Sich abwechselnd einen freien Tag als Eltern geben

Der Stern berichtet über eine Absprache zweier Eltern:

„Ich kenne so viele Mütter, die sagen, sie hätten zuletzt vor mehreren Jahren in der Schwangerschaft mal einen Tag für sich gehabt. Wie können die überhaupt noch stehen?“, fragt Zykunov. Ihr ging es selbst so, bis sie merkte, dass sie dieses ständige Aufreiben knapp am Burnout vorbei auch ihrer kleinen Tochter vorlebt. So entstand das, was Zykunov und ihr Freund fast verschwörerisch „den Deal“ nennen: Immer abwechselnd schnappt sich einer alle sechs Wochen die Kinder und fährt mit ihnen für ein Wochenende zu den Großeltern. Oder einer von ihnen fährt zu Freunden und der Rest der Familie bleibt zu Hause. So hat regelmäßig einer von beiden frei.

Was daran verführerisch ist weiß wohl jeder, der kleine Kinder hat. Es kann einfach nett sein, einfach mal etwas für sich zu machen.

Bei Südländerin und mir sind die Großeltern recht weit weg, aber wenn sie mal zu Besuch sind, dann gönnen wir uns ab und zu auch mal einen Abend in der Stadt. Allerdings dann eher zusammen. Und klar kommt es auch vor, dass der eine Abends was mit Freunden machen will und der andere dann die Stellung hält. Das auf ein ganzes Wochenende auszudehnen haben wir allerdings so unter normalen Umständen noch nicht gemacht.

Ab und zu bleibt Südländerin mal etwas länger in Südland und dann habe ich „frei“ (und sie nur so halb, ihre Eltern unterstützen sie dann aber es sind keine ganzen Tage), aber es ist eben für sie trotzdem einfach etwas „Südlandzeit“, was auch eine Form des Urlaubs ist.

Habt ihr solche Auszeiten für den Einzelnen in eurer Beziehung? Oder welche „Deals“ praktiziert ihr?

12 Gedanken zu “Sich abwechselnd einen freien Tag als Eltern geben

  1. Na selbstverständlich macht man das so. Entweder einzeln oder als Paar.
    Seit der Scheidung ist es sogar die Regel.

    Als Paar ist es eventuell nur schwer das gleiche zu wollen. Mir gibt es wenig ein Wochenende Wellness zu machen. Da wäre mir ein Abend mit meinen Kumpels und viel Bier und nem Döner wichtiger

  2. Das gehört doch dazu, das man auch weiterhin abwechselnd seinen Hobby nachgeht und der andere in der Zeit auf die kleinen Aufpasst.
    Ich kenne eher das Problem das man niemanden hat der auf die Kinder aufpasst und man dann nichts mehr zu Zweit unternehmen kann, jedenfalls nicht so lange die Kinder zu klein sind um nen Abend allen zu bleiben.(ca ab 12-14) oder ein ganzes Wochenende (ab 16-18)

    • Ja, unter 12 ist schwierig. Das Mädel, was sich um meinen Kater kümmert, wenn ich im Urlaub bin, ist 12. Die kann freilich ganz fein einen Abend alleine Netflix gucken, während der rumstreunt, aber man bekommt dann halt auch mal eine Whatsapp mit „Der Kater hat einen Raben gebracht, der fliegt jetzt durch die Wohnung, was mache ich denn jetzt?“, aber das muss man Kindern dann halt _beantworten_: Der Rabe kommt wahlweise zur gleichen Türe wieder raus, wo er reinkam, oder, wenn hinreichend tot, in den Biomüll. Und dann putzt man die Sauerei weg.

      Das sind Kinder; denen kannst Du 1.000mal sagen, „die Herdplatte ist heiß, das tut weh, wenn man die anfasst“ oder zehn Jahre später „lass den Kater nicht mit einem Vogel im Maul rein; der lebt nämlich wahrscheinlich noch und das gibt eine Riesen-Sauerei“, aber lernen müssen sie das offenbar auf die harte Tour. Die müssen gleichwohl dennoch erwachsen werden, sonst werden sie ja am Ende noch Feministen.

  3. Einen ganzen Tag lang haben wir das noch nicht geschafft (wäre auch problematisch während der Stillzeit), aber stundenweise haben wir es von Anfang an gelegentlich durchgezogen.
    Was mir viel mehr fehlt, ist ungestörte Zeit zu zweit mit meinem Mann. Das ist zwar besser geworden, seit der Kleine ein eigenes Zimmer hat. Trotzdem muss man immer mit einer Störung oder Unterbrechung rechnen.

  4. Meine Ex-Frau hat irgendwann angefangen ihren trennungswilligen Freundinnen die Frage zu stellen, was die sich davon versprechen. Mehr Freiheit? Indem sie plötzlich alleine für die Kinder und Verdienst des Lebensunterhaltes verantwortlich sind? Es wäre doch viel sinnvoller, innerhalb der Beziehung für mehr Freiheit zu kämpfen. Sich mit genau solchen Regelungen die Aufgaben besser aufzuteilen. Jeder hat ein oder zwei Tage pro Woche, die er neben der Arbeit frei für sich gestalten kann. Meist scheitert sowas höchstens daran, dass ein Partner deutlich mehr Zeit für den Verdienst des Familieneinkommens aufopfert und deshalb eine solche gleichberechtigte Lösung doch nicht fair ist oder es sich deshalb die meisten Paare gar nicht leisten können.
    Als ich mit meiner Ex-Frau das Wechselmodell praktiziert habe, hat sie auch nebenbei in einer Rockband gesungen, zwei Ausbildungen gemacht und maximal 20 Stunden gearbeitet. Ich hingegen habe vollzeitnah gearbeitet, wenn die Kinder bei mir waren, mit ein paar Stunden weniger, und Überstunden um das Auszugleichen, wenn die Kinder bei der Mutter waren.
    Wenn wir das innerhalb der Beziehung gemacht hätten, hatte ich vielleicht auch irgendwann gefragt, ob sie nicht mal ihre Stunden aufstocken will, damit ich mir auch mal regelmäßige freie Nachmittage nehmen kann.

  5. Wir wechseln uns einfach täglich mit dem Ins-Bett-bringen ab. Das is zwar dann für denjenigen der dran ist mega anstrengend, aber der andere hat zumindest nen kinderfreien Abend. Bis ca. 21:00 Schlafen die kleinen dann spätestens beide ein… Wenn meine Frau nicht dran ist näht sie normalerweise, und ich zock für gewöhnlich Videospiele, wenn ich die Kinder nicht ins Bett bringen muss.

    Einmal in der Woche ist Paarabend wenn die kleinen schlafen, da wird dann was gespielt. Sei es nun Brettspiel, Videospiel, oder etwas anderes.

    Ca. alle 2 Wochen sind die Kinder am Wochenende bei den Großeltern über Nacht und da geht man auch mal gerne aus zum Essen. Sei es nun zu zweit oder mit Freunden. (Wenns die Corona-Lage erlaubt hat…)

    Wir Habens auch schon probiert dass jeder von uns einen ins Bett bringt, aber dann haben beide nix davon… Dann doch lieber jeden zweiten Tag zwei Kinder bändigen!

    So hat jeder etwas Zeit für seine Hobbys und kann etwas abschalten und die Paar Zeit geht auch nicht komplett unter.

  6. Wir machen das regelmäßig. Wir planen Dates und auch immer wieder kinderfreie Zeit. Am meisten vermisse ich gemeinsame Zeit. Ich würde gerne mal wieder zusammen ausschlafen. Bisher schlief das Kind nirgendwo anders

  7. Also das war bei uns nie ein Problem. Wir haben nur ein Kind und zwei Großeltern jeweils ca. eine Autostunde entfernt, und unser Kleiner war zumindest in dieser Hinsicht von Anfang an sehr unkompliziert. Bei uns gab es deshalb ca. seit seinem ersten Geburtstag schon immer ab und zu Wochenenden, die wir für uns hatten, aber auch immer wieder einzelne Tage, in denen einer von uns sein Ding machen konnte und der andere mit dem Kleinen zuhause war.
    Mag sein, dass unsere Situation ziemlich vorteilhaft ist, aber wenn ich lese, dass Mütter jahrelang keinen einzigen freien Tag hatten, denke ich immer, dass das in den meisten Fällen an verfehlter Planung liegt oder evtl. auch an einem Nicht-Loslassen-Wollen/Können.

    Die Frau, die es in dem Artikel geht, scheint ja übrigens stramm feministisch zu sein.
    ihr Buch …, das gerade im Ullstein-Verlag erschienen ist. „‚Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!‘ – 25 Bullshitsätze und wie wir sie endlich zerlegen“ heißt es.
    „Bullshitsätze sind Floskeln, die locker aus der Vorstadt-Hölle der 60er stammen könnten, die aber auch im Jahr 2022 auf Spielplätzen oder Hannelores Geburtstagsfeier fallen. Wo man sich denkt: Merkst du eigentlich, was für alte Rollenbilder du tradierst?“ … Es sind Sätze, die erst beim genaueren Hinsehen die Misogynie und das patriarchalische System dahinter entlarven.
    […]
    Sie wünscht sich deshalb politische Unterstützung. „Warum geht Durchatmen nur, wenn ich es mir privat leisten kann? Wenn Haushalt, Putzen, Kochen, Erziehung von Kindern oder auch das Pflegen von Angehörigen offiziell als Care-Arbeit bezeichnet würde, wäre klar, dass man davon auch einen Care-Urlaub braucht. Warum kriegen Eltern und Erwachsene, die Menschen pflegen zum Beispiel nicht mehr Urlaubstage für eben diese Care-Arbeit, die sie zusätzlich leisten?
    […]
    Übrigens nimmt sich Alexandra Zykunov auch regelmäßig gemeinsam mit ihrem Freund eine Auszeit. Dazu kämen jedoch nie Sprüche – schließlich gehe es da auch um die Bedürfnisse eines Mannes. „Tja,“, sagt sie, „Patriarchat at its best.“

    • Guter Hinweis – Ein Buch mit dem (Unter) Titel „25 Bullshitsätze“ zu schrieben, und dann nur Stohmänner zu bauen, ist halt the currrent year – Feminismus. Prägnantes Beispiel:

      > „Vermisst du deine Kinder nicht, wenn du wegfährst?“

      Wer, genau, fragt denn sowas? Supi-tolle feministische Pauerfrauen, die sich irgendwie einreden müssen, dass ihre unerzogenen Bastarde ganz tolle Kinder wären?

  8. Schickt man die Blagen heute noch in Ferienlager?
    Ich war insgesamt 10mal da, in einem Jahr sogar doppelt, insgesamt 5 Wochen, weil meine Mutter mich ausgetrickst hatte.

  9. Bei den meisten meiner Freunde sind die Kinder so oft es geht bei den Großeltern. Außer bei denen, wo die Großeltern nicht können (Entfernung/Gesundheit). Die drehen vollkommen am Rad.

    Überlegt man sich sowas nicht vorher? Gibt es dafür irgendeine Ausrede, die bei mir Empathie wecken könnte? Freilich, bei „Ich war 13!“ hätte ich ein gewisses Verständnis. Also, in der Steinzeit. Abtreibungen gibt es seit der Spätantike.

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