Rassismus gegen „Weißnasen“ und andere Nichtjapaner in Japan

Ein interessanter Bericht eines deutschen Auswanders in Japan:

Aufgabenstellung:

  1. Erläutern Sie warum Rassismus gegen Weißnasen nicht möglich ist
  2. Nehmen Sie Stellung dazu, warum weiße Gesellschaften gegenüber Ausländern gegenüber rassistischer sind
  3. Hat sich der Artikelverfasser mit seinem Versuch, sich zu integrieren der kulturellen Aneignung schuldig gemacht? Oder wäre es rassistisch in einem anderen Land nach den westlichen Regeln zu leben?

 

77 Gedanken zu “Rassismus gegen „Weißnasen“ und andere Nichtjapaner in Japan

  1. Ich vermute mal dass Japaner hier aus woker Sicht irgendwie weiss sind. Das hat ja bekanntlich nichts mit der Hautfarbe zu tun sondern hängt irgendwie mit strukturellem Benachteiligungen zusammen (ganz komplex und daher leider nicht genauer zu erklären). Man hat sie doch auch mal die „Preußen Asiens“ genannt und waren die nicht mit den Nazis im 2. WK verbündet – das klingt doch alles hellweiß?

    Und daran dass es schlechtere Ausländer gibt sieht man ja, dass Europäer in Japan klar privilegiert sind – wie überall auf der Welt. Und wenn sie privilegiert sind können sie ja schlecht gleichzeitig diskriminiert werden, das versteht jedes Kind. Das falsche Gefühl der Diskriminierung liegt nur daran, dass der Autor seine eigene Sichtweise absolut setzt, er weiß gar nicht ob ein Japaner leichter Freunde findet also er selbst. Er eignet sich also die reale Diskriminierung der anderen Ausländer an, ein klarer Fall von cultural appropriation.

  2. Während der Pandemie nicht in Japan einreisen dürfen? Wie furchtbar!
    Nicht!
    Australien hat nicht mal Australier einreisen lassen!
    Davon abgesehen, ich verstehe das Geschimpfe nicht. Wenn er sich nicht wohl damit fühlt wie die Japaner ihre Gesellschaft organisieren dann soll er fortbleiben. Keiner zwingt ihn in Japan zu bleiben. Ich vermute auch mal, dass er nach Japan gegangen ist weil er nach Japan wollte, nicht nach einer weiteren Kopie von Berlinistan.
    Sorry, man kann den Kuchen nicht behalten UND essen.

  3. Man sollte mal den Zusammenhang zwischen Angst und Rassismus untersuchen, falls nicht schon geschehen. Die Japaner scheinen ein ausgeprägt zwanghaftes Volk zu sein. Wo Zwanghaftigkeit ist, ist Angst nicht weit. Ist oder war mit dem deutschen Herrenmenschen ja dasselbe: Wer sich über andere stellen will, fühlt sich im Inneren winzig (=Angst).

        • Da ist es tatsächlich nicht möglich ist, Gedanken und Einstellungen von jemandem zu beurteilen aufgrund dessen, was und wie er spricht und schreibt, hast du sicherlich recht.
          Es sagt also gar nichts über dich aus, dass deine Wörter voller Verachtung sind.
          Gut, dass wir das geklärt haben.

    • „Man sollte mal den Zusammenhang zwischen Angst und Rassismus untersuchen“

      Dazu müsste man erstmal genau definieren, was Rassismus ist, der Begriff ist ja zur reinen linken Kampfvokabel (und damit vollkommen inhaltsleer) geworden.

      Trennschärfe war aber auch noch nie die Stärke und Absicht dieses Begriffes, denn menschliche Abgrenzungsprozesse finden nicht nur immer statt, sie sind gelegentlich sogar notwendig, sinnvoll und darüber hinaus scheinbar evolutionär verankert. Es ist gar nicht so einfach, da eine saubere Grenze zwischen sinnvoll/erwünscht/verständlich/rational und destruktiv/diskriminierend/gefährlich/irrational zu ziehen.

  4. Historisch ist es eigentlich recht interessant, dass ein kleines Land auf der anderen Seite des Globus, mit augenscheinlich komplett anderer Kultur zur selben Zeit denselben rassistischen Weg gegangen ist, wie die Deutschen. Faszinierend auch, dass nach der Angelegenheit die Deutschen offensichtlich komplett nach woke abgedreht sind, während die Japaner im Wesentlichen von der Einstellung zu Ausländern gleich geblieben sind. Und es sind da ja nicht nur die Weißnasen. Die Schwarzen, Chinesen usw. werden von denen auch eher mit herablassenden Wörtern bedacht…wobei sie das alles wahrscheinlich nicht mal so herablassend meinen.
    Das ist am Ende wie wenn ein Schwarze zum anderen „N*** please“ sagt…dann ist das ja auch keine Beleidigung. In dem Fall ist es halt vom Japaner zum Ausländern. Wäre wohl mal zu klären ob ein Wort überhaupt rassistisch sein kann oder ob es von irgendwelchem einfach dazu erklärt wird. heute ist es N***, morgen kann es Schwarzbrot sein. Am Ende ist es ein Kombi aus ehtnischem Erscheinungsbild, kulturellen Eigenarten und Politik, die dazu führt, dass die Japaner Ausländerfeindlich sind.
    Die Chinesen sind ja nicht viel besser. Wäre halt die Frage, ob die Taiwanesen, Vientanmensen, Thailänder usw. ähnlich ticken. Da wäre zumindest da schon mal eine Erklärung, dass da eine ähnliche ethnische Gruppe ähnliche Verhaltensweisen entwickelt.

    Ich würde es einen Japaner jedenfalls nicht als feindlichen Rassismus auslegen, wenn er mich Weißnase nennt. Genauso erwarte ich, dass er über den Begriff „Schlitzauge“ hinwegsieht:D

  5. Ich mag die Japaner irgendwie. Dort leben möchte ich aber nicht, die sind schon… anders, irgendwie. Einige halten mich ja für konservativ, aber in Japan, mit unhinterfragbaren Hierarchien und sinnlosen Regeln, würde ich noch mehr leiden, als in Deutschland.

    Immerhin scheint das ein guter Schutz gegen den westlichen Wahnsinn zu sein, gegen die grassierende Soros-Grippe. Und das moderne Leben fordert auch dort seinen Tribut, sonst wären die Geburtenzahlen nicht so niedrig, früher oder später müssen die dafür eine Lösung finden.

    „Das fiel mir auch bei den zwischenmenschlichen Beziehungen auf. Es dauert sehr lange, bis man in Japan mit jemandem befreundet ist. Die Menschen teilen nicht so gern ihre Gefühle mit, weil sie andere damit nicht belasten wollen. Inzwischen habe ich gute japanische Freunde gefunden, aber das hat Jahre gedauert.“

    So in etwa dürfte es Schwarzen hier gehen, zumindest außerhalb der woken Großstädte. Sie verstehen die Regeln nicht, sie verstehen nicht, wieso wir so abweisend und kalt sind und die Hautfarbe stellt nochmal eine zusätzliche Hürde dar, insbesondere, da man ja jede falsche Frage und jedes Vorurteil mittlerweile als rassistisch wertet.

    Eine schwarze Kommilitonin hatte mir den Unterschied mal erklärt, sie meinte in Afrika sei es unmöglich, z.B. am Bahnhof anzukommen und dort allein zu stehen. Es kämen sofort Neugierige und man werde angesprochen, gerade als Fremder (das ist einer der Gründe, weshalb ich wahrscheinlich nie Afrika bereisen werde, das wäre der pure Dauerstress für mich 🙂 ).

      • Ich bereise grundsätzlich keine Entwicklungsländer, in denen ich mich strafbar mache wenn ich Beziehungen anfange.

        Warum? Was ist mit deiner individuellen Freiheit? Was geht es andere an mit wem du eine Beziehung anfängst? Warum sagst du denen nicht einfach „Das geht euch nichts an, lasst mich in Ruhe“?

          • Welchen Teil von „strafbar“ hast du nicht verstanden?

            Ist das deine Antwort, wenn sich jemand durch die baldige Impfpflicht strafbar macht und sich dieser jemand darüber aufregt?

          • Der Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz, respektive gegen eine Impfpflicht, stellt eine Ordnungswidrigkeit da, keine Straftat.
            Wenn man keine Ahnung hat…

          • Du stehst gerade heftig auf der Leitung 🙂

            Adrian hat uns mitgeteilt, dass er die nicht grüngefärbten Länder auf dieser Karte meidet, weil er dort Gefahr liefe eingeknastet zu werden, wenn er den Falschen nett anlächelt.

          • PS „wenn sich jemand durch die baldige Impfpflicht strafbar macht und sich dieser jemand darüber aufregt?“

            Wenn das ein Vergleich sein soll, hast du da auch ein paar Kategoriefehler begangen.

            Wir alle halten hoffentlich die Strafbarkeit von Homosexualität für ethisch verwerflich, und einige von uns halten ein Impfpflicht für ethisch verwerflich. In beiden Fällen kann man aber als Einzelner nichts dagegen machen. Machtverhältnisse kann man nicht einfach ignorieren, auch wenn man dagegen ist. Die Gesetze bewusst brechen und Knast oder Strafzahlung in Kauf nehmen wäre zwar heroisch aber auch selbstmörderisch. Aber zB die Länder meiden wo solche Regeln gelten ist wäre eine Reaktionsmöglichkeit. Wenn es das eigene Land ist, bietet sich Auswandern an.

        • Weil es in diesen Ländern Gesetze gibt, pingpong, die die Ausübung meiner individuellen Freiheit behindern. Im Namen der sittlichen Moral und der Volksgesundheit. Diese Argumentation sollte Dir bekannt vorkommen.

          • Sie kommt mir bekannt vor.
            Auch bei uns gibt es Gesetze, die die Ausübung deiner individuellen Freiheit behindern. Im Namen der Volksgesundheit. Aber deine Reaktion darauf ist eine ganz andere als
            Ich bereise grundsätzlich keine Entwicklungsländer, in denen ich mich strafbar mache wenn ich Beziehungen anfangegegen Gesetze verstoße.

          • „Aber deine Reaktion darauf ist eine ganz andere als
            „Ich bereise grundsätzlich keine Entwicklungsländer, in denen ich mich strafbar mache wenn ich Beziehungen anfangegegen Gesetze verstoße.„“

            Natürlich ist meine Reaktion eine ganz andere. Ich kann Deutschland nun mal nicht nicht bereisen. Ich lebe hier.

          • Ich lebe hier.

            Und wie anorak weiter oben vorschlägt:
            „Aber zB die Länder meiden wo solche Regeln gelten ist wäre eine Reaktionsmöglichkeit. Wenn es das eigene Land ist, bietet sich Auswandern an.“

            Nutze die Möglichkeiten der modernen globalen Mobilität! Du musst nicht in Ländern verharren, wo es solche freiheitsverachtenden Regeln gibt.

          • @pingpong Du formulierst ein bisschen durch die Blume, aber wenn man das in Klartext übersetzt was du schreibst, sagst du „Es ist schon OK wenn im Iran Schwule aufgehängt werden“. Oder gibt es hier irgendein Missverständnis?

          • Also bitte @pingpong:

            Strafbarkeit von Homosexualität ist doch ein ganz anderes Kaliber als eine Impfpflicht, auch wenn man gegen letztere ist. Bei letzterer wäre theoretisch ein Nutzen denkbar und als Strafe bei Verstoß wird noch nicht über die Todesstrafe nachgedacht, wie sie in den meisten Ländern, die Homosexualität verbieten, bereits realisiert ist, (und Gefängnis würde auch wohl erstmal nur drohen, wenn man die Strafe nicht zahlen kann oder will)!

          • „Nutze die Möglichkeiten der modernen globalen Mobilität! Du musst nicht in Ländern verharren, wo es solche freiheitsverachtenden Regeln gibt.“

            Ich gewinne den Eindruck, Du stehst etwas neben Dir.

          • „und Gefängnis würde auch wohl erstmal nur drohen, wenn man die Strafe nicht zahlen kann oder will“

            Ich gewinne den Eindruck, pingpong wäre das ganz recht.

          • @anorak:

            Du formulierst ein bisschen durch die Blume, aber wenn man das in Klartext übersetzt was du schreibst, sagst du „Es ist schon OK wenn im Iran Schwule aufgehängt werden“.

            Erbsengehirn, so etwas habe ich NIE auch nur angedeutet!

          • „Erbsengehirn, so etwas habe ich NIE auch nur angedeutet!“

            Es ist halt schwierig herauszufinden, was Du überhaupt aussagen möchtest.

          • @AD:

            Strafbarkeit von Homosexualität ist doch ein ganz anderes Kaliber als eine Impfpflicht

            Ja, selbstverständlich. Strafbarkeit von Homosexualität, direkt mit Gefängnis oder sogar mit Todesstrafe bedroht, ist eine völlig andere Nummer als eine Impfpflicht, bei der man sich recht einfach „freikaufen“ kann. Das ist ja gerade der Punkt.
            Bei der Impfpflicht, welche in vielerlei Hinsicht weniger in die individuelle Freiheit eingreift als die Gesetze zur Homosexualität, ist adrian das letzte halbe Jahr ganz vorne dabei wenn es darum geht die heilige individuelle Freiheit hochzuhalten und die Impfpflicht als Gottseibeiuns und als direkten Weg in den Faschismus zu verteufeln.
            Aber bei den viel schwerwiegenderen Gesetzen zur Homosexualität in manchen Ländern zuckt er nur einmal mit den Schultern und meint „dann geh ich halt nicht dorthin“.

            Wie passt denn das bitte zusammen?

            Ich habe adrians Reaktion, die er angesichts einer sehr schwerwiegenden Sache offenbar für angemessen hält, auf die viel weniger schwerwiegende Impfpflicht übertragen.

            Und wie du weißt bin ich gegen eine Impfpflicht.

          • „Wie passt denn das bitte zusammen?“

            Sehr gut. Denn natürlich verurteile ich die Strafbarkeit der Homosexualität in anderen Ländern. Sicherlich engagierter als Du. Aber, und das ist entscheidende, es sind andere Länder, auf die ich keinen Einfluss habe und in denen ich nicht lebe.

          • Dann ist die individuelle Freiheit gar nicht universal, sondern es hängt davon ab „auf was man einen Einfluss hat“? Bzw. wie groß die räumliche Entfernung ist? Unterhalb von welcher Distanz findest du es angebracht, dich für die individuelle Freiheit einzusetzen?

          • Keine Ahnung, was Du von mir erwartest. Soll ich nach Saudi-Arabien fahren, mich dort nackt ausziehen, mich an den Regierungspalast ketten und die Freiheit aller Schwulen fordern?

          • Ich weiß nicht, sag du es mir. Das war ja gerade die Frage. Ich würde es verstehen, wenn du nicht nach Saudi arabien fährst und dort die Leute mit deinem Schwengel erschreckst. Könnte übel für dich ausgehen.

            Aber dann kannst du dich auch nicht hinstellen und im Kontext von corona Beschränkungen ständig mit dem Argument „die individuelle Freiheit ist universal und das einzige was zählt“ querschießen und alles sabotieren. So einfach ist es dann offenbar nicht.

          • „Aber dann kannst du dich auch nicht hinstellen und im Kontext von corona Beschränkungen ständig mit dem Argument „die individuelle Freiheit ist universal und das einzige was zählt“ querschießen und alles sabotieren. So einfach ist es dann offenbar nicht.“

            Strohmann. Mehr nicht.

          • Ist „es schränkt meine individuelle Freiheit ein“ nicht das Argument gegen corona Beschränkungen? Ich meine so etwas hier schon ein oder zwei mal gelesen zu haben.

            Kindergarten Libertarismus.

          • Nein, das Argument ist: Die seit bestehenden Einschränkungen individueller Freiheit sind unverhältnismäßig, angesichts

            – eines für jeden frei zugänglichen Impfstoffes
            – der geringen Letalität von Corona, insbesondere von Menschen im produktiven Alter; der Blüte ihres Lebens
            – den verfügbaren Kapazitäten in Krankenhäusern.

          • Sorry pingpong, du versteigst dich zu immer absurderen Vergleichen. Eine bestimmte politische Meinung zu einem Thema im eigenen Land verpflichtet niemanden dazu, als Aktivist durch die Welt zu reisen und alle möglichen Forderungen auf dem halben Erdball zu vertreten. ehe er sich bei uns zu hiesigen Belangen äußern darf. Jeder Mensch kümmert sich um Fragen die ihm direkt auf der Haut brennen, das ist normal und naheliegend und dafür muss sich niemand rechtfertigen.

            Abgesehen davon dass wir alle uns klar dazu geäußert haben was wir von der Gesetzeslage in jenen Ländern halten, und das also sehr wohl vertreten haben. Dass du Adrians Weigerung dort hinzureisen als Gleichgültigkeit abtust ist eine fast bösartige Verdrehung. Es ist genau das Gegenteil.

          • „Kindergarten Libertarismus.“

            So redete auch der Chefkommentator des DDR-Fernsehens. Die Liste der verletzten Grundrechte:der „Maßnahmen“:

            – Freiheit der Person
            – Freizügigkeit im Bundesgebiet und darüber hinaus
            – Körperliche Unversehrtheit
            – Freie Berufsausübung
            – Vertragsfreiheit
            – Versammlungsfreiheit
            – Freie Meinungsäußerung
            – Informationelle Selbstbestimmung
            – Religionsfreiheit

            Der Staat hat unter anderem Millionen Menschen in ihren eigenen Wohnungen eingesperrt, viele tausende in den Bankrott oder die Arbeitslosigkeit getrieben, und ihnen noch „f*ck dich“ hinterhergerufen. Es sind ein bisschen viele Unverschämtheiten, die du da so arrogant kleinredest.

        • Ich finde es immer wieder faszinierend, was für bizarre Diskussionen pingpong kreiert, nur um nicht zugeben zu müssen, dass sein ersten Statement auf einem Missverständnis beruhte oder aus sonstigen Gründen schwer daneben liegt…

    • Ich glaube, dass das mit dem Bahnhof eher ein Dorf-Stadt Thema ist. Sich für jeden Fremden zu interessieren macht nur Sinn wenn man sonst fast alle kennt und nur relativ selten Fremde vorbeikommen. Kein Mensch rennt durch eine Großstadt und versucht jeden kennenzulernen. Es gibt sicherlich auch Unterschiede, aber der Hauptunterschied wird die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Fremden (Dorf= nahe null, Grossstadt = nahe 1) sein.

      • Nicht unbedingt.
        Als offensichtliche Europäer waren wir im Urlaub in Hanoi (Vietnam, ~8 Millionen Einwohner) durchaus solchen Situationen ausgesetzt. Mal abgesehen von Versuchen etwas zu verkaufen (meist Obst oder Kleinigkeiten anderes Essbares) und den nervigen Schuhreparateuren gab es eine Menge Schulkinder, die Europäer und Amerikaner ansprachen um Englisch zu üben. Auch nicht selten waren Jugendliche, die einfach nur ein Foto machen wollten.

        In jedem Fall wurde (ganz schamlos und mit sehr hoher Treffsicherheit) geschlossen, dass Weiße Englisch sprechen und Geld haben.

        War das rassistisch? Ja. Macht deswegen irgendwer ein Fass auf? Nein.

    • Man sollte sich mal Videos von Leuten anschauen, die aus den USA/Kanada/Neuseeland/etc. nach Deutschland eingewandert sind. Da kommt auch immer wieder der Seufzer, dass es unheimlich schwer ist, mit Deutschen Freundschaft zu schließen, weil wir sehr distanziert und zurückhaltend sind. Das ist vielleicht nicht ganz so extrem wie in Japan, aber es wirkt schon etwas komisch, wenn sich ein Deutscher dann im Ausland über so was beschwert.

      • Wir hatten nach der Wende Verwandte in Südbayern besucht, ein Cousin meines Vaters. Deren Sohn, wie mein Bruder und ich Mitte 20 hat uns dann ganz überschwänglich für Silvester eingeladen. Das war dann der Jahreswechsel 90/91, der hat ziemlich blöd geguckt, als wir auftauchten und wir haben dann bei den Eltern gewohnt und er hat sich auch nicht wirklich um uns gekümmert. Der Kontakt ist dann auch bald abgerissen.
        So unterschiedlich ist das schon zwischen Ost- und Westdeutschen. Wenn dich hier einer einlädt, dann meint er es so.

  6. „Es gibt auch einen alltäglichen Rassismus, zum Beispiel muss man als Ausländer eine Art Zuschlag zahlen, wenn man eine Wohnung mietet.“

    Deutschland ist einer der ganz wenigen Orte auf der Welt, wo Ausländer nicht fundamental diskriminiert werden. Wer das nicht versteht, der hat die Welt nicht gesehen. (keine Ironie, nicht dass das jemand denkt)

    • Das ist so. Die westliche Welt ist der Gipfel von Toleranz, Akzeptanz und Zivilisation. Zu schade, dass die woke Linke all das kaputt macht mit ihrer Lüge, unsere Gesellschaft wäre das Übel schlechthin.

    • Ob das Bezahlen eines Aufschlags für Ausländer wirklich im Kern rassistisch ist oder vielmehr der im Artikel auch geäußerten und vermutlich realen Tatsache geschuldet ist dass mancher Ausländer nach einer gewissen Zeit wieder verschwindet und Schulden nicht mehr eingetrieben werden können wäre noch zu klären. Nicht überall wo eine Ungleichbehandlung sichtbar ist trifft dies „Gleiche“ im Sinne der Risiken, Kosten und Sicherheiten. Neben möglicherweise höheren Kosten für Support kommen unter Umständen auch statistische Unterschiede im Gebrauch vor, es ist nicht auszuschließen, dass ein durchschnittlicher Japaner eine gemietete Wohnung besser behandelt als ein durchschnittlicher Nicht-Japaner – wobei das Gegenteil auch nicht auszuschließen ist.

      Der Kapitalismus bietet hier, wie so oft, einen Ausweg: wenn Nicht-Japaner keine größeren Zahlungsausfälle im Mobilfunk erzeugen als Japaner, kann man mit Mobilfunktarifen für Ausländer ein Vermögen gewinnen – eine tolle Chance. Sollte das nicht möglich sein spricht einiges dafür dass es sich nicht um ungerechtfertigte Ungleichbehandlung handelt sondern um eine gerechtfertigte (allerdings auf Gruppenbasis, nicht auf individueller Basis).
      Es wird immer wieder übersehen, dass der Kapitalismus unbegründete Diskriminierung verringert, weil er das Ausbrechen aus solchen Mustern stark belohnt – und dies ganz ohne Zwang.

      • „Ob das Bezahlen eines Aufschlags für Ausländer wirklich im Kern rassistisch ist“

        Es ist viel einfacher. Die Japaner (und der grössere Teil der Welt) hat für unsere Gleichheitsvorstellungen nichts übrig, die sind sich einfach selbst der Nächste.

        Es ist eine Irreführung, hierfür den Begriff Rassismus zu gebrauchen, der eine ganz gewisse Ideologie und Politik bezeichnet. Das haben wir der undemokratischen Linken zu verdanken, die mit der Aufweichung dieses Begriffes ihren zutiefst verlogenen Angriff auf die westliche Kultur als „strukturell unverbesserlich Rassismus“ fährt, um alle möglichen Widerlinge (ihre Allierten wie Islamisten) zu relativieren und in Schutz zu nehmen.

      • „Kapitalismus unbegründete Diskriminierung verringert“
        Hat das nicht schon der olle Trierer festgestellt? Finde aber auf die Schnelle das Zitat nicht.

  7. Der benimmt sich ja wie ein Moslem: In eine andere Kultur auswandern und sich dann beklagen, dass diese Kultur anders ist als das, was er kennt.

  8. Dass die japanische Gesellschaft auf Homogenität bedacht ist und möglichst „unter sich“ bleiben möchte, ist bekannt. Das gilt nicht nur für Ausländer, sondern auch für die Ainu, Hāfu, in Japan seit Generationen lebende Koreaner, Muslime oder alles, was „anders“ ist.
    Mit jedem Bericht über steigende Kriminalität, Terroranschläge durch Islamisten in Europa, die Pandemie usw. fühlen sich die konservativen Japaner darin bestätigt, dass es besser und sicherer ist, unter sich zu bleiben. Das erklärt mithin auch, warum man in Japan lieber auf Vollautomatisierung und Roboter in Industrie, Altenpflege usw. setzt, anstatt mehr ausländische Arbeitskräfte ins Land zu lassen.

    • Dem steht allerdings auch entgegen, dass die Einsamkeit in Japan weltweit führend ist. Die Menge der jungen Männer, die auch mit öherem Alter nicht von den Eltern wegziehen und sich nicht binden, steigt seit Jahren konstant.

          • Das sind einfach die exorbitanten Lebenshaltungskosten schuld. Und der „Feminismus“, der hier eine extreme Variante des 50er Jahre Familie mit alles beherrschender Ehefrau ist, der legendären „Mrs Watanabe“, die ein eisernes Regime führt. Die Persiflage vom „dressierten Mann“ ist in Japan schlichte Realität. Die Deopout „Mgtows“ heissen „Grasfresser“.

          • Wie passt zum Feminismus in Japan, dass die Schwiegertochter in der Familienhierarchie angeblich ganz unten steht? Oder, dass dieser kranke Lolita-„Konsum“ durch wesentlich ältere Männer in Japan zum gesellschaftlichen Leben gehört?

          • Japan ist halt Japan.
            Und wenn du „Feminismus“ auf einen logischen Nenner bringen willst, dann schaffst du das auch bei uns nicht …. (das mit der Schwiegertochter hat bestimmt was mit der feudalistischen Kultur von einst zu schaffen, wenn ich mal raten muss)

          • Geishas, Lolita-Industrie, Schwiegertochter am unteren Ende der Familienhierarchie… Da sehe ich irgendwie keine feministische Macht…

  9. „Die Regeln sind an sich nicht so schlimm, doch die Japaner nehmen sie einfach so hin, auch wenn sie sinnlos sind.“

    Ja was denn nun? Nicht schlimm, aber sinnlos? Dem Verfasser gefällt es anscheinend, wenn in Neuköllner U-Bahnen jeder 2. Fahrgast Döner frisst und es lautstark aus seinem Handy plärrt.

    „Auch die Rolle der Frau ist noch sehr traditionell. Japan ist noch sehr weit von #MeToo entfernt und da brauchen wir gar nicht erst über LGBTQ zu reden.“

    Und was ist für ihn als Mann (!) ein Problem daran?!

    • Naja, als man könnte ja irgendwie lgbtq sein. Im übrigen stört mich auch als heterosexueller Mann, dass manche die Menschen nicht einfach leben lassen können, wie sie wollen. So lange niemand zu Schaden kommt, sind sexuelle Neigungen doch vollkommen irrelevant. Also macht es durchaus Sinn, sich über mangelnde Toleranz zu beschweren.
      Man darf halt nur nicht vergessen, dass das keine Einbahnstraße ist.

  10. Einer von Youtube (ja, aber Dolmetscher, japanische Frau, Kind) hat ähnliches berichtet. Er fühlt sich wohl, will dort bleiben. Aber bei Kontakt mit Behörden/Polizei hilfts wohl sehr, wenn seine Frau gepflegt dazwischen giftet.

    Bei Interesse such ich Quelle, er ist ein sehr motivierter Typ.

  11. Guten Tag liebe Leser
    Zu meiner Person – Ich arbeite seit 1975 in der Kraftwerksbranche und bin rund 30 Jahre lang als Monteur und Gutachter/Sachverständiger um die Welt gereist.Dabei habe ich natürlich Land und Leute anders kennengelernt als die meisten Touristen.
    Ich hatte das Vergnügen zweimal in meiner beruflichen Laufbahn in Japan zu arbeiten.
    Mitte der Achtziger verbrachte ich dort 2 Jahre mit der Montage einer Großanlage für Kawasaki-Steel.
    Der zweite Einsatz war dann in der gleichen Anlage kurz nach dem Tohoku-Beben,den meisten
    bekannt als Fukushima-Beben. Der Kunde wollte es so,obwohl ich meine Zeit als weltumreisender Monteur schon seit 2006 vorbei war.Vielleicht erinnern sich einige an die Tagesschauberichte über
    Doitsche THW-ler mit doitschen Schäferhund die zur Rettung damals in den Flieger stiegen.
    was die Tagesschau nicht berichtete ist das die THW-ler ohne gültigen Strahlenpass alle wieder aussteigen dürften.Denn wenn der Japaner etwas hasst,ist es den Eindruck zu erwecken auf die Hilfe der weißen Teufel/Weiß- oder Langnasen angewiesen zu sein.Jede weiße Langnase kann sich darauf verlassen das ihm maximal alle Steine in den Weg gelegt werden die sich finden lassen.Und ich habe dort auch meine „Lost in Translation-Momente“ erlebt.ich möchte diese Erfahrung niemals missen.Zumal ich damals als junger Mann in der Ginza den Fotografen Araki kennengelernt habe.
    Mit meiner damals noch langen blonden Mähne und 190 cm stichst du dort in jeder Menschengruppe
    raus und erlebst „Rassismus“,wobei mir das damals in den 80er gar nicht so bewusst war und ich Chauvi
    das genossen hab.
    ich hatte damals auch die Aufgabe die Servicetechniker auszubilden und einzuweisen.Obwohl Englisch bzw.Kraftwerksenglisch eigentlich ausreichen sollte hatte ich eine Dolmetscherin.
    Da wir damals einen neuen Maschinentyp installiert haben,war es üblich auch Servicetechniker anderer
    asiatischer Länder gleich mit zu schulen.So vervollständigte die Gruppe auch 2 Chinesen und zwei Südkoreanern.Zum üblichen Besäufnis nach bestandener Prüfung auf Firmenkosten wurden die aber seitens des Kunden erstmal nicht eingeladen.Ich habe dann was Eigenes organisiert,denn dagegen zu opponieren ist in Japan zwecklos.Als dann die Kundenchefs sich absentiert haben,stiessen die japanischen Kollegen zu uns,denn ich war damals so ner Art Frauenmagnet.Die Meinung das die Schwanzlänge mit der langen weissen Nase korreliert war schon damals sehr verbreitet.Jedenfalls ließen sich die japanischen Kollegen die Gelegenheit nicht entgehen.Leider korreliert der Rassimus mit dem Alkoholpegel und schon bald fetzten sich die Japaner mit den Chinesen und Koreanern,was darin gipfelte das die sich alle gegenseitig,zu meiner Belustigung,als Schlitzaugen schmähten.Ich habe versucht den Streit zu beenden und ließ die Bedienung einen Spiegel bringen.Für mich waren die Alle Schlitzaugen.
    geholfen hatts nich.
    ich könnte noch soviel berichten – Jedenfalls sind für unsere Maßstäbe alle Asiaten ziemlich üble Rassisten.

    Gruß Sense

  12. Ich greife mal den Ball auf und spiele woker Intersektionalist

    1. Erläutern Sie warum Rassismus gegen Weißnasen nicht möglich ist

    Mensch kann Rassismus oder generell alle -ismen nicht ohne den Faktor Macht denken. In einem globalen Kontext ist festzuhalten, dass die Weißen die letzten 600 Jahre lang die restliche Welt aggressiv angegriffen/erobert/unterworfen hat. Damit sind angebliche rassistische Handlungen gegen Weiße als Notwehr oder als Ausdruck ohnmächtiger Wut zu werten.

    Speziell für Japan waren es die US-Amerikaner die ein selbstgenügsam und abgeschieden lebendes Volk mit der Androhung von Gewalt gezwungen hat sich nach außen zu öffnen.

    2. Nehmen Sie Stellung dazu, warum weiße Gesellschaften gegenüber Ausländern gegenüber rassistischer sind

    Auch hier ist der historische und faktische Unterschied bei Macht immer mit zudenken und kann von der Gesamtheit auf das Individuum herunter gebrochen werden. Weiße Gesellschaften agieren aus einer Machtposition heraus und unterdrücken Ausländer. Alltagsrassismus ist eine Unterdrückungspraxis.

    3. Hat sich der Artikelverfasser mit seinem Versuch, sich zu integrieren der kulturellen Aneignung schuldig gemacht?

    Aus dem Machtgefälle heraus dürften seine „Integrationsversuche“ auf die indigene Bevölkerung wie herablassendes Blackfacing wirken. Er sollte sich einfach vom Acker machen und die Japaner in Ruhe lassen. Ah, hat er ja…

    4. Oder wäre es rassistisch in einem anderen Land nach den westlichen Regeln zu leben?

    Das wäre zwar nicht rassistisch aber dafür kolonialistisch. Das wäre Mikro-Aggressiv und könnte historische Traumata der indigenen Bevölkerung triggern. Und ist daher auch abzulehnen.

    Bekomme ich jetzt meinen Master in intersectional cultur studies? 🙂

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