Adele, „Ich liebe es eine Frau zu sein“ und der Vorwurf der Transfeindlichkeit

Bei den BRIT-Awards hat man die Geschlechterkategorien abgeschafft, es gibt also nicht mehr den besten weiblichen Künstler und den besten männlichen Künstler, sondern nur noch den besten Künstler.

Dieses Jahr hat Adele gewonnen. Zu dem Bericht darüber:

Zum ersten Mal in der Geschichte der Brit Awards wurde der Preis geschlechtsneutral vergeben. Zuvor war die Kategorie unterteilt in Male and Female Artist, also nach Geschlecht getrennt. Diesmal gab es nur eine Auszeichnung als „Artist of the Year“.

Adele gewann und stach dabei so prominente Künstler wie Ed Sheeran aus. In ihrer Dankesrede konnte sich die Britin eine Spitze nicht verkneifen: „Ich verstehe, warum sie den Namen dieses Preises geändert haben, aber ich liebe es wirklich, eine Frau und eine weibliche Künstlerin zu sein“, rief sie den 20.000 Zuschauern in der vollbesetzten O2-Arena in London entgegen. Zuvor hatte sie der unterlegenen Little Simz gratuliert, die als beste Nachwuchskünstlerin ausgezeichnet wurde.

Das gab Reaktionen:

Adele Terf

Ich vermute mal:

  • Das sie gerne Frau ist ist wahrscheinlich auch schon wieder falsch, weil es irgendwie „Nichtbinäre“ abwertet.
  • Sie sagt, dass sie es versteht, dass die die Kategorien abgeschafft haben, aber. Und ein Aber ist in diesem Fall dann eben Widerspruch und Nichtbilligend

Aus anderen Berichten:

Cal McFab said on Twitter: „So did Adele just throw shade at the Brits decision to make awards gender neutral? Not the smartest move“

Ariel commented „I’ve always found Adele to be off putting and I could never put my finger on what it was, After her little statement complaining about gender neutral catagories (sic) at the BRITs, I think I figured out at least part of it.“

Natürlich gibt es auch Stimmen, die das ganze für etwas übertrieben haben und eine rechte Verschwörung sehen:

23 Gedanken zu “Adele, „Ich liebe es eine Frau zu sein“ und der Vorwurf der Transfeindlichkeit

  1. Mal sehen ob bei den Brit Awards in Zukunft überhaupt noch Männer gewinnen können.

    Irgendwie glaube ich, dass wenn eine Mann gewonnen hätte und gesagt hätte er liebt es ein Mann zu sein und ein männlicher Künstler, wäre der Vorwurf nicht TERF, sondern Sexist.

    Was natürlich genau so Bullshit ist.

    Heute wohl transphobic.

  2. Feministinnen verteufeln die Mutterrolle.
    #mirzwei ruiniert das Verhältniss zu Männern.
    Trans sanktioniert den Stolz auf die biologisch fundierte Besonderheit.

    Frauen, Spielbälle der Kapriolen der „Gemeinschaft“, werden zunehmend über Desorientierung klagen.

    Zum Glück wird sich rausstellen, dass irgendwie das Patriarchat Schuld ist.

  3. Freilich ist es ein Angriff auf den Feminismus, zu sagen, dass man gerne eine Frau ist.
    Das entzieht dem ganzen Diskriminierungs- und Unterdrückungsgeschwafel die Grundlage.
    Diese Empörung über Adele (BTW eine großartige Sängerin) bestätigt doch wieder nur, welches Problem Feministinnen mit ihrer eigenen Weiblichkeit haben. Wären sie damit im Einklang, könnten sie völlig gelassen bleiben, und sogar zustimmen.
    Die Aufregung um „diese junge Dame“, was irgendjemand über Frau Baerbock gesagt haben soll, geht in die gleiche Richtung.

    • „Freilich ist es ein Angriff auf den Feminismus, zu sagen, dass man gerne eine Frau ist.
      Das entzieht dem ganzen Diskriminierungs- und Unterdrückungsgeschwafel die Grundlage.“

      Nein, das ist kein Problem, das nicht mit Doppeldenk behoben werden könnte.

  4. Sehen wir nicht aktuell das der ganze Feminismus sich selbst zerlegt?
    Mit deiser ganzen Intersektionalität und freien Geschlechtswahl, Transinklusion, wie kann man für die „Gleichberechtigung“ also die bevorzugung der Frau kämpfen und gleichzeitig versuchen die biologische Frau abzuschaffen in dem man das „Frau sein“ gegen die Biologie zur frei wählbaren Kategorie macht?

    • Ja, deswegen hat Alice Schwarzer der Trans-Szene den Kampf angesagt. Die merkt, dass ihr Lebenswerk und die damit verbundene umfassende Frauenbevorzugung zu bröckeln beginnen, wenn sich einfach jeder mal eben als Frau „lesen“ lassen kann.

      Jetzt heißt’s: Kratzen, beißen, Haare ziehen. Ein Spektakel, das alte weiße Männer langmütig und in sich selbst ruhend von der Seitenlinie aus genussvoll betrachten können.

    • Das wird wohl als zwei komplett separate Kampffelder, die nichts miteinander zu tun haben gewertet werden.;D
      Am Ende werden sich die stillen Damen den Lauten fügen. Das war bisher immer so. Die Lauten sind der bluecheckmark Twittermob und der größte Teil des Medienmainstreams. Die scheinen momentan eher den Transinklusiven Weg zu nehmen, weswegen Sportveranstaltungen immer lustiger werden:
      1. Platz Rüdigerina: 7,6 Sekunden
      2. Platz Lesley: 7,9 Sekunden
      3. Platz Dale: 8,1 Sekunden
      4. Platz Garbielle: 18 Sekunden
      Viel faszinierendenr dürfte die Beobachtung sein, ob sich die kleine Minderheit verstrahlter woker Frauen gegenüber der Mehrheit „normaler“ Frauen durchsetzt oder ob die irgendwann mal sagen, „jetzt reichts aber auch“.
      Meiner Beobachtung nach, scheinen immer mehr Frauen klar zu werden, dass es nicht genug Quotenvorstandsplätze im DAX40 gibt und sie mit einem 0815 Bürojob vorlieb nehmen müssen.
      Es bleibt unterhaltsam.

    • Ein Vorteil hat die Sache allerdings,
      wenn ich irgendwann mal ins Gefängnis muss werd ich mich vorher zur Frau erklären und im Frauenknast einsperren lassen.
      Das dürfte für meine körperliche Unversertheit sicherer sein als der Männerknast.

      • Eine Bekannte von mir betreut ab und zu weibliche Häftlinge physiotherapeutisch. Was die so manchmal erzählt, da bist du als Mann im Frauenknast keinesfalls sicher.

  5. Irgendwo in den Kommentaren hatte ich in den letzten Tagen ein Al-Bundy-Mem gefunden: „Don’t try to understand women. Women understand women, and they hate them!“

  6. Mein erster Gedanke war „das ist alles noch nicht absurd genug, das muss noch viel schlimmer werden“.

    Zu DDR Zeiten gab’s einen „politisch unkorrekten“ Witz über Erich (oder war’s Mielke??), dem „… seine ganzen Schandtaten bewusst geworden sind, und jetzt steht er auf’m Platz der Republik und übergießt sich mit Benzin .. und jetzt sammeln wir für Ihn! – Und, wie siehts aus, was habt ihr schon zusammen? – Läuft gut, schon über 100 Liter!“

    In dem Sinne .. let it burn!

  7. Pingback: Gender des tages (nicht der postilljon) | Schwerdtfegr (beta)

  8. Adele hat sich als „woman“ bezeichnet aber auch als „female artist“. Female ist aber im englischen wohl der mehr biologische Begriff. Die Gleichsetzung von „female person“ und „woman“ gilt in aufgeklärten Zirkeln als transphob.
    Adele hat diese Gleichsetzung nicht direkt vollzogen aber….

  9. Mit Adele kann ich nichts anfangen, von Ed Sheeran mag ich immerhin 2 Lieder (Shape of you und Merry Christmas). Wahrscheinlich musste es bei den Vorgaben aber eine Frau sein.

  10. Die männlichen Gesangsregister sind anders aufgebaut und funktionieren gesangstechnisch anders als die weiblichen Gesangsregister. Demnach macht es für mich durchaus Sinn einen Künstler und eine Künstlerin auszuzeichnen. Zudem wird nun darauf geachtet, ob eine Frau auch oft genug gewonnen hat, was dann überhaupt nichts mehr mit Musik zu tun hat. Der Musikpreis würde also an Bedeutung verlieren.

    • Bass/Bariton Stimmen (D-d‘) sind allerdings fast ganz aus der Mode und die meisten Sängerinnen und Sänger sind im gleichen Tonbereich (a-a‘) unterwegs

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