Gastartikel: Gibt es Rassismus ohne Kontext?

Gastartikel von Bean

Dieser Beitrag beginnt mit einem Bild – einem Bild, das vor einigen Tagen auf TikTok einen kollektiven Wutausbruch ausgelöst hat, als eine vermutlich US-amerikanische Nutzerin es in einem kurzen Video postete und kommentierte: „Das hier habe ich gerade in einem deutschen Buchladen gefunden. Und da behauptet man, Deutschland hätte kein Rassismusproblem!“

Wer das Problem nicht versteht: Es geht um die Darstellung von Jim Knopf, zu dessen Figur und Abenteuern eigentlich schon alles gesagt wurde. Es gibt in der deutschsprachigen Literatur wohl kaum einen sympathischeren farbigen Helden als ihn, und sein Autor hat ihn ganz bewusst als antirassistische Figur angelegt. Schon sein Name ist ein Bezug auf Jemmy Button, einem Findelkind, das Charles Darwin von seiner Galapagos-Reise mit der Beagle mit nach Hause brachte und das der Liebling der ganzen Schiffsbesatzung war. Jim Knopf besiegt im Buch rassistische Drachen, die ihr „reines Blut“ schützen wollen, rettet Prinzessinnen, hilft Meermenschen und schafft es sogar, die bösesten Piraten der Welt im Alleingang erst zu besiegen und dann zum Guten zu bekehren.

Das Buchcover zeigt ihn nun als stark stilisierten Schwarzen – mit wortwörtlich schwarzer Haut, dicken roten Lippen und krausem Haar. Die TikTok-Nutzerin sah in dem Bild eindeutige Parallelen zur Darstellung von Schwarzen in den sogenannten „Minstrel Shows“, in denen sich Weiße das Gesicht schwarz schminken und mit übertriebenem Gehabe das Benehmen von Schwarzen verulken. Und aufgrund dieser Ähnlichkeit – so die Nutzerin – sei das Buchcover ebenso rassistisch wie die Minstrel Shows.

Jetzt hatten wir in Deutschland natürlich bereits erkleckliche Diskussionen zu Mohrenstraßen, Mohren-Apotheken sowie dem Hotel Zu Den Drei Mohren, um zu wissen, dass manche Wörter Emotionen auslösen, und Bilder dementsprechend natürlich auch. Und dass es jemanden eventuell emotional erregen könnte, auf einem Buch ein Bild zu sehen, das ihn an eine rassistische Bühnenshow erinnert, wird wohl auch niemand ernsthaft bestreiten wollen. Gefühle sind subjektiv, und natürlich kann man sie auch unabsichtlich verletzen.

Aber machen verletzte Gefühle bereits Rassismus aus?

Genau hier war nämlich der Punkt in der Diskussion auf TikTok erreicht, bei dem meine Emotionen ein bisschen erregt waren. Der Konsens der weitaus meisten Kommentare ließ sich nämlich so zusammenfassen: Dieses Bild ist eindeutig rssistisch, weil es an etwas anderes erinnert, das auch eindeutig rassistisch ist, nämlich Minstrel Shows. Es spielt keine Rolle, ob die Intention dahinter rassistisch ist oder nicht (bei Minstrel Shows ist sie es – die Abwertung von Schwarzen und das Lächerlichmachen ihres Aussehens und Benehmens) – der äußere Anschein ist genug für die Einordnung als Rassismus.

In meinen Augen ist das eine absolut idiotische Definition. Es besteht für mich ein himmelweiter Unterschied zwischen jemandem, der aus einer Laune der Natur heraus dem deutschen Kanzler der Jahre 1933ff sehr ähnlich sieht und jemandem, der sich bewusst wie dieser stylt, um damit seine Vorliebe für dessen politische Ziele kundzutun. Die Intention spielt in meinen Augen die entscheidende Rolle für die Frage, was rassistisch ist und was nicht, und ich glaube nicht, dass es einen absichtslosen Rassismus gibt. Für mich war die Definition von Rassismus immer, Menschen anderer „Rasse“ auf Basis eben dieser „Rasse“ anders zu behandeln als andere bzw. mit meinem Handeln das Ziel zu verfolgen, diese Menschen in irgend einer Weise bewusst in ein schlechtes Licht zu rücken.

Eine Minstrel Show aufzuziehen und dafür Werbeplakate zu zeichnen ist Rassismus. Das Cover eines Kinderbuchs zu zeichnen, ist in meinen Augen keiner. Der rassistische Kontext fehlt, die Intention fehlt.

Der weitaus größte Teil der Diskussionsteilnehmer sah das anders. Egal, was im Buch steht – wenn das Cover so aussieht, ist es rassistisch. Punkt. Weil es aussieht, als wäre es rassistisch. Und was genau „rassistisches Aussehen“ ist, das wird dadurch definiert, dass Menschen der entsprechenden ethnischen Herkunft es als rassistisch definieren.

Letzteres ist meines Erachtens nach nicht diskutabel. Wenn man einer Ethnie das alleinige Definitionsrecht zugesteht, was rassistisch ist und was nicht und zugleich den so erkannten Rassismus mit aller Härte bekämpft, gesteht man dieser Ethnie zu, alles zu verfolgen und auszumerzen, das ihr nicht in den Kram passt. So erzeugt man keine Gerechtigkeit, so erzeugt man nur eine Herrenrasse, und das hatten wir hier schon mal.

Was ich zur Diskussion stellen möchte, ist das hier: Gibt es tatsächlich Dinge – Bilder, Wörter, irgend etwas, das befreit von jedem Kontext rassistisch ist? Ich tue mir damit sehr schwer. Aber ich habe nur meinen eigenen Blick auf die Dinge. Und der weicht ja offensichtlich mindestens mal von dem Standpunkt von etwa 3.000 TikTok-Nutzern ab. So was bringt mich schon zum Nachdenken.

Wie seht ihr das?

B E A N

74 Gedanken zu “Gastartikel: Gibt es Rassismus ohne Kontext?

  1. Aus heutiger Sicht ist das Bild vielleicht etwas schwierig. Aber der dicke weiße Mann ist ja auch eher eine Karikatur als eine reale Darstellung.

    Ich erinnere mich da auch an eine Geschichte wo es in einem Kunstprojekt um Afrika ging und da sollte ein Afrikaner den obligatorischen Trommelkurs leiten. Meinen Einwand, dass nicht jeder Afrikaner trommeln kann und wir auch ein eher schiefes Bild vermitteln, hat die ach so progressive Gruppe nicht verstanden.

    • „Aus heutiger Sicht ist das Bild vielleicht etwas schwierig.“

      Wieso sollte es? Niedlicher schwarzer Junge mit schwarzen Locken und Neqer-Lippen. Seit wann ist es problematisch, typische rassische Besonderheiten auch zu zeichnen? Man malt einen Chinesen doch auch nicht mit Kulleraugen.

      • Weil ein offensichtlich Minderjähriger eine Pfeife im Mund stecken hat, also offenbar in jungen Jahren schon raucht. ,-)
        Ansonsten ist das Bild natürlich absolut nicht schwierige, außer in den Augen selbsternannter Sitten- und Moralwächter.

  2. Ergänzend sollte hier gesagt sein, dass es sich bei dem Cover um die Original-Illustration von Michael Ende handelt.
    Das Bild selbst ist quasi historisch.

  3. „Dieses Bild ist eindeutig rssistisch, weil es an etwas anderes erinnert, das auch eindeutig rassistisch ist, nämlich Minstrel Shows.“

    a)
    Wäre das korrekt verallgemeinert mit „Etwas ist eindeutig x-istisch, sobald es jemanden, welcher als zur x-Gruppe zugehörig gelesen wird, an etwas erinnert, dass allgemein als x-istisch gesehen wird.“?

    Dann bräuchten wir nur noch einen Russen zu finden, der sich von der Tiktokerin an Stalinistische Säuberungsaktion erinnert fühlt und wir haben bewiesen, dass die Tiktokerin Pro-Gulag ist.
    Kann mal jemand bei Konstantin Kisin anfragen?
    Ach, brauchts gar nicht. Mein Opa ist in Sibirien gestorben, das ist dicht genug dran. Ich fühle mich also von ihr an Stalin erinnert und sie sollte in sich gehen und sich was schämen.

    b)
    „Minstrel Shows sind *immer* rassistisch“
    Es gibt eine Jeeves & Wooster Folge, in der Wooster einem Konundrum per Blackfacing inmitten einer Minstrelgruppe entkommt.
    (Wer Jeeves & Wooster nicht kennt, das sind Geschichten von Woodehouse Anfang des 20. Jh, die in den 90ern von Stephen Fry und Hugh Laurie verfilmt wurden. Der einzige Rassismus in diesen Geschichten richtet sich gegen junge, weiße, reiche Männer, die allesamt als Contestants um den Upper-Class-Twit-of-the-Year dastehen. Die lächerlich gemachten Idioten sind hier eindeutig nicht Schwarze, sondern die, die gedankenlos blackfacing machen.
    http://www.youtube.com/watch?v=XxUvK3-HFsM)
    ((Wer den Upper-Class-Twit-of-the-Year nicht kennt: Das ist ein bekannter Sketch von den Pythons: http://www.youtube.com/watch?v=VVYA3oTG8fg ))

    MaW: NICHTS ist ohne Kontext rassistisch, nicht mal das Beispiel, das du eindeutig fandst.

    • Btw. Amerika.
      In den USA gibt es ein Nachwuchs-Programm für Offiziere, ROTC. Dieses kann als Wahlpflichtfach am College belegt werden.
      An den Highschools gibt es dir Jugendversion, JROTC.

      Sie haben Uniformen, die sie auch im Unterricht tragen. Sie haben Übungen im Feld.

      Tja, erinnert mich an die HJ. Ergo haben die USA ein Nazi-Problem…

      • ((Reserve Officer’s Training Corps
        https://www.todaysmilitary.com/education-training/rotc-programs
        Ein Weg für LowerClassPeople, an eine Ausbildung zu kommen. Siehe z.B Rob Henderson.
        ))

        „Tja, erinnert mich an die HJ. Ergo haben die USA ein Nazi-Problem…“

        Ja, das anscheinend ist wirklich die intellektuelle Tiefe von Anti-Rassisten,sobald das Thema emotional wird.
        Korrektur: Das anscheinend ist wirklich die intellektuelle Tiefe von Menschen, sobald das Thema emotional wird.
        Religion ist bedeutender als Verstand.
        ¯\_(ツ)_/¯

        • Um es klarzustellen:
          Ich persönlich finde es verwerflich. Bei den JROTC lernt man auch Tugenden wie Disziplin, Mäßigung und vor allem Teamgeist.

    • „an Stalinistische Säuberungsaktion erinnert fühlt“

      Stalin war der Gute, der Kommunist, eine Säuberungsaktion von ihm, kann also nicht schlecht gewesen sein!1!! Du hast dich gerade als Nazi geoutet, noch dazu, weil dein Opa in Sibirien war!11!
      😉

  4. Die Intention ist selbstverständlich entscheidend. Allerdings kann etwas als rassistisch empfunden werden, auch wenn es der Urheber nicht beabsichtigte, d.h. es kann missverstanden werden.
    Das Wort „Negro“ wurde von Martin Luther King seinerzeit ganz selbstverständlich benutzt. Der ist nun hinsichtlich Rassismus gegen Schwarze gänzlich unverdächtig. Das deutsche Analog „Neger“ wurde so lange als rassistisch gebrandmarkt, bis es nur noch in diesem Sinne verstanden wird, d.h. als rassistisch abwertende Bezeichnung für Schwarze. Selbstverständlich kann und wurde das N – Wort in rassistischem Kontext verwendet, genau so wie Negro. Es war aber ursprünglich und in seinem Wortsinn lediglich ein Verweis auf die Hautfarbe. So lässt sich im historischen Rückblick ein rassistisches Zerrbild der Vergangenheit konstruieren und rassistische Intentionen unterstellen, die nicht notwendigerweise vorhanden waren. Es ist eben ein Unterschied, ob man heute das N – Wort benutzt, das mittlerweile als rassistisch gebrandmarkt ist oder ob man es vor 50 Jahren benutzte, als es Teil des üblichen Sprachgebrauchs war.

  5. „Und der weicht ja offensichtlich mindestens mal von dem Standpunkt von etwa 3.000 TikTok-Nutzern ab“

    Die große TikTok-Kritik zeigt doch das du mit deinem Standpunkt richtig liegst!

  6. So etwas wie ein „Definitionsrecht“ gibt es nicht. Wer sollte denn das entscheiden? Jeder kann Dinge so definieren, wie er möchte, ob andere das akzeptieren, ist eine ganz andere Sache. Wer sich auf den Boden der Wissenschaft begibt, muss sich allerdings an bestimmte Maßstäbe halten, mir ist allerdings nicht bekannt, dass es irgendeine wissenschaftliche Autorität gäbe, die entschieden hätte, nur „Betroffene“(Definition?) dürften über Sachverhalte entscheiden bzw. urteilen.

    Ganz im Gegenteil, nur was überindividuell nach allgemeingültigen Maßstäben feststellbar ist, ist wissenschaftlich gültig.

    Ist natürlich klar, dass es hier um ganz anderes geht, nämlich um Idologie bzw. Politik. Man will diese höchst willkürlichen Maßstäbe allgemeinverbindlich machen und sie eben der wissenschaftlichen Diskusion entziehen. Dies funktioniert, indem man in Medien und sozialen Netzwerken möglichst laut herumschreit und andere ohne Argumente aber mit großer moralischer Empörung anklagt.

  7. „Aber ich habe nur meinen eigenen Blick auf die Dinge. Und der weicht ja offensichtlich mindestens mal von dem Standpunkt von etwa 3.000 TikTok-Nutzern ab. So was bringt mich schon zum Nachdenken.“

    Ich kann Dich beruhigen: Bei diesen dreitausend TikTok-Nutzern handelt es sich um dreitausend Idioten, die einen Wald nicht sehen, wenn lauter Bäume ihnen die Sicht versperren.
    Morris hat es oben auch schon gesagt: Lukas ist ebenfalls karikaturenhaft dargestellt. Entweder Michael Ende hat was gegen Schwarze und Weiße – also gegen alle -, dann liegt kein Rassismus vor, weil Rassismus die Menschen eben ja gerade nicht alle gleich wertet/behandelt. Oder die TikTok-Nutzer sind zu blöde, eine Karikatur als solche zu erkennen.

    Dass es eine objektive Definition von Rassismus geben muss, sollte offensichtlich sein. „Etwas ist rassistisch, wenn es mich an etwas anderes rassistisches erinnert“ ist eine zirkuläre Definition: Welches Kriterium ermöglicht es denn, das andere als rassistisch zu erkennen? Erst kommt eine solide Definition von Rassismus, auf die man sich einigt, dann kann man diskutieren, ob etwas verglichen mit der Definition rassistisch ist. Wer Rassismus zirkulär definiert, ins Belieben einer Person stellt, oder die Rassismusdefinition selektiv anwendet (hier: nicht auch auf Lukas), macht eine blödsinnige Aussage, und sagt damit letztlich nur etwas über sich selbst:

    Er ist ein Idiot.

    • „Ich kann Dich beruhigen: Bei diesen dreitausend TikTok-Nutzern handelt es sich um dreitausend Idioten, die einen Wald nicht sehen, wenn lauter Bäume ihnen die Sicht versperren.“

      Harharhar! Genau dieselbe Antwort auf Beans Bedenken kam auch mir intuitiv in den Sinn. Auf Plattformen wie Twitter, Instagram oder eben (ich wage zu behaupten gar vor allem) auf TikTok haben die kompletten Vollidioten und Denkbehinderten die erdrückende Mehrheit auf ihrer Seite. Man sollte nie den Fehler machen, dortige Diskussionsmehrheiten als auch nur annähernd repräsentativ zu erachten.

      Als Musterbeispiel sollte eine Trulla erwähnt werden, die, beachtet man die „Argumente“, welche sie auf jene, die ihr widersprachen, niederprasseln ließ (ihr seid doch nur alte weiße cis-dudes, weiße Suprematisten und Kolonialisten mit Angst vor einer starken intelligenten Frau), wohl klar der postmodern „linken“ Sekte zugeordnet werden kann, die allen Ernstes dort behauptete, es habe das römische Imperium nie gegeben und dies mit allerlei haarsträubenden, für andere nur allzuleicht zu widerlegenden „Beweisen“ zu belegen versucht. Ich werde mal im Selbermachmittwoch ein Antwort-Video von einem YouTuber mit einem durchaus interessanten Chanel reinstellen, der sich da der Dame oder besser explizit nicht ihr, sondern ihrer „Argumente“ annimmt.

      Im Übrigen ging auch mir durch den Kopf, dass der „weiße“ Lukus der Lokomotivführer jetzt auch nicht gerade realistisch gezeichnet ist und somit die Darstellung von Jim Knopf nicht einmal sonderlich heraussticht. Aber wahrscheinlich sind es die krausen Haare und die deutlich dargestellten vollen Lippen, welche diese Deppen so triggern. Denn wir wissen alle, dass krause Haare und volle Lippen keineswegs bei „Afrikanischrassigen“ im Mittel weitaus häufiger auftauchen, als bei Kaukasiern und dass das alles nur bösartige, unterdrückerische Stereotype übler weißer Männer sind.

      Wie weit sind wir wohl noch von dem Punkt entfernt, an dem diese Volltrottel realen Afrikanern vorwerfen werden, dass ihr faktischer Phänotyp rassistisch stereotyp gegenüber Afrikanern ist???

      • „Wie weit sind wir wohl noch von dem Punkt entfernt, an dem diese Volltrottel realen Afrikanern vorwerfen werden, dass ihr faktischer Phänotyp rassistisch stereotyp gegenüber Afrikanern ist???“

        Oh, ich wette, irgendwo in den Weiten des Internets hat das schon jemand getan, und es war nicht jemand wie Titania McGrath 🙂

        Bezüglich der Zahl der Menschen, die eine bestimmte Meinung vertreten, möchte ich noch auf Albert Einsteins Reaktion auf ein Buch mit dem Titel „Hundert Autoren gegen Einstein“ erinnern: „Warum einhundert? Wenn sie recht hätten, würde ein einziger genügen.“ 😉

          • Du findest die Schrift leicht im Netz, ich habe gerade ein bisschen darin gelesen. Ich finde die Argumente nur selten leicht nachzuvollziehen, da oft der Kontext zu fehlen scheint. Da, wo ich sie nachvollziehen zu können glaube, scheint ihnen ein falsches Verständnis der Einsteinschen Relativitätstheorien zugrunde zu liegen, z.B. hat einer der Kritiker überhaupt kein Verständnis dafür, dass man zunächst mal festlegen muss, wie man eine Länge abmisst, bevor man darüber sprechen kann, was im Rahmen der SRT dann zu beobachten ist. Wahrscheinlich stimmt das Urteil der (heutigen) Fachwelt: Da waren Stümper am Werk.

            Die Spezielle Relativitätstheorie ist übrigens auch für Laien ganz gut nachvollziehbar. Erst bei der Allgemeinen Relativitätstheorie wird die Mathematik so abgefahren, dass man dafür studiert haben muss. Wobei die SRT natürlich auch mit komplizierterer Mathematik behandelt werden kann (und dann, scheinbar paradoxerweise, leichter zu berechnen ist), aber im Großen und Ganzen reicht die Kenntnis von Mittelstufenmathematik aus, weshalb dieses Buch (sorry für die Schleichwerbung), das sich auch in meinem Regal befindet, einen entsprechenden Untertitel hat.

            Falls Du übrigens glaubst, dass die Relativitätstheorien fehlerhaft sein könnten: Vergiss es. Die Theorien sind von mehreren Generationen Physiker auf ihre innere Konsistenz abgeklopft worden, und sie beschreiben die uns bekannte Welt hervorragend. Kein Satellitennavigationsgerät würde ohne SRT und ART funktionieren, weil die Satelliten auf ihren Bahnen zu hohe Geschwindigkeiten haben (hier spielt die SRT hinein) und einem anderen Gravitationseinfluss ausgesetzt sind als wir auf der Erdoberfläche (das macht die ART notwendig). Dadurch sind Korrekturen bei ihren Zeitmessungen nötig, die nur die Relativitätstheorie hergibt. Ohne diese Korrekturen würden die Navigationsgeräte schon binnen 24 Stunden bei der Ortsmessung mehrere Kilometer daneben liegen.

            Ob die Relativitätstheorien irgendwann durch etwas noch Besseres ersetzt werden, steht auf einem anderen Blatt. Auch Newtons Mechanik ist ja nicht falsch, sondern ein Grenzfall von Einsteins Theorien für kleine Geschwindigkeiten und Massen. Unter solchen Bedingungen ist sie gut einsetzbar, und man merkt in der Praxis keine Unterschiede als Ergebnis der Berechnungen, weil diese Unterschiede einfach zu klein ausfallen. Vielleicht findet man irgendwann Bedingungen, unter denen auch die Relativitätstheorien nur noch eingeschränkt gelten. Heute sind solche Bedingungen aber noch unbekannt.

          • @Renton

            Danke.

            „scheint ihnen ein falsches Verständnis der Einsteinschen Relativitätstheorien zugrunde zu liegen“

            Das ist ein häufiges Problem innerhalb der Wissenschaft, denke ich. Dass einer den anderen kritisiert, ohne das Thema so richtig durchdrungen zu haben. Vermutlich ist das oft auf den Widerwillen zurückzuführen, sich mit einem fremden Weltbild auseinanderzusetzen (ich kann das gut nachempfinden 🙂 )

            „Falls Du übrigens glaubst, dass die Relativitätstheorien fehlerhaft sein könnten: Vergiss es.“

            Glaube ich nicht. Aber unvollständig wird sie sein.

            Heim hat sie übrigens erweitert (zumindest glaubte er das, bewiesen ist m.W. leider noch nichts davon):

            „Anfang der 1950er Jahre beschäftigte sich ein junger Mann namens Burkhard Heim mit der einheitlichen Feldtheorie von Einstein und kontaktierte ihn 1955 mit seinen eigenen Ideen. Leider konnte Einstein auf Grund seiner körperlichen Situation nicht mehr auf seine Briefe antworten aber Prof. Václav Hlavatý – Einsteins Mathematiker – antwortete und war sehr beeindruckt von dem, was Heim sich erarbeitet hatte.

            Heim betrachtete Einsteins sog. Energie-Impuls-Tensor-Matrix und fand etwas Interessantes: Wenn Sie ein Objekt mit einer Masse haben, biegt es bekanntermaßen die Raumzeit um sich herum, es entsteht ein Gravitationstrichter, der wiederum eine Beschleunigung von Massen erzeugt, die sich in diesem Trichter befinden. Wir sprechen hier zwar von Anziehungskraft, aber nach Einstein sagt die Geometrie, dass ein Gefälle hin zum Mittelpunkt der Masse ensteht und die Objekte einander zu fallen lässt. Aber Einsteins Gleichungen zeigen auch eine kleine Feldmasse im Feld selbst an, die fast 0 ist.
            ….
            Aber weil man mit einer „0“ besser rechnen kann, nahm Einstein die Feldmasse als 0. Heim nahm nun Einsteins Energieimpuls-Tensorgleichungen, schloss die Feldmasse ein und rechnete sie zu Ende. Er bekam ein 8×8 = 64 Tensor-Matrix-Modell, wo er alles auflösen konnte, was in der Matrix eine echte „0“ war, und löschte die reinen „0“ Ergebnisse aus der Matrix. Was blieb, war ein 6×6 = 36 Tensor-Matrix-Modell.

            Die Tensormatrix beschreibt die Wechselwirkung zwischen den Dimensionen. Und wir können hier sehen, dass X5 und X6 nicht mit unserem realen Raum interagieren, sondern mit der Zeit. Als Heim erkannte, was in diesen beiden neuen Dimensionen passiert, war er verblüfft. Es gibt Organisationsstrukturen hinter unserer Welt, die die Dinge mehr oder weniger wahrscheinlich machen. Also nannte Heim die 2 zusätzlichen Dimensionen die „S2“. S steht hier für Struktur. Er überlegte sich, ob diese Dimensionen nun eher physikalisch oder eher virtuell (wie die Zeit) sein müssten und kam zu dem Schluss, dass es eher Zeitartige Dimensionen sind – also 3 physische und 3 virtuelle (3+3) Dimensionen, mit der man die energetische Physik beschreiben kann.“

            https://www.the-unidentified.net/die-quantenfeldtheorie-des-burkhard-heim-und-die-5-dimension/

            Usw. keine Ahnung ob was dran ist, ich bin nicht in der Lage es nachzurechnen 🙂

  8. Was ich irgendwie witzig finde, ist, dass der kleine schwarze Junge vermutlich irgendwann mal als „woke“ und antirassistisch galt. So eine Art virtue signalling der Art: wir haben auch Schwarze im Programm, so wie bei Raumschiff Enterprise die Quotenschwarze Uhura.

    Für mich ein klassischer Fall von: die Revolution frisst ihre Kinder. Wenn man anfängt die double-bind-Idioten ernst zu nehmen, kann man heutzutage vermutlich gar kein Buch mehr herausbringen. Entweder die mokieren sich über die Darstellung vermeintlich diskriminierter Minderheiten oder darüber, dass keine drin vorkommen.

    Rassismus hieß im Sprachgebrauch früher, dass man Leute wegen ihrer rassischen Andersheit beschimpfte und aktiv benachteiligte. Heute wird das Wort nur noch als beliebige Kampfvokabel benutzt und „begründet“ wird über Emotionen und Opferpyramide.

  9. Zunächst einmal sind Lukas und Jim beide stark karikiert. Dass es sich bei Jim um eine böswillige Karikatur handelt und bei Lukas nicht, darauf muss man erst einmal kommen.

    Aber zum Thema Minstrel Show: der Verfasserin scheint nicht klar zu sein, dass es sich hierbei um ein rein US-amerikanisches Phänomen handelt, das woanders völlig unbekannt ist. Sie schlägt alles, was sie wahrnimmt, über den Leisten ihrer US-geprägten Weltsicht.

    Hierzu ein Witz. Es gab in den 80er Jahren eine weltweite Telefonumfrage. Gefragt wurde: „Sagen Sie uns bitte Ihre ehrliche Meinung zum Problem der Nahrungmittelknappheit in anderen Ländern“. Die Umfrage scheiterte. Osteuropäer verstanden das Wort „ehrlich“ nicht. Chinesen verstanden das Wort „Meinung“ nicht. Afrikaner verstanden das Wort „Nahrung“ nicht. Westeuropäer verstanden das Wort „Knappheit“ nicht. Und US-Bürger konnten mit dem Begriff „andere Länder“ nichts anfangen.

    • Einer meiner Lieblingswitze. Wenn man die Umfrage um das Wort „Lösung“ erweitert („Sagen Sie uns bitte Ihre ehrliche Meinung, wie das Problem der Nahrungsmittelknappheit in anderen Ländern (im Rest der Welt) gelöst werden kann“), kriegt man auch den Nahen Osten noch untergebracht. Und Gerüchten zufolge waren die Menschen in Lateinamerika vom Wort „bitte“ überfordert 🙂

  10. >>Was ich zur Diskussion stellen möchte, ist das hier: Gibt es tatsächlich Dinge – Bilder, Wörter, irgend etwas, das befreit von jedem Kontext rassistisch ist?<<

    Ich würde sagen, dass Rassismus immer kontextabhängig ist, dabei muss etwas aber nicht zwingend gewollt rassistisch sein um rassistisch zu sein.
    In diesem Fall gibt es durchaus einen Kontext, der aber völlig ignoriert wird. Statt dessen wird er durch den US-Kontext ersetzt um sich die Welt zu erklären. Das ist völlig unzulässig und ignorant. So provoziert man völlig unnötige Konflikte.

    Es gab mal einen Fall in einem Chinesischkurs. Ein Schüler fühlte sich getriggert, weil ein Wort im Chinesischem so ähnlich klang wie eine rassistische Beleidigung in seiner Muttersprache. Bei so einer Ignoranz hört es für mich absolut auf.

    • „Bei so einer Ignoranz hört es für mich absolut auf.“

      Vor allem, wie hat sich dieses Denken so breit machen können? Wie konnte sich diese egozentrische Schneeflöckchenmentalität etablieren. Wenn ich an meine Schulzeit so in den 90ern des letzten Jahrhunderts zurückdenke… also wir haben uns da eher gemeinschaftlich beömmelt, wenn in einer Sprache ein Wort so ähnlich klang wie ein deutsches. Und wenn es gar so ähnlich klang wie ein derbes Schimpfwort oder eine heftige Beleidigung, dann wurde es für uns dadurch nur noch umso witziger.

      Wie zum Teufel kann man sich von so etwas triggern lassen???

      • Allein die Forderung nach einer Warnung, es könnte etwas „triggern“ und also „re-traumatisieren“ beruht auf der Unterstellung der allgemeinen Erfahrung von „Traumata“, die dieser vorausgegangen sein muss. Wobei die verwendete Definition von „Trauma“ heute im Grunde „negative Erfahrung gemacht“ bedeutet, so dass alle gleichermaßen „traumatisiert“ worden sind.
        Sehr inklusiv, quasi – nur macht es den Begriff des Traumas damit wertlos.

        Sie versichern sich lediglich gegenseitig ihre Sensibilität für die eigene Sensibilität und die eigene Verletzlichkeit bzw. den Status als höchst individuelles Opfer (intersektional!).
        Dieses Psycho-Gebabbel hat sich in eine Karikatur einer therapeutischen Sitzung verwandelt, die aber öffentlich und in den sozialen Medien stattfindet und das Schneeflöckchen verwandelte sich in einen hypersensiblen Paranoiker.

        Wiki: „Ein paranoider Mensch glaubt oft, dass andere beabsichtigen, ihn zu schädigen, zu betrügen oder auch zu töten. Oft kann er dafür auch „Beweise“ präsentieren, die für ihn völlig überzeugend scheinen, für Außenstehende dagegen überhaupt nichts besagen. Diese Überzeugungen sind wahnhaft.“

        Wie bei einem Rorschachtest (ich weiß, umstritten) sind die Abbildungen an sich egal, interessant für die psychologische Analyse ist die Projektion dessen, was der Patient, die Patientin in ihnen erkennt bzw. erkennen will. Dem Schneeflöckchen ist erstens der Unterschied zwischen eigener Projektion und psychologischer Analyse dieser nicht klar, zweitens hält er seine Paranoia nicht für eine psychische Krankheit, sondern für einen Bestandteil seiner höchst individuellen, „authentischen“ Persönlichkeit (s.o.).
        Das Problem ist daher m.E., es besteht kein (individueller) Anreiz dafür, (echte oder erfundene) „Traumata“ zu überwinden, sondern im Gegenteil sucht es „Beweise“ dafür, dass seine Paranoia berechtigt ist.

        Die Filterblase in den sozialen Medien wiederum versichert dem Schneeflöckchen (und damit sich selbst), es habe ja so Recht damit, dieser Tintenklecks ist rassistisch.
        „Beweisführung“ abgeschlossen.
        Ich habe keine Ahnung, ob sie heilbar sind.

        • Das Trauma ist halt der Rassismus – und dafür reichen ja schon „Mikroaggressionen“. Da mag es einen berechtigten Kern geben, aber es geht halt oft viel zu weit.

          Ein entscheidender Punkt scheint in dieser ganzen Geschichte zu sein, dass der Fokus vom Akteur hin zum Empfänger der Nachricht wandert. Relevant ist nicht die Intention und was wirklich gesagt/getan wurde, sondern wie es ankommt und interpretiert wird – es ist ggf. also auch völlig losgelöst vom für den Sprecher relevanten Kontext. (Wer im internationalen Kontext so agiert ist m.e. immer auf der falschen Seite)
          Das ist schon nervig, wenn man nur mit einer sehr neurotischen Person zu tun hat die alles negativ auslegt. Aber wir haben hier ja eine Kultur, die sich in ihrer eigenen Bubble darauf trainiert Interpretationsmöglichkeiten zu finden, bei denen der Sprecher schlecht wegkommt, bzw. die dazu dienen an quasi jeder Aussage Anstoß finden zu können. Das Ganze ist also erlernt. (Das ist beim sich nicht angesprochen fühlen bei Verwendung des generischen Maskulinums das Gleiche. Gab da ein paar interessante Shows wo das von feministischer Seite auch genau so geäußert wurde. Man wolle bewusst Anstoß nehmen.)
          Was gelernt wird kann meistens auch wieder verlernt werden. Das ist aber oft schwieriger als umgekehrt.

          Nochmal ein Sprachbeispiel aus dem Nähkästchen. Vor einigen Jahren habe ich die Wendung „zur Hölle“ ein wenig überstrapaziert. Eine chinesische Freundin von mir war davon total angepisst und meinte ich solle das lassen, weil es total übel sei das zu sagen. Nach etwas hin- und her habe ich herausbekommen was das Problem war. Ihr Wörterbuch hatte es nicht wortwörtlich übersetzt, sondern mit einer chinesischen Wendung, die in ähnlichen Fällen verwendet wird. Meistens würde man es mit „fuck“ oder „scheiße“ übersetzen. (Ta ma de) Wörtlich bedeutet es jedoch „(fxck) deine Mutter“.
          Nach der Klärung war es dann aber ok – Hölle als Konzept fand sie halt irrelevant und wenig emotional.

          • @WiPo

            „Ein entscheidender Punkt scheint in dieser ganzen Geschichte zu sein, dass der Fokus vom Akteur hin zum Empfänger der Nachricht wandert.“

            Die Definitionsmacht (a la Feminismus) über das Verständnis des Inhalts der Nachricht hat der Empfänger der Nachricht. Aber der Inhalt ist nicht entscheidend, sondern wie er ihn empfindet. Zum Wahrheitsgehalt dieser Empfindung (dito): listen and believe.

            „Relevant ist nicht die Intention und was wirklich gesagt/getan wurde, sondern wie es ankommt und interpretiert wird – es ist ggf. also auch völlig losgelöst vom für den Sprecher relevanten Kontext. (Wer im internationalen Kontext so agiert ist m.e. immer auf der falschen Seite)“

            Hat der Sprecher die falschen biologischen Merkmale, ist sein Kontext irrelevant, weil seine Position als Sprecher (weißer Mann) sich automatisch ab- bzw. entwertet. Die „Täter-Opfer-Dichotomie“ ist (auch hier a la Feminismus) der Kommunikation vorausgesetzt.

            „Das ist schon nervig, wenn man nur mit einer sehr neurotischen Person zu tun hat die alles negativ auslegt. Aber wir haben hier ja eine Kultur, die sich in ihrer eigenen Bubble darauf trainiert Interpretationsmöglichkeiten zu finden, bei denen der Sprecher schlecht wegkommt, bzw. die dazu dienen an quasi jeder Aussage Anstoß finden zu können. Das Ganze ist also erlernt.“

            Ja, es ist gelernte Paranoia und gekoppelt mit einem gesellschaftlichen Verständnis einer „weißen Vorherrschaft“ dieses „Anti-Rassismus“ ist es eine bösartige Unterstellung, die daher jede Kommunikation vergiftet und m.E. spaltend wirkt.
            Es ist weiterhin ein Machtspielchen dieser „Anti-Rassisten“ und ein Geschäftsmodell („antirassistische“ Trainings, Diversity-Beauftragte etc. ganz nach dem feministischen Vorbild).

      • Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als wir uns beim Wort „divorced“ (klingt halt wie „die Wurst“) weggehauen haben…
        Ich hatte damals auch die Aussprache von „important“ nicht hinbekommen und habe völlig unschuldig „impotent“ von mir gegeben.
        Oder im französischen „Tu es Marc!“ (Hier hatten wir es einfach deutsch gelesen… War aber harmlos)

      • Es geht also um „nage“?! Unfassbar…

        Es bedarf einigem an Phantasie oder – in Bezug auf dieses „woke“ Gesocks – wohl eher einigem an bösartiger Grundhaltung seinen Mitmenschen gegenüber, da das böse, böse „N-Wort“ raushören zu wollen. Schlimm, dass dann auch noch die Uni direkt vor diesem Geschmeis kuscht, statt ihnen endlich einmal unmissverständlich klar zu machen, was für gestörte Gestalten sie selber sind – wäre wohl für dieses verwöhnte, verzogene Pack das erste Mal in ihrem Leben, dass man sie infrage stellt, anstatt ihnen in die faulen Ärsche zu kriechen, wie es allzu viele Menschen ihr ganzes bisheriges Leben wahrscheinlich getan haben. Wenn man weiter vor denen einknickt und sie somit in ihren Neurosen bestätigt, wird man da am Ende komplett gestörte, beispiellos narzisstische Kotzbrocken bei rausbekommen, die zu jeglicher gesunden sozialen Interaktion unfähig sein werden.

        • Ich versuche, es positiv zu sehen. Wer sich krampfhaft an jedem Wort ereifert, isoliert sich am Ende selbst. Wer auf unverständlichen und ausschweifenden ideologischen Jargon und paranoides Meidverhalten besteht, wird irgendwann nicht mehr verstanden und schließt sich selbst aus der Kommunikation aus.
          Vielleicht kommen wir als Gesellschaft dann irgendwann an den Punkt, an dem die von dir genannten narzisstischen Kotzbrocken es derart mit der Toleranz ihrer Mitbürger übertrieben haben, dass das Pendel in die andere Richtung ausschlägt und man sie zum Teufel jagt. Man merkt das bereits an ersten Bevölkerungsgruppen, die die Woken komplett auffahren lassen. Zudem wird man sich den Wokismus finanziell nicht mehr leisten können.

      • Stimmt! Hatte vergessen welches Wort es war! Es war dieser Fall hier. Zur Erklärung. Das Wort „na ge“ kann durchaus ca. nigge (Englisch Aussprache) ausgesprochen werden. Also quasi wie die rassistische Beleidigung gegen Schwarze.

        Es bedeutet „das da“ oder „dieses“ – „na ge dongxi “ 那个东西 – „dieses Ding“. Na ge wird aber auch als Füllwort wie im deutschen „äh“ oder im japanischen „etto“ verwendet. Es kann also sein, dass jemand sagt „na ge na ge na ge“. Der Sprecher bricht sich dann also grad ein bisschen einen ab. Das hört man im chinesischen also dauernd.

        Aber das Erlernen einer Fremdsprache ist ja eh kulturelle Aneignung…

  11. „Eine Minstrel Show aufzuziehen und dafür Werbeplakate zu zeichnen ist Rassismus.“

    Nein ist es nicht. Es ist nur dem „woken“ Zeitgeist geschuldet, dass man es als „Rassismus“ einkategorisiert.

    Würde Schwarze sich weiß schminken und diese irgendwie verulken, dann würde auch niemand von Rassismus sprechen.

  12. Gibt es tatsächlich Dinge – Bilder, Wörter, irgend etwas, das befreit von jedem Kontext rassistisch ist?

    In der Sozialpsychiatrie vertritt eine Strömung die Auffassung: Psychisch krank ist derjenige, der so bezeichnet wird.
    Hört sich zwar banal an, ist es aber nicht. Die Stigmatisierung durch die Diagnose „Psychisch krank“ hat nicht nur maßgeblichen Einfluss auf den Umgang der Gesellschaft mit der jeweiligen Person, sondern sie führt auch zu einer erwiesenermaßen veränderten Selbsteinschätzung. Der Mensch, der ohne Kontakt mit der Psychiatrie als exzentrisch oder sonderbar beschrieben werden würde, ist plötzlich klar definiert krank. Er geht dann zum Arzt und nimmt irgendwelche Pillen oder Spritzen und bezeichnet sich selbst als psychisch krank. Obwohl er sich vielleicht gar nicht schlecht fühlt und zufrieden ist als schrille Person in einer schrillen Welt.

    Ähnlich sehe ich das auch beim Etikett „rassistisch“. Nur durch die entsprechende Diagnose entsteht Rassismus. Wenn ich, was ich noch immer mache, diese süßen Dinger mit Schokoüberzug als „Nähscherküsse“ (Schreibweise geändert wegen möglicher Filtereinstellungen im Blog) bezeichne, dann hat das null mit Rassismus oder einer Abwertung andersfarbiger Menschen zu tun. Wenn aber die Kassiererin mich wegen der Nutzung dieses Begriffes anschnauzt, dann wird es zu einem rassistischen Vorfall – und ich damit zum Rassisten.

    Kann ich mir halt nicht aussuchen, was ich bin 😉

  13. „Dieses Bild ist eindeutig rssistisch, weil es an etwas anderes erinnert, das auch eindeutig rassistisch ist, nämlich Minstrel Shows.“

    Wenn man mal davon ausgeht, dass solche Minstrel Shows reale Merkmale übertreiben, dann kann jede Darstellung daran erinnern. Und dass ist ja das Problem wenn man irgendeiner Gruppe eine Deutungshoheit gibt und Gefühle als Maßstab ernst nimmt. Irgendwer ist immer beleidigt…. am Ende bleibt nur die Segregation.

  14. Rassismus ist per Definition etwas Absichtliches. Es kann keinen „unabsichtlichen Rassismus“ geben, Wörter und Bilder sind nicht „aus sich heraus“ rassistisch sondern nur im Kontext mit einer Absicht des Autors. Das ist etwas was die Woken aber nicht verstehen und sogar leugnen. Wenn sie logisch denken könnten, wären sie aber nicht woke.

  15. Wenn ein Jude mit großer Hakennase dargestellt wird, ist das ein vom Kontext abhängiger Antisemitismus doch immer antisemitisch? Der Jude Shlomo Finkelstein verwendete in seinen Videos solche Karikaturen.

    • …ist das ein vom Kontext abhängiger Antisemitismus oder doch immer antisemitisch?

      In der Hälfte meiner Kommentare korrigiere ich die anderen. Wen muss ich vögeln um hier eine Editierfunktion zu bekommen?

        • Diese spezielle vermutlich nicht, weil sie ja den angeblich vorhandenen heimtückischen Charakter per Gestik hervorhebt. Könnte höchstens im Kontext (etwa einer Comic-Geschichte) anders interpretiert werden.

          Die Nase allein (ist die überhaupt treffend, ich kenne kaum Juden und deren Nasen sind normal?) wäre sicher noch nicht antisemitisch.

          Aber mir drängt sich eine Frage auf: ist es rassistisch, wenn man einem anderen Volk, sagen wir mal, unvorteilhafte Eigenschaften unterstellt?

          • Ok, damit beziehst Du aber Position gegen die Intention des Gastartikels.

            Nase und Juden? Keine Ahnung, ist halt die Überzeugung der Nazis, ob das einen wahren Kern hat, weiß ich nicht. Nazis führen dazu gerne Bilder von Juden mit großen Nasen an, aber das ist dann wohl cherypicking und außerdem gibt es auch Nichtjuden mit großen Nasen.

          • „Ok, damit beziehst Du aber Position gegen die Intention des Gastartikels.“

            Sagen wir mal so: es gibt eigentlich keine Information ohne Kontext.

            Wenn man keinen mitliefert, dann wird das Bild halt zeitgeistig interpretiert, das ist letztendlich aber eben auch Kontext (jemand der das tausend Jahre später sieht, wird sich keinen Reim drauf machen können, eben weil er den zeitgeistigen Kontext nicht kennt).

            „Keine Ahnung, ist halt die Überzeugung der Nazis, ob das einen wahren Kern hat, weiß ich nicht.“

            Keine Ahnung, ob das von den „Nazis“ stammt, ich vermute Araber benutzen das Stereotyp (?) auch und vermutlich ist es uralt. Irgendwie muss man ja die Ethnie kenntlich machen, die man verspotten will, alternativ wären noch Schläfenlöckchen, Kippa und Davidstern.

          • Die abgebildete Person mag zugleich unsympathisch und jüdisch sein, aber daraus folgt ja noch keine Verallgemeinerung. Antisemitisch ist die Karikatur, weil sie insgesamt zeichenhaft verwendet wird. (Nennt sich übrigens „Happy Merchant Meme“.)

        • „Genau so eine: Ist es möglich, so eine Karikatur nicht antisemitisch zu verwenden?“

          Ja, natürlich, in einem Vortrag mit dem Titel „Wirkweise gruppenfeindlicher Propaganda am Beispiel des Judenbildes im 3. Reich“ zum Beispiel.

          Es gibt Idioten, die Rassismus wittern, weil in Huckleberry Finn ständig das Ginger-Anagram verwendet wird, aber das sind halt Idioten. Jedem denkenden Menschen fällt auf, dass Jim der einzig anständige Mensch im Roman ist und die N-Wort-Sager das Gegenteil.

          Wir sind in einer „Ist Frauenvolk anwesend?“ Situation und das ist inzwischen so normal, dass du fragst: „Aber haben die nicht recht? Er hat wirklich ‚Jehova‘ gesagt“

        • Ok, nehmen wir an, Rassismus wäre strukturell, also der Lehrer, der Polizist, der Politiker, der Beamte etc wäre Rassist. Daraus würden sich erhebliche Nachteile für Schwarze ergeben. Was ließe sich darauf erwidern?

          • Mich würde interessieren, wieso der schwarze Beamte, Polizist, Arzt in diesem Denkmodell nicht rassistisch gegenüber einem Weißen sein kann. Schließlich hat der Schwarze dann deutlich mehr Macht.
            Weiß das jemand?

          • Ich rede von der weißen Mehrheitsgesellschaft. Ich will an den Kern des Problems gehen. Ein naheliegender Punkt ist: Gibt es so einen strukturellen Rassismus wirklich in einem Land, wo Polizisten beweisen müssen, nicht rassistisch zu sein, oder bei einer Politik der offenen Grenzen?

          • @uepsilonniks

            „strukturell“ heißt: in der Struktur begründet

            Rein von den formalen Verfasstheit der (staatlichen) Strukturen aus betrachtet, könnte auch ein schwarzer Staatsbürger ohne weiteres Polizist oder Politiker werden. Da gibt es m.W. keinen Rassismus.

            Treffender wäre ein „machtpolitischer Rassismus“ oder sowas. Das kann ich aber weder erkennen, noch wird es von „hier gut Assimilierten“ bestätigt. Es gibt immer mal rassistische Ausfälle, aber die sind wohl recht selten und gehen i.d.R. von Einzelpersonen aus.

            Es ist aber so, dass gerade die Deutschen stark befangen gegenüber Fremden sind. Kurz: sie wissen nicht, wie sie mit diesen umgehen sollen, haben natürlich Vorurteile (wer hat keine?) und lassen entsprechend kein Fettnäpfchen aus oder meiden Fremde. Marius Jung schreibt da wohl drüber, in „Singen können die alle – Ein Handbuch für Neqerfreunde!“ (er ist selbst schwarz)

            Da heutzutage schon das Erkennen von Unterschieden als rassistisch gilt, wertet man auch diese Unbeholfenheit gerne so, zumindest die Sirenen, die sich davon einen Bonus erhoffen.

            Wenn jemand so argumentiert, kann man entgegenhalten, dass man sich auch eine homogenere Bevölkerung wünscht, weil Diversität nur Ärger macht und zu Mißverständnissen führt. Aktzeptieren wird das die woke Person natürlich ebensowenig, wie man sie überzeugen kann 🙂

          • @Androsch:

            Mit „strukturell“ meinte ich, dass eine kritische Masse von Rassisten in unterschiedlichen Positionen zu Strukturen führt, die dann eben „strukturell“, „gesamtgesellschaftlich“ diskriminierend wirken.

          • @uepsilonniks
            „Mit „strukturell“ meinte ich, dass eine kritische Masse von Rassisten in unterschiedlichen Positionen zu Strukturen führt, die dann eben „strukturell“, „gesamtgesellschaftlich“ diskriminierend wirken.“

            Ja, ist mir schon klar, da der Begriff aber (bewusst?) doppeldeutig ist, wollte ich darauf hinweisen, dass es zumindest formal keinen „strukturellen“ Rassismus gibt.

            Ob es einen „praktischen strukturellen Rassismus“ gibt, wage ich zu bezweifeln. Aber wie beweist man, dass etwas nicht da ist? Ich habe argumentiert, dass es innerhalb der deutschen Bevölkerung kaum (echte) Rassismuserfahrungen gibt, was vermutlich auch Rückschlüsse auf die Zustände innerhalb der Struktur zulässt. Zumindest wäre es komisch, wenn es dort total anders wäre.

          • @uepsilonniks

            „Ein Argument wäre: Wenn es strukturellen Rassismus gäbe, würde das sich auch z.B. in der Asylpolitik niederschlagen: „Du kommst hier net rein!“

            An sich kein schlechtes Argument, aber:

            1) werden diejenigen, die du damit überzeugen willst, behaupten, dass es genau so ist (die treiben sich auf linken Seiten rum, in den Abschiebungen dramatisiert werden etc.)

            2) hat Asylpolitik formell nichts mit Rassen zu tun, das Argument könnte also nach hinten losgehen, falls die Grenzen tatsächlich mal dicht gemacht werden

          • „Das wäre so ziemlich der Knackpunkt, der Stahlmann*, der widerlegt werden müsste.“

            Gilt die Regel „Behauptungen ohne Beleg könne auch ohne Beleg abgelehnt werden“ nicht mehr?

            „Rassismus wäre strukturell, also (…) der Polizist (…) wäre Rassist“

            Was genau ist Der Polizist? Welche empirische Aussage steht dahinter?

            – Es gibt mindestens einen weißen Polizisten, der Rassist ist.
            -> Da es auch mindestens einen schwarzen Polizisten gibt, der rassistisch gegen Weiße ist, kann das nocht keine Strukturaussage sein.

            – Die Mehrzahl der Polizisten ist weiß und die Mehrzahl der weißen Polizisten ist rassistisch.
            -> Woran könnte man das festmachen? Schwarze werden von Polizisten relativ häufiger erschossen als Weiße? Wie passt das damit zusammen, dass Schwarze von schwarzen Polizisten relativ häufiger erschossen werden als von weißen Polizisten? Sind die schwarzen Polizisten NOCH rassistischer als die weißen?

            – Dass mehr Schwarze von der Polizei erschossen werden, muss — unabhängig anderer Argumente — Folge von Rassismus sein.
            -> Ist der Umstand, dass weit mehr Männer erschossen werden als Frauen, Folge von Sexismus? Nein? Dann ist auch die vorige Aussage non sequitur.

            Du kennst alle Argumente gegen strukturellen Sexismus. Wieso glaubst du, struktureller Rassismus sei stichhaltiger?

          • Du kennst alle Argumente gegen strukturellen Sexismus. Wieso glaubst du, struktureller Rassismus sei stichhaltiger?

            Das hinkt etwas, Farbige sind wirklich eine Minderheit.

          • Frauen sind (laut Feministinnen) eine Minderheit in Machtpositionen.
            Das hinkt weit weniger als du meinst.

            Vor allem müsstest du erklären, warum andere, noch kleinere Minderheiten eine weniger privilegierte Opferposition innehaben.

            Es gehört zum Schwarzen Selbstverständnis, ebenso wie zum feministischen, in jedem Rohrschach-Blob Rassismus (Sexismus) zu sehen. Mein Lieblingsbeispiel ist eine Anekdote von Michelle Obama, damals eine der mächtigsten Frauen der Welt, die mal inkognito in einer Eisdiele war, wo eine unhöfliche Weiße sich vordrängelte. Das war für Obama, selbstverständlich, kein Beispiel für eine unhöfliche Person, sondern ein Beweis! für immer noch existenten systemischen Rassismus.

            Seit ich das Thema verfolge, sind alle „Rassismus“ Beispiele, die ich sehe, von dieser Sorte.

            Insofern bleibe ich bei der Forderung, erst mal vernünftige Nachweise für Rassismus/Sexismus zu sehen, bevor ich weiter diskutiere.
            Und „Einem Schwarzen passiert etwas doofes“ ist genauso wenig ein vernünftiger Nachweis für Rassismus wie „Eine Frau wird getötet“ ein Nachweis für ein Riesen-Femizid-Problem ist.
            Die Mechanismen und Argumente sind schlicht identisch.

          • Insofern bleibe ich bei der Forderung, erst mal vernünftige Nachweise für Rassismus/Sexismus zu sehen, bevor ich weiter diskutiere.

            https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/auslaendische-vornamen-migranten-diskriminierung-durch-firmen-bestaetigt-a-960855.html

            Und „Einem Schwarzen passiert etwas doofes“ ist genauso wenig ein vernünftiger Nachweis für Rassismus wie „Eine Frau wird getötet“ ein Nachweis für ein Riesen-Femizid-Problem ist.

            Sicher, Einzelfallberichte sind kein Beleg. Ich denke da besonders daran, dass Farbige „Blicke“ als Rassismus deuten, was besonders in Deutschland ein schlechter Witz ist, dann die es gehört zur Deutschen Kultur auch dann unfreundlich zu blicken, wenn es gar nicht so gemeint war. Oder dass die Frage nach der Herkunft als rassistischer Übergriff gewertet wird. Schwachsinn im Quadrat.

            Aber während die Männer die Frauen lieben, trifft das auf Farbige nur bedingt zu. Ich denke z.B. dass in Südafrika Weiße Rassismus ausgesetzt sind. Ich denke, sowas wie Xenophobie existiert.

        • Ich hab auch geschrieben (kommt sicher nicht durch 🙂 ):


          „Diese individuelle Ebene kann nicht unabhängig von den anderen Ebenen des Rassismus betrachtet werden.“
          .
          Kann sie nicht? Ich behaupte das Gegenteil.
          .
          Es mag strukturellen Rassismus geben (kann ich nicht einschätzen) aber das ändert überhaupt nichts daran, dass es auch individuellen gibt. Zu behaupten, es gäbe keinen Rassismus gegen Weiße, ist damit widerlegt.
          .
          q.e.D.
          .
          Nicht, dass ich erwarte ihr würdet das freischalten. Der ganze „critical whiteness“-Unsinn ist selbst zutiefst rassistisch und anti-egalitär und bedient sich mieser rabulistischer Argumentationsmuster, so wie der Text oben.
          .
          Quarks hat sich damit als unwissenschaftlich entlarvt, indem es solchen ideologischen Quark bringt.

          Scheint, als ob Danisch recht hat, wenn er den Ranga Yogeshwar beschimpft. Der ist tatsächlich ein dämliches Windei.

          • Meine fielen etwas freundlicher aus:

            Ich akzeptiere eure hingedrehten Willkürdefinitionen aber nicht.

            Stattdessen: „Sie pflegen Feindseligkeiten und Vorurteile gegen Menschen anderer Hautfarbe?“
            – „Glückwunsch, Sie sind ein Rassist.“

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