Pinkstinks und die merkwürdige Welt der Frauenzeitschriften

Frauenzeitschriften sind ein harter Schlag für den Feminismus. Sie bedienen alles an Klischees, was es über Frauen gibt und eine Vielzahl von Chefredakteurinnen ist daran gescheitert, sie feministisch modern neu zu gestalten, weil sie sich dann nicht verkauften.

Pinkstinks wirft einen Blick in diese düstere Landschaft:

Bemerkenswert an diesen Zeitschriften ist die Frage, ob sie einer Parallelwelt angehören oder ob nicht vielmehr wir Teil einer Parallelwelt sind. Denn die schiere Menge dieser Publikationen, die sich Monat für Monat und Woche für Woche immer noch verkaufen, lässt darauf schließen, dass die Wahrnehmung davon, was Lebenswirklichkeit und Emanzipation im Jahr 2022 bedeuten, weit auseinander gehen. Für manche kann es beispielsweise wichtig sein, mit Kerze, Minivase und gerichteter Frisur Eindruck zu schinden, weil frau „frisch aussehen und nicht abgekämpft wirken will“.

Das wäre ja eine erstaunliche Selbstbetrachtung für eine feministische Webseite. Sie sind in einer Parallelwelt? Der Feminismus hat unrecht????

Es wäre leicht, sich darüber lustig zu machen. Es wäre naheliegend, diese offensichtliche Sehnsucht nach angeblichen Informationen über Stars und Prominente als lächerlich abzutun. Es wäre einfach, diese Zielgruppe bei emanzipatorischen Kämpfen nicht miteinzubeziehen und so zu tun, als gäbe es all diese Frauen gar nicht oder als handelte es sich bei ihnen um eine sehr kleine Gruppe, die man vernachlässigen kann. Allerdings braucht man sich dann nicht zu wundern, dass Wahlen so ausgehen wie sie nun einmal ausgehen und bestimmte Ziele einfach nicht erreicht werden. Selbstverständlich darf und soll all das kritisiert werden. Das tut Pinkstinks immer wieder. Und wenn es dabei um abwertende Aussagen über Frauenkörper wie „Beulenpest und Schenkelschande“ geht, dann auch gerne mit aller gebotener Härte. Aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zielgruppe dieser Hefte auch Zielgruppe feministischer Emanzipationskämpfe sein kann und sein sollte. Es kann nur um Gleichzeitigkeit gehen. Um eine Vielzahl von Schritten, von denen sehr viele sehr klein ausfallen werden. Wenn „Curvy-Models“ wie Angelina Kirsch in der illu der Frau davon erzählen, dass sie alles an sich mögen und tragen, wonach immer ihnen ist, …
… dann wird das in progressiven Kreisen vermutlich nicht gerade einen „Wow, feministische Weltrevolution!“-Impuls auslösen. Das wäre auch maßlos übertrieben. Aber es ist trotzdem ein wichtiger Schritt an der richtigen Stelle, die für emanzipatorischen Wandel nun wirklich nicht gerade offen ist. Ein kleiner Schritt. Aber ein notwendiger.

Also ein Appell, dass man diese Frauen doch mit feministischen Botschaften erreichen können soll. Damit ist die Selbstbetrachtung dann wieder zu Ende. Man hat nicht unrecht, es ist nur eine Gruppe, die man noch nicht erreicht hat, die man aber nicht ausblenden sollte, weil sie viele sind.

Also im Endeffekt ein Appell an die Bekehrung. Ein Ansatz, der ja auch schon umgesetzt wird. Zumindest Zeitschriften für jüngere Frauen enthalten in jedem Fall woke Artikel. Und Medien und Filme erst recht.

Ich bin gespannt, wann sie die anderen Frauenzeitschriften erreichen und ob sie dort ankommen

47 Gedanken zu “Pinkstinks und die merkwürdige Welt der Frauenzeitschriften

  1. eine Vielzahl von Chefredakteurinnen ist daran gescheitert, sie feministisch modern neu zu gestalten, weil sie sich dann nicht verkauften.

    Nicht nur Zeitschriften. Einen Frauensender, ich glaube „TM3“, ereilte dasselbe Schicksal. Die Macherinnen mussten von Politik und emanzipatorischen Themen auf Seifenopern umsteigen weil ersteres einfach nicht gefragt war.

    Ein guter Punkt, den man vortragen kann, wenn man wieder mal mit der Klage konfrontiert wird, Frauen würden in der Politik diskriminiert: Tatsächlich interessieren sie sich weniger.

    • An dem Desinteresse der Frauen ist ja lediglich das Patriarchat schuld.
      Bei der Nachfrage, wie genau das Patriarchat das Denken und Fühlen der Frauen lenkt, obwohl diese den Männern sonst in jeder Hinsicht überlegen sind, ist mit Abbruch der Verhandlungen zu rechnen.

  2. Von mir aus können die ansprechen, wen sie wollen. Mein Problem ist ja nicht, dass sie ansprechen, wen sie wollen. Und auch nicht, dass sie z. B. dicke Menschen davon überzeugen wollen, dass sie was wert sind.

    Mein Problem ist immer das Maß. Ja, es ist ok wenn Frauen sich prinzipiell in selbst wohl fühlen. Nein, es ist nicht ok wenn extrem übergewichtige Frauen in Minirock und Muscle Shirt in die Arbeit kommst, während die Achselhaare unter den Fettwülsten rausstehen. Und es ist auch nicht ok, wenn alle Frauen einer dann erzählen, wie toll sie doch aussieht, während sie sich hinter ihrem Rücken das Maul zerrissen, und alle Männer, die keine Feeder sind, spontane Brechanfälle haben.

    Denn ein Kernproblem des modernen Feminismus ist ja, dass an Wahrheit kein Interesse besteht. Er ist eine Lügenreligion zum Erlangen von Macht und Geld. Und das zeigt sich bei allen Themen. Wobei die Frauen am liebsten sich selbst und sich gegenseitig belügen.

    • „Wobei die Frauen am liebsten sich selbst und sich gegenseitig belügen.“

      Das stimmt allerdings. Womit das als Mann ja einen gewissen Unterhaltungswert hat. Und mann kann auch ein bisschen mitmischen. Gegen „Achselhaare unter den Fettwülsten“ helfen z.B. auch vergiftete Komplimente von Männern 😉

  3. Wenn „Curvy-Models“ wie Angelina Kirsch in der illu der Frau davon erzählen, dass sie alles an sich mögen und tragen, wonach immer ihnen ist,…
    dann denken sich die Leserinnen solcher Zeitschriften, dass die aber trotzdem mal ein bisschen abspecken könnte und dass ihr das Kleid überhaupt nicht steht, was sie dann im Friseursalon auch ihrer Nachbarin erzählen.

    • Kirsch ist erstens absolut hübsch. Zweitens ja eher zu schlank.
      Allerdings sind viele nicht bereit für meine body positivity. Wenn ich Frauen sage, dass sie schöne Speckrollen haben werden sie sauer. Auch sage ich Frauen oft, sie sollen sich lieber so kleiden, dass man das Fett mehr sieht. Mehr positivity geht ja nicht.

        • Ich denke das war mehr ironisch gemeint 😉

          Ihr Ex sieht übrigens ziemlich normalgewichtig aus. So weit geht es dann doch nicht mit der body positivity 😀

          • Dann wäre die Aussage von Truth weiter oben „Ich finde die Fetten aber auch geil“ auch Ironie gewesen. Klang mir nicht so.

            Das kann er nur selbst endgültig klären.

          • Nein ich mag keine schlanken Frauen.

            Finde aber 2 Dinge daneben

            1. Wenn die positivity nur für Frauen gilt. Bin da schon öfters bei Frauen weggelaufen, wenn ich sowas gemerkt habe. Solche Dinge wie Body Positivity sind da eher abschreckend. Beendet wird der Kontakt auch, wenn die Frau mich trotz Sixpack zu dick findet .

            2. Meine Vorliebe finden weder jungs noch Mädels gut. Männer halten mich für pervers und Frauen fühlen sich, wie angesprochen, beleidigt. Verdammt, ich will nicht, dass man sein Fett kaschiert, man soll es betonen. Besonders mag ich es, wenn Hüftspeck im Sommer aus engen Tops quillt. Dabei ist das auch keine Beleidigung, wenn man herausstellt, dass die Kleidung das Übergewicht besonders betont.
            Und ja Frau Kirsch ist nicht zu dünn, das war Spaß. Allerdings und das ist ernst mag ich es wenn es ein paar klare Röllchen gibt, besonders an den Hüften. Davon sehe ich hier nicht. Daher nur 7 von 10.

          • @Truth

            Jeder wie er möchte. Aussuchen kann man es sich eh nicht (Attraction is not a choice).

            Frauen sind leider darauf konditioniert, bestimmte Bemerkungen als Affront aufzufassen, egal, wie positiv man sie gemeint hat. (Und ich vermute, sie konditionieren sich vor allem gegenseitig darauf.) Stelle ich auch immer wieder mal fest.

        • Wenn das A. Kirsch ist, ist sie definitiv nicht zu schlank

          Ich vermute mal, das kommt ganz darauf an, ob du z.B. „Feeder“ bist oder so etwas. Gibt durchaus Leute, deren sexuellen Präferenzen nach die Dame fast noch als magersüchtig einzuordnen wäre. Wobei sich die wenigsten dieser Männer z.B. mit ihren Vorlieben entsprechenden Damen jemals in der Öffentlichkeit sehen lassen würden, sofern es überhaupt (noch) möglich ist, die Dame ohne schweres Gerät aus dem Haus zu bekommen.

          Es ist schon traurig, wobei man ja für sexuelle Präferenzen i.d.R. nichts kann. Schlimmer finde ich die Leute, denen es Vergnügen bereitet, anderen dabei zuzuschauen, wie sie auf z.B. Youtube stundenlang nichts anderes tun als zu fressen und diese diese „Streamer“ dann noch mit Kommentaren und/oder Spenden zu immer absurderen Fressorgien anzustacheln und je nach geistiger Stabilität (so man diese jemanden, der für Geld vor laufender Kamera frisst als gäbe es kein Morgen, unterstellen mag) in gesundheitlich dramatische bis lebensgefährliche Fettleibigkeit treiben (ohne Simpsons oder South Park wüsste ich gar nicht, dass es das Phänomen gibt – als ich dann mal geschaut habe, wie sehr die übertreiben, war ich doch sehr geschockt).

          • Also die Frau soll überall weich und kuschelig sein, aber sie darf sich bewegen können. Zeigen würde ich mich mit einer Frau. Also grade Frau Kirsch ist ja präsentabel. Auch ansonsten sage ich klar, dass ich kräftige Frauen will. Ist mir auch nicht so wichtig, was da andere sagen. Es ist eher so, dass Frauen sich dann teilweise schämen. Meine ex war zb über dem, was ich sonst mag, also nicht nur pummelig sondern fett. Trotzdem habe ich sie überall als meine Freundin vorgestellt und sie mitgenommen. Sie was eben trotz sehr dick auch attraktiv. Das zeigt man ja auch gerne. Normal geht mein Faible aber eher in ist eig zu dick aber keine Kugel.

          • Ich meinte damit jetzt auch nicht dich, sondern die Leute für die eine Fr. Kirsch wirklich deutlich zu dünn ist.

            Wenn man einen Mann mit einer richtig fetten Frau sieht, dann ist der meistens (fast) genau so fettz oder beide sind recht alt und es liegt daran, dass sie (zusammen) fett/alt geworden sind, nicht dass einer bei dem anderen darauf steht – so zumindest mein Eindruck.

          • Ja ist mir klar, aber meine Ex ( ist aber Einzelfall) war extrem dick. Hat mich nicht gestört. Da hat nur sie sich gestört. Ich fand die geil.

      • @Truth: Du musst deinen Geschmack besser kommunizieren, zum Beispiel damit anfangen, dass es mollige Frauen früher und auch heute noch für viele Männer ein Schönheitsideal ist. Oder wie legst Du sonst deine Präferenzen offen?

        • Soviele Fehler, nochmal:

          Du musst deinen Geschmack besser kommunizieren, zum Beispiel damit anfangen, dass Molligkeit bei Frauen früher und auch heute noch für viele Männer ein Schönheitsideal war, ist. Oder wie legst Du sonst deine Präferenzen offen?

          • Entweder gar nicht oder ich sage klar, wenn mich eine Speckrolle aufgeilt. Meine Freunde kennen aber meinen Fetish, die finden es lustig. Ich mache nich dann auch viel über mich lustig.

      • Faszinierend. Sollte das tatsächlich stimmen, wäre das psychologisch auf jeden Fall interessant.
        Dank bodypositivity feiern sich Frauen gegenseitig in ihrer Fettleibigkeit , dass da kein Gramm zu viel ist, eher noch zu wenig ist, und man sich gefälligst möglich penetrant präsentieren soll.
        Wenn ein Mann nun das Gleiche feiert, die gegenteilige Reaktion? Die Frage wäre, ob das nun an dem Körper des Sagenden liegt (selber fett/sportlich?/Mann?/Frau?).
        Am Ende wird die fettleibige Dame selbst wissen/spüren, was Realität ist und das vergiftete Kompliment einer Frau als hingeworfenen Attentioncoin dankbar entgegennehmen (warum auch immer), während bei einem Mann, von dem sie ja tatsächlich Attention will, das Ganze eher beleidigend wirkt (weil sie ganz tief drin weiß, dass die meisten Männer eben doch auf schlanke Frauen stehen)…keine Ahnung…wäre eine Erklärung.

  4. Irgendeine Frauenzeitschrift hat mal sich mal von den Models verabschiedet und seine eigene Leserschaft für die Fotos rekrutiert, um „echte“ Frauen zu zeigen. Das hat man dann schnell abgeschafft, da einmal die Leserinnen das nicht sehen wollten und das Fotoshooting mit echten Frauen wesentlich aufwändiger ist, bis druckbare Bilder entstehen. (Mit Profi-Models hat man die Fotos schnell im Kasten, weil die im sekundentakt hitnerinander weg posieren können, das ist ein „richtiger Beruf“)

    • https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_(Zeitschrift)

      Im Oktober 2009 wurde die Initiative „Ohne Models“ bekannt gegeben, nach der ab dem 2. Januar 2010 in der Brigitte und ihren Ablegern und Onlineportalen für sämtliche Fotostrecken keine professionellen Models, insbesondere keine Magermodels, mehr fotografiert werden, sondern nur noch „normale“ Frauen. Die Brigitte bekam für die Initiative viel Beifall und Zustimmung, Kritiker meinten, es würde sich lediglich um eine PR-Strategie handeln. Ab Herbst 2012 zeigte die Brigitte wieder professionelle Models in ihrem Heft.

      • Ich kann mich daran erinnern.
        Meine Frau (Brigitte-Leserin) hat damals eine wütenden Leserbrief geschrieben. Die Nicht-Model-Frauen waren nämlich deutlich sichtbar mit Fotoshop bearbeitet; und zwar richtig schlecht. Bei einem Foto war z.B. das linke Knie deutlich höher als das rechte Knie.

      • Naja, die Auflage war da ja ohnehin schon im freien Fall, ist ja nicht so, dass das Rezept „echte“ Models zu zeigen davor und danach wesentlich erfolgreicher war. Bereits 2010 waren in den vorangegangenen 300k Leserinnen (und vmtl. ein dutzend Leser) abgesprungen.
        Allerdings hat das Zurückdrehen der Änderung sehr zum Ärger der Feministen wohl zumindest ab Ende 2012 für ein Weilchen fast zu einer Art Plateau geführt ( https://de.wikipedia.org/wiki/Brigitte_(Zeitschrift)#cite_note-38 ), allerdings nur um danach noch drastischer abzustürzen.

        Insgesamt hat es aber einen Auflagenrückgang von knapp unter 1 Million in 2000 zu <285k 2021 gegeben, und nur in zweien dieser Jahre wurde solch grober Firlefanz (wenn man nicht die ganze Branche für solche hält) ausprobieret.

  5. Am absurdesten bei Frauenzeitschriften ist, dass auf dem Cover gleichzeitig mit neuen Wunderdiäten einerseits und Rezepten für Kalorienbomben andererseits geworben wird.

  6. Was für ein pseudoliberales Gewäsch. Überwindung durch Missionierung und Bekehrung. Das ist sowas von letztes Jahrtausend.
    Wenn das „Goldene Blatt“ über Glück und Zufriedenheit durch hübsche Frisur berichtet, ist das eindeutig eine Falschinformation. Und wie wir mit Falschinformationen umzugehen haben, wurde in den letzten Jahren gelernt. Verbieten und abschalten!

    Hinzu kommt der rechtsradikale Ansatz klassischer Frauenzeitschriften. Durch die meist feministischer Auffassung entgegenstehende Berichterstattung kann so etwas als „antifeministisch“ gewertet werden. Antifeminismus ist wiederum laut Ampelmeinung Teil von Rechtsradikalität. Und Rechtsradikalität muss mit allen Mitteln bekämpft werden.

    Also Nancy-Nanny: Fass!
    Wenn es nicht so klimaschädlich wäre, könnte man „Das Goldene Blatt“ und „Bild der Frau“ zusammen mit Tolstoi und Dostojewski per öffentlichem Aufruf solidarisch verbrennen lassen. Das wäre ein Zeichen für eine bessere Welt.

  7. Ich liebe ja „Coupling“ in der Episode „Split läßt Susam ihren Frust über Männer und Frauen sehr schon raus, wobei auch Frauenzeitschrioften eine wichtige Rolle spielen:

    Susan Walker: [Asked by Sally if she wants to talk about her break-up with Steve] Okay… you know what’s really getting me mad? My boyfriend… my fiance… the man who, against all my better judgment I actually love… chatted up a woman in a bar. And on the very same day – the VERY SAME DAY – I chatted up a man. Do you see? Do you get it? I’m equally at fault. How can I ever forgive him for that? But, of course, I’m not going to forgive him because… because men – and I don’t mean to generalize – are CRAP! They’re the human race’s only failed gender! Who needs them? And why are they so difficult to keep hold of? Do you think they realize that, were it not for the genetic imperative to populate the earth, they wouldn’t get a date? That’s one hell of an inducement! „No pressure, girls, but shag one of these or it’s curtains for all humankind!“ That’s harrassment! But you know what? Do you know what’s even more crap than men? WE are more crap than men! All those stupid books you guys had and… and these magazines! A hundred pages of „Men are useless bastards“ and an article on why you should wake them up with a blow job! Am I alone on spotting the inconsistency here? And these places [beauty parlors] … ‚cause, for God’s sake, don’t let them see what we really look like! Just let them enjoy the results – don’t let them see how it all happens.

    • In Coupling (also dem britischen Original) gab es ohnehin eine Menge Szenen, die heute vermutlich nicht mehr durch das feministische Lektorat gingen.

      Wie z.B. in „The Girl with Two Breasts“, wo die Männer allesamt von der Besucherin aus Israel betört sind und sie vollschwafeln, ohne dass sie selbst ein Wort Englisch spricht. Die Frauen sitzen derweil missgünstig und eifersüchtig abseits und sind erst wieder (halbwegs) mit sich und der Welt versöhnt, als sie unter einem ihrer Schuhe ein vergessenen Etikett bemerken – dadurch haben sie (endlich) etwas zu lästern und die Konkurrentin ist nicht mehr (ganz) perfekt.

      • Coupling ist eine meiner Lieblingsserien und die schaffen es auch, alle bekommen ihr Fett weg, aber niemand wird wirklich lächerlich gemacht.
        Hab die Serie zum Glück auf DVD.

      • Ja, die amerikanische Variante habe ich ignoriert, aber die britische Version war in vielen folgen großartig und für heutige Verhältnisse überhaupt nicht PC. Aber sie sind finde ich sehr fair mit den Geschlechtern umgegangen. Haben alle ich Schwächen und Stärken.

  8. Übrigens eine interessante Analogie zu den Untersuchungen von youtube. Männer haben erfolgreiche Kanäle zu allem Möglichen. Frauen zu Klatsch, Styling, Diät, usw

  9. Wenn man das Zeitschriftenangebot für Frauen mit dem Angebot für Männer vergleicht und die kaufen das ja alle freiwillig, dann müsste man 75% der Frauen das Wahlrecht entziehen. Der Gerechtigkeit wegen, auch 20 % der Männer.
    Gibt es denn überhaupt auch nur eine Zeitung für Frauen die sich nicht mit dem Quatsch Mode, Adel und Diäten beschäftigt?

    • Nicht oder nicht nur?
      Ich hätte sonst noch die Wendy im Angebot. Und so ca. tausend Zeitschriften, die sich mit Inneneinrichtung und Dekoration befassen – was aber, wenn man so will, eigentlich auch nur „über den eigenen Körper hinausgehende Mode“ darstellt.

      Aber nein, eine Zeitschrift die sich explizit (nur oder überwiegend) an Frauen richtet und diese Themen komplett oder auch nur so gut wie ausklammert, wäre mir nicht bekannt.

        • Richten die sich tatsächlich vorwiegend oder explizit an Frauen?
          Ich meine so „bissken Blumen (neu) pflanzen oder arrangieren“ ist die eine Sache, aber „echtes“ Gärtnern im Sinne von, gelegentlich durchaus harter, körperlicher Arbeit kenne ich eher von Männern, auch als Hobby. Wobei die, zugegebenermaßen, vorher nicht religiös die neuesten Trends aus den aktuellen 20 Zeitschriften einholen (müssen).

          • Wir hatten eine Zeit lang „Kraut&Rüben“ gelesen. Stil der Artikel und Bebilderung waren m.E. klar an Frauen gerichtet. Trotzdem waren durchaus aufwendigere Arbeiten beschrieben, Aufbau einer Kräuterschnecke etwa, das ist ein Steinbau von immerhin 1 m Höhe und über einem Meter Durchmesser, oder das Anlegen von Hochbeeten.

    • Also da gäbe es:für ein „breites“ (hihi) Publikum

      Emma
      Missy Magazin
      Edition F
      L-Mag
      Gazelle

      Eher spezialisiert wären

      L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft
      STREIT Feministische Rechtszeitschrift

      Mal so spontan aufgelistet…

      Daneben könnte man theoretisch unzählige Koch-/Haushaltszeitschriften „Meine Familie und ich“ oder zahllose Schnittmusterbögen- Häkel- Strick-Magazine aufführen. Sind aber auch eher spezialisiert…

  10. Ich finde es ja wirklich bemerkenswert das Pinkstinks tatsächlich in Betracht zieht, das sie es sind, die in einer Parallelwelt leben.

    Außergewöhnlich, wo Feministen doch sonst lieber Definitionen von Wörtern, um die Realität ideologisch unter einen Hut zu bekommen.

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