßen zu kümmern, als sie das eh schon tun. Und bei dem, was Autofahren (Kfz-Steuer + Minderalösteuer + Weltrettungssteuer) eh schon kostet, fände ich es eine absolute Unverschämtheit, wenn ich an einem schönen Frühlingssonntag auf der vollkommen leeren A6 nicht so schnell fahren dürfte, wie ich verdammt noch mal lustig bin.

    Ich war über Neujahr in der Türkei, wir sind über 2.000km mit einem Mietwagen gefahren. Das war irgendein in der Türkei gebauter Renault-Eimer, der klang ab 100 so, als fällt er gleich auseinander, das veränderte sich aber bis 170 nicht wahnsinnig – schneller fuhr das Teil nicht. Nun gibt es in der Türkei ein generelles Tempolimit von 110, von Mersin nach Ankara gibt es eine der drei (oder so) türkischen Autobahnen, da darf man sogar 130 fahren, was aber halt keine Sau interessiert. Die türkischen Straßen sind – meistens – ganz hervorragend, von daher gibt es für mich keinerlei Grund, dem Tempolimit irgendeine Beachtung zu schenken – when in Rome, do like the Romans do. Auf der 200km vollkommen schnurgeradeaus führenden Strecke von Nevşehir nach Konya fand ein türkischer Polizist das dann erstaunlicherweise doch anders; das war etwas nervtötend, weil der fast 20 Minuten brauchte, den Strafzettel auszufüllen. Kostet 227 Lira, theoretisch; das sind grob 16€. Das wäre mir jetzt mal Wurst, aber das Problem dann war, dass türkische Polizisten kein Geld nehmen dürfen (also, sagte mein Google-Translator auf dem Handy, dass es der Polizist gesagt hätte – und dessen Gesichtausdruck), sondern dass ich das beim Zoll bezahlen müsste.

    Die sieben sehr freundlichen Männer beim Zoll haben sich dann weitere 20 Minuten meines Lebens sehr angeregt darüber unterhalten, was zum Teufel ich eigentlich will und beschlossen dann, ich solle das bei der Post bezahlen. Die hatte aber wegen Neujahr fünf Tage geschlossen. Hab ich also die deutsche Botschaft angerufen. Die meinten dann, dass die mir schon ein Knöllchen nach Deutschland schicken würden, wenn Sie Geld wollen. Aber wahrscheinlich nicht, sie selbst bekäme auch nur jedes Dritte. Koste auch nix extra, wenn sie es denn schaffen. Haben sie zumindest bislang noch nicht.

    Von daher: Wenn wir Tempolimit in dieser Form umsetzen, wäre mir das Wurst. Dann kann sich Karin Gutmensch, die mit ihrem Twingo mit 95 die Mittelspur blockiert, ganz furchtbar echauffieren, wenn ich sie wie @Mispel oben rechts überhole.

    Wirklich befürworten würde ich Mindest-Tempi. Die Laster rechts fahren eh 80. Die müssen sich nicht überholen. Mittelspur mindestens 130, links as you like. Mich nerven ja auch „Drängler“, wenn ich gerade mit gemütlichen 170 auf dem Tempomaten irgendeinen Kriecher in der Mitte überholen und jemand deswegen von 230 runterbremsen muss. Ich fühle mich dann sogar schlecht, aber was kann ich da machen?! Ist jetzt nicht so, als verteilt die deutsche Autobahnpolizei großzügig Knöllchen an Leute, die auf Autobahnen nix verloren haben, wegen Nötigung oder sowas.

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