Selbstbehauptungskurse nur für Mädchen?

Ein Tweet mit einem Einsatz für Jungs von @mamageflüster:

Ich bin sauer! K1 (w) kommt mit einem Schrieb aus der Schule. Es geht um einen Selbstbehauptungskurs für MÄDCHEN. Themen: Selbstverteidigung, Alkoholkonsum, Übergriffe, Cybermobbing.

Coole Sache. Ich frage sie: ”Haben die Jungs das getrennt von euch?” K1:”Nein, die Lehrerin sagt, die Jungs haben normalen Unterricht!” Wir sind also im Jahr 2022, wo es immer noch nicht angekommen ist, dass Opfer körperlicher/sexueller Gewalt nicht nur Frauen sind!

Ich werde direkt heute ein Gespräch mit der Schule suchen. Genau dieses Denken, dass “nur” Mädchen geschützt und sensibilisiert werden müssen ist falsch. JEDER hat Schutz verdient und ich verweise gerne auf @Schutzwohnung, die fantastische Arbeit leisten.

Update! Das Gespräch lief wirklich positiv. Die Notwendigkeit wurde tatsächlich selbst erkannt. Die Schule möchte für die Jungs einen männlichen Kursleiter, da gerade beim Thema Körper manchmal gezielt Fragen kommen und das wollen sie berücksichtigen.

Wir als Elternbeirat unterstützen wo wir können und trotz holprigem Start, wird sich die Situation so schnell wie es organisierbar ist ändern. Auch so kann es funktionieren! Gebt aufeinander acht!

Finde ich einen schönen Einsatz, der tatsächlich einmal Geschlechterklischees aufbricht.

In der Tat bringt es ja auch Jungs etwas über Selbstverteidigung, Alkoholkonsum Übergriffe und Cybermobbing zu lernen. Sicherlich wird es sich anbieten das nach Geschlechtern verschieden zu gestalten (Allein schon weil Mädchen eine andere Einstellung zu Sex haben und Alkoholkonsum und Bedauern von Sex da sicherlich häufiger zusammen kommen). Aber dennoch kann es ja auch für Jungs interessant sein, wie man mit Mobbing oder ähnlichen umgeht.

Es passt aber eben nicht in die klassische Sichtweise von den Jungs als Tätern und den Mädchen als (alleinige) Opfer. Dabei gibt es natürlich auch schwache, unsichere, nicht gut in die Gruppen eingebundene Junge oder eben einfach solche, die aus anderen Gründen Sorgen haben und Gewalt erfahren. Es sollte eigentlich ganz klar sein, dass  man die auch abholen muss.

Aber wenn die einen Kurse aus irgendwelchen Frauenhilfetöpfen bezahlt werden, dann ist eine differenzierte, geschlechtsunabhängige Förderung vielleicht gar nicht so einfach möglich. Allenfalls würden da „Lerne kein Täter zu sein“ Kurse da rein passen, die ja auch gerne von Feministen gefordert werden.

 

22 Gedanken zu “Selbstbehauptungskurse nur für Mädchen?

  1. Als Vater von zwei Söhnen und ehem. Mobbingopfer kann ich das begrüßen.
    Es bleibt zu hoffen, dass der Jungs-Kurs nicht zu einem verkappten Täter-Präventionskurs wird.

    • Das ist auch das was unter dem Thread von einigen gefordert wird.
      Nicht Mädchen beibringen sich zu schützen, sondern Jungs beibringen keine Täter zu werden… und natürlich allen Jungen, weil jeder Junge nur ein potentieller Täter ist und die sonst ja gar nicht wissen das es falsch ist.

      Die feministische Propaganda wirkt.

      • „Nicht Mädchen beibringen sich zu schützen, sondern Jungs beibringen keine Täter zu werden“
        Meine klassische Antwort dazu: Also sollten wir keine Alarmanlagen kaufen sondern öffentlich lautstark sagen dass man nicht klauen und in Wohnungen einbrechen darf?

        • Jo, als ob Vergewaltiger nicht wissen, dass das was sie da machen falsch ist. Dann gibt es noch die Fälle wo Männer nicht gewalttätig sind, aber nicht merken das die Frau keinen Sex will und der feministische Lösungsvorschlag sieht nun vor das die Frau nichts sagt, sondern der Mann einfach nur ihre Gedanken lesen muss oder im Fall das die Frau erst während des Sex nicht mehr will, eben in die Zukunft voraussehen. Ein Klacks für Männer.

          • Für die feministische Bewegung dürfte es defakto eine Katastrophe sein, wenn Männer nicht mehr Vergewaltigen würden.
            Verschwörungstheorie: Genau das Problem hat das feministische Kollektiv 2015 erkannt. Es gab einfach zu wenig sexuelle Übergriffe. Das Narrativ des gewaltätigen dauergeilen Mannes bröckelte. Der Deutsche ist zu beta geworden und zu gering übergriffig. Die ganze Agenda hätte an dem Punkt als abgeshclossen gelten können, was natürlich angesichts der Finanzen sehr schlecht wäre. Es brauchte also neue übergriffige Alphas, die zum Glück 2015 auch kamen und entsprechend von den deutschen Frauen bejubelt wurde.
            PS: Damit wieder mehr sexuelle Übergriffe stattfinden, sind die Strafen entsprechend gering und ein wohlwollender Kulturbonus wird gegeben. So kann die deutsche Frau sich weiter vorm toxischen allseits vergewaltigungsbereiten mann gruseln.

  2. Das ist wieder exemplarisch für das Grundproblem, das der Feminismus schafft. Durch die Einteilung nach Geschlecht wird schon vor dem Selbstbehauptungskurs definiert, wer sich überhaupt selbstbehaupten soll.
    Ohne Feminismus würden selbstverständlich alle oder keiner einen Selbstbehauptungskurs angeboten bekommen.
    Nur wenn der Feminismus überwunden wird, können sich alle Menschen selbstbehaupten.

  3. Es ist immer wieder erstaunlich, wie jungen weiblichen Menschen beigebracht wird, sich in die Opferolle einzufügen.
    Noch erstaunlicher an dem Vorgang ist die Tatsache, dass erst eine Mutter für ihren Sohn intervenieren muss.
    Was mich aber am meisten stört, ist die Grundstimmung des allgegenwärtigen Missbrauchs. Egal ob Mädchen oder Junge, es besteht die latente Gefahr einer Übergriffigkeit ausgesetzt zu sein. Nachdem ein gewisser Herr Dörr (Arne hat darüber berichtet) schon wegen „anstarren“ abgeurteilt und wegen irgendwelcher „unsittsamer“ Worte vom Tribunal hingerichtet würde, ist dieser Mann heute ein Geächteter, gesellschaftlich ausgeschlossen und verbannt.

    Nein, es geht nicht um latenten Missbrauch und die Verteidigungsstrategie, sondern es geht um ein emotionsärmes Klima, in dem nicht jeder schiefe Blick, jede flüchtige Berührung oder Altherrenwitz zu einem Aufschrei führen. Es geht um genug Abwehr und Verteidigungskräfte um damit umzugehen, sich zu erwehren und Resilienz. Wir müssen gesellschaftlich (feministische) von dem hohen Ross herunter kommen, dass es keinen Missbrauch mehr gibt und mit Prävention wirklich alles abgedeckt werden kann. Kinder und Erwachsene machen Fehler und damit muss umgegangen werden.
    Sehr vernachlässigt wird mMn eher das Thema relationale Gewalt von Mädchen und Frauen, davon sind aktuell besonders Jungen und Männer betroffen, wie das obige Beispiel von Christian zeigt.

  4. Sie hat leider nicht geschrieben, wie alt ihr Mädchen ist.
    Laut meiner Erinnerung mussten wir uns als 5.Klässler- Jungs (auch schon davor) durchaus gegen die gleichaltrigen, aber frühreiferen Mädchen verteidigen. Und erst die großen und teilweise recht massigen Kühe aus den höheren Klassen…wenn die angefangen haben, zu plärren, kam natürlich die Aufsichtslehrerin angeschossen, und hat ohne Aufklärung der Schuldfrage Tadel an die Jungs verteilt.
    Hab mal so ein großes Tier geschubst, weil die absichlich unseren TT- Ball zertreten hat, und mir dabei hart den Daumen verstaucht.

    • @Blue Jaw, das kenne ich als Mobbing Opfer. Ein Mädchen wollte mich schlagen, ich habe die Hände vors gesicht gehalten. Lehrer meinten, das darf ich leider nicht. Das schöne beim Mobbing ist, mach dee Schulzeit sind diese Leute eher arm, gerade Lehrer haben dann keine Macht. Ivh erinnere mich, wie ein ehemaliger Lehrer mir mal beim Friseur begegnet ist. Ich hatte einen Spaß und er ist leider mach fünf Minuten gegangen, sehr schade das Ganze.

        • Ja war in meiner Schule oft opfer von Gewalt und musste daran denken bei deinem Post. Hände vor das Gesicht wäre eine drohende Geste, darf Gesicht nicht schützen, könnte Frauen ängstigen. Und ja hatte da regelmäßig Verletzungen.

  5. Letztens habe ich eine Gewaltpräventionsflyer von der Schule meines Kindes bekommen. Sehr auffällig war, was da alles als „Gewalt“ definiert wurde. In vielen Beispielen ging es darum, was das betroffene Subjekt als Gewalt empfindet – und eben nicht um objektive Maßstäbe.
    Die sind nämlich auch gar nicht so leicht zu definieren, weil es natürlich auf dem Schulhof auch heute noch Rempeleien oder Schläge gibt und damit sogar physische Gewalt.
    Das Kranke ist heutzutage, dass wir keine Verhältnismäßigkeit mehr kennen und oft den Kontext ignorieren. Ein Raufen auf dem Schulhof ist definitiv etwas anderes, als wenn irgendeiner auf dem U-Bahnhof von einer Horde zusammengetreten wird. Auch wenn beides physische Gewalt ist.

    Besonders schwierig wird es bei sexualisierter Gewalt. Darunter kann heutzutage schon fallen, wenn ein weinendes Schulkind von seinem Lehrer auf den Schoß genommen und gedrückt wird. Oder wenn ein Kinderarzt ein kleines Mädchen an den Genitalien untersucht.

    Fast jede Körperlichkeit mit und unter Kindern lässt sich als Gewalt interpretieren. Einzige Ausnahme scheint zu sein, wenn Mütter ihre leiblichen Kinder anfassen. In einem Matriarchat ist das durchaus nachvollziehbar.

    • „was das betroffene Subjekt als Gewalt empfindet – und eben nicht um objektive Maßstäbe.“

      Ausgenommen sind „Kill all Men“. Das ist egal was das betroffene Subjekt empfinden. Da heißt es „Oh, siehe mal, seine fragile Männlichkeit! Er sollte öfter über seine Gefühle reden. Immer diese Toxische Maskulinität.“

  6. Bezeichnend ist, dass eine Mutter sich erfolgreich gegen misandrische Hysterie vorgeht.

    Jede Wette, ein Vater wäre in dem Weiberladen Schule mit seinem Protest abgebügelt worden.

    Am Ende sind die Mütter von Jungs die einzig wirksame Interventionsmacht im Geschlechterkampf…

    • Nur weil die Männer zu lasch sind. Wenn alle kerle den Dino machen oder sich ra…., dann kann man was erreichen. Demos unf Wahlen sind leider völlig sinnlos.

  7. Den habe ich auch gelesen.
    Geschlechtergetrennte Kurse wären vllt. tatsächlich besser, ich wüsste eine Menge Dinge, die man in dem Alter eher nicht in Gegenwart des anderen Geschlechtes diskutieren möchte. Andererseits ist Mobbing ja auch geschlechtsunabhängig.
    Aber natürlich ist die Einstellung, dass man Jungs nicht vor Mobbing schützen muss, sexistisch.

  8. Wer ein wenig Ahnung von Kampfsport, Selbstverteidigung etc. hat dem ist auch klar: reine Mädchenkurse bzw. reine Frauenkurse sind zur Vorbereitung auf eine Selbstverteidigungssituation nur wenig hilfreich. Denn dort werden sie ihre erlernten Techniken niemals mit einem körperlich deutlich stärkeren männlichen Partner üben. Ich kann zumindest aus meiner Erfahrung sagen, dass z.B. viele Hebeltechniken wesentlich schwerer umzusetzen sind, wenn der Trainingspartner ein gestählter Schrank ist. Wenn man das dann erst in einer realen Selbstverteidigungssituation merkt, sorgt das möglicherweise für einen kurzen Schock, der die Umsetzung der Technik ruiniert.

    • Irgendein versierter Kampfsportler hat zu dem Thema vor Jahren mal gesagt: egal wie gut du als Frau glaubst kämpfen zu können. Man sollte sich möglichst nicht auf einen Kampf einlassen, sondern weglaufen. Du kannst höchstwahrscheinlich nicht gewinnen. Ukrainische Kugelstoßerinnen sind da jetzt ausgenommen, aber die wird wohl auch keiner blöd anquatschen.

    • Das sind Selbst_behauptungs_kurse, also genau nicht für körperliche Selbstverteidigung, sondern Möglichkeiten, wie man mit Mobbing, Beleidigungen und ähnliche Probleme umgehen kann. Vermutlich eher verbal als physische Sachen.

      • In Polen wird Selbtverteidigung für Frauen auch kostenlos angeboten. Das das nur gegen Simps und Betas hilft, wenn überhaupt, ist jedem Mann klar. Da sinnvolle Verteidigungsfähigkeiten von Frauen nur bedingt umsetzbar sind, könnte man schlußfolgern, dass der ganze Spaß vermutlich eher das Bewusstsein schärfen soll, sich in einer gefährlichen Situation zu befinden,. Da wird ja im Westen durch die Medien abtrainiert. Viele Frauen denken auch heute noch, das kein Mann sie je schlagen würde, egal wie provkant sie sind, was natürlich falsch ist.
        Kann natürlich gut sein, dass die in den Deutschen Femverteidigungskursen darauf abzielen junge Mädels ins „offene Messer“ zu schicken. Bei den Deutschen weiß man ja nie.

  9. Ohne Quatsch. In meinem (minimierten) Feedreader hab ich tatsächlich „Selbstenthauptungskurse nur für Mädchen“ gelesen. DAS wäre doch mal was Neues.

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